Omniscan

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Omniscan Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • gadodiamidum 287 mg corresp. 0.5 mmol, caldiamidum natricum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Omniscan Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • MRT-Kontrastmittel

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 52537
  • Berechtigungsdatum:
  • 18-07-1994
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Unerwünschte Wirkungen; Eigenschaften, Wirkungen

Omniscan™

Zusammensetzung

Wirkstoff: Gadodiamid (GdDTPA-BMA).

Hilfsstoffe: Caldiamidum natricum, Natrii hydroxidum oder Acid. hydrochloricum ad pH 6,0 - 7,0,

Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Gebrauchsfertige Injektionslösung zur intravenösen Anwendung.

1 ml Injektionslösung enthält: Gadodiamid 287 mg (entspr. 0,5 mmol Gadodiamid/ml bzw. 78,67 mg

Gd/ml).

Kontrastmittelgehalt (g):

pro Glasflasche/Fertigspritze zu 10 ml 2,870 g;

pro Glasflasche/Fertigspritze zu 15 ml 4,305 g;

pro Glasflasche/Fertigspritze zu 20 ml 5,740 g;

pro Polypropylenflasche zu 50 ml 14,350 g;

pro Polypropylenflasche zu 100 ml 28,7 g.

Omniscan 0,5 mmol/ml, ein Kontrastmittel mit paramagnetischen Eigenschaften, ist ein

nichtionisches Gadoliniumchelat, das nierengängig ist.

Omniscan besitzt folgende physikalischen Eigenschaften

Osmolalität (mOsm/kg H2O) bei 37 °C: 780.

Viskosität (mPa•s) bei 20 °C: 2,8.

Viskosität (mPa•s) bei 37 °C: 1,9.

Dichte bei 20 °C (g/ml): 1,15.

Molare Relaxation

r1 (mM-1•s-1) bei 20 MHz und 37 °C: 3,9.

r1 (mM-1•s-1) bei 10 MHz und 37 °C: 4,6.

r2 (mM-1•s-1) bei 10 MHz und 37 °C: 5,1.

pH: 6,0 – 7,0.

Gadodiamid ist wasserlöslich.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kraniale und spinale Magnetresonanztomographie (MRT) und allgemeine

Magnetresonanztomographie des Körpers inkl. Ganzkörper-Angiographie.

Omniscan wird eingesetzt zur Kontrastverstärkung und damit zur Verbesserung der Darstellung von

abnormen Strukturen oder Tumoren in den verschiedenen Körperregionen, einschliesslich ZNS.

Kinder unter 1 Jahr

Kraniale und spinale MRT bei vitaler Indikation.

Dosierung/Anwendung

Die Patienten benötigen keine spezielle Vorbereitung. Das Kontrastmittel soll unmittelbar vor der

intravenösen Injektion in die Spritze aufgezogen werden.

Kraniale und spinale MRT

Erwachsene und Kinder ab 1 Jahr

Die empfohlene Dosierung beträgt 0,1 mmol/kg KG bis zu einem Körpergewicht von 100 kg

(entsprechend 0,2 ml/kg KG). Um einen diagnostisch angemessenen Kontrast zu erzielen, sind bei

einem Gewicht über 100 kg normalerweise 20 ml ausreichend.

Nur für Erwachsene

Werden Hirnmetastasen vermutet, dann kann eine Dosis von 0,3 mmol/kg KG (entsprechend 0,6

ml/kg KG) bis zu einem Körpergewicht von 100 kg appliziert werden. Bei einem Körpergewicht

über 100 kg sind 60 ml normalerweise ausreichend. Bei Patienten, bei denen nach der Gabe von 0,1

mmol/kg KG keine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte, kann eine zweite Bolusinjektion von

0,2 mmol/kg KG (entsprechend 0,4 ml/kg KG) von zusätzlichem diagnostischen Wert sein, wenn die

Applikation innerhalb von 20 Minuten nach der ersten Injektion erfolgt.

Ganzkörper-MR

Dosierung für Erwachsene

Die empfohlene Dosis beträgt gewöhnlich 0,1 mmol/kg KG (entsprechend 0,2 ml/kg KG) bis zu

einem Körpergewicht von 100 kg. Beträgt das Körpergewicht mehr als 100 kg, dann sind 20 ml

gewöhnlich ausreichend, um einen für die Diagnostik gewünschten Kontrast zu erhalten.

Bei Patienten, bei denen nach der Gabe von 0,1 mmol/kg KG keine eindeutige Diagnose gestellt

werden konnte, kann eine zweite Bolusinjektion von 0,2 mmol/kg KG (entsprechend 0,4 ml/kg KG)

von zusätzlichem diagnostischen Wert sein, wenn die Applikation innerhalb von 20 Min. nach der

ersten Injektion erfolgt. Bei einem Körpergewicht von über 100 kg ist eine Gesamtdosis von 60 ml

normalerweise ausreichend.

Dosierung für Kinder ab 1 Jahr

Die empfohlene Dosis beträgt 0,1 mmol/kg KG (entsprechend 0,2 ml/kg KG).

Art der Anwendung bei ZNS- und Ganzkörper-MRT

Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen sollte die erforderliche Dosis als intravenöse

Bolusinjektion appliziert werden (Dauer: 30 - 60 Sek.). Um eine vollständige Injektion des

Kontrastmittels zu gewährleisten, kann die Kanüle mit 5 ml physiologischer Kochsalzlösung

durchgespült werden.

Die kontrastverstärkte MR-Tomographie sollte kurz nach der Applikation des Kontrastmittels

beginnen.

Eine optimale Kontrastverstärkung wird üblicherweise innerhalb der ersten Minuten (abhängig von

der Art des Befundes /Gewebes) bis 45 Minuten nach der Applikation beobachtet.

Besonders geeignet für kontrastverstärkte Untersuchungen mit Omniscan sind T1-gewichtete

Sequenzen. Es hat sich herausgestellt, dass in dem untersuchten Feldstärkebereich von 0,15 – 1,5

Tesla der Bildkontrast relativ unabhängig von der applizierten Feldstärke ist.

Ganzkörper-Angiographie

Dosierung für Erwachsene

Die empfohlene Dosierung beträgt 0,1 mmol/kg KG (entsprechend 0,2 ml/kg KG). Für die

abdominale und iliakale Stenose-Diagnostik konnten mit einer Dosierung von 0,3 mmol/kg KG

(entsprechend 0,6 ml/kg KG) zusätzliche diagnostische Informationen gewonnen werden.

Um den Kontrast zu optimieren, empfehlen wir, die Darstellung unmittelbar nach Gabe des

Kontrastmittels oder während der Injektion durchzuführen (je nach MR-Anlage).

Kontraindikationen

Omniscan darf bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Gadodiamid oder die

Hilfsstoffe nicht angewendet werden.

Für MRT übliche Sicherheitsregeln, z.B. Herzschrittmacher, ferromagnetische Implantate, sind zu

beachten.

Gadodiamid ist kontraindiziert bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (GFR < 30

ml/min/1,73 m2), einschliesslich Dialysepatienten oder bei akutem Nierenversagen. Ebenfalls bei

Patienten, die bereits eine transplantierte Leber haben oder sich einer Lebertransplantation

unterziehen und bei Neugeborenen bis zur 4. Lebenswoche (siehe Kapitel „Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen“).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Für MRT übliche Sicherheitsregeln sind zu beachten.

Die Möglichkeit einer schwerwiegenden Reaktion, einschliesslich einer lebensbedrohlichen, letalen

anaphylaktoiden, kardiovaskulären oder anderen Idiosynkrasie sollten immer in Betracht gezogen

werden, insbesondere bei Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit oder Asthma bzw.

anderen allergischen Erkrankungen der Atemwege in der Anamnese. Ein Aktionsplan soll bereits im

Voraus aufgestellt werden. Die für eine Sofortbehandlung notwendigen Medikamente und

Einrichtungen sollten verfügbar sein und der Arzt und das Personal müssen mit diesen

Notfallmassnahmen vertraut sein, falls solche Reaktionen auftreten.

Bei einigen Patienten sind ab 8 Stunden bis 48 Stunden nach einer Omniscan-Injektion

vorübergehende Veränderungen des Serumeisens festgestellt worden, in der Mehrzahl innerhalb des

Normbereichs. Die klinische Relevanz ist nicht bekannt. Alle Patienten, bei denen diese

Laborveränderung festgestellt wurde, blieben symptomfrei.

Bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (GFR < 30 ml/min/1,73 m2) und bei

Patienten, die eine Lebertransplantation hatten oder sich ihr unterzogen, wurden Fälle von

nephrogener systemischer Fibrose (NFS) im Zusammenhang mit der Gabe von Gadodiamid und

einigen anderen gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln berichtet. Omniscan ist kontraindiziert bei

diesen Patienten (siehe Kapitel „Kontraindikationen“).

Vor der Anwendung von Omniscan sollte bei allen Patienten das Vorliegen einer

Nierenfunktionsstörung durch Labortests inkl. geschätzte GFR Bestimmung abgeklärt werden.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Aufgrund fehlender Erfahrung bei wiederholter Anwendung, sollten Omniscan Injektionen nicht

wiederholt werden, es sei denn der Intervall zwischen zwei Injektionen beträgt mindestens 7 Tage.

Patienten mit Erkrankungen des Zentralnervensystems

Bei Patienten mit Epilepsie oder Hirnläsionen können Krampfanfälle während der Untersuchung

vermehrt auftreten. Bei der Untersuchung solcher Patienten müssen Vorsichtsmassnahmen getroffen

werden (z.B. die Überwachung des Patienten), und die notwendige Ausrüstung und Arzneimittel für

eine unverzügliche Behandlung möglicher Krampfanfälle sollten bereitstehen.

Neugeborene und Kinder

Omniscan ist kontraindiziert bei Neugeborenen bis zur 4. Lebenswoche (siehe auch Kapitel

„Kontraindikationen“). Aufgrund der Unreife der Nierenfunktion bei Neugeborenen und

Kleinkindern bis zu 1 Jahr, sollte Omniscan bei diesen Patienten nur bei vitaler Indikation eingesetzt

werden.

Interaktionen

Bislang sind keine bekannt.

Betreffend Beeinflussung von in-vitro-Labortests (Elektrolyte) siehe Kapitel „Sonstige Hinweise“.

Schwangerschaft, Stillzeit

Über die Anwendung von Omniscan bei Schwangeren liegen keine Erfahrungen vor. Bei Ratten und

Kaninchen wurden im nicht maternal-toxischen Bereich keine teratogenen Effekte festgestellt. Bei

Kaninchen zeigten sich embryotoxische Effekte mit Dosen von 0,5 und 1,0 mmol/kg/Tag, die auch

toxisch für die Muttertiere waren.

Das Präparat sollte während der Schwangerschaft nicht verwendet werden, ausser wenn eine

kontrastverstärkte MRT-Untersuchung unbedingt erforderlich ist.

Stillzeit

Das Ausmass des Übergangs in die Muttermilch ist nicht bekannt. Verfügbare Daten bei Tieren

haben einen Übergang in die Muttermilch gezeigt. Ein Risiko für den Säugling kann nicht

ausgeschlossen werden. Es wird empfohlen, das Stillen während 24h zu unterbrechen und die Milch

zu verwerfen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht bekannt.

Unerwünschte Wirkungen

In klinischen Studien mit Omniscan wurden unerwünschte Wirkungen mit den folgenden

Häufigkeiten berichtet (sehr häufig >1/10; häufig ≥1/100, <1/10; gelegentlich ≥1/1‘000, <1/100;

selten ≥1/10’000, <1/1‘000; sehr selten <1/10’000):

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: allergische bzw. pseudoallergische Haut- und Schleimhautreaktionen (z.B. Urtikaria

(Nesselsucht), Pruritus (Juckreiz), Irritation im Hals).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerz, Schwindel.

Gelegentlich: Schläfrigkeit, Geschmacks- oder Geruchssensationen.

Selten: Krampfanfälle.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit.

Gelegentlich: Erbrechen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: lokales Wärme-, Kälte- oder Druckgefühl.

Gelegentlich: Schmerzen an der Injektionsstelle.

Nach Markteinführung wurden folgende unerwünschte Wirkungen berichtet:

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktoide Reaktion, anaphylaktischer Schock.

Psychiatrische Erkrankungen

Angstgefühl (Ängstlichkeit).

Erkrankungen des Nervensystems

Verändertes Geschmacksempfinden, Kopfweh, Schwindel, Konvulsion (Krampfanfall), Parästhesie

(Empfindungsstörung), Zittern, Schläfrigkeit, vorübergehende Geruchsstörung.

Augenerkrankungen

Sehstörung.

Herzerkrankungen

Tachykardie (Herzrasen).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Dyspnoe (Atemnot), Husten, Bronchospasmus, Atemnot, Reizungen im Hals, Niesen.

Gefässerkrankungen

Erröten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe (Durchfall).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Bei Patienten mit vorbestehender, schwerer Niereninsuffizienz: akutes Nierenversagen, Erhöhung

des Blutkreatinins.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nephrogene systemische Fibrose (NSF, Pruritus, Gesichtsödeme, Angioödem, Nesselsucht,

Ausschlag.

Nicht bekannt: Haut Plaques*

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Arthralgie (Gelenkschmerzen).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Wärmegefühl, Schmerzen an der Injektionsstelle,Brustschmerz, Fieber, Zittern.

Untersuchungen

Anstieg der Transaminasen.

*Fälle von Gadolinium-assoziierten Haut-Plaques mit histologisch nachgewiesenen sklerotischen

Körperchen nach Gadodiamid-Verabreichung wurde bei Patienten berichtet, die sonst keine

Symptome oder Anzeichen einer Nephrogenen Systemischen Fibrose aufwiesen.

Überdosierung

Es sind keine klinischen Überdosierungsfolgen berichtet worden und bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion sind akute Toxizitätssymptome unwahrscheinlich. Die Behandlung erfolgt

symptomatisch. Für dieses Kontrastmittel gibt es kein Antidot. Bei Patienten mit verzögerter

Ausscheidung aufgrund einer Niereninsuffizienz und bei Patienten, die übermässig hohe Dosen

erhielten, kann das Kontrastmittel durch Hämodialyse eliminiert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V08CA03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Omniscan ist ein nichtionisches paramagnetisches Kontrastmittel für die Kernspintomographie

(MRT-Kontrastmittel). Der kontrasterhöhende Effekt wird durch den Gadoliniumkomplex vermittelt.

Die durch das Gadoliniumion verkürzte Spin-Gitter-Relaxationszeit angeregter Atomkerne führt in

der Protonen-Kernspintomographie bei geeigneter Aufnahmesequenz zu einer Erhöhung der

Signalintensität und damit gegebenenfalls zu einer Bildkontrasterhöhung. Damit wird die Erkennung

abnormer Strukturen oder Läsionen in verschiedenen Körperteilen einschliesslich des ZNS

erleichtert.

Nach intravenöser Injektion wurden bei gesunden Probanden keine klinisch relevanten

Abweichungen der Hämodynamik, der Blut- und Urin-Laborwerte beobachtet. Lediglich eine

vorübergehende, geringfügige Änderung des Serumeisens 8 bis 48 Stunden nach

Gadodiamidinjektion wurde beobachtet.

Die Applikation von Omniscan bewirkt eine Signalverstärkung in Arealen mit gestörter Funktion der

Bluthirnschranke, infolge pathologischer Prozesse. Ein Mangel an Kontrastverstärkung muss nicht

das Fehlen von Krankheitsprozessen bedeuten, da manche geringgradig maligne Prozesse oder

inaktive MS-Plaques keine Signalverstärkung bewirken. Das Präparat kann zur Differentialdiagnose

bei unterschiedlichen Erkrankungen verwendet werden.

Pharmakokinetik

Absorption, Distribution, Metabolismus und Elimination

Gadodiamid verteilt sich rasch in der Extrazellulärflüssigkeit. Das Verteilungsvolumen entspricht

jenem der extrazellulären Flüssigkeit. Die Halbwertszeit der Verteilung (t½α) beträgt ca. 4 Minuten,

die Eliminationshalbwertszeit (t½β) ca. 70 Minuten. Die Elimination des unveränderten

Gadodiamids erfolgt renal durch Glomerulumfiltration. 4 Stunden post injectionem werden im Urin

85% der injizierten Dosis wiedergefunden, nach 24 Stunden liegt der Anteil zwischen 95 - 98%. Die

renalen und Gesamtclearanceraten von Gadodiamid sind nahezu identisch.

Sie sind vergleichbar mit den Raten anderer Substanzen, die primär durch glomeruläre Filtration

eliminiert werden.

Nach i.v. Injektion von 0,1 und 0,3 mmol/kg wurde keine dosisabhängige Kinetik sichtbar.

Eine Plasma-Proteinbindung war nicht nachweisbar.

Metaboliten fehlen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei einigen Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 10 ml/min) konnten weitere

geringe GFR-Reduktionen ohne Anzeichen einer Nierentoxizität beobachtet werden. Da die

glomeruläre Filtrationsrate bei Neugeborenen und Kleinkindern im Vergleich zu Erwachsenen

reduziert ist, ist die Eliminationsgeschwindigkeit von Omniscan altersabhängig. Aufgrund von

Erfahrungen bei Kindern kann von einer Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit bei

Neugeborenen um einen Faktor von 2 bis 3,3 ausgegangen werden.

Präklinische Daten

Pharmakologische Sicherheitsstudien an Hunden und Ratten haben gezeigt, dass Omniscan 0,5

mmol/ml keine bedeutenden Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System hat. Ein Hauttest an

Meerschweinchen ergab keinen Anhalt für eine sensibilisierende Wirkung. Toxikologische Studien

zeigten für Omniscan 0,5 mmol/ml eine hohe akute Toleranz; die angenäherte LD50 bei Mäusen war

grösser als 30 mmol/kg. Der häufigste Befund nach hoher Einzeldosis oder Mehrfachdosen war eine

proximal tubuläre Vakuolisierung, die reversibel war und nicht mit Nierenfunktionsstörungen

einherging. Nach Mehrfachgabe von 5,0 mmol/kg zeigte die Mehrzahl männlicher Ratten erniedrigte

Hodengewichte mit einer Degeneration testikulärer Riesenzellen und eine verminderte Anzahl reifer

Spermien. Omniscan 0,5 mmol/ml hatte keine Auswirkungen auf die weibliche Fertilität oder die

Fortpflanzung bei Ratten. In Embryotoxizitätsstudien bei Ratten und Kaninchen in Dosierungen, die

keine toxischen Symptome bei der Mutter verursachten, wurden ebenfalls keine teratogenen Effekte

festgestellt. Bei Kaninchen, jedoch nicht bei Ratten, ergaben sich Hinweise auf maternal- und

embryotoxische Effekte mit Dosen von 0,5 und 1,0 mmol/kg/Tag bei wiederholter Gabe.

Gadodiamid zeigte in mehreren in vitro und in vivo Testsystemen keine mutagene Wirkungen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Omniscan darf nicht mit anderen Präparaten gemischt werden. Es sollte eine separate

Injektionsspritze und Nadel verwendet werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Omniscan interferiert mit häufig angewendeten colorimetrischen (komplexometrischen) Methoden

der Serumkalzium-Bestimmungen, ebenso bei der Bestimmung anderer Elektrolyte und auch von

Eisen. Es wird daher empfohlen, solche Labormethoden innerhalb von 12 - 24 Stunden nach der

Applikation von Omniscan nicht anzuwenden. Falls solche Laborbestimmungen nötig sind, dann

sollten nach Möglichkeit andere Methoden herangezogen werden.

Haltbarkeit

Omniscan darf nur bis zu dem auf der Packung mit „Exp“ bezeichneten Verfalldatum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Omniscan vor Licht geschützt bei Raumtemperatur (15 - 25 °C) lagern. Nach Ablauf des

Verfalldatums nicht mehr verwenden.

Hinweise für die Handhabung

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren!

Glasflaschen und Fertigspritzen bis 20 ml sind nur für einen Patienten vorgesehen. Die nicht

verbrauchte Lösung muss verworfen werden.

Polypropylenflaschen mit Drehverschluss

Omniscan erst unmittelbar vor der Anwendung in die Spritze aufziehen. Vor dem Gebrauch sollte

der Behälter und der Verschluss auf eventuelle Schäden untersucht werden.

Fertigspritzen

Fertigspritze aufrecht halten, Verschlusskappe der Spritze durch drehen entfernen und Nadel

aufschrauben. Spritze in aufrechter Position durch Vorschieben des Kolbens entlüften bis sich der

erste Tropfen an der Nadelspitze zeigt.

Zusätzliche Hinweise für die 100 ml Flasche

Die Polypropylenflaschen à 100 ml können für den mehrfachen Gebrauch während eines

Arbeitstages eingesetzt werden, wenn mit einem für dieses Volumen zugelassenen Injektomaten

gearbeitet wird. Der Gummistopfen sollte nur einmal gestochen werden. Alle Materialien, die mit

dem Patienten in Berührung kommen, sowie die dazugehörenden Bestecke und Schläuche, müssen

nach jeder Untersuchung entfernt werden, um eine Kontamination zwischen Patienten zu verhindern.

Die Empfehlungen des Herstellers müssen eingehalten werden. Die nicht aufgebrauchte Lösung

sowie die Einmalartikel des Injektorsystems müssen am Ende des Tages verworfen werden.

Zulassungsnummer

52537 (Swissmedic).

Packungen

Glasflaschen

1 x 10 ml (B), 10 x 10 ml. (B)

1 x 15 ml (B), 10 x 15 ml. (B)

1 x 20 ml (B), 10 x 20 ml. (B)

Polypropylenflaschen mit Drehverschluss

1 x 50 ml (B), 10 x 50 ml. (B)

1 x 100 ml (B), 10 x 100 ml. (B)

Fertigspritzen

1 x 10 ml (B), 10 x 10 ml. (B)

1 x 15 ml, (B), 10 x 15 ml. (B)

1 x 20 ml, (B) 10 x 20 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

GE Healthcare AG, Opfikon.

Stand der Information

September 2016.

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