Paspertin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Paspertin Filmtabletten
  • Darreichungsform:
  • Filmtabletten
  • Zusammensetzung:
  • metoclopramidi hydrochloridum anhydricum 10 mg Endwerte. metoclopramidum 8.9 mg, excipiens pro compresso Dunst.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Paspertin Filmtabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Störungen der Magen-Darm-Motorik

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 32735
  • Berechtigungsdatum:
  • 01-02-1967
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

Patienteninformation

Paspertin®

BGP Products GmbH

Was ist Paspertin und wann wird es angewendet?

Paspertin enthält als Wirkstoff Metoclopramid. Es sorgt für eine geregelte Entleerung des Magens

und einen geregelten Weitertransport des Darminhaltes. Ausserdem beseitigt Paspertin Brechreiz und

Erbrechen.

Paspertin wird angewendet zur Unterdrückung von Übelkeit und Erbrechen, einschliesslich Übelkeit

und Erbrechen die durch akute Migräne hervorgerufen werden. Bei akuter Mirgräne kann Paspertin

zusammen mit über den Mund verabreichten Schmerzmitteln eingenommen werden, um deren

Wirkung zu fördern.

Paspertin kann auch angewendet werden zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, welche durch

Chemo- oder Strahlentherapie hervorgerufen werden.

Paspertin wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet.

Wann darf Paspertin nicht angewendet werden?

Paspertin darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem

Wirkstoff Metoclopramid oder einem anderen Bestandteil des Arzneimittels, bei Epilepsie,

Parkinsonerkrankungen, Störungen der unwillkürlichen Körperhaltung und Mitbewegungen der

Gliedmassen (extrapyramidalmotorische Störungen), bei Geschwulst des Nebennierenmarks

(Phäochromozytom), Darmverschluss, Durchbruch (Perforation) oder Blutungen im Magen-Darm-

Trakt und bei bestimmten hormonabhängigen Geschwülsten (prolaktinabhängige Tumoren), falls Sie

schon einmal an Spätdyskinesie (Bewegungsstörung mit unwillkürlichen Bewegungen vor allem im

Bereich der Kiefer- und Gesichtsmuskeln, aber auch in den Extremitäten), an Methämoglobinämie

(Blockierung des roten Blutfarbstoffes für den Sauerstofftransport mit Auftreten von Atemnot und

blauer Verfärbung der Haut) oder an einem sogenannten NADH-Zytochrom-B5-Mangel gelitten

haben, wenn Sie häufig an Krämpfen leiden sowie wenn Sie L-Dopa (ein Parkinsonmittel) oder

andere sogenannte Dopamin-Agonisten einnehmen.

Bei Kindern unter 1 Jahr darf Paspertin nicht angewendet werden.

Paspertin Filmtabletten und Tropfen sind für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren aufgrund ihrer Dosierungsstärke nicht geeignet.

Wann ist bei der Einnahme von Paspertin Vorsicht geboten?

Bei jungen Erwachsenen unter 30 Jahren sollte Paspertin mit Vorsicht angewendet werden, da es zu

Krampferscheinungen im Kopf- Hals- und Schulterbereich sowie Blickkrämpfen kommen kann

(Frühdyskinesie). Solche Zwischenfälle treten insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von

bestimmten Beruhigungsmitteln (Neuroleptica, bestimmte Antidepressiva) auf und verschwinden in

der Regel wieder, wenn die Arzneimittel abgesetzt werden.

In sehr seltenen Fällen, vor allem nach längerer Behandlungsdauer und bei älteren Patienten, können

sich anhaltende und häufig irreversible Störungen mit anormalen, unwillkürlichen Bewegungen vor

allem im Bereich Kiefer- und Gesichtsmuskeln (Spätdyskinesie), aber auch Bewegungsstörungen in

den Extremitäten ausbilden. Das Risiko, eine Spätdyskinesie zu entwickeln und das Risiko, dass

diese irreversibel sein könnten, steigt wahrscheinlich mit der Behandlungsdauer. Die

Behandlungsdauer mit Paspertin sollte daher 5 Tagen nicht überschreiten.

Bei ersten Anzeichen von Bewegungsstörungen (Dyskinesie), vor allem im Bereich der Zunge und

der Finger, dürfen Sie Paspertin nicht mehr weiter einnehmen und müssen umgehend Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Bei der Einnahme von Paspertin kann es in sehr seltenen Fällen zu einer Methämoglobinämie

(Blockierung des roten Blutfarbstoffes für den Sauerstofftransport) kommen. Bei ersten Anzeichen

einer Methämoglobinämie wie Atemnot und blaue Verfärbung der Haut, dürfen Sie Paspertin nicht

mehr weiter einnehmen und müssen umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Die Wirksamkeit oraler Empfängnisverhütungsmittel können bei gleichzeitiger Gabe von Paspertin

vermindert werden. Falls Sie orale Verhütungsmittel (Pille) verwenden, informieren Sie bitte Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin. Zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen werden empfohlen.

Paspertin Tropfen enthalten die Konservierungsmittel Methylparaben (E 218) und Propylparaben (E

216), die bei gegen diese Konservierungsmittel überempfindlichen Menschen allergische Reaktionen

auslösen können.

Paspertin beeinflusst die Magen-Darm-Bewegungen (Motilität). Dadurch kann die Aufnahme

anderer Arzneimittel durch den Darm und somit deren Wirkung verändert werden. Es sind dies z.B.

andere Magen-Darm-Mittel, Schmerzmittel, Mittel gegen Depressionen und andere.

Antiparkinsonpräparate, Anticholinergika und Bromocriptin können die Wirksamkeit von Paspertin

verringern und sollten daher nicht mit Paspertin kombiniert werden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln, die Müdigkeit hervorrufen (Morphin-Derivate,

Schlafmittel, Beruhigungsmittel, etc.) kann es zu einer Verstärkung der Beruhigung kommen.

Bei gleichzeitiger Gabe von sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Arzneimittel zur

Behandlung von Depressionen) kann es zu verstärktem Auftreten von extrapyramidalen Symptomen

(Störungen des Muskeltonus und der Bewegungsabläufe) bis hin zu einem sogenannten Serotonin-

Syndrom kommen (u.a. charakterisiert durch gesteigerte Erregbarkeit der Muskeleigenreflexe,

Muskelzuckungen, Zittern, Unruhe, Angst, Halluzinationen, Reizbarkeit bis zum

Verwirrtheitszustand und zur Bewusstlosigkeit, schneller Herzschlag, Blutdruckschwankungen,

Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Durchfall).

Bei gleichzeitiger Gabe von Paspertin mit Opiaten und Anticholinergika kann die magen-darm-

motilitätsfördernde Wirkung von Paspertin gehemmt werden.

Paspertin kann die Resorption (Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt) von anderen Stoffen

verändern, z.B. die von Digoxin, Cimetidin verringern, die von Ciclosporin, Mexiletin, Paracetamol,

Salizylate, Diazepam, Lithium, Antibiotika (Tetrazykline) erhöhen und somit zu einer verringerten

bzw. erhöhten Wirkung dieser Arzneistoffe führen.

Bestimmte Antidepressiva, sogenannte MAO-Hemmer, können eventuell die Wirkung von Paspertin

verstärken.

Die Wirkung von Succinylcholin kann durch Paspertin verlängert werden.

Eine Dosisanpassung von eventuell dem Körper zugeführtem Insulin ist aufgrund der magen-darm-

motilitätsfördernden Wirkung von Paspertin notwendig.

Auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch kann Paspertin das Reaktionsvermögen so weit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt wird. Das gilt in verstärktem Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Während der Behandlung mit Paspertin sollten keine alkoholischen Getränke eingenommen werden,

weil Alkohol die Wirkung in unvorsehbarer Weise beeinflussen kann.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Paspertin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Paspertin soll während der Schwangerschaft nur auf besondere Anordnung des Arztes oder der

Ärztin angewendet werden.

Da der Wirkstoff Metoclopramid in die Muttermilch übertritt, soll Paspertin während der Stillzeit

nicht eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Paspertin?

Die empfohlene Einzeldosis beträgt 10 mg und kann bis zu dreimal täglich gegeben werden.

Der Arzt oder die Ärztin wird die für Sie zutreffende Dosierung festlegen. Paspertin Filmtabletten

und Tropfen sind nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre geeignet.

Soweit nicht anders verordnet, gilt üblicherweise folgende Dosierung ½ Stunde vor den Mahlzeiten:

Filmtabletten

Erwachsene nehmen 3-mal täglich 1 Filmtablette mit ausreichend Flüssigkeit ein.

Tropfen

Erwachsene nehmen 3-mal täglich 15-30 Tropfen ein.

Zum Tropfen, Flaschenöffnung senkrecht nach unten halten und gegebenenfalls leicht auf den

Flaschenboden klopfen.

Sie müssen nach jeder Einnahme selbst im Fall von Erbrechen und dem Abstossen des Arzneimittels

mindestens 6 Stunden warten, bevor Sie die nächste Dosis einnehmen, um eine Überdosis zu

vermeiden.

Die Dauer der Behandlung bestimmt der Arzt oder die Ärztin. Die maximale empfohlene

Behandlungsdauer beträgt 5 Tage. Eine längere Behandlung wird nicht empfohlen, da ein erhöhtes

Risiko für das Auftreten potentiell irreversible Bewegungsstörungen vor allem im Bereich Kiefer-

und Gesichtsmuskeln (Spätdyskinesie) besteht (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Paspertin

Vorsicht geboten?»).

Ältere Personen

Eine Reduzierung der Dosis kann in Abhängigkeit von der Nieren- und Leberfunktion sowie vom

allgemeinen Gesundheitszustand erforderlich sein.

Erwachsene mit Nierenfunktionsstörungen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Nierenprobleme haben. Die Dosis muss eventuell reduziert

werden, wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden.

Erwachsene mit Leberfunktionsstörungen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Leberprobleme haben. Die Dosis muss eventuell reduziert

werden, wenn Sie an einer Lebererkrankung leiden.

Wenn Sie eine grössere Menge von Paspertin eingenommen haben, als Sie sollten,

Eine Überdosierung kann zu unkontrollierbaren Bewegungen (extrapyramidale Erkrankung),

Müdigkeit, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheitszuständen, Halluzinationen oder Herzproblemen

führen.

Falls erforderlich, kann Ihr Arzt diese Symptome behandeln.

Wenn Sie die Einnahme von Paspertin vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Paspertin haben?

Brechen Sie die Behandlung ab und sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem

medizinischen Fachpersonal, wenn Sie während der Einnahme des Arzneimittels eines der folgenden

Anzeichen bemerken:

·unkontrollierbare Bewegungen (häufig unter Einbeziehung des Kopfes oder des Nackens). Diese

Anzeichen können selbst nach nur einer einzigen Anwendung auftreten und zeigen sich

normalerweise zu Beginn der Behandlung. Die Reaktionen verschwinden im Allgemeinen nach dem

Abbrechen der Behandlung von selbst, bedürfen aber eventuell einer ärztlichen Behandlung.

·hohes Fieber, hoher Blutdruck, Krämpfe, Schweissausbruch, vermehrte Speichelbildung. Dies

können Anzeichen für eine Erkrankung mit der Bezeichnung neuroleptisches malignes Syndrom

sein.

·Jucken oder Hautausschlag, Schwellung des Gesichts, der Lippen oder des Halses, Schwierigkeiten

beim Atmen. Dies können Anzeichen einer allergischen Reaktion sein, die möglicherweise

schwerwiegend ist.

·Atemnot und blaue Verfärbung der Haut. Dies können Anzeichen für eine Erkrankung mit der

Bezeichnung Methämoglobinämie sein.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Paspertin auftreten:

Sehr häufig: Müdigkeit.

Häufig: Durchfall; Kraftlosigkeit; vorübergehende Bewegungsstörungen mit Krämpfen im Kopf-,

Hals- und Schulterbereich und Blickkrämpfe; Depression; niedriger Blutdruck.

Gelegentlich: verlangsamter Herzschlag; Kopfschmerzen; Schwindel; Schlaflosigkeit; Angst;

Ruhelosigkeit; getrübter Bewusstseinszustand; Halluzinationen; Überempfindlichkeitsreaktionen,

insbesondere mit Paspertin Tropfen bei entsprechend veranlagten Patienten aufgrund des Gehaltes an

Parabenen; Ausbleiben der Menstruation, erhöhter Prolaktinspiegel.

Selten: Hautausschlag; Übelkeit; Verstopfung; Milchabsonderung der Brüste; Krämpfe;

Verwirrtheitszustand; Schock; Bluthochdruck.

Sehr selten: Methämoglobinämie (Blockierung des roten Blutfarbstoffes für den Sauerstofftransport

mit Auftreten von Atemnot und blauer Verfärbung der Haut); Sulfhämoglobinämie (grünlich-

schwarze Verfärbung des Blutes); bleibende Bewegungsstörungen oder schüttellähmungs-artige

Erscheinungen (Spätdyskinesie); Fieber, Muskelstarre, Bewusstseins- und Blutdruckveränderungen

(malignes neuroleptisches Syndrom); Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzstillstand;

Mundtrockenheit; Anschwellen der Brust (auch bei Männern); allergische Reaktion bis hin zu

anaphylaktischem Schock; Menstruationsbeschwerden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Paspertin enthalten?

1 Filmtablette enthält als Wirkstoff 10 mg Metoclopramidhydrochloridanhydrid als Metoclopramid

8,9 mg und Hilfsstoffe.

1 ml Tropfen (= 12 Tropfen) enthält als Wirkstoff 4 mg Metoclopramidhydrochlorid sowie

Konservierungsmittel: Propylparaben (E 216), Methylparaben (E 218) und Süssstoff

Natriumsaccharinat und einen weiteren Hilfsstoff.

Zulassungsnummer

32735, 42894 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Paspertin? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung:

Paspertin Filmtabletten: 50.

Paspertin Tropfen: 100 ml.

Zulassungsinhaberin

BGP Products GmbH, 6341 Baar.

Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

[Version 202 D]