Rifoldin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Rifoldin 600 mg Dragees
  • Einheiten im Paket:
  • 30 Stück, Laufzeit: 48 Monate,150 Stück, Laufzeit: 48 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Rifoldin 600 mg Dragees
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Rifampicin
  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 15693
  • Berechtigungsdatum:
  • 20-05-1975
  • Letzte Änderung:
  • 08-11-2016

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

Gebrauchsinformation:InformationfürPatienten

Rifoldin ® 600mgDragees

Wirkstoff:Rifampicin

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältigdurch,bevorSiemitderEinnahmedieses

Arzneimittelsbeginnen,dennsieenthältwichtigeInformationen.

–HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäternochmalslesen.

–WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArztoderApotheker.

–DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSieesnichtanDritteweiter.Es

kannanderenMenschenschaden,auchwenndiesediegleichenBeschwerdenhabenwieSie.

–WennSieNebenwirkungenbemerken,wendenSiesichanIhrenArztoderApotheker.Diesgilt

auchfürNebenwirkungen,dienichtindieserPackungsbeilageangegebensind.SieheAbschnitt4.

WasindieserPackungsbeilagesteht

WasistRifoldinundwofürwirdesangewendet?

WassolltenSievorderEinnahmevonRifoldinbeachten?

WieistRifoldineinzunehmen?

WelcheNebenwirkungensindmöglich?

WieistRifoldinaufzubewahren?

InhaltderPackungundweitereInformationen

1. WasistRifoldinundwofürwirdesangewendet?

RifoldinhatbakterientötendeEigenschaftenundwirdgegenInfektionenundKrankheiteneingesetzt,

diedurchverschiedeneMikroorganismenverursachtwerden:

–alleFormenderTuberkulose(zusammenmitmindestenseinemweiterenArzneimittelgegendiese

Erkrankung),

–Lepra(zusammenmitmindestenseinemweiterenArzneimittelgegendieseErkrankung),

–Staphylokokken-Infektionen(zusammenmiteinemgeeignetenAntibiotikum),

–Infektion,diedurchsog.„Brucellen“hervorgerufenwird(sog.„Brucellose“),

–zurBeseitigungvonMeningokokkenausdemNasen-Rachen-Raumbeibeschwerdefreien

Personen,

–zurVorbeugungeinerHirnhautentzündung(verursachtdurchsog.„Meningokokken“

oderdurchdasBakteriumHämophilusinfluenzae).

2. WassolltenSievorderEinnahmevonRifoldinbeachten?

Rifoldindarfnichtangewendetwerden,

–wennSieallergischgegenRifampicin,damitverwandtenStoffen(andereRifamycine)odereinen

derinAbschnitt6genanntensonstigenBestandteilediesesArzneimittelssind,

–wennSieuntereinerschwerenLeberfunktionsstörung,z.B.Gelbsucht,Leberzirrhose,

Leberentzündung,leiden.

–wennSiegleichzeitigmitSaquinavir/Ritonavir(ArzneimittelgegendasHI-Virus)behandelt

werden.

–wennSieaneinererblichenStoffwechselstörungleiden,durchdiederAufbaudesroten

Blutfarbstoffsgestörtist(sog.„Porphyrie“).

WarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmen

BittesprechenSiemitIhremArztoderApotheker,bevorSieRifoldineinnehmen.

–wennSieeineleichteFunktionsstörungderLeberodereinechronischeLebererkrankunghaben

oderregelmäßigvielAlkoholkonsumierenoderunterernährtsind.DerArztwirdRifoldindann

nurmitVorsichtanwenden.AußerdemwirderregelmäßigeKontrollenIhrerLeberfunktion

anordnen.

–wennSiegleichzeitigArzneimittelgegenEpilepsie,Beruhigungsmitteloderparacetamolhaltige

Schmerzmitteleinnehmen,daeszuu.U.schwerwiegendenWechselwirkungenmitRifoldin

kommenkann(sieheauch„BeiAnwendungvonRifoldinmitanderenArzneimitteln“).

InformierenSieumgehendIhrenArztundbeendenSiedieBehandlung,

–wenneszueinerausgeprägtenVerminderungderBlutplättchenodereinerBlutarmutkommt,

–wennSieunterAtemnotleidenoderAsthmaanfälleauftreten,

–wenneszueinemNierenversagenkommt,

–wenneinSchockeintritt(z.B.starkerBlutdruckabfall,schwacherPuls,Krämpfe,

Kehlkopfschwellung,Atemnot).

BeiAuftretenderartigerReaktionenistkeineWeiterbehandlungmitdemWirkstoffRifampicinmehr

möglich.

InformierenSieIhrenArztauch,

–wennbeiderBehandlungleichteÜberempfindlichkeitsreaktionenauftreten(Fieber,Juckreiz,

flüchtigeHautrötungen,Nesselausschlag).WenndieseBeschwerdenwährendeiner

UnterbrechungderBehandlungverschwinden,kannIhrArzteineWeiterbehandlungeinleiten.

–wennwährendderBehandlungeineEmpfindlichkeitderHautgegenüberSonnenlichtauftritt–in

diesemFallkanneineBeendigungderBehandlungnotwendigsein.

–wennbeiIhnenschwereundanhaltendeDurchfälleauftreten.Eskönntesichumeineu.U.

lebensbedrohlicheDarmerkrankung(sog.„pseudomembranöseKolitis“)handeln,dieumgehend

behandeltwerdenmuss.VerwendenSiekeineArzneimittel,diedieDarmbewegunghemmen.

–wennSiedieBehandlungnachkurzeroderlängererUnterbrechungwiederaufnehmenwollen.Ihr

ArztwirdmitlangsamsteigenderDosierungbeginnen,umNebenwirkungenzuvermeiden.

VorundinregelmäßigenAbständenwährendderBehandlungwirdIhrArzteineKontrolledes

BlutbildessowiederLeberfunktionanordnen.

UmEntzündungendesSehnervszuerkennen,sindregelmäßigeaugenärztlicheKontrollen

erforderlich.

WennbeiIhnenwährendderBehandlungZeicheneinerLebererkrankungauftreten(z.B.

Schwächegefühl,Appetitlosigkeit,Übelkeit,Erbrechen),müssenSieIhrenArztunverzüglich

informieren,damiterSieentsprechendüberwachenkann.BeiVerschlechterungderLaborwertewird

erdieBehandlungsolangeunterbrechen,bissichdieWertenormalisierthabenunddieBeschwerden

abgeklungensind.BeineuerlichemAuftretenvonAnzeicheneinerLeberschädigungwirdderArztdie

AnwendungvonRifoldinunverzüglichbeenden.

WährendderTherapiemitRifoldinmüssenSieaufAlkoholkonsumverzichten.Alkoholerhöhtdas

RisikoeinerLeberentzündungundvonNebenwirkungenaufdasNervensystem.

WendenSiewährendderBehandlungkeineparacetamolhaltigenSchmerzmittelan,dadiese

KombinationzuschwerenLeberschädendurchParacetamolführenkann.Diesgiltauchfür

rezeptfreierhältlicheParacetamol-Präparate!

DurchdieBehandlungmitRifoldinkannesu.U.zueinemMangelanVitaminDkommen,denIhr

ArztbeiBedarfdurcheinezusätzlicheVitamin-D-Gabeausgleichenkann.IndiesemZusammenhang

sindbestimmteLaborkontrollennotwendig.

WährendderBehandlungsollteeineSchwangerschaftvermiedenwerden.DaRifampicindie

WirksamkeiteinerhormonellenVerhütung(die„Pille“)vermindert,wirdgeraten,zusätzlichauch

nichthormonelleVerhütungsmethodenanzuwenden.EineSchwangerschaftsverhütungsolltenach

EndederBehandlungnoch3Monatelangweitergeführtwerden.

WennSiedieTherapieunterbrechen,dürfenSiesienichtohneRücksprachemitIhremArztwieder

fortführen.IndiesemFallisteswichtig,dieBehandlungmitzunächstniedrigerDosiszubeginnenund

dieseschrittweisezusteigern;sokönnenNebenwirkungenvermiedenwerden.

WennSiedieBehandlungwenigerals2–3MalproWochedurchführen,kanneszugrippeähnlichen

Beschwerden(sog.„Flu-Syndrom“)odereineru.U.schwerwiegendenÜberempfindlichkeitkommen

–InformationdazubefindetsichimAbschnitt4.„WelcheNebenwirkungensindmöglich?“.Schutz

davorbietetmeistdiekonsequentetäglicheBehandlungmitRifoldin.

SiedürfenRifoldinnichtgleichzeitigmitfolgendenArzneimittelneinnehmen:

–opiathaltigeArzneimittelalsBeruhigungsmittel,Schmerz-oderHustenstiller

–bestimmteArzneimittelgegenHarndrang(sog.„Anticholinergika“)

–bestimmteandereArzneimittelgegenTuberkulose(sog.„PAS-Präparate“).

Einnahmeabstand:mindestens4Stunden.

Speichel,Schweiß,UrinundTränenkönnensichdurchdieintensiverotbrauneFarbevonRifampicin

rötlichverfärben.

EinnahmevonRifoldinzusammenmitanderenArzneimitteln

InformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimitteleinnehmen/anwendenbzw.

kürzlichandereArznemitteleingenommen/angewendethabenoderbeabsichtigenandereArzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

RifoldinkanndieWirkungandererArzneimittelverändern.IhrArztwirddaherggf.dieDosierung

andererArzneimitteländern,umdenBehandlungserfolgzusichern.

RifoldinkanndieWirkungfolgenderArzneimittel/Wirkstoffevermindern:

Arzneimittelgegen

–Allergie(Wirkstoff:Fexofenadin)

–AngstundSchlafstörungen(Wirkstoffe:z.B.Diazepam,Zopiclon,Zolpidem,Zaleplon)

–Asthma(Wirkstoff:Theophyllin)

–bakterielleInfektionen(Wirkstoffe:Doxycyclin,Clarithromycin,Chloramphenicol,

Fluorchinolone,Telithromycin,Linezolid,Metronidazol)

–(zuhohe)Blutfett-Werte,inkl.Cholesterin(Wirkstoffe:Clofibrat,Statine)

–Blutgerinnung(Wirkstoffe:WarfarinundandereCumarine)

–BrustkrebsmitantiöstrogenerWirkung(Wirkstoffe:z.B.Tamoxifen,Toremifen)

–andereTumorerkrankungen(Wirkstoffe:Irinotecan,Ifosfamid,Imatinib,Bexaroten,Dasatinib)

–Depressionen(Wirkstoffe:Amitriptylin,Nortriptylin)

–EntzugsbehandlungbeiOpiatabhängigkeit(Wirkstoff:Methadon)

–Epilepsie(Wirkstoffe:Phenytoin,Lamotrigin)

–ErbrechenbeiKrebstherapien(Wirkstoff:z.B.Ondansetron)

–Herzrhythmusstörungen/Herzschwäche/hohenBlutdruck/Herzinfarkt(Wirkstoffe:z.B.Chinidin,

Disopyramid,Mexiletin,Propafenon,Tocainid,Herzglykoside,Bisoprolol,Metoprolol,

Propranolol,möglicherweiseauchAlprenolol,Atenolol,Carvedilol,Celiprolol,Talinolol,

Enalapril,Losartan,Bunazosin,Kalziumkanalblocker,z.B.Diltiazem,Nifedipin,Verapamil,

Buspiron,Clopidogrel)

–HIV-Infektionen(Wirkstoffe:Zidovudin,Nevirapin,Etravirin,Efavirenz,Nelfinavir,Indinavir,

SaquinavirundRitonavir,Zidovudin)

–Harninkontinenz(Wirkstoff:Darifenacin)

–Lepra(Wirkstoff:Dapson)

–Lungenhochdruck(Wirkstoff:Bosentan)

–Magengeschwüre(Wirkstoff:Cimetidin)

–Malaria(Wirkstoffe:Chinin,Chloroquin,Mefloquin)

–Nebenschilddrüsenüberfunktion(sog.„Hyperparathyreoidismus“,Wirkstoff:Cinacalcet)

–Organabstoßung(Wirkstoffe:z.B.Azathioprin,Ciclosporin,Tacrolimus,Mycophenolat,

Everolimus)

–Parasitenerkrankungen(Wurminfektionen,Wirkstoff:Praziquantel;Einzeller,Wirkstoff:

Atovaquon)

–Pilzinfektionen(Wirkstoffe:z.B.Fluconazol,Ketoconazol,Itraconazolbzw.Caspofunginund

Terbinafin)

–Rheuma,Allergien,UnterfunktionderNebennierenrinde(Wirkstoffe:„Cortison“undverwandte

Substanzen:Hydrocortison,Fludrocortison,Prednison,Prednisolon,Methylprednisolon)

–Schilddrüsenunterfunktion(Wirkstoff:Levothyroxin)

–Schizophrenie(Wirkstoff:Aripiprazol)

–Schmerzen(sog.„narkotischeSchmerzmittel“,Wirkstoffe:Fentanyl,Morphin)

–Schwangerschaft(Wirkstoffe:Gestagene,Östrogene)

–seelischeErkrankungen(sog.„Antipsychotika“,Wirkstoff:z.B.Haloperidol)

–VitaminD

–Zuckerkrankheit(Wirkstoffe:Sulfonylharnstoffe,Thiazolidindione[z.B.Rosiglitazon,

Pioglitazon],Gliclazid,Repaglinid,Glimepirid,Nateglinid).

RifoldinkanndieWirksamkeitvonArzneimittelnverringern,diedieNotwendigkeitzurmechanischen

Beatmunghinauszögern(Wirkstoff:Riluzol).

RifoldinkanndieWirkungfolgenderArzneimittel/Wirkstoffeverstärken:

Arzneimittelgegen

–Asthma(Wirkstoff:Theophyllin)

–BildungvonBlutgerinnseln(Wirkstoff:Clopidogrel):EinekombinierteBehandlungerhöhtdas

RisikovonBlutungen.

WeitereWechselwirkungenbestehenmitfolgendenArzneimitteln/Wirkstoffen:

–Cotrimoxazol(WirkstoffgegenInfektionskrankheiten):erhöhtesRisikoeinerLeberschädigung

–Irinotecan(WirkstoffgegenbestimmteKrebserkrankungen)

–Muskelrelaxanzien(Wirkstoff:Tizanidin):RisikoeinergeringerenWirkung

–Opiate(z.B.alsBeruhigungsmittel,Schmerz-oderHustenstiller)undArzneimittelgegen

Harndrang(sog.„Anticholinergika“):vermindernu.U.dieWirkungvonRifampicin

–Probenecid(ArzneimittelgegenGicht):beigleichzeitigerGabeerhöhteRifampicin-Spiegelim

Blut

–Ropivacain(ArzneimittelzurörtlichenBetäubung):kürzereWirkung

–SchmerzmittelmitdemWirkstoffParacetamol:DieWahrscheinlichkeiteiner

paracetamolbedingtenschwerenLeberzellschädigungisterhöht.

–SchmerzmittelausderGruppedersog.„nichtsteroidalenAntirheumatika“(Wirkstoffe:

Celecoxib,Enoricoxib,Diclofenac,Leflunomid)

–ArzneimittelzurNeutralisierungderMagensäure(sog.„Antazida“):Einzumindest1-stündiger

AbstandzwischenderEinnahmevonRifoldinunddiesenArzneimittelnisteinzuhalten.

–Para-Aminosalicylsäure(inbestimmtenanderenArzneimittelngegenTuberkulose):Risikoeiner

geringerenWirkungvonRifoldin

–Isoniazid(inbestimmtenanderenArzneimittelngegenTuberkulose):BeiPatienten,dieschonvor

derBehandlungeineLeberschädigunghattenoderstarkunterernährtsind,kanneshäufigerund

ausgeprägterzuLeberfunktionsstörungenkommen.

RifoldinkanndieleberschädigendeWirkungdesNarkosemittelsHalothanverstärken.

WechselwirkungenmitLabortests:

MikrobiologischeBestimmungenvonVitaminB

undFolsäuresindnichtverwertbar.Rifampicin

kanneineLeberfunktionsstörungvortäuschen.Dersog.„Bromsulfophtalein-Test“zurPrüfungder

LeberfunktionkanndaherwährendderBehandlungmitRifoldinnichtangewendetwerden.

RifoldinkanndieAusscheidungvonKontrastmittelzurGallenblasenuntersuchungverzögern.

DerartigeUntersuchungensollendahervorderEinnahmevonRifoldindurchgeführtwerden.

BeibestimmtenNachweisverfahren(sog.„Immunoassays“)vonOpiatenimHarnkannRifoldinfalsch

positiveErgebnisseverursachen.

EinnahmevonRifoldinzusammenmitNahrungsmittelnundGetränken

NahrunghateinenEinflussaufdieAufnahmevonRifampicinindenKörper.DieEinnahmevon

Rifoldinsolldahermindestens½Stundevoroder2StundennacheinerMahlzeiterfolgen.

TäglicherAlkoholkonsum

–erhöhtdasRisikoeinerLeberschädigungundvonNebenwirkungenamNervensystem,

–kanndieWirkungvonRifoldinvermindern.

SchwangerschaftundStillzeit

WennSieschwangersindoderstillen,oderwennSievermuten,schwangerzuseinoderbeabsichtigen,

schwangerzuwerden,fragenSievorderEinnahmediesesArzneimittelsIhrenArztoderApotheker

umRat.

Schwangerschaft:

VorBeginnderTherapiemusseineSchwangerschaftausgeschlossenundwährendderBehandlung

einesichereVerhütungdurchgeführtwerden.BittebeachtenSie,dassRifoldindieWirksamkeiteiner

hormonalenSchwangerschaftsverhütung(die„Pille“)verringernkann.Essolltedaherzusätzlichauch

eineandereArtderVerhütungangewendetwerden.

Währendderersten3SchwangerschaftsmonatewirdderArztdieBehandlungnurbeiunbedingter

Notwendigkeitbeginnen,dadasRisikovonFehlbildungendesUngeborenennichtauszuschließen

ist.BeiderAnwendungwährendderweiterenSchwangerschaftistVorsichtgebotenundIhrArzt

wirddasNutzen-Risiko-Verhältnisabwägen.

BeiAnwendungindenletztenWochenvorderGeburtkanneszueinererhöhtenBlutungsneigung

beiMutterundNeugeborenemkommen.DeshalbkannderArztVitamin-K-Gabenverordnen.

Stillzeit:

RifampicintrittindieMuttermilchüber.WährendderStillzeitistdaherabzustillen.

VerkehrstüchtigkeitundFähigkeitzumBedienenvonMaschinen

RifoldinkannseltenzuSehstörungenundsehrseltenzuSchwindelführen(sieheAbschnitt4.

„WelcheNebenwirkungensindmöglich?“).WenneinedieserNebenwirkungenauftritt,könnendie

VerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvonMaschinenbeeinträchtigtsein.

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevonRifoldin600mgDragees

Rifoldin600mgDrageesenthaltenZucker(292,6mgSaccharoseund21,0mgLactose).Bitte

nehmenSieRifoldinDrageeserstnachRücksprachemitIhremArztein,wennIhnenbekanntist,dass

SieuntereinerZuckerunverträglichkeitleiden.

3. WieistRifoldineinzunehmen?

NehmenSiediesesArzneimittelimmergenaunachAbsprachemitIhremArztoderApothekerein.

FragenSiebeiIhremArztoderApothekernach,wennSiesichnichtsichersind.

FallsvomArztnichtandersverordnet,istdieüblicheDosismeistvomGewichtabhängig:

Tuberkulose

BeiderBehandlungderTuberkulosewirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteresArzneimittel

gegenTuberkuloseverordnen.

ErwachseneundJugendlicheüber14Jahre:

8–12mgRifampicin/kgKörpergewichttäglich.

Richtdosis:

Patientenunter50kg: 1xtäglich450mgRifampicin

Patientenmit50kgoderschwerer: 1xtäglich600mgRifampicin

AnwendungbeiKindernundJugendlichen

Kinderüber3MonateundJugendlichebis14Jahre:

15(10–20)mgRifampicin/kgKörpergewichttäglich,jedochmax.600mgRifoldinproTag.

FürKinderunter3MonatenkannaufgrundfehlenderDatenkeineDosierungsempfehlungzur

BehandlungderTuberkuloseausgesprochenwerden.

ImAllgemeinendauertdieBehandlungderTuberkulose6–9Monate,wobeiIhrArztdasSchemader

BehandlungentsprechendIhrenBedürfnissenanpassenkann.

WennsichbeiIhnenunempfindlicheTuberkulose-Erregerentwickeln,kanneinelängereBehandlung

mitanderenArzneimittelnerforderlichsein.

BehandlungderTuberkulosebeizusätzlicherHIV-Infektion:

ImAllgemeinenwirdderArztdieBehandlung9Monatedurchführen.

Lepra

10mgRifampicin/kgKörpergewichttäglich.

Richtdosis:

Patientenunter50kg: 1xtäglich450mgRifampicin

Patientenmit50kgoderschwerer: 1xtäglich600mgRifampicin

BeiderBehandlungvonLeprawirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteresArzneimittelgegen

dieseErkrankungverordnen.

Staphylokokken-InfektionendurchErreger,diegegendenWirkstoffMethicillinunempfindlich

(resistent)sind

600–1200mgRifampicintäglich,aufgeteiltauf2–4Einzeldosen.

BeiderBehandlungdieserInfektionwirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteresAntibiotikum

verordnen.

SchwereStaphylokokken-Infektionen

Erwachsene:

600–1200mgRifampicintäglichverteiltauf2EinzeldosenimAbstandvon12Stunden.Abhängig

vomAusmaßderInfektionundderSchwerederErkrankungwirdIhrArztzusätzlicheArzneimittel

verordnen.

Neugeborene,SäuglingeundKinderunter1Jahr:

5–10mgRifampicin/kgKörpergewichtzweimaltäglich.

Kinderüber1Jahr:

10mgRifampicin/kgKörpergewicht(maximal600mg)zweimaltäglich.

BeiderBehandlungdieserInfektionwirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteresAntibiotikum

verordnen.

Brucellose

Erwachsene:

600–900mgRifampicineinmaltäglichabends.

KinderundJugendlichebis18Jahre:

10–15mgRifampicin/kgKörpergewicht/Tagaufgeteiltin1–2Einzeldosen.

BeiderBehandlungdieserInfektionwirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteresAntibiotikum

verordnen.

Meningokokken-Träger

Erwachsene:

2Tagelang2xtäglich600mgRifampicinoder4Tagelang1xtäglich600mgRifampicin.

KinderundSäuglingeüber1Monat:

2Tagelang2xtäglich10mgRifampicin/kgKörpergewicht.

Säuglingeunter1Monat:

2Tagelang2xtäglich5mgRifampicin/kgKörpergewichtoder4Tagelang1xtäglich5mg

Rifampicin/kgKörpergewicht.

Hämophilus-influenzae-Träger

AlleHaushaltsmitglieder(einschließlichKinderundSäuglingeüber1Monat):

4Tagelang1xtäglich20mgRifampicin/kgKörpergewicht,jedochmaximal600mgRifampicinpro

Tag.

Säuglingeunter1Monat:

4Tagelang1xtäglich10mgRifampicin/kgKörpergewicht.

PatientenmiteingeschränkterLeberfunktion

BeileichteingeschränkterLeberfunktionkannIhrArztdieRifoldin-Behandlungggf.miteiner

niedrigerenDosisdurchführen,wobeieraucheineKontrollederWirkstoffkonzentrationimBlut

anordnenkann.BeistarkeingeschränkterLeberfunktiondarfRifoldinnichteingenommenwerden.

PatientenmiteingeschränkterNierenfunktion

EineAnpassungderDosisistbeidiesenPatientennichterforderlich,soferneinenormale

Leberfunktionbesteht.

Früh-undNeugeborene

DadieAusscheidungvonRifampicinimVergleichzuälterenPatientendeutlichverlangsamtist,

dürfendieangegebenenDosierungennichtüberschrittenwerden.

UnterbrechungderBehandlung

WennSieIhreBehandlungunterbrochenhabenunddiesenunfortsetzen,wirdIhrArztdie

BehandlungmiteinerniedrigenDosiseinleiten,dieDosierungüberca.3Tagesteigernundggf.die

Nierenfunktionkontrollieren.ErstdanachwirderdieBehandlungmitdervorgesehenenDosierung

fortsetzen.

ArtderAnwendung

Rifoldinsollmindestens½StundevorderMahlzeitoder2Stundendanachmitausreichend

Flüssigkeiteingenommenwerden(z.B.1GlasWasser).

ArzneimittelzurHemmungderMagensäure,sog.„Antazida“,könnendieWirkungvonRifampicin

verringern.DeshalbmussRifoldinmindestens1StundevordemAntazidumeingenommen

werden.

DauerderAnwendung

ÜberdieDauerderAnwendung,welchesichnachArtundSchwerederInfektionrichtet,entscheidet

IhrArzt.

WennSieeinegrößereMengevonRifoldineingenommenhaben,alsSiesollten

NachÜberdosierungenwurdenÜbelkeit,Erbrechen,Bauchschmerzen,Juckreiz,Kopfschmerzenund

zunehmendeSchläfrigkeitbeobachtet.BeischwererLebererkrankungkannauchBewusstlosigkeit

auftreten.EinvorübergehendesAnsteigenderLeberenzymeund/odervonBilirubinistmöglich.Die

IntensitäteinerbräunlichrotenoderorangenVerfärbungvonHaut,Urin,Schweiß,Speichel,Tränen

undStuhlistvomAusmaßderDosisabhängig.BeiKindernwurdenSchwellungenimBereichder

Augenberichtet.InfatalenFällentratenauchBlutdrucksenkung,ErhöhungderHerzfrequenz,

Herzrhythmusstörungen,KrämpfeundHerzstillstandauf.BeiAuftretendieserBeschwerdenmuss

unverzüglicheinArztverständigtwerden.

HinweisefürdenArztbefindensichamEndedieserGebrauchsinformation.

WennSiedieEinnahmevonRifoldinvergessenhaben

NehmenSienichtdiedoppelteMengeein,wennSiedievorherigeEinnahmevergessenhaben.Wenn

SiedievorherigeEinnahmevergessenhaben,setzenSiedieBehandlungwiegewohntfort.WennSie

dieEinnahmemehrmalsvergessen,müssenSieIhrenArztdarüberinformieren.

WennSiedieEinnahmevonRifoldinabbrechen

AuchwenneineBesserungderKrankheitssymptomeoderBeschwerdefreiheiteintritt,darfdie

EinnahmevonRifoldinkeinesfallsohneärztlicheAnweisunggeändertoderabgebrochenwerden,um

eineeventuelleVerschlechterungbzw.einWiederauftretenderErkrankungzuvermeiden.Auchein

NeubeginnderBehandlungdarfnurnachärztlicherVerordnungerfolgen.

WennSieweitereFragenzurEinnahmedesArzneimittelshaben,wendenSiesichanIhrenArztoder

Apotheker.

4. WelcheNebenwirkungensindmöglich?

WiealleArzneimittelkannauchdiesesArzneimittelNebenwirkungenhaben,dieabernichtbeijedem

auftretenmüssen.

Häufig(beiwenigerals1von10Behandelten)

–Überempfindlichkeitsreaktionen(z.B.Fieber,Hautentzündungen)

–Appetitlosigkeit

–Bauchschmerzen

–Übelkeit

–Erbrechen

–Blähungen

–Durchfall

–AnstiegderLeberenzymeund/odervonBilirubin(oftkommtesbeiFortsetzungderTherapie

wiederzurNormalisierungdieserWerte)

Gelegentlich(beiwenigerals1von100Behandelten)

–GelbsuchtundLebervergrößerung(meistnurvorübergehend).GefährdetsindvorallemPatienten

mitbereitsbestehendenLeberschäden,AlkoholkrankeundältereMenschen.

–Nesselsucht

Selten(beiwenigerals1von1.000Behandelten)

–Vermehrungbzw.VerminderungbestimmterweißerBlutkörperchen

–StörungderBlutgerinnung

–starkeVerminderungderBlutplättchen,wodurcherhöhtesRisikoeinerBlutungundNeigung

zuBlutergüssenbesteht.BeiVerminderungderBlutplättchen(mitundohneHautblutungen)ist

dieBehandlungsofortundaufDauerzubeenden.

–Blutarmut,verminderteAnzahlroterBlutkörperchen,kannzuBlässe,Schwächeund

Kurzatmigkeitführen.IhrArztentscheidet,obeinsofortigerunddauerhafterAbbruchder

Behandlungerforderlichist.

–schwereÜberempfindlichkeitsreaktionen(Atemnot,FlüssigkeitsansammlunginderLunge

oderinanderenKörperteilenundallergischerSchock)

–StörungenderRegelblutungbeiderFrau

–FunktionsstörungderNebennierenrinde

–psychischeStörungen

–Sehstörungen

–EntzündungdesSehnervs

–Leberentzündung

–HautausschlagmitBlasenbildung

–schwereHauterkrankungundSchleimhautveränderungenmitStörungdesAllgemeinbefindens,

schmerzhafteBlasenbildungderHaut,besondersimMund-,Augen-undGenitalbereich

–EntzündungderBlutgefäße,oftinVerbindungmitHautausschlag

Sehrselten(beiwenigerals1von10.000Behandelten)

–starkeVerminderungbestimmterweißerBlutzellen,erhöhtdieAnfälligkeitaufInfektionen,

Fieber

–Haut-undSchleimhautschwellungen,auchimGesichts-undHalsbereich(sog.

„Schmetterlingsflechte“),u.U.inVerbindungmitFieber,Schwächegefühl,Muskel-und

Gelenksschmerzen

–Koordinationsschwierigkeiten,Schwierigkeiten,dieBewegungenaufeinanderabzustimmen

–Konzentrationsunfähigkeit

–Kopfschmerzen

–Müdigkeit

–Schwindel

–SchmerzenundTaubheitsgefühlinArmenundBeinen

–schwereDarmentzündung(sog.„pseudomembranöseEnterokolitis“)

–entzündlicheErkrankungderNieren,diezuBluthochdruckundgeschwollenenKnöcheln

führenkann(sofortigerundendgültigerTherapieabbruchnotwendig)

–akutesNierenversagen(sofortigerundendgültigerTherapieabbruchnotwendig)

WeiteremöglicheNebenwirkungen:

–rotbrauneVerfärbungderTränenflüssigkeit(betrifftauchweicheKontaktlinsen)

–HautrötungsowieJuckreizmitoderohneHautausschlag

–ErkrankungderMuskulatur,Muskelschwäche

–sog.„Flu-Syndrom“:MeistbeinichttäglicherEinnahme(nur2–3DosenproWoche).Es

äußertsichu.a.mitgrippeähnlichenBeschwerdenwieFieber,Schüttelfrost,Ausschlag,

Übelkeit,Erbrechen,Knochen-undGelenksschmerzen,Kopfschmerzen,Schwindel,

Kurzatmigkeitbzw.pfeifenderAtmung,BlutdruckabfallundSchock,Blutarmutund

plötzlichemNierenversagen.Dassog.„Flu-Syndrom“kanninfastallenFällendurchWechsel

vondernichttäglichenaufdietäglicheEinnahmezumVerschwindengebrachtwerden.

–FlüssigkeitsansammlungenindenGeweben

MeldungvonNebenwirkungen

WennSieNebenwirkungenbemerken,wendenSiesichanIhrenArztoderApotheker.Diesgiltauch

fürNebenwirkungen,dienichtindieserPackungsbeilageangegebensind.Siekönnen

Nebenwirkungenauchdirektanzeigenüberdas

BundesamtfürSicherheitimGesundheitswesen

Traisengasse5

1200WIEN

ÖSTERREICH

Fax:+43(0)5055536207

Website: http://www.basg.gv.at/

IndemSieNebenwirkungenmelden,könnenSiedazubeitragen,dassmehrInformationenüberdie

SicherheitdiesesArzneimittelszurVerfügunggestelltwerden.

5. WieistRifoldinaufzubewahren?

BewahrenSiediesesArzneimittelfürKinderunzugänglichauf.

Nichtüber25ºClagern.InderOriginalverpackungaufbewahren,umdenInhaltvorLichtzuschützen.

SiedürfendiesesArzneimittelnachdemaufdemUmkartonnach„Verwendbarbis“angegebenen

Verfalldatumnichtmehrverwenden.DasVerfalldatumbeziehtsichaufdenletztenTagdes

angegebenenMonats.

EntsorgenSieArzneimittelnichtimAbwasseroderHaushaltsabfall.FragenSieIhrenApotheker,wie

dasArzneimittelzuentsorgenist,wennSieesnichtmehrbenötigen.SietragendamitzumSchutzder

Umweltbei.

6. InhaltderPackungundweitereInformationen

WasRifoldin600mgDrageesenthalten

DerWirkstoffist:Rifampicin.1Drageeenthält600mgRifampicin.

DiesonstigenBestandteilesind:

Drageekern:Carmellose-Natrium,Natriumdodecylsulfat,Calciumstearat,mikrokristalline

Cellulose,Lactose-Monohydrat,Maisstärke,Magnesiumstearat;

Drageehülle:Saccharose,GummiArabicum,Talkum,Magnesiumcarbonat,Kaolin,Povidon,

Siliciumdioxidwasserfrei,Titandioxid(E171),FDCrotNr.3Aluminiumlack(E127),

Gelatine.

WieRifoldin600mgDrageesaussehenundInhaltderPackung

Rifoldin600mgDrageessindaltrosafarbenundkapselförmig.DieDrageessindin

PVC/Aluminiumblisterstreifenverpackt.

Packungsgrößen:30und150Dragees.

PharmazeutischerUnternehmerundHersteller

PharmazeutischerUnternehmer:

sanofi-aventisGmbH,Leonard-Bernstein-Straße10,1220Wien,Österreich

Hersteller:

SANOFIS.P.A.,Loc.Valcanello,03012ANAGNI(FR),Italien

Z.Nr.:15.693

DiesePackungsbeilagewurdezuletztüberarbeitetimFebruar2015.

DiefolgendenInformationensindfürÄrztebzw.medizinischesFachpersonalbestimmt:

TherapiemaßnahmenbeiÜberdosierung

ImFalleinerVergiftungsolltebeinichtbewusstseinsgetrübtenPatientensofortErbrechenodereine

MagenspülungmitWasserunterZusatzvonreichlichAktivkohledurchgeführtwerden,gefolgtvon

unterstützendenMaßnahmen,einschließlichdesFreihaltensderAtemwegeundderBehandlungder

auftretendenSymptome.NachEntleerungdesMageninhaltskanndieVerabreichungvonAktivkohle

dazubeitragen,verbliebenenWirkstoffausdemGastrointestinaltraktzueliminieren.Eine

antiemetischeBehandlungzurKontrollevonschweremErbrechenbzw.schwererÜbelkeitkann

erforderlichsein.AktiveDiurese(unterKontrollederFlüssigkeitszufuhrundderAusscheidung)

unterstütztdieExkretionvonRifampicin.

DurchHämo-undPeritonealdialysewirdkeinebedeutsameMinderungderRifampicin-

Serumkonzentrationenerzielt.

KontrollenderLeberfunktionunddesBlutbildessindnotwendig.

Document Outline