Refludan

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Refludan
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Refludan
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antithrombotische Mittel
  • Therapiebereich:
  • Thromboembolie
  • Anwendungsgebiete:
  • Antikoagulation bei erwachsenen Patienten mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie Typ II und thromboembolischer Erkrankung, die eine parenterale antithrombotische Therapie erfordert.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Zurückgezogen
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/000122
  • Berechtigungsdatum:
  • 13-03-1997
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/000122
  • Letzte Änderung:
  • 03-03-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

European Medicines Agency

EMEA/H/C/122

EUROPÄISCHER ÖFFENTLICHER BEURTEILUNGSBERICHT (EPAR)

REFLUDAN

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Das vorliegende Dokument ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen

Beurteilungsberichts (EPAR), in dem erläutert wird, wie der Ausschuss für Humanarzneimittel

(CHMP) die durchgeführten Studien beurteilt hat, um zu Empfehlungen bezüglich der Anwendung

des Arzneimittels zu gelangen.

Wenn Sie weitere Informationen über Ihre Krankheit oder deren Behandlung benötigen, lesen Sie

bitte die Packungsbeilage (ebenfalls Bestandteil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker. Wenn Sie weitere Informationen bezüglich der Grundlage der Empfehlungen des

CHMP wünschen, lesen Sie bitte die wissenschaftliche Diskussion (ebenfalls Teil des EPAR).

Was ist Refludan?

Refludan ist ein lösliches Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung (Tropf in eine

Vene). Es enthält den Wirkstoff Lepirudin.

Wofür wird Refludan angewendet?

Refludan wird zur Vorbeugung von Blutgerinnseln eingesetzt. Es wird eingesetzt bei erwachsenen

Patienten mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT, einer Art von Allergie auf Heparin, die zu

einem Mangel an Blutplättchen oder zu Blutgerinnseln in den Blutgefäßen führt) und

thromboembolischer Erkrankung (abnormale Bildung von Blutgerinnseln), die eine antithrombotische

Behandlung in Form von Injektionen, üblicherweise mit Heparin, erfordert. Die Diagnose muss durch

spezielle Tests, wie den Heparin-induzierten-Plättchen-Aktivierungs-Test (HIPAA-Test), bestätigt

werden.

Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

Wie wird Refludan angewendet?

Die Behandlung m

it Reflud

an sollte von einem Arzt eingeleitet werden, der Erfahrung in der

Behandlung von Gerinnselstörungen hat.

Die empfohlene Dosis beträgt 0,4 mg pro Kilogramm Körpergewicht als einzelne intravenöse

Injektion und anschließend 0,15 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde als Dauerinfusion über

2 bis 10 Tage oder länger, falls erforderlich. Die Dosierung muss bei Patienten mit Nierenproblemen

herabgesetzt werden.

Wie wirkt Refludan?

Refludan ist ein antithrom

botisches Arzn

eimittel (ein Arzneimittel zur Verhinderung der

Blutgerinnung). Der Wirkstoff in Refludan, Lepirudin, ist fast identisch mit Hirudin, der

gerinnungshemmenden Substanz, die von Blutegeln gebildet wird. Lepirudin blockiert speziell eine

Substanz namens Thrombin, die im gesamten Blutgerinnungsprozess eine zentrale Rolle spielt. Durch

die Thrombinhemmung reduziert Refludan das Risiko der Bildung von Blutgerinnseln erheblich und

verhindert so Folgeschäden.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Lepirudin wird nach einer Methode hergestellt, die als „rekombinante DNA-Technologie“ bezeichnet

wird: Es wird von einer Zelle produziert, in die ein Gen (DNA) eingebracht wurde, das sie zur Bildung

von Lepirudin befähigt.

Wie wurde Refludan untersucht?

Refludan wurde in zwei Hauptstudien bei 198 Patienten untersucht, von denen 125 HIT und eine

thromboembolische Erkrankung hatten. In den Studien wurde die Zahl der Patienten untersucht, die

verstarben, eine Amputation oder neue thromboembolische (Blugerinnungs-) Erkrankungen hatten. In

den Studien wurde Refludan nicht mit anderen Behandlungen verglichen. Daher wurden die

Ergebnisse historischen Kontrollen gegenübergestellt (erwartete Ergebnisse bei unbehandelten

Patienten auf der Grundlage früherer Studien).

Welchen Nutzen hat Refludan in diesen Studien gezeigt?

Während der Studie starben 9 %

der Patienten (11 v

on 125), 6 % hatten Amputationen (7 von 125)

und 10 % hatten neue thromboembolische Erkrankungen (12 von 125). Im Vergleich zu den

historischen Kontrollen zeigten die beiden Studien zusammen einen signifikanten Nutzen von

Refludan hinsichtlich der Zahl neuer thromboembolischer Erkrankungen sowie eine Tendenz zu einer

höheren Überlebensrate.

Welches Risiko ist mit Refludan verbunden?

Wie bei anderen antithrombotischen Arznei

itteln zählen Blutungen zu den häufigsten

Nebenwirkungen von Refludan (beobachtet bei mehr als 1 von 10 Patienten). Blutungen, die zum Tod

führen, treten bei etwa 1 von 100 Patienten auf. Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang

mit Refludan berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Refludan darf nicht bei Patienten angewendet werden, die möglicherweise überempfindlich (allergisch)

gegen Lepirudin, andere Hirudinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Es darf nicht bei

Schwangeren oder stillenden Müttern angewendet werden. Die Anwendung ist u. a. nicht ratsam bei

Patienten, bei denen gerade Blutungen auftreten oder die aufgrund einer kürzlich stattgefundenen

Biopsie, eines Schlaganfalls oder einer größeren Operation zu Blutungen neigen oder die älter als 65

sind. Die vollständige Auflistung der Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Manche Patienten können einen schweren allergischen Schock erleiden, wenn sie Refludan ein

zweites Mal erhalten. Ärzte sollten sehr vorsichtig sein, wenn sie einen Patienten erneut dem

Arzneimittel aussetzen.

Warum wurde Refludan zugelassen?

Da es si

ch um

eine schwere Erkrankung handelt und keine anderen zugelassenen wirksamen

Behandlungen existieren, gelangte der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) zu dem Schluss,

dass die Vorteile von Refludan bei der Behandlung von Patienten mit HIT und thromboembolischen

Erkrankungen gegenüber den Risiken überwiegen,

und empfahl, die Genehmigung für das

Inverkehrbringen von Refludan zu erteilen.

Weitere Informationen über Refludan:

Am 13. März 1997 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen

von Refludanin der gesamten Europäischen Union. Die Genehmigung für das Inverkehrbringen wurde

am 13. März 2002 und 13. März 2007 verlängert. Der Inhaber der Genehmigung für das

Inverkehrbringen ist das Unternehmen Celgene Europe Ltd.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Refludan finden Sie hier

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 04-2009 aktualisiert.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

Arzneimittel nicht länger zugelassen

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Refludan 20 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Lepirudin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Refludan und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Refludan beachten?

Wie ist Refludan anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Refludan aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST REFLUDAN UND WOFÜR WIRD ES ANGWENDET?

Refludan ist ein Antithrombotikum.

Antithrombotika sind Arzneimittel, die der Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen) vorbeugen.

Refludan wird zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulation) bei Erwachsenen mit Heparin-

induzierter Thrombozytopenie (HIT) Typ II und thromboembolischer Erkrankung verwendet, wenn

injizierbare Arzneimittel erforderlich sind. Die HIT Typ II ist eine Erkrankung, die nach dem Erhalt

heparinhaltiger Arzneimittel auftreten kann. Sie stellt eine bestimmte Art von Allergie auf Heparin dar

und kann zu einer zu geringen Zahl von Blutplättchen und/oder Gerinnseln in Ihren Blutgefäßen

(Thrombose) führen.

Dies kann zusätzlich dazu führen, dass Gerinnsel in die Organe abwandern.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON REFLUDAN BEACHTEN?

Refludan darf nicht angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Lepirudin, Hirudinen oder einem der

sonstigen Bestandteile von Refludan sind.

wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Refludan ist erforderlich

Wenn Sie zu Blutungen neigen, wird Ihr Arzt das Risiko der Refludan-Gabe gegen den zu

erwartenden Nutzen abwägen. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Folgendes vorliegt

oder vorlag:

Kurz zurückliegende Punktion großer Gefäße oder Organe (Gewebeprobe / Gewebeentnahme)

Anomalie von Gefäßen oder Organen

Kurz zurückliegender Schlaganfall, Unfall mit Verletzung von Gehirnstrukturen oder

chirurgischer Eingriff am Gehirn

Bluthochdruck

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Herzinnenhautentzündung

Fortgeschrittene Nierenerkrankung

Fortgeschrittene Blutungsneigung

Kurz zurückliegender großer operativer Eingriff

Kurz zurückliegende Blutungen (z.B. in Gehirn, Magen/Darm, Auge, Lunge)

Sichtbare Anzeichen von Blutungen

Kurz zurückliegendes akutes Magen- oder Darmgeschwür

Alter über 65 Jahre.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an Nierenfunktionseinschränkung oder Leberzirrhose

leiden (fortgeschrittene Erkrankung der Leber), da er in diesem Fall die Dosierung reduzieren wird.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie jemals Refludan, Hirudin oder ein Arzneimittel mit Hirudin-

ähnlichem Wirkstoff (Hirudin-Analogon) erhalten haben.

Bei Anwendung von Refludan mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor

kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

handelt.

Arzneimittel zur Auflösung von Gerinnseln oder Tabletten zur Verhinderung der Entstehung von

Gerinnseln (Kumarine) können das Blutungsrisiko erhöhen, wenn sie gleichzeitig gegeben werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Refludan sollte nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden.

3.

WIE IST REFLUDAN ANZUWENDEN?

Ihr Arzt wird die Dosierung und die Dauer der Behandlung mit Refludan nach Ihrem Zustand, Ihrem

Körpergewicht und bestimmten Laborwerten festlegen und steuern.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Refludan zu stark oder zu schwach ist.

Nach Auflösung mit einem geeigneten Lösungsmittel wird Refludan zuerst mittels Injektion und

anschließend mittels Infusion in eine Vene verabreicht.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Refludan Nebenwirkungen haben.

Sehr häufig (mindestens 1 von 10 Personen))

Blutungen

Die berichteten Blutungsereignisse schließen folgende ein:

Anämie oder Abfall des Hämoglobinwertes ohne feststellbare Blutungsquelle, Bluterguss, Blutungen

aus Punktionsstellen, Nasenbluten, Blut im Urin, Blutungen der Magen- oder Darmwand, Blutungen

in der Scheide, Blutungen im Enddarm, Lungenblutungen, Blutungen in die Brusthöhle und in den

Herzbeutel nach chirurgischen Eingriffen, Gehirnblutungen.

Schwere Blutungen und vor allem Hirnblutungen können lebensbedrohend sein. Während der

verstärkten Beobachtung nach Markteinführung wurden bei 1 % der Patienten mit HIT Typ II tödliche

Blutungen berichtet und bei 0,2 % der Patienten Hirnblutungen. Schwere Blutungen können zu einer

Arzneimittel nicht länger zugelassen

verringerten Blutmenge im Kreislauf, Blutdruckabfall oder Schock führen, sowie zu deren

Folgeerscheinungen.

Selten (weniger als 1 von 10.000 Personen sind betroffen)

Allergische Hautreaktionen (einschließlich Hautausschlag), Juckreiz, Hitzewallung, Fieber,

Schüttelfrost.

Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen, einschließlich Nesselsucht, Atembeschwerden

(z. B. durch Verkrampfung der Bronchien), Husten, pfeifendes Atemgeräusch, bedingt durch

Wassereinlagerung in Gewebe und innere Gefäßwand (einschließlich Gesichts-, Zungen- oder

Kehlkopfödem). In schweren Fällen können diese Reaktionen zu Schock und Tod führen.

Reaktionen an der Injektionsstelle, einschließlich Schmerzen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST REFLUDAN AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren

Sie dürfen Refludan nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche nach {Verw. bis: }

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Nicht über 25°C aufbewahren. Nicht einfrieren.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren.

Sie dürfen Refludan nicht verwenden, wenn die Lösung nach ihrer Herstellung trübe ist oder Partikel

enthält.

Nach der Rekonstitution ist Refludan sofort zu verbrauchen.

Nicht verbrauchte Lösung muss fachgerecht entsorgt werden.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Refludan enthält

Der Wirkstoff Lepirudin ist ein aus Hefezellen hergestelltes rekombinantes DNA-Produkt.

Die sonstigen Bestandteile sind Mannitol (E421) und Natriumhydroxid zur Einstellung des pH-Werts.

Wie Refludan aussieht und Inhalt der Packung

Refludan ist ein weißes Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung, das in einer

Durchstechflasche mit 20 mg Lepirudin angeboten wird. Refludan wird in Packungen zu 1 oder 10

Durchstechflaschen angeboten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr

gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Celgene Europe Ltd., 1 Longwalk Road, Stockley Park, Uxbridge, UB11 1DB, Großbritannien.

Hersteller

CSL Behring GmbH, Emil-von-Behring-Straße 76, 35041 Marburg, Deutschland.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt am {Datum}

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Website der Europäischen

Arzneimittel-Agentur (EMEA) http://www.emea.europa.eu verfügbar.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweise zur Handhabung:

Allgemeine Hinweise

Rekonstitution und weitere Verdünnung sind unter sterilen Bedingungen durchzuführen.

Zur Rekonstitution ist Wasser für Injektionszwecke oder Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %)

zu verwenden.

Zur weiteren Verdünnung eignen sich Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) oder 5 %-ige

Glukoselösung.

Zur schnellen und vollständigen Auflösung ist 0,4 ml des Lösungsmittels in die Vakuumflasche

zu injizieren. Anschließend Flasche leicht schwenken. Nach Auflösung erhält man eine klare,

farblose Lösung in weniger als 3 Minuten.

Trübe Lösungen oder Lösungen mit Niederschlag nicht verwenden.

Die hergestellte Lösung ist sofort zu verbrauchen.

Das Präparat sollte vor Anwendung auf Raumtemperatur erwärmt werden.

Nicht verbrauchte Lösung muss fachgerecht entsorgt werden.

Zur Injektion dürfen nur Polypropylen-Spritzen verwendet werden.

Herstellung einer Refludan-Lösung mit einer Konzentration von 5 mg/ml

Zur intravenösen Bolus-Injektion wird eine Lösung mit einer Konzentration von 5 mg/ml benötigt:

Inhalt einer Flasche (20 mg Lepirudin) mit 0,4 ml Wasser für Injektionszwecke oder

Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) auflösen.

Die gewünschte Konzentration von 5 mg/ml wird erreicht durch Überführung in eine sterile

Einmalspritze (Größe mind. 5 ml) und weitere Verdünnung mit Natriumchloridlösung 9 mg/ml

(0,9 %) oder 5 %-iger Glukoselösung auf ein Gesamtvolumen von 4 ml.

Die Lösung wird in Abhängigkeit vom Körpergewicht verabreicht.

Herstellung einer Refludan-Lösung mit einer Konzentration von 2 mg/ml

Zur intravenösen Dauerinfusion wird eine Lösung mit einer Konzentration von 2 mg/ml benötigt:

Inhalt zweier Flaschen (zu je 20 mg Lepirudin) mit je 0,4 ml Wasser für Injektionszwecke oder

Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) auflösen.

Die gewünschte Konzentration von 2 mg/ml wird erreicht durch Überführung der beiden

Lösungen in eine sterile Einmal-Perfusor-Spritze (Größe 50 ml) und weitere Verdünnung mit

Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) oder 5 %-iger Glukoselösung auf ein Gesamtvolumen

von 20 ml.

Die Infusionsgeschwindigkeit des Perfusors richtet sich nach dem Körpergewicht.

Die Perfusor-Spritze ist spätestens alle 12 Stunden nach Beginn der Infusion zu wechseln.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Refludan 50 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Lepirudin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Refludan und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Refludan beachten?

Wie ist Refludan anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Refludan aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST REFLUDAN UND WOFÜR WIRD ES ANGWENDET?

Refludan ist ein Antithrombotikum.

Antithrombotika sind Arzneimittel, die der Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen) vorbeugen.

Refludan wird zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulation) bei Erwachsenen mit Heparin-

induzierter Thrombozytopenie (HIT) Typ II und thromboembolischer Erkrankung verwendet, wenn

injizierbare Arzneimittel erforderlich sind. Die HIT Typ II ist eine Erkrankung, die nach dem Erhalt

heparinhaltiger Arzneimittel auftreten kann. Sie stellt eine bestimmte Art von Allergie auf Heparin dar

und kann zu einer zu geringen Zahl von Blutplättchen und/oder Gerinnseln in Ihren Blutgefäßen

(Thrombose) führen.

Dies kann zusätzlich dazu führen, dass solche Gerinnsel in die Organe abwandern.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON REFLUDAN BEACHTEN?

Refludan darf nicht angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Lepirudin, Hirudinen oder einem der

sonstigen Bestandteile von Refludan sind.

wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Refludan ist erforderlich:

Wenn Sie zu Blutungen neigen, wird Ihr Arzt das Risiko der Refludan-Gabe gegen den zu

erwartenden Nutzen abwägen. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Folgendes vorliegt

oder vorlag:

Kurz zurückliegende Punktion großer Gefäße oder Organe (Gewebeprobe / Gewebeentnahme)

Anomalie von Gefäßen oder Organen

Kurz zurückliegender Schlaganfall, Unfall mit Verletzungen von Gehirnstrukturen oder

chirurgischer Eingriff am Gehirn

Bluthochdruck

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Herzinnenhautentzündung

Fortgeschrittene Nierenerkrankung

Fortgeschrittene Blutungsneigung

Kurz zurückliegender großer operativer Eingriff

Kurz zurückliegende Blutungen (z.B. in Gehirn, Magen/Darm, Auge, Lunge)

Sichtbare Anzeichen von Blutungen

Kurz zurückliegendes akutes Magen- oder Darmgeschwür

Alter über 65 Jahre.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an Nierenfunktionseinschränkung oder Leberzirrhose

leiden (fortgeschrittene Erkrankung der Leber), da er in diesem Fall die Dosierung reduzieren wird.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie jemals Refludan, Hirudin oder ein Arzneimittel mit Hirudin-

ähnlichem Wirkstoff (Hirudin-Analogon) erhalten haben.

Bei Anwendung von Refludan mit anderen Arzneimittel

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor

kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

handelt.

Arzneimittel zur Auflösung von Gerinnseln oder Tabletten zur Verhinderung der Entstehung von

Gerinnseln (Kumarine) können das Blutungsrisiko erhöhen, wenn sie gleichzeitig gegeben werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Refludan sollte nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden.

3.

WIE IST REFLUDAN ANZUWENDEN?

Ihr Arzt wird die Dosierung und die Dauer der Behandlung mit Refludan nach Ihrem Zustand, Ihrem

Körpergewicht und bestimmten Laborwerten festlegen und steuern.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Refludan zu stark oder zu schwach ist.

Nach Auflösung mit einem geeigneten Lösungsmittel wird Refludan zuerst mittels Injektion und

anschließend mittels Infusion in eine Vene verabreicht.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Refludan Nebenwirkungen haben.

Sehr häufig (mindestens 1 von 10 Personen)

Blutungen

Die berichteten Blutungsereignisse schließen folgende ein: Anämie oder Abfall des Hämoglobinwertes

ohne feststellbare Blutungsquelle, Bluterguss, Blutungen aus Punktionsstellen, Nasenbluten, Blut im

Urin, Blutungen der Magen- oder Darmwand, Blutungen in der Scheide, Blutungen im Enddarm,

Lungenblutungen, Blutungen in die Brusthöhle und in den Herzbeutel nach chirurgischen Eingriffen,

Gehirnblutungen.

Schwere Blutungen und vor allem Hirnblutungen können lebensbedrohend sein. Während der

verstärkten Beobachtung nach Markteinführung wurden bei 1 % der Patienten mit HIT Typ II tödliche

Blutungen berichtet und bei 0,2 % der Patienten Hirnblutungen. Schwere Blutungen können zu einer

Arzneimittel nicht länger zugelassen

verringerten Blutmenge im Kreislauf, Blutdruckabfall oder Schock führen, sowie zu deren

Folgeerscheinungen.

Selten (weniger als 1 von 10.000 Personen sind betroffen)

Allergische Hautreaktionen (einschließlich Hautausschlag), Juckreiz, Hitzewallung, Fieber,

Schüttelfrost.

Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen, einschließlich Nesselsucht, Atembeschwerden

(z.B. durch Verkrampfung der Bronchien), Husten, pfeifendes Atemgeräusch, , bedingt durch

Wassereinlagerung in Gewebe und innere Gefäßwand (einschließlich Gesichts-, Zungen- oder

Kehlkopfödem). In schweren Fällen können diese Reaktionen zu Schock und Tod führen.

Reaktionen an der Injektionsstelle, einschließlich Schmerzen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST REFLUDAN AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren

Sie dürfen Refludan nach dem auf dem Umkarton und er Durchstechflasche nach {Verw. Bis:}

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Nicht über 25°C aufbewahren. Nicht einfrieren.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren.

Sie dürfen Refludan nicht verwenden, wenn die Lösung nach ihrer Herstellung trübe ist oder Partikel

enthält.

Nach der Rekonstitution ist Refludan sofort zu verbrauchen.

Nicht verbrauchte Lösung muss fachgerecht entsorgt werden.

6.

WEITERE INFORMATIONEN:

Was Refludan enthält

Der Wirkstoff Lepirudin ist ein aus Hefezellen hergestelltes rekombinantes DNA-Produkt.

Die sonstigen Bestandteile sind Mannitol (E421) und Natriumhydroxid zur Einstellung des pH-Werts.

Wie Refludan aussieht und Inhalt der Packung

Refludan ist ein weißes Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung, das in einer

Durchstechflasche mit 50 mg Lepirudin angeboten wird. Refludan wird in Packungen zu 1 oder 10

Durchstechflaschen angeboten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr

gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Celgene Europe Ltd., 1 Longwalk Road, Stockley Park, Uxbridge, UB11 1DB, Großbritannien.

Hersteller

CSL Behring GmbH, Emil-von-Behring-Straße 76, 35041 Marburg, Deutschland.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt am {Datum}

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf der Website der Europäischen

Arzneimittel-Agentur (EMEA) http://www.emea.europa.eu verfügbar.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweise zur Handhabung:

Allgemeine Hinweise

Rekonstitution und weitere Verdünnung sind unter sterilen Bedingungen durchzuführen.

Zur Rekonstitution ist Wasser für Injektionszwecke oder Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %)

zu verwenden.

Zur weiteren Verdünnung eignen sich Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) oder 5 %-ige

Glukoselösung.

Zur schnellen und vollständigen Auflösung ist 1 ml des Lösungsmittels in die Vakuumflasche

zu injizieren. Anschließend Flasche leicht schwenken. Nach Auflösung erhält man eine klare,

farblose Lösung in weniger als 3 Minuten.

Trübe Lösungen oder Lösungen mit Niederschlag nicht verwenden.

Die hergestellte Lösung ist sofort zu verbrauchen.

Das Präparat sollte vor Anwendung auf Raumtemperatur erwärmt werden.

Nicht verbrauchte Lösung muss fachgerecht entsorgt werden.

Zur Injektion dürfen nur Polypropylen-Spritzen verwendet werden.

Herstellung einer Refludan-Lösung mit einer Konzentration von 5 mg/ml

Zur intravenösen Bolus-Injektion wird eine Lösung mit einer Konzentration von 5 mg/ml benötigt:

Inhalt einer Flasche (50 mg Lepirudin) mit 1 ml Wasser für Injektionszwecke oder

Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) auflösen.

Die gewünschte Konzentration von 5 mg/ml wird erreicht durch Überführung in eine sterile

Einmalspritze (Größe mind. 10 ml) und weitere Verdünnung mit Natriumchloridlösung 9 mg/ml

(0,9 %) oder 5 %-iger Glukoselösung auf ein Gesamtvolumen von 10 ml.

Die Lösung wird in Abhängigkeit vom Körpergewicht verabreicht.

Herstellung einer Refludan-Lösung mit einer Konzentration von 2 mg/ml

Zur intravenösen Dauerinfusion wird eine Lösung mit einer Konzentration von 2 mg/ml benötigt:

Inhalt zweier Flaschen (zu je 50 mg Lepirudin) mit je 1 ml Wasser für Injektionszwecke oder

Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) auflösen.

Die gewünschte Konzentration von 2 mg/ml wird erreicht durch Überführung der beiden

Lösungen in eine sterile Einmal-Perfusor-Spritze (Größe 50 ml) und weitere Verdünnung mit

Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) oder 5 %-iger Glukoselösung auf ein Gesamtvolumen

von 50 ml.

Die Infusionsgeschwindigkeit des Perfusors richtet sich nach dem Körpergewicht.

Die Perfusor-Spritze ist spätestens alle 12 Stunden nach Beginn der Infusion zu wechseln.

Arzneimittel nicht länger zugelassen