Rimstar

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Rimstar Filmtabletten
  • Darreichungsform:
  • Filmtabletten
  • Zusammensetzung:
  • rifampicinum 150 mg isoniazidum 75 mg, pyrazinamidum 400 mg, ethambutolum 275 mg, excipiens pro compresso Dunst.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Rimstar Filmtabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Tuberkulose

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 56768
  • Berechtigungsdatum:
  • 25-07-2005
  • Letzte Änderung:
  • 25-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Rimstar®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Was ist Rimstar und wann wird es angewendet?

Die vier Wirkstoffe, die in Rimstar enthalten sind, ergänzen sich in ihrer Wirkung gegen Bakterien,

die Tuberkulose verursachen.

Rimstar wird auf Verschreibung der Ärztin oder des Arztes bei Erwachsenen und Kindern ab 8

Jahren zur Behandlung der Lungentuberkulose während den ersten Monaten einer mehrere Monate

dauernden Behandlung eingesetzt. Rimstar darf nur unter ständiger Kontrolle eines Arztes oder einer

Ärztin verwendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer

gegenwärtigen Erkrankung verschrieben.

Die Antibiotika in Rimstar sind nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Tuberkulose verursachen,

wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Tuberkulostatikums

kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung

anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren neuen Infektionen dürfen Sie

Rimstar nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden.

Wann darf Rimstar nicht angewendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der vier Wirkstoffe (Rifampicin, Isoniazid,

Pyrazinamid und Ethambutol) oder einen der Hilfsstoffe. Eine Überempfindlichkeit äussert sich z.B.

durch Asthma, Kreislaufbeschwerden, Schwellungen der Haut (z.B. Nesselfieber) und der

Schleimhäute oder Hautausschläge.

Bei Patientinnen und Patienten mit folgenden Risikofaktoren:

·Vorbestehende Lebererkrankung wie z.B. Gelbsucht

·akuten Leberkrankheiten;

·einer einmal durchgemachten medikamentös bedingten Leberentzündung;

·bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatin-Clearance <30 ml/min);

·Chronischer Alkoholkonsum/Alkoholüberkonsum

·Nervenentzündungen der Gliedermassen

·Gicht;

·Bei vorgeschädigtem Sehnerv und bestehenden Augenerkrankungen

·einer Störung der Blutbildung (Porphyrie);

·bei gleichzeitiger Therapie mit Voriconazol (Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen),

Proteaseninhibitoren (Mittel zur Behandlung von HIV-Infektionen), Halothan

(Inhalationsanästhetikum) oder Praziquantel (ein Wurmmittel).

·bei gleichzeitiger Behandlung mit den antiviralen Arzneimitteln Ritonavir/Saquinavir

Wann ist bei der Einnahme von Rimstar Vorsicht geboten?

Bei einem Auftreten von akuten, schweren Überempfindlichkeitsreaktionen wie grippeartige

Erscheinungen , schwere Bauchbeschwerden, Atemstörungen, Hautblutungen,

Kreislaufbeschwerden, Schwellungen der Haut (z.B. Nesselfieber) und der Schleimhäute,

Hautausschläge oder oder andere neue Krankheitszeichen. Informieren Sie darüber unverzüglich Ihre

Ärztin oder Ihren Arzt (siehe «Welche Nebenwirkungen kann Rimstar haben?»). Patienten, bei

welchen solche Erscheinungen auftreten, dürfen nie wieder mit Rimstar behandelt werden.

Beim Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung mit

Rimstar sollten Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Arzneimittel, welche die

Darmbewegungen hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.

Unterbrechung und Wiederaufnahme der Behandlung

Die Therapie darf nicht ohne Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt unterbrochen werden, um

Abwehrreaktionen und andere Nebenwirkungen zu vermeiden (Hautreaktionen, Grippesymptome).

Eine allfällige Wiederaufnahme der Therapie darf auf keinen Fall ohne ärztliche Konsultation

erfolgen, da sonst unter Umständen schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.

Leberfunktionsstörungen:

Die in Rimstar enthaltenen Wirkstoffe können Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen und

schwere Leberschäden, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf verursachen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird deshalb Ihre Leberfunktion sorgfältig überwachen, insbesondere bei

Vorliegen folgender Risikofaktoren für Leberzellschäden:

·Zunehmendes Alter.

·Vorbestehende Lebererkrankung.

·Gleichzeitige Einnahme leberschädigender Medikamente.

·Beeinträchtigte Nierenfunktion.

·Täglicher Alkoholkonsum/Alkoholüberkonsum.

·Schlechter Ernährungszustand.

·Schwarze oder lateinamerikanische Frauen.

Frühe Warnzeichen einer Leberentzündung sind Müdigkeit, Schwächegefühl, Unwohlsein,

Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere Zeichen sind Gelbfärbung der Augen (Bindehaut)

oder der Haut oder entfärbter Stuhl. Suchen Sie bei Auftreten solcher Symptome umgehend Ihre

Ärztin oder Ihren Arzt auf. Vor und während der Behandlung sollten die Nierenfunktion, die

Leberwerte und das Blutbild überwacht werden.

Augen:

Um ein mögliches Auftreten von Sehstörungen frühzeitig zu erfassen, wird der behandelnde Arzt

oder die behandelnde Ärztin (oder der bzw. die über die Einnahme von Rimstar informierte

Augenarzt bzw. Augenärztin) in 4-wöchigen Abständen Augenkontrollen bezüglich

Farbsehen/Gesichtsfeld und Sehschärfe durchführen.

Bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sind Augenkontrollen in

wöchentlichen Abständen durchzuführen. Durch diese Vorsichtsmassnahme können mögliche

Sehstörungen frühzeitig im noch reversiblen Stadium erfasst werden. Der behandelnde Arzt oder die

behandelnde Ärztin wird dann das Arzneimittel absetzen, damit sich die Sehstörung wieder

zurückbilden kann. In wenigen Fällen, wo die Entdeckung der Sehstörung sich um ein Jahr

verzögerte, wurde von irreversiblen Schädigungen berichtet. Es liegen nur beschränkte Erfahrungen

bei Kindern unter 13 Jahren vor. Besonders bei Kleinkindern, bei denen objektivierbare

Augenkontrollen schwer durchführbar sind, muss gesichert sein, dass diese regelmässig stattfinden.

Informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenn bei Ihnen Sehstörungen auftreten

(siehe «Welche Nebenwirkungen kann Rimstar haben?»).

·Vorsicht ist auch angezeigt bei: Patientinnen und Patienten mit Zuckerkrankheit, da die Kontrolle

des Diabetes während der Behandlung mit Rimstar erschwert ist.

·Epileptikern, da Anfälle möglicherweise vermehrt auftreten können.

·Gichtpatienten

·Patientinnen und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen.

Patientinnen oder Patienten mit schlechtem Ernährungszustand, Jugendlichen oder Patientinnen und

Patienten mit Neigung zu Nervenleiden (z.B. bei Zuckerkrankheit) wird die Ärztin oder der Arzt

allenfalls zusätzlich Vitamin B6 verordnen.Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird zu Beginn und danach in

regelmässigen Abstand neben der Leberfunktion auch das Blutbild und die Nierenfunktion

überprüfen.

Einnahme von Rimstar zusammen mit anderen Arzneimitteln:

Sehr viele Arzneimittel (Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker weiss

welche) können weniger wirksam sein oder es können vermehrt Nebenwirkungen auftreten, wenn sie

gleichzeitig mit Rimstar verabreicht werden. Bitte informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin über alle Arzneimittel (auch selbstgekaufte!), die Sie

einnehmen, vor kurzem eingenommen haben oder wenn Sie beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen.

Wenden Sie dieses Arzneimittel nicht an und informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie

eines oder mehrere der unter «Wann darf Rimstar nicht eingenommen werden?» aufgeführten

Arzneimittel einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie ein Arzneimittel oder einen Wirkstoff aus den

folgenden Arzneimittelgruppen einnehmen:

·Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (z.B. Ketoconazol, Terbinafin)

·Schlaf- oder Beruhigungsmittel (z.B. Midazolam, Triazolam, Phenobarbital)

·Mittel zur Behandlung zu hoher Blutfettwerte(z.B. Statine wie Simvastatin)

·Mittel zur Behandlung von HIV-Infektionen (z.B. Ritonavir, Saquinavir, Nevirapin, Efavirenz,

Zidovudin, Indinavir, Delavirdin)

·Antibiotika (z.B. Linezolid, Chloramphenicol, Doxycyclin, Clarithromycin)

·Malariamittel (z.B. Atovaquon, Chinin)

·Mittel gegen Epilepsie (z.B. Phenytoin, Carbamazepin. Valproinsäure, Primidon, Phenobarbital)

·Mittel gegen Herzkrankheiten, Herzrhythmusstörungen oder hohen Blutdruck (z:B. Digoxin,

Eplerenon, Diltiazem, Nifedipin, Verapamil, Propranolol, Enalapril, Losartan)

·Mittel zur Behandlung von Diabetes/Zuckerkrankheit (z.B. Glibenclamid, Pioglitazon)

·Gewisse Schmerzmittel (z.B. Paracetamol, Morphin, Etoricoxib)

·Mittel zur «Blutverdünnung»

·Immunabwehr herabsetzende Mittel (z.B. Ciclosporin, Azathioprin, Tacrolimus, Mycophenolat)

·Methadon

·Disulfiram (Antabus®)

·Kortikosteroide (z.B. Hydrocortison)

·Levothyroxin (Mittel bei Schilddrüsenerkrankungen)

·Praziquantel (ein Wurmmittel)

·Mittel gegen Depressionen (z.B. Amitryptilin)

·Mittel gegen psychotische Störungen (z.B. Haloperidol, Clozapin, Aripiprazol)

·Bestimmte Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (z.B. Ondansetron)

·Theophyllin (bei Asthma)

·Bestimmte Mittel bei Krebserkrankungen (z.B. Tamoxifen, Irinotecan)

·Weibliche Geschlechtshormone (Oestrogene)

·Fexofenadin (gegen Allergien)

·Levodopa (bei Parkinson-Krankheit)

·Mittel gegen übermässige Säureproduktion im Magen (z.B. Cimetidin)

Arzneimittel gegen Magenübersäuerung können die Wirkung von Rimstar abschwächen. Deshalb

sollte Rimstar mindestens 1 Stunde vor einem Präparat gegen Magenübersäuerung eingenommen

werden.

Empfängnisverhütung (Kontrazeption)

Vorsicht ist geboten, wenn Sie orale Kontrazeptiva (die «Pille») anwenden, da bei der gleichzeitigen

Einnahme mit Rimstar die empfängnisverhütende Wirkung der Pille beeinträchtigt wird; es sollten

deshalb zusätzlich andere nicht-hormonelle Verhütungsmethoden angewandt werden.

Einnahme von Rimstar zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Wechselwirkungen können mit bestimmten Nahrungsmitteln (Fisch, Käse, Rotwein) auftreten und zu

übermassigen Reaktionen wie Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen und Gesichtsrötung führen.

Die Einnahme dieser Nahrungsmittel sollte während einer Behandlung mit Rimstar vermieden

werden.

Während der Behandlung mit Rimstar sollten Sie keinen Alkohol zu sich nehmen.

Teilnahme am Strassenverkehr und Bedienen von Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme

am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in

verstärktem Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Rimstar während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Rimstar sollte von schwangeren Frauen nicht eingenommen werden. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder

Ihrem Arzt mit, falls Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen. Mütter, die mit Rimstar

behandelt werden, sollten Ihr Kind nicht stillen, da die Wirkstoffe von Rimstar mit der Muttermilch

ausgeschieden werden. Ist eine Behandlung erforderlich, muss abgestillt werden.

Wie verwenden Sie Rimstar?

Rimstar muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin setzt die Dosierung und die Behandlungsdauer fest. Nur bei strikter

Einhaltung dieser Vorschriften kann der grösstmögliche Nutzen von Rimstar erreicht werden.

Brechen Sie die Therapie nicht vorzeitig ab, selbst wenn Sie sich besser fühlen. Denn oft klingen die

Krankheitszeichen vor vollständiger Heilung der Infektion ab. Eine ungenügende Anwendungsdauer

oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur

Folge haben.

Sofern vom Arzt bzw. der Ärztin nicht anders verordnet, wird Rimstar wie folgt dosiert:

Dosierung für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren

Die übliche Tagesdosis beträgt je nach Körpergewicht 2–5 Filmtabletten:

Gewicht des Patienten Anzahl Filmtabletten pro Tag

30–37 kg *

38–54 kg

55–70 kg

71 kg oder mehr

* Rimstar ist für Patienten unter 30 kg Körpergewicht nicht geeignet.

Nach Beendigung dieser zweimonatigen Phase wird die Behandlung mit anderen Arzneimitteln für

mindestens weitere vier Monate fortgesetzt.

Kinder unter 8 Jahren

Rimstar ist nicht geeignet zur Behandlung von Kindern unter 8 Jahren bzw. unter 30 kg.

Anwendung

Nehmen Sie die ganze Tagesdosis von Rimstar Filmtabletten auf einmal immer zur gleichen

Tageszeit auf nüchternen Magen mit etwas Flüssigkeit und mindestens eine Stunde vor einer

Mahlzeit ein.

Gegebenenfalls kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen zu Beginn der Behandlung zusätzlich noch

andere Tuberkulosemittel verschreiben.

Es ist wichtig, dass Sie Rimstar täglich, ohne Unterbruch einnehmen, da sonst die Wirksamkeit nicht

gewährleistet ist oder vermehrt unerwünschte Wirkungen auftreten können.

Eine begonnene Therapie mit Tuberkulostatika sollte so lange wie von der Ärztin oder vom Arzt

verordnet, durchgeführt werden. Weder die tägliche Dosis noch die Therapiedauer dürfen ohne

Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin geändert

werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Rimstar haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Rimstar auftreten:

Als wichtigste Nebenwirkung des Wirkstoffes Ethambutol wurden Sehstörungen (Abnahme der

Sehkraft, Erkrankungen der Sehnerven, Entzündungen der Sehnerven, Gesichtsfeldeinschränkung,

Farbenblindheit und Blindheit) beobachtet, welche bei frühzeitiger Entdeckung reversibel sind (siehe

«Wann ist bei der Einnahme von Rimstar Vorsicht geboten?»).

Allergische und sonstige Überempfindlichkeitsreaktionen

Sehr häufig: Grippe-ähnliches Syndrom (Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Benommenheit,

Knochen-, Muskel-und Gelenkschmerzen,Schwindel) besonders bei Wiederaufnahme der

Behandlung nach einer vorübergehenden Unterbrechung..

Häufig: allergische und andere Reaktionen wie Hautausschlag und Fieber. Konsultieren Sie sofort

Ihre Ärztin oder Ihren Arzt beim Auftreten von Schwellungen der Haut oder Schleimhäute,

grossflächigem Hautausschlag, Nesselfieber, Hautrötungen, Atemproblemen oder

Kreislaufbeschwerden.

Selten: anaphylaktische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen mit Atemnot und

Kreislaufversagen), Kurzatmigkeit, Keuchen, Blutdruckabfall, Schock, Oedeme (Wasseransammlung

im Gewebe), angioneurotisches Ödem (Schwellungen im Gesicht, Zunge, Rachen oder Kehlkopf mit

Schluck- und Atembehinderung), akutes Nierenversagen, Lichtempfindlichkeit, rheumatische

Beschwerden, Autoimmunerkrankungen.

Erkrankungen der Haut

Sehr häufig: Gesichtsrötung,

Häufig: Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag, Akne,

Gelegentlich: Nesselsucht,

Selten: ernsthafte Überempfindlichkeitsreaktionen mit schweren, möglicherweise lebensbedrohlichen

Hautreaktionen, welche sich mit Hautausschlag und Rötung, ausgedehnter Blasenbildung und

Ablösung der Haut und Schleimhaut zeigen. Begleitend könne grippeähnliche Symptome wie Fieber

und geschwollene Lymphknoten auftreten. Konsultieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt beim

Auftreten von einem oder mehreren dieser Symptome.

Sehr selten: punktförmige Hautblutungen.Konsultieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenn

punktförmige Hautblutungen auftreten.

Augenerkrankungen

Häufig: Rötung der Augen und erhöhte Lichtempfindlichkeit,

selten: verschwommenes Sehen, Augenschmerzen, Rot-Grün-Farbenblindheit, Gesichtsfeldausfall,

Bindehautentzündung, Schädigung des Sehnervs.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Häufig: Mundtrockenheit, Sodbrennen, Appetitlosigkeit, Übelkeit,Völlegefühl, Erbrechen,

Gasansammlung im Darm, Magenschmerzen, Oberbauchbeschwerden oder Durchfall. Bei Auftreten

von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollten Sie unverzüglich

Ihre Ärztin oder Ihren Arzt konsultieren. Arzneimittel, welche die Darmperistaltik (Darmbewegung)

hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.

Selten: Magenschleimhautentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Anzeichen sind starke

Schmerzen in Bauch und Rücken) oder eine Verschlimmerung von Magengeschwüren.

Erkrankungen der Leber und der Gallenblase

Sehr häufig: Leberfunktionsstörungen,

Häufig: Leberentzündungen,

Gelegentlich: Gelbsucht,

Selten: Auslösung von Stoffwechselerkrankungen, Vergrösserung der Milz, Leberschäden, schwere

Leberentzündungen mit in sehr seltenen Fällen tödlichem Verlauf (siehe «Wann ist bei der Einnahme

von Rimstar Vorsicht geboten?»). Zeichen einer Leberentzündung können Müdigkeit, Schwäche,

Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen sein. Kontaktieren Sie bei Auftreten dieser

Symptome sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Ein Mangel an Blutplättchen (mit oder ohne punktförmige Hautblutungen), an weissen

Blutkörperchen sowie eine Blutarmut können auftreten. Eine Zunahme bestimmter weisser

Blutkörperchen, Blutgerinnungsstörunge sowie verstreut auftretende Gerinnungsstörung innerhalb

der Blutgefässe wurde ebenfalls beobachtet. Konsultieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt,

wenn punktförmige Hautblutungen auftreten. Bei Fortsetzung der Behandlung nach Auftreten von

Hautblutungen wurde über Gehirnblutungen und Todesfälle berichtet.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Kribbelgefühl,

Taubheitsgefühl, Brennen oder Schwächegefühl an Händen und Füssen

Gelegentlich: Verwirrtheit, Bewusstseinsveränderungen, Orientierungsstörungen

Selten: Psychosen, Gedächtnisstörungen, Koordinationsstörungen der Bewegungen, Verlust der

Sehnenreflexe, Krämpfe

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Gichtsymptome (Schüttelfrost, schmerzhafte und geschwollene Gelenke, insbesondere am

grossen Zeh, Fussknöchel oder Knie; die Haut über dem Gelenk ist gespannt und fühlt sich heiss an)

Selten: Beschwerden beim Wasserlösen, Blut im Urin, akutes Nierenversagen und

Nierenentzündung.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Muskelschwäche, Gelenk-und Muskelschmerzen, selten rheumatisches Fieber.

Hormonelle Erkrankungen und Stoffwechselstörung)

Selten: Störungen des Menstruationszyklus während einer längeren antituberkulösen Behandlung mit

Rimstar, Vergrösserung der Brustdrüse (Gynäkomastie)

Verfärbung von Körperflüssigkeiten

Rötliche Verfärbung von Körperflüssigkeiten (Urin, Speichel, Tränen, Stuhl, Schweiss, abgehusteter

Schleim .

Wenn Sie eine der genannten oder weitere Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben

sind, bei denen Sie einen Zusammenhang mit der Anwendung von Rimstar vermuten, sollten Sie

unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Urin, Speichel, Schweiss und Tränen und somit auch weiche Kontaktlinsen (letztere dauerhaft)

können sich aufgrund der roten Farbe eines der Wirkstoffe rötlich verfärben. Sie sollten daher

während der Behandlung keine weichen Kontaktlinsen tragen.

In der Originalverpackung, nicht über 30 °C, vor Feuchtigkeit geschützt und ausser Reichweite von

Kindern lagern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle

(Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Rimstar enthalten?

1 Filmtablette Rimstar enthält 150 mg Rifampicin, 75 mg Isoniazid, 400 mg Pyrazinamid, 275 mg

Ethambutolhydrochlorid und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

56768 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Rimstar? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Rimstar: 60 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.