Novothyral

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Novothyral Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • liothyroninum natricum 20 µg, levothyroxinum natricum anhydricum 100 µg als levothyroxinum natricum, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Novothyral Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Euthyreote Struma, Hypothyreose; als Adjuvans zu einem Thyreostatikum bei Hyperthyreose

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 37716
  • Berechtigungsdatum:
  • 01-06-1973
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Novothyral®

Merck (Schweiz) AG

Was ist Novothyral und wann wird es angewendet?

Novothyral enthält die synthetischen Schilddrüsenhormone Levothyroxin und Liothyronin. Diese

Hormone sind mit den von der Schilddrüse gebildeten Hormonen identisch. Novothyral entlastet die

Schilddrüse von der Produktion der Schilddrüsenhormone, wodurch eine Verkleinerung des Kropfs

erreicht wird. Bei Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenentzündung sowie nach einer

Schilddrüsenoperation ersetzt Novothyral die von der Schilddrüse nicht oder vermindert produzierten

Hormone. Bei Schilddrüsenüberfunktion kann Novothyral gemeinsam mit einem Mittel zur

Hemmung der Schilddrüsenfunktion (Thyreostatikum) eingenommen werden, um eine stabilere

Stoffwechsellage zu gewährleisten. Die bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen oft auftretenden

Symptome wie Antriebsarmut, Leistungsabfall, Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Veränderungen

von Haut und Haaren oder Verstopfung werden durch die Behandlung mit Novothyral beseitigt.

Novothyral darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Novothyral nicht angewendet werden?

Bei Überfunktion der Schilddrüse. Ausnahme: als Begleittherapie bei Einnahme eines Arzneimittels

zur Hemmung einer Schilddrüsenüberfunktion (nach Erreichen der normalen Stoffwechsellage).

Bei akutem Herzinfarkt, Schmerzen und Engegefühl in der Brust (Angina pectoris), übermässig

rascher oder unregelmässiger Schlagfolge des Herzens, akuter Entzündung des Herzmuskels oder der

Herzwand, sowie bei unbehandelten Funktionsstörungen der Nebennierenrinde oder der Hypophyse

darf Novothyral nicht angewendet werden. Bei Schilddrüsenüberfunktion während der

Schwangerschaft darf Novothyral nicht zusammen mit einem Mittel zur Hemmung der

Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatikum) eingenommen werden.

Novothyral darf nicht zur Gewichtsreduktion eingenommen werden. Bei Patienten mit einer

normalen Schilddrüsenfunktion zeigt Novothyral keine gewichtsvermindernde Wirkung. Höhere

Dosen können schwere oder sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen verursachen.

Bei bekannter Überempfindlichkeit auf Levothyroxin, Liothyronin, Laktose oder auf einen anderen

Hilfsstoff darf Novothyral nicht angewendet werden.

Wann ist bei der Einnahme von Novothyral Vorsicht geboten?

Informieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Ärztin falls Sie an anderen Krankheiten leiden. Da

Novothyral Laktose enthält, ist Vorsicht geboten, falls Sie auf Laktose überempfindlich sind.

Folgende Arzneimittel können die Wirkung von Novothyral verändern

Mittel gegen epileptische Anfälle (z.B. Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate), Antibiotika (z.B.

Rifampicin), Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Erkrankungen (wie Johanniskraut),

Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen, Schmerzmittel, Wassertreibende Arzneimittel,

Blutverdünner, Arzneimittel gegen HIV-Infektionen (vom Typ Proteasehemmer), Arzneimittel zur

Behandlung von Krebserkrankungen (vom Typ Tyrosinkinasehemmer).

Eine gleichzeitige Einnahme von Orlistat (einem Arzneimittel zur Gewichtsabnahme) kann die

Wirkung von Novothyral verringern. Gegebenenfalls muss Ihr Arzt/Ihre Ärztin die Dosierung von

Novothyral anpassen.

Colestyramin oder Colestipol gegen erhöhte Cholesterinspiegel (Lipidsenker) können die Aufnahme

von Novothyral aus dem Darm hemmen und sollten daher 4-5 Stunden nach Novothyral

eingenommen werden.

Aluminium- und calciumhaltige Arzneimittel gegen Magenübersäuerung oder Sodbrennen,

Eisenpräparate zum Einnehmen können die Aufnahme von Novothyral aus dem Darm hemmen und

sollten deshalb mindestens 2 Stunden nach Novothyral eingenommen werden.

Wenn Sie erstmals Östrogene («Pille» oder Hormonersatztherapie nach der Menopause) einnehmen

oder das Arzneimittel wechseln, informieren Sie bitte Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin, da die Dosierung

von Novothyral gegebenenfalls angepasst werden muss.

Novothyral kann die Wirkung von folgenden Arzneimitteln verändern

Arzneimittel, welche die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels verbessern (Herzglykoside),

Kreislaufanregende Arzneimittel, Arzneimittel gegen Depressionen vom Typ trizyklische

Antidepressiva.

Blutzuckersenkende Arzneimittel (Antidiabetika): Der Blutzuckerspiegel ist regelmässig zu

kontrollieren. Unter Umständen wird Ihr Arzt resp. Ihre Ärztin die Dosis des blutzuckersenkenden

Arzneimittels anpassen.

Blutverdünner: Eine regelmässige Kontrolle der Blutgerinnung ist erforderlich.

Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln

Sojaprodukte können die Aufnahme von Novothyral verringern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt resp.

Ihrer Ärztin falls Sie regelmässig Sojaprodukte konsumieren.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Novothyral während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen sollte insbesondere während der Schwangerschaft und

Stillzeit konsequent fortgesetzt und kontrolliert werden. Es wird jedoch empfohlen, die Behandlung

während einer Schwangerschaft mit einem Arzneimittel, das nur Levothyroxin enthält, fortzuführen.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird entscheiden, welches Schilddrüsenhormonpräparat und in welcher

Dosierung Sie während einer Schwangerschaft oder während der Stillzeit einnehmen müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt, Ihre Ärztin, wenn Sie eine Schwangerschaft planen, resp. schwanger sind

oder stillen.

Wie verwenden Sie Novothyral?

Allgemeine Dosierungsanweisungen

Eine erfolgreiche Behandlung setzt die regelmässige Einnahme des Arzneimittels nach Vorschrift

des behandelnden Arztes resp. der behandelnden Ärztin voraus. Falls trotz mehrwöchiger

Tabletteneinnahme die bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen auftretenden Krankheitszeichen

weiter bestehen, sollte der Arzt bzw. die Ärztin aufgesucht werden, der/die gegebenenfalls über eine

Erhöhung der Dosis entscheiden wird.

Sie sollten die gesamte Tagesdosis morgens nüchtern, ½ Stunde vor dem Frühstück, unzerkaut mit

etwas Flüssigkeit einnehmen. Falls nötig, können die Tabletten, welche mit einer Bruchrille versehen

sind, geteilt werden.

Übliche Dosierung

Die nachstehenden Dosierungsangaben dienen als Richtlinien. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen

jedoch auch eine höhere oder niedrigere Dosis verordnen.

Schilddrüsenunterfunktion:

Zu Beginn der Behandlung: ¼ - ½ Tablette täglich (während 8 Tagen). Erhöhung der Tagesdosis in

Abständen von 2 Wochen oder länger, gemäss Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin, um jeweils ¼

- ½ Tablette bis zum Erreichen der Erhaltungsdosis.

Erhaltungsdosis für Erwachsene und Jugendliche (12 bis 18 Jahre): ½ - 2 Tabletten täglich.

Kinder 1 bis 3 Jahre: ½ Tablette täglich.

Kinder 3 bis 7½ Jahre: ¾ Tablette täglich.

Kinder 7½ bis 12 Jahre: ¾ - 1 Tablette täglich.

Kropf (euthyreote Struma):

Erwachsene: ½ - 2 Tabletten täglich.

Verhinderung eines erneuten Kropfwachstums nach Kropfoperation:

Erwachsene im Allgemeinen: 1 Tablette täglich.

Jugendliche (12 bis 18 Jahre): ½ - 1 Tablette täglich.

Kinder: ¼ - ½ Tablette täglich.

Bei gleichzeitiger Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion mit einem Arzneimittel zur Hemmung

der Schilddrüsenfunktion:

½ - 1 Tablette Novothyral täglich.

Vorgehen bei vergessenen Tabletten

Haben Sie versehentlich an einem Tag die Einnahme von Novothyral vergessen, so nehmen Sie am

folgenden Tag nur die von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verordnete normale Tagesdosis ein.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Novothyral haben?

Vor allem bei zu hoher Dosierung oder bei zu schneller Steigerung der Dosis zu Beginn der

Behandlung können folgende Nebenwirkungen auftreten: übermässig rascher Herzschlag

(Tachykardie), Herzrhythmusstörungen, Schmerzen im Brustkorb (Angina pectoris), innere Unruhe,

vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Zittern, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit,

psychische Störungen mit Verlust des Realitätsbezuges. In diesen Fällen sollten Sie Rücksprache mit

dem Arzt oder der Ärztin nehmen. Unter Umständen wird Ihre Therapie geändert.

Es wurde über allergische Reaktionen wie Gesichts- oder Halsschwellung (Angioödem) berichtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt,

Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Novothyral soll ausserhalb der Reichweite von Kindern, bei Temperaturen nicht über 25 °C und zum

Schutz vor Feuchtigkeit sowie vor direkter Sonneneinstrahlung in der Originalverpackung gelagert

werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Novothyral enthalten?

1 Tablette enthält 100 µg Levothyroxin-Natrium, 20 µg Liothyronin-Natrium, Laktose und andere

Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

37716 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Novothyral? Welche Packungen sind erhältlich?

Sie erhalten Novothyral in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es sind Packungen mit 100 teilbaren Tabletten erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.