Naropin 0

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Naropin 0 75 %, Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • 75 %, Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • ropivacaini hydrochloridum 7.5 mg, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.


    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Naropin 0 75 %, Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Lokalanästhetikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 54015
  • Berechtigungsdatum:
  • 27-02-1997
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Naropin®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Ropivacaini hydrochloridum monohydricum corresp. Ropivacaini hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Natrium chloridum, Aqua ad iniectabilia.

Die Naropin Injektionslösung enthält kleine Mengen Natriumhydroxid und Salzsäure zur pH-

Einstellung (4,0-6,0).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung 0,2%, 0,5%, 0,75% und 1%: Ropivacaini hydrochloridum 2 bzw. 5 bzw. 7,5 bzw.

10 mg/ml

Naropin 2mg/ml:

1 Ampulle à 10 ml enthält 20 mg Ropivacaini hydrochloridum/

1 Ampulle à 20 ml enthält 40 mg Ropivacaini hydrochloridum

1 Infusionsbeutel à 100 ml enthält 200 mg Ropivacaini hydrochloridum1 Infusionsbeutel à 200 ml

enthält 400 mg Ropivacaini hydrochloridum

Naropin 5 mg/ml:

1 Ampulle à 10 ml enthält 50 mg Ropivacaini hydrochloridum

Naropin 7.5 mg/ml:

1 Ampulle à 10 ml enthält 75 mg Ropinivacaini hydrochloridum

1 Ampulle à 20 ml enthält 150 mg Ropinivacaini hydrochloridum

Naropin 10 mg/ml:

1 Amulle à 10 ml enthält 100 mg Ropinivacaini hydrochloridum

1 Ampulle à 20 ml enthält 200 mg Ropinivacaini hydrochloridum

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Chirurgische Anästhesie

- Epiduralblockade bei Operationen, inkl. Sectio caesarea.

- Intrathekalblock (Spinalanästhesie).

- Plexusblockaden (obere/untere Extremität).

- Feldblock.

Akute Schmerzbehandlung bei Erwachsenen und Jugendlichen >12 Jahre

- Kontinuierliche Epiduralinfusion (bis 72 h) oder intermittierende Bolusverabreichung (z.B.

postoperativ oder Wehenschmerzen).

- Feldblock.

- Kontinuierliche periphere Nervenblockade mittels Infusion oder intermittierender Injektion, z.B.

postoperatives Schmerzmanagement (bis 48 h).

Akute Schmerzbehandlung bei Kindern

(Peri- und postoperativ)

- Kaudale Epiduralblockade (Kaudalblock) bei Kindern ab 1 Monat bis und mit 12 Jahren.

- Periphere Nervenblockade bei Kindern von 1-12 Jahren.

- Kontinuierliche Epiduralinfusion (bis 72 h) bei Kindern ab 1 Monat bis und mit 12 Jahren.

Dosierung/Anwendung

Naropin sollte nur unter Aufsicht von Ärzten mit Erfahrung in Regionalanästhesie angewendet

werden.

Möglichkeiten zur Überwachung bzw. Medikamente zur Reanimation sollten sofort verfügbar sein.

Sollte die Applikation einer hohen Dosis erforderlich sein (z.B. bei Epiduralblock), wird empfohlen

vorgängig eine Testdosis von 3-5 ml Lidocain (Xylocain 2%) mit Adrenalin (1:200’000) zu

applizieren.

Übliche Dosierung (Erwachsene)

Individuelle Schwankungen bezüglich Beginn und Dauer der Anästhesie treten auf. Untenstehend

sind die erwarteten Durchschnitts-Dosis-Bereiche angegeben. Für andere Lokalanästhesie-Techniken

sollten Standard-Lehrbücher konsultiert werden.

Die Erfahrung des Arztes und der physische Allgemeinzustand des Patienten sind wichtig bei der

Wahl der Dosierung.

Üblicherweise werden in der chirurgischen Anästhesie (z.B. epidurale Anwendung) höhere

Konzentrationen und Dosen verwendet.

Zur Analgesie wird Naropin 2 mg/ml empfohlen.

Bei abdominal-chirurgischen Eingriffen ist die Halbwertszeit kürzer.

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlich notwendigen Dosierungen für Regionalanästhesien

mit Ropivacain und dient als Richtlinie für die Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen >12

Jahre.

Chirurgische Anästhesie

Konz.

Volumen

Dosis

Beginn der

Anästhesie

Dauer der

Anästhesie

[mg/m

[ml]

[mg]

[min]

Lumbale Epiduralanästhesie

Chirurgie

10,0

15-25

15-20

113-

150-

10-20

10-20

Sectio caesarea

15-20

113-

10-20

Thorakale Epiduralanästhesie

zur postoperativen

Schmerzstillung

5-15

38-113 10-20

Intrathekale Anwendung (Spinalanästhesie)

Chirurgie

15-20

Plexusanästhesie

obere/untere Extremität

10-40

3001

10-25

6-10

Feldblock

(z.B. periphere Nervenblocka-den

und Infiltration)

1-30

7,5-

1-15

Akute Schmerzbehandlung

Konz.

Volumen

Dosis

Beginn der

Anästhesie

Dauer der

Anästhesie

[mg/m

[ml]

[mg]

[min]

Lumbale Epiduralanästhesie

Bolus

10-20

20-40

10-15

0,5-1,5

Intermittierende Injektionen (top-

up) (z.B. Wehen-,

Schmerzbehandlung)

10-15 (Minimal-

Intervall 30 Minuten)

20-30

Kontinuierliche Infusion

(z.B. Wehenschmerzen

postoperative

Schmerzbehandlung)

6-10 ml/h

6-14 ml/h

12-20

mg/h

12-28

mg/h

Thorakale Epiduralanästhesie

Kontinuierliche Infusion (z.B.

postoperative

Schmerzbehandlung)

6-14 ml/h

12-28

mg/h

Feldblock

(z.B. periphere Nervenblockaden

und Infiltration)

1-100

2-200

Periphere Nervenblockade (Femoral- oder Interskalenusblockade)

kontinuierliche Infusion oder

intermittierende Injektion (z.B.

postoperatives

Schmerzmanagement)

5-10ml/h

10-20

mg/h

*n/a = nicht vorhanden

Wird für einen Patienten mit einer anderen Technik zusätzliches Ropivacain eingesetzt, sollte eine

Gesamtdosis von 225 mg nicht überschritten werden.

1 Für eine Hauptnerven-Blockade muss die Dosis entsprechend dem Anwendungsort und dem

Zustand des Patienten angepasst werden. Interskalenäre und supraclavikuläre Plexusblockaden

können unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum schwere unerwünschte Wirkungen

hervorrufen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Korrekte Art der Applikation

Um eine intravaskuläre Injektion zu vermeiden, wird eine vorsichtige Aspiration vor und während

der Injektion (Hauptdosis) empfohlen.

Die Hauptdosis sollte langsam oder mittels wiederholten Bolusinjektionen injiziert werden, mit einer

Geschwindigkeit von 25-50 mg/min. Dabei müssen die Vitalfunktionen des Patienten aufmerksam

beobachtet und verbaler Kontakt aufrechterhalten werden. Muss die Dosis epidural injiziert werden,

wird empfohlen vorher eine Testdosis von 3-5 ml Lidocain (Xylocain 1-2%) mit Adrenalin zu

verabreichen. Eine unbeabsichtigte intravaskuläre bzw. intrathekale Injektion kann an einer

vorübergehenden Zunahme der Herzfrequenz bzw. an Zeichen einer Spinalblockade erkannt werden.

Sollten toxische Symptome (siehe «Überdosierung») auftreten, soll die Injektion unverzüglich

abgebrochen werden.

Eine intrathekale Injektion soll erst ausgeführt werden, nachdem der subarachnoidale Zwischenraum

identifiziert worden ist und klarer cerebrospinaler Liquor aus der Nadel fliesst oder durch Aspiration

erkennbar ist.

Zur Behandlung postoperativer Schmerzen wird folgende Technik empfohlen: Eine

Epiduralblockade kann über einen Epiduralkatheter (präoperativ eingelegt), mit 7,5 mg/ml Naropin

erzeugt werden.

Mittels anschliessender Infusion von Naropin 2 mg/ml kann eine Analgesie aufrechterhalten werden.

Klinische Studien haben gezeigt, dass bei den meisten Fällen von mässigen bis starken

postoperativen Schmerzen mit Infusionsraten von 6-14 ml (12-28 mg) pro Stunde eine adäquate

Analgesie mit nur geringer und nicht-progressiver motorischer Blockade, erzielt werden kann. Mit

dieser Technik konnte eine signifikante Reduktion der sonst benötigten Opioid-Menge erreicht

werden.

Maximaldosen

Bei Epiduralblockaden in der Chirurgie wurden Einzeldosen von bis zu 250 mg Ropivacain

verabreicht und gut vertragen.

Werden Langzeit-Epiduralblockaden durch kontinuierliche Infusion oder durch wiederholte

Bolusgabe benötigt, muss mit toxischen Plasmakonzentrationen oder lokalen Nervenschädigungen

gerechnet werden. Nach den heutigen Erfahrungen ist bei Erwachsenen eine kumulative Dosis von

bis zu 800 mg Ropivacain in der Chirurgie und postoperativen Analgesie, über 24 Stunden

verabreicht, gut verträglich. Ebenso werden von Erwachsenen bei der postoperativen

kontinuierlichen Infusion zur Epiduralanästhesie Dosen bis zu 28 mg/h während 72 Stunden gut

vertragen. In klinischen Studien wurden Epiduralinfusionen mit Naropin 2 mg/ml allein oder in

Kombination mit Fentanyl 1-4 µg/ml zur postoperativen Schmerzbehandlung während bis zu 72

Stunden verabreicht. Mit Naropin 2 mg/ml (6-14 ml/h) konnte bei den meisten Patienten eine

ausreichende Schmerzreduktion erreicht werden. Die Kombination von Naropin und Fentanyl zeigte

eine verstärkte Schmerzbekämpfung, welche jedoch Opioid assoziierte Nebenwirkungen verursachte.

Weder die Spinalanästhesie noch die Epiduralanästhesie wurde mit höheren Konzentrationen als

7,5 mg/ml beim Kaiserschnitt erforscht.

Werden über lange Zeit periphere Nervenblockaden entweder durch kontinuierliche Infusion oder

durch wiederholte Bolusinjektionen angewendet, muss das Risiko einer toxischen

Plasmakonzentration oder einer lokalen neuralen Schädigung in Betracht gezogen werden. In

klinischen Studien wurde ein femoraler Block mit 300 mg Naropin 7,5 mg/ml erreicht resp. eine

Interskalenusblockade mit 225 mg Naropin 7,5 mg/ml. Zur Aufrechterhaltung der Analgesie war

2,0 mg/ml ausreichend. Mit Infusionsraten oder intermittierenden Injektionen von 10-20 mg/h wurde

während 48 Stunden eine adäquate Analgesie erreicht.

Kinder

Dosierungsempfehlung bei Kindern

Die folgenden Dosierungen in der Tabelle sind notwendig, um eine erfolgreiche Blockade zu

erreichen und dienen als Richtlinie zur Anwendung bei Kindern. Individuelle Schwankungen können

auftreten.

Akute Schmerzbehandlung

per und postoperativ

Konz.

Volumen

Dosis

[mg/ml

[ml/kg

[mg/kg

Single-Shot Caudale Epiduralanästhesie bei Kindern ab 1 Monat bis und mit 12 Jahren

Blockade unterhalb T12 bei Kindern mit einem Körpergewicht bis

zu 25 kg

Peripherer Nervblock bei Kindern von 1-12 Jahre

(z.B. ilioinguinale Nervenblockade)

Kontinuierliche Epiduralinfusion bei Kindern ab 1 Monat bis und mit 12 Jahren

Bei Kindern mit einem Körpergewicht bis zu 25 kg

1-6 Monate

Bolusa

Infusion bis zu 72 h

0,5-1

0,1 ml/kg/h

0,2 mg/kg/h

6-12 Monate

Bolusa

Infusion bis zu 72 h

0,5-1

0,2 ml/kg/h

0,4 mg/kg/h

1-12 Jahre*

Bolusb

Infusion bis zu 72 h

0,2 ml/kg/h

0,4 mg/kg/h

a Die tiefere Dosis wird für thorakale Epiduralblockaden, die höhere Dosis für die lumbale oder

kaudale Epiduralblockade empfohlen.

b Empfohlen für die lumbale Epiduralblockade. Üblicherweise wird die Bolusdosis bei thorakalen

Epiduralanalgesien reduziert.

* Kinder bis und mit 12 Jahre.

Bei adipösen Kindern ist oft eine stufenweise Reduktion der Dosierung notwendig. Die Berechnung

der Dosierung sollte auf dem Idealgewicht basieren. Das Volumen bei Single-Shot kaudaler

Epiduralblockade sowie bei epiduralen Boli sollte 25 ml nie überschreiten. Bezüglich

beeinflussender Faktoren bei spezifischen Blockade-Techniken bzw. bei einzelnen Patienten sollte

die Standardliteratur konsultiert werden.

Um eine intravaskuläre Injektion zu vermeiden, wird eine vorsichtige Aspiration vor und während

der Injektion (Hauptdosis) empfohlen.

Die Vitalfunktionen der behandelten Kinder müssen permanent durch medizinisches Fachpersonal

überwacht werden. Falls Symptome einer Intoxikation (siehe «Überdosierung») auftreten, muss die

Injektion unverzüglich abgebrochen werden.

Postoperative Analgesie bei Kindern (ab 1 Monat bis und mit 12 Jahre)

Bei den meisten Patienten kann mit einer einzelnen kaudalen Epiduralinjektion von 1 ml/kg KG

Naropin 0,2% (2 mg/ml), entsprechend 2 mg/kg KG eine ausreichende und zuverlässige

postoperative Analgesie unterhalb Niveau T12 erreicht werden.

Um eine Variation der Verteilung der sensorischen Blockade zu erreichen, kann das Volumen der

kaudalen Epiduralinjektion gemäss Empfehlungen der Standardlehrbücher angepasst werden.

Ilioinguinal-Blockade bei Kindern (1-12 Jahre)

Bei der Ilioinguinalblockade wird mit einer einzelnen Injektion von Naropin 0,5% (5 mg/ml) in der

Dosierung von 3 mg/kg Körpergewicht (0,6 ml/kg Körpergewicht) eine wirksame und zuverlässige

Analgesie erreicht.

Es wird empfohlen, die Injektion der berechneten Dosis des Lokalanästhetikums ungeachtet der

gewählten Technik fraktioniert zu verabreichen.

Konzentrationen von über 5 mg/ml wurden an Kindern nicht geprüft.

Die intrathekale Anwendung bei Kindern wurde nicht dokumentiert.

Die Anwendung von Naropin bei Frühgeborenen wurde nicht dokumentiert.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Ropivacain oder anderen Lokalanästhetika vom

Amidtyp. Schockzustände, Infektion der Injektionsstelle.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist geboten bei Herzmuskelerkrankungen, Diabetes, Antikoagulantien und Nieren- und

Leberinsuffizienz.

Man sollte immer die tiefste Dosierung und Konzentration wählen, die noch eine wirksame

Nervenblockade bewirkt.

Regionalanästhesie-Verfahren sollten nur an Orten mit entsprechender Ausrüstung und Personal

durchgeführt werden. Die notwendige Ausrüstung und Medikamente zur Überwachung und notfalls

zur Reanimation sollten sofort verfügbar sein.

Patienten, bei denen eine Hauptnerven-Blockade geplant ist, sollten in einem optimalen Zustand sein

und es sollte vor der Blockade ein i.v. Zugang gelegt werden. Der verantwortliche Arzt sollte

angemessen geschult und erfahren sein im Umgang mit Diagnosen und Behandlung von

Nebenwirkungen, systemischer Toxizität und anderen Komplikationen (siehe «Überdosierung»).

Bei peripheren Hauptnerven-Blockaden in stark vaskularisierten Regionen kann ein grosses

Volumen an Lokalanästhetika erforderlich sein. Stark vaskularisierte Regionen, befinden sich häufig

nahe bei grossen Gefässen. Deshalb besteht ein grosses Risiko einer intravaskulären Injektion

und/oder einer schnellen systemischen Absorption, welche zu hohen Plasmakonzentrationen führen

kann.

Unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum können bei bestimmten Anästhesieverfahren, wie

Injektionen in Kopf- und Nackenregion, vermehrt ernsthafte Nebenwirkungen auftreten.

Obwohl bei Patienten in schlechtem Allgemeinzustand (durch altersbedingte oder andere

beeinträchtigende Faktoren wie partieller oder totaler Herzblock, fortgeschrittene Lebererkrankung

oder schwere Nierenfunktionsstörung), die Regionalanästhesie häufig die optimale

Anästhesietechnik ist, erfordern diese Patienten spezielle Aufmerksamkeit.

Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodarone) behandelt werden, sollten

überwacht und ein EKG-Monitoring sollte in Betracht gezogen werden, da die kardialen Wirkungen

additiv sein können.

Selten ist über Herzstillstand bei epiduraler Anwendung oder peripheren Nervenblockaden mit

Naropin berichtet worden, insbesondere nach unbeabsichtigter intravaskulärer Administration bei

älteren Patienten und Patienten mit einer vorbestehenden Herzkrankheit. In einigen Fällen war eine

Reanimation schwierig. Falls es zu einem Herzstillstand kommt, können die Erfolgsaussichten durch

eine Verlängerung der Reanimationsmassnahmen, erhöht werden.

Da Naropin in der Leber metabolisiert wird, ist bei Patienten mit schweren Lebererkrankungen

besondere Vorsicht geboten, und bei wiederholter Verabreichung sollte aufgrund der verzögerten

Elimination eine entsprechende Dosisreduktion in Betracht gezogen werden. Normalerweise ist bei

Patienten mit verminderter Nierenfunktion bei einmaliger Dosierung oder bei Kurzzeitbehandlungen

keine Dosierungsanpassung notwendig. Azidose und reduzierte Plasmaproteinkonzentration können

bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz das Risiko einer systemischen Toxizität erhöhen

(siehe «Dosierung/Anwendung»).

Epidural- und Spinalanästhesien können zu Hypotonie und Bradykardie führen. Das Risiko für

solche Reaktionen kann z.B. durch eine vorherige Auffüllung des Kreislaufes oder durch Injizieren

eines Vasopressors verringert werden. Eine Hypotonie sollte sofort mit z.B. Ephedrin 5-10 mg i.v.,

falls nötig wiederholt, behandelt werden. Bei Säuglingen ab einem Monat ist besondere Vorsicht

geboten, da einige Organe und Stoffwechselfunktionen noch nicht vollständig ausgereift sind. Dies

ist besonders wichtig bei kontinuierlicher epiduraler Infusion. Die Ephedrindosis muss bei Kindern

entsprechend dem Alter und Körpergewicht angepasst werden.

Bradykardien sollten durch die Gabe von Atropin 0,5-1 mg i.v. behandelt werden.

Wiederholte Injektionen führen, je nach Intervalldauer und Dosierung besonders auch bei

kontinuierlichen Epiduralanästhesien zur Kumulation des Lokalanästhetikums und damit zu

Toxizitätsgefahr. Nach mehrmaligen Injektionen wird eine Tachyphylaxie beobachtet; das Phänomen

wird hauptsächlich während Dauerepiduralanästhesien beobachtet.

Eine längerfristige Verabreichung von Ropivacain sollte bei Patienten vermieden werden, welche mit

starken Inhibitoren vom CYP1A2 (z.B. Fluvoxamine, Enoxacine, siehe «Interaktionen») behandelt

werden.

Bei Patienten mit akuter Porphyrie sollte Naropin nur in dringenden Fällen verabreicht werden, da es

porphyrinogen sein könnte. Bei gefährdeten Patienten müssen entsprechende Vorsichtsmassnahmen

getroffen werden.

Eine unbeabsichtigte intrathekale Injektion wird durch Anzeichen einer Spinalblockade erkannt.

Es gab Postmarketing-Berichte über Chondrolyse bei Patienten, die postoperativ eine intra-artikuläre

kontinuierliche Infusion mit Lokalanästhetika erhielten. Die Mehrheit der gemeldeten Fälle betrafen

das Schultergelenk. Aufgrund multipler Einflussfaktoren auf den Wirkungsmechanismus und

aufgrund von Inkonsistenz in der wissenschaftlichen Literatur ist der Zusammenhang nicht

nachgewiesen. Die intraartikuläre kontinuierliche Infusion ist keine genehmigte Indikation für

Naropin.

Kinder

Die Dosierung bei Kindern muss entsprechend Alter und Körpergewicht angepasst werden (siehe

Tabelle unter „Dosierung/Anwendung“, „Dosierungsempfehlung bei Kindern“).

Bei Kleinkindern bis 6 Monate kann besondere Vorsicht geboten sein, da die Stoffwechselfunktionen

noch nicht vollständig ausgereift sind. In klinischen Untersuchungen variierten die

Plasmakonzentrationen von Ropivacain bei Kleinkindern bis 6 Monate stark. Möglicherweise ist

daher das Risiko für eine systemische Toxizität in dieser Altersgruppe erhöht, besonders bei

kontinuierlicher epiduraler Infusion.

Die empfohlenen Dosierungsangaben bei Kleinkindern bis 6 Monate basieren auf begrenzten

klinischen Daten.

Ropivacain sollte bei diesen Patienten nur unter ständiger Beobachtung von systemischer Toxizität,

EKG, Blutsauerstoffsättigungswert und lokalen neurotoxischen Ereignissen (z.B. verlängerte

Erholungsphase) angewendet werden. Aufgrund der langsamen Ausscheidung von Ropivacain bei

Kleinkindern bis 6 Monate sollten diese Kontrollen auch nach der Infusion fortgeführt werden.

Interaktionen

Es wurden keine spezifischen Interaktionsstudien durchgeführt.

Naropin sollte vorsichtig angewendet werden bei Patienten, die andere Lokalanästhetika erhalten

oder Wirkstoffe die mit Lokalanästhetika vom Amidtyp strukturverwandt sind (Antiarrhythmika wie

z.B. Lidocain und Mexiletin), weil sich deren systemische toxische Wirkungen addieren. Spezifische

Interaktionsstudien mit Ropivacain und Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodarone) wurden

nicht durchgeführt, jedoch ist Vorsicht geboten (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Gleichzeitige Verabreichung von Naropin und Narkotika oder Opioiden kann die Wirkung bzw.

Nebenwirkung des anderen verstärken. Bei gesunden Probanden wurde bei gleichzeitiger Gabe von

Fluvoxamin, einem potenten CYP 1A2-Inhibitor, eine um 70% verminderte Clearance von

Ropivacain beobachtet. Eine Langzeitgabe von Ropivacain sollte deshalb bei mit Fluvoxamin und

Enoxacin behandelten Patienten vermieden werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft, Stillzeit

Es gibt keine klinischen Studien bei schwangeren Frauen. Unter diesen Umständen soll das

Medikament nur verabreicht werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Die Anwendung von

Ropivacain in der Geburtshilfe (als Anästhesie oder Analgesie), ist aber gut dokumentiert.

Es wurden keine negativen Auswirkungen auf das Neugeborene beobachtet.

In Tierstudien wurde gezeigt, dass es keine direkt oder indirekt schädlichen Auswirkungen auf

Trächtigkeit, embryonale oder fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung gibt (siehe

«Präklinische Daten»).

Beim Kaiserschnitt wurde die intrathekale Administration nicht dokumentiert.

Stillzeit

Über die Ausscheidung von Ropivacain oder dessen Metaboliten in die Muttermilch wurden keine

Studien gemacht.

Das Kind wird jedoch während dem Stillen viel geringeren Ropivacain Konzentrationen ausgesetzt

als in-utero während dem Geburtsvorgang unter Regionalanästhesie/-analgesie mit Ropivacain.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Ausser den direkten Auswirkungen einer Anästhesie können Lokalanästhetika leichte mentale und

koordinative Störungen verursachen, auch ohne dass offensichtlich eine zentralnervöse Toxizität

vorliegt. Deshalb können die Wachsamkeit und die Fortbewegungsfähigkeit vorübergehend

eingeschränkt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen von Naropin sind ähnlich wie die von anderen Lokalanästhetika vom

Amidtyp.

Die durch das Arzneimittel per se verursachten unerwünschten Wirkungen lassen sich nur schwer

unterscheiden von:

·physiologischen Wirkungen einer Nervenblockade (z.B. Blutdruckabfall, Bradykardie),

·Ereignissen, die direkt oder indirekt durch die Punktion hervorgerufen wurden (z.B. Nerventrauma

bzw. epiduraler Abszess).

Ein totaler Spinalblock kann mit allen Lokalanästhetika, inklusive Naropin auftreten, wenn eine

epidurale Dosis unabsichtlich intrathekal oder eine zu hohe intrathekale Dosis verabreicht wird.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen bei Kindern sind Erbrechen, Übelkeit und Juckreiz.

Störungen des Immunsystems

Selten: (<1/1’000, >1/10’000) allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen, Quincke-Ödem

und Urtikaria).

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: (<1/100, >1/1’000) Angstzustände.

Störungen des Nervensystems

Häufig: (<1/10, >1/100) Parästhesien, Kopfschmerzen, Schwindel, vermindertes Tastgefühl.

Gelegentlich: (<1/100, >1/1’000) Symptome von ZNS Toxizität (Konvulsionen, Grand mal

Attacken, epileptische Anfälle, Lichtempfindlichkeit, circumorale Parästhesie, Taubheit der Zunge,

Hyperacusia, Tinnitus, Sehstörungen, Dysarthrie, Muskelzucken, Tremor), Hypoästhesie.

Selten: Neuropathie und Funktionsstörungen des Rückenmarks (z.B. vorderes Spinalarterien-

Syndrom, Arachnoiditis, Kaudaequina-Syndrom)

Ein Fall von Krämpfen wurde festgestellt nach einer unbeabsichtigten intravasalen Injektion von 200

mg, als versucht wurde, eine Brachialplexusblockade zu induzieren.

Funktionsstörungen des Herzens und der Gefässe

Sehr häufig: (>1/10) Hypotonie (39%).

Häufig: (<1/10, >1/100) Bradykardie, Tachykardie, Hypertonie.

Gelegentlich: (<1/100, >1/1’000) Synkopen.

Selten: (<1/1’000, >1/10’000) Herzstillstand, Arrhythmie.

Indirekte kardiovaskuläre Reaktionen (Hypotonie, Bradykardie) können nach epiduraler

Anwendung, abhängig vom Ausmass der begleitenden Sympathikusblockade, auftreten.

Ein Einzelfall einer ischämischen Komplikation nach Penisblock mit Ropivacain 0,75% wurde in der

Literatur beschrieben.

Atmungsorgane (Respiratorische / thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Gelegentlich: (<1/100, >1/1’000) Dyspnoe.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: (>1/10) Brechreiz (24,1%), Erbrechen (12%).

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der

Knochen)

Häufig: (<1/10, >1/100) Rückenschmerzen.

Funktionsstörungen der Nieren und Harnwege

Häufig: (<1/10, >1/100) Harnverhaltung.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: (<1/10, >1/100) erhöhte Temperatur, Rigor, Schüttelfrost.

Gelegentlich: (<1/100, >1/1’000) Hypothermie.

Überdosierung

Akute systemische Toxizität

Systemische toxische Reaktionen können das Zentralnerven- und Herz-Kreislauf-System

einschliessen.

Solche Reaktionen werden durch hohe Konzentrationen von Lokalanästhetika verursacht, welche:

·unbeabsichtigt intravaskulär oder überdosiert verabreicht werden oder

·ungewöhnlich schnell von stark vaskularisierten Regionen absorbiert werden (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

ZNS-Reaktionen sind ähnlich bei allen Lokalanästhetika des Amidtyps, während kardiale Reaktionen

quantitativ und qualitativ mehr vom Arzneimittel abhängen.

Irrtümlicherweise intravaskulär verabreichte Lokalanästhetika können umgehend (innerhalb von

Sekunden bis wenigen Minuten) systemisch toxische Reaktionen hervorrufen. Im Fall einer

Überdosierung, erscheinen diese Reaktionen wegen dem langsameren Anstieg der Konzentration von

Lokalanästhetika im Blut später (15-60 Minuten nach einer Injektion).

Toxizität des Zentralnervensystems

Diese verläuft stufenweise mit Anzeichen von zunehmendem Schweregrad. Anfangssymptome wie

Lichtempfindlichkeit, circumorale Parästhesien, Taubheit der Zunge, Hyperacusia, Tinnitus und

Sehstörungen. Dysarthrie, Muskelzucken, Tremor sind schwerwiegender und können die Vorläufer

allgemeiner Krämpfe sein. Diese Anzeichen dürfen nicht mit neurotischem Verhalten verwechselt

werden. Bewusstlosigkeit und epileptische Krämpfe (Grand Mal) können folgen, welche von einigen

Sekunden bis zu mehreren Minuten dauern können.

Hyperkapnie und Hypoxie treten während den Krämpfen aufgrund erhöhter Muskelaktivität und

Beeinträchtigung der Atmung schnell auf. In schweren Fällen kann Apnoe auftreten. Die Azidose

vergrössert die toxischen Wirkungen von Lokalanästhetika.

Die Genesung erfolgt nach der Neuverteilung des Lokalanästhetikums aus dem Zentralnervensystem

und der darauffolgenden Metabolisierung und Ausscheidung. Falls nicht grosse Mengen des

Lokalanästhetikums injiziert wurden, kann die Genesung schnell erfolgen.

Toxizität des kardiovaskulären Systems

In schweren Fällen können Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System beobachtet werden.

Kardiovaskuläre toxische Wirkungen werden im allgemeinen durch toxische Anzeichen des

Zentralnervensystems eingeleitet. Bei Einnahme starker Sedativa oder unter Allgemeinanästhesie

kann es sein, dass die prodromalen ZNS-Symptome ausbleiben, respektive dass die Feststellung der

frühen Anzeichen einer Toxizität schwierig sein kann. Hypotonie, Bradykardie, Arrhythmien und

sogar Herzstillstand können als Resultat hoher systemischer Konzentrationen von Lokalanästhetika

auftreten. In seltenen Fällen ist ein Herzstillstand ohne prodromale ZNS Anzeichen aufgetreten.

Das Erkennen früher Anzeichen einer systemischen Toxizität ist bei Kindern schwierig, da sie sich

möglicherweise nicht verbal ausdrücken können oder wenn sie unter Vollnarkose sind.

Behandlung der akuten Toxizität:

Bei Anzeichen von akuter systemischer Toxizität soll die Injektion des Lokalanästhetikums

unverzüglich abgebrochen werden.

Wenn ZNS Symptome (Konvulsionen, ZNS Depression) auftreten, sollten folgende

Behandlungsziele angestrebt werden:

Die Sauerstoffzufuhr aufrechterhalten, stoppen der Konvulsionen und unterstützen des Kreislaufs,

wenn nötig müssen zusätzlich Maske und Beutel eingesetzt oder eine endotracheale Intubation

eingeleitet werden.

Ein krampflösendes Mittel sollte i.v. verabreicht werden, falls die Konvulsionen nicht spontan innert

15-20 Sekunden verschwinden. Thiopental-Natrium 1-3 mg/kg i.v. unterbindet die Konvulsionen

schnell. Als weitere Möglichkeit kann Diazepam 0,1 mg/kg i.v. verabreicht werden, obwohl seine

Wirkung langsam eintritt. Anhaltende Krämpfe können die Atmung und die Sauerstoffaufnahme des

Patienten gefährden. Die Injektion eines Muskelrelaxantiums (z.B. Succinylcholin 1 mg/kg) wird die

Konvulsionen schnell stoppen, so dass die Atmung erleichtert und die Sauerstoffaufnahme

kontrolliert werden kann. In solchen Fällen muss eine endotracheale Intubation in Betracht gezogen

werden.

Wenn eine kardiovaskuläre Depression (Hypotonie, Bradykardie) offensichtlich wird, sollte ein

Sympathomimetikum z.B. Ephedrin 5-10 mg i.v. verabreicht werden, und wenn nötig nach 2-3

Minuten wiederholt werden.

Bei Bradykardie 0,5-1 mg Atropin i.v. verabreichen.

Die Ephedrindosierung muss bei Kindern dem Alter und dem Gewicht entsprechend angepasst

werden.

Sollte ein Kreislaufzusammenbruch auftreten, ist eine rasche kardiopulmonale Reanimation

erforderlich: Optimale Sauerstoffzufuhr, Beatmung und Kreislaufunterstützung ebenso wie die

Behandlung der Azidose sind lebenswichtig.

Falls es zu einem Herzstillstand kommt, können die Erfolgsaussichten durch eine Verlängerung der

Reanimationsmassnahmen, erhöht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N01BB09

Wirkungsmechanismus / Pharmakodynamik

Naropin ist das erste, langanhaltende Lokalanästhetikum vom Amidtyp, das als reines Enantiomer

entwickelt wurde (S-(-)-Enantiomer).

Naropin hat sowohl eine anästhetische wie auch analgetische Wirkung.

In höheren Konzentrationen verabreicht, bewirkt Naropin eine Anästhesie, die chirurgische Eingriffe

ermöglicht, während es bei niedriger Dosierung eine sensorische Blockade (Analgesie) mit

begrenzter und nicht-progressiver motorischer Blockade bewirkt.

Dauer und Intensität der Ropivacainblockade werden durch Zusatz von Adrenalin nicht erhöht.

Wie andere Lokalanästhetika, verursacht Ropivacain eine reversible Blockade der Reizleitung

entlang der Nervenfasern, indem es den Natriumionenstrom durch die Zellmembran der

Nervenfasern hemmt.

Lokalanästhetika können auf andere reizbare Membranen wie z.B. im Hirn oder Herzmuskel

ähnliche Wirkungen haben. Falls eine grosse Menge Naropin in den Kreislauf gelangt, können

Symptome sowie Anzeichen von Toxizität auftreten, welche vom Zentralnervensystem und

Herzkreislauf ausgehen.

Toxizitätserscheinungen des Zentralnervensystems (siehe «Überdosierung») gehen den

kardiovaskulären Wirkungen voraus, da die zentralnervösen Symptome bereits in geringeren

Plasmakonzentrationen auftreten.

Klinische Wirksamkeit

Gesunde Probanden, welche i.v. Infusionen von ZNS toxischen Dosierungen erhielten, zeigten

signifikant weniger kardiale Veränderungen nach einer Ropivacain Anwendung als nach einer

Bupivacain Anwendung.

Indirekte kardiovaskuläre Wirkungen (Hypotonie, Bradykardie) können nach einer epiduralen

Verabreichung auftreten; sie sind jedoch abhängig vom Ausmass der Sympathikusblockade.

Pharmakokinetik

Ropivacain hat ein chirales Zentrum und ist ein reines S-(-)-Enantiomer.

Absorption

Die Plasmakonzentration von Ropivacain ist abhängig von der Dosierung, dem Anwendungsgebiet

und vom Grad der Gewebedurchblutung am Injektionsort. Ropivacain zeigt eine lineare

Pharmakokinetik und die maximale Plasmakonzentration ist proportional zur Dosis.

Ropivacain zeigt, auch bei Kindern, eine vollständige, biphasische Absorption vom Epiduralraum.

Die Halbwertszeiten für die zwei Phasen sind in der Grössenordnung von 14 Minuten bzw. 4

Stunden.

Eine Zunahme der totalen Plasmakonzentration wurde während einer kontinuierlichen Epidural- und

Interskalenusinfusion beobachtet. Diese steht im Zusammenhang mit der postoperativen Zunahme

von alpha-1-saurem Glykoprotein.

Die Abweichungen waren für die ungebundene, d.h. pharmakologisch aktivere Konzentration viel

kleiner als für die totale Plasmakonzentration.

Distribution

Ropivacain hat einen pKa-Wert von 8,1 und einen Verteilungskoeffizienten von 141 (25 °C n-

Octanol/Phosphat-Pufferlösung pH 7,4).

Ropivacain hat ein Verteilungsvolumen im Steady-State von 47 Litern (38-60) und eine

Endhalbwertszeit von 1,8 Stunden nach i.v. Verabreichung. Ropivacain hat einen hepatischen

Extraktionskoeffizienten von ungefähr 0,4 (0,2-0,6). Es ist hauptsächlich an das alpha-1-saure

Glykoprotein im Plasma gebunden und hat eine ungebundene Fraktion von ungefähr 6% (zu 94% an

Plasmaprotein gebunden).

Ropivacain passiert die Plazentaschranke und ein Gleichgewicht bezüglich ungebundener

Konzentration wird rasch erreicht. Das Mass der Plasmaproteinbindung beim Fetus ist weniger als

bei der Mutter (95% [Neonatal = 30% der Mutter]), was in einer kleineren totalen

Plasmakonzentration beim Fetus als bei der Mutter resultiert.

Metabolismus

Ropivacain wird umfassend in der Leber metabolisiert, vorwiegend durch aromatische

Hydroxylierung zu 3-Hydroxy-Ropivacain (Hauptmetabolit) mittels Cytochrom P4501A2; durch N-

Dealkylierung zu Pipecoloxylidide (PPX) mittels CYP3A4. Nach einmaliger i.v. Administration

werden rund 37% der totalen Dosis im Urin ausgeschieden sowohl als freies und als konjugiertes 3-

Hydroxy-Ropivacain. Niedrige Konzentrationen von 3-Hydroxy-Ropivacain wurden im Plasma

nachgewiesen. Weniger als 3% von PPX und anderen Metaboliten wurden über den Urin

ausgeschieden. 3-Hydroxy- und 4-Hydroxy-Ropivacain haben eine lokalanästhetische Wirksamkeit,

wenn auch viel schwächer als die von Ropivacain.

Während einer epiduralen Infusion erfolgt die Exkretion der beiden Hauptmetaboliten,

Pipecoloxylidide (PPX) und 3-Hydroxy-Ropivacain, über die Nieren.

Die totale PPX-Plasmakonzentration war ungefähr die Hälfte des total eingesetzten Ropivacains.

Nach einer kontinuierlichen epiduralen Infusion während 72 Stunden, war die mittlere freie PPX-

Konzentration jedoch 7-9-mal höher als die freie Ropivacain-Konzentration.

Der Grenzwert für ZNS-toxische, freie PPX-Plasmakonzentrationen war bei Ratten 12-mal höher als

freies Ropivacain.

Es gibt keine Anhaltspunkte über eine in vivo Razemisierung von Ropivacain.

Ein ähnliches Muster der Hauptmetaboliten wurde bei Kindern über 1 Jahr gefunden.

Elimination

Die langsame Absorption ist der geschwindigkeitsbestimmende Faktor für die Elimination von

Ropivacain (flip-flop). Deshalb ist die Eliminationshalbwertszeit nach epiduraler Anwendung länger

als nach intravenöser Anwendung (4,2 h vs 1,7 h).

Ropivacain hat eine mittlere totale Plasmaclearance von 440 ml/min (387-501), eine

Plasmaclearance von 8 l/Min. für das ungebundene Arzneimittel, eine renale Clearance von 1

ml/min.

Nach intravenöser Verabreichung wird 86% der Dosis im Urin ausgeschieden, wovon nur ungefähr

1% in unveränderter Form.

Der Hauptmetabolit ist 3-Hydroxy-Ropivacain, der zu ungefähr 37% vorwiegend konjugiert durch

den Urin ausgeschieden wird. Die Harnausscheidung von 4-Hydroxy-Ropivacain N-desalkyliert und

4-Hydroxydesalkyliert beträgt 1-3%. Konjugiertes und unkonjugiertes 3-Hydroxy-Ropivacain zeigen

nur im Plasma detektierbare Konzentrationen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrie

Die Pharmakokinetik von Ropivacain wurde mittels einer gepoolten Analyse der Daten aus 6

Studien, welche zusammen 192 Kindern zwischen 0-12 Jahren einschlossen, charakterisiert. Freies

Ropivacain, PPX-Clearance und das Verteilungsvolumen von freiem Ropivacain sind sowohl vom

Körpergewicht als auch vom Alter abhängig. Dies solange bis die Leberfunktion voll entwickelt ist.

Danach sind sie grösstenteils vom Körpergewicht abhängig. Die Reife der Clearance von freiem

Ropivacain scheint im Alter von 3 Jahren erreicht zu sein, die von PPX mit 1 Jahr und die des

Verteilungsvolumens von freiem Ropivacain im Alter von 2 Jahren. Das Verteilungsvolumen von

freiem PPX hängt nur vom Körpergewicht ab.

Die Clearance von freiem Ropivacain ist beim Neugeborenen (0-1 Monat) zwischen 2,4 und

3,6 l/h/kg und steigt auf ca. 8-16 l/h/kg beim über 6monatigen Kleinkind. Diese Werte sind innerhalb

des Bereiches von denen bei Erwachsenen. Die Gesamtwerte der Ropivacain-Clearance pro kg

Körpergewicht steigen von ca. 0,1 l/h/kg beim Neugeborenen über 0,15 l/h/kg beim 1monatigen auf

0,3-0,6 l/h/kg um das Alter von 6 Monaten. Das Verteilungsvolumen von freiem Ropivacain pro kg

Körpergewicht steigt von 22 l/kg beim Neugeborenen über 26 l/kg beim 1monatigen auf 42-66 l/kg

um das Alter von 6 Monaten. Das gesamte Distributionsvolumen pro kg Körpergewicht steigt von

0,9 l/kg beim Neugeborenen über 1,0 l/kg beim 1monatigen auf 1,7-2,6 l/kg um das Alter von 6

Monaten. Die terminale Halbwertszeit von Ropivacain ist beim Neugeborenen und 1monatigem

Säugling länger, 6 resp. 5 h, verglichen mit 3 h bei älteren Kindern. Auch die terminale

Halbwertszeit (t1/2) von PPX ist beim Neugeborenen (43 h) und beim 1monatigen Säugling (26 h)

länger als bei älteren Kindern (15 h).

Im Alter von 6 Monaten ändert die empfohlene Dosis für die kontinuierliche epidurale Infusion. Die

freie Ropivacain-Clearance erreicht 34% und das freie PPX 71% des reifen Wertes. Die systemische

Exposition ist bei Neugeborenen, aber auch bei Kleinkindern (1-6 Monate) höher als bei älteren

Kindern, was auf die Unreife der Leberfunktion zurückzuführen ist. Dies wird jedoch teilweise durch

die empfohlene 50% niedrigere Dosis für die kontinuierliche epidurale Infusion bei Kindern unter 6

Monaten kompensiert.

Simulationen der Summe der Plasmakonzentrationen von freiem Ropivacain und PPX, basierend auf

den pharmakokinetischen Parametern und deren Streuung in der Populationsanalyse, ergaben, dass

für eine einzelne caudale Blockade die empfohlene Dosierung um den Faktor 2,7 in der jüngsten

Gruppe und um den Faktor 7,4 in der Gruppe der 1-10jährigen erhöht werden muss, um die obere

Grenze des 90% Konfidenzintervalls und damit eine systemische Toxizität zu erreichen. Die

entsprechenden Faktoren für die kontinuierliche epidurale Infusion sind 1,8 bzw. 3,8.

Eine beeinträchtigte Nierenfunktion hat keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die

Pharmakokinetik von Ropivacain. Die renale Clearance von PPX korreliert signifikant mit der

Kreatinin-Clearance. Der Mangel an Korrelation zwischen Totalexposition, ausgedrückt als AUC,

mit der Kreatinin-Clearance zeigt, dass die totale Clearance von PPX zusätzlich zur renalen

Ausscheidung einen nicht-renalen Eliminationsschritt einschliesst. Einige Patienten mit

beeinträchtigter Nierenfunktion können eine erhöhte PPX-Exposition haben aufgrund einer tiefen

nicht-renalen Clearance. Aufgrund der reduzierten ZNS-Toxizität von PPX im Vergleich zu

Ropivacain werden die klinischen Konsequenzen für die Kurzzeitbehandlung als vernachlässigbar

eingestuft.

Schwangerschaft

Ropivacain passiert die Plazentaschranke und das Gleichgewicht in bezug auf die freie, ungebundene

Substanz stellt sich ein. Da die Bindung an Plasmaproteine beim Fetus geringer ist als bei der Mutter,

wird bei der Mutter eine grössere totale Plasmakonzentration erreicht.

Präklinische Daten

Sicherheitsstudien in vitro und am Tier lassen für den Menschen bezüglich Mutagenität, einmaliger

und wiederholter Anwendung, und für die Reproduktion keine Risiken erkennen.

Sicherheitspharmakologisch sind bei überhöhten Dosen Symptome des ZNS (Krämpfe, auftretend

vor kardiovaskulären Effekten) und Kardiotoxizität – etwas geringer als bei Bupivacain – zu

erwarten.

Letztere kann eine verlangsamte Reizleitung, einen negativ inotropen Effekt, sowie dosisabhängig

Arrhythmien und Herzstillstand zur Folge haben. Die unter hohen intravenösen Dosen auftretenden

Effekte können mit entsprechenden Notfallmassnahmen erfolgreich abgewendet werden. Trächtige

Schafe liessen keine höhere Empfindlichkeit gegenüber toxischen Wirkungen von Ropivacain

erkennen als nichtträchtige Tiere.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die Löslichkeit von Ropivacain ist bei einem pH-Wert von über 6 limitiert. Dies muss berücksichtigt

werden bei Zugabe von alkalischen Lösungen (z.B. Carbonate), weil bei höheren pH-Werten

Präzipitation auftreten kann.

Kompatibilitäten

Infusionslösung (Naropin Konzentration 1-2 mg/ml) ist kompatibel mit: Fentanylzitrat (1,0-

10,0 µg/ml), Sulfentanilzitrat (0,4-4,0 µg/ml), Morphinsulfat (20-100 µg/ml), Clonidin HCl (5,0-

50,0 µg/ml). Die chemische und physikalische Stabilität dieser Mischung wurde für 30 Tage (bei

30 °C) gezeigt. Aus mikrobiologischen Gründen ist die gebrauchsfertige Zubereitung sofort zu

verwenden.

Besondere Lagerungshinweise

Naropin sollte nicht über 30 °C aufbewahrt werden. Lösungen sollten nicht tiefgefroren werden.

Hinweise für die Handhabung

Naropin enthält kein Konservierungsmittel und ist nur zum Einmalgebrauch bestimmt. Jegliche nicht

verbrauchte Lösung muss nach Öffnen des Behälters verworfen werden.

Der verschlossene Polypropylen-Behälter kann nicht erneut autoklaviert werden.

Die Ampullen passen auf Luerlock und Luerfit Spritzen

Zulassungsnummer

54`015 (Swissmedic)

Packungen

Naropin 0,2%

Sterile DuoFit Twist-off Kunststoffampullen: 5× 10 ml und 5× 20 ml. [B]

Infusionsbeutel (Polybag): 1× 100 ml, 1× 200 ml, 5× 100 ml und 5× 200 ml. [B]

Naropin 0,5%

Sterile DuoFit Twist-off Kunststoffampullen: 5× 10 ml. [B]

Naropin 0,75%

Sterile DuoFit Twist-off Kunststoffampullen: 5× 10 ml und 5× 20 ml. [B]

Naropin 1%

Sterile DuoFit Twist-off Kunststoffampullen: 5× 10 ml und 5× 20 ml. [B]

Zulassungsinhaberin

Aspen Pharma Schweiz GmbH, Baar

Stand der Information

September 2017

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier