Obracin 150 mg/2 mL

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Obracin 150 mg/2 mL Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • tobramycinum 150 mg bis tobramycini sulfas, dinatrii edetas, antiox.: E 223 2.88 mg, conserv.: phenolum 10 mg, Wasser q.s. zu einer Lösung anstelle von 2 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Obracin 150 mg/2 mL Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Infektionskrankheiten

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 38358
  • Berechtigungsdatum:
  • 01-07-1974
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Obracin®

Teva Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Tobramycin (als Tobramycinsulfat).

Hilfsstoffe: Natrium EDTA, Antiox.: Natriummetabisulfit (E 223), Konservierungsmittel: Phenol (5

mg/ml), Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung:

Stechampulle zu 40 mg/1 ml.

Stechampulle zu 80 mg/2 ml.

Stechampulle zu 150 mg/2 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Obracin ist zur Behandlung folgender Infektionen durch tobramycin-empfindliche Erreger geeignet:

Komplizierte und rezidivierende Harnwegsinfektionen, Infektionen der unteren Atemwege,

einschliesslich Pneumonie, Bronchopneumonie und Bronchitis, Septikämie bei Neugeborenen,

Kindern und Erwachsenen; Infektionen der Haut, der Knochen und des Weichteilgewebes,

einschliesslich Verbrennungen; Infektionen des Magendarmtraktes, Peritonitis, Infektionen des ZNS

mit Erregern, die gegen andere Antibiotika resistent sind (intrathekale Gabe erforderlich). Weiter ist

die Behandlung mit Obracin bei schweren Staphylokokkeninfektionen zu erwägen, wenn Penicillin

oder Medikamente mit geringerem toxischem Potential kontraindiziert sind, und wenn aufgrund von

Empfindlichkeitsbestimmungen und aus klinischer Sicht die Anwendung indiziert ist.

Die Überprüfung der Sensibilität durch Antibiogramme wird empfohlen.

Bei gleichzeitiger Anwendung eines Cephalosporins oder Penicillins sind beide Antibiotika in der

empfohlenen Dosierung zu verabreichen und die Nierenfunktion zu überwachen.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Vor Behandlungsbeginn ist das Körpergewicht des Patienten zu ermitteln, damit die Dosis genau

errechnet werden kann.

Patienten mit normaler Nierenfunktion

Früh- oder Neugeborene: (Lebensalter eine Woche oder weniger) erhalten bis zu 4 mg/kg/Tag in

zwei Einzelgaben alle 12 Stunden.

Kinder: 6 bis 7,5 mg/kg/Tag aufgeteilt in 3 bis 4 Einzelgaben (2 bis 2,5 mg/kg alle 8 Stunden oder

1,5 bis 1,89 mg/kg alle 6 Stunden).

Erwachsene: Leichte bis mittelschwere Harnwegsinfektionen: Einzeldosis i.m. von 2–3 mg/kg/Tag.

Schwere Infektionen: 3 mg/kg/Tag z.B. in 3 Einzelgaben alle 8 Stunden (siehe Tabelle 1).

Lebensbedrohliche Infektionen: Bis zu 5 mg/kg/Tag in 3 oder 4 Einzelgaben (siehe Tabelle 1).

Die Dosis ist auf 3 mg/kg/Tag zu reduzieren, sobald die klinischen Voraussetzungen dafür gegeben

sind. Da die Serumspiegel individuell sehr unterschiedlich sein können, empfiehlt sich die

Überwachung der Serumspiegel. Erfolgt keine Überwachung der Serumspiegel, sollte eine

Dosierung von 5 mg/kg/Tag nicht überschritten werden, um erhöhter Toxizität infolge extrem hoher

Blutkonzentrationen vorzubeugen.

Zystische Fibrose

Bei Patienten mit zystischer Fibrose kann die Pharmakokinetik von Tobramycin verändert sein und

es kann notwendig sein, die Dosis auf 8–10 mg/kg/Tag zu erhöhen um therapeutische Serumspiegel

zu erreichen. Wegen der grossen interindividuellen Variabilität sollten die Tobramycin-Serumspiegel

überwacht werden.

Tabelle 1

Dosierungsrichtlinien für Erwachsene mit normaler Nierenfunktion (bei Verabreichung im 8-

Stunden-Intervall)

Körpergewicht

Übliche Dosis bei

schweren

Infektionen:

1 mg/kg 8 stündlich

(insgesamt 3

mg/kg/Tag)

mg/Dosis

8 stündlich

ml/Dosis

120 kg

120 mg

3.0 ml

100 kg

100 mg

2.5 ml

80 kg

80 mg

2.0 ml

60 kg

60 mg

1.5 ml

40 kg

40 mg

1.0 ml

Körpergewicht

Maximaldosis bei

lebensbedrohlichen

Infektionen

(sobald als möglich

reduzieren):

1.66 mg/kg 8

stündlich (insgesamt

5 mg/kg/Tag)

mg/Dosis

8 stündlich

ml/Dosis

120 kg

200 mg

5.0 ml

100 kg

166 mg

4.0 ml

80 kg

133 mg

3.0 ml

60 kg

100 mg

2.5 ml

40 kg

66 mg

1.6 ml

Diese Tabelle gilt nicht für 150 mg/2 ml.

Es ist wünschenswert, die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu gestalten. Normalerweise

beträgt die Behandlungsdauer 7–10 Tage. Bei refraktären oder komplizierten Infektionen ist unter

Umständen eine längere Therapie erforderlich. Dabei ist es ratsam, die Nieren-, Hör-, und

Gleichgewichtsfunktion des Patienten zu überwachen, da die Wahrscheinlichkeit einer Nephro- oder

Neurotoxizität zunimmt, wenn die Behandlungsdauer mehr als 10 Tage beträgt.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Nach einer Initialdosis von 1 mg/kg muss die Dosierung angepasst werden. Dies geschieht entweder

durch Reduzierung der alle 8 Stunden angewendeten Dosis (Schema I in der Tabelle) oder durch

Verlängerung des Abstandes zwischen den normalen Dosen (Schema II in der Tabelle).

Dabei muss beachtet werden, dass sich die Nierenfunktion im Laufe der Behandlung ändern kann.

Die Kreatinin-Clearance sollte als Parameter vor allem bei Patienten mit schwankenden Plasma-

Kreatinin-Konzentrationen bevorzugt werden, wie dies bei schweren Infektionen (z.B. Sepsis)

beobachtet wird.

Die Dosierungsangaben gehen von der Kreatinin-Clearance oder dem Serum-Kreatinin des Patienten

aus, weil diese Werte mit der Halbwertszeit von Tobramycin korrelieren. Wenn eine Dialyse erfolgt,

soll weder Schema I noch Schema II angewandt werden.

Hämodialyse

Nach jeder Dialysesitzung muss die Dosis individuell je nach Tobramycin-Serumkonzentration

angepasst werden. Die üblicherweise empfohlene Tobramycin-Dosis nach Hämodialyse ist eine

Dosis, die der halben Aufsättigungsdosis entspricht.

Ältere Patienten

Ältere Patienten benötigen zum Erreichen therapeutischer Plasmakonzentrationen möglicherweise

niedrigere Erhaltungsdosen als jüngere Erwachsene.

Tabelle 2

Zwei Schemata zur Erhaltungsdosierung, ausgehend von Nierenfunktion und Körpergewicht, nach

einer Anfangsdosis von 1 mg/kg*

Schema 1 oder Schema 2

Nierenfunktion**

Schema 1

Angepasste

Dosis bei

feststehendem 8-

Std.-Intervall

Schema 2

Feststehende Dosis bei

angepasstem Intervall

Blutharnstoff-N Serum-Kreatinin Kreatinin-Clearance Gewicht

Gewicht/Dosis

mg %

mg %

ml/min.

50–60

60–80

50–60 kg/60 mg

60–80 kg/80 mg

Normal ≤20

≤1.3

≥70

60 mg

80 mg

alle 8 Stunden

21–34

1.4–1.9

69–40

30–60

50–80

alle 12 Stunden

35–49

2.0–3.3

39–20

20–25

30–45

alle 18 Stunden

50–65

3.4–5.3

19–10

10–18

15–24

alle 24 Stunden

66–74

5.4–7.5

9–5

5–9 mg

7–12

>75

≥7.6

≤4

2,5–4,5

3,5–6

* Bei lebensbedrohenden Infektionen kann die angegebene Dosierung bis zu 50% überschritten

werden. Sobald eine Besserung zu erkennen ist, sollten diese Dosen wieder gesenkt werden.

** Wenn die Werte für Blutharnstoff-N oder Serum-Kreatinin zur Beurteilung der Nierenfunktion

herangezogen werden, sollten diese Befunde mehrfach erhoben werden.

Dosierung bei übergewichtigen Patienten

Die angemessene Dosis kann berechnet werden, indem zunächst zu dem geschätzten Idealgewicht

des Patienten 40% des Übergewichts addiert wird. Anhand dieses Gewichts wird die mg/kg-Dosis

berechnet.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Aminoglykosiden, einem der Hilfstoffe gemäss Zusammensetzung

oder Sulfiten.

Obracin enthält den Hilfsstoff E 223 (Natriummetabisulfit als Antioxidans) und darf deshalb an

Patienten, die an einer Sulfitüberempfindlichkeit leiden, nicht verabreicht werden.

Myasthenia gravis.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Serumkonzentrationen sollten nach Möglichkeit überwacht und Spitzenkonzentrationen von

mehr als 12 µg/ml über längere Zeit vermieden werden. Über 2 µg/ml ansteigende Talspiegel können

Anzeichen einer Kumulation im Gewebe sein und müssen vermieden werden, entweder durch eine

Dosisreduktion oder durch eine Verlängerung des Dosierungsintervalls. (Der Talspiegel sollte

unmittelbar vor der nächsten Dosis bestimmt werden.) Eine solche Kumulation kann zu Ototoxizität

und Nephrotoxizität beitragen. Bei Patienten mit bekannter Nierenfunktionseinschränkung ist eine

Überwachung der Serumspiegel besonders wichtig. Andere Faktoren, die das Toxizitäts-Risiko

erhöhen können, sind fortgeschrittenes Alter und Wasserverlust.

Eine Überwachung der Serumspiegel zur Ermittlung der geeigneten Dosis wird auch bei Patienten

mit ausgedehnten Verbrennungen empfohlen, da bei diesen Patienten eine geänderte

Pharmakokinetik zu niedrigeren Serumspiegeln von Aminoglykosiden führen kann.

Bei Patienten mit Asthma bronchiale kann durch den Hilfsstoff E 223 (Natrium metabisulfit) ein

Bronchospasmus ausgelöst werden.

Tobramycin ist potentiell nephrotoxisch, ototoxisch und neurotoxisch, daher sollten die Patienten

klinisch sorgfältig überwacht werden. Die Funktion der Nieren und des VIII. Hirnnervs (N-stato

acusticus) sollten während der Therapie speziell überprüft werden. Der zuerst einsetzende Hörverlust

in den hohen Frequenzen ist mittels Audiogramm erfassbar. Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion oder höheren Dosen und bei langdauernder Aminoglykosidbehandlung, sowie bei

Patienten mit vorbestehenden Schäden des VIII. Hirnnervs oder Patienten die zuvor andere

potentielle ototoxische Medikamenten erhielten, sind stärker gefährdet.

Ein erhöhtes Risiko für toxische Wirkungen haben Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion,

ältere Patienten dehydrierte Patienten und Patienten, die Hochdosis- oder eine Langzeitbehandlung

oder wiederholte Therapiezyklen erhalten.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit vestibulären oder kochleären Abnormalitäten. Eine

Komedikation von Tobramycin mit sehr stark wirksamen Diuretika und generell mit allen

ototoxischen oder nephrotoxisch wirkenden Substanzen muss vermieden werden. Anzeichen von

Nephrotoxizität oder Ototoxizität erfordern eine Dosisanpassung oder das Absetzen des

Medikaments.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion, bei denen die Empfehlungen bezüglich Dosierung und

Therapiedauer nicht überschritten werden, ist das Risiko toxischer Reaktionen geringer.

Während einer Behandlung mit Tobramycin kann es zum Wachstum von nicht empfindlichen

Keimen und Pilzen kommen. Beim Auftreten einer auffälligen Superinfektion ist sofort eine

geeignete Therapie einzuleiten.

·Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss auch die lokale Gabe (Inhalation, endotracheale

Instillation) bei gleichzeitiger systemischer Anwendung in der Gesamtdosierung berücksichtigt

werden.

·Bei schwerkranken Patienten muss mit stark und schnell schwankender Nierenfunktion gerechnet

werden. Eine engmaschige Kontrolle der Tobramycin-Konzentrationen im Serum ist hier

unerlässlich.

·Bei febrilen Patienten kann die Serumhalbwertszeit von Tobramycin erniedrigt sein. Ein

Beibehalten der gegebenen Dosierung im folgenden afebrilen Zustand kann zu toxischen Spiegeln

führen.

·Eine Überwachung der Serumspiegel zur Ermittlung der geeigneten Dosis wird auch bei Patienten

mit ausgedehnten Verbrennungen empfohlen, da bei diesen Patienten eine geänderte

Pharmakokinetik zu niedrigen Serumspiegeln von Aminoglykosiden führen kann.

Da Tobramycin neuromuskulär blockierende Eigenschaften hat, besteht ein besonderes Risiko bei

Patienten, die Muskelrelaxantien, Anästhetika oder massive Blut-Transfusionen erhalten, deren

Gerinnung mit Citrat gehemmt wurde. Wenn es zu einer neuromuskulären Blockade kommt, kann

diese durch die Gabe von Calciumsalzen aufgehoben werden. Wegen der neuromuskulär

blockierenden Effekte sollten Aminoglykoside bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen wie

z.B. Parkinsonismus mit Vorsicht angewendet werden.

Bei Patienten mit ausgedehnten Verbrennungen kann die Pharmakokinetik von Aminoglykosiden

verändert sein, was zu verminderter Serumkonzentration führen kann. Es ist wichtig, die

Serumkonzentrationen zu überwachen.

Patienten, die mit Aminoglykosiden behandelt werden, müssen während der Behandlung auf eine

gute Hydratisierung achten.

Tobramycin muss bei Frühgeborenen und Neugeborenen wegen der Unreife ihrer Nieren und der

damit verbundenen Verlängerung der Serumhalbwertszeit mit Vorsicht angewendet werden.

Kreuzallergenität und Kreuzresistenz wurde für die Gruppe der Aminoglykoside nachgewiesen.

Interaktionen

Die gleichzeitige oder aufeinanderfolgende Gabe mit anderen potentiell oto- und/oder

nephrotoxischen Medikamenten wie z.B. anderen Aminoglykosiden, Colistin, Polymyxin B,

Cephalothin, Cefaloridin, Viomycin, Cisplatin und Vancomycin sollte vermieden werden. Obracin

sollte nicht gleichzeitig mit starken Diuretika angewendet werden, da manche Diuretika ototoxisch

wirken. Intravenös gegebene Diuretika können die Toxizität der Aminoglykoside steigern, indem sie

die Serum- und Gewebespiegel des Antibiotikums verändern.

Bei Katzen, die sehr hohe Tobramycindosen erhielten (40 mg/kg), hat man Muskel- und

Atemlähmungen beobachtet. Es wäre möglich, dass eine verlängerte oder sekundäre Apnoe auftritt,

wenn Tobramycin narkotisierten Patienten gegeben wird, die Muskelrelaxantien (wie Succinylcholin,

Tubocurarin oder Decamethonium) oder grössere Mengen Citratblut erhalten. Sollte es zu einer

neuromuskulären Blockade kommen, kann diese durch die Gabe von Calziumsalzen rückgängig

gemacht werden (vgl. Rubrik «Überdosierung»).

Eine teilweise Inaktivierung von Aminoglykosiden durch Betalaktam-Antibiotika (Penicilline oder

Cephalosporine) wurde in vitro und bei Patienten mit schweren Nierenfunktionseinschränkungen

nachgewiesen. Eine solche Inaktivierung wurde bei Patienten mit normaler Nierenfunktion, denen

die Medikamente an verschiedenen Stellen injiziert wurden, nicht festgestellt.

Obracin sollte nicht mit anderen Arzneimitteln vermischt, sondern gemäss der empfohlenen

Anwendungsart und Menge getrennt verabreicht werden.

Tobramycin/Muskelrelaxantien und Ether/Citratblut

Die neuromuskulär-blockierenden Eigenschaften der Aminoglykoside werden durch Ether und

Muskelrelaxantien oder durch grössere Mengen Citratblut verstärkt.

Wird Obracin unter oder unmittelbar nach Operationen verabreicht, kann bei gleichzeitiger

Anwendung von Muskelrelaxantien vom nicht depolarisierenden Typ die neuromuskuläre Blockade

vertieft und verlängert sein. Diese Wechselwirkungen können Ursache unerwarteter Zwischenfälle

sein. Wegen des erhöhten Risikos sollten solche Patienten besonders überwacht werden.

Durch Injektion von Calciumchlorid kann die Aminoglykosid-bedingte neuromuskuläre Blockade

aufgehoben werden.

Tobramycin/Methoxyfluran-Anästhesie

Aminoglykoside können die nierenschädigende Wirkung von Methoxyfluran verstärken. Bei

gleichzeitiger Anwendung kann es zu schweren Nephropathien kommen.

Tobramycin/andere potentiell nephrotoxische oder ototoxische Substanzen

Patienten, die gleichzeitig oder nacheinander potentiell ototoxische oder nephrotoxische Substanzen

erhalten z.B. Amphotericin B, Colistin, Ciclosporin, Tacrolimus, Cisplatin, Vancomycin, Polymyxin

B, andere Aminoglykoside, Cephalotin oder Schleifendiuretika wie z.B. Furosemid, sollten sorgfältig

überwacht werden, weil ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse besteht.

Im Hinblick auf Cisplatin-haltige Medikamente ist zu bedenken, dass auch drei bis vier Wochen nach

Anwendung dieser Substanzen die Nephrotoxizität von Tobramycin noch erhöht sein kann.

Tobramycin/andere Antibiotika

Eine Kombinationstherapie mit geeigneten Antibiotika/z.B. Betalactame) kann zu einem Synergie-

Effekt führen. Tobramycin und Betalactam-Antibiotika können chemisch miteinander reagieren und

inaktive Amide bilden. Deshalb sollen Tobramycin und Betalactam-Antibiotika nicht über dasselbe

Infusionsbesteck verabreicht werden.

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion kann Tobramycin durch Betalactam-

Antibiotika inaktiviert werden.

Tobramycin/Diuretika

Intravenös verabreichte Diuretika können die Toxizität von Aminoglykosiden durch Veränderung

der Serum- und Gewebespiegel des Antibiotikums erhöhen. Einige Diuretika wirken selbst

ototoxisch. Eine gleichzeitige Anwendung kann zu einem erhöhten Risiko für unerwünschte

Ereignisse dieser Art führen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Aminoglykoside können über die Placenta in den fötalen Kreislauf gelangen. Eine Schädigung des

Fötus ist daher nicht auszuschliessen.

Es gibt mehrere Berichte über vollständige, irreversible beidseitig angeborene Taubheit bei Kindern,

deren Mütter während der Schwangerschaft mit Streptomycin behandelt wurden. Von Frauen, die

während der Schwangerschaft mit anderen Aminoglykosiden behandelt wurden, liegen keine

Berichte über unerwünschte Wirkungen bei Müttern oder Neugeborenen vor.

Es gab Anzeichen für Ototoxizität bei Muttertieren und Neugeborenen nach Verabreichung von

Tobramycin am Meerschweinchen während der zweiten Hälfte der Trächtigkeit.

Überempfindlichkeit gegenüber Natriummetabisulfat ist möglich.

Obracin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig

erforderlich. Tobramycin geht in die Muttermilch über. Eine Beeinträchtigung der Darmflora beim

Säugling ist möglich, was zu Durchfall führen kann. Während der Behandlung mit Obracin soll nicht

gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt, aber manche unerwünschten Wirkungen

können die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Einschätzungen der Häufigkeit

Sehr häufig: ≥1/10, häufig: ≥1/100, <1/10, gelegentlich: ≥1/1'000, <1/100, selten: ≥1/10'000,

<1/1'000, sehr selten: <1/10'000.

Blut und Lymphsystem

Gelegentlich: Anämie, Thrombozytopenie, Veränderung der Zahl der weissen Blutkörperchen

(Leukopenie, Leukozytose, Eosinophilie, Granulozytopenie).

Über Abnahme von Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium im Serum ist berichtet worden. Die

Serumspiegel von Calcium, Magnesium und Natrium sollten überwacht werden, besonders bei

Patienten mit bekannter Nierenfunktionseinschränkung.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitserscheinungen.

Überempfindlichkeitsreaktionen unterschiedlichen Schweregrades, z.B. Hautausschlag und Juckreiz.

Sehr selten: Teilweise schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen.

Arzneimittelfieber und Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade bis zum

anaphylaktischen Schock. Diese Reaktionen können bei schneller Injektion von Injektionslösungen,

die Natriummetabisulfit enthalten, durch den Sulfit-Anteil ausgelöst worden sein (siehe auch die

Rubrik «Überdosierung»).

Psychiatrische Erkrankungen

Selten: Verwirrtheit, Desorientiertheit.

Nervensystem

Neurotoxizität

Wie unter anderen Aminoglykosid-Antibiotika können auch unter Obracin toxische Erscheinungen

am 8. Hirnnerven auftreten (Nervus statoacusticus N VIII). Dabei kann es zu Gehör- und

Gleichgewichtsstörungen kommen, vor allem bei Patienten mit bereits bestehendem Nierenschaden

und wenn Obracin über längere Dauer oder in höheren Dosen als empfohlen gegeben wird;

ausserdem bei Patienten, die vorher ein anderes potentiell ototoxisches Medikament bekommen

haben und in Fällen von Dehydrierung.

Bei den ototoxischen Reaktionen stehen vestibuläre Störungen im Vordergrund. Hörstörungen

betreffen zuerst den Hochtonbereich und sind zumeist irreversibel.

Symptome der ototoxischen Wirkungen sind z.B. Schwindel, Ohrenklingen, Ohrensausen (Tinnitus),

Minderung des Hörvermögens, Hörverlust (im Allgemeinen irreversibel und bilateral).

Andere Erscheinungen von Neurotoxizität können Taubheitsgefühl, Hautprickeln, Muskelzucken

und Krampfanfälle einschliessen.

Störungen der neuromuskulären Übertragung

Da Tobramycin neuromuskulär blockierende Eigenschaften hat, ist bei Patienten mit Störungen der

neuromuskulären Übertragung (z.B. Parkinson'scher Krankheit) sowie bei gleichzeitiger Gabe von

Muskelrelaxantien besondere Vorsicht angezeigt.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Gelegentlich: Übelkeit.

Selten: Diarrhoe.

Skelettmuskulatur, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt: Neuromuskuläre Blockade.

Nieren und Harnwege

Häufig: Nierenfunktionsstörungen wie Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate sind meist

reversibel. Die wichtigsten Risikofaktoren sind hohe Gesamtdosis, lange Therapiedauer, erhöhte

Serumspiegel (hohe Talspiegel); daneben können Alter, Hypovolämie und Schock zusätzliche

Risiken darstellen.

Über Veränderungen der Nierenfunktion – erkennbar an ansteigenden Werten von

Blutharnstoffstickstoff, Reststickstoff, Serumkreatinin, Verminderung der Kreatininclearance sowie

an Oligurie, Zylindrurie, Hämaturie und erhöhter Proteinurie/Albuminurie – wurde berichtet. Dies

trifft insbesondere für Patienten zu, bei denen eine Nierenfunktionseinschränkung bestand und die

nicht mit entsprechend angepassten Dosen oder länger als empfohlen behandelt wurden. Bei

Patienten mit bekannter oder vermuteter Nierenfunktionseinschränkung sollte die Funktion von

Nieren und 8. Hirnnerven genau überwacht werden. Eine solche Überwachung wird auch bei

Patienten empfohlen, deren Nierenfunktion anfangs normal ist, bei denen es jedoch im Laufe der

Behandlung zu einer Nierenfunktionsstörung kommt.

In seltenen Fällen tritt eine Nierenfunktionsstörung erst einige Tage nach Ende der Behandlung auf.

Bei älteren Patienten kann die Nierenfunktion eingeschränkt sein, ohne dass die Werte für

Blutharnstoffstickstoff oder Serumkreatinin erhöht sind. Es kann nützlich sein, die

Kreatininclearance zu bestimmen. Bei erwiesener Einschränkung von Nieren-, Vestibularis- und/oder

Gehörfunktion muss die Dosierung angepasst oder das Medikament abgesetzt werden. Die durch ein

Aminoglykosid verursachte Nierenfunktionsstörung ist im Allgemeinen reversibel.

Sehr selten: Akutes Nierenversagen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Kochleare und vestibuläre Schädigung (bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion).

Gelegentlich: Kochleare und vestibuläre Schädigung (bei Patienten mit normaler Nierenfunktion).

Gefässerkrankungen

Häufig: Thrombophlebitis.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Schmerzen und lokale Reaktionen an der Einstichstelle.

Selten: Fieber, Lethargie.

Untersuchungen

Häufig: Aspartataminotransferase (AST) erhöht, Alaninaminotransferase (ALT) erhöht.

Gelegentlich: Alkalische Phosphatase (AP) erhöht, Lactatdehydrogenase erhöht, Serum-Bilirubin

erhöht.

Selten: Serum-Calcium erniedrigt, Serum-Magnesium erniedrigt, Serum-Natrium erniedrigt, Serum-

Kalium erniedrigt.

Sonstige Nebenwirkungen

Selten: Andere unerwünschte Wirkungen, die möglicherweise in Zusammenhang mit der

Verabreichung von Obracin stehen, sind:

Fieber, Nausea, Erbrechen, Diarrhoe, Kopfschmerzen, Lethargie, Desorientation, Schmerz an der

Injektionsstelle und Thrombophlebitis.

Vorsicht ist geboten bei Früh- und Neugeborenen wegen der noch unreifen Nierenfunktion und der

daraus resultierenden Verlängerung der Serumhalbwertszeit.

Sehr selten: Aufgrund des Gehalts an Natriummetabisulfit kann es insbesondere bei

Bronchialasthmatikern, zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, die sich als Erbrechen,

Durchfall, keuchende Atmung, akuter Asthmaanfall, Bewusstseinsstörung oder Schock äussern

können. Diese Reaktionen können individuell sehr unterschiedlich verlaufen und auch zu

lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Überdosierung

Tobramycin hat ein enges therapeutisches Fenster. Im Falle einer Akkumulation (z.B. infolge

eingeschränkter Nierenfunktion) kann es zu einer Schädigung der Niere und des Nervus

statoacusticus kommen.

Behandlung der Überdosierung

Das Präparat muss abgesetzt werden. Ein spezifisches Antidot steht nicht zur Verfügung.

Tobramycin kann durch Hämodialyse aus dem Blut entfernt werden (bei Peritonealdialyse verläuft

die Elimination langsamer und diskontinuierlich).

Therapie bei neuromuskulärer Blockade

Bei neuromuskulärer Blockade (meist durch Wechselwirkungen verursacht) ist die Gabe von

Calciumchlorid zweckmässig, gegebenenfalls künstliche Beatmung.

Massnahmen bei akuten allergischen Reaktionen wie z.B. dem anaphylaktischen Schock:

Hier muss die Behandlung mit Obracin sofort abgebrochen werden und die üblichen entsprechenden

Notfallmassnahmen (z.B. Gabe von Anithistaminika, Kortikosteroiden, Sympathomimetika und ggf.

Durchführung einer Beatmung) müssen eingeleitet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01GB01

Tobramycin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside. Die bakterizide Wirkung der

Aminoglykoside beruht auf Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese. Diese erfordert den aktiven

Transport von Tobramycin durch die Bakterienzellmembran und findet unter anaeroben

Bedingungen nicht statt. Tobramycin bindet an die 30S-Untereinheit des Bakterienribosoms und

blockiert damit den ersten Schritt der Proteinsynthese.

Bei Empfindlichkeitsmessungen mit Hilfe von Testblättchen (beschickt mit 10 µg Tobramycin)

ergeben Hemmhöfe von ≥15 mm das Resultat «sensibel», von 13–14 mm «mässig sensibel» und von

≤12 mm «resistent» (Methode Bauer-Kirby).

a) In vitro Wirkspektrum

Obracin hat sich in vitro gegen folgende Erreger als wirksam erwiesen:

Wirksamer Konzentrationsbereich

MHK50-MHK90 µg/ml

Sensibel:

Pseudomonas aeruginosa 2–4

P. mirabilis

E. coli

0,5–4

Klebsiella sp.

0,25–1

Enterobacter sp.

0,5–1

S. aureus

0,12–0,5

Mässig sensibel:

Proteus sp.

4–16

Serratia sp.

2–32

Citrobacter sp.

1–>4

Providencia sp.

2,5–5

S. epidermidis

0,25–>32

Die meisten grampositiven Erreger, einschliesslich Streptococcus pyogenes, Streptococcus

pneumoniae und Enterokokken sind gegen Aminoglykoside nur gering wirksam (>32) oder resistent.

Meningokokken, Mycoplasmen, Chlamydien, Clostridien und Anaerobier sind resistent.

b) Resistenzen

Neben primärer Unempfindlichkeit muss an eine mögliche Resistenz gedacht werden

(Antibiogramm). Die Resistenzquote beträgt für Pseudomonas aeruginosa und E. coli 10%,

Klebsiellen 12%, Enterobacter 5–20%, Serratia marcescens 15–50%, Proteus-Arten 20%,

Providencia 20–100% (!).

Kreuzresistenz zwischen Aminoglykosiden kommt häufig vor. Weil die Resistenz der gramnegativen

Erreger von Spital zu Spital erheblich variieren kann, empfiehlt es sich dringend, vor Therapiebeginn

ein Antibiogramm anzufertigen!

c) Synergismus

Mit Penicillin G bei einigen Stämmen von Str. faecalis; mit Carbenicillin bei P. aeruginosa; mit

Cephalosporinen bei anderen gramnegativen Erregern.

Pharmakokinetik

Absorption

I.m. Gabe: Serumspitzenwerte nach 30–90 Min.

Therapeutische Konzentrationen: 4–6 µg/ml.

1 mg/kg KG ergibt Serumspitzenwerte von 4 µg/ml; durch i.v. Infusion über 1 Std. werden ähnliche

Serumspiegel erreicht wie bei i.m. Applikation.

I.v. Bolus von 1,5 mg/kg nach 10 Min.: Serumspitzenwerte bis zu 30 µg/ml, die innerhalb von 5

Min. auf ca. 10 µg/ml abfallen.

Distribution

Zwischen zwei Verabreichungen soll die minimale Serumkonzentration auf unter 2 µg/ml abfallen.

Bei Normaldosierung an Nierengesunde kommt es bei Verabreichung alle 8 Stunden nicht zu einer

Kumulation im Serum.

Nach parenteraler Anwendung passiert Tobramycin die intakte Blut-Kammerwasser-Schranke nur

geringfügig, so dass nur minimale Konzentrationen dieses Antibiotikums in der

Glaskörperflüssigkeit, im Kammerwasser und Bindehautgewebe gefunden werden.

Tobramycin ist nicht an Serumeiweiss gebunden.

Tobramycin verteilt sich in Gewebe und Körperflüssigkeiten (ca. 1/10 der Serumkonzentrationen).

Verteilungsvolumen: Beträgt 0,2 bis 0,25 l/kg.

Die höchsten Organkonzentrationen werden in den Nieren gefunden. Selektive Aufnahme und/oder

verzögerte Abgabe führen zur Anreicherung besonders in den tubulären Zellen und in der

Lymphflüssigkeit des Innenohrs.

Die geringsten Gewebekonzentrationen werden im Zentralnervensystem gemessen. Tobramycin

gelangt nur in geringem Mass in die Zerebrospinalflüssigkeit, auch wenn die Meningen entzündet

sind. Bei Entzündunsprozessen beobachtet man nach mehrmaliger Anwendung therapeutisch

wirksame Konzentrationen in Peritoneal-, Pleura- und Synovialsekreten.

Tobramycin passiert die Plazentaschranke und fetale Konzentrationen können 20% der mütterlichen

Plasmakonzentrationen erreichen. In die Muttermilch gelangen nur geringe Aminoglykosid-

Konzentrationen.

Metabolismus/Elimination

Tobramycin wird praktisch nicht metabolisiert und wird unverändert in mikrobiologisch aktiver

Form durch glomeruläre Filtration eliminiert (Q0 = 0,02!).

Die Halbwertzeit während der Eliminationsphase beträgt im Durchschnitt 2 bis 3 Stunden. Nach 8

bis 12 Stunden folgt die Freisetzung aus tiefen Kompartimenten z.B. dem renalen Cortex. Innerhalb

von 24 Stunden sind bis zu 93% der Tobramycin-Dosis mit dem Urin ausgeschieden.

Bei Dialysepatienten können 25% bis 70% der gegebenen Dosis entfernt werden, je nach Art und

Dauer der Dialyse.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Nierenfunktionseinschränkung und bei Säuglingen ist eine Dosisanpassung erforderlich.

Bei Patienten mit Verbrennungen (grosses Volumen der Extrazellularflüssigkeit): niedrige

Serumspiegel und verlängerte t½.

Bei Dialysepatienten werden 25–70% (je nach Dauer und Art der Dialyse) einer verabreichten Dosis

mittels Dialyse aus dem Serum eliminiert.

Präklinische Daten

Toxizität bei wiederholter Gabe

In Toxizitätsstudien an Ratten, Hunden und Katzen wurden nach parenteraler Gabe von Tobramycin

Anzeichen einer dosisabhängigen Nephrotoxizität beobachtet (Anstieg von Blut-harnstoff-Stickstoff,

Proteinurie, Nekrose des tubulären Cortex, Veränderung des Tubulusepithels). Bei Ratten zeigte sich

nach hohen Dosen eine leichte Abnahme von Hämatokrit, Hämoglobin und Erythrozythenzahl.

Bei Katzen induzierten 40 mg/kg Tobramycin Muskel- und Atemlähmung. Tobramycin-Dosierungen

von 50 mg/kg waren mit schweren Schädigungen des Vestibulums verbunden.

Mutagenität

Tobramycin war negativ im: «Bacterial reverse mutation«-Test und im «Mouse lymphoma forward

mutation»-Test. Tobramycin induzierte keine Chromosomenaberrationen bei Ovarzellen des

chinesischen Hamsters und war negativ beim Mäuse-Mikronukleus-Test.

Reproduktionstoxikologie

Es gab Anzeichen für Ototoxizität bei Muttertieren und Neugeborenen nach Verabreichung von 50

und 100 mg/kg Tobramycin an Meerschweinchen während der zweiten Hälfte der Trächtigkeit.

Untersuchungen an Ratten und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf Teratogenität.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln

gemischt werden.

Unter keinen Umständen dürfen Aminoglykoside in einer Infusionslösung mit Betalactam-

Antibiotika (z.B. Penicilline, Cephalosporine) gemischt werden, da dies zu einer chemisch-

physikalischen Inaktivierung des Kombinationspartners führen kann. Wenn Tobramycin zusammen

mit einem Betalactam gegeben werden soll, müssen beide Substanzen getrennt voneinander

angewendet werden.

Tobramycin ist nicht kompatibel mit Heparin.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewandt werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren und nicht im Kühlschrank aufbewahren.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Intramuskuläre Verabreichung

Die Entnahme der benötigten Dosis erfolgt direkt aus der Stechampulle.

Intravenöse Verabreichung

Für Erwachsene nimmt man zur Verdünnung 50–100 ml Lösungsmittel (physiologische

Kochsalzlösung oder 5%ige Traubenzuckerlösung), für Kinder entsprechend weniger. Die Infusion

der verdünnten Lösung sollte 20–30 Minuten dauern. Obracin kann auch langsam direkt intravenös

oder in den Schlauch einer laufenden Infusion injiziert werden. Eine Infusionsdauer von weniger als

20 Minuten oder die direkte i.v. Injektion kann zur Folge haben, dass die

Serumspitzenkonzentrationen mehr als 12 mcg/ml betragen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Verdünnte Lösungen sind sofort zu verwenden, restliche Lösung ist zu verwerfen.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Arzneimitteln ist Obracin separat zu verabreichen.

Zulassungsnummer

38358 (Swissmedic).

Packungen

Obracin Lösung 40 mg Stechampullen 1 ml (A)

Obracin Lösung 80 mg Stechampullen 2 ml (A)

Obracin Lösung 150 mg Stechampullen 2 ml (A)

Zulassungsinhaberin

Teva Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Januar 2014

Interne Versionsnummer: 2.2

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30-10-2018

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Europe - EFSA - European Food Safety Authority Publications

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Today the New York State Department of Agriculture and Markets alerted consumers to a pasteurization problem with one of Sprout Creek Farm's pasteurized cow's milk cheeses, "Margie," made on 8/28/2018. Sprout Creek Farm is located in Poughkeepsie, NY. The reason for the recall is the air temperature at the start and end of the pasteurization process is required to be above 150deg F per the Grade "A" Pasteurized Milk Ordinance; the batch in question did not meet that standard. The recall pertains only to...

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31-7-2018

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The Food and Drug Administration is advising consumers not to purchase or use Boss Rhino 15000, a product promoted for sexual enhancement. This product was identified during an examination of international mail shipments.

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K9 Natural Ltd is voluntarily recalling K9 Natural Frozen Chicken Feast 11lb bags, batch number #150517, that were imported into the Canadian market in July 2017 because they have the potential to be contaminated with Listeria monocytogenes. No other K9 Natural products are affected in Canada.

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29-6-2018

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Ruim 700 extra buurtsportcoaches, verhoging van de onbelaste vrijwilligersvergoeding van €1500 naar €1700 euro per jaar, €87 miljoen aan subsidie voor sportverenigingen die investeren in accommodaties, een nieuwe code goed sportbestuur en beweegprogramma’s voor kinderen onder de 6 jaar. Dit is slechts een greep uit het sportakkoord dat minister Bruno Bruins (Sport)heeft gesloten met de sport, gemeenten en maatschappelijke organisaties en bedrijven. Het is de eerste keer dat zoveel partijen zijn samengebr...

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1-8-2017

Withdrawal of one more batch of counterfeit packs of the schizophrenia medicine Xeplion 150 mg

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Counterfeit packs of the schizophrenia medicine Xeplion 150 mg

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One German and several Danish parallel importers and the Danish Medicines Agency have withdrawn several batches of Xeplion 150 mg from wholesale distributors, hospitals and pharmacies, because the batches contained counterfeit packs.

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6-4-2017

More batches of EpiPen® are withdrawn

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MEDA has decided to withdraw four more batches of EpiPen®. The withdrawal concerns two batches of EpiPen® 300 micrograms/dose and two batches of EpiPen® Jr 150 micrograms/dose. The latter is used for acute hypersensitivity reactions in children. The reason for the withdrawal is that there is a risk that the auto-injector does not work.

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Kalydeco® 150 mg Filmtabletten

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11-10-2018

Cuprior 150 mg Filmtabletten

Rote - Liste

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Tybost® 150 mg Filmtabletten

Rote - Liste

20-8-2018

Zykadia 150 mg Hartkapseln

Rote - Liste

3-8-2018

Xolair® 150 mg Injektionslösung

Rote - Liste

3-8-2018

Pradaxa® 150 mg Hartkapseln

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EU/3/15/1590 (Active substance: Recombinant human monoclonal IgG1 antibody against programmed death ligand-1) - Transfer of orphan designation - Commission Decision (2018)4088 of Wed, 27 Jun 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMA/OD/150/15/T/02

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Tasigna® 150 mg Hartkapseln

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EU/3/14/1383 (Active substance: Single-chain urokinase plasminogen activator) - Transfer of orphan designation - Commission Decision (2018)3150 of Fri, 18 May 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMA/OD/125/14/T/01

Europe -DG Health and Food Safety

21-3-2018

EU/3/16/1763 (IQVIA RDS Ireland Limited)

EU/3/16/1763 (IQVIA RDS Ireland Limited)

EU/3/16/1763 (Active substance: Tadekinig alfa) - Transfer of orphan designation - Commission Decision (2018)1825 of Wed, 21 Mar 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMA/OD/150/16/T/01

Europe -DG Health and Food Safety