Rapifen

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Rapifen Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • alfentanilum 0.5 mg ut alfentanili hydrochloridum, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Rapifen Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Narco-Analgeticum zur Anästhesie

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 45204
  • Berechtigungsdatum:
  • 12-08-1983
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Rapifen®

Janssen-Cilag AG

Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe

Zusammensetzung

Wirkstoff: Alfentanilum ut Alfentanili hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektions- oder Infusionslösung.

1 ml Lösung enthält 0,5 mg Alfentanil.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Analgetikum für die Anästhesie.

Aufrechterhaltung der Anästhesie

Rapifen eignet sich für längere chirurgische Eingriffe, bei welchen eine rasche Aufwachphase mit

nur kurzer Atemdepression von Bedeutung ist. Nach der Bolus-Injektion werden entweder eine

Dauerinfusion oder zusätzliche Injektionen nach Bedarf verabreicht. Durch die leichte Steuerbarkeit

von Rapifen kann schmerzhaften chirurgischen Stimuli schnell durch eine vorübergehende

Dosiserhöhung entgegengewirkt werden.

Kurznarkosen

Infolge seines schnellen Wirkungseintrittes und seiner kurzen Wirkungsdauer eignet sich Rapifen

auch als Bolus-Injektion für kurze, schmerzhafte chirurgische Eingriffe, sowohl bei stationären als

auch bei ambulanten Patienten. Die chirurgische Analgesie wird 1 Minute nach der Bolus-Injektion

erreicht.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung soll individuell festgelegt werden. Dabei sollten folgende Faktoren berücksichtigt

werden: Alter, Körpergewicht, physischer Zustand, zugrundeliegende Erkrankungen, gleichzeitige

Einnahme anderer Arzneimittel, Art der zur Anwendung gelangenden Anästhesie und Art und Dauer

des chirurgischen Eingriffes.

Zur Vorbeugung von Bradykardie kann eine geringe Dosis eines Anticholinergikums intravenös

(i.v.) unmittelbar vor Einleitung der Anästhesie verabreicht werden.

1. Für kurze Eingriffe und Anwendung bei ambulanten Patienten

Rapifen in kleinen Dosen eignet sich für kleine, kurze chirurgische Eingriffe, Manipulationen und für

ambulante Patienten, vorausgesetzt kardiopulmonale Überwachungseinrichtungen sind vorhanden.

Für Eingriffe, die weniger als 10 Min. dauern, genügt im Allgemeinen eine i.v. Bolus-Injektion von

7–15 µg/kg Körpergewicht (KG) (1-2 ml/70 kg KG). Wenn der Eingriff länger als 10 Min. dauert,

sollten weitere Dosen von 7–15 µg/kg KG (1-2 ml/70 kg KG) alle 10–15 Min. oder nach Bedarf

verabreicht werden.

Geräte zur Unterstützung der Atmung müssen auf jeden Fall verfügbar sein. In den meisten Fällen

kann die spontane Atmung aufrechterhalten werden, wenn eine Dosis von 7 µg/kg KG (1 ml/70 kg

KG) oder weniger langsam injiziert wird. Empfohlene weitere Dosen mit dieser Methode sind dann

3,5 µg/kg KG (0,5 ml/70 kg KG).

Eine postoperative Nausea ist von relativ kurzer Dauer und in der Regel mit den üblichen Methoden

zu kontrollieren.

2. Bei Eingriffen mittlerer Dauer

Die Dosis der initialen i.v. Bolus-Injektion kann entsprechend der voraussichtlichen Dauer der

Operation gemäss folgendem Schema bestimmt werden:

Dauer des Eingriffes

(Min.)

Rapifen-Dosis bei i.v.

Bolus-Injektion

µg/kg KG ml/70 kg KG

10-30

20-40

30-60

40-80

6-12

>60

80-150

12-20

Wenn der Eingriff länger als 60 Min. dauert oder sehr schmerzhaft ist, sollte die Analgesie

folgendermassen aufrechterhalten werden:

·Fraktionierte Bolus-Dosis von 15 µg/kg KG (2 ml/70 kg KG) Rapifen oder

·Dauer-Infusion von 1 µg/kg/Min. (0,14 ml/70 kg KG/Min).

Um einer postoperativen Atemdepression vorzubeugen, sollte die letzte Dosis Rapifen 10 Minuten

vor Ende des Eingriffs verabreicht werden.

Perioden schmerzhafter Stimuli können mit geringeren Dosis-Gaben von Rapifen oder durch

vorübergehende Erhöhung der Infusionsgeschwindigkeit leicht überbrückt werden.

Wenn Rapifen ohne N2O/O2, andere Inhalationsanästhetika oder Hypnotika verwendet wird, sollte

die Erhaltungsdosis erhöht werden.

3. Bei länger dauernden Eingriffen

Rapifen kann als analgetischer Bestandteil der Anästhesie bei chirurgischen Eingriffen längerer

Dauer verwendet werden, insbesondere wenn eine rasche Extubation indiziert ist. Optimale

analgetische und stabile autonome Bedingungen werden mittels einer individuell angepassten

intravenösen Erhaltungsdosis aufrechterhalten, sowie durch Veränderung der

Infusionsgeschwindigkeit, je nach chirurgischen Stimuli und klinischen Reaktionen des Patienten.

4. Zur Einleitung der Anästhesie

Bei Patienten mit adäquater Muskelrelaxierung bewirkt eine i.v. Bolus-Dosis von ≥120 µg/kg KG

(17 ml/70 kg KG) Rapifen Bewusstlosigkeit und Analgesie bei gleichzeitiger Erhaltung einer guten

kardiovaskulären Stabilität.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei älteren (>65 Jahre) und geschwächten Patienten sollte die Initialdosis reduziert werden.

Die Wirkung der Initialdosis sollte bei der Bestimmung weiterer Dosen berücksichtigt werden.

Bei älteren Patienten (>65 Jahre) und geschwächten Patienten sowie bei Patienten mit

Leberinsuffizienz sollte, um eine Akkumulation zu vermeiden, bei wiederholten Injektionen, bzw.

bei einer Dauerinfusion die Dosis entsprechend reduziert werden. Eine reduzierte Dosis ist auch bei

Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion ratsam. Bei Niereninsuffizienz ist keine

Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit von Rapifen Injektionslösung bei Kindern und Jugendlichen ist

bisher nicht ausreichend geprüft worden.

Kontraindikationen

Bekannte Unverträglichkeit gegenüber einem der Bestandteile von Rapifen oder gegenüber

Opioiden.

Obstruktive Atemwegserkrankung oder Atemdepression, wenn nicht gleichzeitig ventiliert wird.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wie alle starken Opioide bewirkt auch Rapifen eine dosisabhängige Atemdepression, welche mit

einem spezifischen Opioid-Antagonisten (z.B. Naloxon) behandelt werden kann. Dabei ist zu

beachten, dass die Atemdepression länger als die Wirkung des Antagonisten andauern kann. Bei

einer tiefen Analgesie kann die Atemdepression bis in die postoperative Phase andauern oder dort

wieder auftreten. Deshalb sollten die Patienten ständig überwacht werden und es sollten eine

Reanimationsausrüstung und ein Opioid-Antagonist zur Verfügung stehen.

Eine Hyperventilation während der Anästhesie kann postoperativ die Beatmung beeinflussen.

Rapifen kann Muskelrigidität (darunter auch Thoraxrigidität) bewirken, welche durch eine der

folgenden Massnahmen verhindert werden kann: langsame i.v. Injektion (normalerweise ausreichend

bei tiefen Dosen), Prämedikation mit Benzodiazepinen und Verabreichung von Muskelrelaxantien.

Nicht-epileptische (myo)klonische Bewegungen können auftreten.

Bradykardie oder möglicherweise Herzstillstand können auftreten, wenn dem Patienten eine

ungenügende Menge eines Anticholinergikums verabreicht wurde, oder wenn Rapifen mit einem

nicht vagolytischen Muskelrelaxans kombiniert wurde. Eine Bradykardie kann mit Atropin behandelt

werden.

Wie andere Opioide kann Rapifen Hypotonie, speziell bei hypovolämischen Patienten, auslösen. Es

sollten geeignete Massnahmen getroffen werden um den Arteriendruck zu stabilisieren.

Bei Patienten mit stark verminderter Dehnbarkeit der zerebralen Gefässe (Compliance) sollten

schnelle Bolus-Injektionen vermieden werden, da bei diesen Patienten die vorübergehende Senkung

des Arteriendruckes normalerweise von einer kurz dauernden Reduktion des zerebralen

Perfusionsdruckes begleitet ist.

Patienten mit einer chronischen Opioid-Therapie oder mit einem Opioid-Abusus in der Anamnese

benötigen eventuell höhere Dosen.

Bei älteren und geschwächten Patienten wird empfohlen, die Dosis zu reduzieren. Bei Patienten mit

einer der folgenden Krankheiten soll Rapifen, wie andere Opioide, vorsichtig dosiert werden:

unbehandelter Hypothyroidismus, Lungenkrankheit, reduzierte Atemreserve, Alkoholismus,

verminderte hepatische oder renale Funktion. Diese Patienten bedürfen ebenso einer längeren

postoperativen Überwachung.

Die Anwendung und Sicherheit von Rapifen Injektionslösung bei Kindern und Jugendlichen ist

bisher nicht ausreichend geprüft worden.

Interaktionen

Arzneimittel, welche die Wirkung von Alfentanil beeinflussen

Arzneimittel mit dämpfender Wirkung auf das Zentralnervensystem (ZNS)

Zentral wirkende Pharmaka, wie Barbiturate, Benzodiazepine, Neuroleptika, Allgemeinanästhetika

und andere nicht-selektive, zentral dämpfende Substanzen (z.B. Alkohol) können die

Atemdepression von Opioiden verstärken. Wenn Patienten solche zentral dämpfenden Substanzen

erhalten haben, sollte die Dosis von Rapifen reduziert werden. Die gleichzeitige Anwendung solcher

Arzneimittel mit Rapifen bei spontan atmenden Patienten kann das Risiko für Atemdepression, tiefe

Sedierung, Koma und Tod erhöhen.

Auswirkungen von Rapifen auf andere Arzneimittel

Nach der Verabreichung von Rapifen sollte die Dosierung von anderen ZNS-dämpfenden

Substanzen herabgesetzt werden. Dies ist besonders wichtig nach operativen Eingriffen, da die tiefe

Analgesie mit einer ausgeprägten Atemdepression einhergeht, die in der postoperativen Phase

persistieren oder erneut auftreten kann. Die Gabe eines zentral dämpfenden Arzneimittels wie

beispielsweise eines Benzodiazepins während dieser Phase kann das Risiko für eine Atemdepression

unverhältnismässig steigern. Bei ambulanten Patienten sollte deshalb auf die zusätzliche Gabe von

Benzodiazepinen verzichtet werden.

Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer)

Es wurde festgestellt, dass MAO-Hemmer die Wirkung von narkotischen Analgetika verstärken

können. Es ist daher empfehlenswert, MAO-Hemmer 2 Wochen vor dem Eingriff abzusetzen.

Inhibitoren von Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4-Inhibitoren)

Alfentanil wird hauptsächlich über das Cytochrom P450 3A4-Enzym metabolisiert. In vitro Daten

legen nahe, dass starke Inhibitoren des Enzyms P450 3A4 (z.B. Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir)

den Metabolismus von Alfentanil hemmen können. Pharmakokinetik-Daten am Menschen deuten

darauf hin, dass der Metabolismus von Alfentanil durch Fluconazol, Voriconazol, Erythromycin,

Diltiazem und Cimetidin (bekannte Enzym-Hemmer des Cytochrom P450 3A4) gehemmt wird. Dies

könnte das Risiko einer verzögerten oder verlängerten Atemdepression erhöhen. Die gleichzeitige

Anwendung von solchen Substanzen (CYP3A4-Inhibitoren) mit Rapifen erfordert eine spezielle

Überwachung des Patienten. Im Besonderen könnte es nötig sein, die Dosis von Rapifen zu senken.

Serotonerge Substanzen

Gleichzeitige Anwendung von Rapifen und einer serotonergen Substanz wie beispielsweise einem

selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) oder einem Serotonin-Noradrenalin-

Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) oder einem MAO-Hemmer kann das Risiko eines Serotonin-

Syndroms, eines potenziell lebensbedrohlichen Zustandes, erhöhen.

Wirkung von Alfentanil auf den Metabolismus anderer Arzneimittel

Die Blutkonzentrationen von Propofol sind bei Kombination mit Rapifen um 17% höher als ohne

Rapifen. Die gleichzeitige Anwendung von Alfentanil und Propofol macht gegebenenfalls eine

Verringerung der Rapifen-Dosis erforderlich.

Schwangerschaft/Stillzeit

Anwendung während der Schwangerschaft

Im Tierversuch ist Rapifen weder embryotoxisch noch teratogen (siehe «Präklinische Daten»). Es

bestehen jedoch keine klinischen Erfahrungen über die Anwendung von Rapifen in der

Schwangerschaft und dessen möglichen Einfluss auf die Entwicklung des Fetus. Bei der Anwendung

während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Vor der Verabreichung dieses Arzneimittels an

schwangere Patientinnen müssen die möglichen Risiken und Vorteile gegeneinander abgewogen

werden.

Die i.v. Verabreichung während der Geburt (inklusive Sectio caesarea) wird nicht empfohlen, weil

Rapifen die Plazenta passiert und die spontane Atmung in der Neugeborenen-Periode unterdrücken

kann.

Wird Rapifen trotzdem verabreicht, müssen Geräte zur Unterstützung der Atmung für die Mutter und

das Kind sofort verfügbar sein. Ein Opioid-Antagonist für das Kind muss immer verfügbar sein. Die

Halbwertszeit des Opioid-Antagonisten kann kürzer sein als die Halbwertszeit von Alfentanil, daher

kann wiederholende Verabreichung des Opioid-Antagonisten erforderlich sein.

Anwendung während der Stillzeit

Rapifen kann in die Muttermilch übertreten. Daher wird Stillen oder Verwendung von abgepumpter

Muttermilch bis 24 Stunden nach Verabreichung von Rapifen nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten sollen nach Verabreichung von Rapifen für mindestens 24 Stunden nicht fahren und keine

Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Wie alle Opioidanalgetika verursacht Rapifen eine Miosis und eine dosisabhängige Atemdepression

(einschliesslich tödlichem Ausgang). Die Atemdepression kann in der postoperativen Phase erneut

einsetzen. Rapifen kann Muskelrigidität (darunter auch Thoraxrigidität) und myoklonische

Bewegungen verursachen.

Daten aus klinischen Studien

Die Sicherheit von Rapifen wurde bei 1'157 Probanden in 18 klinischen Studien geprüft. Rapifen

wurde zur Einleitung der Narkose oder als begleitendes Analgetikum/Anästhetikum bei örtlicher

Narkose oder Vollnarkose während kurzen, mittleren und langen chirurgischen Eingriffen

angewendet.

Die Probanden erhielten mindestens eine Dosis Rapifen und es wurden Sicherheitsdaten erhoben.

Nachfolgend sind unerwünschte Wirkungen aufgeführt, die bei mit Rapifen behandelten Probanden

in diesen Studien gemeldet wurden.

Die Häufigkeit ist wie folgt angegeben:

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1'000), «selten»

(<1/1'000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000, einschliesslich Einzelfällen).

Unerwünschte Wirkungen, die bei mit Rapifen behandelten Probanden (n= 1'157) in 18 klinischen

Studien gemeldet wurden:

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Euphorische Stimmung.

Selten: Agitation, Weinen.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Motorische Störungen, Schwindel, Sedierung, Dyskinesie.

Gelegentlich: Kopfschmerz, Schläfrigkeit, Reizunempfindlichkeit.

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen (verschwommenes oder doppeltes Sehen).

Herzerkrankungen

Häufig: Bradykardie, Tachykardie.

Gelegentlich: Rhythmusstörungen, verlangsamter Puls.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypotonie, Hypertonie, Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg.

Selten: Venenschmerz.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Apnoe.

Gelegentlich: Schluckauf, Hyperkapnie, Laryngospasmus, Atemdepression (einschliesslich

tödlichem Ausgang).

Selten: Bronchospasmus, Epistaxis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (17%), Erbrechen (14%).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Allergische Dermatitis, Hyperhidrose.

Selten: Pruritus.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelrigidität.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Müdigkeit, Schüttelfrost, Schmerzen an der Injektionsstelle.

Gelegentlich: Schmerz.

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Häufig: Operationsschmerzen.

Gelegentlich: Postoperative Agitation, Atemwegskomplikationen infolge der Narkose, postoperative

Verwirrtheit.

Selten: Neurologische Komplikationen infolge der Narkose, operationsbedingte Komplikationen,

Komplikationen infolge der endotrachealen Intubation.

Postmarketing-Daten

Nachfolgend sind unerwünschte Wirkungen aufgeführt, die nach der Markteinführung von Rapifen

im Rahmen der Marktüberwachung festgestellt wurden. Die unerwünschten Wirkungen sind nach

Häufigkeitskategorie auf der Basis der Häufigkeit der Spontanmeldungen aufgeführt. Die durch

Spontanmeldungen ermittelten Häufigkeiten zeigen nicht die wahre Inzidenz oder Häufigkeit wie

Daten aus klinischen oder epidemiologischen Studien (bedingt durch under-reporting).

Nach der Markteinführung identifizierte unerwünschte Wirkungen bei Anwendung von Rapifen nach

Häufigkeitskategorie, geschätzt auf Basis der Häufigkeit der Spontanmeldungen:

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeit (einschliesslich anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide

Reaktion und Urtikaria).

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten: Orientierungsverlust.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten: Bewusstseinsverlust¹, Krämpfe, Myoklonus.

Augenerkrankungen

Sehr selten: Miosis.

Herzerkrankungen

Sehr selten: Herzstillstand.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten: Atemstillstand, Atemdepression², Husten.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: Erythem, Hautausschlag.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr selten: Pyrexie.

¹ Postoperativer Zeitraum.

² Einschliesslich Fälle mit tödlichem Ausgang.

Überdosierung

Anzeichen und Symptome

Eine Überdosierung mit Rapifen manifestiert sich in einer Ausweitung seiner pharmakologischen

Wirkungen. Atemdepression, deren Schweregrad von Bradypnoe bis Apnoe variieren kann, kann

beobachtet werden.

Behandlung

Im Falle einer Hypoventilation oder Apnoe sollte Sauerstoff verabreicht und kontrolliert beatmet

werden. Im Falle einer Atemdepression soll ein spezifischer Opioid-Antagonist (z.B. Naloxon)

verabreicht werden. Dabei ist zu beachten, dass die Atemdepression länger als die Wirkung des

Opioid-Antagonisten anhalten kann. Es kann deshalb notwendig sein, mehrere Dosen des

Antagonisten zu verabreichen. Bei gleichzeitig auftretender Muskelrigidität soll ein Muskelrelaxans

intravenös verabreicht werden, um die Beatmung zu erleichtern.

Der Patient sollte sorgfältig überwacht werden, und es sollte auf eine ausreichende Körpertemperatur

und eine genügende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Bei schwerer oder anhaltender

Hypotonie sollte die Möglichkeit einer Hypovolämie in Betracht gezogen werden, welche mit einer

geeigneten parenteralen Flüssigkeitsverabreichung korrigiert werden kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N01AH02

Rapifen ist ein potentes Opioid-Analgetikum mit sehr schnellem Wirkungseintritt und kurzer

Wirkungsdauer. Im Vergleich zum chemisch verwandten Fentanyl setzt die Wirkung von Rapifen

viermal schneller ein, und die Wirkungsdauer ist dreimal kürzer, wobei die analgetische Potenz etwa

um den Faktor 4 geringer ist. Die maximale analgetische Wirkung tritt bereits eine Minute nach der

Injektion auf. Die Dauer der analgetischen und der atemdepressorischen Wirkung ist abhängig von

der verabreichten Dosis, wobei der analgetische Effekt im Allgemeinen länger anhält.

Die Tiefe der Analgesie kann dem Schmerzniveau des chirurgischen Eingriffs angepasst werden.

Hohe Dosen Rapifen (>120 µg/kg) induzieren Schlaf. Rapifen ruft keine kardiovaskuläre oder

hormonelle Stressantwort hervor. Es gewährleistet eine komplikationslose Aufwachphase, sofern

diese nicht durch nachhaltig wirkende Komedikation beeinflusst wird.

Alle Wirkungen von Rapifen werden durch spezifische Opioid-Antagonisten (z.B. Naloxon)

aufgehoben.

Wie alle Opioid-Analgetika verursacht Rapifen Miosis. Gelegentlich treten Muskelrigidität

(insbesondere am Thorax) und Euphorie auf. Abgesehen von einer leichten Bradykardie und einer

geringen Senkung des arteriellen Mitteldruckes bei der Einleitung zeichnet sich eine Narkose mit

Rapifen durch stabile kardiovaskuläre Parameter aus. Die Inzidenz von Nausea und Erbrechen in der

postoperativen Phase ist klein.

Bei Patienten, denen Dosen bis zu 200 µg/kg Rapifen verabreicht wurden, zeigte sich keine

merkliche Erhöhung des Histamin-Spiegels und auch keine klinisch manifeste Histaminfreisetzung.

Während durchschnittlichen bis lange andauernden chirurgischen Eingriffen kann die Analgesie

mittels wiederholter Injektion oder Dauerinfusion von Rapifen aufrechterhalten werden.

Pharmakokinetik

Alfentanil ist ein synthetisches Opioid mit der pharmakologischen Wirkungsweise eines µ-

Agonisten. Es wird nur intravenös angewendet.

Absorption

Nach einer Bolus-Injektion wird die maximale Wirkung innerhalb einer Minute erreicht

(vergleichsweise nach 30 Minuten bei Morphin).

Distribution

Der geringe Ionisationsgrad (11% bei pH = 7,4) trägt zu einer raschen aber beschränkten Verteilung

ins Gewebe bei. Die gemessenen Verteilungsvolumina sind 1,27–4,81 l (Verteilungsvolumen des

zentralen Kompartiments) bzw. 12,1–98,2 l (Verteilungsvolumen im Steady-state). Die

Plasmaproteinbindung von Alfentanil beträgt ungefähr 92%.

Die sequentiellen Distributionshalbwertszeiten von Alfentanil betragen 0,4–2,2 Minuten und 8–32

Minuten.

Veränderungen des Blut-pH-Wertes beeinflussen die Plasmaproteinbindung kaum.

Metabolismus

Alfentanil wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Die Metaboliten sind inaktiv und werden zu

70–80% im Urin ausgeschieden.

Elimination

Alfentanil wird nach intravenöser Verabreichung rasch eliminiert. Es sind terminale

Eliminationshalbwertszeiten von 83–223 Minuten berichtet worden. Die Plasma-Clearance bei

Probanden unter 40 Jahren beträgt durchschnittlich 356 ml/Min. und nimmt jenseits des 40.

Lebensjahres pro Lebensjahrzehnt um ca. 8% ab. Im Urin wird nur 1% unverändertes Alfentanil

gefunden. Nach Erreichen des Steady-state bleibt die Eliminationshalbwertszeit unverändert.

Es wird zu ca. ¼ mit den Faeces und ¾ mit dem Urin ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrie

Die Proteinbindung bei Neugeborenen beträgt 75% und steigt bei Kindern auf 85%. Die Plasma-

Clearance bei Neugeborenen beträgt etwa 7,2 ± 3,2 ml/kg/Min. und 4,7 ± 1,7 ml/kg/Min. bei Kindern

im Alter zwischen 4,5 und 7,75 Jahren. Das Verteilungsvolumen im Gleichgewichtszustand war bei

Neugeborenen 1'230 ± 520 ml/kg und bei Kindern 163,5 ± 110 ml/kg. Die Halbwertszeit beträgt bei

Neugeborenen 146 ± 57 Minuten und bei Kindern 40,2 ± 8,9 Minuten.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Nach Anwendung einer intravenösen Einzeldosis von 50 µg/kg ist die terminale Halbwertszeit bei

zirrhotischen Patienten signifikant länger als bei Kontrollpersonen. Das Verteilungsvolumen bleibt

unverändert. Bei zirrhotischen Patienten steigt die ungebundene Fraktion von Alfentanil auf 18,5%

im Vergleich zu 11,5% bei Kontrollpersonen. Dieser Anstieg des Anteils der ungebundenen Fraktion

zusammen mit einer Verringerung der Clearance von 3,06 ml/Min./kg bei Kontrollpersonen auf 1,60

ml/Min./kg bei zirrhotischen Patienten ergeben einen länger anhaltenden und ausgeprägteren Effekt

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei aortokoronaren Bypass-Operationen unter

einer Alfentanil-Dauerinfusion sind erhöhte Eliminationshalbwertszeiten beobachtet worden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Das Verteilungsvolumen und die Clearance der ungebundenen Fraktion sind bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion und gesunden Kontrollpersonen ähnlich. Die ungebundene Fraktion

von Alfentanil bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion steigt auf 12,4% bis 19% im

Vergleich zu 10,3% bis 11% bei Kontrollpersonen. Dies kann unter Umständen zu einer Verstärkung

der klinischen Wirkung von Alfentanil führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Präklinische Effekte wurden nur bei Expositionen beobachtet, die weit über der maximalen humanen

Dosis lagen und haben somit keine grosse Relevanz für den klinischen Gebrauch.

Alfentanil weist eine sehr grosse therapeutische Breite auf. Ausgedrückt durch das Verhältnis

LD50:ED50 bei Ratten ergibt sich für Alfentanil ein Quotient von 1'080, verglichen mit 4,6 bei

Pethidin; 69,5 bei Morphin und 277 bei Fentanyl.

Resultate aus Studien zur Toxizität (Einfach- und Mehrfach-Dosierung), zur Reproduktionstoxizität,

Mutagenität und Beobachtungen in speziellen Studien zeigten, dass Alfentanil gut vertragen wurde.

Die in diesen Tiermodellen beobachtete Toxizität und Mortalität beruhte im Allgemeinen auf hohen

toxischen Dosen, welche weit über dem empfohlenen klinisch therapeutischen Dosisbereich (2,6 bis

83mal) lagen oder war mit der überschiessenden pharmakologischen Aktivität des Wirkstoffes

verbunden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln

gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Rapifen ist eine wässrige, isotonische und sterile Lösung zur intravenösen Anwendung, sie enthält

keine Konservierungsmittel. Nach dem Öffnen ist die Lösung sofort zu verwenden. Allfällige Resten

sind zu verwerfen.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Rapifen kann mit NaCl-haltigen oder Glukose-haltigen Infusionslösungen gemischt werden. Diese

Verdünnungen sind mit Plastikinfusionssets verträglich und sollten innerhalb 24 Stunden

aufgebraucht werden.

Zum Öffnen der Ampulle Handschuhe tragen.

Eine versehentliche Exposition der Haut sollte durch Spülen des betroffenen Hautareals mit Wasser

behandelt werden. Keine Seife, Alkohol oder andere Reinigungsmittel, die eine chemische oder

physikalische Hautabrasion verursachen könnten, verwenden.

Zulassungsnummer

45204 (Swissmedic).

Packungen

Rapifen Inj Lös Amp 5× 2 ml. (A+)

Rapifen Inj Lös Amp 50× 10 ml (A+)

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

November 2017.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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