Panretin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Panretin
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Panretin
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antineoplastische Agenten,
  • Therapiebereich:
  • Sarkom, Kaposi
  • Anwendungsgebiete:
  • Panretin gel ist indiziert für die topische Behandlung von Hautläsionen bei Patienten mit erworbenen-Immunschwäche-Syndrom (AIDS-related Kaposi-Sarkom (KS), wenn:die Läsionen sind nicht ulzeriert oder lymphödematösen, und;Behandlung der viszeralen KS ist nicht erforderlich, und;Verletzungen reagieren nicht auf eine systemische antiretrovirale Therapie;Radiotherapie oder Chemotherapie nicht geeignet sind.
  • Produktbesonderheiten:
  • Revision: 15

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Autorisiert
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/000279
  • Berechtigungsdatum:
  • 11-10-2000
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/000279
  • Letzte Änderung:
  • 07-01-2019

Öffentlichen Beurteilungsberichts

30 Churchill Place

Canary Wharf

London E14 5EU

United Kingdom

An agency of the European Union

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+44 (0)20 3660 6000

Facsimile

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© European Medicines Agency, 2018. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

EMA/229702/2018

EMEA/H/C/000279

Panretin (Alitretinoin)

Übersicht über Panretin und Gründe für die Zulassung in der EU

Was ist Panretin und wofür wird es angewendet?

Panretin ist ein Arzneimittel für die Behandlung von Hautläsionen bei AIDS-Patienten mit einem

Kaposi-Sarkom (einer Art Hautkrebs). Panretin wird angewendet, wenn

die Haut nicht beschädigt und die Läsionen nicht geschwollen sind,

die Läsionen nicht auf eine HIV-Therapie angesprochen haben,

andere Therapien (Strahlentherapie oder Chemotherapie) nicht geeignet sind und

eine Behandlung wegen eines viszeralen (inneren) KS-Läsion nicht erforderlich ist.

Wie wird Panretin angewendet?

Panretin ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich, und die Behandlung sollte von einem in der

Behandlung von Kaposi-Sarkomen erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden. Panretin ist als

Gel erhältlich, das zweimal täglich auf die Hautläsionen aufzutragen ist, wobei die einzelnen Läsionen

mit reichlich Gel bedeckt werden sollten. Anschließend sollte das Gel drei bis fünf Minuten trocknen,

bevor es mit Bekleidung bedeckt wird. Die die Läsionen umgebende gesunde Haut sollte ausgespart

werden. In Abhängigkeit vom Ansprechen der Läsionen auf die Behandlung kann die Anzahl der

Anwendungen auf drei- bis viermal täglich erhöht werden. Panretin sollte bis zu 12 Wochen lang

angewendet werden. Die Anwendung kann nach diesem Zeitraum fortgesetzt werden, jedoch nur auf

den Läsionen, die auf die Behandlung ansprechen.

Weitere Informationen zur Anwendung von Panretin entnehmen Sie der Packungsbeilage, oder wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie wirkt Panretin?

Der Wirkstoff in Panretin, Alitretinoin, ist ein Wirkstoff zur Krebsbekämpfung, der zu der Gruppe der

„Retinoide“ gehört, die von Vitamin A abgeleitet werden. Die genaue Wirkungsweise von Alitretinoin

bei Kaposi-Sarkomen ist unbekannt.

Panretin (Alitretinoin)

EMA/229702/2018

Seite 2/2

Welchen Nutzen hat Panretin in den Studien gezeigt?

Panretin wurde in zwei 12-wöchigen Studien mit insgesamt 402 Patienten mit einem Kaposi-Sarkom

mit Placebo (einer Scheinbehandlung) verglichen. Der Hauptindikator für die Wirksamkeit war der

Anteil der Patienten, die auf die Behandlung ansprachen. Ein Ansprechen auf die Behandlung wurde je

nach Art der Läsionen definiert als flächenmäßige Verkleinerung bzw. als Flacherwerden der Läsionen.

Panretin war bei der Behandlung von Kaposi-Sarkomen wirksamer als Placebo. Etwa 35 % bzw. 37 %

der Patienten, die Panretin erhielten, sprachen auf die Behandlung an, gegenüber 18 % bzw. 7 % der

Patienten unter Placebo.

Welche Risiken sind mit Panretin verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Panretin (die mehr als 1 von 10 Patienten betreffen können) sind

Hautausschlag, Pruritus (Juckreiz), Hautstörungen (Aufspringen, Schorfbildung, Krustenbildung,

Austreten von Flüssigkeit und Nässen) und Schmerzen (Brennen und Wundsein). Die vollständige

Auflistung der im Zusammenhang mit Panretin berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu

entnehmen.

Panretin darf nicht bei Patienten angewendet werden, die gegebenenfalls überempfindlich (allergisch)

gegen Retinoide im Allgemeinen, Alitretinoin oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Panretin darf

nicht bei Schwangeren, stillenden Müttern oder Frauen angewendet werden, die eine Schwangerschaft

planen. Es darf nicht zur Behandlung von Läsionen angewendet werden, die sich in der Nähe von

Bereichen befinden, die von anderen Hautstörungen betroffen sind.

Warum wurde Panretin in der EU zugelassen?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen von Panretin

gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen zu

erteilen.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren Anwendung

von Panretin ergriffen?

Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Panretin, die

von Angehörigen der Heilberufe und Patienten befolgt werden müssen, wurden in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.

Wie bei allen Arzneimitteln werden Daten zur Anwendung von Panretin kontinuierlich überwacht.

Gemeldete Nebenwirkungen von Panretin werden sorgfältig ausgewertet und alle notwendigen

Maßnahmen zum Schutz der Patienten werden ergriffen.

Weitere Informationen über Panretin

Am 11. Oktober 2000 erhielt Panretin eine Genehmigung für das Inverkehrbringen in der gesamten

EU. Der Zulassungsinhaber ist Eisai Ltd.

Weitere Informationen über Panretin finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find

medicine/Human medicines/European public assessment reports.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 04-2018 aktualisiert.

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: IInformation für Anwender

Panretin Gel 0,1%

Alitretinoin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Panretin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Panretin beachten?

Wie ist Panretin anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Panretin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Panretin und wofür wird es angewendet?

Panretin gehört zu einer Wirkstoffgruppe, die mit Vitamin A verwandt ist und unter der Bezeichnung

Retinoide bekannt ist.

Panretin wird bei Patienten mit AIDS-bedingtem Kaposi-Sarkom (KS) angewendet und dient zur

Behandlung der KS-Läsionen:

die sich nur auf der Haut befinden,

die nicht auf Ihre HIV-Behandlung angesprochen haben,

an denen die Haut oder Läsion nicht offen ist,

an denen die umgebende Haut nicht geschwollen ist,

wenn Ihr Arzt der Meinung ist, dass andere Behandlungen für Sie nicht geeignet sind.

KS innerhalb des Körpers wird von Panretin nicht beeinflusst.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Panretin beachten?

Panretin darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Alitretinoin oder ähnliche retinoidhaltige Arzneimittel sind

wenn Sie allergisch gegen einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind

wenn Sie schwanger sind

wenn Sie planen, schwanger zu werden

wenn Sie stillen

für KS-Läsionen in der Nähe anderer Hautkrankheiten

Bei Anwendung von Panretin ist folgendes besonders zu beachten

Panretin ist zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zugelassen.

Gel nicht auf oder in der Nähe empfindlicher Körperteile, wie Augen, Nasenlöchern, Mund,

Lippen, Scheide, Penisspitze, Rektum oder Anus auftragen.

Gel nicht auf die gesunde Haut, die eine KS-Läsion umgibt, auftragen. Panretin kann zu einer

unerwünschten Hautreizung oder –rötung führen.

Keine DEET (

N,N

-Diethyl-

m

-toluamid)-haltigen Insektenschutzmittel oder andere

DEET-Produkte gleichzeitig mit Panretin anwenden.

Behandelte Körperteile nicht zu lange dem Sonnenlicht oder einem anderen ultravioletten (UV)

Licht (wie z.B. Bräunungslampen) aussetzen.

Um starke Trockenheit oder starkes Jucken zu lindern, kann zwischen den

Panretin Anwendungen eine rückfettende Salbengrundlage angewendet werden. Diese darf

jedoch mindestens zwei Stunden vor oder nach der Anwendung von Panretin nicht aufgetragen

werden.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Anwendung von Panretin sowie einen

Monat nach der Beendigung der Behandlung eine wirksame Methode der Empfängnisverhütung

anwenden.

Anwendung von Panretin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel handelt.

Die Anwendung von anderen Produkten auf Ihren behandelten KS-Läsionen, wie z.B. auf die Haut

aufzutragende Insektenabwehrmittel, ist zu vermeiden.

Anwendung von Panretin zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Es wird empfohlen, dass Ihre Kost nicht mehr Vitamin A als die von Ihrem Arzt empfohlene Menge

enthält.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind oder daran denken, schwanger zu werden, darf Panretin NICHT angewendet

werden. Ihr Arzt kann Sie genauer beraten.

Stillzeit

Während Sie Panretin anwenden, dürfen Sie Ihr Baby nicht stillen. Es ist darauf zu achten, dass Ihr

Baby nicht mit Hautoberflächen, die vor kurzem mit Panretin behandelt worden sind, in Kontakt

kommt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Panretin negative Auswirkungen auf Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre

Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, hat.

3.

Wie ist Panretin anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Zum erstmaligen Öffnen Metallsicherheitsverschluss mit dem spitzen Teil der Kappe durchdrücken.

Wie Panretin Gel anzuwenden ist: Nur zur kutanen Anwendung (Anwendung auf der Haut)

Zu Beginn Panretin Gel zweimal pro Tag auftragen und zwar einmal am Morgen und einmal am

Abend. Später wird Ihr Arzt entscheiden, wie oft Sie das Gel auftragen sollen; dies hängt von der

Reaktion Ihres KS und gegebenenfalls auftretenden Nebenwirkungen ab.

Panretin Gel auf die KS-Läsionen mit einem sauberen Finger auftragen. Die ganze Oberfläche jeder

Läsion, die Sie behandeln möchten, dick mit dem Gel bestreichen. Das Gel braucht nicht in die Läsion

eingerieben zu werden. Gel nicht auf die Läsion umgebende gesunde Haut auftragen. Reizungen oder

Rötungen, die auftreten, können dadurch vermieden werden, dass das Gel vorsichtig ausschließlich auf

die Oberfläche der KS-Läsion selbst aufgetragen wird. Bei richtiger Anwendung ist nach der

Beendigung des Auftragens noch etwas Gel auf der Oberfläche der Läsion sichtbar.

Der bzw. die Finger, die Sie zum Auftragen des Gels benutzt haben, sowie gesunde Haut, die

mit dem Gel in Kontakt gekommen ist, sind sofort nach dem Auftragen mit einem Papiertuch

abzuwischen. Hände mit Wasser und Seife waschen und die gesunde Haut, die mit dem Gel in

Kontakt gekommen ist, abwischen.

Gel drei bis fünf Minuten trocknen lassen und die behandelte Fläche erst dann mit loser

Kleidung bedecken. Behandelte Läsionen nicht mit Verband- oder anderem Material abdecken.

Zum Baden oder Duschen wird eine milde Seife empfohlen.

Wenn Sie glauben, dass Panretin zu stark oder nicht stark genug wirkt, so wenden Sie sich bitte

an Ihren Arzt oder Apotheker.

Mindestens drei Stunden nach jeder Anwendung nicht duschen, baden oder schwimmen.

Behandelte Flächen nicht kratzen.

Panretin enthält Alkohol. Von offener Flamme fernhalten.

Über die Behandlungsdauer entscheidet Ihr Arzt.

Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie keine unmittelbare Besserung bemerken.

Eine sichtbare Besserung ist manchmal erst nach 12 Wochen festzustellen.

Treten die ersten Anzeichen einer Besserung auf, so brechen Sie bitte die Behandlung nicht ab.

Beim Auftreten von Nebenwirkungen auf der Haut kann es erforderlich sein, die Anwendungen

pro Tag zu reduzieren oder die Behandlung mit Panretin kurzfristig abzubrechen. Es ist wichtig,

dass Sie sich an Ihren Arzt wenden, der Ihnen die entsprechenden Anweisungen geben wird.

Wenn Sie eine größere Menge von Panretin angewendet haben, als Sie sollten

Bezüglich einer Überdosierung von Panretin ist nichts bekannt.

Wenn Sie die Anwendung von Panretin vergessen haben

Das nächste Mal die Dosis nicht verdoppeln, um das Ausfallen einzelner Behandlungen zu

kompensieren. Die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt auftragen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Die Nebenwirkungen treten aller Wahrscheinlichkeit nach dort auf, wo

Panretin aufgetragen wurde, typischerweise tritt zuerst Rötung auf. Wird Panretin weiterhin

aufgetragen, so kann sich die Rötung und Reizung verstärken, und es können Schwellungen am

Auftragungsort entstehen. Werden Ihnen die Nebenwirkungen zu unangenehm und werden die

Symptome Rötung und Reizung, Ausschlag, Schwellung oder Schmerzen intensiver, so sollten Sie sich

zwecks Veränderung der Dosierung Ihrer Behandlung an Ihren Arzt wenden. Die meisten Patienten

können Panretin weiterhin anwenden, wobei die Anzahl der Anwendungen pro Tag geändert wird.

Manchmal muss die Behandlung unterbrochen werden. Ihr Arzt wird Sie hierüber informieren.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden an der Haut, auf die Panretin aufgetragen wurde, beobachtet:

Sehr häufig (die bei mehr als 1 von 10 Behandelten auftreten können):

Ausschlag, Schuppenbildung, Reizung, Rötung

Aufspringen der Haut, Schorfbildung, Krustenbildung, Absonderung von Flüssigkeit, Nässen

Schmerzen, starkes Brennen, Wundsein

Juckreiz

Häufig (die bei weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten auftreten können):

Blättern, Abschälen der Haut, trockene Haut

Anschwellen, Entzündung

Brennen, Kribbeln

Blutungen

Hautverfärbungen

Hautgeschwüre

Selten (die bei weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten auftreten können):

Infektionen

Allergische Reaktionen

Geschwollene Lymphdrüsen

Blässe

Wenn Ihnen die Nebenwirkungen zu unangenehm werden, fragen Sie bitte Ihren Arzt so rasch wie

möglich um Rat.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation

angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden können.

5.

Wie ist Panretin aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem unten auf der Tube angegebenen Verfalldatum nicht mehr

anwenden.

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Das Behältnis gut verschlossen halten. Tube jedes Mal nach der Verwendung mit der Kappe gut

verschließen.

Nach dem Öffnen innerhalb von 90 Tagen verbrauchen.

Die Öffnung der Panretin Tube trägt einen Sicherheitsverschluss aus Metall. Ist dieser Verschluss

beim ersten Öffnen der Packung beschädigt oder nicht sichtbar, Arzneimittel NICHT

anwenden und

der Apotheke zurückgeben.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme

hilft, die Umwelt zu schützen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Panretin enthält

Der Wirkstoff ist Alitretinoin. 1 g Gel enthält 1 mg Alitretinoin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Ethanol, Macrogol 400, Hydroxypropylcellulose sowie

Butylhydroxytoluol.

Wie Panretin aussieht und Inhalt der Packung

Panretin ist ein durchsichtiges gelbes Gel. Er wird in einer epoxybeschichteten Aluminiumtube zum

Mehrfachgebrauch mit 60 Gramm geliefert.

Jeder Karton enthält eine Tube Gel.

Pharmazeutischer Unternehmer

Eisai Ltd.

Mosquito Way

Hatfield

Hertfordshire

AL10 9SN

Vereinigtes Königreich

Hersteller

Eisai Manufacturing Limited

Mosquito Way

Hatfield

Hertfordshire

AL10 9SN

Vereinigtes Königreich

Falls Sie weitere Informationen über das Arzneimittel wünschen, setzen Sie sich bitte mit dem

örtlichen Vertreter des pharmazeutischen Unternehmers in Verbindung.

België/Belgique/Belgien

Eisai SA/NV

Tél/Tel: +32 (0)800 158 58

Lietuva

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Jungtinė Karalystė)

България

Eisai Ltd.

Teл.: + 44 (0)208 600 1400

(Обединено кралство)

Luxembourg/Luxemburg

Eisai SA/NV

Tél/Tel: +32 (0)800 158 58

(Belgique/Belgien)

Česká republika

Eisai GesmbH organizačni složka

Tel.: + 420 242 485 839

Magyarország

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Egyesült Királyság)

Danmark

Eisai AB

Tlf: + 46 (0) 8 501 01 600

(Sverige)

Malta

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Ir-Renju Unit)

Deutschland

Eisai GmbH

Tel: + 49 (0) 69 66 58 50

Nederland

Eisai B.V.

Tél/Tel: + 31 (0) 900 575 3340

Eesti

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Ühendkuningriik)

Norge

Eisai AB

Tlf: +46 (0) 8 501 01 600

(Sverige)

Ελλάδα

Arriani Pharmaceuticals S.A.

Τηλ: +30 210 668 3000

Österreich

Eisai GesmbH

Tel: + 43 (0) 1 535 1980-0

España

Eisai Farmacéutica, S.A.

Tel: + (34) 91 455 94 55

Polska

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Wielka Brytania)

France

Eisai SAS

Tél: + (33) 1 47 67 00 05

Portugal

Eisai Farmacêutica, Unipessoal Lda

Tel: + 351 214 875 540

Hrvatska

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Velika Britanija)

România

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Marea Britanie)

Ireland

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(United Kingdom)

Slovenija

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Velika Britanija)

Ísland

Eisai AB

Sími: + 46 (0)8 501 01 600

(Svíþjóð)

Slovenská republika

Eisai GesmbH organizačni složka

Tel.: + 420 242 485 839

(Česká republika)

Italia

Eisai S.r.l.

Tel: + 39 02 5181401

Suomi/Finland

Eisai AB

Puh/Tel: + 46 (0) 8 501 01 600

(Ruotsi)

Κύπρος

Eisai Ltd.

Τηλ: + 44 (0)208 600 1400

(Ηνωµένο Βασίλειο)

Sverige

Eisai AB

Tel: + 46 (0) 8 501 01 600

Latvija

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

(Lielbritānija)

United Kingdom

Eisai Ltd.

Tel: + 44 (0)208 600 1400

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.

Anhang IV

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Am 7. Juli 2016 veranlasste das Vereinigte Königreich ein Verfahren nach Artikel 31 der

Richtlinie 2001/83/EG aufgrund von Pharmakovigilanzdaten und ersuchte den Ausschuss für

Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) um eine Überprüfung der existierenden

Routine-Risikominimierungsmaßnahmen für die oralen und topischen Retinoide, um sicherzustellen,

dass die verfügbaren Daten und die Risiken im Zusammenhang mit den unerwünschten teratogenen

Wirkungen und neuropsychiatrischen Störungen in der Produktinformation richtig und einheitlich

wiedergegeben werden, soweit dies angemessen und durch Daten belegt ist. Ferner wurde der PRAC

ersucht, etwaige zusätzliche Risikominimierungsmaßnahmen dahingehend zu überprüfen, ob diese in

Bezug auf die Bereitstellung von Informationen und die Durchführung eines wirksamen

Risikomanagements, das einer entsprechenden Überwachung unterliegt, optimal sind. Der PRAC

sollte in diesem Zusammenhang die Auswirkungen der o. g. Bedenken auf das Nutzen-Risiko-

Verhältnis von retinoidhaltigen Arzneimitteln beurteilen und eine Empfehlung dazu abgeben, ob die

Zulassung der betreffenden Präparate aufrechterhalten, geändert, ausgesetzt oder widerrufen werden

sollte.

Nach Prüfung aller verfügbaren Daten im Zusammenhang mit den vorgebrachten Bedenken

verabschiedete der PRAC am 8. Februar 2018 eine Empfehlung, die anschließend vom CHMP gemäß

Artikel 107 Buchstabe k der Richtlinie 2001/83/EG berücksichtigt wurde.

Gesamtzusammenfassung der wissenschaftlichen Beurteilung des PRAC

Der PRAC überprüfte alle verfügbaren Daten aus präklinischen Studien, Pharmakovigilanzdaten, der

veröffentlichen Fachliteratur und Spontanmeldungen über die Risiken im Zusammenhang mit den

unerwünschten teratogenen Wirkungen und neuropsychiatrischen Störungen bei Anwendung oraler

und topischer Retinoide. Darüber hinaus wurden in der Empfehlung auch die Meinungen von

Patienten und medizinischem Fachpersonal in Bezug auf Kommunikation, Bewusstsein und

Verständnis der Risiken von Retinoiden während einer Schwangerschaft und bei Frauen im

gebärfähigen Alter sowie deren Ansichten über Möglichkeiten zur Verbesserung der

Risikokommunikation berücksichtigt.

Die Prüfung bestätigt die bereits bekannten teratogenen Risiken in Verbindung mit der Anwendung

oraler Retinoide bei Schwangeren. Die Daten legen nahe, dass bei oralen Retinoiden ein stärkerer

Zusammenhang mit dem Risiko eines unerwünschten Schwangerschaftsausganges besteht als bei den

topischen Retinoiden. Die tierexperimentellen Daten zur Reproduktionstoxizität für die oralen

Retinoide zeigen eine Retinoid-Embryopathie mit charakteristischem Bild. Die Daten zu angeborenen

Fehlbildungen beim Menschen nach oraler Retinoidexposition zeigen ein signifikantes Risiko für eine

Retinoid-Embryopathie (bei bis zu 30 % der betroffenen Föten); darüber hinaus ist bekannt, dass es

bei ungefähr einem Drittel der Schwangeren, die während der Schwangerschaft orale Retinoide

eingenommen haben, zu einem Spontanabort kommt. Eine Schwangerschaft ist eine absolute

Gegenanzeige für alle oralen Retinoide in der EU.

Der PRAC stellte fest, dass trotz der Einführung von Schwangerschaftsverhütungsmaßnahmen,

einschließlich von Schwangerschaftsverhütungsprogrammen, nach wie vor in der EU

Schwangerschaften während einer Behandlung mit oralen Retinoiden gemeldet werden.

Die Einhaltung des Schwangerschaftsverhütungsprogramms ist für ein positives Nutzen-Risiko-

Verhältnis bei diesen Präparaten unerlässlich. Daher wurde die Angemessenheit der

Schwangerschaftsverhütungsmaßnahmen, einschließlich der Schwangerschaftsverhütungsprogramme,

für die oralen Retinoide Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin überprüft, um sicherzustellen, dass die

verfügbaren Materialien effektiv auf die Bedeutung von Verhütungsmaßnahmen und regelmäßigen

Schwangerschaftstests und auf die gemeinsame Verantwortlichkeit von Patienten, Ärzten und

Apothekern hinsichtlich der Einhaltung der Empfehlungen eingehen und dass dieser Punkt bei allen

Präparaten einheitlich und wirksam kommuniziert wird. Darüber hinaus wurden den

Zulassungsinhabern als Ergebnis des Verfahrens konkrete Studien zur Messung der Wirksamkeit der

vereinbarten Änderungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms auferlegt.

Der PRAC empfahl diesbezüglich Änderungen der Produktinformationen, einschließlich einer

Harmonisierung der Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, für die oralen

Retinoide Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin, um auf das teratogene Risiko in Verbindung mit

deren Anwendung hinzuweisen, sowie eine entsprechende Kommunikation an die medizinischen

Fachkreise durch einen „Rote-Hand-Brief“ (DHCP, Direct Healthcare Professional Communication).

Darüber hinaus empfahl der PRAC Änderungen des Informationsmaterials für die oralen Retinoide

(Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin), um sicherzustellen, dass das medizinische Fachpersonal und

die Patienten über die Risiken oraler Retinoide (Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin) bei

Schwangeren und Frauen im gebärfähigen Alter und die zur Minimierung des Risikos erforderlichen

Maßnahmen informiert sind. Dazu zählen eine Hinweiskarte für Patienten, eine Checkliste bzw. ein

Bestätigungsformular für Ärzte und eine Checkliste für Apotheker, mit denen sichergestellt werden

soll, dass die verschreibenden Ärzte und Patienten die Risiken kennen und sich derer bewusst sind.

Ferner empfahl der PRAC eine Verteilung von Informationsmaterialien über elektronische Kanäle,

z. B. QR-Codes und Websites, um die vorhandene Technologie speziell für die Gruppe der jungen

Patienten, die diese Produkte anwenden, besser zu nutzen.

Der PRAC wies darauf hin, dass in Anbetracht der verschiedenen Gesundheitsversorgungssysteme in

der EU die Umsetzung der folgenden Elemente des Schwangerschaftsverhütungsprogramms auf

nationaler Ebene beachtet und vereinbart werden muss:

Die Umsetzung der siebentägigen Gültigkeit von Verordnungen, um nicht zuwider der

gegebenenfalls vorhandenen einschlägigen nationalen Gesetzgebung zu handeln;

Unterschrift der Patienten auf der Checkliste bzw. dem Bestätigungsformular für Ärzte;

Ausgabe der Hinweiskarte für Patienten;

Checkliste für Apotheker;

Aufnahme einer Terminliste in die Hinweiskarte für Patienten;

Die Option eines Piktogramms/Symbols begleitend zu dem Text des gerahmten

Warnhinweises und als Sichthinweis auf der Umverpackung, um Patientinnen auf die

Schädigung des ungeborenen Kindes und die Notwendigkeit einer wirksamen Verhütung bei

Anwendung des Arzneimittels hinzuweisen.

Der PRAC war der Ansicht, dass in Anbetracht der onkologischen Anwendungsgebiete von oralem

Tretinoin und oralem Bexaroten weitere Risikominimierungsmaßnahmen (RRMs) für diese Präparate

hinsichtlich ihrer teratogenen Wirkungen, beispielsweise eine Verstärkung der Angaben in der

Produktinformation (PI) und zusätzliche Risikominimierungsmaßnahmen (zRRMs), angesichts der

fachärztlichen Versorgung der Patienten, der Risikopopulation und der Art der Erkrankung keinen

Zusatznutzen hätten.

Der PRAC stellte fest, dass die systemische Exposition nach topischer Anwendung von Retinoiden

vernachlässigbar ist und dass die Schwere oder die Ausbreitung der Hautkrankheit keinen klinisch

signifikanten Einfluss darauf zu haben scheinen. Zudem gibt es keine Studien, in denen die

Auswirkungen einer Schwangerschaft beim Menschen auf die systemische Resorption topischer

Retinoide untersucht wurden. Allerdings bestand Einigkeit darüber, dass mehrere andere Faktoren zu

einer erhöhten systemischen Exposition beitragen können und ein Risiko daher nicht auszuschließen

ist.

Da der Mensch im Hinblick auf Retinoidtoxizität die empfindlichste Spezies ist und aufgrund der

Einschränkungen der vorliegenden Daten bezüglich des Wissens über die systemische Resorption

sowie der möglichen Risiken, ist der PRAC der Ansicht, dass es angemessen ist, einen sehr

vorsichtigen Ansatz zu verfolgen. Die Anwendungsgebiete der topischen Retinoide sind nicht

lebensbedrohlich und es besteht keine absolute klinische Notwendigkeit einer Behandlung während

der Schwangerschaft, und vor der Verordnung sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Daher gelangte der PRAC zu dem Schluss, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis topischer Retinoide in

der Schwangerschaft nicht positiv ist und empfiehlt daher, dass topische Retinoide während der

Schwangerschaft und bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen, nicht angewendet werden sollen.

Der PRAC räumt ein, dass die verfügbaren Daten über orale Retinoide und das Auftreten

neuropsychiatrischer Störungen eine Reihe wichtiger Einschränkungen haben und deshalb kein

eindeutiger Kausalzusammenhang hergestellt werden kann. Dennoch hält der PRAC die

Patientendaten aus Fallserien, spontan gemeldeten Fällen und aus den Erfahrungen individueller

Patienten für überaus wichtig. Wenngleich das zugrunde liegende Risiko für psychiatrische Störungen

in den Patientenpopulationen erheblich sein kann, ist es ratsam, Anwender oraler Retinoide auf das

mögliche Risiko psychiatrischer Reaktionen und die damit zusammenhängenden Anzeichen und

Symptome, auf die zu achten ist, hinzuweisen. Der PRAC stimmt daher zu, dass alle oralen Retinoide

in Übereinstimmung mit bestimmten Kernelementen einen Warnhinweis über das potenzielle Risiko

neuropsychiatrischer Störungen enthalten sollen. Die Daten bestätigen, dass die Angaben in den

Abschnitten 4.4 und 4.8 der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels für Isotretinoin und

Alitretinoin dem im Jahr 2003 verabschiedeten Ergebnis des Verfahrens nach Artikel 30 für

Isotretinoin entsprechen sollen.

Darüber hinaus verwies der PRAC auf die äußerst begrenzten Daten in Bezug auf neuropsychiatrische

Nebenwirkungen nach topischer Anwendung von Retinoiden. In Anbetracht dessen und aufgrund der

vernachlässigbaren systemischen Exposition nach topischer Anwendung werden weitere

Risikominimierungsaktivitäten nicht für erforderlich gehalten.

Insgesamt gelangt der PRAC zu dem Schluss, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Arzneimitteln,

die Retinoide enthalten, weiterhin positiv ist, dass aber die Genehmigung(en) für das Inverkehrbringen

sowohl für orale als auch für topische Retinoide geändert werden solle(n), um sicherzustellen, dass

Risiken im Zusammenhang mit den unerwünschten teratogenen Wirkungen und neuropsychiatrischen

Störungen, soweit zutreffend, richtig und einheitlich wiedergegeben werden.

Begründung für die Empfehlung des PRAC

In Erwägung nachstehender Gründe:

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) hat das Verfahren

nach Artikel 31 der Richtlinie 2001/83/EG für retinoidhaltige Arzneimittel durchgeführt.

Der PRAC berücksichtigte alle vorgelegten Daten, einschließlich der Antworten der

Zulassungsinhaber, im Hinblick auf die Einheitlichkeit und Wirksamkeit vorhandener

routinemäßiger und zusätzlicher Risikominimierungsmaßnahmen für Arzneimittel, die orale und

topische Retinoide enthalten, in Bezug auf teratogene Wirkungen und neuropsychiatrische

Störungen. Darüber hinaus berücksichtigte der PRAC die Meinungen von Patienten und

medizinischem Fachpersonal hinsichtlich deren Verständnis und des Bewusstseins in Bezug auf

das teratogene Risiko in Verbindung mit der Anwendung von retinoidhaltigen Arzneimitteln.

Was das teratogene Risiko anbelangt, bestätigte der PRAC, dass alle oralen Retinoide (Acitretin,

Alitretinoin, Bexaroten, Isotretinoin und Tretinoin) hoch teratogen sind und ihre Anwendung

daher während der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen Alter, sofern keine

wirksame Kontrazeption angewendet wird, weiterhin kontraindiziert sein muss. In Anbetracht der

Anwendungsgebiete und der Patientenpopulationen, die Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin

anwenden, muss jegliche Anwendung dieser oralen Retinoide bei weiblichen Patienten, die

schwanger werden könnten, entsprechend den Bedingungen eines

Schwangerschaftsverhütungsprogramms erfolgen. Für Tretinoin und Bexaroten werden die

vorhandenen Risikominimierungsmaßnahmen angesichts der onkologischen Indikationen, der

fachärztlichen Versorgung in einem Krankenhaus und der betroffenen Population als angemessen

und verhältnismäßig angesehen.

Der PRAC gelangte ferner zu dem Schluss, dass es notwendig ist, die Maßnahmen im Rahmen

des Schwangerschaftsverhütungsprogramms, einschließlich des entsprechenden

Informationsmaterials für die oralen Retinoide Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin, weiter zu

harmonisieren und zu straffen, um sie für Gespräche zwischen Patienten und medizinischem

Fachpersonal über die Risiken und die entsprechenden Risikominimierungsmaßnahmen zu

optimieren.

Außerdem hielt der PRAC für die oralen Retinoide Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin eine

Arzneimittelanwendungsstudie mit einer ergänzenden Erhebung für erforderlich, um die

Wirksamkeit der vorgeschlagenen aktualisierten Risikominimierungsmaßnahmen zu beurteilen.

Darüber hinaus wurde ein „Rote-Hand-Brief“ (DHCP, Direct Healthcare Professional

Communication) für alle oralen und topischen Retinoide als zweckdienlich angesehen.

Was das teratogene Risiko topischer Retinoide (Adapalen, Alitretinoin, Isotretinoin, Tretinoin

und Tazaroten) anbelangt, so zeigen die verfügbaren Daten nach Ansicht des PRAC, dass nach

topischer Anwendung die systemische Exposition voraussichtlich vernachlässigbar ist und

unerwünschte Auswirkungen auf das ungeborene Kind unwahrscheinlich sind. Da der Mensch

allerdings im Hinblick auf Retinoid-Embryopathie die empfindlichste Spezies darstellt und

mehrere weitere Faktoren zu einer erhöhten systemischen Exposition beitragen können,

beispielsweise eine übermäßige Anwendung und eine geschädigte Hautbarriere, stimmte der

PRAC zu, dass das teratogene Risiko nicht vollständig auszuschließen ist. Der PRAC empfahl

daher, dass in Anbetracht der nicht-lebensbedrohlichen Indikationen die Anwendung topischer

Retinoide während der Schwangerschaft und bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen,

kontraindiziert sein soll.

Bezüglich neuropsychiatrischer Störungen wies der PRAC auf die Einschränkungen der

verfügbaren Daten hin und gelangte zu dem Schluss, dass kein eindeutiger Kausalzusammenhang

mit den oralen Retinoiden hergestellt werden kann. Unter Berücksichtigung der

Patientenzielgruppe räumte der PRAC jedoch ein mögliches zugrundeliegendes Risiko für

psychiatrische Störungen ein und empfahl daher bestimmte Änderungen der Produktinformation,

beispielsweise der Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, um den aktuellen Stand der

verfügbaren Evidenz angemessen wiederzugeben.

Darüber hinaus verwies der PRAC auf die äußerst begrenzten Daten in Bezug auf

neuropsychiatrische Nebenwirkungen nach topischer Anwendung von Retinoiden. In Anbetracht

dessen und aufgrund der vernachlässigbaren systemischen Exposition nach topischer Anwendung

hielt der PRAC keine weiteren Risikominimierungsmaßnahmen für erforderlich.

Unter Berücksichtigung der vorstehenden Angaben gelangte der PRAC zu dem Schluss, dass das

Nutzen-Risiko-Verhältnis von retinoidhaltigen Arzneimitteln, vorbehaltlich der vereinbarten

Änderungen der Produktinformationen und des Risikomanagementplans, der Bedingungen für die

Genehmigungen für das Inverkehrbringen und die damit im Zusammenhang stehende

Kommunikation, weiterhin positiv ist.

Aus diesem Grund sprach der PRAC eine Empfehlung für eine Änderung der Bedingungen für die

Genehmigungen für das Inverkehrbringen von retinoidhaltigen Arzneimitteln aus.

Gutachten des CHMP

Nach Überprüfung der Empfehlung des PRAC stimmt der CHMP den Gesamtschlussfolgerungen und

der Begründung für die Empfehlung des PRAC zu.

Der CHMP stellte klar, dass der Kommunikationsplan geändert werden und die Formulierung

„medizinisches Fachpersonal, das an der Betreuung von Patienten, die mit Retinoiden behandelt

werden, beteiligt sein kann“ enthalten sollte.

Gesamtschlussfolgerung

Daher gelangte der CHMP zu dem Schluss, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis von retinoidhaltigen

Arzneimitteln, vorbehaltlich der vereinbarten Änderungen der Produktinformationen und des

Risikomanagementplans, der Bedingungen für die Genehmigungen für das Inverkehrbringen und die

damit im Zusammenhang stehende Kommunikation, weiterhin positiv ist.

Daher empfiehlt der CHMP die Änderung der Bedingungen der Genehmigungen für das

Inverkehrbringen von retinoidhaltigen Arzneimitteln.

15-11-2018

alitretinoin

alitretinoin

alitretinoin (Active substance: alitretinoin) - Centralised - Art 28 - (PSUR - Commission Decision (2018)7675 of Thu, 15 Nov 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/PSUSA/90/201801

Europe -DG Health and Food Safety

25-6-2018

Panretin (Eisai Limited)

Panretin (Eisai Limited)

Panretin (Active substance: alitretinoin) - Referral - Commission Decision (2018)4025 of Mon, 25 Jun 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/A-31/1446/C/279/37

Europe -DG Health and Food Safety