Navelbine

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Navelbine Lösung für intravenöse Injektion/Infusion
  • Darreichungsform:
  • Lösung für intravenöse Injektion/Infusion
  • Zusammensetzung:
  • vinorelbinum 10 mg ut vinorelbini tartras (1:2), aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.


    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Navelbine Lösung für intravenöse Injektion/Infusion
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Zytostatikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 51783
  • Berechtigungsdatum:
  • 27-12-1995
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Neue Indikation: Monotherapie

Navelbine®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Vinorelbinum ut Vinorelbini tartras.

Hilfsstoffe

Navelbine Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung:

Wasser für Injektionszwecke.

Navelbine Weichkapseln: Excipiens pro capsula.

Ethanol 99,5%, gereinigtes Wasser, Glycerol, Macrogol 400, Gelatine, Glycerol 85%, D-Mannitol-

D-Glucitol-Sorbitan-höhere Polyole-Gemisch, Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172),

Titandioxid (E 171), mittelkettige Triglyceride, (3-sn-Phosphatidyl)cholin aus Sojabohnen,

Mono- und Diglyceride aus Sonnenblumen, Ölsäure, Palmitoylascorbinsäure (Ph.Eur.), a-

Tocopherol, Carminsäure (E 120), Hypromellose, Propylenglycol, Aluminiumchlorid Hexahydrat,

Natriumhydroxid und Isopropanol.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Stechampullen zu 10 mg/1 ml und 50 mg/5 ml.

Weichkapseln zu 20 und 30 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms in Kombination mit einem Platinderivat

(z.B. Cisplatin).

Monotherapie des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (Stadium 3 oder 4) bei Patienten mit

reduziertem Allgemeinzustand, welche sich nicht für ein Platinum-Doublet oder eine zielgerichtete

Therapie eignen. Der Nutzen einer zielgerichteten Therapie soll bei der Behandlung von Patienten

mit z.B. ALK Mutation oder EGFR Aktivierung abgeklärt werden.

Behandlung des fortgeschrittenen oder metastasierenden Mammakarzinoms in Monotherapie oder in

Kombination mit Capecitabin nach Versagen einer Therapie mit Anthrazyklinen und Taxanen oder

falls Anthrazykline und Taxane nicht angezeigt sind.

Dosierung/Anwendung

Navelbine soll nur von Ärzten mit Erfahrung in der Chemotherapie angewendet werden. Im

Allgemeinen richten sich die Dosierungshinweise zu Behandlungsdauer und -intervall nach dem

Zustand des Patienten und dem gewählten Therapieschema des behandelnden Arztes.

Navelbine Konzentrat zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung wird nach Verdünnung als

langsame Bolusinjektion oder als Kurzinfusion intravenös verabreicht (siehe auch «Sonstige

Hinweise/Hinweise für die Handhabung»).

Navelbine Weichkapseln sind mit Wasser zu schlucken ohne die Weichkapseln dabei zu kauen oder

zu lutschen. Es wird empfohlen, unmittelbar vor oder nach der Einnahme von Navelbine

Weichkapseln etwas Nahrung zu sich zu nehmen (siehe auch «Sonstige Hinweise/Hinweise für die

Handhabung»).

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom - Monotherapie (i.v. oder oral)

Bei intravenöser Monotherapie beträgt die übliche Dosierung 30 mg/m² pro Woche über 6 Zyklen.

Bei oraler Monotherapie beträgt die übliche Dosierung 60-80 mg/m² pro Woche über 6 Zyklen,

wobei mit 60 mg/m² pro Woche begonnen wird. Nach der dritten Anwendung wird unter

Berücksichtigung der Neutrophilenzahl eine Erhöhung der Dosis auf 80 mg/m² pro Woche

empfohlen (siehe auch «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom - Navelbine (i.v. und oral) in Kombination mit Cisplatin

Erstdosis von Navelbine i.v. 25 mg/m² mit Cisplatin 100 mg/m² an Tag 1, gefolgt von Navelbine oral

60 mg/m² an Tag 8, 15 und 22. Dieser Zyklus kann alle 4 Wochen wiederholt werden. Gestützt durch

Literaturdaten kann die Applikationsfrequenz von Navelbine adaptiert werden, z.B. Tag 1 und 8 jede

dritte Woche entsprechend den Behandlungsprotokollen, die sich in der Therapie der Erkrankung als

wirksam erwiesen haben.

Mammakarzinom - Monotherapie (i.v. oder oral)

Bei intravenöser Monotherapie beträgt die übliche Dosierung 25–30 mg/m² pro Woche, über im

Allgemeinen 6 Zyklen.

Bei oraler Monotherapie beträgt die übliche Dosierung 60-80 mg/m² pro Woche über im

Allgemeinen 6 Zyklen, wobei mit 60 mg/m² pro Woche begonnen wird. Nach der dritten

Anwendung wird unter Berücksichtigung der Neutrophilenzahl eine Erhöhung der Dosis auf 80

mg/m² pro Woche empfohlen (siehe auch «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Mammakarzinom - Navelbine (i.v. und oral) in Kombination mit Capecitabin

Während der ersten Anwendung sollte Navelbine i.v. verabreicht werden, anschliessend kann auf

Weichkapseln 60-80 mg/m²/Woche gewechselt werden. Gestützt durch Literaturdaten kann auch mit

einer oralen Navelbine-Anwendung begonnen werden, z.B. Tag 1 und 8 jede dritte Woche

entsprechend den Behandlungsprotokollen, die sich in der Therapie der Erkrankung als wirksam

erwiesen haben (siehe auch «Eigenschaften/Wirkungen»).

Maximale Dosis (i.v.)

Maximale verträgliche Dosis: 35,4 mg/m².

Maximale Einzeldosis: 60 mg.

Maximale Dosis (oral)

Die maximal zulässige Gesamtdosis von 120 mg/Woche bei einer Dosierung von 60 mg/m² und von

160 mg/Woche bei einer Dosierung von 80 mg/m² sollte auch bei Patienten mit einer

Körperoberfläche von ≥ 2 m2 niemals überschritten werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Hämatologie: Die Behandlung muss unter strenger hämatologischer Überwachung des Patienten

durchgeführt werden. Dies ist vor jeder Verabreichung zu beachten. Im Falle einer Granulozytopenie

(Neutrophile <1’500/mm³) und/oder Thrombozytopenie (Blutplättchen <100’000/mm³) muss die

Verabreichung bis zur Normalisierung der Werte aufgeschoben und der Patient entsprechend

überwacht werden.

Monotherapie mit Navelbine oral:

·Für die ersten drei Anwendungen beträgt die Dosierung 60 mg/m2 einmal pro Woche. Nach der

dritten Anwendung wird eine Erhöhung der Dosis auf 80 mg/m² einmal pro Woche empfohlen.

Ausgenommen sind Patienten, bei denen die Neutrophilenzahl während der ersten 3 Gaben von 60

mg/m² pro Woche auf unter 500/mm3 oder mehr als einmal auf Werte zwischen 500 und 1‘000/mm3

abfiel; bei diesen Patienten darf keine Erhöhung der Dosis auf 80 mg/m2 erfolgen.

·Fällt die Neutrophilenzahl während der Behandlung mit 80 mg/m2 pro Woche auf Werte zwischen

500 und 1‘000/mm³ ist die Verabreichung der nächsten Dosis bis zur Erholung des

Neutrophilenwertes zu verschieben und die Dosis für die nächsten 3 Anwendungen von 80 mg/m2

auf 60 mg/m2 pro Woche zu reduzieren. Die Dosis kann wieder von 60 mg/m2 auf 80 mg/m² pro

Woche erhöht werden, wenn – wie für die ersten drei Anwendungen festgelegt – die

Neutrophilenzahl während den letzten 3 Dosen zu 60 mg/m² pro Woche nicht unter 500/mm3 oder

nicht mehr als einmal auf Werte zwischen 500 und 1‘000/mm3 abfiel.

Kombinationstherapien mit Navelbine oral:

Bei Kombinationen mit anderen anti-tumoralen Medikamenten ist die exakte Dosierung den

Behandlungsprotokollen zu entnehmen, die sich in der Therapie der Erkrankung als wirksam

erwiesen haben. Gestützt durch Literaturdaten kann Navelbine oral im Rahmen von

Kombinationstherapien mit folgendem Therapieschema angewendet werden: 60 mg/m2 an den

Tagen 1 und 8 im ersten 3-Wochen Zyklus, danach Erhöhung auf 80 mg/m2 an den Tagen 1 und 8

für die folgenden 3-Wochen-Zyken, soweit die hämatologischen Parameter diese Dosiserhöhung

zulassen (siehe auch «Monotherapie mit Navelbine oral»).

Leberfunktionsstörungen durch Metastasen:

Navelbine i.v.:

Bei Patienten mit Bilirubin >2 des Normalwerts und Transaminasen >5 des Normalwerts wird

empfohlen, die Dosis von Navelbine um 1/3 zu reduzieren (siehe «Pharmakokinetik»). Bei Gabe von

CYP3A4-Inhibitoren ist insbesondere eine vorsichtige Dosierung notwendig.

Navelbine oral:

Navelbine Weichkapseln können bei Patienten mit geringgradiger Leberfunktionsstörung (Bilirubin

< 1,5 x obere Grenze des Normbereichs (OGN) und GPT und/oder GOT zwischen 1,5 und 2,5 x

OGN) mit der Standarddosis von 60 mg/m² Körperoberfläche (KOF) / Woche angewendet werden.

Bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung (Bilirubin zwischen 1,5 und 3 x OGN,

unabhängig vom GOT- und GPT-Wert) sollten Navelbine Weichkapseln mit einer Dosis von 50

mg/m² KOF/Woche angewendet werden.

Niereninsuffizienz: Weil Vinorelbin nur zu einem kleinen Teil renal eliminiert wird, scheint eine

Dosisadaption bei Niereninsuffizienz nicht notwendig. Bis zum Vorliegen von klinischen Studien bei

Niereninsuffizienz ist Vinorelbin mit Vorsicht anzuwenden.

Geriatrie: Bei älteren Patienten sollte vorsichtig behandelt werden.

Pädiatrie: Da bisher keine Erfahrungen zur Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern und

Jugendlichen vorliegen, wird eine Anwendung nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Vinorelbin, anderen Vinca-Alkaloiden oder einen der Hilfsstoffe;

Neutrophilenwerte <1‘500/mm³; schwere Infektionen (akute oder innerhalb der letzten 2 Wochen);

Thrombozytopenie (<100’000/mm³); schwere Leberinsuffizienz; Schwangerschaft und Stillzeit

(siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»); nicht operierbares nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom, das

eine Langzeit-Sauerstofftherapie benötigt; Erkrankungen, die die Resorption stark beeinträchtigen

(bei oraler Form); vorangegangene erhebliche Resektion von Magen oder Dünndarm (bei oraler

Form); gleichzeitige Gabe mit dem Gelbfieber-Impfstoff.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Behandlung soll unter strikter hämatologischer Überwachung des Patienten erfolgen

(Bestimmung des Hämoglobins, Zählung der Leukozyten, Granulozyten und Thrombozyten vor

jeder erneuten Verabreichung; siehe «Dosierung/Anwendung»).

Aufgrund einer Chemotherapie-bedingten Thrombozytopenie sollte bei Patienten, die mit oralen

Blutgerinnungshemmern behandelt werden, die Häufigkeit der Kontrolle des INR-Wertes

(International Normalized Ratio) erhöht werden.

Aufgrund des neurotoxischen Potentials von Vinorelbin ist bei der Behandlung von Patienten mit

Erkrankungen des zentralen und des peripheren Nervensystems Vorsicht geboten.

Navelbine darf nicht verabreicht werden, wenn gleichzeitig mit der Chemotherapie bestrahlt wird

und das Bestrahlungsfeld die Leber einschliesst.

Wenn bei einem Patienten Anzeichen einer Infektion auftreten, ist eine sofortige diagnostische

Abklärung erforderlich.

Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten mit anamnestisch bekannter ischämischer

Herzerkrankung geboten.

Wenn innerhalb weniger Stunden nach Einnahme der Navelbine Weichkapseln Erbrechen eintritt,

soll in dieser Woche keine weitere Einnahme erfolgen. Eine antiemetische Behandlung (z. B. mit

oralen 5-HT3-Antagonisten wie Odansetron oder Granisetron) kann das Erbrechen reduzieren.

Patienten mit einer Fructose-Intoleranz sollten Navelbine Weichkapseln wegen des enthaltenen

Sorbitols nicht einnehmen. Für diese Patienten steht Navelbine zur intravenösen Verabreichung zur

Verfügung.

Navelbine Lösung für intravenöse Injektion/Infusion muss strikt intravenös verabreicht werden

(siehe «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung»).

Attenuierte Lebendimpfstoffe: Nicht empfehlenswert ist die gleichzeitige Anwendung von

attenuierten Lebendimpfstoffen, da das Risiko einer möglicherweise tödlich verlaufenden

Impfkrankheit besteht. Es wird empfohlen, in diesem Fall einen inaktivierten Impfstoff zu

verwenden.

Bei japanischen Populationen wurde häufiger von interstitiellen Lungenerkrankungen berichtet.

Diese spezifische Bevölkerung sollte mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet werden.

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen durch Metastasen ändert sich die Pharmakokinetik von

Navelbine. Für Dosisanpassungen bei diesen speziellen Patientengruppen siehe Abschnitt

«Dosierung/Anwendung».

Interaktionen

Gleichzeitige Anwendung sorgfältig abwägen:

Die gleichzeitige Verwendung von Ciclosporin und Tacrolimus muss sorgfältig abgewogen werden,

da es zu einer exzessiven Immundepression mit dem Risiko einer Lymphoproliferation kommen

kann.

Phenytoin: Es besteht das Risiko einer erneuten Verschlimmerung der Konvulsionen, da die

Absorption des Phenytoins durch das zytotoxische Arzneimittel vermindert wird. Zudem besteht das

Risiko eines Wirksamkeitsverlustes des zytotoxischen Arzneimittels, da der hepatische

Metabolismus durch Phenytoin gesteigert wird.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Vinorelbin und anderen myelotoxischen Arzneimitteln besteht

die Gefahr einer verstärkten Myelosuppression.

Mitomycin C: Wie bei allen Vinca-Alkaloiden, muss die gleichzeitige Verwendung von Mitomycin

C sorgfältig abgewogen werden, da das Risiko des Auftretens eines Bronchospasmus oder einer

Dyspnoe steigt. In seltenen Fällen wurde eine interstitielle Pneumonie beobachtet.

Vinca-Alkaloide sind Substrate des P-Glycoproteins. Obwohl hierzu keine spezifischen Studien

vorliegen, sollte bei gleichzeitiger Anwendung von Navelbine Weichkapseln und starken

Modulatoren dieses Membrantransporters (z.B. Ritonavir, Clarithromycin, Cyclosporin, Verapamil,

Chinidin, oder die unten aufgeführte Auflistung der CYP3A4-Induktoren) Vorsicht geübt werden.

CYP3A4 ist das wichtigste am Abbau von Vinorelbin beteiligte Enzym und die Kombination mit

einem Wirkstoff, der dieses Iso-Enzym induziert (wie Phenytoin, Phenobarbital, Rifampicin,

Carbamazepin, Hypericum perforatum) oder hemmt (wie Itraconazol, HIV-Protease-Inhibitoren,

Erythromycin, Clarithromycin, Telithromyin, Nefazodon) kann die Konzentration von Vinorelbin

beeinflussen.

In einer klinischen Phase-I-Studie mit intravenösem Vinorelbin in Verbindung mit Lapatinib zeigte

sich eine erhöhte Inzidenz für Grad 3/4 Neutropenie. Diese Art der Kombination sollte mit Vorsicht

verabreicht werden.

Die Pharmakokinetik von Vinorelbin wird durch die Kombination mit Antiemetika wie 5-HT3-

Antagonisten (z.B. Ondansetron oder Granisetron) nicht beeinflusst.

Eine Interaktion mit Vitamin K-Antagonisten (beispielsweise Phenprocoumon und Acenocoumarol)

ist möglich und kann zu einer reduzierten Prothrombinzeit führen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Anwendung von Vinorelbin bei Schwangeren vor.

Navelbine zeigte im Tierversuch eine letale Wirkung auf Embryos und Föten und war teratogen.

Auf Grundlage der Ergebnisse aus Tierstudien und der pharmakologischen Wirkung des

Arzneimittels besteht das mögliche Risiko von embryonalen- und fetalen Missbildungen.

Navelbine ist daher während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode

anwenden. Falls eine Schwangerschaft währen der Behandlung auftritt, sollte die Patientin über das

Risiko für das ungeborene Kind aufgeklärt und sorgfältig überwacht werden.

Die Möglichkeit einer genetischen Beratung sollte erwogen werden.

Es ist nicht bekannt, ob Vinorelbin in die Muttermilch übergeht. Bei einer unerlässlichen

Anwendung von Navelbine während der Stillzeit sollte deshalb abgestillt werden (siehe

«Kontraindikationen»).

Männern, die mit Navelbine behandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung und bis zu

3 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn, wegen einer möglichen

irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Vinorelbin, über die Möglichkeit einer

Spermakonservierung beraten zu lassen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Betreffend die Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen wurden keine

entsprechenden Studien durchgeführt. Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen ist jedoch

beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Die Knochenmarkdepression ist der limitierende toxische Effekt. Sie führt hauptsächlich zu einer

Neutropenie mit einem Nadir am Tag 5 bis 7.

Navelbine i.v.

Die weiteren meist gemeldeten unerwünschten Wirkungen: Anämie, neurosensorische Störungen,

gastrointestinale Störungen mit Nausea, Erbrechen, Stomatitis und Obstipation, Erhöhung der

Leberwerte, Alopezie und lokale Phlebitis.

Navelbine oral

Die weiteren meist gemeldeten unerwünschten Wirkungen: Anämie und Thrombozytopenie sowie

gastrointestinale Störungen mit Nausea, Erbrechen, Diarrhoe, Stomatitis und Obstipation.

Müdigkeit und Fieber wurden auch öfters gemeldet. Mit Navelbine oral kann eine medulläre Aplasie

mit hepatischen Störungen assoziiert sein.

Im Folgenden sind die unerwünschten Wirkungen tabellarisch nach Organklasse mit

Häufigkeitsangaben aufgelistet:

„Sehr häufig“ (≥1/10), „häufig“ (<1/10, ≥1/100), „gelegentlich“ (<1/100, ≥1/1000), „selten“

(<1/1000, ≥1/10‘000), „sehr selten“ (<1/10‘000):

Organklasse

Navelbine i.v.

Navelbine oral

Infektionen

Sehr häufig: Bakterielle, virale oder

fungale Infektionen an

verschiedenen Lokalisierungsorten

wie z.B. bronchopulmonale,

gastrointestinale, urologische und

Sehr häufig: Bakterielle, virale oder

fungale Infektionen ohne Neutropenie

an verschiedenen Lokalisierungsorten

wie z.B. bronchopulmonale,

gastrointestinale, urologische und

opportunistische Infektionen

(12,4%)

Gelegentlich: Schwere Sepsis mit

Organversagen und Septikämie

Sehr selten: Komplizierte

Septikämie mit möglicherweise

tödlichem Verlauf

Einzelfälle: Neutropenische Sepsis

opportunistische Infektionen (12,7%;

G3-4: 4,4%)

Häufig: Virale, bakterielle oder durch

Pilze verursachte Infektionen, bedingt

durch eine Knochenmarkdepression

oder eine Beeinträchtigung des

Immunsystems (bedingt durch eine

Neutropenie); diese sind

normalerweise unter adäquater

Behandlung reversibel.

Neutropenische Infektionen (G3-4:

3,5%)

Einzelfälle: Neutropenische Sepsis,

komplizierte Septikämie mit

möglicherweise tödlichem Verlauf

Blut und Lymphsystem

Sehr häufig:

Knochenmarkdepression, die

hauptsächlich zu einer Neutropenie

führt (77%; G3: 24,3%; G4: 27,8%),

Anämie (68,6%; G3-4: 7,4%)

Häufig: Thrombozytopenie (G3-4:

2,5%)

Einzelfälle: Febrile Neutropenie,

Panzytopenie

Sehr häufig: Knochenmarkdepression,

die hauptsächlich zu einer

Neutropenie führt (71,5%; G3: 21,8%;

G4: 25,9%), Anämie (74,3%; G3-4:

4,8%), Thrombozytopenie (G1-2:

10,8%), Leukopenie (70,6%; G3:

24,7%; G4: 6%)

Häufig: Neutropenie mit Fieber (G4:

2,8%)

Einzelfälle: Medulläre Aplasie mit

hepatischen Störungen (bei

Überdosierung)

Immunsystem

Häufig: Systemische allergische

Reaktionen wie anaphylaktischer

Schock, Anaphylaxie, Angioödem

oder anaphylaktoide Reaktionen

Endokrine

Erkrankungen

Einzelfälle: Syndrom der gestörten

ADH-Sekretion (SIADH)

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Selten: Schwere Hyponatriämie

Einzelfälle: Anorexie

Einzelfälle: Schwere Hyponatriämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Häufig: Insomnie (G1-2: 2,8%)

Nervensystem

Sehr häufig: periphere Neuropathien

(23,4%; G3-4: 2,7%) einschließlich

Verschwinden der Sehnenreflexe

und Schwäche in den unteren

Extremitäten nach längerer

Anwendung

Gelegentlich: Schwere Parästhesien

mit sensorischen und motorischen

Symptomen

Diese Effekte sind meist mild und

reversibel

Sehr häufig: Neurosensorische

Störungen (G1-2: 11,1%) im

Allgemeinen auf den Verlust der

tiefen Sehnenreflexe beschränkt

Häufig: Neuromotorische Störungen

(G1-4: 9,2%; G3-4: 1,3%),

Kopfschmerzen (G1-4: 4,1%; G3-4:

0,6%), Schwindel (G1-4: 6%; G3-4:

0,6%), Geschmacksstörungen (G1-2:

3,8%)

Sehr selten: Ataxie

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen (G1-2: 1,3%)

Herz

Selten: Ischämische kardiale

Ereignisse (Angina pectoris,

Myokardinfarkt manchmal tödlich)

Sehr selten: Tachykardie,

Palpitationen und

Herzrhythmusstörungen

Gelegentlich: Herzinsuffizienz und

Herzrhythmusstörungen

Einzelfälle: Myokardinfarkt bei

Patienten mit kardiovaskulärer

Vorgeschichte oder kardiovaskulären

Risikofaktoren

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Hypotonie,

Hypertonie, Flush und Kälte der

Extremitäten

Selten: Schwere Hypotonie, Kollaps

Häufig: Hypertonie (G1-4: 2,5 %; G3-

4: 0,3%), Hypotonie (G1-4: 2,2%; G3-

4: 0,6%)

Atmungsorgane

Gelegentlich: Atemnot und

Bronchospasmus (Mono- und

Kombinationstherapie)

Selten: Interstitielle Pneumonien,

manchmal tödlich

Häufig: Dyspnoe (G1-4: 2,8%; G3-4:

0,3%), Husten (G1-2: 2,8%)

Gastrointestinale

Störungen

Sehr häufig: Stomatitis (G1-4: 15%

bei Monotherapie), Nausea und

Erbrechen (30,4%; G3-4: 2,2%),

Obstipation (24,5%; G3-4: 2,7%)

Häufig: Durchfall

Selten: Pankreatitis, paralytischer

Ileus

Sehr häufig: Nausea (G1-4: 74,7%;

G3-4: 7,3%), Erbrechen (G1-4:

54,7%; G3-4: 6,3%), Durchfall (G1-4:

49,7%; G3-4: 5,7%), Anorexie (G1-4:

38,6%; G3-4: 4,1%), Obstipation (G1-

4: 19%; G3-4: 0,9%), Stomatitis (G1-

4: 10,4%; G3-4: 0,9%),

Bauchschmerzen (G1-4: 14,2%)

Häufig: Oesophagitis (G1-3: 3,8%;

G3: 0,3%), Dysphagie (G1-2: 2,3%)

Gelegentlich: Paralytischer Ileus (G3-

4: 0,9%)

Einzelfälle: Gastrointestinale

Blutungen

Leber und Galle

Sehr häufig: Erhöhung von SGOT

(27,6%) und SGPT (29,3%)

Selten: Erhöhung der Leberwerte

Haut

Sehr häufig: Alopezie (25,1%; G3-4:

4,1%)

Selten: Hautreaktionen

Einzelfälle: Palmoplantares

Erythrodysästhesie-Syndrom

Sehr häufig: Alopezie (G1-2: 29,4%)

Selten: Generalisierte Hautreaktionen

(G1-2: 5,7%)

Muskelskelettsystem

Häufig: Arthralgien inkl.

Kieferschmerzen, Myalgie,

Thoraxschmerzen

Häufig: Arthralgien inkl.

Kieferschmerzen, Myalgie (G1-4: 7%;

G3-4: 0,3%)

Niere und Harnwege

Häufig: Dysurie (G1-2: 1,6%), andere

urogenitale Störungen (G1-2: 1,9%)

Allgemeine Störungen

und Reaktionen an der

Applikationsstelle

Sehr häufig: Nach wiederholter

intravenöser Verabreichung Brennen

an der Einstichstelle, Verfärbung der

Vene und lokale Phlebitis (G3-4:

3,7%)

Häufig: Asthenie, Müdigkeit,

Fieber, Schmerzen an verschiedenen

Stellen einschliesslich thorakaler

und Tumorschmerzen

Selten: Lokale Nekrose

Sehr häufig: Müdigkeit/Unwohlsein

(G1-4: 36,7%; G3-4: 8,5%), Fieber

(G1-4: 13%; G3-4: 12,1%)

Häufig: Schmerzen einschliesslich

Tumorschmerzen (G1-4: 3,8%; G3-4:

0,6%). Schüttelfrost (G1-2: 3,8%)

Untersuchungen

Sehr häufig: Gewichtsverlust (G1-4:

25%; G3-4: 0,3%)

Häufig: Gewichtszunahme (G1-2:

1,3%)

Überdosierung

Überdosierung mit Navelbine i.v. kann mit einer medullären Aplasie mit infektiöser Komplikation,

Fieber und eventuell paralytischem Ileus assoziiert sein. Überdosierung mit Navelbine Kapseln kann

mit einer medullären Aplasie und in manchen Fällen mit infektiöser Komplikation, Fieber und

eventuell paralytischem Ileus oder hepatischen Störungen assoziiert sein. Da ein spezifisches Antidot

nicht bekannt ist, sind bei jeder Überdosierung symptomatische Massnahmen angezeigt. Dazu

gehören:

·fortlaufende Kontrolle der Vitalzeichen und besonders sorgfältige Überwachung des Patienten,

·tägliches Blutbild, um die Notwendigkeit von Transfusionen bzw. einer intensivmedizinischen

Versorgung rechtzeitig erkennen und das Infektionsrisiko einschätzen zu können,

·Massnahmen zur Vorbeugung und Behandlung eines Ileus,

·Überwachung des Kreislaufsystems, Kontrolle der Leberfunktion.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01CA04

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Navelbine ist ein Zytostatikum aus der Klasse der Vinca-Alkaloide.

Ziel seiner Aktivität auf molekularer Ebene ist das dynamische Gleichgewicht zwischen Tubulin und

Mikrotubuli. Navelbine verhindert die Polymerisierung von Tubulin in der Mitose. Seine

spiralisierende Wirkung auf Tubulin ist weniger ausgeprägt als bei Vincristin. Navelbine blockiert

die Zellteilung von der G2- bis zur M-Phase. Dies führt in der Interphase oder bei der nachfolgenden

Mitose zum Zelltod.

Klinische Wirksamkeit

Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms

Die empfohlene Dosierung nach oraler Verabreichung wurde in einer multizentrischen,

randomisierten und kontrollierten Studie in der beantragten Dosierung untersucht. Es wurden 115

Patienten ohne vorgängige Chemotherapie mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem nicht-

kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) eingeschlossen. 77 Patienten erhielten Navelbine oral 60

mg/m² pro Woche während der ersten 3 Anwendungen und anschliessend 80 mg/m² pro Woche. 38

Patienten wurden mit Navelbine i.v. 30 mg/m² pro Woche behandelt. Gemäss unabhängigem Review

war die Ansprechrate in der ersten Gruppe 12% (95% Konfidenzintervall (KI) 5–19%), die mediane

Dauer des Ansprechens und das mediane Überleben waren 3,3 bzw. 9,4 Monate. Die Ansprechrate

für die Patienten, die Navelbine i.v. erhielten, war 11% (95%KI 1–20%), die mediane Dauer des

Ansprechens und das mediane Überleben waren 2,1 bzw. 7,9 Monate.

In einer nicht komparativen Studie wurde bei first-line Therapie die Kombination Vinorelbine mit

Cisplatin an 56 Patienten getestet mit zunächst einer i.v. Gabe von Navelbine 25 mg/m² und

Cisplatin 100 mg/m² am Tag 1 und anschliessend mit oraler Applikation von Navelbine 60 mg/m² an

den Tagen 8, 15 und 22. Dieser Zyklus wurde alle 4 Wochen wiederholt. Gemäss unabhängigem

Review betrug die Ansprechrate 30,4% (95%KI 18–42%). Die mediane Dauer des Ansprechens lag

bei 5,5 Monaten und das mediane Überleben bei 8,9 Monaten.

In einer Phase III Studie erhielten die Patienten als first-line Therapie randomisiert Cisplatin 80

mg/m2 mit Navelbine i.v. 30 mg/m2 an Tag 1 und Navelbine oral 80 mg/m2 an Tag 8 alle 3

Wochen, nach einem ersten Zyklus mit Navelbine i.v. 25 mg/m2 an Tag 1 und Navelbine oral 60

mg/m2 an Tag 8 (Arm A, 190 Patienten) oder Cisplatin 75 mg/m2 mit Docetaxel 75 mg/m2 an Tag 1

alle 3 Wochen (Arm B, 191 Patienten), für maximal sechs Zyklen in beiden Armen. Die mediane

Zeit bis zum Therapieversagen betrug 3,2 Monate (95%KI 3,0–4,2 Monate) in Arm A und 4,1

Monate (95%KI 3,5–4,5 Monate) in Arm B. Gemäss unabhängigem Review betrug die

Gesamtansprechrate in der Intention-to-Treat Population 27,4% (95%KI 21,2–34,2%) in Arm A und

27,2% (95%KI 21–34,2%) in Arm B. Die mediane Dauer des Ansprechens auf die Therapie lag bei

7,7 Monaten in Arm A und 7,4 Monaten in Arm B. Das mediane progressions-freie Überleben betrug

4,9 Monate vs. 5,1 Monate, das mediane Gesamtüberleben 9,9 Monate vs. 9,8 Monate in Arm A

bzw. Arm B.

Behandlung des Mammakarzinoms

Zur Kombinationstherapie mit Capecitabin wurden sechs Phase II Studien durchgeführt. Insgesamt

553 Patientinnen wurden in diese Studien eingeschlossen. 92 Patientinnen erhielten Navelbine oral

60 mg/m2 an den Tagen 1, 8 und 15 alle 3 Wochen. 115 Patientinnen erhielten Navelbine oral 60

mg/m2 an den Tagen 1 und 8 alle 3 Wochen. 148 Patientinnen erhielten Navelbine oral 80 mg/m2 an

den Tagen 1 und 8 alle 3 Wochen, nach einem ersten Zyklus mit Navelbine oral 60 mg/m2 an den

Tagen 1 und 8. Alle Patientinnen erhielten Capecitabin 1000 mg/m2 2-mal täglich an den Tagen 1 –

14, bei jeweils dreiwöchiger Zyklusdauer.

Es wurden Ansprechraten zwischen 20% und 56,5% (ITT) und 23,5% und 56,5% (PPT) gefunden.

Das mediane progressionsfreie Überleben war 3,4; 7,2; 7,6; 8,4; 8,4 und 10,5 Monate, das mediane

Gesamtüberleben 11,3; 17,5; 22,2; 25,8; 29,2 und 30,2 Monate.

Pharmakokinetik

Der Serumspiegel steigt proportional bis zu einer Dosis von 45 mg/m² nach intravenöser

Verabreichung und bis zu einer Dosis von 100 mg/m² nach oraler Gabe an.

Absorption

Navelbine wird nach oraler Verabreichung schnell resorbiert. Tmax liegt zwischen 1,5 und

3 Stunden, das Blutspiegelmaximum (Cmax) beträgt nach einer Dosis von 80 mg/m² ungefähr 130

ng/ml.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Vinorelbin beträgt ca. 43 ± 14% und wird von einer

gleichzeitigen Nahrungseinnahme nicht beeinflusst.

Orale Vinorelbin-Dosen von 60 und 80 mg/m² Körperoberfläche (KOF) führen zu vergleichbaren

Blutspiegeln wie jeweils 25 und 30 mg/m² KOF der intravenösen Darreichungsform. Von diesem

Umrechnungsverhältnis leiten sich die oralen Dosierungsempfehlungen ab. Darüber hinaus sind auf

dieser Grundlage zur Verbesserung der Patientenakzeptanz Kombinationsschemata mit

abwechselnden Verabreichungen von intravenösem und oralem Navelbine möglich.

Die interindividuelle Variabilität der Wirkstoffexposition ist nach oraler und intravenöser

Verabreichung etwa gleich.

Distribution

Der Wirkstoff wird im Organismus breit verteilt; das Verteilungsvolumen beträgt über 21,2 l/kg. Die

Bindung an Plasmaproteine ist niedrig (13,5%); dagegen wird Vinorelbin in hohem Grade an

Thrombozyten gebunden (78%).

Im Lungengewebe erreichen die Konzentrationen 300fach höhere Werte als im Serum. Vinorelbin

wurde im zentralen Nervensystem nicht nachgewiesen.

Metabolismus

Vinorelbin wird in der Leber in geringem Ausmass über CYP3A4 metabolisiert. Von den gebildeten

Metaboliten ist nur der Hauptmetabolit 4-O-Deacetylvinorelbin aktiv. Es wurden keine Glucuron-

oder Schwefelsäurekonjugate festgestellt.

Elimination

Die Blutkonzentrationen von Vinorelbine nehmen nach intravenöser Gabe triexponentiell ab. Die

terminale Halbwertszeit beträgt ca. 38 Stunden. Die Gesamtclearance von Vinorelbin ist hoch (0,72

l/h/kg) und entspricht der Leberdurchblutung. Vinorelbin wird vorwiegend biliär eliminiert,

hauptsächlich in unveränderter Form und in geringem Masse als Metaboliten. Die renale Elimination

ist gering (<20% der Dosis) und erfolgt im Wesentlichen in Form von unverändertem Vinorelbin.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Renale Insuffizienz

Die Auswirkung einer renalen Insuffizienz auf die Pharmakokinetik von Vinorelbin wurde nicht

untersucht. Aufgrund der geringen renalen Ausscheidung ist jedoch die Notwendigkeit einer

Dosisreduzierung bei Niereninsuffizienz nicht gegeben.

Hepatische Insuffizienz / Leberfunktionsstörungen durch Metastasen:

Untersuchungen an Patienten mit Lebermetastasen bei intravenöser und oraler Verabreichung

ergaben, dass eine Reduktion der Clearance von Vinorelbin erst bei sehr ausgeprägter Metastasierung

der Leber gefunden wird (75%). Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Bilirubin >2

des Normalwerts, OGN oder UNL) und Transaminasen >5 des Normalwerts (OGN oder UNL) war

die durchschnittliche Gesamtclearance etwa gleich wie bei Patienten mit normaler Leberfunktion.

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wird dennoch vorgeschlagen, die Dosis zu

reduzieren (siehe «spezielle Dosierungsanweisungen»).

Untersuchungen mit intravenösem und oralem Vinorelbin bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Child Pugh A-C liegen nicht vor.

Ältere Patienten

Eine Studie mit Navelbine bei 52 älteren Patienten (³ 70 Jahre) mit nicht kleinzelligem

Bronchialkarzinom ergab keinen Einfluss des Alters auf die Pharmakokinetik von Vinorelbin.

Aufgrund der allgemein höheren Sensibilität älterer Patienten ist bei der Erhöhung der Dosis von

Navelbine jedoch Vorsicht geboten.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Navelbine bei pädiatrischen Patienten ist nicht belegt.

Präklinische Daten

Vinorelbin wirkt in Modellsystemen in vitro und in vivo mutagen. Aufgrund der Störung der

Spindelfunktion während der Zellteilung werden Fehlteilungen von Chromosomen induziert

(Aneuploidien und Polyploidien), und es ist zu erwarten, dass derartige Wirkungen auch beim

Menschen auftreten.

In intravenösen Karzinogenitätsstudien an Maus und Ratte wurden Dosen bis 0,8 mg/kg Vinorelbin

alle 2 Wochen während 78–104 Wochen verabreicht. Die höhere Inzidenz von Adenomen der Leber

und der Harder’schen Drüse bei Mäusen und von Leukämien bei Ratten können als nicht

substanzbedingt gewertet werden.

Intravenöse Reprotoxstudien an Ratten wiesen nicht auf eigentliche Teratogenität, auf peri/postnatale

Toxizität oder auf Fertilitätsverminderung hin, währendem beim Kaninchen bei Maternaltoxizität

auch Missbildungen auftraten.

Die Toxizität nach wiederholter oraler Verabreichung von Vinorelbin an Ratten war geprägt durch

Anämie, Neutropenie und Lymphopenie. Eine Folge davon waren Hämorrhagien und Infektionen.

Erhöhte Leberenzyme korrelierten mit hepatozellulärer Nekrose und Entzündungen. Es wurden auch

gastrointestinale Läsionen beobachtet, wobei nicht alle morphologischen Veränderungen

Reversibilität zeigten. Der NOEL betrug in der subakuten oralen Studie 7,5 mg/kg und in der

subchronischen Ratten-Studie 3 mg/kg. Vergleichbare Symptome wurden auch beim Hund

beobachtet, mit einem NOEL von 0,25 mg/kg.

Mit anderen Vinca-Alcaloiden wurden Repolarisierungsstörungen am Herzen beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Navelbine Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung darf nicht mit alkalischen

Lösungen verdünnt (Gefahr der Ausfällung) und nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung»

aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit/Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum

verwendet werden.

Navelbine Weichkapseln sind im Kühlschrank (+2°C bis +8°C) in der Originalpackung

aufzubewahren.

Navelbine Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung ist im Kühlschrank (+2°C

bis +8°C) und vor Licht geschützt aufzubewahren.

Nicht Einfrieren.

Nach Anbruch Rest verwerfen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Nach Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung in Neutralglasflaschen, PVC und Polyethylenbeuteln

(siehe Hinweise für die Handhabung) wurde die chemisch-physikalische Stabilität für folgende

Zeiträume und Bedingungen nachgewiesen: 1 Tag bei Raumtemperatur (15-25°C) und

Lichteinwirkung oder 40 Tage bei Raumtemperatur (15-25°C) bzw. im Kühlschrank (2-8°C), jeweils

vor Licht geschützt.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer

und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der

gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen

erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.

Allfällige Reste verdünnter oder unverdünnter Lösung sind fachgerecht zu entsorgen.

Hinweise für die Handhabung

Navelbine Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung

Die Verabreichung muss unbedingt intravenös mittels eines Infusionsschlauchs erfolgen.

Navelbine kann als langsame Bolusinjektion (5 bis 10 Min.) in 20 bis 50 ml physiologischer

Kochsalzlösung oder Glucose 5% oder als Kurzinfusion (20 bis 30 Min.) in 125 ml physiologischer

Kochsalzlösung oder Glucose 5% verabreicht werden. Nach der Verabreichung sollte stets eine

gründliche Spülung der Vene mit dem Lösungsmittel (250 ml physiologische Kochsalzlösung

während 15 bis 30 Min.) vorgenommen werden.

Die einwandfreie Einführung der Injektionsnadel in die Vene ist von ausserordentlicher Wichtigkeit.

Falls Navelbine während der intravenösen Verabreichung in das paravenöse Gewebe infiltriert, kann

es zu schweren lokalen Reizungen oder nekrotisierenden Veränderungen kommen. Die

Verabreichung muss in diesem Falle unterbrochen, soviel Wirkstofflösung wie möglich aus dem

betroffenen Bezirk abgesaugt und Hyaluronidase infiltriert werden, bevor die restliche Navelbine-

Dosis in eine andere Vene verabreicht wird. In klinischen Studien musste bei ca. 75% der Patienten

ein Zentralvenenkatheter gelegt werden.

Navelbine ist kompatibel mit Infusionsbeuteln aus PVC oder Polyethylen oder Infusionsflaschen aus

neutralem, farblosem Glas. Navelbine zeigt eine mehr oder weniger ausgeprägte gelbliche Färbung,

die keinen Einfluss auf die Qualität des Präparats hat.

Navelbine Weichkapseln

Navelbine Weichkapseln sind nur für den oralen Gebrauch bestimmt und in einer kindergesicherten

Packung abgepackt.

Öffnung

1. Schneiden Sie den Blister entlang der schwarz gepunkteten Markierung mit einer Schere auf.

2. Entfernen Sie die weiche Plastikfolie.

3. Drücken Sie die Weichkapsel durch die Aluminiumfolie.

Beschädigte Weichkapseln dürfen nicht geschluckt werden, sondern sollten fachgerecht entsorgt

werden. Hat ein Patient versehentlich eine Weichkapsel zerkaut, sollte er den Mund mit Wasser oder

physiologischer Natriumchloridlösung gründlich ausspülen.

Hinweise betreffend Zytostatika

Bei der Handhabung von Navelbine Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung,

der Zubereitung von Lösungen und der Entsorgung sind die Richtlinien für Zytostatika zu beachten.

Die Vorbereitung und Verabreichung der Navelbine-Lösung sollen durch qualifiziertes Personal

erfolgen. Schwangere Frauen sollen mit dem Präparat nicht in Berührung kommen.

Die Vorbereitung der Navelbine-Lösung soll mit Schutzbrille, Einweghandschuhen, Schutzmaske

und Einwegschürze an einem dafür vorgesehenen Arbeitsplatz im Laminar Flow erfolgen.

Die Navelbine-Lösung resp. der bei Beschädigung der Weichkapsel austretende flüssige Inhalt haben

bei Kontakt mit Haut, Schleimhaut oder Augen eine Reizwirkung. Bei jedem Kontakt ist die

kontaminierte Stelle mit viel Wasser oder mit physiologischer Natriumchloridlösung zu waschen.

Zulassungsnummer

51783, 56774 (Swissmedic).

Packungen

Navelbine 10 mg Konz. f. Inj/Inf Lös Stechamp 10 × 1 ml* [ A ]

Navelbine 50 mg Konz. f. Inj/Inf Lös Stechamp 2 × 5 ml* [ A ]

Navelbine 50 mg Konz. f. Inj/Inf Lös Stechamp 10 × 5 ml* [ A ]

Navelbine 20 mg Weichkaps 1 (hellbraun)* [ A ]

Navelbine 30 mg Weichkaps 1 (rosa)* [ A ]

Zulassungsinhaberin

Pierre Fabre Pharma AG, 4123 Allschwil.

Stand der Information

März 2017

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier