Renacet 475 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Renacet 475 mg Filmtabletten
  • Darreichungsform:
  • Filmtabletten
  • Zusammensetzung:
  • calcium acetas 475 mg, arom.: saccharinum natricum, bergamottae aetheroleum und andere, excipiens pro compresso Dunst.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Renacet 475 mg Filmtabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Phosphatbinder

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 57591
  • Berechtigungsdatum:
  • 27-02-2008
  • Letzte Änderung:
  • 17-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

diverse

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Renacet

950mg

Was ist Renacet und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin wird Renacet zur Bindung von im Darm aus der

Nahrung freiwerdenden Phosphaten angewendet. Dadurch wird einem erhöhten Phosphatspiegel im

Blut bei eingeschränkter Nierenfunktion entgegengewirkt.

Was sollte dazu beachtet werden?

Beachten Sie sorgfältig die vom Arzt vorgeschriebene Dosierung.

Wann darf Renacet nicht angewendet werden?

Renacet darf nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit («Allergien») auf einen der Inhaltsstoffe, Hypophosphatämie (Phosphatmangel

im Blut), Hypercalcämie (erhöhten Blutcalciumwerten), Hypercalciurie (erhöhte Ausscheidung von

Calcium in den Urin) mit Auftreten calciumhaltiger Nierensteine, decalcifizierenden Tumoren

(entkalkenden Geschwulsten) und Skelettmetastasen (Tochtergeschwulsten in den Knochen),

schwerem Nierenversagen ohne Dialysebehandlung, Obstipation (Verstopfung), vorbekannten

Dickdarmstenosen (Dickdarmverengungen), Osteoporose (Knochenentkalkung, Knochenschwund)

als Folge langen Bewegungsmangels (Liegen, Rollstuhl).

Wann ist bei der Einnahme von Renacet Vorsicht geboten?

Die Therapie mit Renacet erfordert eine regelmässige Kontrolle der Serumcalcium- und

-phosphatspiegel.

Um eine Erhöhung des Serumcalciumspiegels durch die Zufuhr von Renacet über den Normbereich

hinaus zu vermeiden, sollte eine weitere Calciumtherapie (z.B. calciumhaltige Arzneimittel oder

Nahrungsergänzungen) nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Bitte beachten Sie, dass Milchprodukte einen hohen Calciumgehalt haben. Ein Liter Milch kann bis

zu 1200 mg Calcium enthalten. Dies sollte bei der Einnahme von Renacet berücksichtigt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Renacet kann mit gewissen auf das Herz wirkenden Arzneimitteln oder harntreibenden Mitteln

Wechselwirkungen verursachen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, wenn Sie solche

Arzneimittel anwenden.

Vitamin D erhöht die Absorption von Calcium im Magen-Darm-System.

Wenn Renacet mit anderen Arzneimitteln gleichzeitig eingenommen wird, kann die Resorption der

Wirkstoffe beeinflusst und die Wirkung der Behandlungen geändert (z.B. herabgesetzt) werden.

Deshalb sollte generell ein Abstand von 1–2 Stunden zwischen der Einnahme von Renacet und von

anderen Arzneimitteln eingehalten werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Renacet während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Systematische wissenschaftliche Untersuchungen wurden nicht durchgeführt.

Auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit darf Renacet nur auf ausdrückliche

Verschreibung und gemäss Anweisung des Arztes angewendet werden.

Wie verwenden Sie Renacet?

Erwachsene

Die Einnahme und Dosierung von Renacet sollte nach ärztlicher Anordnung in Abhängigkeit von der

Höhe des Serum-Phosphatspiegels erfolgen. Bei der Festlegung der Einzel- und Tagesgaben sind

zusätzlich Phosphatgehalt und Anzahl der einzelnen Mahlzeiten zu berücksichtigen.

Bitte halten Sie sich an die Anweisungen des Arztes/der Ärztin sowie an folgende

Anwendungsvorschriften, da Renacet sonst nicht richtig wirken kann!

Renacet Filmtabletten sollten unzerkaut und mit etwas Flüssigkeit vor, während oder direkt nach der

Mahlzeit geschluckt werden.

Um eine optimale Wirkung zu erzielen, ist es wichtig, dass Renacet zu jeder Mahlzeit eingenommen

wird.

Renacet soll nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln eingenommen werden. Um

Wechselwirkungen zu vermeiden, ist ein Abstand von 1–2 Stunden zwischen der Einnahme von

Renacet und von anderen Arzneimitteln einzuhalten.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit von Renacet bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft

worden.

Dosierung von Renacet 950 mg

Falls von Ihrem behandelnden Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

zum Frühstück: ½–1 Filmtabletten Renacet 950 mg,

zu einer Zwischenmahlzeit: ½–1 Filmtabletten Renacet 950 mg,

zur Hauptmahlzeit: 1–3 Filmtabletten Renacet 950 mg,

zum Abendessen: 1–2 Filmtabletten Renacet 950 mg.

Insgesamt sollten pro Tag nicht mehr als 7 Filmtabletten Renacet 950 mg eingenommen werden.

Die Dosierung sollte individuell erfolgen. Da Renacet das Phosphat in der Nahrung bindet, ist die

Menge der einzunehmenden Filmtabletten der Menge (Portionsgrösse) der einzunehmenden Nahrung

und deren Phosphatgehalt individuell anzupassen. (So würden z.B. 4 Filmtabletten zum Frühstück

mit nur einem Marmeladenbrot zu einem Überschuss von Calcium und damit zu einem Risiko der

Erhöhung des Serumcalciumspiegels führen. Andererseits sind nur 2 Filmtabletten zu einem

reichhaltigen Mittagsmahl zu wenig, um die in der Hauptmahlzeit grössere Menge Phosphat zu

binden, also nicht ausreichend wirksam.)

Was ist zu tun, wenn Renacet in zu grossen Mengen eingenommen wurde (beabsichtigte oder

versehentliche Überdosierung)?

Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt bei einer grossen Überdosis.

Eine Hypercalcämie (zu hohe Calciumspiegel im Blut) kann sich durch folgende Symptome

ausdrücken: häufigste Symptome sind Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, häufiges Wasserlassen,

Durst, Appetitlosigkeit und psychotische Störungen.

Was ist zu beachten, wenn Sie zu wenig Renacet eingenommen haben oder eine Einnahme vergessen

haben?

Sie sollten mit der gewohnten Einnahme fortfahren. Keinesfalls sollten Sie die Einnahme der

«vergessenen» Tabletten nachholen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Renacet haben?

Wie alle Arzneimittel kann Renacet Nebenwirkungen haben. Bei der Bewertung von

Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten.

Häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten.

Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1’000 Behandelten.

Selten: weniger als 1 von 1’000, aber mehr als 1 von 10’000 Behandelten.

Sehr selten: weniger als 1 von 10’000 Behandelten, einschliesslich Einzelfälle.

Bei der Behandlung mit Renacet können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Generalisierte Störungen

Gelegentlich: Gefäss- und Weichteilverkalkungen (z.B. im Fettgewebe unter der Haut), in der Regel

erst nach vielen Jahren der Einnahme und chronisch erhöhtem Calcium-Spiegel.

Stoffwechsel

Häufig: milde Hypercalcämie (erhöhte Calciumspiegel im Blut). Eine milde Hypercalcämie kann

folgende Symptome verursachen: Obstipation (Verstopfung), Appetitlosigkeit, Übelkeit und

Erbrechen, Durst, häufiges Wasserlassen.

Gelegentlich: mittelschwere bis schwere Hypercalcämie, insbesondere nach Überdosierungen. Eine

mittelschwere Hypercalcämie bis schwere Hypercalcämie kann folgende Symptome verursachen:

Verwirrheit, Delirium und Stupor (Starrezustand des ganzen Körpers bei wachem Bewusstsein).

Magen-Darm-Trakt

Selten: gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Obstipation (Verstopfung), insbesondere bei

zu hohen Dosierungen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind,

teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 30 °C lagern.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel vor Kindern sicher geschützt auf.

Das Verfallsdatum dieser Packung ist auf dem Behältnis aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung

nicht mehr nach diesem Datum!

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin, oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Renacet enthalten?

Wirkstoff

Renacet 950 mg: Calciumacetat 997,44 mg entsprechend 950 mg Calciumacetat (wasserfrei).

Hilfsstoffe

Maisstärke, Saccharose, Gelatine, Carboxymethylstärke-Natrium Typ A, Croscarmelose-Natrium,

Magnesiumstearat, Methylhydroxypropylcellulose, Rizinusöl, Saccharin-Natrium, Bergamotöl,

weitere Aromen.

Zulassungsnummer

57591 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Renacet? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Renacet 950 mg ist in Originalpackungen mit 100 und 200 Filmtabletten erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Curatis AG, 4410 Liestal.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.