Qarziba (previously Dinutuximab beta EUSA and Dinutuximab beta Apeiron)

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Qarziba (previously Dinutuximab beta EUSA and Dinutuximab beta Apeiron)
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Qarziba (previously Dinutuximab beta EUSA and Dinutuximab beta Apeiron)
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antineoplastische Mittel
  • Therapiebereich:
  • Neuroblastom
  • Anwendungsgebiete:
  • Qarziba ist indiziert für die Behandlung von Hochrisiko-Neuroblastom Patienten im Alter von 12 Monaten und darüber, die zuvor empfangen haben Chemotherapie und erreichten mindestens eine partielle Remission, gefolgt durch die myeloablative Therapie und Stammzell-transplantation, sowie Patienten mit einer Geschichte von rezidivierenden oder refraktären Neuroblastom, mit oder ohne bleibende Krankheit. Vor der Behandlung eines rezidivierenden Neuroblastoms sollte jede aktiv fortschreitende Erkrankung durch andere geeignete Maßnahmen stabilisiert werden.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Autorisiert
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/003918
  • Berechtigungsdatum:
  • 08-05-2017
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/003918
  • Letzte Änderung:
  • 19-05-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

EMA/537415/2017

EMEA/H/C/003918

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Dinutuximab beta EUSA

Dinutuximab beta

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für

Dinutuximab beta EUSA. Hierin wird erläutert, wie die Agentur das Arzneimittel beurteilt hat, um zu

ihren Empfehlungen für die Zulassung des Arzneimittels in der EU und die Anwendungsbedingungen zu

gelangen. Diese Zusammenfassung ist nicht als praktischer Rat zur Anwendung von Dinutuximab beta

EUSA zu verstehen.

Wenn Sie als Patient praktische Informationen über Dinutuximab beta EUSA benötigen, lesen Sie bitte

die Packungsbeilage oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Dinutuximab beta EUSA und wofür wird es angewendet?

Dinutuximab beta EUSA ist ein Arzneimittel gegen Krebs zur Behandlung von Neuroblastomen, einem

Krebs der Nervenzellen, bei Patienten, die älter als 1 Jahr sind.

Es wird in 2 Gruppen von Patienten mit Hochrisiko-Neuroblastom (bei dem ein hohes Risiko besteht,

dass es zurückkehrt) angewendet:

Patienten, die eine gewisse Besserung mit vorhergegangen Behandlungen, einschließlich einer

Blutstammzelltransplantation (eine Transplantation blutbildender Zellen), erzielt haben;

Patienten, deren Neuroblastom sich mit anderen Krebsbehandlungen nicht gebessert hat oder

zurückgekehrt ist.

Wenn das Neuroblastom nach vorheriger Behandlung zurückgekehrt ist, sollte es stabilisiert werden

(daran gehindert werden, sich zu verschlechtern), bevor die Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA

begonnen wird. Dinutuximab beta EUSA wird in einigen Fällen zusammen mit einem anderen

Früher: Dinutuximab beta Apeiron.

Dinutuximab beta EUSA0F

EMA/537415/2017

Seite 2/4

Arzneimittel gegen Krebs, dem sogenannten Interleukin-2 (Aldesleukin), angewendet, wenn vorherige

Behandlungen nicht hinreichend wirksam waren.

Da es nur wenige Patienten mit Neuroblastomen gibt, gilt die Krankheit als selten, und Dinutuximab

beta EUSA wurde am 8. November 2012 als Arzneimittel für seltene Leiden („Orphan-Arzneimittel“)

ausgewiesen.

Das Arzneimittel enthält den Wirkstoff Dinutuximab beta.

Wie wird Dinutuximab beta EUSA angewendet?

Dinutuximab beta EUSA wird als Infusion (Tropf) in eine Vene verabreicht. Die einzelnen

Behandlungszyklen mit dem Arzneimittel werden alle 35 Tage über 5 oder 10 Tage verabreicht. Es wird

in insgesamt 5 Zyklen lang angewendet. Die empfohlene Dosis hängt vom Körpergewicht und der

Größe des Patienten ab.

Der Arzt kann Dosen senken oder hinauszögern, wenn bestimmte Nebenwirkungen auftreten, oder die

Behandlung gänzlich beenden, wenn die Nebenwirkungen schwerwiegend sind.

Die Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA sollte nicht begonnen werden, wenn der Patienten keine

zufriedenstellenden Ergebnisse bei bestimmten Blutuntersuchungen zu Leber-, Lungen-, Nieren- und

Knochenmarksfunktion hat.

Die Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA muss von einem in der Behandlung von Krebs erfahrenen

Arzt überwacht werden. Es muss in einem Krankenhaus von einem Arzt oder Krankenpflegepersonal

verabreicht werden, die schwere allergische Reaktionen behandeln können und vollständige

Reanimationsmaßnahmen direkt zur Verfügung stehen haben. Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche

Verschreibung erhältlich.

Nähere Informationen sind der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (ebenfalls Teil des

EPAR) zu entnehmen.

Wie wirkt Dinutuximab beta EUSA?

Dinutuximab beta EUSA ist ein monoklonaler Antikörper (ein Protein), der so entwickelt wurde, dass er

eine Struktur, die als GD2 bezeichnet wird und in großen Mengen auf der Oberfläche von

Neuroblastomzellen, nicht aber von normalen Zellen vorkommt, erkennt und daran bindet.

Bindet Dinutuximab beta EUSA an die Neuroblastomzellen, markiert es diese Zellen als Zielzellen für

das Immunsystem des Körpers (die körpereigene natürliche Abwehr), welches die Krebszellen dann

abtötet.

Welchen Nutzen hat Dinutuximab beta EUSA in den Studien gezeigt?

Studien haben gezeigt, dass Dinutuximab beta EUSA bei der Verlängerung des Überlebens von

Patienten mit Neuroblastom wirksam ist.

Zwei Studien analysierten Daten von 88 Kindern und Erwachsenen mit Neuroblastom, das sich mit

anderen Krebsbehandlungen nicht besserte oder zurückgekehrt war. Die Patienten wurden mit

Dinutuximab beta EUSA plus Interleukin-2 und einem anderem Arzneimittel, dem sogenannten

Isotretinoin, behandelt. In diesen Studien lebten 2 Jahre nach der Behandlung noch 70 % und 78 %

der Patienten, deren Neuroblastom sich mit anderen Behandlungen nicht besserte. Von den Patienten

mit Neuroblastom, das zurückgekehrt war, lebten 2 Jahre nach der Behandlung noch 42 % und 69 %.

Dinutuximab beta EUSA0F

EMA/537415/2017

Seite 3/4

In einer dritten Studie erhielten 370 Kinder mit Hochrisiko-Neuroblastom, das sich nach anderen

Behandlungen gebessert hatte, Dinutuximab beta EUSA und Isotretinoin mit oder ohne Interleukin-2.

Zu Beginn der Behandlung hatten einige dieser Patienten keine Zeichen eines Neuroblastoms und

einige hatten weiterhin Zeichen der Erkrankung. Von den Patienten ohne Zeichen eines Neuroblastoms

lebten 3 Jahre nach der Behandlung noch 71 % und die Ergebnisse waren ähnlich, ganz gleich, ob die

Behandlung Interleukin-2 beinhaltete oder nicht. Von den Patienten mit gewissen Zeichen eines

Neuroblastoms lebten 3 Jahre nach der Behandlung noch 63 % derjenigen, die Interleukin-2 erhalten

hatten, im Vergleich zu 54 % der Patienten, die Interleukin-2 nicht erhalten hatten.

In diesen Studien schnitten die Ergebnisse von Dinutuximab beta EUSA im Vergleich zu den

Ergebnissen, die bei Patienten gesehen wurden, deren Neuroblastom ohne Dinutuximab beta EUSA

behandelt wurde, gut ab.

Welche Risiken sind mit Dinutuximab beta EUSA verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Dinutuximab beta EUSA (die mehr als 7 von 10 Personen betreffen

können) sind Fieber und Schmerzen. Andere Nebenwirkungen (die mehr als 3 von 10 Personen

betreffen können) sind Überempfindlichkeit (Allergie), Erbrechen, Durchfall, Kapillarlecksyndrom

(Austritt von Flüssigkeiten aus den Blutgefäßen, was zu Schwellungen und Blutdruckabfall führen

kann) und Hypotonie (niedriger Blutdruck).

Dinutuximab beta EUSA darf nicht bei Patienten mit schwerer oder weitreichender Graft-versus-Host-

Reaktion (wenn transplantierte Zellen den Körper angreifen) angewendet werden.

Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Dinutuximab beta EUSA berichteten

Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Warum wurde Dinutuximab beta EUSA zugelassen?

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Agentur stellte einen Mangel an

Behandlungsoptionen zur Vorbeugung eines Wiederauftretens von Hochrisiko-Neuroblastomen fest.

Zusammen genommen zeigen die Daten der Ergebnisse zu Dinutuximab beta EUSA, dass das

Arzneimittel wirksam ist. Allerdings sind weitere Daten erforderlich, um die Wirksamkeit des Arzneimittels

vollständig zu verstehen.

Obwohl die Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA zu schweren Nebenwirkungen führen kann, wird

die Sicherheit des Arzneimittels als akzeptabel erachtet.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Agentur gelangte daher zu dem Schluss, dass der

Nutzen von Dinutuximab beta EUSA gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, es für die

Anwendung in der EU zuzulassen.

Dinutuximab beta EUSA wurde unter „außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen. Dies bedeutet, dass

es aus ethischen Gründen nicht möglich war, vollständige Informationen über Dinutuximab beta EUSA zu

erlangen. Da Dinutuximab eine empfohlene Behandlung bei Hochrisiko-Neuroblastomen ist, wäre es nicht

ethisch, eine Studie durchzuführen, bei der einige Patienten ein Placebo (eine Scheinbehandlung)

erhalten würden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wird jedes Jahr sämtliche neuen

Informationen prüfen, die verfügbar werden, und die vorliegende Zusammenfassung wird gegebenenfalls

aktualisiert.

Dinutuximab beta EUSA0F

EMA/537415/2017

Seite 4/4

Welche Informationen werden für Dinutuximab beta EUSA noch erwartet?

Da Dinutuximab beta EUSA unter außergewöhnlichen Umständen zugelassen wurde, wird das

Unternehmen, das Dinutuximab beta EUSA in Verkehr bringt, die Sicherheit des Arzneimittels mithilfe

eines Patientenregisters überwachen und jährlich Aktualisierungen bereitstellen. Das Unternehmen wird

zudem Untersuchungen durchführen, um weitere Informationen darüber zu erhalten, wie das Arzneimittel

vom Körper verarbeitet wird und wie das Immunsystem auf das Arzneimittel reagiert. Das Unternehmen

wird Ergebnisse einer Studie, die die Wirkung der Gabe von Dinutuximab beta EUSA in Kombination mit

Interleukin-2 untersucht, bereitstellen. Darüber hinaus wird das Unternehmen die Raten des 5-jährigen

Überlebens von Patienten, die an Studien teilnahmen, vorlegen.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Dinutuximab beta EUSA ergriffen?

Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Dinutuximab

beta EUSA, die von Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten befolgt werden müssen, wurden

in die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.

Weitere Informationen über Dinutuximab beta EUSA

Am 8. Mai 2017 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen von

Dinutuximab beta Apeiron in der gesamten Europäischen Union. Der Produktname wurde am 4. August

2017 in Dinutuximab beta EUSA geändert.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Dinutuximab beta EUSA finden Sie auf der Website der

Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European public assessment reports. Wenn

Sie weitere Informationen zur Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA benötigen, lesen Sie bitte die

Packungsbeilage (ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Zusammenfassung des Gutachtens des Ausschusses für Arzneimittel für seltene Leiden zu

Dinutuximab beta EUSA finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human

medicines/Rare disease designation.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 08-2017 aktualisiert.

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Dinutuximab beta EUSA 4,5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Dinutuximab beta

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende

Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Dinutuximab beta EUSA und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Dinutuximab beta EUSA beachten?

Wie ist Dinutuximab beta EUSA anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Dinutuximab beta EUSA aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Dinutuximab beta EUSA und wofür wird es angewendet?

Dinutuximab beta EUSA enthält Dinutuximab beta, einen Wirkstoff, der zu einer Gruppe von

Arzneimitteln gehört, die „monoklonale Antikörper“ genannt werden. Dabei handelt es sich um

Proteine, die andere einzigartige Proteine im Körper gezielt erkennen und sich daran anhaften.

Dinutuximab beta haftet sich an das Molekül mit der Bezeichnung Disialogangliosid 2 (GD2) an, das

auf Krebszellen vorhanden ist; dadurch wird das Immunsystem des Körpers aktiviert und dazu

stimuliert, die Krebszellen anzugreifen.

Dinutuximab beta EUSA wird zur Behandlung von Neuroblastomen angewendet, bei denen ein

hohes Risiko besteht, dass sie nach einer Reihe von Behandlungen, einschließlich

Stammzelltransplantation zum Wiederaufbau des Immunsystems, zurückkehren. Das Arzneimittel

wird außerdem zur Behandlung von Neuroblastomen angewendet, die zurückgekehrt (rezidiviert) sind

oder mit vorherigen Therapien nicht vollständig behandelt werden konnten.

Vor der Behandlung eines rezidivierten Neuroblastoms wird Ihr behandelnder Arzt alle aktiv

fortschreitenden Erkrankungen durch andere geeignete Maßnahmen stabilisieren.

Ihr Arzt wird außerdem entscheiden, ob die gleichzeitige Verabreichung eines zweiten Arzneimittels,

Interleukin-2, zur Behandlung Ihrer Krebserkrankung notwendig ist.

Ein Neuroblastom ist eine Art von Krebs, der aus anomalen Nervenzellen im Körper, insbesondere in

den Drüsen über den Nieren, wächst. Es ist eine der während der Kindheit am häufigsten auftretenden

Krebsarten.

Das Arzneimittel wird bei Patienten im Alter von 12 Monaten und älter angewendet.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Dinutuximab beta EUSA beachten?

Dinutuximab beta EUSA darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Dinutuximab beta oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

an akuter Graft-versus-host-Reaktion (GvHR), Grad 3/4 oder chronisch ausgeprägter GvDR

leiden.

Diese Erkrankung ist eine Reaktion, bei der Zellen von transplantiertem Gewebe Zellen des

Empfängers angreifen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bevor Sie Dinutuximab beta EUSA erhalten, werden Sie Bluttests unterzogen, um Ihre Leber-,

Lungen- Nieren- und Knochenmarksfunktionen zu prüfen.

Wenn Sie Dinutuximab beta EUSA zum ersten Mal erhalten sowie im Laufe der Behandlung werden

Sie unter Umständen Folgendes bemerken:

Schmerzen

Schmerzen sind eine der häufigsten Nebenwirkungen von Dinutuximab beta EUSA. Sie treten

in der Regel zu Beginn der Infusion auf. Daher wird Ihnen Ihr Arzt ab 3 Tage vor der

Anwendung sowie während der Anwendung von Dinutuximab beta EUSA eine geeignete

Schmerztherapie verabreichen.

allergische Reaktionen oder andere mit der Infusion zusammenhängende Reaktionen

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn bei Ihnen während oder

nach der Infusion Reaktionen jeglicher Art auftreten, wie z. B.:

Fieber, Schüttelfrost und/oder niedriger Blutdruck

Atemnot

Hautausschlag, Nesselsucht.

Sie werden eine geeignete Behandlung erhalten, um diesen Reaktionen vorzubeugen; außerdem

werden Sie während der Infusion mit Dinutuximab beta EUSA engmaschig auf diese Symptome

hin überwacht.

Flüssigkeitsaustritt aus kleinen Blutgefäßen (Kapillarlecksyndrom)

Das Austreten von Blutbestandteilen aus kleinen Blutgefäßen kann zu rasch auftretenden

Schwellungen an Armen, Beinen oder anderen Körperteilen führen. Rascher Blutdruckabfall,

Schwindel und Atemnot sind weitere Anzeichen.

Augenprobleme

Möglicherweise bemerken Sie Veränderungen Ihres Sehvermögens.

Probleme mit Ihren Nerven

Möglicherweise bemerken Sie ein Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Brennen an Ihren Händen,

Füßen, Beinen oder Armen, verminderte Empfindung oder Schwäche bei Bewegung.

Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Probleme bemerken.

Während Ihnen dieses Arzneimittel verabreicht wird, wird Ihr Arzt Bluttests durchführen und

möglicherweise Augentests vornehmen.

Kinder

Dieses Arzneimittel sollte Kindern unter 12 Monaten nicht verabreicht werden, da bei dieser

Altersgruppe nicht genügend Erfahrungen vorliegen.

Einnahme von Dinutuximab beta EUSA zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel

angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Wenden Sie ab 2 Wochen vor der ersten Dosis Dinutuximab beta EUSA bis 1 Woche nach dem letzten

Behandlungszyklus keine Arzneimittel an, die das Immunsystem unterdrücken, es sei denn, diese

wurden Ihnen von Ihrem Arzt verschrieben. Beispiele für Arzneimittel, die das Immunsystem

unterdrücken, sind Kortikosteroide, die eingesetzt werden, um Entzündungen zu lindern oder der

Abstoßung eines transplantierten Organs vorzubeugen.

Vermeiden Sie Impfungen während der Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA sowie 10 Wochen

lang danach.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Wenn Sie im gebärfähigen Alter sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Dinutuximab beta

EUSA erhalten. Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter 6 Monate lang nach Absetzen

der Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA Verhütungsmittel anwenden. Sie dürfen Dinutuximab

beta EUSA nur anwenden, wenn Ihr Arzt zu dem Schluss kommt, dass der Nutzen gegenüber den

Risiken für einen Fötus überwiegt.

Wenn Sie stillen, informieren Sie Ihren Arzt. Während der Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA

sowie 6 Monate lang nach der letzten Dosis dürfen Sie nicht stillen. Es ist nicht bekannt, ob das

Arzneimittel in die Muttermilch übergehen kann.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dinutuximab beta EUSA hat mehrere Nebenwirkungen, die Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können. Üben Sie diese Tätigkeiten nicht aus,

wenn Ihr Konzentrations- und Reaktionsvermögen beeinträchtigt ist.

3.

Wie ist Dinutuximab beta EUSA anzuwenden?

Ein Arzt, der in der Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung von Krebs erfahren ist, wird Ihre

Behandlung überwachen. Sie wird Ihnen im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes von einem Arzt

oder dem medizinischen Fachpersonal verabreicht. Sie wird Ihnen in eine Ihrer Venen verabreicht

(intravenöse Infusion). Dies erfolgt in der Regel mithilfe spezieller Schläuche (Katheter) und einer

Pumpe. Während und nach der Infusion werden Sie regelmäßig auf mit der Infusion

zusammenhängende Nebenwirkungen überwacht.

Dinutuximab beta EUSA wird Ihnen in fünf Behandlungszyklen zu je 35 Tagen verabreicht, und die

Infusion dauert zu Beginn jedes Zyklus 5 oder 10 Tage. Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg

Dinutuximab beta pro Quadratmeter Körperoberfläche pro Behandlungszyklus. Der Arzt wird

Ihre Körperoberfläche anhand Ihrer Körpergröße und Ihres Gewichts berechnen.

Wenn Ihr Arzt die gleichzeitige Verabreichung von Interleukin-2 in Betracht zieht, wird diese

Substanz zweimal jeweils an 5 aufeinanderfolgenden Tagen durch Injektion unter die Haut verabreicht

(vor und während der Behandlung mit Dinutuximab beta EUSA).

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bemerken, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder

das medizinische Fachpersonal:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Personen betreffen):

rasch auftretende Schwellungen an Armen, Beinen oder anderen Körperteilen, rascher

Blutdruckabfall, Schwindel und Atemnot (Kapillarlecksyndrom)

jegliche Art von Schmerzen: im Magen, im Rachen, im Brustkorb, im Gesicht, an Händen,

Füßen, Beinen oder Armen, im Rücken, im Hals, in den Gelenken oder in den Muskeln

allergische Reaktion und Zytokin-Freisetzungssyndrom mit Symptomen wie Anschwellen von

Gesicht oder Rachen, Atemnot, Schwindel, Nesselsucht, schneller oder spürbarer Herzschlag,

niedriger Blutdruck, Ausschlag, Fieber oder Übelkeit.

Weitere Nebenwirkungen und ihre Häufigkeiten sind:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Personen betreffen):

Fieber, Schüttelfrost

Erbrechen, Durchfall, Verstopfung

Entzündung im Mund und an den Lippen (Stomatitis)

Husten

Juckreiz, Ausschlag

niedriger Blutdruck, erhöhter Herzschlag

Sauerstoffmangel

Anschwellen von Gewebe (im Gesicht, an den Lippen, im Bereich um das Auge, in den unteren

Gliedmaßen)

Gewichtszunahme

Infektion, insbesondere Infektion in Verbindung mit dem Katheter, der zur Gabe des

Arzneimittels verwendet wird

Kopfschmerzen

geweitete Pupillen und anomale Pupillenreaktionen

anomale Ergebnisse in Blut- oder Urintests (Blutkörperchen oder andere Blutbestandteile,

Leberfunktion, Nierenfunktion)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Personen betreffen):

lebensbedrohliche Infektion (Sepsis)

Anfälle

Unruhe, Angst

Nervenstörung in den Armen und/oder Beinen (mit anomalen Empfindungen oder Schwäche),

Schwindel, Zittern, Muskelspasmen

Lähmung der Augenmuskeln, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Schwellung der

Netzhaut

Bluthochdruck

Herzversagen, Flüssigkeit im Bereich des Herzens

Atemversagen, Flüssigkeit in der Lunge

plötzliches Verkrampfen der Atemwege (Bronchospasmus, Laryngospasmus), rasche Atmung

verminderter Appetit, Übelkeit, aufgeblähter Bauch, Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle

Reaktionen an der Injektionsstelle, Hautprobleme wie z. B. Rötung, trockene Haut, Ekzem,

übermäßiges Schwitzen, Reaktion auf Licht

Unvermögen, Wasser zu lassen, oder Ausscheiden geringerer Urinmengen

Gewichtsabnahme, Flüssigkeitsverlust (Dehydration)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Personen betreffen):

Schock aufgrund verminderter Menge an Körperflüssigkeit

Bildung von Blutgerinnseln in den kleinen Blutgefäßen (disseminierte intravaskuläre

Gerinnung)

eine Art von Allergie (Serumkrankheit) mit Fieber, Ausschlag und Entzündung der Gelenke

eine Erkrankung des Gehirns, die durch Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und

Sehverlust gekennzeichnet ist (posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom)

Entzündung des Darms, Schädigung der Leber

Nierenversagen

eine Erkrankung, bei der einige der kleinen Venen in der Leber verstopft sind

(Venenverschlusskrankheit)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Dinutuximab beta EUSA aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „verw. bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C). Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt

vor Licht zu schützen.

Nach dem Öffnen ist Dinutuximab beta EUSA zur sofortigen Anwendung vorgesehen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Dinutuximab beta EUSA enthält

Der Wirkstoff ist: Dinutuximab beta.

1 ml Konzentrat enthält 4,5 mg Dinutuximab beta. Jede Durchstechflasche enthält 20 mg

Dinutuximab beta in 4,5 ml.

Die sonstigen Bestandteile sind: Histidin, Sucrose, Polysorbat 20, Wasser für Injektionszwecke,

Salzsäure (zur pH-Einstellung).

Wie Dinutuximab beta EUSA aussieht und Inhalt der Packung

Dinutuximab beta EUSA ist eine klare, farblose Flüssigkeit in einer durchsichtigen Durchstechflasche

aus Glas mit einem Gummistopfen und einem Verschluss aus Aluminium.

Jeder Umkarton enthält 1 Durchstechflasche.

Pharmazeutischer Unternehmer

EUSA Pharma (UK) Limited

Breakspear Park, Breakspear Way

Hemel Hempstead

HP2 4TZ

Vereinigtes Königreich

Hersteller

Andersonbrecon (UK) Limited

Units 2-7, Wye Valley Business Park

Brecon Road, Hay-On-Wye, Hereford

HR3 5PG

Vereinigtes Königreich

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im {MM.JJJJ}.

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar. Sie finden dort auch Links zu anderen

Internetseiten über seltene Erkrankungen und Behandlungen.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dinutuximab beta EUSA ist auf die Anwendung im Krankenhaus beschränkt und darf nur unter der

Aufsicht eines in der Anwendung onkologischer Therapien erfahrenen Arztes erfolgen. Es muss von

einer medizinischen Fachkraft verabreicht werden, die darauf vorbereitet ist, schwere allergische

Reaktionen, einschließlich Anaphylaxie, in einer Umgebung zu behandeln, in der vollständige

Reanimationsmaßnahmen sofort verfügbar sind.

Dosierung

Die Behandlung mit Dinutuximab beta besteht aus 5 aufeinanderfolgenden Zyklen zu je 35 Tagen. Die

Einzeldosis wird anhand der Körperoberfläche bestimmt und sollte insgesamt 100 mg/m

pro Zyklus

betragen.

Es sind zwei Arten der Verabreichung möglich:

eine kontinuierliche Infusion über die ersten 10 Tage eines jeden Zyklus (insgesamt

240 Stunden), mit einer täglichen Dosis von 10 mg/m

oder fünf täglich stattfindende Infusionen zu je 20 mg/m

, verabreicht über 8 Stunden an den

ersten 5 Tagen eines jeden Zyklus.

Wenn IL-2 mit Dinutuximab beta kombiniert wird, sollte es während jedes Zyklus zweimal jeweils an

5 aufeinanderfolgenden Tagen als subkutane Injektionen verabreicht werden. Die erste 5-tägige

Behandlung sollte 7 Tage vor der ersten Infusion mit Dinutuximab beta beginnen. Die zweite 5-tägige

Behandlung mit IL-2 sollte gleichzeitig mit der Dinutuximab beta-Infusion (Tage 1 bis 5 eines jeden

Zyklus) beginnen. IL-2 wird als 6×10

IE/m

/Tag verabreicht; dies resultiert in einer Gesamtdosis von

60×10

IE/m

/Zyklus.

Herstellung der Infusion

Die Infusionslösung muss unter aseptischen Bedingungen hergestellt werden. Die Lösung darf keiner

direkten Sonneneinstrahlung und keiner Hitze ausgesetzt werden.

Die patientenspezifische tägliche Dosis Dinutuximab beta EUSA wird auf der Grundlage der

Körperoberfläche berechnet. Dinutuximab beta EUSA ist unter aseptischen Bedingungen mit

Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Infusionslösung, die 1 % Humanalbumin enthält (z. B.

5 ml Humanalbumin 20 % pro 100 ml Natriumchloridlösung) auf die patientenspezifische

Konzentration/Dosis zu verdünnen.

Bei kontinuierlichen Infusionen kann die Infusionslösung täglich frisch oder in ausreichender

Menge für bis zu 5 Tage kontinuierlicher Infusion hergestellt werden. Die tägliche Dosis beträgt

10 mg/m

. Die Menge der täglich zu infundierenden Lösung (innerhalb eines Behandlungszyklus

von 10 aufeinanderfolgenden Tagen) sollte 48 ml betragen; dies entspricht 240 ml für eine 5-

Tages-Dosis. Es wird empfohlen, 50 ml Lösung in einer 50-ml-Spritze oder 250 ml Lösung in

einem für die eingesetzte Infusionspumpe geeigneten Infusionsbeutel herzustellen, d. h. einen

Überschuss von 2 ml (Spritze) bzw. 10 ml (Infusionsbeutel), um den Totvolumina der

Infusionssysteme Rechnung zu tragen.

Bei täglich wiederholten Infusionen beträgt die tägliche Dosis 20 mg/m

, und die berechnete

Dosis sollte in 100 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %), die 1 % Humanalbumin enthalten,

verdünnt werden.

Verabreichung der Infusion

Die Infusionslösung ist über einen peripheren oder zentralen Venenkatheter zu verabreichen. Weitere

gleichzeitig intravenös verabreichte Substanzen sind über einen separaten Infusionskatheter zu

verabreichen. Das Behältnis ist vor der Verabreichung visuell auf Partikel zu überprüfen. Es wird

empfohlen, während der Infusion einen 0,22-Mikrometer-Inline-Filter zu verwenden.

Für kontinuierliche Infusionen kann ein beliebiges Medizinprodukt, das für die Infusion mit einer Rate

von 2 ml pro Stunde geeignet ist, eingesetzt werden, z. B. Infusionsspritzenpumpen/Perfusoren oder

elektronische tragbare Infusionspumpen. Es gilt zu beachten, dass elastomere Pumpen in Kombination

mit Inline-Filtern nicht als geeignet betrachtet werden.

Lagerung der verdünnten Lösung

Die chemische und physikalische Stabilität im Gebrauch wurde für bis zu 48 Stunden bei 25 °C (50-

ml-Spritze) und für bis zu 7 Tage bei 37 °C (250-ml-Infusionsbeutel) nachgewiesen, nachdem das

Arzneimittel insgesamt 72 Stunden lang in einem Kühlschrank (2 °C– 8 °C) gelagert wurde.

Aus mikrobiologischer Sicht ist das Produkt sofort zu verwenden. Wenn es nicht sofort verwendet

wird, liegen die Lagerzeiten und Lagerbedingungen im Gebrauch in der Verantwortung des

Anwenders; sie betragen in der Regel nicht mehr als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C, es sei denn, die

Verdünnung ist unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt.

Entsorgung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.