Proglicem

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Proglicem Kapseln
  • Darreichungsform:
  • Kapseln
  • Zusammensetzung:
  • diazoxidum 25 mg, excipiens pro Kapsel.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Proglicem Kapseln
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Hypoglykämie

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 39081
  • Berechtigungsdatum:
  • 01-12-1978
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden. Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später

nochmals lesen.

Proglicem® Kapseln

Was ist Proglicem und wann wird es angewendet?

Proglicem enthält den Wirkstoff Diazoxid, welcher den Blutzucker erhöht und den Blutdruck senkt.

Diazoxid bewirkt auch eine Verminderung der Ausscheidung von Wasser und Salzen durch die

Niere. Proglicem wird zur Behebung von Zuständen mit zu niedrigem Blutzucker (Hypoglykämie)

im Zusammenhang mit Tumoren in- und ausserhalb der Bauchspeicheldrüse oder mit einer

sogenannten Leucin-Sensibilität und bei Patienten mit schwerem Bluthochdruck im Zusammenhang

mit einer Nierenfunktionsstörung, der nicht auf die üblichen Behandlungen anspricht, angewendet.

Proglicem darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Proglicem nicht eingenommen/angewendet werden?

Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber dem in Proglicem enthaltenen Wirkstoff Diazoxid,

gegenüber anderen Wirkstoffen der gleichen Klasse (sogenannte Thiazide, harntreibende Mittel) oder

einem der Hilfsstoffe, bei Zuckerkrankheit und beim sogenannten Phäochromocytom (Tumor des

Nebennierenmarks) darf das Arzneimittel nicht angewendet werden.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Proglicem Vorsicht geboten?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird regelmässig Ihren Blutzucker kontrollieren und den Urin auf Zucker

untersuchen, damit eine zu starke Erhöhung des Blutzuckers durch Proglicem korrigiert werden

kann.

Da Proglicem die Ausscheidung von Harnsäure mit dem Urin senkt, wird der Arzt bzw. die Ärztin

regelmässig die Harnsäure im Blut bestimmen, insbesondere wenn Sie an Gicht leiden.

Die wasserzurückhaltende Wirkung von Proglicem kann bei Patienten mit verminderter Herzleistung

eine akute Herzschwäche zur Folge haben. Dieser Zustand kann mit harntreibenden Arzneimitteln

behoben werden.

Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln: Die gleichzeitige Einnahme von harntreibenden

Arzneimitteln kann die Erhöhung des Blutzuckers und der Harnsäure im Blut sowie die Senkung des

Blutdrucks durch Proglicem verstärken. Die blutzuckersteigernde Wirkung von Proglicem kann

ferner durch die gleichzeitige Einnahme von Phenytoin (Arzneimittel gegen Epilepsie),

Kortikosteroiden (entzündungshemmende Arzneimittel wie Cortison) und von hormonalen

Empfängnisverhütungsmitteln („Pille“) verstärkt und durch sogenannte Alfa-Rezeptorenblocker

(Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck und gutartiger Prostatavergrösserung) vermindert

werden. Proglicem kann die Wirkung blutdrucksenkender Arzneimittel und eventuell diejenige von

blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln verstärken sowie die antiepileptische Wirkung von

Phenytoin abschwächen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, welche Arzneimittel Sie

gleichzeitig mit Proglicem einnehmen dürfen, respektive eine Anpassung der Proglicem-Dosis

vornehmen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen, da es zu Übelkeit und Schwindel führen kann.

Verwenden Sie Proglicem nur für Ihr jetziges Leiden, für das der Arzt bzw. die Ärztin es Ihnen

verschrieben hat, nicht aber für andere spätere Leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an

-anderen Krankheiten leiden,

-Allergien haben oder

-andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Proglicem während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet

werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, dürfen Sie Proglicem nicht einnehmen, es sei

denn, Ihr Arzt bzw. Ärztin hält es für unbedingt erforderlich.

Wenn Sie in der Stillzeit mit Proglicem behandelt werden, sollten Sie abstillen.

Wie verwenden Sie Proglicem?

Die Kapseln sollten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

legt die Dosis aufgrund der Schwere der Krankheit fest.

Zur Behandlung des zu niedrigen Blutzuckers beträgt die Anfangsdosis für Erwachsene, Jugendliche

und Kinder ab 2 Jahren 3 mg/kg/Tag, verabreicht in drei gleichen Dosen etwa alle 8 Stunden. Je nach

Ansprechbarkeit kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis erhöhen oder herabsetzen, sie sollte aber 8

mg/kg/Tag nicht übersteigen.

Bei schwerem Bluthochdruck beträgt die Anfangsdosis 100 mg 2-3 mal täglich. Die Dosis wird

individuell nach dem Ansprechen und Verträglichkeit angepasst.

Im Fall einer Einschränkung der Nierenfunktion muss die Dosis reduziert werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Proglicem haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Proglicem auftreten:

Flüssigkeitszurückhaltung (mit Anschwellen der Gliedmassen und Gewichtszunahme), übermässiger

Haarwuchs, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Appetit- und Geschmacksverlust,

Anzeichen von Überzuckerung (starkes Durstgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschwäche,

krampfartige Bauchschmerzen, stark vertiefte Atmung), beschleunigter Herzschlag, Blutdruckabfall,

Hautausschlag, Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Schwäche und Schwindel, Verminderung der

weissen Blutzellen und der Blutplättchen, Anstieg der Harnsäure im Blut, Sehstörungen,

Darmverschluss, Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Bei einer Langzeitbehandlung können Störungen des Ablaufs der Körperbewegungen und des

Gleichgewichts auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren!

Proglicem sollte bei Raumtemperatur (15-25°C) und vor Licht geschützt aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Proglicem enthalten?

1 Kapsel enthält als Wirkstoff 25 mg Diazoxid sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

39081 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Proglicem? Welche Packungen sind erhältlich?

Proglicem erhalten Sie in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 100 Kapseln.

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG

Luzern

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2011 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.