PK-Merz

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • PK-Merz Infusionslösung
  • Darreichungsform:
  • Infusionslösung
  • Zusammensetzung:
  • amantadini sulfas und 200 mg, natrii chloridum, aqua q.s. die Lösung für 500 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • PK-Merz Infusionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Parkinsonismus

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 44135
  • Berechtigungsdatum:
  • 16-12-1982
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

PK-Merz®

Merz Pharma (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Amantadinsulfat.

Hilfsstoffe

Filmtabletten: Azofarbstoff Gelborange S (E110), Titandioxid (E171), Lactose-Monohydrat,

Mikrokristalline Cellulose, Kartoffelstärke, Gelatine, Povidon, Talkum, Hochdisperses

Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Croscarmellose-Natrium, Eudragit E.

Infusionslösung: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Infusionsflasche mit 500 ml Infusionslösung enthält 200 mg Amantadinsulfat.

1 Filmtablette enthält 100 mg Amantadinsulfat.

Die Filmtabletten besitzen eine einseitige Zierkerbe, die nicht zum Teilen der Filmtabletten in

gleiche Dosen dient.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Infusionslösung

Zur Intensiv- und Initialbehandlung schwerer und lebensbedrohlicher Fälle von Parkinsonismus.

Zur vorübergehenden Entlastung von der oralen Therapie.

Zur Steigerung der Vigilanz und zur Bewusstseinsaufhellung bei Koma, z.B. nach Schädel-

Hirntraumen sowie bei verzögerter Aufwachphase nach Narkosen.

Gegen Begleitneuralgien bei Herpes zoster.

Filmtabletten

Morbus Parkinson verschiedener Genese.

Dosierung/Anwendung

Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu

schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei

Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen nachher

geschrieben werden.

Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen. Patienten mit QTc-Vorwerten über

420 ms, oder mit einem QTc-Anstieg von über 60 ms unter PK-Merz Infusion resp. PK-Merz

Filmtabletten oder mit QTc-Zeiten >480 ms unter PK-Merz Infusion resp. PK-Merz Filmtabletten

sowie mit erkennbaren U-Wellen sind von der Behandlung auszuschliessen.

Damit kann bei gleichzeitiger Beachtung der Kontraindikationen die sehr seltene, aber bedrohliche

unerwünschte Wirkung Torsade-de pointes-Kammertachykardie verhindert werden.

Infusionslösung

Übliche Dosierung

Die Einstellung der Patienten hat grundsätzlich individuell zu erfolgen.

Im allgemeinen sind 1-2× täglich 500 ml ausreichend; die Dosierung kann bis zu 3× 500 ml täglich

erhöht werden.

Infusionsdauer: 3 Std. i. v. (maximal 55 Tropfen/min).

Zu beachten

Ein plötzliches Absetzen von PK-Merz Infusion ist zu vermeiden, da es sonst bei Parkinsonpatienten

zu starker Verschlechterung der extrapyramidalen Symptomatik bis hin zur akinetischen Krise

kommen kann.

Filmtabletten

Übliche Dosierung

Für PK-Merz Filmtabletten empfiehlt es sich, in den ersten 3 Tagen mit 1 Filmtablette/Tag zu

beginnen und dann auf die Regeldosis von 2 Filmtabletten/Tag zu steigern, wobei eine weitere

wöchentliche Steigerung um 1 Filmtablette/Tag möglich ist. Die Einnahme sollte jeweils nach dem

Essen erfolgen.

In besonderen Fällen kann unter Kontrolle des Arztes die Dosis auf 5-6 Filmtabletten/Tag erhöht

werden. Die Dosis von 6 Filmtabletten/Tag soll nicht überschritten werden. Dabei ist es

zweckmässig, dass die letzte tägliche Dosis bis zum späten Nachmittag eingenommen wird, um bei

empfindlichen Patienten Einschlafstörungen zu vermeiden.

Bei älteren Patienten, insbesondere solchen mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen, sollte mit

einer geringeren Dosis begonnen werden.

PK-Merz Filmtabletten können mit anderen Antiparkinsonmitteln kombiniert werden. In diesem Fall

ist die Dosierung individuell anzupassen.

Zu beachten

Ein plötzliches Absetzen von PK-Merz Filmtabletten ist zu vermeiden, da es sonst bei

Parkinsonpatienten zu starker Verschlechterung der extrapyramidalen Symptomatik bis hin zur

akinetischen Krise kommen kann und Absetzerscheinungen bis hin zu einem Delir auftreten können.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ausreichende Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen nicht vor.

Bei niereninsuffizienten Patienten ist die Erhaltungsdosis nach erfolgter individueller Einstellung

unbedingt zu reduzieren, da sich die Halbwertszeit erheblich verlängern kann.

Infusionslösung und Tabletten

Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird folgendes Dosierungsschema vorgeschlagen:

GFR (ml/min.)

Erhaltungsdosis (mg) Dosierungsintervall

80-60

12 Stunden

60-50

200 bzw. 100

jeden 2. Tag abwechselnd

50-30

24 Stunden

30-20

2× wöchentlich

20-10

3× wöchentlich

<10 u. Hämodialysepatienten 200 u. 100

wöchentlich oder jede 2. Woche

Um die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) abschätzen zu können, darf folgende Näherung angewandt

werden:

ClKr = (140 – Alter) × Gewicht : 72 × Kreatinin

Wobei ClKr = Kreatininclearance in ml/min und

Kreatinin = Serumkreatinin in mg/100 ml ist.

Der so berechnete Wert der Kreatininclearance gilt für Männer, er beträgt für Frauen ca. 85% und

darf der Inulinclearance zur Ermittlung der GFR (beim Erwachsenen 120 ml/min) gleichgesetzt

werden. Amantadin ist nur bedingt dialysierfähig (ca. 5%).

Kontraindikationen

PK-Merz darf nicht angewendet werden bei Patienten mit:

·Überempfindlichkeit gegenüber Amantadinverbindungen oder einem der anderen Bestandteile des

Arzneimittels. PK-Merz Filmtabletten enthalten einen Azofarbstoff (Gelborange S (E 110)) und

dürfen deshalb bei Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Azofarbstoffen,

Acetylsalicylsäure und anderen Prostaglandinhemmern nicht angewendet werden;

·schwerer nicht kompensierter Herzinsuffizienz (Stadium NYHA IV);

·Kardiomyopathien und Myocarditiden;

·AV-Block Grad II und III;

·vorbekannter Bradykardie unter 55 Schläge/min;

·bekanntem langem QT-Intervall (QTc nach Bazett >420 ms) oder erkennbaren U-Wellen oder

angeborenem QT-Syndrom in der Familienanamnese;

·einer Vorgeschichte von schwerwiegenden ventrikulären Arrhythmien einschliesslich Torsade de

pointes;

·gleichzeitiger Therapie mit QT-verlängerenden Arzneimitteln (siehe «Interaktionen»);

·Erregungs- und Verwirrtheitszuständen;

·deliranten Syndromen sowie exogenen Psychosen in der Anamnese;

·Engwinkelglaukom.

PK-Merz darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

PK-Merz Infusion sollte nicht angewendet werden bei:

·schwerer Niereninsuffizienz (Kreatininclearance <10 ml/min).

PK-Merz darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

·Prostatahypertrophie;

·Niereninsuffizienz (verschiedener Schweregrade; durch eine Verschlechterung der

Filtrationsleistung der Nieren besteht die Gefahr der Kumulation, vgl. Dosierung sonstige Hinweise);

·sowie bei Patienten, die mit Memantin behandelt werden (siehe «Interaktionen»).

Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu

schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei

Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen nachher

geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen. Patienten mit

QTc-Vorwerten über 420 ms oder mit einem QTc-Anstieg von über 60 ms unter PK-Merz oder mit

QTc-Zeiten >480 ms unter PK-Merz sowie mit erkennbaren U-Wellen sind von der Behandlung

auszuschliessen.

Bei Risikogruppen für Elektrolytstörungen, z.B. Diuretikamedikation, häufigem Erbrechen und/oder

Durchfall, Anwendung von Insulin in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen oder anorektischen

Zuständen sind adäquate Laborkontrollen und ein entsprechender Elektrolyt-Ausgleich

durchzuführen, insbesondere für Kalium und Magnesium.

Sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist PK-Merz abzusetzen

und der Patient – innerhalb von 24 Stunden – auf eine eventuelle QT-Verlängerung zu untersuchen.

Wenn keine QT-Verlängerung vorliegt, kann PK-Merz unter Berücksichtigung der

Kontraindikationen und Interaktionen wieder eingesetzt werden.

Bei Herzschrittmacherpatienten ist die exakte Bestimmung der QT-Zeiten nicht möglich. Daher muss

die Entscheidung über eine PK-Merz-Therapie in Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen

individuell erfolgen.

Die zusätzliche Gabe von Amantadin zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe Typ A ist

nicht sinnvoll und wegen der Gefahr der Überdosierung zu vermeiden.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Neuroleptika und PK-Merz behandelt werden, besteht die Gefahr

des Auftretens eines lebensbedrohlichen malignen neuroleptischen Syndroms, wenn PK-Merz

plötzlich abgesetzt wird.

Bei gestörter Nierenfunktion kann es zur Intoxikation kommen.

Bei Patienten mit einem hirnorganischen Psychosyndrom sowie bekannter Anfallsbereitschaft

erfordert die Anwendung von PK-Merz besondere Vorsicht, da sich einzelne Krankheitssymptome

verschlechtern und Krampfanfälle auftreten können (vgl. «Unerwünschte Wirkungen» und

«Dosierung/Anwendung» beachten). Diese Patienten müssen bei der Gabe von PK-Merz unter

ständiger ärztlicher Kontrolle stehen.

Patienten mit bekannten Herz-Kreislauferkrankungen müssen während der gleichzeitigen

Behandlung mit PK-Merz unter regelmässiger ärztlicher Kontrolle stehen.

Oft werden bei Parkinson-Patienten Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss,

Schweissausbrüche, erhöhte Körpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und

depressive Verstimmungen beobachtet. Sie sind unter Beachtung der «Unerwünschten Wirkungen»

und «Interaktionen» von PK-Merz zu behandeln.

Die Patienten sollen aufgefordert werden, beim Auftreten von Beschwerden beim Wasserlassen den

behandelnden Arzt aufzusuchen.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen,

Myasthenia gravis, einem rezidivierenden Ekzem oder Magenulcus.

Bis zu 50% aller Parkinsonpatienten zeigen depressive Symptome, was das Risiko von

Suizidgedanken und Suizidversuchen wahrscheinlicher macht. Über eine geringe Zahl von

Suizidversuchen, einige mit tödlichem Ausgang, wurde unter der Behandlung mit Amantadin

berichtet. Rezepte sollten deshalb für die geringste, mit guter Patientenbetreuung in Einklang

stehende Menge ausgestellt werden.

Interaktionen

Von einer gleichzeitigen Verabreichung stimulierender Medikamente, z.B. Sympathomimetika oder

Appetitzügler, ist während der Behandlung mit PK-Merz abzusehen.

Es liegen keine gezielten Untersuchungen über das Auftreten von Interaktionen nach Verabreichung

von PK-Merz mit anderen Antiparkinsonmitteln (z.B. mit Levodopa, Bromocriptin, Trihexyphenidyl

etc.) und mit Memantin vor (Unerwünschte Wirkungen beachten).

Die gleichzeitige Anwendung von Amantadin mit anderen Arzneimitteln, für die eine Verlängerung

des QT-Intervalls bekannt ist, ist kontraindiziert. Beispiele sind:

·bestimmte Antiarrhythmika der Klasse IA (wie z.B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid) und der

Klasse III (wie Amiodaron, Sotalol);

·bestimmte Antipsychotika (wie z.B. Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid);

·bestimmte tri- und tetracyclische Antidepressiva (wie z.B. Amitriptylin);

·bestimmte Antihistaminika (wie z.B. Astemizol, Terfenadin);

·bestimmte Makrolidantibiotika (wie z.B. Erythromycin, Clarithromycin);

·bestimmte Gyrasehemmer (wie z.B. Sparfloxacin);

·Azol-Antimykotika sowie weitere Arzneimittel wie Budipin, Halofantrin, Cotrimoxazol,

Pentamidin, Cisaprid oder Bepridil.

Diese Aufzählung kann nicht vollständig sein. Vor der gleichzeitigen Anwendung von Amantadin

mit einem anderen Arzneimittel ist dessen Fachinformation dahingehend zu prüfen, ob eine

Interaktion durch QT-Verlängerung zwischen diesem Mittel und Amantadin möglich ist.

Bei gleichzeitiger Therapie mit PK-Merz und den im Folgenden aufgeführten Arzneimittelgruppen

bzw. Wirkstoffen kann es zu den im folgenden beschriebenen Interaktionen kommen:

Anticholinergika

Verstärkung von unerwünschten Wirkungen der Anticholinergika (Verwirrtheitszustände und

Halluzinationen) bei Kombination z.B. mit Trihexyphenidyl, Benzatropin, Scopolamin, Biperiden,

Orphenadrin etc.

Indirekt zentral wirkende Sympathomimetika

Verstärkung der zentralen Wirkung von Amantadin.

Alkohol

Verminderung der Alkoholtoleranz.

Levodopa (Antiparkinsonmittel)

Gegenseitige Verstärkung der therapeutischen Wirkung.

Levodopa kann mit PK-Merz kombiniert werden.

Memantin

Memantin kann die Wirkung und unerwünschte Wirkungen von PK-Merz verstärken

(Kontraindikationen beachten).

Die gleichzeitige Gabe von Diuretika vom Typ der Kombination Triamteren/Hydrochlorothiazid

kann die Plasmaclearance von Amantadin reduzieren und zu toxischen Plasmakonzentrationen

führen. Eine gleichzeitige Anwendung sollte daher unterbleiben.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Amantadin während der Schwangerschaft beim Menschen liegen Fallberichte

vor, in denen von gesunden Kindern, aber auch von Schwangerschaftskomplikationen und

Fehlbildungen (kardiovaskuläre Defekte, Reduktion der Gliedmassen) berichtet wurde.

Amantadin ist bei schwangeren Frauen kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»). Frauen im

gebärfähigen Alter sollten, falls eine Behandlung notwendig ist, während der Behandlung

zuverlässige Verhütungs-methoden anwenden.

Amantadin erwies sich in Tierstudien an Ratten nach hohen Dosen als embryotoxisch und teratogen

(siehe «Präklinische Daten»).

Stillzeit

Amantadin geht in die Muttermilch über. Ist eine Anwendung während der Stillzeit erforderlich,

sollte der Säugling auf mögliche Arzneimittelwirkungen (Hautausschlag, Harnretention, Erbrechen)

beobachtet und wenn notwendig abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Auswirkungen auf die Vigilanz und Akkomodation sind – auch im Zusammenwirken mit anderen

Mitteln zur Behandlung der Parkinsonsyndrome – nicht auszuschliessen. Zu Beginn der Behandlung

kann es daher – über die krankheitsbedingten Einschränkungen hinaus – zu einer Verminderung der

Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kommen. Dies gilt im verstärkten Masse

bei gleichzeitigem Alkoholkonsum.

Unerwünschte Wirkungen

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig können Schlafstörungen und psychische Unruhe/Nervosität auftreten.

Gelegentlich traten auf: Depression, Angstzustände, Agitation, gehobene Stimmung, Albträume.

Besonders bei prädisponierten älteren Patienten können paranoid gefärbte, mit optischen

Halluzinationen einhergehende exogene Psychosen ausgelöst werden. Diese unerwünschten

Wirkungen können besonders bei Kombination von PK-Merz mit anderen Antiparkinsonmitteln

(z.B. Levodopa, Bromocriptin) sowie mit Memantin häufiger auftreten.

Berichtet wurde über Delirium und Manie. Ihre Inzidenz ist aber nicht ohne weiteres aus der

Literatur ersichtlich.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig kann motorische Unruhe auftreten. Gelegentlich bis häufig kommt es zu Schwindel,

orthostatischer Dysregulation und sehr selten bis selten zu Verschwommensehen. Gelegentlich traten

auf: undeutliche Sprache, Kopfschmerzen und Ataxie.

Selten wurde die Auslösung epileptischer Anfälle, meist im Zusammenhang mit höheren als den

empfohlenen Dosen beobachtet.

Sehr selten wurden Myoklonien und Symptome einer peripheren Neuropathie beschrieben.

Augenerkrankungen

Selten wurden Hornhautläsionen, z.B. punktförmige subepitheliale Trübung, eventuell verbunden mit

oberflächlicher Keratitis punctata, Hornhautepithelödem und starkem Verlust der Sehschärfe.

Sehr selten ist vorübergehender Visusverlust berichtet worden.

Herzerkrankungen

Sehr selten wurde über kardiale Arrhythmien wie ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern,

Torsades de pointes und QT-Verlängerungen berichtet. In den meisten dieser Fälle lagen

Überdosierungen, bestimmte Komedikationen oder Risikofaktoren für kardiale Arrhythmien vor

(siehe «Kontraindikationen» sowie «Interaktionen»).

Gefässerkrankungen

Häufig ist auch die Ausbildung einer Livedo reticularis (Bild einer «marmorierten Haut»), zuweilen

verbunden mit Ödemen im Unterschenkel- und Knöchelbereich, zu beobachten.

Erkrankungen des Gastro-Intestinaltraktes

Gelegentlich bis häufig kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Mundtrockenheit und

Anorexie.

Selten ist Diarrhoe berichtet worden.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes/Überempfindlichkeitsreaktionen

Selten wurde über Diaphorese und Exanthem berichtet. Sehr selten ist gesteigerte

Lichtempfindlichkeit berichtet worden.

Der in den PK-Merz enthaltene Azofarbstoff Gelborange S (E110) kann

Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und Atmungsorgane auslösen, insbesondere bei Patienten

mit Asthma, chronischer Urtikaria oder mit Überempfindlichkeit auf nichtsteroidale Antirheumatica.

Sehr selten wurde über eine anaphylaktische Reaktion nach Infusionstherapie berichtet.

Erkrankungen der Niere und Harnwege

Häufig kann Harnretention bei Prostatahypertrophie auftreten.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems/Laborwerte

Sehr selten wurden beobachtet: Leukopenie, reversible Erhöhung von Leberenzymen.

Nach Infusionstherapie sind die oben beschriebenen unerwünschten Wirkungen seltener berichtet

worden.

Überdosierung

Grundsätzlich sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation, beispielsweise bei

Einnahme mehrerer Arzneimittel in suizidaler Absicht, gedacht werden.

a) Symptome einer Überdosierung

Der akute Intoxikationszustand ist gekennzeichnet durch Übelkeit, Erbrechen, Übererregbarkeit,

Tremor, Ataxie, Verschwommensehen, Lethargie, Depression, Dysarthrie und zerebrale

Krampfanfälle; in einem Fall wurde eine maligne kardiale Arrhythmie berichtet.

Akute toxische Psychosen in Form von Verwirrtheitszuständen mit visuellen Halluzinationen bis hin

zum Koma sowie Myoklonus wurden bei gleichzeitiger Verabreichung von Amantadin mit anderen

Antiparkinsonmitteln beobachtet.

b) Therapiemassnahmen bei Überdosierung

Eine spezifische medikamentöse Therapie oder ein Antidot ist nicht bekannt. Bei Intoxikation mit

PK-Merz Filmtabletten ist Erbrechen auszulösen und/oder eine Magenspülung vorzunehmen.

Bei vital bedrohlichen Intoxikationen sind Intensivüberwachungsmassnahmen erforderlich.

Therapeutisch kommen ferner Flüssigkeitszufuhr, Ansäuerung des Urins zur schnelleren

Ausscheidung der Substanz, ggf. Sedierung, antikonvulsive Massnahmen und Antiarrhythmika

(Lidocain i. v.) in Frage.

Zur Behandlung neurotoxischer Symptome (wie oben beschrieben) kann bei Erwachsenen die

intravenöse Gabe von 1–2 mg Physostigmin alle 2 Stunden, bei Kindern 0,5 mg 2-mal in Abständen

von 5 bis 10 Minuten bis zu einer Maximaldosis von 2 mg versucht werden. Aufgrund der geringen

Dialysierbarkeit von Amantadin (ca. 5%) ist eine Hämodialyse nicht sinnvoll.

Es wird empfohlen, die Patienten hinsichtlich einer möglichen QT-Verlängerung und Faktoren, die

das Auftreten von Torsade de pointes begünstigen – z.B. Elektrolytstörungen (insbesondere

Hypokaliämie und Hypomagnesiämie) oder Bradykardie – besonders zu beobachten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BB01

Beim Parkinsonismus bessert PK-Merz die wesentlichen und behindernden Symptome Rigor,

Tremor und Akinese. Zudem ist eine psychische Aufhellung mit vermehrter Anteilnahme an der

Umgebung möglich.

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Amantadin hat gegen die Symptome der Parkinsonerkrankung wirkende Eigenschaften. Der

antiparkinsonistische Wirkungsmechanismus ist komplex und bislang nicht voll aufgeklärt. Neueste

Untersuchungen zum Wirkmechanismus belegen die antagonistische Wirkung am NMDA-

assoziierten Ionenkanal in den Basalganglien.

NMDA-Antagonisten wirken funktional gleichsinnig wie Dopamin, wodurch

verhaltenspharmakologisch festgestellte, dopaminartige Wirkungen erklärt werden können. Daneben

spielen auch geringe anticholinerge Wirkungen von Amantadin eine Rolle.

Pharmakokinetik

Absorption, Distribution

Amantadin wird nach oraler Gabe schnell und vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Maximale Plasmakonzentrationen werden im Mittel nach etwa 2 (Präparat mit

Amantadinhydrochlorid) bzw. 8 (Präparat mit Amantadinsulfat, wie z.B. PK-Merz) Stunden (tmax)

nach Gabe einer Einzeldosis erreicht. Das leicht lösliche Amantadinhydrochlorid gibt eine höhere

Amantadin-Plasmaspitzen-konzentration als das schwerer lösliche Amantadinsulfat, dessen

maximale Plasmaspitzenkonzentration (Cmax) später auftritt als die des Hydrochlorids. Nach einer

peroralen Einzeldosis von 250 mg Amantadinhydrochlorid wird eine Cmax von 0,5 µg/ml erreicht.

Bei einer Dosierung von 200 mg/Tag tritt ein Steady-state nach 4–7 Tagen ein, wobei Plasmaspiegel

zwischen 400–900 ng/ml erreicht wurden. Nach Einnahme von 100 mg Amantadinsulfat beträgt die

Cmax 0,15 µg/ml.

Die Gesamtmenge an resorbiertem Wirkstoff (AUC-Wert) unterscheidet sich für beide Salze des

Amantadins nicht.

Die Plasmaclearance war mit der renalen Clearance identisch, sie betrug bei gesunden älteren

Probanden 17,7 ± 10 l/h. Das scheinbare Verteilungsvolumen (4,2 ± 1,9 l/kg) ist altersabhängig; es

beträgt bei Älteren 6,0 l/kg.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit (HWZ) beträgt zwischen 10 bis 30 Stunden, im Mittel etwa 15

Stunden. Sie wird entscheidend vom Alter der Patienten beeinflusst. Amantadin wird zu etwa 67%

(in vitro) an Plasmaproteine gebunden, ca 33% befinden sich als freie Fraktion im Plasma. Die Blut-

Hirn-Schranke wird mit Hilfe eines sättigbaren Transportsystems überwunden.

Amantadin wird nahezu vollständig unverändert mit dem Urin ausgeschieden (90% der

Einmaldosis), geringe Mengen mit den Faeces.

Metabolismus

Beim Menschen wird Amantadin nicht metabolisiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere männliche Patienten (62 bis 72 Jahre) zeigen eine Eliminationshalbwertszeit um 30 Stunden.

Bei niereninsuffizienten Patienten kann es zu einer erheblichen Verlängerung der terminalen

Halbwertszeit auf 68 ± 10 Stunden kommen, daher sind die speziellen Dosierungsangaben (siehe

unter Dosierung) genau einzuhalten.

Die Dialysierbarkeit von Amantadinhydrochlorid ist gering und liegt bei 5% für eine Einzeldialyse.

Präklinische Daten

Amantadin hat Wirkungen auf die Elektrophysiologie des Herzens, es verlängert u.a. die

Aktionspotentialdauer über eine Hemmung repolarisierender Kaliumströme. Bei Hunden und Affen

werden vereinzelt Extrasystolen beobachtet. Diese Effekte können in seltenen Fällen auch beim

Menschen zu bestimmten Fällen von Herzrhythmusstörungen (Spitzenumkehrtachykardien oder

Torsade-de pointes-Arrhythmien) führen.

In einer Mutagenitätsprüfung mit etablierten in-vitro- und in-vivo-Tests ergaben sich für Amantadin

keine Hinweise auf ein genotoxisches Potential.

Langzeituntersuchungen zur Kanzerogenität von Amantadin liegen nicht vor. Embryotoxizitäts- und

Teratogenitätsstudien an Ratten, Mäusen und Kaninchen haben nur bei Ratten embryoletale

Wirkungen und Fehlbildungen ab einer Dosis von 50 mg/kg KG/Tag gezeigt. Es traten vermehrt

Ödeme, Fehlstellungen der Hinterbeine und Skelettanomalien (fehlende Rippen, Aplasie der

Schwanzwirbelsäule) auf.

Auswirkungen auf die Fertilität sind unzureichend untersucht, es liegen Hinweise auf eine

Fertilitätsbeeinträchtigung ab einer Dosis von 32 mg/kg KG/Tag bei Ratten vor.

Untersuchungen über den Peri-/Postnatalzeitraum wurden nicht durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Datum aufbewahrt

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

PK-Merz Infusionslösung ist nur zu verwenden, wenn der Verschluss unversehrt und die Lösung klar

ist. Nach Anbruch Rest verwerfen.

Die Filmtabletten besitzen eine einseitige Zierkerbe, die nicht zum Teilen der Filmtablette in gleiche

Dosen dient.

Zulassungsnummer

44135, 45413 (Swissmedic).

Packungen

PK-Merz Infusionslösung: 2× 500 ml (B)

PK-Merz Infusionslösung: 10× 500 ml (B)

PK-Merz Filmtabletten 100 (B)

Zulassungsinhaberin

Merz Pharma (Schweiz) AG, 4123 Allschwil.

Stand der Information

März 2014.

08.14 V02

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier

19-7-2018

Analgetika-Warnhinweis-Verordnung (AnalgetikaWarnHV) am 01.07.2018 in Kraft getreten

Analgetika-Warnhinweis-Verordnung (AnalgetikaWarnHV) am 01.07.2018 in Kraft getreten

Die Verordnung erfasst rezeptfreie Schmerzmittel, die zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen oder von Fieber eingesetzt werden und beispielsweise die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen Diclofenac oder Acetylsalicylsäure (Aspirin) enthalten.

Deutschland - BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

7-7-2018

Dringende Sicherheitsinformation zu Alaris/ Asena GS,GH,CC,TIVA,PK, Syringe Pumps von CareFusion Switzerland 317 Sarl

Dringende Sicherheitsinformation zu Alaris/ Asena GS,GH,CC,TIVA,PK, Syringe Pumps von CareFusion Switzerland 317 Sarl

Weitere Informationen sowie Details zum Produkt entnehmen Sie bitte der anliegenden Kundeninformation des Herstellers.

Deutschland - BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

2-10-2018

Vimizim (BioMarin International Limited)

Vimizim (BioMarin International Limited)

Vimizim (Active substance: elosulfase alfa) - Centralised - Transfer Marketing Authorisation Holder - Commission Decision (2018)6491 of Tue, 02 Oct 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/002779/T/0026

Europe -DG Health and Food Safety

15-9-2018

Excedrin Kopfschmerz & Migräne

Rote - Liste

3-8-2018

Schmerz-Dolgit®

Rote - Liste

31-7-2018

proff® Schmerzdragées

Rote - Liste

20-7-2018

Aconit Schmerzöl

Rote - Liste

18-7-2018

Sulfasalazin medac

Rote - Liste

17-7-2018

Naglazyme (BioMarin International Limited)

Naglazyme (BioMarin International Limited)

Naglazyme (Active substance: galsulfase) - Centralised - Transfer Marketing Authorisation Holder - Commission Decision (2018)4782 of Tue, 17 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/640/T/72

Europe -DG Health and Food Safety

10-7-2018

Lemocin gegen Halsschmerzen

Rote - Liste

22-6-2018

Memantine Merz® Startpackung

Rote - Liste

21-6-2018

Memantine Merz® 20 mg Filmtabletten

Rote - Liste

20-6-2018

Memantine Merz® 10 mg Filmtabletten

Rote - Liste

5-6-2018

proff® Schmerzkapseln

Rote - Liste