ProQuad

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • ProQuad Injektionssuspension
  • Darreichungsform:
  • Injektionssuspension
  • Zusammensetzung:
  • das virus der Masern-Fälle Wohn - (Stamm: Ender ' s Edmonston) min. 3 log 10 U., virus parotitis Wohn - (Stamm: Jeryl Lynn (Level B)) min. 4.3 log 10 U., virus Röteln-lebend (Stamm: Wistar RA 27/3) min. 3 log 10 U., virus varicellae Wohn - (Stamm: Oka/Merck) min. 3.99 log 10 U., Zucker, Gelatine, natrii chloridum, sorbitolum, medium199, natrii hydrogenoglutamas monohydricus, dinatrii phosphas dodecahydricus, natrii hydrogenocarbonas, minimal essential medium (MEM), kalii hydrogenophosphas, kalii chloridum, neomycinum 5 µg, phenolsulfonphthaleinum, albuminum serum und Mensch.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • ProQuad Injektionssuspension
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Impfstoffe
  • Therapiebereich:
  • aktive Immunisierung gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen, ab dem 1. bis zum 12. Geburtstag

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 699
  • Berechtigungsdatum:
  • 08-11-2010
  • Letzte Änderung:
  • 23-01-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

ProQuad®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Zusammensetzung

Wirkstoff:

Eine Dosis (0.5 ml) des rekonstituierten Impfstoffs enthält:

Masern-Virus1, Stamm Enders' Edmonston

(lebend, attenuiert): mind. 3.00 log10 ZKID50*

Mumps-Virus1, Stamm Jeryl Lynn (Level B)

(lebend, attenuiert): mind. 4.30 log10 ZKID50

Röteln-Virus2, Stamm Wistar RA 27/3

(lebend, attenuiert): mind. 3.00 log10 ZKID50

Varicella-Virus3, Stamm Oka/Merck

(lebend, attenuiert): mind. 3.99 log10 PBE**

* Zellkulturinfektiöse Dosis 50%

** Plaquebildende Einheiten

(1) Gezüchtet in Hühnerembryozellen

(2) Gezüchtet in humanen, diploiden Lungenfibroblasten (WI-38)

(3) Gezüchtet in humanen, diploiden Zellen (MRC-5)

Hilfsstoffe:

Saccharose, Hydrolisierte Gelatine, Harnstoff, Natriumchlorid, Sorbitol, Natriumglutamat,

Natriumphosphat, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumphosphat, Kaliumchlorid, Medium 199 mit

Hanks' Salzen, Minimum Essential Medium, Eagle (MEM), Neomycin, Phenolrot.

Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke.

ProQuad enthält 250 µg rekombinantes Humanalbumin (rHA), welches nicht als Hilfsstoff

verwendet wird, jedoch als Rückstand aus der Herstellung stammt.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionssuspension. Fertigspritze mit Lösungsmittel und Durchstechflasche mit Pulver.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

ProQuad ist indiziert zur gleichzeitigen aktiven Immunisierung gegen Masern, Mumps, Röteln und

Varizellen bei Personen ab 12 Monaten.

ProQuad sollte gemäss den offiziellen Impfempfehlungen angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Personen ab 12 Monaten sollten zwei Dosen ProQuad erhalten oder eine Dosis ProQuad, gefolgt von

einer zweiten Dosis eines monovalenten Varizellen-Impfstoffs, um einen optimalen Schutz vor

Varizellen zu gewährleisten (siehe Abschnitt Pharmakodynamik). Zwischen der ersten und zweiten

Dosis von Virus-Lebendimpfstoffen muss ein Mindestabstand von einem Monat eingehalten werden.

Die zweite Dosis sollte vorzugsweise innerhalb von drei Monaten nach der ersten Dosis verabreicht

werden.

Hinweis: Es sind die offiziellen Impfempfehlungen hinsichtlich des zeitlichen Abstands zwischen

den Impfdosen und der Zahl der erforderlichen Impfdosen von Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff und

Varizellen-Impfstoff (zwei Dosen oder eine Dosis) zu beachten.

Wenn zuvor ein Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff und ein Varizellen-Impfstoff verabreicht wurden,

kann ProQuad Personen ab 12 Monaten als 2. Dosis verabreicht werden.

Der Impfstoff ist für die intramuskuläre (i.m.) oder subkutane (s.c.) Injektion bestimmt.

Bei jüngeren Kindern wird der Impfstoff vorzugsweise in den anterolateralen Bereich des

Oberschenkels und bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vorzugsweise in den Bereich

des M. deltoideus injiziert.

Bei Patienten mit Thrombozytopenie oder einer Gerinnungsstörung sollte der Impfstoff subkutan

verabreicht werden.

Nicht intravenös verabreichen.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit nach früherer Verabreichung eines Varizellen-Impfstoffs oder eines Masern-

Mumps- oder Röteln-Impfstoffs, gegen einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Neomycin, das

als Rückstand aus der Herstellung in Spuren enthalten sein kann (siehe Abschnitte Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen und Zusammensetzung).

·Pathologische Blutbildveränderungen, Leukämie, Lymphome jeglicher Art oder andere Malignome

mit Auswirkung auf das hämatopoetische oder lymphatische System.

·Behandlung mit Immunsuppressiva (einschliesslich hoher Dosen von Kortikosteroiden). ProQuad

ist nicht kontraindiziert bei Personen mit topischer oder niedrig dosierter parenteraler

Kortikosteroidtherapie (z.B. zur Asthmaprophylaxe oder als Substitutionstherapie).

·Humorale oder zelluläre Immundefizienz (angeboren oder erworben) einschliesslich Hypo- und

Dysgammaglobulinämie, AIDS, symptomatische HIV-Infektion, CDC Klasse 2 oder höher bzw. ein

altersspezifischer CD4+-T-Lymphozyten-Anteil von <25% (siehe Abschnitt Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen). Bei stark immungeschwächten Patienten, die versehentlich einen Impfstoff

mit Masern-Komponente erhielten, wurden Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis, Pneumonitis

und Todesfälle als direkte Folge einer durch das Impfvirus ausgelösten disseminierten Masern-

Infektion berichtet.

·Kongenitale oder erbliche Immunschwäche in der Familienanamnese, es sei denn, die zu impfende

Person hat ein nachgewiesenermassen intaktes Immunsystem.

·Aktive, unbehandelte Tuberkulose (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

·Bei Erkrankungen mit Fieber >38,5 °C sollte die Impfung verschoben werden.

·Schwangerschaft (siehe auch Abschnitte Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen und

Schwangerschaft/Stillzeit)

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Fieberkrämpfe

Nach der Verabreichung von ProQuad (1. Dosis) bei Kindern im Alter von 12 bis 23 Monaten, die

zuvor nicht gegen Masern, Mumps, Röteln oder Varizellen geimpft wurden ist die Häufigkeit von

Fieber und Fieberkrämpfen um 5 bis 12 Tage nach Impfung erhöht, im Vergleich zu Kindern, die mit

Masern, Mumps und Rötelnimpfstoff und separat verabreichtem Varizellen Impfstoff geimpft

wurden. (siehe Abschnitt Unerwünschte Wirkungen).

Aus diesem Grund ist bei der Verabreichung der ersten Dosis die getrennte Applikation eines MMR

Impfstoffs und eines monovalenten Varizellen Impfstoffs an verschiedenen Körperstellen zu

bevorzugen.

Es sollten geeignete medizinische Behandlungs- und Überwachungsmöglichkeiten für den Fall einer

seltenen anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktion nach Verabreichung des Impfstoffs unmittelbar

zur Verfügung stehen, da es zu Überempfindlichkeitsreaktionen, nicht nur gegen den Wirkstoff,

sondern auch gegen alle sonstigen Bestandteile des Impfstoffs sowie gegen Spuren von Rückständen

aus der Herstellung im Impfstoff (z.B. Neomycin) kommen kann (siehe Abschnitte

Kontraindikationen und Zusammensetzung).

Die Masern- und die Mumps-Komponente des Lebendimpfstoffs werden in Hühnerembryo-

Zellkulturen gezüchtet. Bei Personen mit bekannten anaphylaktischen, anaphylaktoiden oder anderen

Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (wie Nesselsucht, Schwellungen im Mund- und

Rachenraum, Atembeschwerden, Blutdruckabfall oder Schock) nach Verzehr von Hühnereiern

besteht daher möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen vom

Soforttyp. Wird eine Impfung für diese Personen in Erwägung gezogen, sollte eine sorgfältige

Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

ProQuad sollte bei Personen mit Krampfanfällen oder zerebralen Schädigungen in der Eigen- oder

Familienanamnese mit Vorsicht angewendet werden. Der Arzt sollte aufmerksam auf eine mögliche

Temperaturerhöhung nach Verabreichung des Impfstoffs achten (siehe Abschnitt Unerwünschte

Wirkungen).

Dieser Impfstoff enthält 16 mg Sorbitol als Hilfsstoff. Personen mit der seltenen hereditären

Fruktose-Intoleranz sollten diesen Impfstoff nicht erhalten.

Nach Impfung mit ProQuad sollten über einen Zeitraum von 6 Wochen keine salicylathaltigen

Präparate angewendet werden, da nach Anwendung von salicylathaltigen Präparaten während einer

Varizellen-Wildinfektion über das Auftreten des Reye-Syndroms berichtet wurde.

Wie bei anderen Impfstoffen auch sind nach Impfung mit ProQuad möglicherweise nicht alle

Personen geschützt.

Schwangerschaft

Siehe Abschnitte Kontraindikationen und Schwangerschaft/Stillzeit.

Übertragung

7 bis 28 Tage nach Verabreichung des Impfstoffs kommt es bei der Mehrzahl der Geimpften zur

Ausscheidung von kleinen Mengen des attenuierten Röteln-Impfvirus aus dem Nasen- oder

Rachenraum. Es gibt keinen gesicherten Nachweis dafür, dass auf diesem Weg ausgeschiedene

Impfviren auf empfängliche Personen, die Kontakt mit geimpften Personen haben, übertragen

werden. Daher wird eine Übertragung durch engen körperlichen Kontakt zwar als theoretische

Möglichkeit angesehen, jedoch nicht als signifikantes Risiko betrachtet.

Die Übertragung des Röteln-Impfvirus über die Muttermilch auf Säuglinge, allerdings ohne

Anzeichen einer Erkrankung, ist dokumentiert (siehe Abschnitt Schwangerschaft/Stillzeit).

Es gibt keine Berichte über eine Übertragung des Enders' Edmonston-Stamms des Masern-Virus

oder des Jeryl Lynn-Stamms des Mumps-Virus von Geimpften auf empfängliche Personen.

Beobachtungen nach Einführung von Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) haben gezeigt, dass

das Impfvirus in seltenen Fällen von gesunden geimpften Personen (mit oder ohne einem

varizellenartigen Ausschlag) auf gesunde, empfängliche Kontaktpersonen sowie auf empfängliche

Hochrisiko-Personen übertragen werden kann (siehe Abschnitt Unerwünschte Wirkungen).

Zu den für Varizellen empfänglichen Hochrisiko-Personen gehören:

·Immunsupprimierte Personen (siehe Abschnitt Kontraindikationen)

·Schwangere ohne dokumentierte Varizellen-Anamnese oder ohne Laborbefunde, die eine frühere

Infektion belegen

·Neugeborene von Müttern ohne dokumentierte Varizellen-Anamnese oder ohne Laborbefunde, die

eine frühere Infektion belegen

Geimpfte Personen sollten möglichst bis zu 6 Wochen nach der Impfung enge Kontakte mit für

Varizellen empfänglichen Hochrisiko-Personen vermeiden. Wenn ein solcher Kontakt nicht

vermieden werden kann, sollte das potentielle Risiko einer Übertragung des Impfvirus gegen das

Risiko der Ansteckung und nachfolgenden Übertragung des Varicella-Wildvirus abgewogen werden.

Thrombozytopenie

Personen mit Thrombozytopenie oder mit Gerinnungsstörungen sollte der Impfstoff subkutan

verabreicht werden, da bei einer intramuskulären Injektion eine Blutung auftreten könnte.

Es wurde über Fälle einer Verschlimmerung und das Wiederauftreten einer Thrombozytopenie nach

Impfung mit Masern-, Mumps-, Röteln-, und Varizellen Lebendimpfstoffen inkl. ProQuad bei

Personen berichtet, bei denen bereits nach der ersten Dosis eine Thrombozytopenie aufgetreten war.

In diesen Fällen wird eine erneute Impfung mit ProQuad nicht empfohlen (siehe Abschnitt

Unerwünschte Wirkungen). Die Notwendigkeit einer eventuellen zweiten Dosis Varizellen-

Impfstoffs sollte vor Verabreichung mit serologischen Methoden überprüft werden.

Sonstiges

Klinische Daten über die Verabreichung von ProQuad an Personen mit nachgewiesener HIV-

Infektion ohne Hinweis auf eine Immunsuppression liegen nicht vor. Bei diesen Personen sollte eine

sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen (siehe Abschnitt Kontraindikationen).

Bei Kindern unter tuberkulostatischer Therapie führte die Impfung mit einem Masern

Lebendimpfstoff nicht zu einer Exazerbation der Tuberkulose. Es gibt derzeit jedoch keine Studien

über die Auswirkungen von Masern-Impfstoffen bei Kindern mit unbehandelter Tuberkulose (siehe

Abschnitt Kontraindikationen).

Postexpositionelle Prophylaxe

Klinische Daten über die Anwendung von ProQuad nach einer Masern-, Mumps-, Röteln- oder

Varizellen-Exposition, liegen nicht vor. Die wirksame postexpositionelle Prophylaxe von Varizellen

und Masern konnte jedoch für Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) beziehungsweise für

Impfstoffe mit Masern-Komponente von Merck & Co., Inc. nachgewiesen werden.

Interaktionen

Zwischen der Verabreichung eines Virus-Lebendimpfstoffs und ProQuad sollte ein Mindestabstand

von einem Monat liegen.

Nach der Impfung mit ProQuad sollten über einen Zeitraum von 6 Wochen keine salicylathaltigen

Präparate angewendet werden (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Immunglobulin (Ig) oder Varicella-Zoster-Immunglobulin (VZIg) dürfen nicht gleichzeitig mit

ProQuad verabreicht werden.

Die gleichzeitige Gabe von Immunglobulinen und ProQuad kann die zu erwartende Immunantwort

beeinträchtigen. Die Impfung sollte frühestens 3 Monate nach Blut- oder Plasmatransfusionen oder

der Gabe von Immunglobulinen (Ig) erfolgen. Der zeitliche Abstand zwischen Transfusion bzw.

Immunglobulin-Gabe und Impfung hängt jedoch von der Art der Transfusion sowie der Indikation

bzw. der Dosierung des Immunglobulins ab (z.B. 5 Monate bei VZIg).

Die Verabreichung von Blutprodukten mit Varicella-Zoster-Virus-Antikörpern, einschliesslich VZIg

oder anderen Immunglobulin-Präparaten, innerhalb eines Monats nach Impfung mit ProQuad kann

die Immunantwort abschwächen und somit die protektive Wirksamkeit verringern. Die

Verabreichung derartiger Produkte sollte daher nach der Impfung mit ProQuad einen Monat lang

vermieden werden, es sei denn, die Verabreichung ist unumgänglich.

Nach Impfung mit Masern-Mumps-Röteln-Lebendimpfstoffen kann die Empfindlichkeit von

Tuberkulin-Hauttestungen vorübergehend vermindert sein. Wenn ein Tuberkulintest durchgeführt

werden soll, wird daher empfohlen, diesen Test entweder vor, gleichzeitig mit oder mindestens 4 bis

6 Wochen nach der Impfung mit ProQuad durchzuführen.

Zeitgleiche Verabreichung mit anderen Impfstoffen:

Klinische Studien haben gezeigt, dass ProQuad zeitgleich (jedoch an unterschiedlichen

Injektionsstellen) mit folgenden Impfstoffen verabreicht werden kann: Prevenar und/oder Hepatitis A

Impfstoff. Der dabei verwendete Hepatitis A-Impfstoff VAQTA® ist in der Schweiz nicht

zugelassen. In diesen klinischen Studien wurde gezeigt, dass die Immunantworten unbeeinflusst

blieben. Die Sicherheitsprofile der verabreichten Impfstoffe waren ähnlich (siehe Abschnitt

Unerwünschte Wirkungen).

Bezüglich der gleichzeitigen Verabreichung mit anderen Impfstoffen ist die Datenlage unzureichend.

Schwangerschaft/Stillzeit

Studien über die Anwendung von ProQuad bei Schwangeren wurden nicht durchgeführt. Es ist daher

nicht bekannt, ob ProQuad schädliche Auswirkungen auf den Fetus hat oder die

Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt. Daher dürfen Schwangere nicht mit ProQuad geimpft

werden; des Weiteren muss nach der Impfung eine Schwangerschaft drei Monate lang verhindert

werden (siehe Abschnitte Kontraindikationen und Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Bei der Beratung von Frauen, die versehentlich während der Schwangerschaft geimpft wurden oder

die in den ersten drei Monaten nach der Impfung schwanger wurden, sollte der Arzt folgendes

beachten:

(1) Es gibt Belege dafür, dass eine Infektion mit dem Masern-Wildvirus während der

Schwangerschaft zu einem erhöhten fetalen Risiko führt. Nach Masern-Wildinfektion in der

Schwangerschaft erhöhte sich die Rate von spontanen Fehlgeburten, Totgeburten, angeborenen

Missbildungen und Frühgeburten. Es gibt keine entsprechenden Studien bezüglich der Auswirkungen

eines Kontakts mit attenuierten Masern-Impfvirus-Stämmen während einer Schwangerschaft.

Vorsichtshalber sollte jedoch davon ausgegangen werden, dass auch der Impfvirus-Stamm zu fetalen

Schädigungen führen könnte.

(2) Die Infektion mit dem Mumps-Wildvirus im ersten Trimenon kann zu einer erhöhten Rate von

Spontanaborten führen. Obwohl Infektionen von Plazenta und Fetus mit dem Mumps-Impfvirus

nachgewiesen wurden, gibt es keinen Nachweis kongenitaler Fehlbildungen beim Menschen durch

diese Infektion.

(3) In einem Zeitraum von 15 Jahren wurden mehr als 1'100 schwangere Frauen beobachtet, denen

bis zu drei Monate vor oder nach Konzeption ein Röteln-Impfstoff verabreicht worden war (635

dieser Frauen erhielten den Röteln-Impfstamm Wistar RA 27/3). Bei keinem der Neugeborenen

wurden die für eine Röteln-Embryopathie typischen Schädigungen festgestellt.

(4) Eine Infektion mit Varicella-Wildvirus kann zum fetalen Varizellensyndrom führen; darüber

hinaus besteht während des ersten Lebensjahres ein erhöhtes Risiko für eine Herpes Zoster-

Erkrankung und für Neugeborene an schweren neonatalen Varizellen zu erkranken.

Studien haben gezeigt, dass stillende Mütter, die postpartal mit einem attenuierten Röteln-

Lebendimpfstoff geimpft wurden, das Virus mit der Muttermilch ausscheiden und so auf ihre

Säuglinge übertragen können. Keiner der Säuglinge, bei denen eine Röteln-Infektion serologisch

nachgewiesen wurde, zeigte Symptome einer Röteln-Erkrankung. Es gibt keinen Nachweis dafür,

dass Varicella-Impfviren mit der Muttermilch ausgeschieden werden. Es ist nicht bekannt, ob

Masern- oder Mumps-Impfviren mit der Muttermilch ausgeschieden werden. Daher sollte sorgfältig

abgewogen werden, ob ProQuad an stillende Mütter verabreicht wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

In 5 klinischen Studien wurden 6'038 Kinder von 12 bis einschliesslich 23 Monaten mit ProQuad

ohne gleichzeitige Gabe anderer Impfstoffe geimpft. Kinder, die an diesen Studien teilnahmen,

erhielten entweder die jetzige kühlschrankstabile Form oder eine frühere Formulierung von ProQuad.

Die Kinder wurden über einen Zeitraum von 6 Wochen nach der Impfung beobachtet. Nach einer

Dosis war das Nebenwirkungsprofil beider Impfstoff-Formulierungen vergleichbar. Die einzigen

impfstoffbezogenen systemischen Nebenwirkungen, die in signifikant höherer Zahl beobachtet

wurden bei Kindern, die mit der früheren Formulierung von ProQuad geimpft worden waren, als bei

Kindern, die den Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff von Merck & Co., Inc. und den Varizellen-

Lebendimpfstoff (Oka/Merck) erhalten hatten, waren Fieber (≥38,9 °C oral oder subjektiv erhöht)

und ein masernartiger Ausschlag. Sowohl Fieber als auch der masernartige Ausschlag traten meist

zwischen 5 und 12 Tagen nach der Impfung auf, waren nur von kurzer Dauer und klangen ohne

weitere Folgen ab. Schmerz und Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle traten bei Kindern, die

mit ProQuad geimpft wurden, signifikant weniger häufig auf.

Die einzige impfstoffbezogene Nebenwirkung, die häufiger bei mit ProQuad Geimpften auftrat als

bei Personen, die mit Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) und Masern-Mumps-Röteln-

Impfstoff, hergestellt von Merck & Co., Inc., geimpft wurden, war Ausschlag an der Injektionsstelle.

Nach zeitgleicher Verabreichung von ProQuad mit Prevenar und/oder Hepatitis A-Impfstoff (der

dabei verwendete Hepatitis A-Impfstoff VAQTA® ist in der Schweiz nicht zugelassen) war zwar der

Anteil der gemeldeten Fieber-Fälle etwas höher (20,2% nach zeitgleicher Verabreichung der

Impfstoffe verglichen mit 13,5% nach alleiniger Verabreichung von ProQuad), die allgemeinen

Sicherheitsprofile der verabreichten Impfstoffe waren jedoch ähnlich.

Kinder, die eine zweite Dosis ProQuad erhielten

Mit der neuen Formulierung von ProQuad, die bei der Produktion rekombinantes Albumin

verwendet, wurden zwei grössere Studien durchgeführt, bei denen lokale Reaktionen wie Erytheme,

Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle nach der zweiten Dosis innerhalb von 4 Tagen

nach der Impfung signifikant häufiger als nach der ersten Dosis beobachtet wurden. Dagegen wurde

Fieber >39,4 °C in einem Zeitraum von 0-28 Tagen nach der zweiten Impfung seltener beobachtet.

In der Studie MRV01C (N=3388) stieg die Summe der Lokalreaktionen innerhalb von 4 Tagen nach

der Impfung von 21,4% nach der ersten Dosis auf 33,7% nach der zweiten Dosis an. Fieber >39,4 °C

wurde nach der ersten Dosis bei 25,2% und nach der zweiten Dosis bei 12,1% der Probanden

beobachtet. In der Studie MRV02C (N=470) stieg die Summe der Lokalreaktionen innerhalb von 4

Tagen nach der Impfung von 27,7% nach der ersten Dosis auf 44,2% nach der zweiten Dosis an.

Fieber >39,4 °C wurde nach der ersten Dosis bei 14,8% und nach der zweiten Dosis bei 7,9% der

Probanden beobachtet (siehe Abschnitt Pharmakodynamik bzgl. Studienbeschreibung).

Kinder, die ProQuad intramuskulär erhalten haben

Die allgemeinen Sicherheitsprofile bei intramuskulärer und subkutaner Verabreichung waren

vergleichbar (siehe Studienbeschreibung in Abschnitt Pharmakodynamik).

Kinder von 4 bis einschliesslich 6 Jahren, die ProQuad nach Erstimpfung mit Varizellen-

Lebendimpfstoff (Oka/Merck) und Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff, hergestellt von Merck & Co.,

Inc., erhielten

Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen in der ProQuad-Gruppe waren vergleichbar mit denen in

den Gruppen, die Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) und Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff,

hergestellt von Merck & Co., Inc., erhielten (siehe Studienbeschreibung in Abschnitt

Pharmakodynamik).

Es wurden keine spezifischen Studien zur Impfung mit ProQuad an Personen ab 2 Jahren

durchgeführt, die nicht mit Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizellen-Impfstoffen vorgeimpft waren.

Von den Prüfärzten wurden folgende Nebenwirkungen nach Verabreichung einer Dosis ProQuad als

impfstoffbezogen bewertet. Nebenwirkungen mit dem Symbol * wurden in den klinischen Studien

aktiv abgefragt.

Weitere Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien und nach Zulassung des Masern-Mumps-

Röteln-Impfstoffs, hergestellt von Merck & Co., Inc., der monovalenten Impfstoff-Komponenten des

Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffs, hergestellt von Merck & Co., Inc., oder des Varizellen-

Lebendimpfstoffs (Oka/Merck) berichtet. Diese unerwünschten Ereignisse sind ohne

Berücksichtigung einer möglichen Kausalität oder der Häufigkeit ihres Auftretens im Folgenden

aufgeführt. Die Häufigkeit der unerwünschten Ereignisse wurde als «nicht bekannt» qualifiziert,

wenn sie aufgrund der vorhandenen Daten nicht abgeschätzt werden kann.

[Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100; <1/10); gelegentlich (≥1/1'000; <1/100); selten (≥1/10'000,

<1/1'000); nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)]

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen der oberen Atemwege.

Gelegentlich: Infektionen des Ohrs, Gastroenteritis, Nasopharyngitis, Otitis media, Pharyngitis,

Roseola, Virusinfektion, virale Hautausschläge

Selten: Bronchiolitis, Candida-Windeldermatitis, Candidiasis, Cellulitis, infektiöser Krupp, virale

Gastroenteritis, Hand-Fuss-Mund-Krankheit, Influenza, Pseudokrupp, Infektion der Atemwege,

Hautinfektion, Tonsillitis, Varizellen (Nach Markteinführung von Varizellen-Lebendimpfstoff

(Oka/Merck) wurden durch den Impfstoff verursachte Varizellen sowie Übertragung des Varizellen-

Impfvirus (Oka/Merck) auf gesunde, nicht immunsupprimierte Personen beobachtet)*, virale

Konjunktivitis.

Nicht bekannt: Aseptische Meningitis (siehe unten), atypische Masern, Epididymitis, Herpes Zoster,

Infektion, Influenza, Masern, Orchitis, Parotitis.

Über Fälle aseptischer Meningitis wurde nach Masern-Mumps-Röteln-Impfung berichtet. Ein

Kausalzusammenhang zwischen anderen Stämmen des Mumps-Impfstoffs und aseptischer

Meningitis konnte gezeigt werden, es gibt jedoch keinen Hinweis auf einen Zusammenhang

zwischen dem im Impfstoff enthaltenen Jeryl Lynn-Mumps-Impfstamm und aseptischer Meningitis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Leukozytose, Lymphadenopathie.

Nicht bekannt: Lymphadenitis, regionale Lymphadenopathie, Thrombozytopenie, aplastische

Anämie inkl. gleichzeitigem Auftreten einer PCR bestätigten systemischen Infektion mit dem

Impfstamm Oka/Merck.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Überempfindlichkeit

Nicht bekannt: Anaphylaktoide Reaktionen, Anaphylaxie und damit zusammenhängende Symptome

wie angioneurotisches Ödem, Gesichtsödem und periphere Ödeme, Anaphylaxie bei Personen mit

und ohne Allergien in der Anamnese.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Appetitlosigkeit, verminderter Appetit.

Selten: Dehydratation.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Reizbarkeit.

Gelegentlich: Weinen, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen.

Selten: Erregung, Apathie, Anhänglichkeit, Gefühlsschwankungen, Nervosität, Unruhe.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Fieberkrämpfe, Schläfrigkeit.

Selten: Ataxie, Krampfanfälle, Kopfschmerzen, schrilles Schreien, Hyperkinesie, Hypersomnie,

Lethargie, Tremor.

Nicht bekannt: Akute disseminierte Enzephalomyelitis (ADEM), Afebrile Krämpfe oder Anfälle,

Fazialisparese, Apoplexie, Benommenheit, abnormes Traumverhalten, Enzephalitis (siehe unten),

Enzephalopathie (siehe unten), Guillain-Barré-Syndrom, Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis

(MIBE) (siehe Abschnitt Kontraindikationen), Augenmuskellähmungen, Parästhesien, Polyneuritis,

Polyneuropathie, subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) (siehe unten), Synkopen,

transverse Myelitis, Tremor.

Nach Anwendung von ProQuad wurden Fieberkrämpfe berichtet. Übereinstimmend mit Ergebnissen

aus klinischen Studien zum Zeitpunkt des Auftretens von Fieber und masernähnlichem Ausschlag

ergab die Analyse einer Postmarketing-Beobachtung zur Sicherheit bei Kindern (n = 31'298, 99%

davon im 2. Lebensjahr), nach der ersten Dosis ProQuad eine grössere Häufigkeit von

Fieberkrämpfen zwischen Tag 5 und 12 nach Impfung (n = 22; 0,7 pro 1'000 Kinder) als bei 31'298

Kindern einer historischen, in Alter und Geschlecht vergleichbaren Kontrollgruppe, die vor

Einführung von ProQuad gleichzeitig mit dem von Merck & Co., Inc. hergestellten Masern-Mumps-

Röteln-Impfstoff und dem Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) geimpft worden waren (n = 10;

0,3 pro 1'000 Kinder). Im Zeitraum von 30 Tagen nach Gabe von ProQuad war die Häufigkeit von

Fieberkrämpfen (n = 44; 1,4 pro 1'000 Kinder) ähnlich wie in der Kontrollgruppe (n = 40; 1,3 pro

1'000 Kinder).

Diese Daten lassen darauf schliessen, dass pro 2.600 mit ProQuad geimpften Kindern ein

zusätzlicher Fall eines Fieberkrampfes auftritt, verglichen mit der separaten Gabe des von Merck &

Co, Inc. hergestellten Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffs und des Varizellen-Lebendimpfstoffs

(Oka/Merck). Diese Daten wurden durch eine Post-Marketing-Beobachtungsstudie bestätigt, die von

den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention durchgeführt wurde.

Pro 3 Millionen Dosen des in MMR II enthaltenen Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfstoffs

wurde etwa ein Fall von Enzephalitis und Enzephalopathie, ausgenommen subakute sklerosierende

Panenzephalitis (SSPE), berichtet. Post-Marketing-Beobachtungen zu MMR II seit 1978 weisen

darauf hin, dass schwere Nebenwirkungen wie Enzephalitis und Enzephalopathie auch weiterhin

selten beschrieben werden. Das Risiko für solche schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen ist

nach einer Lebendimpfung mit Masernviren immer noch weitaus geringer als das Enzephalitis- und

Enzephalopathie-Risiko durch den Masern-Wildtyp, das in der Literatur mit bis zu 1 Fall je 1000

angegeben wird.

Bei immungeschwächten Patienten, die versehentlich einen Impfstoff mit Masern-Komponente

erhielten, wurden Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis, Pneumonitis und Todesfälle als

direkte Folge einer durch das Impfvirus ausgelösten disseminierten Masern-Infektion berichtet (siehe

Abschnitt Kontraindikationen); durch das Impfvirus ausgelöste disseminierte Mumps- und Röteln-

Infektion mit Nachweis der Impfviren in der Hirnbiopsie wurde ebenfalls berichtet.

Es gab Berichte über SSPE bei Kindern, die sich laut Anamnese nicht mit dem Masern-Wildvirus

infiziert, jedoch einen Masern-Impfstoff erhalten hatten. Einige dieser Fälle könnten die Folge einer

unerkannten Masern-Infektion während des ersten Lebensjahres oder auch auf die Masern-Impfung

zurückzuführen sein. Eine retrospektive Fall-Kontrollstudie, die von den US-amerikanischen Centers

for Disease Control and Prevention durchgeführt wurde, schätzt die Inzidenz der Masern-Impfstoff

bedingten subakuten sklerosierenden Panencephalitis (SSPE) auf 1:1'000'000. Die natürliche

Inzidenz der SSPE wird auf 6-22 Fälle auf 1'000'000 Masern-Wildtyp-Infektionen geschätzt. Somit

ist anzunehmen, dass die Masernimpfung insgesamt das Risiko einer SSPE durch Reduktion der

Wildtyp-Maserninfektion vermindert.

Augenerkrankungen

Selten: Konjunktivitis, Augensekretion, Blepharitis, Irritationen, Schwellung und Rötung der Augen,

Augentränen, Sehbeschwerden.

Nicht bekannt: Lidödem, Reizung, Nekrotisierende Retinitis (nur bei immunsupprimierten Patienten

berichtet), Optikusneuritis, Retinitis, Retrobulbärneuritis.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Selten: Ohrenschmerzen.

Nicht bekannt: retrocochleäre Taubheit.

Gefässerkrankungen

Selten: Erröten, Blässe.

Nicht bekannt: Extravasation.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Gelegentlich: Husten, Verstopfung der Nasen- und Atemwege, Rhinorrhoe

Selten: Asthma, Lungenstauung, Nebenhöhlenaffektionen, Niesen, Giemen.

Nicht bekannt: Bronchospasmus, Bronchitis, Epistaxis, Pneumonitis (siehe Abschnitt

Kontraindikationen), Pneumonie, Rhinitis, Sinusitis, Halsschmerzen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Durchfall, Erbrechen.

Selten: Schmerzen im Oberbauch, abnormaler Stuhl, Obstipation, Flatulenz, Übelkeit, vermehrter

Speichelfluss, Stomatitis, Zahnen

Nicht bekannt: Bauchschmerzen, Hämatochezie, Ulzera der Mundhöhle.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: masernartiger Ausschlag*, Ausschlag, varizellenartiger Ausschlag*.

Gelegentlich: Dermatitis (einschliesslich Kontaktdermatitis, atopischer Dermatitis und

Windeldermatitis), Miliaria, rötelnartiger Ausschlag*, Urtikaria, virales Exanthem, Ekzem, Erythem.

Selten: Akne, akutes haemorrhagisches Ödem im Kindesalter, feucht-kalte Haut, exfoliative

Dermatitis, Arzneimittelexanthem, Exanthem, Livedo reticularis, papulöser Ausschlag, Pruritus,

Hautverfärbung, Hautläsionen, zosterartiger Ausschlag.

Nicht bekannt: Erythema multiforme, Purpura Schoenlein-Henoch, Herpes simplex, Impetigo,

Panniculitis, Purpura, Hautverhärtung, Stevens-Johnson-Syndrom, Sonnenbrand.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Schmerz im Arm, Steifheit.

Nicht bekannt: Arthritis und/oder Arthralgie (in der Regel vorübergehend und selten chronisch (siehe

unten)), Schmerzen des Bewegungsapparates, Myalgien, Hüft-, Bein- oder Nackenschmerz,

Schwellung.

Arthralgie und/oder Arthritis (in der Regel vorübergehend und selten chronisch) sowie Polyneuritis

sind charakteristisch für eine Infektion mit Röteln-Wildvirus; Häufigkeit und Schwere variieren in

Abhängigkeit von Alter und Geschlecht, und sind am ausgeprägtesten bei erwachsenen Frauen, am

wenigsten ausgeprägt bei Kindern vor der Pubertät. Bei Kindern sind Gelenkbeschwerden nach einer

Impfung in der Regel weniger häufig (0 bis 3%) und von kurzer Dauer. Bei Frauen ist die Inzidenz

von Arthritis und Arthralgien in der Regel höher als bei Kindern (12 bis 20%); die Symptome sind

tendenziell ausgeprägter und länger anhaltend und können über mehrere Monate persistieren, in

seltenen Fällen sogar über Jahre. Die Häufigkeit bei weiblichen Jugendlichen scheint zwischen der

bei Kindern und erwachsenen Frauen beobachteten Häufigkeit zu liegen. Diese Nebenwirkungen

werden in der Regel auch von Frauen zwischen 35 und 45 Jahren gut toleriert und beeinträchtigen

den normalen Tagesablauf kaum.

Chronische Arthritis wurde mit Röteln-Wildvirus-Infektionen in Verbindung gebracht und auf

persistierende Viren und/oder virale Antigene zurückgeführt, die aus Körpergewebe isoliert wurden.

Bei geimpften Personen kam es nur selten zu chronischen Gelenkbeschwerden.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Fieber ≥38,9 °C (oral gemessen oder subjektiv erhöht)*, Erythem* oder

Schmerz/Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle.

Häufig: Ekchymose oder Schwellung* an der Injektionsstelle, Ausschlag an der Injektionsstelle.

Gelegentlich: Asthenie/Müdigkeit, Einblutung an der Injektionsstelle, Verhärtung oder Erwärmung

an der Injektionsstelle, Schwellung der Injektionsstelle, Unwohlsein.

Selten: grippeähnliche Erkrankungen; Schuppung an der Injektionsstelle, Verfärbung der

Injektionsstelle, Pruritus an der Injektionsstelle, unspezifischer Ausschlag an der Injektionsstelle,

Reaktionen an der Injektionsstelle, Narbe an der Injektionsstelle, Überwärmung, Schmerz und

Druckempfindlichkeit.

Nicht bekannt: Beschwerden an der Injektionsstelle (kurzzeitiges Brennen und/oder Stechen, Ekzem,

Ödem/Schwellung, nesselsuchtartiger Ausschlag, Hämatom, Verhärtung, Knoten, Bläschen,

Quaddeln und Rötungen), Entzündung, Veränderungen der Lippen, Papillitis, raue/trockene Haut,

Steifheit, Trauma, varizellenartiger Ausschlag, lokale Einblutung nach Gefässpunktion,

Wärmegefühl, subjektive Erwärmung.

Untersuchungen

Selten: Gewichtsverlust.

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Selten: Kontusion, nicht giftiger Biss/Stich.

Soziale Umstände

Selten: Beeinträchtigung der Aktivitäten des täglichen Lebens.

Fälle von Herpes Zoster in klinischen Studien

In einer klinischen Studie mit 2'108 gesunden Teilnehmern von 12 bis einschliesslich 23 Monaten,

die nach der Impfung mit ProQuad über einen Zeitraum von einem Jahr beobachtet wurden, sind 2

Fälle von Herpes Zoster berichtet worden. Beide Fälle verliefen bland und heilten folgenlos ab.

Die systematische Beobachtung über einen Zeitraum von neun Jahren von gegen Varizellen

geimpften Personen ergab keinen Hinweis auf ein erhöhtes Vorkommen von Herpes Zoster in dieser

Population. Dennoch sind die langfristigen Auswirkungen der Varizellen-Impfung auf die Inzidenz

von Herpes Zoster zurzeit nicht bekannt. Derzeit sind keine Langzeit-Daten für ProQuad vorhanden.

Übertragung

Angesichts von Fallberichten aus der Post-Marketing-Beobachtung des Varizellen-Lebendimpfstoffs

(Oka/Merck) besteht in seltenen Fällen die Möglichkeit einer Übertragung des Varizellen-Impfvirus

von ProQuad-Empfängern mit oder ohne varizellenartigen Ausschlag sowohl auf gesunde als auch

auf immunsupprimierte Kontaktpersonen. Es liegen 22 PCR bestätigte Fälle bei mehr als 120

Millionen verkaufter Dosen Varizellen Lebendimpfstoff (Oka/Merck inkl. monovalentem Varivax

Impfstoff) vor (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J07BD54

Pharmakodynamik

Wirkungsmechanismus

Formale Effektivitätsstudien mit ProQuad wurden nicht durchgeführt. Die Effektivität des Masern-

Mumps-Röteln-Impfstoffs, hergestellt von Merck & Co., Inc., und des Varizellen-Lebendimpfstoffs

(Oka/Merck) wurde jedoch in zahlreichen Studien belegt.

In zahlreichen kontrollierten Doppelblindstudien mit den von Merck & Co., Inc. hergestellten

monovalenten Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoffen, deren Komponenten in ProQuad enthalten

sind, wurde eine hohe protektive Wirksamkeit nachgewiesen. In diesen Studien korrelierte die

postvakzinale Serokonversion gegen Masern, Mumps und Röteln mit dem Schutz vor diesen

Krankheiten.

Die von ProQuad induzierten Serokonversionsraten gegen Masern, Mumps und Röteln sind

vergleichbar mit denen nach einer Impfung mit dem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff, hergestellt

von Merck & Co., Inc.

Weltweit wurden mehr als 518 Millionen Dosen des Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffs, hergestellt

von Merck & Co., Inc., verkauft (1978 bis 2007). Die weit verbreitete Anwendung eines 2-Dosen-

Impfschemas in den Vereinigten Staaten und in Ländern wie Finnland und Schweden führte zu

einem Rückgang der Häufigkeit von mehr als 99% dieser drei Erkrankungen.

In kombinierten klinischen Studien mit einer Dosis Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) betrug

die protektive Wirksamkeit des Impfstoffs gegen alle Formen von Varizellen bei gesunden Kindern

81% bis 100%. In einer grossen Fall-Kontrollstudie schützte der Impfstoff zu 85% vor allen Formen

von Varizellen und zu 97% vor mittelschweren bis schweren Krankheitsverläufen.

In einer Studie, in der die protektive Wirksamkeit einer Dosis (n = 1'114) mit der zweier Dosen (n =

1'102) Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) verglichen wurde, betrug die protektive

Wirksamkeit gegen alle Formen von Varizellen über einen Untersuchungszeitraum von 10 Jahren für

eine Dosis 94% und für zwei Dosen 98% (p <0,001). Während des 10jährigen

Untersuchungszeitraums betrug die kumulative Häufigkeit für Varizellen 7,5% nach einer Dosis und

2,2% nach zwei Dosen. Die meisten Fälle, die nach einer Dosis oder nach zwei Dosen des Impfstoffs

berichtet wurden, waren leichte Verlaufsformen der Erkrankung.

Eine Varizellen-Antikörperkonzentration von ≥5 gpELISA-Einheiten/ml im Glykoprotein-Enzym-

Immunoassay (gpELISA ist ein hochempfindlicher, nicht kommerziell erhältlicher Assay) korreliert

nachgewiesenermassen mit einem Langzeitschutz. Klinische Studien haben gezeigt, dass nach

Impfung mit ProQuad eine vergleichbare Seroprotektionsrate (≥5 gpELISA-Einheiten/ml) erreicht

wird wie nach Impfung mit Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck).

Immunogenität

Die Immunogenität wurde in fünf randomisierten klinischen Studien mit Kindern von 12 bis

einschliesslich 23 Monaten mit einer negativen Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizellen-Anamnese

untersucht. Die Immunogenität der jetzigen kühlschrankstabilen Formulierung war vergleichbar mit

der Immunogenität der früheren Formulierung von ProQuad, gemessen 6 Wochen nach

Verabreichung einer Einzeldosis. Die Immunogenität einer Einzeldosis einer früheren Formulierung

von ProQuad war vergleichbar mit der Immunogenität einer Einzeldosis der einzelnen Impfstoff-

Komponenten (Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) und Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff,

hergestellt von Merck & Co., Inc.), die derzeit in einigen Ländern für Routine-Impfungen eingesetzt

werden.

In klinischen Studien mit 6'987 Probanden konnte beim grössten Teil der mit ProQuad Geimpften

eine Immunantwort gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen nachgewiesen werden. Der

Antikörpernachweis erfolgte mit einem entsprechend empfindlichen Enzym-Immuno-Assay (ELISA)

für Masern, Mumps (Wildtyp- und Impfstämme) und Röteln, und mittels gpELISA für Varizellen.

Nach einer Einzeldosis ProQuad lag die Serokonversionsrate der Geimpften gegen Masern bei

97,7%, gegen Mumps zwischen 96,3% und 98,8%, und gegen Röteln bei 98,8%. Für das Varicella-

Virus waren die Serokonversionsraten durchweg hoch (97,9% bis 99,8% in allen Studien). Eine

Serokonversion gegen das Varicella-Virus korreliert jedoch nicht gut mit der Schutzwirkung gegen

Varizellen. Die Seroprotektionsrate für das Varicella-Virus (≥5 gpELISA-Einheiten/ml) lag bei

90,9% (zwischen 80,8% und 94,5%); (diese Antikörperkonzentration korreliert nachweislich mit

einem Langzeitschutz vor Varizellen). Diese Ergebnisse waren vergleichbar mit der Immunantwort

nach gleichzeitiger Verabreichung einer Einzeldosis Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) und

einer Dosis Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff, hergestellt von Merck & Co., Inc., an

unterschiedlichen Injektionsstellen.

Für die neue Formulierung unter Verwendung von rekombinantem Albumin wurde die

immunologische Gelichwertigkeit (non-inferiority) zum älteren MMR-Impfstoff mit humanem

Albumin für die Masern, Mumps und Röteln Komponente nach 2 Dosen bestätigt. Die

Seroprotektionsraten bezüglich Varizellen (gpELISA-Einheiten/mL) waren im historischen

Vergleich bei ProQuad ebenfalls ähnlich.

Entsprechende Untersuchungen zur CMI (cell mediated immunity) nach Impfung mit ProQuad

(MMRV) im Vergleich zur Impfung mit Masern-Mumps-Röteln Impfstoff (MMR) und einer

Einzeldosis Varizellen-Impfstoff (V) mit mindestens 4-wöchigem Abstand liegen keine vor.

Kinder, die eine zweite Dosis ProQuad erhielten

In zwei klinischen Studien erhielten 1'035 Probanden eine zweite Dosis ProQuad etwa 3 Monate

nach der ersten Dosis. Die Serokonversionsraten lagen für Masern bei 99,4%, für Mumps bei 99,9%

und für Röteln bei 98,3%, die Seroprotektionsrate lag für Varizellen bei 99,4% (≥5 gpELISA

Einheiten/ml) der Geimpften. Die geometrischen Mittelwerte der Antikörpertiter (GMT) nach der

zweiten Dosis ProQuad stiegen ungefähr auf das 2fache für Masern, Mumps und Röteln und um das

41fache für Varicella (bzgl. Unbedenklichkeit siehe Abschnitt Unerwünschte Wirkungen).

Kinder, die 2 Dosen ProQuad intramuskulär oder subkutan erhalten haben

In einer klinischen Studie erhielten 405 Kinder 2 Dosen ProQuad entweder intramuskulär oder

subkutan. Zwei intramuskulär injizierte ProQuad-Dosen waren in der untersuchten Per Protokoll

Population aus der Studie im Vergleich zur subkutanen Verabreichung gleichwertig immunogen, was

die Antikörperantwort bezüglich Masern, Mumps, Röteln und Varizellen betraf. Die Tabelle zeigt die

gefundenen Ergebnisse.

Tabelle 1: Antikörperantwort bezüglich Masern, Mumps, Röteln und Varizellen 6 Wochen nach der

zweiten Dosis ProQuad bei initial seronegativen Personen (antigenspezifische Daten der Per

Protokoll Population nach Dosis 2)

Gruppe 1 - INTRAMUSKULAR

Gruppe 2 - SUBKUTAN

Anzahl der Responder

(Seroprotektion-rate)

[95%-

Anzahl der Responder

(Seroprotektionrate)

[95%-

Masern

153 153 (100)

[97,6;

100]

147 147 (100)

[97,5;

100]

Mumps

152 151 (99.3)

[96,4;

100]

148 147 (99.3)

[96,3;

100]

Röteln

129 129 (100)

[97,2;

100]

132 131 (99,2)

[95,9;

100]

Varizellen 138 138 (100)

97,4;

100]

134 133 (99,3)

[95,9;

100]

Seroprotektionsrate auf die Impfung war definiert als:

·Masern-Antikörperkonzentration ≥255 ml.E/ml bei Personen mit einer Ausgangskonzentration

<255 ml.E./ml

·Mumps-Antikörperkonzentration ≥10 ELISA-AK-Einheiten/ml bei Personen mit einer

Ausgangskonzentration <10 ELISA-AK-Einheiten/ml

·Röteln-Antikörperkonzentration ≥10 I.E/ml bei Personen mit einer Ausgangskonzentration <10

I.E/ml

·Varizellen-Antikörperkonzentration ≥5 gpELISA-Einheiten/ml bei Personen mit einer

Ausgangskonzentration <1.25 gpELISA-Einheiten/ml

Kinder von 4 bis einschliesslich 6 Jahren, die ProQuad erhielten und die bereits mit Varizellen-

Lebendimpfstoff (Oka/Merck) und Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff, hergestellt von Merck & Co.,

Inc., vorgeimpft worden waren

Die Immunogenität und Verträglichkeit von ProQuad wurden in einer klinischen Studie mit 799

Probanden von 4 bis einschliesslich 6 Jahren untersucht, die mindestens einen Monat vor Aufnahme

in die Studie mit Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) und Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff,

hergestellt von Merck & Co., Inc., geimpft worden waren. Nach Verabreichung von ProQuad waren

die GMTs für Masern, Mumps, Röteln und Varicella vergleichbar mit den GMTs nach

Verabreichung einer zweiten Dosis Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) und Masern-Mumps-

Röteln-Impfstoff, hergestellt von Merck & Co., Inc.; die Impfstoffe wurden gleichzeitig, jedoch an

unterschiedlichen Körperstellen verabreicht. Darüber hinaus waren die GMTs für Masern, Mumps

und Röteln vergleichbar mit den GMTs nach einer zweiten Dosis des Masern-Mumps-Röteln-

Impfstoffs, hergestellt von Merck & Co., Inc., die gleichzeitig mit einem Placebo verabreicht wurde

(bzgl. Unbedenklichkeit siehe Abschnitt Unerwünschte Wirkungen).

Persistenz der Immunantwort

Die Persistenz von Antikörpern wurde ein Jahr nach der Impfung an einer Untergruppe von 2'108

Probanden untersucht. Bei Probanden, die eine Dosis ProQuad erhalten hatten, lagen die Raten für

die Antikörperpersistenz ein Jahr nach der Impfung für Masern bei 98,9% (1'722 von 1'741), für

Mumps bei 96,7% (1'676 von 1'733), für Röteln bei 99,6% (1'796 von 1'804) und für Varicella bei

97,5% (1'512 von 1'550), (≥ 5 gpELISA Einheiten/ml).

Erfahrungen mit dem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff, hergestellt von Merck & Co., Inc., zeigen,

dass Antikörper gegen Masern, Mumps und Röteln bei den meisten Geimpften noch 11 bis 13 Jahre

nach der ersten Impfung nachweisbar sind. In klinischen Studien mit gesunden Probanden, die eine

Dosis Varizellen-Lebendimpfstoff (Oka/Merck) erhalten hatten, konnten Varicella-Antikörper bei

den meisten Geimpften bis zu 10 Jahre nach Impfung nachgewiesen werden.

Pharmakokinetik

Entfällt.

Präklinische Daten

Herkömmliche präklinische Studien wurden nicht durchgeführt, da keine präklinischen Effekte zu

erwarten sind, die über die in anderen Abschnitten dieser Fachinformation beschriebenen Daten

hinausgehen und die im Hinblick auf die klinische Sicherheit relevant sind.

Sonstige Hinweise

Kontakt mit Desinfektionsmitteln vermeiden.

Zur Rekonstitution des Impfstoffs darf nur das beigepackte Lösungsmittel verwendet werden, da es

frei von Konservierungsmitteln oder anderen antiviralen Substanzen ist, die den Impfstoff

möglicherweise inaktivieren könnten. Nach der Rekonstitution ist ProQuad eine klare, blassgelbe bis

hellrosa Flüssigkeit.

Es ist unerlässlich, für jeden Geimpften jeweils eine separate sterile Spritze und Kanüle zu

verwenden, um die Übertragung von Krankheitserregern von einem Geimpften auf den anderen zu

verhindern.

ProQuad darf nicht mit anderen Impfstoffen in einer Spritze gemischt werden.

Anleitung zur Rekonstitution

Der gesamte Inhalt der Spritze wird in das Fläschchen mit dem Pulver injiziert. Das Fläschchen wird

vorsichtig geschwenkt, um den Inhalt vollständig aufzulösen. Die gesamte Menge des

rekonstituierten Impfstoffs wird aus dem Fläschchen in dieselbe Spritze aufgezogen und das gesamte

Volumen verimpft.

Es wird empfohlen, den Impfstoff unmittelbar nach der Rekonstitution anzuwenden, um einen

Wirksamkeitsverlust zu vermeiden. Wird der rekonstituierte Impfstoff nicht innerhalb von 30

Minuten verabreicht, muss er entsorgt werden.

Der rekonstituierte Impfstoff darf nicht verwendet werden, wenn er Partikel enthält oder das

Aussehen des Impfstoffs von dem oben beschriebenen abweicht.

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieser Impfstoff nicht mit anderen

Arzneimitteln in derselben Spritze gemischt werden. Andere Arzneimittel müssen an

unterschiedlichen Injektionsorten verabreicht werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Der Impfstoff sollte über die Dauer der Zubereitung und Anwendung insgesamt nicht länger als 30

Minuten bei +20 °C bis +25 °C aufbewahrt werden. Aufgelöster Impfstoff, der nicht innerhalb von

30 Minuten verwendet wurde, ist zu entsorgen.

Besondere Lagerungshinweise

ProQuad ist kühlkettenpflichtig und im Kühlschrank zwischen +2 °C und +8 °C aufzubewahren. Vor

Licht geschützt lagern. ProQuad darf nicht eingefroren werden. Versehentlich eingefrorener

Impfsstoff muss vernichtet werden.

Zulassungsnummer

00699 (Swissmedic).

Packungen

Packung mit 1 Durchstechflasche mit Pulver und 1 Fertigspritze mit Lösungsmittel mit 2 separat

beigelegten Nadeln.

Packung mit 10 Durchstechflaschen mit Pulver und 10 Fertigspritzen mit Lösungsmittel mit je 2

separat beigelegten Nadeln.

Abgabekategorie B (Rezeptpflichtig)

Zulassungsinhaberin

MSD Merck Sharp & Dohme AG, Luzern.

Stand der Information

Februar 2017.

S-IPC-V205C-I-092016/WPPI-V221-I-ref-092016

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