Piperacillin/Tazobactam Sandoz 4

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Piperacillin/Tazobactam Sandoz 4 5 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
  • Darreichungsform:
  • 5 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
  • Zusammensetzung:
  • Vorbereitung cryodesiccata: piperacillinum 4 g piperacillinum natricum, tazobactamum 0,5 g zu tazobactamum natricum, für Glas.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Piperacillin/Tazobactam Sandoz 4 5 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Infektionskrankheiten

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 58151
  • Berechtigungsdatum:
  • 04-10-2007
  • Letzte Änderung:
  • 06-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Piperacillin/Tazobactam Sandoz®, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Piperacillinum ut Piperacillinum-Natricum, Tazobactamum ut Tazobactamum-Natricum.

Hilfsstoffe: keine.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Durchstechflasche Piperacillin/Tazobactam Sandoz 2,25 g enthält:

Praeparatio cryodesiccata: Piperacillinum 2,0 g (ut Piperacillinum-Natricum 2,085 g) et

Tazobactamum 0,25 g (ut Tazobactamum-Natricum 0,2683 g) pro vitro.

1 Durchstechflasche Piperacillin/Tazobactam Sandoz 4,5 g enthält:

Praeparatio cryodesiccata: Piperacillinum 4,0 g (ut Piperacillinum-Natricum 4,17 g) et

Tazobactamum 0,5 g (ut Tazobactamum-Natricum 0,5366 g) pro vitro.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Piperacillin/Tazobactam Sandoz ist zur Behandlung folgender systemischer und/oder lokaler

Infektionen angezeigt, bei denen sensible Erreger nachgewiesen oder zu vermuten sind:

Erwachsene

·Infektionen der Atemwege

·Infektionen der Nieren und ableitenden Harnwege

·Intraabdominelle Infektionen einschliesslich hepatobiliärer Infektionen

·Infektionen der Haut und Weichteile

·Infektionen bei immunsupprimierten und/oder neutropenischen Patienten

·Sepsis einschliesslich Septikämie

In bedrohlichen Situationen kann die Therapie mit Piperacillin/Tazobactam Sandoz schon eingeleitet

werden, bevor ein Antibiogramm vorliegt.

Im Bedarfsfall (drohende bakterielle Allgemeininfektion, schwere Infektionen, unbekannte oder

weniger empfindliche Erreger, Patienten mit Abwehrschwäche, Superinfektionen) ist eine

Kombinationstherapie mit anderen bakterizid wirksamen Substanzen möglich.

Bei der Behandlung von neutropenischen Patienten sollte Piperacillin/Tazobactam Sandoz in der

üblichen Dosierung mit einem Aminoglykosid kombiniert werden.

Kinder (2 bis 12 Jahre)

Piperacillin/Tazobactam ist bei hospitalisierten Kindern für die Behandlung von intraabdominellen

Infektionen einschliesslich hepatobiliärer Infektionen angezeigt.

Die Wirksamkeit und Sicherheit wurde bei Kindern unter 2 Jahren in diesen Indikationen nicht

untersucht.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren

Übliche Dosierung

Die übliche Dosierung beträgt 3mal täglich 2,25‒4,5 g Piperacillin/Tazobactam Sandoz.

Die Gesamttagesdosis richtet sich nach der Schwere und der Lokalisation der Infektion und kann

zwischen 2,25 g und 4,5 g Piperacillin/Tazobactam Sandoz, 3‒4mal täglich verabreicht, variieren.

Die empfohlene Tagesdosis liegt üblicherweise zwischen 100 und 200 mg Piperacillin pro kg

Körpergewicht.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Niereninsuffizienz/Hämodialysepatienten

Aufgrund seiner potentiellen Nephrotoxizität sollte Piperacillin/Tazobactam nur mit Vorsicht bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Hämodialysepatienten angewendet werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sollte die intravenöse Gabe dem jeweiligen Grad der

Einschränkung der Nierenfunktion angepasst werden. Im Folgenden sind die empfohlenen täglichen

Dosen angegeben:

GFR (ml/min)

Plasma-Kreatinin

(mg/dl)

Piperacillin/Tazob

actam Sandoz (g)

Dosierungsintervall

Tagesdosis

Piperacillin/Tazobacta

m Sandoz (g)

>40

<2

keine Dosisanpassung erforderlich

40-20

2–3,2

13,5

19-2

3,3-10

Dialyse-

Patienten*

* Bei Patienten mit Hämodialyse beträgt die tägliche Maximaldosis 8 g Piperacillin und 1 g

Tazobactam. Da durch die Hämodialyse ca. 31% des Piperacillins und 39% des Tazobactams in 4

Stunden entfernt werden, soll eine zusätzliche Dosis von 2 g Piperacillin/250 mg Tazobactam nach

jeder Dialyseperiode gegeben werden.

Hinweis: Durch Peritonealdialyse werden nur 5% der Piperacillin- und 12% der Tazobactamdosis

entfernt. Eine zusätzliche Dosis wie bei Hämodialyse ist nicht erforderlich.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind die Halbwertszeiten von Piperacillin und

Tazobactam verlängert. Dosisanpassungen bei dieser Patientengruppe sind jedoch nicht erforderlich.

Kinder (2 bis 12 Jahre)

Bis weitere Erfahrungen vorliegen, soll Piperacillin/Tazobactam Sandoz bei Kindern unter 2 Jahren

nicht und bei Kindern von 2 bis 12 Jahren nur zur Behandlung von intraabdominellen Infektionen

angewendet werden.

Empfohlene Dosierung

Hospitalisierte Kinder mit intra-abdominellen Infektionen:

Für 2-12 jährige Kinder mit einem Körpergewicht bis zu 40 kg und normaler Nierenfunktion beträgt

die empfohlene Dosierung 112,5 mg/kg (100 mg Piperacillin, 12,5 mg Tazobactam) alle 8 Stunden.

Bei Kindern mit einem Körpergewicht über 40 kg und normaler Nierenfunktion soll die Anweisung

für Erwachsene befolgt werden, d.h. 4,5 g (4 g Piperacillin, 0,5 g Tazobactam) alle 8 Stunden. Die

Behandlungsdauer sollte von der Schwere der Infektion und dem klinischen und bakteriologischen

Fortschritt des Patienten abhängig gemacht werden. Es wird geraten während mindestens 5 und

höchstens 14 Tagen zu therapieren.

Niereninsuffizienz

Kinder von 2-12 Jahren: Die Pharmakokinetik von Piperacillin/Tazobactam wurde in pädiatrischen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen nicht untersucht. Die folgende Dosierungsanpassung wird

für 2-12 jährige Patienten mit Nierenfunktionsstörungen empfohlen:

Creatinin-Clearance Empfohlene Dosis

>50 ml/min.

112,5 mg/kg Piperacillin/Tazobactam Sandoz alle 8

<50 ml/min.

78,75 mg/kg Piperacillin/Tazobactam Sandoz alle 8

Diese Dosierungsmodifikation ist nur eine Annäherung, jeder Patient muss sorgfältig auf seine

Reaktion auf das Medikament beobachtet werden. Die Dosierung und das Dosierungsintervall sollten

entsprechend angepasst werden.

Art der Anwendung/Zubereitung der Gebrauchslösung vgl. Rubrik «Sonstige Hinweise, Hinweise für

die Handhabung».

Kontraindikationen

Bekannte Allergie gegenüber Beta-Lactamen (einschliesslich Penicilline und Cephalosporine) oder

β-Lactamasehemmern.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor der Einleitung einer Therapie mit Piperacillin/Tazobactam sollte eine sorgfältige Untersuchung

hinsichtlich vorangegangener Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Penicillinen,

Cephalosporinen und anderen Allergenen erfolgen. Schwere und selten auch letal ausgehende

(anaphylaktische/anaphylaktoide [inklusive Schock]) Überempfindlichkeitsreaktionen wurden bei

Patienten beobachtet, welche mit Penicillinen behandelt wurden. Diese Reaktionen werden häufiger

bei Personen festgestellt, die eine Anamnese mit multiplen Allergenen aufweisen. Schwerwiegende

Überempfindlichkeitsreaktionen erfordern daher die Absetzung des Antibiotikums und

gegebenenfalls die Anwendung von Epinephrin oder anderer Notmassnahmen.

Piperacillin/Tazobactam kann schwere Hautreaktionen, wie Stevens-Johnson Syndrom, toxische

epidermale Nekrolyse, Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen und

akute generalisierte exanthematische Pustulose hervorrufen (siehe Kapitel «Unerwünschte

Wirkungen»). Patienten die einen Hautausschlag entwickeln, sollten daher eng überwacht und die

Behandlung mit Piperacillin/Tazobactam abgebrochen werden, falls die Läsionen fortschreiten.

Während einer längeren Behandlungsdauer sollten systematische Untersuchungen der

Organfunktionen inkl. renaler und hepatischer Analysen durchgeführt werden.

Leukopenie und Neutropenie können – insbesondere während einer längeren Behandlungsdauer –

auftreten. Deshalb sollten regelmässige Kontrollen der Blutbildung durchgeführt werden.

Blutungen sind bei einigen Patienten mit β-Lactam-Antibiotika beobachtet worden. Diese

Reaktionen gingen manchmal mit abnormalen Werten der Koagulationstests, wie z.B.

Gerinnungszeit, Thrombozytenaggregation, Prothrombinzeit, einher und kommen eher bei Patienten

mit Niereninsuffizienz vor. Sobald Blutungen auftreten, sollte die Antibiotikatherapie abgebrochen

und Gegenmassnahmen getroffen werden.

Wie unter Behandlung mit anderen Penicillinen können bei der Verabreichung hoher Dosen

möglicherweise neurologische Komplikationen in der Form von Konvulsionen auftreten. Dies

insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (siehe auch «Überdosierung»).

Wie bei anderen Antibiotika kann die Anwendung dieses Arzneimittels zu einer Überwucherung von

nicht-empfindlichen Keimen (einschliesslich Pilzen) führen. Die Patienten sollten während der

Behandlung sorgfältig überwacht werden. Falls eine Superinfektion auftritt, sind geeignete

Massnahmen zu treffen.

Piperacillin/Tazobactam Sandoz ist eine Na+-haltige Verbindung (Piperacillin/Tazobactam Sandoz

enthält 54 mg Natrium pro 1 g Piperacillin), was die Gesamtnatriumaufnahme eines Patienten

erhöhen kann. Dies sollte berücksichtigt werden, falls Patienten unter Salzrestriktions-Diät stehen.

Periodische Elektrolytbestimmungen sollten bei Patienten mit kleinen Kaliumreserven durchgeführt

werden, und die Möglichkeit einer Hypokaliämie sollte bei Patienten mit geringen Kaliumreserven,

die eine zytotoxische Behandlung oder Diuretika oder andere Medikamente, die den Kaliumspiegel

senken, erhalten, berücksichtigt werden.

Wie bei anderen semisynthetischen Penicillinen kann eine Piperacillin/Tazobactam Sandoz-Therapie

mit einer erhöhten Fieber- und Rash-Inzidenz bei Patienten mit zystischer Fibrose einhergehen.

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Aufgrund seiner potentiellen Nephrotoxizität sollte Piperacillin/Tazobactam nur mit Vorsicht bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Hämodialysepatienten angewendet werden (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»). Bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder Hämodialysepatienten sollte

die intravenöse Gabe dem jeweiligen Grad der Einschränkung der Nierenfunktion angepasst werden

(siehe «Dosierung/Anwendung»).

In einer klinischen Studie wurde die Anwendung von Piperacillin/Tazobactam (im Vergleich zu

anderen Antibiotika) mit einer Verzögerung der Nierenverbesserung (Verbesserung der GFR) bei

kritisch kranken Patienten verbunden. Dies deutet auf eine renale Toxizität von

Piperacillin/Tazobactam hin. Diese Verzögerung war reversibel beim Absetzen von

Piperacillin/Tazobactam.

Die gleichzeitige Verabreichung von Piperacillin/Tazobactam und Vancomycin kann mit einer

erhöhten Inzidenz von akutem Nierenversagen verbunden sein (siehe «Interaktionen»).

Bei schweren anhaltenden Durchfällen ist an eine antibiotikabedingte pseudomembranöse Kolitis zu

denken, die lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist in diesen Fällen Piperacillin/Tazobactam Sandoz

sofort abzusetzen und eine geeignete Therapie einzuleiten (z.B. Teicoplanin oder Vancomycin oral).

Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert. Die Symptome einer pseudomembranösen

Kolitis können während oder nach der Antibiotika-Behandlung auftreten.

Interaktionen

Antikoagulantien

Bei gleichzeitiger Gabe von hochdosiertem Heparin, von oralen Antikoagulantien und anderen

Mitteln, die das Blutgerinnungssystem und/oder die Thrombozytenfunktion beeinflussen, sollten die

Gerinnungsparameter häufiger kontrolliert und regelmässig überwacht werden.

Probenecid

Eine gleichzeitige Verabreichung von Probenecid und Piperacillin/Tazobactam Sandoz führt zu einer

verlängerten Halbwertszeit und einer geringeren renalen Clearance sowohl von Piperacillin als auch

von Tazobactam. Die max. Plasmakonzentrationen beider Substanzen werden nicht beeinträchtigt.

Vancomycin

In Studien wurde bei Patienten, die gleichzeitig Piperacillin/Tazobactam und Vancomycin erhielten,

eine erhöhte Inzidenz von akuten Nierenschädigungen gegenüber einer Behandlung mit Vancomycin

allein festgestellt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Laut einiger dieser Studien ist

die Interaktion abhängig von der Vancomycin Dosierung. Experten Leitlinien empfehlen,

Vancomycin auf Talspiegeln zwischen 15 mg/l und 20 mg/l zu dosieren und zu erhalten; dies

entspricht einer Erhöhung gegenüber den bisher publizierten Empfehlungen für die Soll-Talspiegel

von 5-10 mg/l. Um diese Talspiegel zu erreichen, müssen oft höhere Vancomycin Dosen als vom

Hersteller empfohlen, verschrieben werden. Daher wird möglicherweise das erhöhte Risiko der

Vancomycin-induzierten Nephrotoxizität wie sie bei Einhaltung dieser Guidelines gemeldet wurde,

aufgrund der Interaktion mit Piperacillin/Tazobactam noch zusätzlich gesteigert.

Zwischen Piperacillin/Tazobactam und Vancomycin wurden keine pharmakokinetischen

Interaktionen beobachtet.

Aminoglykoside

Die Inaktivierung von Tobramycin und Gentamicin durch Piperacillin wurde bei Patienten mit

schwerer Niereninsuffizienz gezeigt.

Bei gleichzeitiger Applikation von Piperacillin/Tazobactam Sandoz und Tobramycin wird eine

Abnahme der t½, der Clearance und der AUC von Tobramycin beobachtet. Dies könnte auf eine

Inaktivierung von Tobramycin in Anwesenheit von Piperacillin/Tazobactam Sandoz zurückzuführen

sein. Tobramycin bildet mit Penicillin einen mikrobiologisch inaktiven Komplex. Die Toxizität

dieses Komplexes ist nicht bekannt.

Informationen zur Anwendung von Piperacillin/Tazobactam mit anderen Aminoglykosiden sind dem

Kapitel «Sonstige Hinweise – Hinweise für die Handhabung» zu entnehmen.

Muskelrelaxantien vom nicht depolarisierenden Typ

Die simultane Verabreichung von Piperacillin/Tazobactam Sandoz und Vecuronium verlängert die

neuromuskuläre Blockade von Vecuronium. Aufgrund ihres ähnlichen Wirkungsmechanismus trifft

diese Wechselwirkung auf alle Muskelrelaxantien vom nicht depolarisierenden Typ zu.

Methotrexat

Piperacillin kann die Ausscheidung von Methotrexat herabsetzen; um eine Methotrexat-Toxizität zu

vermeiden, sollten die Serumkonzentrationen von Methotrexat überwacht werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Studien bei Tieren haben bei intravenöser Verabreichung der Kombination Piperacillin/Tazobactam

keine Teratogenität gezeigt, haben aber bei intravenöser oder intraperitonealer Verabreichung von

für das Muttertier toxischen Dosen bei Ratten eine Reproduktionstoxizität gezeigt.

Man verfügt über keine angemessenen und gut-kontrollierten Studien mit Piperacillin/Tazobactam

als Kombination oder mit Piperacillin oder Tazobactam allein bei schwangeren Frauen. Piperacillin

und Tazobactam sind plazentagängig.

Piperacillin/Tazobactam Sandoz sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es

sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Piperacillin geht in niedriger Konzentration in die Muttermilch über, die Tazobactam-

Konzentrationen in Muttermilch wurden nicht untersucht. Während der Anwendung von

Piperacillin/Tazobactam Sandoz soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Es können jedoch unerwünschte Wirkungen

(vgl. entsprechende Rubrik) auftreten, die diese Fähigkeiten beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklasse aufgeführt, unter Berücksichtigung folgender

Definitionen:

sehr häufig: ≥1/10; häufig: <1/10, ≥1/100; gelegentlich: <1/100, ≥1/1000; selten: <1/1000,

≥1/10'000; sehr selten: <1/10'000; unbekannt (Häufigkeit kann aus vorhandenen Daten nicht

bestimmt werden).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Vaginalinfektion, Candidiasis.

Selten: pseudomembranöse Kolitis.

Ebenfalls beobachtet wurde Schnupfen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Thrombozytopenie, Anämie, positiver direkter Coombs-Test, aktivierte partielle

Thromboplastinzeit verlängert.

Gelegentlich: Leukopenie, Prothrombinzeit verlängert.

Selten: Agranulozytose.

Unbekannt: Neutropenie, Panzytopenie, Thrombozytose, Verlängerung der Blutungszeit,

hämolytische Anämie, Eosinophilie.

Wie mit anderen β-Lactam-Antibiotika kommt eine reversible Leukopenie (Neutropenie) eher bei

Patienten unter längerer Therapie und bei höherer Dosierung vor oder in Assoziation mit

Medikamenten, welche diese Reaktionen hervorrufen.

Erkrankungen des Immunsystems

Unbekannt: Anaphylaktoide Reaktion, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoider Schock,

anaphylaktischer Schock, Überempfindlichkeit.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Albumin im Blut erniedrigt, Gesamtprotein erniedrigt.

Gelegentlich: Hypokaliämie, Glukose im Blut erniedrigt.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Agitiertheit, Verwirrtheit, Angst, Depression, Halluzinationen, Schlaflosigkeit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen.

Herzerkrankungen

Häufig: Tachykardie, Bradykardie, Arrhythmie, Myokardinfarkt.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypertonie.

Gelegentlich: Hypotonie, Phlebitis, Thrombophlebitis, Hitzegefühl.

Erkrankungen der Atemwege

Häufig: Husten.

Selten: Epistaxis

Unbekannt: Eosinophile Pneumonie.

Ebenfalls beobachtet wurden Dyspnoe, Pharyngitis, Bronchospasmus.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Diarrhoe (11,3%).

Häufig: Abdominalschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Dyspepsie.

Selten: Stomatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Alaninaminotransferase erhöht, Aspartataminotransferase erhöht, alkalische Phosphatase im

Blut erhöht.

Gelegentlich: Bilirubin im Blut erhöht.

Unbekannt: Hepatitis, Ikterus, Gamma-Glutamyltransferase (GGT) erhöht.

Erkrankungen der Haut

Häufig: Ausschlag, Pruritus.

Gelegentlich: Urtikaria, Erythema multiforme, Ausschlag makulo-papulös.

Selten: Epidermolysis acuta toxica.

Unbekannt: Stevens-Johnson Syndrom, Dermatitis bullös, Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen (DRESS), akut generalisierendes pustulöses Exanthem (AGEP),

Dermatitis exfoliativa, Purpura.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Myalgie, Arthralgie.

Ebenfalls beobachtet wurde Myasthenie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Harnretention, Dysurie, Oligurie, Haematurie, Inkontinenz, Kreatinin im Blut erhöht,

Harnstoff-Stickstoff (blood urea nitrogen-BUN) im Blut erhöht.

Unbekannt: tubulointerstitielle Nephritis, Nierenversagen.

Ebenfalls beobachtet wurde Proteinurie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Brustkorbschmerzen, Ödem, Unwohlsein, Schwitzen, Durst, Photophobie, Fieber, Reaktion

an der Injektionsstelle.

Gelegentlich: Schüttelfrost.

Ebenfalls beobachtet wurden Schmerzen und Entzündung an der Injektionsstelle bei nicht

empfehlungsgemäss hergestellter Lösung, Hitzegefühl, Epistaxis.

Bei der Kombination von Piperacillin/Tazobactam Sandoz mit einem Aminoglykosid treten

Hautausschlag und Durchfall häufiger auf.

Bei Patienten mit Mukoviszidose wurde eine Therapie mit Piperacillin mit einem erhöhten Auftreten

von Fieber und Exanthem in Zusammenhang gebracht.

Überdosierung

Es liegen Berichte zur Überdosierung von Piperacillin/Tazobactam nach Markteinführung vor. Die

Mehrheit der beobachteten Ereignisse (darunter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall) wurde auch

unter üblichen therapeutischen Dosen schon gemeldet.

Symptome der Intoxikation

Krampfzustände, hypererge Reaktionen, schwere Durchfälle. In sehr hohen Dosen kann es –

insbesondere bei gleichzeitiger Niereninsuffizienz – zu Konvulsionen oder zentralnervösen

Erregungszuständen kommen.

Therapie von Intoxikationen

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Die Behandlung sollte daher unterstützend und

symptomatisch aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes des Patienten erfolgen.

Im Notfall sind alle erforderlichen intensivmedizinischen Massnahmen angezeigt.

Zu hohe Serumspiegel sowohl von Piperacillin als auch von Tazobactam können durch Dialyse

reduziert werden.

Bei motorischer Erregung oder Krampfzuständen können Antikonvulsiva (wie Diazepam oder

Barbiturate) angezeigt sein.

Im Falle schwerer hypererger (anaphylaktischer) Reaktionen sind die üblichen Gegenmassnahmen

einzuleiten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01CR05

Piperacillin/Tazobactam Sandoz ist eine Kombination des halbsynthetischen Antibiotikums

Piperacillin mit dem β-Lactamase-Hemmer Tazobactam zur intravenösen Applikation.

Wirkmechanismus

Piperacillin wirkt bakterizid durch Hemmung der Synthese von Septum und Zellwand. Piperacillin

und andere β-Lactam-Antibiotika blockieren den abschliessenden Transpeptidationsschritt der

Zellwand-Peptidoglycan-Biosynthese der sensiblen Organismen, indem sie mit den Penicillin-

bindenden Proteinen (PBP), den bakteriellen Enzymen, die diese Reaktion vermitteln, interagieren.

In vitro ist Piperacillin wirksam gegen eine Vielfalt grampositiver und gramnegativer aerober und

anaerober Bakterien. Die Wirksamkeit von Piperacillin gegen Bakterien, die bestimmte, Piperacillin

und andere β-Lactam-Antibiotika chemisch inaktivierende β-Lactamasen bilden, ist herabgesetzt.

Tazobactam-Natrium, das aufgrund seiner geringen Affinität zu PBP eine sehr geringe intrinsische

antimikrobielle Aktivität entfaltet, kann die Wirksamkeit von Piperacillin gegen viele dieser

resistenten Organismen wiederherstellen oder verstärken.

Tazobactam (ein Triazolylmethylpenicillinsäuresulfon) ist ein starker Inhibitor vieler β-Lactamasen

der Klasse A (Penicillinasen, Cephalosporinasen und Extended Spectrum β-Lactamasen). Es entfaltet

eine variable Wirksamkeit gegen Carbapenemasen der Klasse A und β-Lactamasen der Klasse D. Es

ist nicht wirksam gegen die meisten Cephalosporinasen der Klasse C und unwirksam gegen Metallo-

β-Lactamasen der Klasse B.

Zwei Eigenschaften von Piperacillin/Tazobactam führen zur erhöhten Wirksamkeit gegen einige

Organismen, die β-Lactamasen bilden, die – wenn sie als Enzymzubereitungen getestet werden – von

Tazobactam und anderen Inhibitoren weniger gehemmt werden:

·Tazobactam induziert keine chromosomal vermittelten β-Lactamasen bei Tazobactam-Spiegeln, die

mit dem empfohlenen Dosierungsschema erreicht werden

·Piperacillin ist relativ unempfänglich für die Wirkung einiger β-Lactamasen.

Wie andere β-Lactam-Antibiotika wirkt Piperacillin, mit oder ohne Tazobactam, zeitabhängig

bakterizid gegen sensible Organismen.

Resistenzmechanismus

Es gibt drei wesentliche Resistenzmechanismen gegen β-Lactam-Antibiotika:

·Veränderungen in den Ziel-PBP, die zu einer herabgesetzten Affinität zu Antibiotika führen

·Zerstörung der Antibiotika durch bakterielle β-Lactamasen

·niedrige intrazelluläre Antibiotikaspiegel aufgrund der verminderten Aufnahme oder dem aktiven

Efflux der Antibiotika.

Bei grampositiven Bakterien stellen die Veränderungen der PBP den primären

Resistenzmechanismus gegen β-Lactam-Antibiotika, einschliesslich Piperacillin/Tazobactam, dar.

Dieser Mechanismus ist verantwortlich für die Methicillin-Resistenz der Staphylococci sowie die

Penicillin-Resistenz von Streptococcus pneumoniae und Viridans-Gruppen Streptococci. Resistenz,

die durch Veränderung der PBP hervorgerufen wird, tritt auch bei anspruchsvollen gramnegativen

Spezies wie Haemophilus influenzae und Neisseria gonorrhoeae auf. Piperacillin/Tazobactam ist

unwirksam gegen Stämme mit Resistenz gegenüber β-Lactam-Antibiotika, die durch veränderte PBP

vermittelt wird. Wie oben angegeben, gibt es einige β-Lactamasen, die von Tazobactam nicht

inhibiert werden.

Sensibilität

Die Sensibilitätstestung sollte unter Anwendung standardisierter Labormethoden, wie beispielsweise

durch das European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) definiert,

erfolgen.

Dazu gehören Dilutionsmethoden (Bestimmung der minimalen Hemmstoffkonzentration, MHK)

sowie Disk-Diffusionstests. EUCAST hat basierend auf diesen Methoden Interpretationskriterien für

die Sensibilität einiger bakterieller Spezies festgelegt.

EUCAST hat auch klinische Breakpoints für Piperacillin/Tazobactam gegen einige Organismen

festgestellt. Die EUCAST MHK-Sensibilitätskriterien basieren auf einer fixen Konzentration von 4

mg/l Tazobactam. Für die Bestimmung von Hemmhöfen enthalten die Disks jedoch 30 µg

Piperacillin und 6 µg Tazobactam. Das EUCAST-Rationale für Piperacillin/Tazobactam besagt, dass

die Breakpoints für Pseudomonas aeruginosa für Dosierungen von 4 g, 4-mal täglich gelten, während

die Breakpoints für andere Organismen auf 4 g, 3-mal täglich, basieren.

Die EUCAST-Breakpoints für Piperacillin/Tazobactam sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

EUCAST-Interpretationskriterien für die Sensibilität gegenüber Piperacillin/Tazobactam

Minimale

Hemmstoffkonzentratio

(MHK) in mg/l von

Disk-Diffusionsmethodeb

Hemmzone (Durchmesser

in mm)

Piperacillina

Erreger

Enterobacteriaciae

≤8

>16

≥20

<17

Pseudomonas aeruginosa

≤16

>16

≥19

<19

Grampositive Anaerobier

≤8

>16

Gramnegative Anaerobier

≤8

>16

Nicht-speziesbedingte Grenzwerte ≤4

>16

Quellen:

·EUCAST Clinical Breakpoint Table v. 2.0, 1 January, 2012

·Piperacillin/Tazobactam: Rationale for the EUCAST clinical breakpoints, version 1.0, 22 November

2010

S = Sensitiv. R = Resistent.

a MHK werden mittels einer fixen Konzentration von 4 mg/l Tazobactam und variierenden

Konzentration von Piperacillin bestimmt.

b EUCAST-Interpretationskriterien basieren auf Plättchen mit 30 µg Piperacillin und 6 µg

Tazobactam.

Für Spezies ohne Piperacillin/Tazobactam-Breakpoints gilt gemäss EUCAST: Sensibilität von

Staphylococci wird abgeleitet aus der Cefoxitin/Oxacillin-Sensibilität. Für Streptococci der Gruppen

A, B, C und G sowie Streptococcus pneumoniae wird die Sensibilität aus der Benzylpenicillin-

Sensibilität abgeleitet. Für andere Streptococci, Enterococci und β-Lactamase-negative Haemophilus

influenzae wird die Sensibilität von der Amoxicillin-Clavulanate-Sensibilität abgeleitet. Es gibt keine

EUCAST-Breakpoints für Acinetobacter. Das EUCAST-Rationale für Piperacillin/Tazobactam

besagt, dass bei Endokarditis, die durch Streptococci aus anderen Gruppen als A, B, C und G sowie

S. pneumoniae hervorgerufen wird, nationale oder internationale Richtlinien beachtet werden sollten.

Empfindlichkeit

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann geographisch und im Verlauf der

Zeit variieren. Deshalb sind – insbesondere für die Behandlung schwerer Infektionen – lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Gegebenenfalls ist der Rat eines Experten

einzuholen, wenn die lokale Prävalenz einer Resistenz den Nutzen der Anwendung des Wirkstoffs

zumindest bei einigen Infektionen in Frage stellt.

Resistenzlage in Europa

Zusammenfassung relevanter Spezies im Hinblick auf deren Empfindlichkeit gegen

Piperacillin/Tazobactam

ÜBLICHERWEISE EMPFINDLICHE SPEZIES

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Anaerobe grampositive

Mikroorganismen

Enterococcus faecalis

Clostridium-Spezies

Listeria monocytogenes

Eubacterium-Spezies

Staphylococcus aureus, Methicillin-empfindlich£

Peptostreptococcus-Spezies

Staphylokokken-Spezies – Koagulase-negativ, Methicillin-

empfindlich

Streptococcus pyogenes

Streptokokken der Gruppe B

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Anaerobe gramnegative

Mikroorganismen

Citrobacter koseri

Bacteroides fragilis-Gruppe

Haemophilus influenzae

Fusobacterium-Spezies

Moraxella catarrhalis

Porphyromonas-Spezies

Proteus mirabilis

Prevotella-Spezies

SPEZIES, BEI DENEN EINE ERWORBENE RESISTENZ EIN PROBLEM SEIN KÖNNTE

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Acinetobacter baumannii$

Enterococcus faecium$,+

Burkholderia cepacia

Streptococcus pneumoniae

Citrobacter freundii

Streptococcus viridans-Gruppe

Enterobacter-Spezies

Escherichia coli

Klebsiella pneumoniae

Morganella morganii

Proteus vulgaris

Providencia spp.

Pseudomonas aeruginosa

Serratia-Spezies

VON NATUR AUS RESISTENTE ORGANISMEN

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Sonstige Mikroorganismen

Corynebacterium jeikeium

Chlamydophila pneumoniae

Mycoplasma pneumoniae

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Legionella-Spezies

Stenotrophomonas maltophilia+,$

$ Spezies mit natürlicher mässiger Empfindlichkeit.

+ Spezies, für die in einem/einer oder mehreren Ländern/Regionen/Gegenden der EU hohe

Resistenzraten von über 50% beobachtet wurden.

£ Alle Methicillin-resistenten Staphylokokken sind gegen Piperacillin/Tazobactam resistent.

Resistenzlage in der Schweiz

Piperacillin/Tazobactam* bzw. Penicillin**-Empfindlichkeit einzelner Organismen in % bezogen auf

die Anzahl (N) getesteter Isolate, untersucht am Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen

(www.anresis.ch) in den Jahren 2011 bis 2013:

Organismus

Jahr

Empfindlichkeit

Acinetobacter spp.*

2011 86,4

1061

2012 77,9

2013 78,7

Citrobacter koseri*

2011 95,2

1405

2012 89,9

1575

2013 95,0

1791

Citrobacter non-koseri*

2011 83,6

1435

2012 80,6

1430

2013 81,9

1598

Enterobacter spp.*

2011 78,9

4989

2012 77,1

5041

2013 77,5

5498

Escherichia coli*

2011 92,2

53541

2012 92,0

58208

2013 92,1

62567

Klebsiella oxytoca*

2011 91,8

2522

2012 90,3

2630

2013 88,1

2878

Klebsiella pneumoniae*

2011 90,1

8560

2012 89,9

9340

2013 88,1

10071

Morganella morganii*

2011 88,3

1150

2012 89,2

1296

2013 93,3

1542

Proteus mirabilis*

2011 98,6

4534

2012 97,9

4731

2013 98,5

5037

Proteus non-mirabilis*

2011 95,3

1199

2012 95,8

1291

2013 98,0

1470

Pseudomonas aeruginosa*

2011 88,8

9487

2012 85,9

9763

2013 84,9

10348

Serratia spp.*

2011 96,0

1545

2012 94,0

1707

2013 96,1

2072

Enterococcus faecalis**

2011 95,5

3910

2012 94,4

3416

2013 95,7

3602

Enterococcus faecium**

2011 14,5

1267

2012 13,1

2013 13,6

Enterococcus species (not identified to species level)**

2011 90,6

2448

2012 95,3

2013 96,2

1057

Neisseria gonorrhoeae**

2011 25,8

2012 24,1

2013 18,0

Neisseria meningitidis**

2011 73,3

2012 67,9

2013 53,6

Staphylococcus aureus**

2011 22,9

22049

2012 20,7

21399

2013 21,3

21232

Staphylococcus saprophyticus**

2011 22,2

2012 12,3

2013 13,1

Staphylococcus, coagulase-negative, not

saprophyticus**

2011 19,0

15145

2012 16,8

14809

2013 17,3

15666

Streptococcus pneumoniae**

2011 90,8

2104

2012 90,2

1821

2013 91,0

1950

Pharmakokinetik

Piperacillin/Tazobactam Sandoz kann intravenös verabreicht werden.

Piperacillin

Absorption

Die Spitzenkonzentrationen im Serum werden unmittelbar nach intravenöser Infusion erreicht. Nach

intravenöser Applikation von 2 g Piperacillin, 500 mg Tazobactam (resp. 4 g Piperacillin, 500 mg

Tazobactam) werden max. Serumspiegel von 237 µg/ml Piperacillin, 23,4 µg/ml Tazobactam (resp.

364 µg/ml Piperacillin, 34,4 µg/ml Tazobactam) erreicht. Die durchschnittliche Serumhalbwertszeit

bei gesunden Probanden beträgt 0,6-1,2 h.

Distribution

Die Serumproteinbindung von Piperacillin ist niedrig (16-21%). Piperacillin wird gut in

Körpergeweben und -flüssigkeiten verteilt und erreicht hohe Konzentrationen in der Galle (über 400

µg/ml). Wie bei anderen Penicillinen tritt bei nicht entzündeten Meningen nur eine geringe Menge in

den Liquor cerebrospinalis über.

Elimination

Wie andere Penicilline wird Piperacillin primär durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion

eliminiert.

Piperacillin wird schnell und unverändert zu ca. 70% mit dem Urin und zu 10-20% über die Galle

ausgeschieden.

Das pharmakokinetische Verhalten von Piperacillin wird durch die gleichzeitige Gabe von

Tazobactam nicht beeinflusst.

Tazobactam

Absorption

Spitzenkonzentrationen von Tazobactam im Serum werden unmittelbar nach intravenöser Infusion

erreicht. Die durchschnittliche Serumhalbwertszeit für Tazobactam nach intravenöser Anwendung

der Kombination bei gesunden Probanden beträgt 0.7-1,2 h.

Distribution

Die Serumproteinbildung von Tazobactam ist niedrig (20-23%). Tazobactam wird gut in

Körpergeweben und Flüssigkeiten bei Tieren verteilt.

Elimination

Tazobactam und sein einziger inaktiver Metabolit werden primär durch glomeruläre Filtration und

tubuläre Sekretion eliminiert; 80% in unveränderter Form, der Rest als Metabolit.

Bei alleiniger Anwendung von Tazobactam werden die Spitzenkonzentrationen im Serum

unmittelbar nach intravenöser Infusion erreicht. Die durchschnittliche Serumhalbwertszeit für

Tazobactam nach intravenöser Anwendung bei gesunden Probanden beträgt 0,6-0,7 h. Die kürzere

Halbwertszeit von Tazobactam bei alleiniger Gabe, verglichen mit der kombinierten Anwendung mit

Piperacillin, beruht wahrscheinlich auf einer konkurrierenden Wechselwirkung bei der tubulären

Sekretion.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Nierenfunktionsstörungen

Die Halbwertszeit von Piperacillin und Tazobactam nimmt bei Verminderung der Kreatininclearance

zu. Die Verlängerung der Halbwertszeit beträgt das 2- bzw. 4-fache für Piperacillin bzw.

Tazobactam bei einer Kreatininclearance unter 20 ml/Min., im Vergleich zu Patienten mit normaler

Nierenfunktion. Eine Dosisanpassung sollte daher bei tieferen Clearancewerten als 40 ml/Min.

vorgenommen werden.

Leberfunktionsstörungen

Die Ausscheidung von Piperacillin/Tazobactam Sandoz ist bei Leberfunktionsstörungen

verlangsamt. Dosisanpassungen sind jedoch nicht nötig.

Präklinische Daten

Karzinogenität

Mit Piperacillin, Tazobactam oder einer Kombination der beiden Wirkstoffe sind keine

Karzinogenitätsstudien durchgeführt worden.

Mutagenität

Piperacillin/Tazobactam

Piperacillin/Tazobactam war in folgenden Tests negativ:

·mikrobieller Mutagenitätsassay

·ausserplanmässige DNA-Synthese Test (UDS test = unscheduled DNA synthesis test)

·HPRT Punktmutationstest an CHO Zellen (Chinese Hamster Ovary)

·Zelltransformationsassay an BALB/c-3T3-Zellen

In vivo verursachte Piperacillin intravenös verabreicht keine chromosomalen Aberrationen bei

Ratten.

Piperacillin

Piperacillin verursachte keine DNA Schädigungen in Bakterien (Rec assay). Piperacillin war negativ

im UDS Test und im Zelltransformationsassay an BALB/c-3T3-Zellen. Piperacillin war positiv im

Punktmutationstest an Maus-Lymphoma-Zellen. In vivo verursachte Piperacillin intravenös

verabreicht keine chromosomalen Aberrationen bei Mäusen.

Tazobactam

Tazobactam war in folgenden Tests negativ:

·mikrobieller Mutagenitätsassay

·ausserplanmässige DNA-Synthese Test (UDS test = unscheduled DNA synthesis test)

·HPRT Punktmutationstest an CHO Zellen (Chinese Hamster Ovary cells)

·Zelltransformationsassay an BALB/c-3T3-Zellen

Tazobactam war positiv im Punktmutationstest an Maus-Lymphoma-Zellen.

In einem in vitro Zytogenetiktest an CHL Zellen (Chinese Hamster lung cells) war Tazobactam

negativ.

In vivo verursachte Tazobactam intravenös verabreicht keine chromosomalen Aberrationen bei

Ratten.

Reproduktionstoxizität

In Untersuchungen zur embryo-foetalen Entwicklung gab es keine Hinweise auf Teratogenität nach

intravenöser Verabreichung von Tazobactam oder von Piperacillin/Tazobactam in Kombination; bei

Ratten gab es jedoch bei für das Muttertier toxischen Dosen leichte Verminderungen des fötalen

Körpergewichts.

Intraperitoneale Verabreichung von Piperacillin/Tazobactam war bei für das Muttertier toxischen

Dosen verbunden mit einer leichten Verminderung der Wurfgrösse und einer erhöhten Häufigkeit

von geringen Skelettanomalien (Verzögerungen der Knochenossifikation). Die peri-/postnatale

Entwicklung war eingeschränkt (reduziertes Gewicht der Jungen, erhöhte Häufigkeit von

Totgeburten, erhöhte Mortalität der Jungen) bei gleichzeitiger Toxizität für das Muttertier.

Beeinträchtigung der Fertilität

Reproduktionsstudien in Ratten ergaben keine Hinweise auf eine beeinträchtigte Fertilität aufgrund

von Tazobactam oder der Kombination Piperacillin/Tazobactam nach intraperitonealer

Verabreichung.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Wegen chemischer Instabilität sollte Piperacillin/Tazobactam Sandoz nicht gleichzeitig mit natrium-

hydrogencarbonathaltigen Lösungen verabreicht werden.

Bei kombinierter Anwendung von Piperacillin/Tazobactam Sandoz mit anderen Antibiotika (z.B.

Aminoglycosiden) sollten die Substanzen bzw. Lösungen grundsätzlich getrennt dem Patienten

verabreicht werden. Das Mischen von Piperacillin/Tazobactam mit einem Aminoglycosid in vitro

kann zu einer substantiellen Inaktivierung des Aminoglycosids führen.

Piperacillin/Tazobactam Sandoz sollte grundsätzlich nicht zusammen mit anderen Medikamenten in

einer Spritze oder Infusionsflasche vermischt werden, da keine Kompatibilitätsuntersuchungen

vorliegen.

Piperacillin/Tazobactam Sandoz soll nicht Blutprodukten oder Eiweisshydrolysaten zugesetzt

werden.

Ringer-Laktat-Lösung ist mit Piperacillin/Tazobactam Sandoz nicht kompatibel.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Wie auch andere Penicilline kann Piperacillin/Tazobactam Sandoz im Urinzuckertest, der mit der

Kupferreduktionsmethode durchgeführt wird, zu falsch-positiven Reaktionen führen.

Es wird deshalb empfohlen, den Glukosetest zu verwenden, der auf der enzymatischen

Glukoseoxidase-Reaktion beruht.

Es gab Berichte über positive Testresultate mit dem Platelia Aspergillus EIA Test (Bio-Rad

Laboratories) bei mit Piperacillin/Tazobactam behandelten Patienten, bei denen im Nachhinein dann

festgestellt wurde, dass sie keine Aspergillus-Infektion gehabt hatten. Es wurde über

Kreuzreaktionen zwischen non-Aspergillus-Polysacchariden und -Polyfuranosen und dem Platelia

Aspergillus EIA Test (Bio-Rad Laboratories) berichtet. Aus diesem Grund sollten alle positiven

Testresultate bei mit Piperacillin/Tazobactam Sandoz behandelten Patienten mit Vorsicht

interpretiert und mit weiteren diagnostischen Methoden abgesichert werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Rekonstituierte Piperacillin/Tazobactam Sandoz-Lösungen sind bei Verwendung der in der

Dosierungsanleitung angegebenen Lösungsmittel während 24 Stunden bei Raumtemperatur (15‒

25 °C) und während 48 Stunden im Kühlschrank (2‒8 °C) haltbar.

Aus mikrobiologischen Gründen sollte die gebrauchsfertige Zubereitung aber unmittelbar nach

Rekonstitution verwendet werden.

Nicht verwendete Lösungen sind zu verwerfen.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15‒25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung Infusionslösungen

Piperacillin/Tazobactam Sandoz wird parenteral angewendet. Es muss als langsame intravenöse

Infusion (30 Min.) verabreicht werden.

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin/Tazobactam Sandoz soll mit dem in der folgenden

Tabelle angegeben Volumen eines für die Rekonstitution kompatiblen Lösungsmittels rekonstituiert

werden. Die Durchstechflasche soll kreisend geschwenkt werden, bis sich das Pulver vollständig

gelöst hat.

Piperacillin/Tazobactam

Sandoz

Inhalt einer Durchstechflasche

Piperacillin/Tazobactam

Sandoz

Wasser für Injektionszwecke*,

Kochsalzlösung 0,9%

Piperacillin/Tazobactam

Sandoz

2,25 g

10 ml

Piperacillin/Tazobactam

4,5 g

20 ml

Sandoz

* Das empfohlene Maximalvolumen von Wasser für Injektionszwecke beträgt pro Dosis 50 ml.

Die rekonstituierte Piperacillin/Tazobactam Sandoz Lösung sollte mit einer Spritze aus der

Durchstechflasche entnommen werden. Bei entsprechend den Anweisungen durchgeführter

Rekonstitution, entspricht der mit der Spritze entnommene Inhalt der Durchstechflasche dem

angegebenen Gehalt an Piperacillin und Tazobactam.

Eine weitere Verdünnung auf ein grösseres Volumen ist möglich. Die rekonstituierte

Piperacillin/Tazobactam Sandoz Lösung kann mit einem der unten aufgeführten Lösungsmittel für

intravenöse Anwendung auf das gewünschte Volumen weiterverdünnt werden:

·Wasser für Injektionszwecke*,

·Glukoselösung 5%,

·Kochsalzlösung 0,9%,

·Dextran 6% in Kochsalzlösung 0,9%,

·Glukose 5% in Kochsalzlösung 0,9%,

·Lidocain 0,5% in Wasser für Injektionszwecke.

·Bakteriostatische Salz/Paraben-Lösungen, bakteriostatische Wasser/Paraben-Lösungen,

·Bakteriostatische Salz/Benzylalkohol-Lösungen, bakteriostatische Wasser/Benzylalkohol-Lösungen.

Zulassungsnummer

58151 (Swissmedic).

Packungen

Piperacillin/Tazobactam Sandoz 2,25 g (Flaschengrösse 30 ml): Schachtel mit 1 Durchstechflasche.

Piperacillin/Tazobactam Sandoz 4,5 g (Flaschengrösse 50 ml): Schachtel mit 1 und mit 10

Durchstechflaschen. [A]

Piperacillin/Tazobactam Sandoz 4,5 g (Flaschengrösse 100 ml): Schachtel mit 1 Durchstechflasche.

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

Mai 2017.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier

31-7-2018

AuroMedics Pharma LLC Issues Voluntary Nationwide Recall of Piperacillin and Tazobactam for Injection 3.375 grams per vial, Due to Presence of Particulates Identified as Glass and Silicone Material

AuroMedics Pharma LLC Issues Voluntary Nationwide Recall of Piperacillin and Tazobactam for Injection 3.375 grams per vial, Due to Presence of Particulates Identified as Glass and Silicone Material

East Windsor, New Jersey, AuroMedics Pharma LLC is voluntarily recalling two lots of Piperacillin and Tazobactam for injection, USP 3.375 g (Piperacillin Sodium equivalent to 3 g of Piperacillin USP and Tazobactam Sodium equivalent to 0.375 g of Tazobactam USP. Each vial contains 7.05 mEq (162 mg) of Sodium) in a Single-Dose vial, to the hospital level. One vial from lot# PP0317012-A was found to contain particulate matter, identified as glass within the vial and another vial from lot# PP0317059-A was fo...

FDA - U.S. Food and Drug Administration

8-5-2018

Piperacillin and Tazobactam for Injection, USP 3.375 g Vials by AuroMedics Pharma: Recall - Vials Contain Particulate Matter

Piperacillin and Tazobactam for Injection, USP 3.375 g Vials by AuroMedics Pharma: Recall - Vials Contain Particulate Matter

Piperacillin and Tazobactam for Injection, USP 3.375 g by AuroMedics Pharma: Recall: Exposure to particulate matter may result in local irritation/swelling or more serious outcomes.

FDA - U.S. Food and Drug Administration

30-7-2018

Hyrimoz (Sandoz GmbH)

Hyrimoz (Sandoz GmbH)

Hyrimoz (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5097 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4320

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Halimatoz (Sandoz GmbH)

Halimatoz (Sandoz GmbH)

Halimatoz (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5098 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4866

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Hefiya (Sandoz GmbH)

Hefiya (Sandoz GmbH)

Hefiya (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5099 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4865

Europe -DG Health and Food Safety

13-7-2018

Erelzi (Sandoz GmbH)

Erelzi (Sandoz GmbH)

Erelzi (Active substance: etanercept) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4712 of Fri, 13 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

10-7-2018

Temozolomide Sandoz (Sandoz GmbH)

Temozolomide Sandoz (Sandoz GmbH)

Temozolomide Sandoz (Active substance: temozolomide) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4480 of Tue, 10 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

10-7-2018

Pemetrexed Sandoz (Sandoz GmbH)

Pemetrexed Sandoz (Sandoz GmbH)

Pemetrexed Sandoz (Active substance: pemetrexed) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4485 of Tue, 10 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

19-6-2018

Zerbaxa (Merck Sharp and Dohme B.V.)

Zerbaxa (Merck Sharp and Dohme B.V.)

Zerbaxa (Active substance: ceftolozane / tazobactam) - Centralised - Transfer Marketing Authorisation Holder - Commission Decision (2018)3914 of Tue, 19 Jun 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/3772/T/17

Europe -DG Health and Food Safety

23-5-2018

Zessly (Sandoz GmbH)

Zessly (Sandoz GmbH)

Zessly (Active substance: infliximab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)3215 of Wed, 23 May 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4647

Europe -DG Health and Food Safety

15-5-2018

Zerbaxa (Merck Sharp and Dohme Limited)

Zerbaxa (Merck Sharp and Dohme Limited)

Zerbaxa (Active substance: ceftolozane / tazobactam) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)2997 of Tue, 15 May 2018

Europe -DG Health and Food Safety