Naltrexin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Naltrexin Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • naltrexoni hydrochloridum 50 mg, excipiens pro compresso Dunst.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Naltrexin Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Opiat-Antagonist zur Entwöhnung nach erfolgter Entgiftung von Opiatabhängigen, von Alkoholabhängigen.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 56109
  • Berechtigungsdatum:
  • 22-04-2003
  • Letzte Änderung:
  • 25-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Naltrexin

Was ist Naltrexin und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Der Wirkstoff Naltrexon ist ein reiner Opiatantagonist und blockiert die Wirkung verabreichter

Opiate. Naltrexin wird als medikamentöse Unterstützung der Entwöhnungsbehandlung

Opiatabhängiger nach erfolgreicher Entgiftung eingesetzt.

Ebenso wird Naltrexin zur medikamentösen Unterstützung bei der Alkohol-Entwöhnungsbehandlung

verwendet. Es dämpft die euphorisierende Alkohol-Wirkung und das übermässige Alkoholverlangen

(Craving).

Wann darf Naltrexin nicht eingenommen werden?

Naltrexin darf nicht eingenommen werden bei:

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe (u.a. Lactose)

·akuter Hepatitis (Gelbsucht)

·schwerer Lebererkrankung

·schwere Nierenfunktionsstörungen

·opiatabhängigen Patienten (da akute Opiatentzugssyndrome auftreten können)

·Patienten mit akuten Opiat-Entzugssymptomen

·Patienten mit einem positiven Opiat-Nachweis im Urin oder

Patienten, die auf Injektion von Naloxon mit Entzugserscheinungen reagieren;

·Patienten, die opiathaltige Arzneimitteln erhalten

·Patienten, die Methadon erhalten.

Wann ist bei der Einnahme von Naltrexin Vorsicht geboten?

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn bei Ihnen Leber- oder Nierenerkrankungen

bekannt sind.

Falls Sie aus irgendeinem Grund (z.B. im Notfall) von einem anderen Arzt oder einer anderen Ärztin

behandelt werden, sollten Sie sie über die Behandlung mit Naltrexin informieren.

Patienten, die unter Naltrexinbehandlung stehen, sollten keine opiathaltigen Arzneimittel erhalten.

Beim gleichzeitigen Gebrauch von Naltrexin und opiathaltigen Arzneimitteln (z.B. bestimmte

Arzneimittel gegen Husten, gegen Durchfall, gegen Schmerzen oder gegen Erkältungssymptome)

kann es zu verminderter Wirkung dieser Arzneimittel kommen. Benötigt der Patient in

Notfallsituationen starke Schmerzmittel, kann die zur Schmerzbeseitigung erforderliche Dosis höher

sein. Die dabei auftretende Atemdepression und andere Symptome können verstärkt sein und länger

andauern, so dass der Patient unbedingt ärztlich überwacht werden muss.

Zwischen dem Absetzen der Opiate und Beginn der Naltrexin-Behandlung muss die vom Arzt bzw.

der Ärztin vorgeschriebene Frist eingehalten werden.

Opiatabhängige Patienten:Es besteht Lebensgefahr bei Selbstverabreichung hoher Dosen von

Opiaten!

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Dies gilt im verstärkten Mass im Zusammenwirken mit

Alkohol.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an andern

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Naltrexin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Es liegen keine wissenschaftlichen Untersuchungen bei Frauen vor.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Naltrexin nur auf ausdrückliche ärztliche

Verschreibung eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Naltrexin?

Opiatabhängige Patienten

Das Dosierungsschema von Naltrexin wird von Ihrem Arzt festgelegt. Es kann 1 Filmtablette pro

Tag betragen oder wie folgt aussehen: montags und mittwochs je 2 Filmtabletten und freitags 3

Filmtabletten, wobei die Filmtabletten jeweils auf einmal eingenommen werden sollten.

Bevor der Arzt Ihnen Naltrexin verschreibt, wird er sicherstellen, dass Sie opiatfrei sind.

Die Dauer der Behandlung ist variabel.

Bei Patienten unter 18 Jahren liegen keine Erfahrungen vor.

Alkoholabhängige Patienten

Die übliche Tagesdosis beträgt 1 Filmtablette pro Tag.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Hinweis

Patienten, die eine Naltrexin-Behandlung erhalten, sollten einen Ausweis bei sich tragen, der auf die

Behandlung aufmerksam macht.

Welche Nebenwirkungen kann Naltrexin haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Naltrexin auftreten. Diese

Begleiterscheinungen können auch bei nicht mit Naltrexin behandelten Patienten während des

Entzugs auftreten:

Sehr häufig: Nervosität, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Unruhe, Bauchschmerzen,

Übelkeit, Erbrechen, Gelenk- und Muskelschmerzen und Schwäche.

Häufig: Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, psychische Störungen, Schwindelgefühl, gesteigerter

Tränenfluss, schneller Puls, Herzklopfen, Schmerzen im Brustraum, Durchfall, Verstopfung,

Hautausschlag, Harnverhalt, verzögerte Ejakulation, Erektionsstörungen, Störungen des Sexualtriebs,

Durst, gesteigerte Energie, Schüttelfrost, Schweissausbrüche.

Gelegentlich: Schwellung der Lymphknoten, Halluzination, Verwirrtheit, Niedergeschlagenheit,

Depression, Paranoia, Desorientierung, Albträume, Unruhe, ungewöhnliche Träume, Zittern,

Schläfrigkeit, Verschwommensehen, Augenreizungen, Lichtscheu, Schwellungen des Auges,

Augenschmerzen, müde Augen, Ohrenbeschwerden, Ohrenschmerzen, Ohrgeräusche,

Drehschwindel, Blutdruckschwankungen, Erröten, verstopfte Nase, Nasenbeschwerden, laufende

Nase, Niesen, Beschwerden im Rachenbereich, geänderte Stimme, vermehrter Speichel,

Nasennebenhöhlenbeschwerden, Atemnot, Husten, Gähnen, Blähungen, Hämorrhoiden,

Mundtrockenheit, Ulcus (Magengeschwür), Leberstörungen bis zur Leberentzündung (z.B. mit

Gelbsucht), fettige Haut, Juckreiz, Akne, Haarausfall, Leistenschmerz, häufiges Wasserlassen,

Beschwerden beim Wasserlösen, gesteigerter Appetit, Gewichtsverlust, Gewichtszunahme, Fieber,

Schmerzen, Kältegefühl in den Armen und Beinen, Hitzewallungen.

Selten: Fleckförmige Einblutungen in der Haut, suizidale Gedanken, Suizidversuch, Sprachstörungen

Sehr selten:Erregung, Euphorie und Zerstörung von Muskelfasern, das sich als Fieber,

Muskelschmerzen und Muskelschwäche äussert und eine sofortige intensive Behandlung erfordert.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel ist vor Licht geschützt bei Raumtemperatur (15 – 25°C) und ausser Reichweite von

Kindern aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, der über

die ausführliche Fachinformation verfügt.

Was ist in Naltrexin enthalten?

1 Filmtablette enthält: 50 mg Naltrexonhydrochlorid entsprechend 45,2 mg Naltrexon.

Zulassungsnummer

56‘109 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Naltrexin? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen zu 28 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

OrPha Swiss GmbH, 8700 Küsnacht

Diese Packungsbeilage wurde im September 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.