Oestrogel

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Oestrogel gel
  • Darreichungsform:
  • gel
  • Zusammensetzung:
  • estradiolum 0.6 mg estradiolum hemihydricum, ethanolum 96 per hundert, excipiens ad gelatum pro 1 g.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Oestrogel gel
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Substitution mit östrogenen in der menopause störungen

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 46638
  • Berechtigungsdatum:
  • 19-12-1986
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Oestrogel®

Vifor SA

Was ist Oestrogel und wann wird es angewendet?

Oestrogel ist ein Gel, das als Wirkstoff das Hormon Östradiol enthält; dieses ist mit dem natürlichen

Hormon identisch. Das perkutane Gel ist eine Verabreichungsform, die es ermöglicht, dass das

Hormon die Haut durchdringt und unter Umgehung des Magens und der Leber direkt in die Blutbahn

gelangt.

Östradiol ist das weibliche Geschlechtshormon, das vom Beginn der Pubertät an bis zur Menopause

von den Eierstöcken gebildet wird. Der Stillstand der Östradiolproduktion nach der Menopause (d.h.

nach der letzten Regelblutung) ist eine natürliche Erscheinung, die bei allen Frauen, gewöhnlich

zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr auftritt. Sie kann aber auch bei jüngeren Frauen, deren

Eierstöcke durch einen chirurgischen Eingriff entfernt wurden, auftreten. Östrogenmangel ist für die

typischen Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Schlafstörungen

und Stimmungsschwankungen verantwortlich. Bei manchen Frauen kommt es ausserdem zu

Problemen mit der Kontrolle der Blasenfunktion und zu einer Trockenheit der Scheide, die

Beschwerden oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen kann.

Bei einigen Frauen setzt auch ein fortschreitender Schwund der Knochenmasse ein, der längerfristig

zu Osteoporose führen kann, wodurch sich das Risiko von Knochenbrüchen erhöht.

Oestrogel ist auf Verschreibung des Arztes angezeigt zur:

·Behandlung von Störungen, die durch einen durch die Menopause verursachten Östrogenmangel

bedingt sind,

·Vorbeugung oder Verlangsamung der Osteoporose, die durch Östrogenmangel in der Menopause

verursacht ist, bei Patientinnen mit einem hohen Frakturrisiko und bei denen eine Behandlung mit

anderen Präparaten, die zur Osteoporose-Vorbeugung zugelassen sind, nicht in Frage kommt.

Bei Frauen, deren Gebärmutter nicht oder teilweise entfernt wurde, wird die Behandlung mit

Oestrogel durch eine zusätzliche Gestagenbehandlung durchgeführt, d.h. der Arzt bzw. die Ärztin

wird Ihnen ein zusätzliches Hormonpräparat verschreiben. Im Allgemeinen erfolgt nach jeder

Gestagentherapie eine Abbruchblutung.

Was sollte dazu beachtet werden?

Eine Hormonersatztherapie kann mit erhöhten Risiken, wie Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs, Herz-

Kreislaufkrankheiten (z.B. Herzinfarkt), zerebrovaskulären Ereignisse (Schlaganfall), venöse

Thrombosen und Lungenembolien (Bildung von Blutgerinnseln in den Blutgefässen), verbunden

werden.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen diese Risiken besprechen und gegenüber dem erwarteten

Nutzen abwiegen.

Wann darf Oestrogel nicht angewendet werden?

Oestrogel darf nicht angewendet werden:

·wenn Sie an Brustkrebs leiden oder bei Ihnen ein solcher Verdacht auf Brustkrebs besteht,

·wenn Sie an einem östrogen-abhängigen Tumor wie Gebärmutterkrebs leiden oder bei Ihnen ein

solcher Verdacht besteht,

·bei einer unbehandelten Volumenzunahme der Gebärmutterschleimhaut,

·wenn Sie ungeklärte vaginale Blutungen haben,

·bei Lebertumoren (auch in der Familiengeschichte),

·wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden,

·wenn Sie an einer schweren Erkrankung der Blutgefässe leiden oder gelitten haben, die auf

Blutgerinnselbildung beruht (Venenthrombose, Lungenembolie, Schlaganfall, Herzinfarkt),

·wenn Sie an einer bestimmten Stoffwechselstörung (z.B. Porphyrie) leiden,

·wenn Sie schwanger sind oder glauben schwanger zu sein,

·wenn Sie stillen,

·wenn Sie früher einmal ungewöhnlich oder allergisch auf Östrogene oder einen anderen Bestandteil

des Gels reagiert haben (siehe auch «Was ist in Oestrogel enthalten?»).

Wann ist bei der Anwendung von Oestrogel Vorsicht geboten?

Vor und während der Behandlung sind jährlich medizinische und gynäkologische Untersuchungen

nötig. In regelmässigen Abständen wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin mit Ihnen den Nutzen und die

Risiken einer Hormonersatztherapie besprechen, um festzustellen, ob Sie die Behandlung

weiterführen oder beenden müssen.

Gründe für einen sofortigen Abbruch der Behandlung:

Die Therapie mit Oestrogel muss in den folgenden Situationen sofort abgebrochen und ein Arzt oder

eine Ärztin aufgesucht werden:

·erste Anzeichen, die mit einer Gerinnselbildung in Zusammenhang gebracht werden können:

·Symptome einer tiefen Venenthrombose:

Schwellung in einem Bein oder entlang einer Vene im Bein, oder bei Spannungsgefühl oder

Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder Laufen spürbar sind; Überwärmung,

Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein

·Symptome einer Lungenembolie:

Plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen oder Atemnot; plötzliches Auftreten von

Husten eventuell mit blutigem Auswurf; plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei

tiefer Atmung verstärken kann; Angstgefühl; starke Benommenheit, Schwindel; schneller oder

unregelmässiger Herzschlag

·Symptome eines Schlaganfalls:

Plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer

Körperhälfte; plötzliche Verwirrtheit; undeutliche Aussprache oder Verständnisprobleme; plötzliche

Sehstörungen in einem oder beiden Augen; plötzliche Hörstörungen, plötzliche Gehstörungen;

Schwindel; Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen; plötzliche schwere, migräneartige oder

länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache; Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit

oder ohne Krampfanfall

·Symptome eines Blutgerinnsels, welches arterielle Blutgefässe verstopft:

Plötzlicher Schmerz, Schwellung oder Blaufärbung einer Gliedmasse; akute schwere

Bauchschmerzen

·Symptome eines Herzinfarkts:

Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder Spannungsgefühl in der Brust, im

Arm oder hinter dem Brustbein; Beschwerden, welche in den Rücken, in den Kiefer, Hals, Arm oder

Magen ausstrahlen; Völlegefühl, Magenbeschwerden oder Würgegefühl; Schwitzen, Übelkeit,

Erbrechen oder Schwindel; extremes Schwäche- oder Angstgefühl, oder Kurzatmigkeit; schneller

oder unregelmässiger Herzschlag;

·deutlicher Blutdruckanstieg,

·Gelbsucht oder Verschlechterung der Leberfunktion,

·messbares Wachstum gutartiger Tumore der Uteruswand,

·Schwangerschaft,

·Auftreten einer der Gegenanzeigen, die im Abschnitt «Wann darf Oestrogel nicht angewendet

werden?» aufgeführt sind.

Situationen, welche eine besondere ärztliche Überwachung erfordern:

·Gutartige Veränderungen der Brust,

·Risikofaktoren für Brustkrebs (Brustkrebs bei Verwandten ersten Grades),

·Volumenzunahme der Gebärmutterschleimhaut in der Vorgeschichte,

·gutartige Geschwulst in der Muskelschicht der Gebärmutter (Uterusmyom),

·Endometriose (Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter),

·Risikofaktoren für Blutgerinnselbildung,

·Bluthochdruck,

·Migräne oder schwere Kopfschmerzen,

·Zuckerkrankheit (Diabetes),

·Störungen der Leber oder der Galle,

·Systemischer Lupus erythematodes (eine Autoimmunerkrankung),

·Krampfanfälle (Epilepsie),

·Asthma,

·Otosklerose (eine Erkrankung des Mittel- und Innenohrs).

Brustkrebs

In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde berichtet, dass das Risiko für Brustkrebs

bei Frauen, die eine Hormonsubstitutionstherapie über mehrere Jahre anwenden, leicht erhöht ist.

Dieses erhöhte Risiko nimmt in den ersten fünf Jahren nach dem Absetzen der Hormonsubstitution

langsam ab und ist dann wieder vergleichbar mit demjenigen von Frauen, die keine

Hormonsubstitutionstherapie erhalten haben.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird eine regelmässige medizinische Untersuchung der Brust vornehmen,

vor allem bei vorausgegangener Krebserkrankung in Ihrer Familie oder wenn Sie Zysten oder

Knoten an der Brust haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Ihnen auch eine Mammographie

verschreiben. Berichten Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie während der Behandlung eine

Veränderung an Ihrer Brust feststellen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin sollte Ihnen erläutern, welche

Veränderungen Ihrer Brüste Sie ihm bzw. ihr mitteilen müssen.

Krebs der Gebärmutterschleimhaut

Bei Frauen mit Gebärmutter ist bei einer Östrogen-Monotherapie das Risiko für einen Krebs der

Gebärmutterschleimhaut gegenüber nicht behandelten Frauen erhöht und vermutlich abhängig von

der Behandlungsdauer und der Östrogendosis. Das höchste Risiko scheint bei einer Langzeittherapie

zu bestehen. Nach Absetzen der Therapie könnte das Risiko für mindestens 10 Jahre erhöht bleiben.

Dieses Risiko wird durch die zusätzliche Einnahme eines Gestagens weitgehend vermindert.

Bei Auftreten unregelmässiger, starker oder anhaltender Blutungen sprechen Sie bitte mit Ihrem

Arzt, bevor Sie die Behandlung fortsetzen.

Eierstockkrebs

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass eine Hormonersatztherapie (sowohl für eine Östrogen-

Monotherapie als auch für eine kombinierte Hormonersatztherapie) mit einem gering erhöhten

Risiko für die Entwicklung von Eierstockkrebs verbunden sein könnte.

Lebertumore

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung von Sexualhormonen gutartige, noch seltener bösartige

Veränderungen an der Leber beobachtet, die vereinzelt zu starken Oberbauchbeschwerden bzw.

lebensgefährlichen Blutungen im Bauchraum geführt haben. Wenn solche Symptome auftreten,

nehmen Sie mit einem Arzt Kontakt auf.

Erkrankung der Herzkranzgefässe und Schlaganfall

In grossen Studien wurde bei Frauen unter kombinierte Östrogen-Gestagen-Behandlungen ein

erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefässe im Vergleich zu Frauen ohne

Hormonsubstitutionstherapie gezeigt. Im Gegensatz zu einer kombinierten

Hormonsubstitutionsbehandlung wurde bei einer Östrogen-Monotherapie keinerlei Einfluss auf die

Häufigkeit einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) festgestellt. Allerdings wurde ein erhöhtes

Schlaganfallrisiko sowohl unter kombinierter Hormonsubstitution als auch unter Östrogen-

Monotherapie verzeichnet.

Venöse thromboembolische Erkrankungen

Bei Östrogenbehandlungen sowie bei kombinierten Östrogen-Gestagen-Behandlungen wurde ein

erhöhtes Thromboserisiko beobachtet; d.h. ein Risiko für Verschlüsse der Venen durch

Blutgerinnsel, welche sich unter Umständen lösen und in die Lunge gelangen können

(Lungenembolie). Dieses erhöhte Risiko wurde nur bei Frauen beobachtet, die sich zum Zeitpunkt

des Ereignisses in Hormonsubstitutionsbehandlung befanden, nicht jedoch bei Frauen, die sich zu

einem früheren Zeitpunkt einer Hormonsubstitutionsbehandlung unterzogen hatten. Die bekannte

Datenlage lässt vermuten, dass das Risiko in den ersten Behandlungsjahren erhöht ist.

Im Falle einer Immobilisation (Bettlägerigkeit) oder einer geplanten Operation informieren Sie bitte

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Bei jeder länger andauernden Immobilisation nach einer Operation muss

die Behandlung mit Oestrogel bereits vorher vorübergehend unterbrochen werden, sofern es sich um

eine geplante Operation handelt, und darf erst bei vollständiger Mobilisierung wieder aufgenommen

werden.

Falls bei Ihnen Anzeichen einer venösen thromboembolischen Erkrankung auftreten (zur

Beschreibung der Symptome, s. unter Gründe für einen sofortigen Abbruch der Behandlung,

Symptome einer tiefen Venenthrombose, Symptome einer Lungenembolie), müssen Sie umgehend

mit einem Arzt Kontakt aufnehmen.

Hirnleistungsstörung (Demenz)

In seltenen Fällen wurden bei älteren Patientinnen in Langzeittherapie mit kombinierten

Hormonsubstitutionspräparaten (Östrogen/Gestagen) Gedächtnisstörungen und eine Abnahme der

geistigen Leistungsfähigkeit beobachtet.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Bei Patientinnen, die eine Schilddrüsen-Hormonersatztherapie anwenden, ist insbesondere in den

ersten Behandlungsmonaten regelmässig die Schilddrüsenfunktion zu überwachen (Bestimmung des

TSH-Werts).

Östrogenbehandlungen können das Risiko von Gallensteinen und anderen Gallenblasenerkrankungen

leicht erhöhen, insbesondere bei Patientinnen mit zusätzlichen Risikofaktoren für Gallensteinleiden

(wie z.B. Fettleibigkeit, erhöhte Blutfettwerte).

Unter der Behandlung mit Oestrogel können bräunliche Pigmentflecken auf der Haut entstehen, vor

allem wenn bei Ihnen bereits einmal während einer Schwangerschaft eine übermässige

Pigmentierung der Haut aufgetreten ist («Schwangerschaftsmaske oder –streifen»). Falls Sie eine

Tendenz zur übermässigen Pigmentbildung der Haut haben, sollten Sie sich nicht der Sonne oder

anderer ultravioletter Strahlung aussetzen.

Machen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf alle Krankheiten, die während der Behandlung auftreten,

aufmerksam.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin, wenn die Symptome des Östrogenmangels, die

durch die Menopause bedingt sind, trotz der Behandlung weiterhin bestehen bleiben.

Oestrogel hat keine empfängnisverhütende Wirkung.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Antiepileptika wie z.B. Phenytoin, Felbamat,

Oxcarbazepin, Primidon, Topiramat oder Carbamazepin; Antibiotika wie z.B. Rifampicin oder

Rifabutin; Arzneimittel gegen AIDS wie z.B. Nevirapin, Efavirenz, Ritonavir oder Nelfinavir;

Arzneimittel gegen Lungenbluthochdruck wie z.B. Bosentan; sowie pflanzliche Präparate auf Basis

von Johanniskraut (Hypericum) einnehmen. Diese Arzneimittel führen zu einer

Wirkungsverminderung von Östrogenen. Umgekehrt können gewisse Arzneimittel erwünschte und

unerwünschte Wirkungen von Östrogenen auch verstärken (z.B. antimikrobielle Substanzen gegen

durch Pilze oder Bakterien verursachte Erkrankungen).

Oestrogel kann die Konzentration anderer Arzneimittel im Blut erhöhen. Zu diesen zählen z.B.

Arzneimittel die bei Organtransplantationen eingesetzt werden (Tacrolimus, Cyclosporin A),

Antidepressiva (Imipramin), Arzneimittel gegen Bluthochdruck (Metoprolol), starke Schmerzmittel

(Fentanyl) und Arzneimittel gegen Bronchialasthma (Theophyllin). Andere Arzneimittel können in

ihrer Wirkung abgeschwächt werden, z.B. Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie (Lamotrigin).

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn Sie solche Arzneimittel einnehmen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, ob Sie mit Arzneimitteln zur Behandlung von Hepatitis

C-Infektionen behandelt werden (Arzneimittel mit Wirksubstanzen wie Ombitsavir, Paritaprevir,

Ritonavir, Dasabuvir). Arzneimittel mit Östrogenen wie Oestrogel könnten gegebenenfalls die

Wirkung dieser Arzneimittel beeinflussen.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen

oder äusserlich anwenden!

Darf Oestrogel während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Oestrogel darf weder während der Schwangerschaft, noch in der Stillzeit angewendet werden.

Sollten Sie während der Behandlung mit Oestrogel schwanger werden oder dieses Arzneimittel

unbeabsichtigt während der Schwangerschaft angewendet haben, müssen Sie so rasch wie möglich

den Arzt/die Ärztin benachrichtigen

Wie verwenden Sie Oestrogel?

a) Dosierung

Bevor Sie die Behandlung beginnen, bestimmt der Arzt die niedrigste wirksame Dosis. Je nach Ihren

Bedürfnissen legt er fest, mit welcher Gel-Dosis Sie beginnen und wie lange Sie Oestrogel

anwenden. Oestrogel kann als zyklische oder als fortlaufende Therapie verordnet werden.

Zyklische Therapie:

In den ersten 25 Tagen des Monats wird täglich 1 Dosierungsmass (Tube) oder 2 Hübe des

Dispensers (=1 Dosis) angewandt; falls Ihnen zusätzlich ein Gestagen verschrieben wurde, sollte

dieses jeweils an Tag 14 bis 25 des Zyklus angewendet werden; danach wird eine Behandlungspause

von 5 Tagen eingeschaltet und anschliessend die Behandlung wiederholt.

Fortlaufende Therapie:

Den ganzen Monat hindurch wird täglich 1 Dosierungsmass (Tube) oder 2 Hübe des Dispensers (=1

Dosis) angewandt. Falls Ihnen zusätzlich ein Gestagen verschrieben wurde, sollte dieses während 12-

14 Tagen angewendet werden.

Welches Behandlungsschema besser geeignet ist, wird Ihr Arzt entscheiden. Wenn er es in Ihrem

Falle für notwendig erachtet, wird er Ihnen auch ein Gestagen verordnen, um damit die Wirkungen

von Oestrogel auf die Gebärmutterschleimhaut auszugleichen (siehe «Wann ist bei der Anwendung

von Oestrogel Vorsicht geboten?»). Ihr Arzt wird Sie ausserdem über alle wichtigen Einzelheiten,

die Sie betreffen, informieren.

b) Richtige Handhabung

Die Anwendung erfolgt am günstigsten morgens nach dem Waschen; die tägliche Dosis entspricht

einer Mittelrille des Dosierungsmasses (Tube) oder 2x Drücken des Dispensers (1 Dosis). Je nach

Intensität der Symptome kann Ihr Arzt die Dosierung ändern.

Die Applikationsstelle darf weder Rötungen noch Reizungen aufweisen.

Die Haut muss trocken und frei von öligen oder fettigen Rückständen sein, da dies das Eindringen

des Hormons in die Haut verhindert. Es wird empfohlen, innerhalb einer Stunde nach der

Anwendung von Oestrogel keine Sonnencreme aufzutragen, da dies die Aufnahme des Wirkstoffs

vermindern kann.

Die Gel-Dosis wird auf eine grosse Hautfläche auf die Arme und Schultern aufgetragen (nicht

einmassieren).

Oestrogel darf niemals auf die Brust oder im Brustbereich aufgetragen werden.

Vor dem Bedecken der behandelten Hautfläche mit Kleidung sollte die Anwenderin das aufgetragene

Gel 2 Minuten trocknen lassen.

Oestrogel ist farb- und geruchlos und hinterlässt auf der Kleidung keine Flecken.

Dispenser

Verschlusskappe entfernen und kleinen Stopfen wegnehmen. Dispenserflasche mit einer Hand

ergreifen und die andere Hand unter die Öffnung halten, um das Gel aufzunehmen. Pumpe ganz

niederdrücken und mit der anderen Hand austretendes Gel aufnehmen, wie auf der Abbildung

dargestellt.

Bei jedem Erstgebrauch eines Dispensers kann ein 1- bis 2-maliges Betätigen der Pumpe erforderlich

sein, bis das Gel freigesetzt wird. Die erste Gel-Dosis kann ungenau bemessen sein; es wird deshalb

empfohlen, sie zu verwerfen. Nach einem Monat mit einer Dosierung von 2 Hüben/Tag kann sich die

abgegebene Gel-Dosis verringern; diese sollte nicht mehr verwendet werden.

Nach jedem Gebrauch soll der kleine Stopfen, der bei der ersten Verwendung nach dem Abheben der

Verschlusskappe entfernt wurde, wieder in die Mündung eingesetzt werden.

Ein Hub entspricht ½ Oestrogel-Dosis oder 1,25 g Gel.

Tube

Jede Tube wird in der Originalpackung mit einem mit einer Mittelrille versehenen Dosierungsmass

geliefert. Oestrogel-Tube durch Einstechen der Verschlusskappe mit dem eigens dafür vorgesehenen

Stopfen öffnen. Gel, wie auf der Abbildung dargestellt, durch leichten Druck auf die Tube in die

Mittelrille des Dosierungsmasses geben. Diese Menge entspricht einer Dosis Oestrogel (2,5 g Gel).

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Oestrogel haben?

Machen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf jegliche Veränderungen, die Sie während der

Behandlung feststellen, aufmerksam.

Konsultieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eine der unerwünschten

Wirkungen unter «Wann ist bei der Anwendung von Oestrogel Vorsicht geboten?» beobachten

(siehe «Gründe für das sofortige Absetzen der Behandlung»).

Folgende unerwünschte Wirkungen können auftreten:

Häufig: Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme

Gelegentlich: Brustkrebs, Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeit, Schweregefühl in den Beinen,

Bauchkrämpfe, Blähungen, Gallensteine, Pigmentflecken im Gesicht, Spannungsgefühl in der Brust,

Zwischenblutungen unterschiedlicher Stärke (Metrorrhagie, Schmierblutung), Veränderung der

Scheidenflora, Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, Reaktionen an der Applikationsstelle

(Rötung, Pruritus oder Hautausschlag), Flüssigkeitssammlungen im Gewebe (Ödem).

Selten: Krebs der Gebärmutterschleimhaut, Schwindel, Schmerzen in den Beinen, Oberschenkeln

oder im Brustkorb, plötzliche Atemnot, Husten mit blutigem Auswurf, Anzeichen für

Venenthrombose oder Lungenembolie (s. unter «Wann ist bei der Anwendung von Oestrogel

Vorsicht geboten?», Gründe für einen sofortigen Abbruch der Behandlung), Schlaganfall,

Herzinfarkt, Verschlechterung der Leberfunktion, Gallenstauung, Gelbsucht aufgrund einer

Gallenstauung, Auftreten von Hauterkrankungen mit Rötungen, Hautentzündungen, gutartige

Veränderungen der Brust (z.B. Zysten), Grössenzunahme von gutartigen Gebärmuttertumoren,

Schmerzen in den Beinen.

Sehr selten: schwere allergische Reaktionen, Kontaktlinsenunverträglichkeit, Verschlechterung von

Varizen, Blutdruckanstieg.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt,

Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Oestrogel soll ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden und bei Raumtemperatur (15-

25 °C) gelagert werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Oestrogel enthalten?

1 Dosierungsmass (2,5 g Gel) enthält 1,5 mg Östradiol (als Wirkstoff) und Hilfsstoffe u.a. 1 g

Alkohol.

1 Hub (1,25 g Gel) enthält 0,75 mg Östradiol (als Wirkstoff) und Hilfsstoffe u.a. 0.5 g Alkohol.

Zulassungsnummer

46638 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Oestrogel? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Tube zu 80 g mit einem Dosierungsmass.

Packungen von 1 und 3 Dispenser zu 80 g.

Zulassungsinhaberin

Vifor SA, 1752 Villars-sur-Glâne.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.