Rifoldin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Rifoldin 300 mg Kapseln
  • Dosierung:
  • 300 mg
  • Darreichungsform:
  • Kapseln
  • Einheiten im Paket:
  • 8 Stück, Laufzeit: 48 Monate,100 Stück, Laufzeit: 48 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Rifoldin 300 mg Kapseln
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Rifampicin
  • Anwendungsgebiete:
  • - Tuberkulose: Zur Therapie aller Formen und Stadien der Tuberkulose, deren Erreger gegen Rifampicin empfindlich sind. Gleichzeitig mit Rifampicin soll immer mindestens noch ein weiteres Arzneimittel gegen Tuberkulose gegeben werden. – Lepra: bei multibazillärer und paucibazillärer Lepra zur Konversion des infektiösen zum nicht-infektiösen Zustand. Gleichzeitig mit Rifampicin soll mindestens eine weitere antilepromatöse Substanz verabreicht werden. – Methicillin-resistente Staphylokokkeninfektionen (MRSA) und schwerwiegende Staphylokokkeninfektionen: in solchen Fällen soll zusätzlich ein geeignetes Antibiotikum verabreicht werden. – Brucellose: in diesem Fall soll zusätzlich Doxycyclin bzw. bei Kindern unter 8 Jahren Trimethoprim/Sulfamethoxazol verabreicht werden. – Meningokokken-Träger: Behandlung von asymptomatischen Trägern von N. meningitidis, um die Meningokokken aus dem Nasopharynx zu eliminieren..

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • at_hum_14242
  • Berechtigungsdatum:
  • 29-09-1969
  • Letzte Änderung:
  • 29-08-2016

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

GEBRAUCHSINFORMATION:INFORMATIONFÜRDENANWENDER

Rifoldin ® 300mgKapseln

Wirkstoff:Rifampicin

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältigdurch,bevorSiemitder

AnwendungdiesesArzneimittelsbeginnen.

–HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäternochmalslesen.

–WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArztoderApotheker.

–DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSieesnichtanDritte

weiter.EskannanderenMenschenschaden,auchwenndiesediegleichenBeschwerden

habenwieSie.

–WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSie

Nebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind,

informierenSiebitteIhrenArztoderApotheker.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

WasistRifoldin,undwofürwirdesangewendet?

WasmüssenSievorderAnwendungvonRifoldinbeachten?

WieistRifoldinanzuwenden?

WelcheNebenwirkungensindmöglich?

WieistRifoldinaufzubewahren?

WeitereInformationen

1. WASISTRIFOLDIN,UNDWOFÜRWIRDESANGEWENDET?

RifoldinhatbakterientötendeEigenschaftenundwirdgegenInfektionenundKrankheiten

eingesetzt,diedurchverschiedeneMikroorganismenverursachtwerden:

–alleFormenderTuberkulose(zusammenmitmindestenseinemweiterenArzneimittel

gegendieseErkrankung),

–Lepra(zusammenmitmindestenseinemweiterenArzneimittelgegendieseErkrankung),

–Staphylokokken-Infektionen(zusammenmiteinemgeeignetenAntibiotikum),

–Infektion,diedurchsog.„Brucellen“hervorgerufenwird(Brucellose),

–zurBeseitigungvonMeningokokkenausdemNasen-Rachen-Raumbeibeschwerdefreien

Personen,

–zurVorbeugungeinerHirnhautentzündung(verursachtdurchsog.„Meningokokken“oder

durchdasBakteriumHämophilusinfluenzae).

2. WASMÜSSENSIEVORDERANWENDUNGVONRIFOLDINBEACHTEN?

Rifoldindarfnichtangewendetwerden,

–wennSieüberempfindlich(allergisch)gegenRifampicin,damitverwandtenStoffe(andere

Rifamycine)odereinendersonstigenBestandteilevonRifoldinsind,

–wennSieuntereinerschwerenLeberfunktionsstörung,z.B.Gelbsucht,Leberzirrhose,

Leberentzündung,leiden,

–wennSiegleichzeitigmitSaquinavir/Ritonavir(ArzneimittelgegendasHI-Virus)behandelt

werden,

–wennSieaneinererblichenStoffwechselstörungleiden,durchdiederAufbaudesroten

Blutfarbstoffsgestörtist(sog.„Porphyrie“).

BesondereVorsichtbeiderAnwendungvonRifoldinisterforderlich

InformierenSievorderBehandlungIhrenArzt,

–wennSieeineleichteFunktionsstörungderLeberodereinechronischeLebererkrankung

habenoderregelmäßigvielAlkoholkonsumierenoderunterernährtsind.DerArztwird

RifoldindannnurmitVorsichtanwenden.AußerdemwirderregelmäßigeKontrollenIhrer

Leberfunktionanordnen.

–wennSiegleichzeitigArzneimittelgegenEpilepsie,Beruhigungsmitteloder

paracetamolhaltigeSchmerzmitteleinnehmen,daeszuu.U.schwerwiegenden

WechselwirkungenmitRifoldinkommenkann(sieheauch„BeiAnwendungvonRifoldin

mitanderenArzneimitteln“).

InformierenSieumgehendIhrenArztundbeendenSiedieBehandlung,

–wenneszueinerausgeprägtenVerminderungderBlutplättchenodereinerBlutarmut

kommt,

–wennSieunterAtemnotleidenoderAsthmaanfälleauftreten,

–wenneszueinemNierenversagenkommt,

–wenneinSchockeintritt(z.B.starkerBlutdruckabfall,schwacherPuls,Krämpfe,

Kehlkopfschwellung,Atemnot).

BeiAuftretenderartigerReaktionenistkeineWeiterbehandlungmitdemWirkstoffRifampicin

mehrmöglich.

InformierenSieIhrenArztauch,

–wennbeiderBehandlungleichteÜberempfindlichkeitsreaktionenauftreten(Fieber,

Juckreiz,flüchtigeHautrötungen,Nesselausschlag).WenndieseBeschwerdenwährend

einerUnterbrechungderBehandlungverschwinden,kannIhrArzteineWeiterbehandlung

einleiten.

–wennwährendderBehandlungeineEmpfindlichkeitderHautgegenüberSonnenlicht

auftritt–indiesemFallkanneineBeendigungderBehandlungnotwendigsein.

–wennbeiIhnenschwereundanhaltendeDurchfälleauftreten.Eskönntesichumeine

u.U.lebensbedrohlicheDarmerkrankung(sog.„pseudomembranöseKolitis“)handeln,die

umgehendbehandeltwerdenmuss.VerwendenSiekeineArzneimittel,diedie

Darmbewegunghemmen.

–wennSiedieBehandlungnachkurzeroderlängererUnterbrechungwiederaufnehmen

wollen.IhrArztwirdmitlangsamsteigenderDosierungbeginnen,umNebenwirkungenzu

vermeiden.

VorundinregelmäßigenAbständenwährendderBehandlungwirdIhrArzteineKontrolle

desBlutbildessowiederLeberfunktionanordnen.

UmEntzündungendesSehnervszuerkennen,sindregelmäßigeaugenärztlicheKontrollen

erforderlich.

WennbeiIhnenwährendderBehandlungZeicheneinerLebererkrankungauftreten(z.B.

Schwächegefühl,Appetitlosigkeit,Übelkeit,Erbrechen),müssenSieIhrenArztunverzüglich

informieren,damiterSieentsprechendüberwachenkann.BeiVerschlechterungder

LaborwertewirderdieBehandlungsolangeunterbrechen,bissichdieWertenormalisiert

habenunddieBeschwerdenabgeklungensind.BeineuerlichemAuftretenvonAnzeichen

einerLeberschädigungwirdderArztdieAnwendungvonRifoldinunverzüglichbeenden.

WährendderTherapiemitRifoldinmüssenSieaufAlkoholkonsumverzichten.Alkohol

erhöhtdasRisikoeinerLeberentzündungundvonNebenwirkungenaufdas

Nervensystem.

WendenSiewährendderBehandlungkeineparacetamolhaltigenSchmerzmittelan,da

dieseKombinationzuschwerenLeberschädendurchParacetamolführenkann.Diesgilt

auchfürrezeptfreierhältlicheParacetamol-Präparate!

DurchdieBehandlungmitRifoldinkannesu.U.zueinemMangelanVitaminDkommen,

denIhrArztbeiBedarfdurcheinezusätzlicheVitamin-D-Gabeausgleichenkann.Indiesem

ZusammenhangsindbestimmteLaborkontrollennotwendig.

WährendderBehandlungsollteeineSchwangerschaftvermiedenwerden.DaRifampicindie

WirksamkeiteinerhormonellenVerhütung(die„Pille“)vermindert,wirdgeraten,zusätzlich

auchnichthormonelleVerhütungsmethodenanzuwenden.EineSchwangerschaftsverhütung

solltenachEndederBehandlungnoch3Monatelangweitergeführtwerden.

WennSiedieTherapieunterbrechen,dürfenSiesienichtohneRücksprachemitIhremArzt

wiederfortführen.IndiesemFallisteswichtig,dieBehandlungmitzunächstniedrigerDosis

zubeginnenunddieseschrittweisezusteigern;sokönnenNebenwirkungenvermieden

werden.

WennSiedieBehandlungwenigerals2–3MalproWochedurchführen,kanneszu

grippeähnlichenBeschwerden(sog.„Flu-Syndrom“)odereineru.U.schwerwiegenden

Überempfindlichkeitkommen–InformationdazubefindetsichimAbschnitt4.„Welche

Nebenwirkungensindmöglich?“.Schutzdavorbietetmeistdiekonsequentetägliche

BehandlungmitRifoldin.

SiedürfenRifoldinnichtgleichzeitigmitfolgendenArzneimittelneinnehmen:

–opiathaltigeArzneimittelalsBeruhigungsmittel,Schmerz-oderHustenstiller

–bestimmteArzneimittelgegenHarndrang(sog.„Anticholinergika“)

–bestimmteandereArzneimittelgegenTuberkulose(sog.„PAS-Präparate“).

Einnahmeabstand:mindestens4Stunden.

Speichel,Schweiß,UrinundTränenkönnensichdurchdieintensiverotbrauneFarbevon

Rifampicinrötlichverfärben.

BeiAnwendungvonRifoldinmitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimittel

einnehmen/anwendenbzw.vorkurzemeingenommen/angewendethaben,auchwennes

sichumnichtverschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

RifoldinkanndieWirkungandererArzneimittelverändern.IhrArztwirddaherggf.die

DosierungandererArzneimitteländern,umdenBehandlungserfolgzusichern.

RifoldinkanndieWirkungfolgenderArzneimittel/Wirkstoffevermindern:

Arzneimittelgegen

–Allergie(Wirkstoff:Fexofenadin)

–AngstundSchlafstörungen(Wirkstoffe:z.B.Diazepam,Zopiclon,Zolpidem,Zaleplon)

–Asthma(Wirkstoff:Theophyllin)

–bakterielleInfektionen(Wirkstoffe:Doxycyclin,Clarithromycin,Chloramphenicol,

Fluorchinolone,Telithromycin,Linezolid,Metronidazol)

–(zuhohe)Blutfettwerte,inkl.Cholesterin(Wirkstoffe:Clofibrat,Statine)

–Blutgerinnungsstörungen(Wirkstoffe:WarfarinundandereCumarine)

–BrustkrebsmitantiöstrogenerWirkung(Wirkstoffe:z.B.Tamoxifen,Toremifen)

–andereTumorerkrankungen(Wirkstoffe:Irinotecan,Ifosfamid,Imatinib,Bexaroten,

Dasatinib)

–Depressionen(Wirkstoffe:Amitriptylin,Nortriptylin)

–EntzugsbehandlungbeiOpiatabhängigkeit(Wirkstoff:Methadon)

–Epilepsie(Wirkstoffe:Phenytoin,Lamotrigin)

–ErbrechenbeiKrebstherapien(Wirkstoff:z.B.Ondansetron)

–Herzrhythmusstörungen/Herzschwäche/hohenBlutdruck/Herzinfarkt(Wirkstoffe:z.B.

Chinidin,Disopyramid,Mexiletin,Propafenon,Tocainid,Herzglykoside,Bisoprolol,

Metoprolol,Propranolol,möglicherweiseauchAlprenolol,Atenolol,Carvedilol,Celiprolol,

Talinolol,Enalapril,Losartan,Bunazosin,Kalziumkanalblocker,z.B.Diltiazem,Nifedipin,

Verapamil,Buspiron,Clopidogrel)

–HIV-Infektionen(Wirkstoffe:Zidovudin,Nevirapin,Etravirin,Efavirenz,Nelfinavir,Indinavir,

SaquinavirundRitonavir,Zidovudin)

–Harninkontinenz(Wirkstoff:Darifenacin)

–Lepra(Wirkstoff:Dapson)

–Lungenhochdruck(Wirkstoff:Bosentan)

–Magengeschwüre(Wirkstoff:Cimetidin)

–Malaria(Wirkstoffe:Chinin,Chloroquin,Mefloquin)

–Nebenschilddrüsenüberfunktion,sog.„Hyperparathyreoidismus“(Wirkstoff:Cinacalcet)

–Organabstoßung(Wirkstoffe:z.B.Azathioprin,Ciclosporin,Tacrolimus,Mycophenolat,

Everolimus)

–Parasitenerkrankungen(Wurminfektionen,Wirkstoff:Praziquantel;Einzeller,Wirkstoff:

Atovaquon)

–Pilzinfektionen(Wirkstoffe:z.B.Fluconazol,Ketoconazol,Itraconazolbzw.Caspofungin

undTerbinafin)

–Rheuma,Allergien,UnterfunktionderNebennierenrinde(Wirkstoffe:Cortisonund

verwandteSubstanzen:Hydrocortison,Fludrocortison,Prednison,Prednisolon,

Methylprednisolon)

–Schilddrüsenunterfunktion(Wirkstoff:Levothyroxin)

–Schizophrenie(Wirkstoff:Aripiprazol)

–Schmerzen(sog.„narkotischeSchmerzmittel“;Wirkstoffe:Fentanyl,Morphin)

–Schwangerschaft(Wirkstoffe:Gestagene,Östrogene)

–seelischeErkrankungen(sog.„Antipsychotika“;Wirkstoff:z.B.Haloperidol)

–VitaminD

–Zuckerkrankheit(Wirkstoffe:Sulfonylharnstoffe,Thiazolidindione(z.B.Rosiglitazon,

Pioglitazon),Gliclazid,Repaglinid,Glimepirid,Nateglinid).

RifoldinkanndieWirksamkeitvonArzneimittelnverringern,diedieNotwendigkeitzur

mechanischenBeatmunghinauszögern(Wirkstoff:Riluzol).

RifoldinkanndieWirkungfolgenderArzneimittel/Wirkstoffeverstärken:

Arzneimittelgegen

–Asthma(Wirkstoff:Theophyllin)

–BildungvonBlutgerinnseln(Wirkstoff:Clopidogrel):EinekombinierteBehandlungerhöht

dasRisikovonBlutungen.

WeitereWechselwirkungenbestehenmitfolgendenArzneimitteln/Wirkstoffen:

–Cotrimoxazol(WirkstoffgegenInfektionskrankheiten):erhöhtesRisikoeiner

Leberschädigung

–Irinotecan(WirkstoffgegenbestimmteKrebserkrankungen)

–Muskelrelaxanzien(Wirkstoff:Tizanidin):RisikoeinergeringerenWirkung

–Opiate(z.B.alsBeruhigungsmittel,Schmerz-oderHustenstiller)undArzneimittel

gegenHarndrang(sog.„Anticholinergika“):vermindernu.U.dieWirkungvon

Rifampicin

–Probenecid(ArzneimittelgegenGicht):beigleichzeitigerGabeerhöhteRifampicin-

SpiegelimBlut

–Ropivacain(ArzneimittelzurörtlichenBetäubung):kürzereWirkung

–SchmerzmittelmitdemWirkstoffParacetamol:DieWahrscheinlichkeiteiner

paracetamolbedingtenschwerenLeberzellschädigungisterhöht.

–SchmerzmittelausderGruppedersog.„nichtsteroidalenAntirheumatika“

(Wirkstoffe:Celecoxib,Etoricoxib,Diclofenac,Leflunomid)

–ArzneimittelzurNeutralisierungderMagensäure(sog.„Antacida“):Ein

zumindest1-stündigerAbstandzwischenderEinnahmevonRifoldinunddiesen

Arzneimittelnisteinzuhalten.

–Para-Aminosalicylsäure(inbestimmtenanderenArzneimittelngegenTuberkulose):Risiko

einergeringerenWirkungvonRifoldin

–Isoniazid(inbestimmtenanderenArzneimittelngegenTuberkulose):BeiPatienten,die

schonvorderBehandlungeineLeberschädigunghattenoderstarkunterernährtsind,

kanneshäufigerundausgeprägterzuLeberfunktionsstörungenkommen.

RifoldinkanndieleberschädigendeWirkungdesNarkosemittelsHalothanverstärken.

WechselwirkungenmitLabortests:

MikrobiologischeBestimmungenvonVitaminB12undFolsäuresindnichtverwertbar.

RifampicinkanneineLeberfunktionsstörungvortäuschen.Dersog.„Bromsulfophtalein-

Test“zurPrüfungderLeberfunktionkanndaherwährendderBehandlungmitRifoldin

nichtangewendetwerden.

RifoldinkanndieAusscheidungvonKontrastmittelzurGallenblasenuntersuchungverzögern.

DerartigeUntersuchungensollendahervorderEinnahmevonRifoldindurchgeführtwerden.

BeibestimmtenNachweisverfahren(sog.„Immunoassays“)vonOpiatenimHarnkann

RifoldinfalschpositiveErgebnisseverursachen.

BeiderAnwendungvonRifoldinzusammenmitNahrungsmittelnund

Getränken

NahrunghateinenEinflussaufdieAufnahmevonRifampicinindenKörper.DieEinnahme

vonRifoldinsolldahermindestens½Stundevoroder2StundennacheinerMahlzeit

erfolgen.

TäglicherAlkoholkonsum

–erhöhtdasRisikoeinerLeberschädigungundvonNebenwirkungenamNervensystem,

–kanndieWirkungvonRifoldinvermindern.

SchwangerschaftundStillzeit

FragenSievorderAnwendungvonallenArzneimittelnIhrenArztoderApothekerumRat.

Schwangerschaft:

VorBeginnderTherapiemusseineSchwangerschaftausgeschlossenundwährendder

BehandlungeinesichereVerhütungdurchgeführtwerden.BittebeachtenSie,dassRifoldin

dieWirksamkeiteinerhormonellenSchwangerschaftsverhütung(die„Pille“)verringernkann.

EssolltedaherzusätzlichaucheineandereArtderVerhütungangewendetwerden.

Währendderersten3SchwangerschaftsmonatewirdderArztdieBehandlungnurbei

unbedingterNotwendigkeitbeginnen,dadasRisikovonFehlbildungendesUngeborenen

nichtauszuschließenist.BeiderAnwendungwährendderweiterenSchwangerschaftist

Vorsichtgeboten,undIhrArztwirddasNutzen-Risiko-Verhältnisabwägen.

BeiAnwendungindenletztenWochenvorderGeburtkanneszueinererhöhten

BlutungsneigungbeiMutterundNeugeborenemkommen.DeshalbkannderArztVitamin-

K-Gabenverordnen.

Stillzeit:

RifampicintrittindieMuttermilchüber.WährendderStillzeitistdaherabzustillen.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

RifoldinkannseltenzuSehstörungenundsehrseltenzuSchwindelführen(siehe

Abschnitt4.„WelcheNebenwirkungensindmöglich?“).Wenneinedieser

Nebenwirkungenauftritt,könnendieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienen

vonMaschinenbeeinträchtigtsein.

3. WIEISTRIFOLDINANZUWENDEN?

NehmenSieRifoldinimmergenaunachAnweisungdesArztesein.BittefragenSiebei

IhremArztoderApothekernach,wennSiesichnichtganzsichersind.BittebeachtenSie,

dassRifoldinauchinanderenDarreichungsformenzurVerfügungsteht.

FallsvomArztnichtandersverordnet,istdieüblicheDosismeistvomGewichtabhängig:

Tuberkulose

BeiderBehandlungderTuberkulosewirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteres

ArzneimittelgegenTuberkuloseverordnen.

ErwachseneundJugendlicheüber14Jahre:

8–12mgRifampicin/kgKörpergewichttäglich.

Richtdosis:

Patientenunter50kg: 1xtäglich450mgRifampicin

Patientenmit50kgoderschwerer:1xtäglich600mgRifampicin

Kinderüber3MonateundJugendlichebis14Jahre:

15(10–20)mgRifampicin/kgKörpergewichttäglich,jedochmax.600mgRifoldinproTag.

FürKinderunter3MonatenkannaufgrundfehlenderDatenkeineDosierungsempfehlungzur

BehandlungderTuberkuloseausgesprochenwerden.

ImAllgemeinendauertdieBehandlungderTuberkulose6–9Monate,wobeiIhrArztdas

SchemaderBehandlungentsprechendIhrenBedürfnissenanpassenkann.

WennsichbeiIhnenunempfindlicheTuberkulose-Erregerentwickeln,kanneinelängere

BehandlungmitanderenArzneimittelnerforderlichsein.

BehandlungderTuberkulosebeizusätzlicherHIV-Infektion:

ImAllgemeinenwirdderArztdieBehandlung9Monatedurchführen.

Lepra

10mgRifampicin/kgKörpergewichttäglich.

Richtdosis:

Patientenunter50kg: 1xtäglich450mgRifampicin

Patientenmit50kgoderschwerer:1xtäglich600mgRifampicin

BeiderBehandlungvonLeprawirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteresArzneimittel

gegendieseErkrankungverordnen.

Staphylokokken-InfektionendurchErreger,diegegendenWirkstoffMethicillin

unempfindlich(resistent)sind

600–1200mgRifampicintäglich,aufgeteiltin2–4Einzeldosen.

BeiderBehandlungdieserInfektionwirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteres

Antibiotikumverordnen.

SchwereStaphylokokken-Infektionen

Erwachsene:

600–1200mgRifampicintäglich,verteiltauf2EinzeldosenimAbstandvon12Stunden.

AbhängigvomAusmaßderInfektionundderSchwerederErkrankungwirdIhrArzt

zusätzlicheArzneimittelverordnen.

Neugeborene,SäuglingeundKinderunter1Jahr:

5–10mgRifampicin/kgKörpergewichtzweimaltäglich.

Kinderüber1Jahr:

10mgRifampicin/kgKörpergewicht(maximal600mg)zweimaltäglich.

BeiderBehandlungdieserInfektionwirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteres

Antibiotikumverordnen.

Brucellose

Erwachsene:

600–900mgRifampicineinmaltäglichabends.

KinderundJugendlichebis18Jahre:

10–15mgRifampicin/kgKörpergewicht/Tag,aufgeteiltin1–2Einzeldosen.

BeiderBehandlungdieserInfektionwirdIhnenIhrArztmindestensnocheinweiteres

Antibiotikumverordnen.

Meningokokken-Träger

Erwachsene:

2Tagelang2xtäglich600mgRifampicinoder4Tagelang1xtäglich600mgRifampicin.

KinderundSäuglingeüber1Monat:

2Tagelang2xtäglich10mgRifampicin/kgKörpergewicht.

Säuglingeunter1Monat:

2Tagelang2xtäglich5mgRifampicin/kgKörpergewichtoder4Tagelang1xtäglich5mg

Rifampicin/kgKörpergewicht.

Hämophilus-influenzae-Träger

AlleHaushaltsmitglieder(einschließlichKinderundSäuglingeüber1Monat):

4Tagelang1xtäglich20mgRifampicin/kgKörpergewicht,jedochmaximal600mg

RifampicinproTag.

Säuglingeunter1Monat:

4Tagelang1xtäglich10mgRifampicin/kgKörpergewicht.

PatientenmiteingeschränkterLeberfunktion

BeileichteingeschränkterLeberfunktionkannIhrArztdieRifoldin-Behandlungggf.miteiner

niedrigerenDosisdurchführen,wobeieraucheineKontrollederWirkstoffkonzentrationim

Blutanordnenkann.BeistarkeingeschränkterLeberfunktiondarfRifoldinnicht

eingenommenwerden.

PatientenmiteingeschränkterNierenfunktion

EineAnpassungderDosisistbeidiesenPatientennichterforderlich,soferneinenormale

Leberfunktionbesteht.

Früh-undNeugeborene

DadieAusscheidungvonRifampicinimVergleichzuälterenPatientendeutlichverlangsamt

ist,dürfendieangegebenenDosierungennichtüberschrittenwerden.

UnterbrechungderBehandlung

WennSieIhreBehandlungunterbrochenhabenunddiesenunfortsetzen,wirdIhrArztdie

BehandlungmiteinerniedrigenDosiseinleiten,dieDosierungüberca.3Tagesteigernund

ggf.dieNierenfunktionkontrollieren.ErstdanachwirderdieBehandlungmitder

vorgesehenenDosierungfortsetzen.

ArtderAnwendung

Rifoldinsollmindestens½StundevorderMahlzeitoder2Stundendanachmitausreichend

Flüssigkeiteingenommenwerden(z.B.1GlasWasser).

ArzneimittelzurHemmungderMagensäure,sog.„Antacida“,könnendieWirkungvon

Rifampicinverringern.DeshalbmussRifoldinmindestens1StundevordemAntacidum

eingenommenwerden.

DauerderAnwendung

ÜberdieDauerderAnwendung,welchesichnachArtundSchwerederInfektionrichtet,

entscheidetIhrArzt.

WennSieeinegrößereMengevonRifoldineingenommenhaben,alsSiesollten

NachÜberdosierungenwurdenÜbelkeit,Erbrechen,Bauchschmerzen,Juckreiz,

KopfschmerzenundzunehmendeSchläfrigkeitbeobachtet.BeischwererLebererkrankung

kannauchBewusstlosigkeitauftreten.EinvorübergehendesAnsteigenderLeberenzyme

und/odervonBilirubinistmöglich.DieIntensitäteinerbräunlich-rotenoderorangen

VerfärbungvonHaut,Urin,Schweiß,Speichel,TränenundStuhlistvomAusmaßderDosis

abhängig.BeiKindernwurdenSchwellungenimBereichderAugenberichtet.Infatalen

FällentratenauchBlutdrucksenkung,ErhöhungderHerzfrequenz,Herzrhythmusstörungen,

KrämpfeundHerzstillstandauf.BeiAuftretendieserBeschwerdenmussunverzüglichein

Arztverständigtwerden.

HinweisefürdenArztbefindensichamEndedieserGebrauchsinformation.

WennSiedieEinnahmevonRifoldinvergessenhaben

WennSiedievorherigeAnwendungvergessenhaben,erhöhenSienichtdieDosis,sondern

setzenSiedieBehandlungwiegewohntfort.WennSiedieEinnahmemehrmalsvergessen,

müssenSieIhrenArztdarüberinformieren.

WennSiedieEinnahmevonRifoldinabbrechen

AuchwenneineBesserungderKrankheitssymptomeoderBeschwerdefreiheiteintritt,darf

dieEinnahmevonRifoldinkeinesfallsohneärztlicheAnweisunggeändertoderabgebrochen

werden,umeineeventuelleVerschlechterungbzw.einWiederauftretenderErkrankungzu

vermeiden.AucheinNeubeginnderBehandlungdarfnurnachärztlicherVerordnung

erfolgen.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhrenArzt

oderApotheker.

4. WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannRifoldinNebenwirkungenhaben,dieabernichtbeijedem

auftretenmüssen.

Häufig(beiwenigerals1von10Behandelten)

–Überempfindlichkeitsreaktionen(z.B.Fieber,Hautentzündungen)

–Appetitlosigkeit

–Bauchschmerzen

–Übelkeit

–Erbrechen

–Blähungen

–Durchfall

–AnstiegderLeberenzymeund/odervonBilirubin(oftkommtesbeiFortsetzungder

TherapiewiederzurNormalisierungdieserWerte)

Gelegentlich(beiwenigerals1von100Behandelten)

–GelbsuchtundLebervergrößerung(meistnurvorübergehend).Gefährdetsindvorallem

PatientenmitbereitsbestehendenLeberschäden,AlkoholkrankeundältereMenschen.

–Nesselsucht

Selten(beiwenigerals1von1.000Behandelten)

–Vermehrungbzw.VerminderungbestimmterweißerBlutkörperchen

–StörungderBlutgerinnung

–starkeVerminderungderBlutplättchen,wodurcherhöhtesRisikoeinerBlutungund

NeigungzuBlutergüssenbesteht.BeiVerminderungderBlutplättchen(mitundohne

Hautblutungen)istdieBehandlungsofortundaufDauerzubeenden.

–Blutarmut,verminderteAnzahlroterBlutkörperchen:kannzuBlässe,Schwächeund

Kurzatmigkeitführen.IhrArztentscheidet,obeinsofortigerunddauerhafterAbbruchder

Behandlungerforderlichist.

–schwereÜberempfindlichkeitsreaktionen(Atemnot,Flüssigkeitsansammlunginder

LungeoderinanderenKörperteilenundallergischerSchock)

–StörungenderRegelblutungbeiderFrau

–FunktionsstörungderNebennierenrinde

–psychischeStörungen

–Sehstörungen

–EntzündungdesSehnervs

–Leberentzündung

–HautausschlagmitBlasenbildung

–schwereHauterkrankungundSchleimhautveränderungenmitStörungdes

Allgemeinbefindens,schmerzhafteBlasenbildungderHaut,besondersimMund-,Augen-

undGenitalbereich

–EntzündungderBlutgefäße,oftinVerbindungmitHautausschlag

Sehrselten(beiwenigerals1von10.000Behandelten)

–starkeVerminderungbestimmterweißerBlutzellen:erhöhtdieAnfälligkeitaufInfektionen,

Fieber

–Haut-undSchleimhautschwellungen,auchimGesicht-undHalsbereich(sog.

„Schmetterlingsflechte“),u.U.inVerbindungmitFieber,Schwächegefühl,Muskel-und

Gelenksschmerzen

–Koordinationsschwierigkeiten,Schwierigkeiten,dieBewegungenaufeinander

abzustimmen

–Konzentrationsunfähigkeit

–Kopfschmerzen

–Müdigkeit

–Schwindel

–SchmerzenundTaubheitsgefühlinArmenundBeinen

–schwereDarmentzündung(sog.„pseudomembranöseEnterokolitis“)

–entzündlicheErkrankungderNieren,diezuBluthochdruckundgeschwollenen

Knöchelnführenkann(sofortigerundendgültigerTherapieabbruchnotwendig)

–akutesNierenversagen(sofortigerundendgültigerTherapieabbruchnotwendig)

WeiteremöglicheNebenwirkungen:

–rotbrauneVerfärbungderTränenflüssigkeit(betrifftauchweicheKontaktlinsen)

–HautrötungsowieJuckreizmitoderohneHautausschlag

–ErkrankungderMuskulatur,Muskelschwäche

–sog.„Flu-Syndrom“:meistbeinichttäglicherEinnahme(nur2–3DosenproWoche).

Esäußertsichu.a.mitgrippeähnlichenBeschwerden,wieFieber,Schüttelfrost,

Ausschlag,Übelkeit,Erbrechen,Knochen-undGelenksschmerzen,Kopfschmerzen,

Schwindel,Kurzatmigkeitbzw.pfeifendeAtmung,BlutdruckabfallundSchock,

BlutarmutundplötzlichemNierenversagen.Dassog.„Flu-Syndrom“kanninfastallen

FällendurchWechselvondernichttäglichenaufdietäglicheEinnahmezum

Verschwindengebrachtwerden.

–FlüssigkeitsansammlungenindenGeweben

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführtenNebenwirkungen

SieerheblichbeeinträchtigtoderNebenwirkungenauftreten,dienichtindieser

Gebrauchsinformationangegebensind.

5. WIEISTRIFOLDINAUFZUBEWAHREN?

Nichtüber25ºClagern.

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufderPackungnach„Verwendbarbis“angegebenen

Verfalldatumnichtmehranwenden.DasVerfalldatumbeziehtsichaufdenletztenTagdes

Monats.

DasArzneimitteldarfnichtimAbwasseroderHaushaltsabfallentsorgtwerden.FragenSie

IhrenApotheker,wiedasArzneimittelzuentsorgenist,wennSieesnichtmehrbenötigen.

DieseMaßnahmehilftdieUmweltzuschützen.

6. WEITEREINFORMATIONEN

WasRifoldin300mgKapselnenthalten:

DerWirkstoffist:Rifampicin.1Hartkapselenthält300mgRifampicin.

DiesonstigenBestandteilesind:

Kapselinhalt:

Maisstärke,Magnesiumstearat.

Kapselhülle:

Gelatine,Indigotin(E132),Erythrosin(E127),Titandioxid(E171).

WieRifoldin300mgKapselnaussehenundInhaltderPackung:

Rifoldin300mgKapselnsindroteHartgelantinekapselnmitdemAufdruck„R-300“.Sie

enthalteneinrotbraunesPulver.DieKapselnsindinPVC/PVDC/Aluminiumblisterstreifen

verpackt.

Packungsgrößen:8und100Kapseln.

PharmazeutischerUnternehmerundHersteller

PharmazeutischerUnternehmer:

sanofi-aventisGmbH,Leonard-Bernstein-Straße10,1220Wien,Österreich

Hersteller:

sanofi-aventisGmbH,Altmannsdorferstraße104,A-1120Wien

Sanofi-AventisS.p.A.,LocalitàValcanello,03012Anagni(Frosinone),Italien

WinthropPharmaceuticals,315WaltlooRoad,Waltloo,Pretoria,SüdAfrika

Z.Nr.:14.242

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztgenehmigtimAugust2013.

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DiefolgendenInformationensindnurfürÄrztebzw.medizinischesFachpersonalbestimmt:

TherapiemaßnahmenbeiÜberdosierung

ImFalleinerVergiftungsolltebeinichtbewusstseinsgetrübtenPatientensofortErbrechen

odereineMagenspülungmitWasserunterZusatzvonreichlichAktivkohledurchgeführt

werden,gefolgtvonunterstützendenMaßnahmen,einschließlichdesFreihaltensder

AtemwegeundderBehandlungderauftretendenSymptome.NachEntleerungdes

MageninhaltskanndieVerabreichungvonAktivkohledazubeitragen,verbliebenenWirkstoff

ausdemGastrointestinaltraktzueliminieren.EineantiemetischeBehandlungzurKontrolle

vonschweremErbrechenbzw.schwererÜbelkeitkannerforderlichsein.AktiveDiurese

(unterKontrollederFlüssigkeitszufuhrundderAusscheidung)unterstütztdieExkretionvon

Rifampicin.

DurchHämo-undPeritonealdialysewirdkeinebedeutsameMinderungderRifampicin-

Serumkonzentrationenerzielt.

KontrollenderLeberfunktionunddesBlutbildessindnotwendig.

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