Phenytoin-Gerot

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Phenytoin-Gerot Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • phenytoinum 100 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Phenytoin-Gerot Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Antiepilepticum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 25930
  • Berechtigungsdatum:
  • 24-05-1960
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Transferiert von Orion Pharma AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Phenytoin-Gerot

Was ist Phenytoin-Gerot und wann wird es angewendet?

Phenytoin-Gerot ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie. Seine Wirkung beruht

wahrscheinlich vorwiegend auf einer Hemmung der Ausbreitung von Krampfpotentialen in der

Hirnrinde. Phenytoin-Gerot vermindert Anzahl und Schwere der Anfälle, ohne müde zu machen. Es

führt bei vielen Patienten und Patientinnen zur Anfallsfreiheit bzw. zu einer weitgehenden Kontrolle

der Anfälle. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verschreibt Ihnen Phenytoin-Gerot zur Behandlung von:

Grossen epileptischen Anfällen (Grand mal), Schlafepilepsie, diffuser Epilepsie, Herdanfällen

(fokale Anfälle), besonders Jackson-Anfällen, Schläfenlappenepilepsie (psychomotorische Epilepsie)

sowie von kombinierten epileptischen Anfallsformen mit Beteiligung grosser epileptischer Anfälle.

Phenytoin-Gerot darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Phenytoin-Gerot nicht eingenommen werden?

Sie sollten Phenytoin-Gerot nicht einnehmen, wenn bei Ihnen Überempfindlichkeit gegen den

Wirkstoff Phenytoin bzw. andere Substanzen dieser Wirkstoffklasse (Hydantoine) oder auf einen der

Hilfsstoffe (siehe Kapitel «Was ist in Phenytoin-Gerot enthalten?») besteht oder bestimmte

Reizleitungsstörungen am Herzen festgestellt wurden. Dies gilt auch, wenn bei Ihnen ein Herzinfarkt

weniger als 3 Monate zurückliegt.

Wann ist bei der Einnahme von Phenytoin-Gerot Vorsicht geboten?

Sie sollen Phenytoin-Gerot nur mit Vorsicht anwenden, wenn Sie unter einer Störung der

Lungenfunktion bzw. unter bestimmten Herz-Kreislauf-Störungen, wie z.B. sehr niedrigem

Blutdruck, Herzmuskelschwäche oder stark verlangsamtem Herzschlag leiden.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Phenytoin behandelt wurden, hatten

Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem

Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse), die

möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden in Zusammenhang mit der Anwendung von

Phenytoin berichtet. Diese zeigen sich anfänglich als rötliche, schiessscheibenartige oder

kreisförmige Flecken (oft mit einer Blase in der Mitte) am Körperstamm. Der Hautausschlag kann zu

einer grossflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen. Zusätzliche Symptome, auf die

geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Ulcera) in Mund, Hals, Nase und im

Genitalbereich sowie gerötete und geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese möglicherweise

lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von grippeähnlichen Symptomen (Kopfschmerzen,

Fieber und Gliederschmerzen) begleitet.

Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten

Behandlungswochen. Wenn bei Ihnen ein Stevens-Johnson Syndrom oder eine Toxisch epidermale

Nekrolyse in Zusammenhang mit der Anwendung von Phenytoin aufgetreten ist, dürfen Sie nie

wieder mit Phenytoin behandelt werden.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten,

suchen Sie sofort einen Arzt/eine Ärztin auf. Teilen Sie ihr/ihm mit, dass Sie Phenytoin-Gerot

einnehmen.

Bei der Behandlung mit Phenytoin-Gerot können schwerwiegende Nebenwirkungen an der Haut in

seltenen Fällen auftreten. Das Risiko dafür steht möglicherweise im Zusammenhang mit

Genvarianten bei Personen chinesischer oder thailändischer Abstammung. Wenn Sie von diesen

Volksgruppen abstammen und Sie auf der Grundlage eines vorher durchgeführten Tests wissen, dass

Sie Träger dieser Genvariante (HLA-B*1502) sind, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt, bevor

Sie Phenytoin-Gerot einnehmen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu

bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen! Dies trifft insbesondere zu Behandlungsbeginn

oder bei höherer Dosierung zu.

Alkoholgenuss muss unterbleiben, da dies zu unerwünschten Wechselwirkungen führen kann. Die

Wirkung zahlreicher Arzneimittel kann durch die gleichzeitige Einnahme von Phenytoin-Gerot

verstärkt oder abgeschwächt werden. Ebenso beeinflussen eine Reihe von Präparaten die Wirkung

von Phenytoin-Gerot. Dies gilt vor allem für Arzneimittel zur Blutverdünnung, Beruhigungsmittel,

verschiedene Antibiotika, Antidiabetika, Kortisonpräparate, bestimmte Schmerzmittel und

Arzneimittel gegen Magengeschwüre. Besonders zu beachten ist die Wechselwirkung zwischen

Phenytoin-Gerot und empfängnisverhütenden Arzneimitteln. Durch eine gleichzeitige Einnahme von

Phenytoin-Gerot kann der Effekt der empfängnisverhütenden Mittel beeinträchtigt werden, und es

kann dadurch zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen. Unzeitgemässe Blutungen können ein

Hinweis auf eine solche Wechselwirkung sein. Bitte informieren Sie in diesem Fall Ihren Arzt oder

Ihre Ärztin. Falls Sie unter Behandlung mit Arzneimitteln zur Blutverdünnung stehen, wird Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin regelmässige Kontrolluntersuchungen durchführen. Wie bei anderen Arzneimitteln,

die zur Langzeitanwendung vorgesehen sind, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin u.a. auch regelmässig

Blutbild und Leberfunktion kontrollieren.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Ihre Apothekerin, wenn Sie an

anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!)

einnehmen oder äusserlich anwenden.

Phenytoin-Gerot Tabletten enthalten Laktose. Patienten und Patientinnen mit Laktoseintoleranz

sollten Phenytoin-Gerot Tabletten nicht einnehmen.

Darf Phenytoin-Gerot während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird im Falle einer Schwangerschaft sorgfältig Nutzen und Risiko einer

Phenytoin-Gerot-Behandlung gegeneinander abwägen. Keinesfalls dürfen Sie das Präparat ohne

ausdrückliche Verschreibung des Arztes oder der Ärztin einnehmen oder ohne Befragen des Arztes

oder der Ärztin einfach absetzen. Falls Sie Phenytoin-Gerot während der Schwangerschaft

einnehmen müssen, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Dosierung besonders zwischen dem 20. und

40. Schwangerschaftstag so gering wie möglich halten. Eine Kombination mit weiteren

Arzneimitteln müssen Sie während dieser Zeit vermeiden. Der Wirkstoff von Phenytoin-Gerot tritt in

geringer Menge in die Muttermilch über. Der Arzt bzw. die Ärztin entscheidet, ob ein Abstillen

erforderlich ist.

Wie verwenden Sie Phenytoin-Gerot?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin legt das für Sie geeignete Einnahmeschema je nach Ausprägung des

Krankheitsbildes individuell fest. Im Allgemeinen beginnt man bei Erwachsenen, die noch nicht mit

anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie vorbehandelt wurden, mit einer Dosis von 3-mal täglich 1

Tablette Phenytoin-Gerot; diese Tagesdosis kann in wöchentlichen Abständen um 100 mg gesteigert

werden. Meist sind Tagesdosen von 3-4 Tabletten ausreichend. Eine Gesamtdosis von 600 mg pro

Tag sollte nicht überschritten werden.

Phenytoin-Gerot ist ungeeignet für Kinder unter 6 Jahren. Bei Kindern über 6 Jahren wird

empfohlen, die Therapie mit einer täglichen Dosis von 2-5 mg/kg KG in 2 oder 3 gleichmässig

verteilten Dosen zu beginnen. Die Tagesdosis kann alle drei Tage um 1 mg/kg KG erhöht werden.

Eine schnelle Aufsättigung kann mit 5-8 mg/kg KG erfolgen. Erhaltungsdosen liegen um 4-8 mg/kg

KG pro Tag. Die maximale Dosis beträgt 300 mg täglich.

Teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit, wenn Sie bereits mit anderen Arzneimitteln gegen

Epilepsie behandelt werden. Diese Präparate dürfen nicht plötzlich, sondern nur stufenweise

abgesetzt und langsam durch Phenytoin-Gerot ersetzt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Phenytoin-Gerot haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Phenytoin-Gerot

auftreten: Häufig: Doppeltsehen, Augenzittern, Störung der Bewegungskoordination, zunehmende

Erregbarkeit, Zittern, Sprachstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Abgeschlagenheit. Bei

länger dauernder Überdosierung können auftreten: starrer Blick, Appetit- und Gewichtsverlust,

Erbrechen, Ermüdungserscheinungen, Wahrnehmungsstörungen und Bewusstlosigkeit. Im

Allgemeinen verschwinden derartige Reaktionen, die vor allem bei Behandlungsbeginn auftreten,

nach entsprechender Anpassung der Dosis unter ärztlicher Kontrolle.

Selten können – besonders bei intravenöser Verabreichung – Herz-Kreislaufstörungen, wie z.B.

Blutdruckabfall, Verschlechterung einer bestehenden Herzmuskelschwäche, Störungen der

Reizleitung am Herzen sowie Herzrhythmusstörungen auftreten. Die Verschlechterung einer

bestehenden Störung der Lungenfunktion wurde ebenfalls in seltenen Fällen gesehen. Als weitere

Nebenwirkungen wurden übermässige Zahnfleischentwicklung, allergische Hauterscheinungen bzw.

Blutbildveränderungen beobachtet. Bei länger dauernder Anwendung kann es zu

Leberfunktionsstörungen oder u.a. zu verstärkter Körperbehaarung bei Frauen (Hirsutismus)

kommen. Ausserdem kann eine nichtentzündliche Nervenerkrankung auftreten, die sich z.B. in

Sensibilitätsstörungen äussern kann.

Es gibt Berichte von Knochenerkrankungen, wie Ausdünnung des Knochens (Osteopenie und

Osteoporose) und Knochenbrüche (Frakturen). Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin bei Langzeitbehandlung mit Antiepileptika, einer Vorgeschichte mit

Osteoporose oder wenn Sie Steroide einnehmen, um Rat.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Bewahren Sie Phenytoin-Gerot am besten in der Originalverpackung bei Raumtemperatur (15-25°C)

an einem für Kinder unerreichbaren Ort auf.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Phenytoin-Gerot enthalten?

Wirkstoff: Phenytoin 100 mg pro Tablette sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

25930 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Phenytoin-Gerot? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es sind folgende Packungen erhältlich:

Phenytoin-Gerot 100 mg: 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Axapharm AG, 6340 Baar.

Herstellerin

G.L. Pharma GmbH, A-8502 Lannach.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.