Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Wirkstoff:
MYCOPHENOLAT MOFETIL
Verfügbar ab:
Accord Healthcare B.V.
ATC-Code:
L04AA06
INN (Internationale Bezeichnung):
MYCOPHENOLATE MOFETIL
Einheiten im Paket:
50 Stück (Blister), Laufzeit: 36 Monate,150 Stück (Blister), Laufzeit: 36 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Mycophenolsäure
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-28355
Berechtigungsdatum:
2009-06-17

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Mycophenolatmofetil

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Mycophenolatmofetil Accord und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Mycophenolatmofetil Accord beachten?

Wie ist Mycophenolatmofetil Accord einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Mycophenolatmofetil Accord aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST MYCOPHENOLATMOFETIL ACCORD UND WOFÜR WIRD ES

ANGEWENDET?

Immunsuppressiva.

Mycophenolatmofetil Accord Tabletten werden angewendet um zu vermeiden, dass Ihr Körper eine

transplantierte Niere, Leber oder ein transplantiertes Herz abstößt. Mycophenolatmofetil Accord

Tabletten werden zusammen mit anderen Arzneimitteln, wie Ciclosporin und Corticosteroide,

angewendet.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON MYCOPHENOLATMOFETIL

ACCORD BEACHTEN?

WARNUNG

Mycophenolat führt zu Missbildungen und Fehlgeburt. Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger

werden könnte, müssen Sie vor Beginn der Behandlung einen negativen Schwangerschaftstest

vorweisen und die Anweisungen Ihres Arztes zur Verhütung befolgen.

Ihr Arzt wird Sie mündlich informieren und Ihnen eine gedruckte Informationsbroschüre mitgeben,

die insbesondere auf die Wirkungen von Mycophenolat auf ungeborene Babys eingeht. Lesen Sie die

Informationen sorgfältig durch und halten Sie sich an die Anweisungen.

Wenn Sie die Anweisungen nicht vollständig verstehen, bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen diese erneut zu

erklären, bevor Sie mit der Anwendung von Mycophenolat beginnen. Beachten Sie ebenfalls die

Informationen in diesem Abschnitt unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ und

„Schwangerschaft, Verhütung und Stillzeit“.

Mycophenolatmofetil Accord darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Mycophenolatmofetil, Mycophenolsäure oder einen der in

Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile von Mycophenolatmofetil Accord Filmtabletten

sind;

wenn Sie eine Frau sind, die schwanger sein könnte und Sie keinen negativen

Schwangerschaftstest vor Ihrer ersten Verschreibung vorgewiesen haben, da Mycophenolat zu

Missbildungen und fetalem Tod führt.

wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder glauben, schwanger zu sein.

wenn Sie keine wirksame Empfängnisverhütung verwenden (siehe Schwangerschaft, Verhütung

und Stillzeit).

wenn Sie stillen.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel nicht ein, wenn einer der oben aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft.

Fragen Sie vor der Einnahme von Mycophenolatmofetil Accord bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach,

wenn Sie sich nicht sicher sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Mycophenolatmofetil Accord Filmtabletten einnehmen.

Sie sollten Ihren Arzt sofort informieren,

wenn Sie Anzeichen einer Infektion (z. B. Fieber, Halsschmerzen), unerwartete blaue Flecken

und/oder Blutungen bemerken;

wenn Sie gegenwärtig oder früher Probleme mit Ihrem Verdauungssystem, z. B.

Magengeschwüre, haben bzw. hatten.

wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder während der Behandlung mit Mycophenolatmofetil

Accord schwanger werden.

wenn Sie einen seltenen. erblichen Mangel des Enzyms Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-

Transferase (HGPRT) haben, wie z. B. das Lesch-Nyhan- oder das Kelley-Seegmiller-Syndrom.

Fragen Sie vor der Einnahme von Mycophenolatmofetil Accord sofort bei Ihrem Arzt nach, wenn

einer der oben aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft (oder Sie sich nicht sicher sind).

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 18 Jahren

Mycophenolatmofetil Filmtabletten werden bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 2 bis 18

Jahren) verwendet, um zu verhindern, dass der Körper nach einer Nierentransplantation das

verpflanzte Organ abstößt.

Mycophenolatmofetil Filmtabletten sollen bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 2 bis 18

Jahren) bei Herz- oder Lebertransplantationen nicht angewendet werden.

Mycophenolatmofetil Filmtabletten sollen bei Kindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden.

Die Auswirkungen von Sonnenlicht

Mycophenolatmofetil Accord schränkt Ihre körpereigene Abwehrkraft ein. Aus diesem Grund besteht

ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Hautkrebs. Sie sollten sich daher vor zu viel Sonnenlicht

und UV-Strahlung schützen. Das können Sie machen, indem Sie:

schützende Kleidung tragen, die auch Ihren Kopf, Ihren Hals und Ihre Arme und Beine bedeckt

Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor verwenden.

Einnahme von Mycophenolatmofetil Accord zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel, einschließlich pflanzliche Arzneimittel, handelt. Der Grund

hierfür ist, dass Mycophenolatmofetil Accord die Wirkungsweise von einigen anderen Arzneimitteln

beeinflussen kann. Ebenso können andere Arzneimittel die Wirkungsweise von Mycophenolatmofetil

Accord beeinflussen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie mit der Einnahme von Mycophenolatmofetil

Accord beginnen, insbesondere wenn Sie eines der nachfolgenden Arzneimittel einnehmen:

Azathioprin oder andere Arzneimittel, die Ihr Immunsystem unterdrücken – diese werden nach

einer Organtransplantation verabreicht

Colestyramin – angewendet zur Behandlung eines hohen Cholesterinspiegels

Rifampicin – ein Antibiotikum, das zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen, wie z.B.

Tuberkulose (TB), angewendet wird

Antazida oder Protonenpumpenhemmer – angewendet bei Säureproblemen im Magen, wie

z.B.Verdauungsstörungen

Phosphatbinder – angewendet bei Personen mit chronischer Niereninsuffizienz, um die Aufnahme

von Phosphaten in ihr Blut zu vermindern.

Antibiotika – angewendet zur Behandlung bakterieller Infektionen

Isavuconazol – angewendet zur Behandlung von Pilzinfektionen

Telmisartan – angewendet zur Behandlung von Bluthochdruck

Aciclovir, Ganciclovir und Valganciclovir.

Impfungen

Wenn Sie während der Einnahme von Mycophenolatmofetil Accord eine Impfung (Lebendimpfstoff)

benötigen, sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Ihr Arzt wird Ihnen raten, welche

Impfungen Sie erhalten können.

Sie dürfen während und für mindestens 6 Wochen nach Beendigung einer Behandlung mit

Mycophenolatmofetil Accord kein Blut spenden. Männer dürfen während und für mindestens 90 Tage

nach Beendigung einer Behandlung mit Mycophenolatmofetil Accord keinen Samen spenden.

Einnahme von Mycophenolatmofetil Accord zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Einnahme von Nahrungsmitteln und Getränken hat keine Auswirkung auf Ihre Behandlung mit

Mycophenolatmofetil Accord Tabletten.

Schwangerschaft, Verhütung und Stillzeit

Verhütung bei Frauen, die Mycophenolatmofetil Accord einnehmen

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, müssen Sie während der Einnahme von

Mycophenolatmofetil Accord immer zwei wirksame Methoden zur Empfängnisverhütung anwenden.

Das bedeutet:

Bevor Sie mit der Anwendung von Mycophenolatmofetil Accord beginnen

Während Ihrer gesamten Behandlung mit Mycophenolatmofetil Accord

Für 6 Wochen, nachdem Sie die Anwendung von Mycophenolatmofetil Accord beendet

haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Verhütungsmethode, die für Sie am besten geeignet ist. Dies

hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Wenden Sie vorzugsweise zwei Formen der

Empfängnisverhütung an, um das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft zu verringern.

Informieren Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt, wenn Sie glauben, dass Ihre

Verhütungsmethode nicht wirksam war oder Sie die Einnahme der Pille zur Verhütung

vergessen haben.

Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sind Sie eine Frau, die nicht schwanger werden

kann:

Sie sind postmenopausal, d. h. mindestens 50 Jahre alt und Ihre letzte Periode liegt länger als

ein Jahr zurück (wenn Ihre Periode ausgeblieben ist, weil Sie sich einer Behandlung gegen

Krebs unterzogen haben, besteht immer noch die Möglichkeit, dass Sie schwanger werden

könnten)

Ihre Eileiter und beide Eierstöcke wurden operativ entfernt (bilaterale Salpingo-Ovariektomie)

Ihre Gebärmutter wurde operativ entfernt (Hysterektomie)

Ihre Eierstöcke sind nicht mehr funktionsfähig (vorzeitiges Versagen der Eierstöcke, was

durch einen Facharzt für Gynäkologie bestätigt wurde)

Sie wurden mit einem der folgenden, seltenen, angeborenen Zustände, die das Eintreten einer

Schwangerschaft ausschließen, geboren: XY-Gonadendysgenesie, Turner-Syndrom oder

Uterusagenesie

Sie sind ein Kind oder Teenager, dessen Periode noch nicht eingetreten ist.

Verhütung bei Männern, die Mycophenolatmofetil Accord einnehmen

Die verfügbaren Daten deuten nicht darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Missbildungen oder

Fehlgeburten besteht, wenn der Vater Mycophenolat einnimmt. Jedoch kann das Risiko nicht völlig

ausgeschlossen werden. Als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, dass Sie oder Ihre Partnerin

während der Behandlung und noch 90 Tage, nachdem Sie die Anwendung von Mycophenolatmofetil

Accord beendet haben, Kondome anwenden. Wenn Sie beabsichtigen. ein Kind zu bekommen,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Risiken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, glauben schwanger zu sein oder planen schwanger zu werden,

fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels

beginnen. Ihr Arzt wird mit Ihnen über die Risiken im Falle einer Schwangerschaft und die

alternativen Behandlungsmöglichkeiten sprechen, die Ihnen zur Verfügung stehen, um eine Abstoßung

Ihres verpflanzten Organs zu verhindern, wenn:

Sie planen schwanger zu werden.

bei Ihnen eine Monatsblutung ausgeblieben ist oder Sie glauben, dass eine Monatsblutung

ausgeblieben ist, Sie unregelmäßige Blutungen haben oder glauben schwanger zu sein.

Sie Sex haben, ohne eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung anzuwenden.

Wenn Sie während der Behandlung mit Mycophenolat schwanger werden, informieren Sie sofort

Ihren Arzt. Wenden Sie Mycophenolatmofetil Accord trotzdem noch so lange an, bis Sie Ihren Arzt

aufgesucht haben.

Schwangerschaft

Mycophenolat führt sehr häufig zu Fehlgeburten (in 50 % der Fälle) und zu schweren Missbildungen

(in 23 % - 27 % der Fälle) beim ungeborenen Baby. Berichtete Missbildungen schließen Anomalien

der Ohren, Augen, des Gesichts (Lippenspalte/Gaumenspalte), der Entwicklung der Finger, des

Herzens, der Speiseröhre, der Nieren und des Nervensystems ein (z. B. Spina bifida [Missbildung, bei

der die Knochen der Wirbelsäule nicht richtig entwickelt sind]). Ihr Baby kann von einer oder

mehreren Missbildungen betroffen sein.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, müssen Sie vor Beginn der Behandlung einen

negativen Schwangerschaftstest vorweisen und die Anweisungen Ihres Arztes zur Verhütung

befolgen. Ihr Arzt kann mehr als einen Schwangerschaftstest verlangen, um sicherzugehen, dass Sie

vor Beginn der Behandlung nicht schwanger sind.

Stillzeit

Nehmen Sie Mycophenolatmofetil Accord nicht ein, wenn Sie stillen, da kleine Mengen des

Arzneimittels in die Muttermilch gelangen können.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Für Mycophenolatmofetil Accord Tabletten sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit

oder das Bedienen von Maschinen bekannt.

3.

WIE IST MYCOPHENOLATMOFETIL ACCORD EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Mycophenolatmofetil Accord immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wie viel ist einzunehmen?

Die einzunehmende Menge hängt von der Art Ihres Transplantats ab. Die üblichen Dosierungen sind

unten aufgeführt. Die Behandlung wird so lange fortgeführt, wie verhindert werden muss, dass Ihr

Körper das verpflanzte Organ abstößt.

Nierentransplantation

Erwachsene

Die erste Dosis wird Ihnen innerhalb von 3 Tagen nach der Transplantation verabreicht.

Die Tagesdosis beträgt 4 Tabletten (2 g des Arzneimittels), die auf zwei Anwendungen

verteilt eingenommen wird.

Nehmen Sie morgens 2 Tabletten und abends 2 Tabletten ein.

Kinder (im Alter von 2 bis 18 Jahren)

Die verabreichte Dosis hängt von der Größe des Kindes ab.

Ihr Arzt wird aufgrund von Größe und Gewicht Ihres Kindes (Körperoberfläche gemessen

in Quadratmetern oder „m²“) entscheiden, welche Dosis die geeignetste ist. Die

empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 600 mg/m².

Herztransplantation

Erwachsene

Die erste Dosis wird Ihnen innerhalb von 5 Tagen nach der Transplantation verabreicht.

Die Tagesdosis beträgt 6 Tabletten (3 g des Arzneimittels), die auf zwei Anwendungen

verteilt eingenommen wird.

Nehmen Sie morgens 3 Tabletten und abends 3 Tabletten ein.

Kinder

Es liegen keine Informationen für eine Anwendung von Mycophenolatmofetil Accord bei

Kindern mit einem Herztransplantat vor.

Lebertransplantation

Erwachsene

Die erste Dosis orales Mycophenolatmofetil Accord wird Ihnen frühestens 4 Tage nach der

Transplantation verabreicht, und zwar dann, wenn es Ihnen möglich ist, orale Arzneimittel

zu schlucken.

Die Tagesdosis beträgt 6 Tabletten (3 g des Arzneimittels), die auf zwei Anwendungen

verteilt eingenommen wird.

Nehmen Sie morgens 3 Tabletten und abends 3 Tabletten ein

Kinder

Es liegen keine Informationen für eine Anwendung von Mycophenolatmofetil Accord bei

Kindern mit einem Lebertransplantat vor.

Hinweise zu und Art der Anwendung:

Nehmen Sie die Tabletten im Ganzen mit einem Glas Wasser ein. Brechen oder zerstoßen Sie sie

nicht.

Wenn Sie eine größere Menge Mycophenolatmofetil Accord eingenommen haben, als Sie sollten

Suchen Sie sofort einen Arzt auf, oder gehen Sie direkt in ein Krankenhaus, wenn Sie eine größere

Menge Mycophenolatmofetil Accord Tabletten eingenommen haben als Sie sollten, oder wenn jemand

anderes versehentlich Mycophenolatmofetil Accord Tabletten eingenommen hat. Nehmen Sie die

Arzneimittelpackung mit.

Wenn Sie die Einnahme von Mycophenolatmofetil Accord vergessen haben

Falls Sie einmal vergessen Ihr Medikament einzunehmen, nehmen Sie es ein, sobald Sie sich daran

erinnern und führen Sie dann die Einnahme zu den gewohnten Zeiten fort. Nehmen Sie nicht die

doppelte Dosis ein, um eine verpasste Dosis nachzuholen.

Wenn Sie die Einnahme von Mycophenolatmofetil Accord abbrechen

Der Abbruch Ihrer Behandlung mit Mycophenolatmofetil Accord Tabletten kann die

Wahrscheinlichkeit der Abstoßung Ihres transplantierten Organs erhöhen. Hören Sie nicht auf Ihr

Arzneimittel einzunehmen, außer Ihr Arzt weist Sie dazu an.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden

Nebenwirkungen bei sich bemerken - Sie benötigen möglicherweise eine medizinische

Notfallbehandlung:

Anzeichen einer Infektion, wie z.B. Fieber oder Halsschmerzen

unerwartete blaue Flecken oder Blutungen

Ausschlag, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals, mit Atemschwierigkeiten –

Sie haben möglicherweise eine schwere allergische Reaktion auf das Arzneimittel (wie z.B.

Anaphylaxie, Angioödem).

Übliche Probleme

Zu den häufigeren Problemen gehören Durchfall, Verminderung der weißen oder roten

Blutkörperchen, Infektionen und Erbrechen. Ihr Arzt wird regelmäßige Blutuntersuchungen

durchführen, um folgende Veränderungen zu überprüfen:

die Zahl Ihrer Blutzellen

die Menge anderer Bestandteile Ihres Blutes, wie z.B. Zucker, Fett oder Cholesterin.

Kinder haben möglicherweise häufiger als Erwachsene Nebenwirkungen. Dazu gehören Durchfall,

Infektionen, weniger weiße Blutkörperchen und weniger rote Blutkörperchen

Infektionen abwehren

Mycophenolatmofetil Accord schränkt Ihre körpereigene Abwehrkraft ein. Dadurch wird verhindert,

dass der Organismus Ihr verpflanztes Organ abstößt. Infolgedessen ist Ihr Körper aber auch nicht mehr

in der Lage, Infektionen so wirksam wie sonst abzuwehren. Es ist daher möglich, dass Sie mehr

Infektionen bekommen als gewöhnlich. Dazu gehören Infektionen des Gehirns, der Haut, des Mundes,

des Magens und des Darmes, der Lungen und des Harntrakts.

Lymph- und Hautkrebs

Wie es bei Patienten, die mit dieser Art von Arzneimitteln (Immunsuppressiva) behandelt werden,

vorkommen kann, ist eine kleine Anzahl der Mycophenolatmofetil Accord Patienten an Krebs des

Lymphgewebes oder der Haut erkrankt.

Allgemeine Nebenwirkungen

Es können Nebenwirkungen, die den Körper allgemein betreffen, bei Ihnen auftreten. Dazu gehören

schwere allergische Reaktionen (wie z.B. Anaphylaxie, Angioödem), Fieber, starke Müdigkeit,

Schlafstörungen, Schmerzen (wie z.B. Magen-, Brust-, Gelenk- oder Muskelschmerzen oder

Schmerzen beim Wasserlassen), Kopfschmerzen, grippeartige Symptome und Schwellungen.

Des Weiteren können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Hautprobleme wie:

Akne, Fieberbläschen, Gürtelrose, Hautwachstum, Haarausfall, Hautausschlag, Juckreiz.

Probleme des Harntrakts wie:

Nierenprobleme oder Harndrang.

Probleme des Verdauungstrakts und des Mundes wie:

Zahnfleischschwellung und Geschwüre im Mund

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, des Dickdarms oder des Magens

Darmprobleme, einschließlich Blutungen, Leberprobleme

Verstopfung, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Appetitverlust, Blähungen.

Probleme des Nervensystems wie:

Schwindel, Schläfrigkeit oder Taubheitsgefühl

Zittern, Muskelkrämpfe, Krampfanfälle

Gefühl der Angst oder Niedergeschlagenheit, Gemütsschwankungen und Veränderungen im

Denken.

Probleme des Herzens und der Blutgefäße wie:

Blutdruckveränderungen, ungewöhnlicher Herzschlag, Erweiterung der Blutgefäße.

Probleme der Lunge wie:

Lungenentzündung, Bronchitis

Kurzatmigkeit, Husten, möglicherweise aufgrund von Bronchiektasie (eine Erkrankung, bei der

die Atemwege der Lunge ungewöhnlich erweitert sind) oder Lungenfibrose (verstärkte Bildung

von Bindegewebe in der Lunge). Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie unter anhaltendem

Husten oder Atemlosigkeit leiden.

Flüssigkeit in der Lunge oder in der Brust

Probleme mit den Nebenhöhlen.

Andere Probleme wie:

Gewichtsabnahme, Gicht, hoher Blutzucker, Blutungen, blaue Flecken.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

anzuzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST MYCOPHENOLATMOFETIL ACCORD AUFZUBEWAHREN?

Nicht über 25°C lagern. Die Blisterpackung im Umkarton aufbewahren um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton (Verwendbar bis) angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht verwendete Arzneimittel immer an Ihren Apotheker zurückgeben. Bewahren Sie es nur auf,

wenn Ihr Arzt Sie dazu anweist.

Entsorgen Sie

Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Mycophenolatmofetil Accord enthält

Der Wirkstoff ist 500 mg Mycophenolatmofetil.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (Avicel PH 102), Povidon (k-90), Hydroxypropylcellulose,

Croscarmellose-Natrium, Talkum, Magnesiumstearat.

Tablettenüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol 400, Eisenoxid rot (E 172),

Indigocarmin Aluminiumlack (E 132), Eisenoxid schwarz (E 172).

Wie Mycophenolatmofetil Accord aussieht und Inhalt der Packung

Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten sind violett gefärbte, kapselförmige, bikonvexe,

Filmtabletten, mit der Prägung “AHI” auf der einen Seite und “500” auf der anderen Seite.

Mycophenolatmofetil Accord Tabletten sind in Blisterpackungen mit 50, 150 und 250 Tabletten

erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Accord Healthcare Limited,

Sage House, 319, Pinner Road,

North Harrow, Middlesex, HA1 4HF,

Vereinigtes Königreich

Hersteller

Wessling Hungary Limited

1047 Budapest, Fóti út 56.

Ungarn

Accord Healthcare Limited

Sage House, 319, Pinner Road

North Harrow, Middlesex HA1 4HF, Vereinigtes Königreich

Accord Healthcare Polska Sp.z o.o.,

ul. Lutomierska 50,95-200 Pabianice, Polen

Z.Nr.: 1-28355

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Name des Mitgliedsstaates

Bezeichnung des Arzneimittels

Österreich

Mycophenolatmofetil Accord 500mg Filmtabletten

Belgien

Mycophenolatmofetil Accord Healthcare 500mg comprimés pelliculés

Zypern

Mycophenolatmofetil Accord 500mg επικαλυμμένα με λεπτό υμένιοx δισκία

Dänemark

Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmovertrukne tabletter

Estland

Mycophenolatmofetil Accord 500mg õhukese polümeerikattega tabletid

Finnland

Mycophenolatmofetil Accord 500mg Tabletti, kalvopäällysteinen /

Filmdragerade tabletter

Frankreich

Mycophenolatmofetil Accord Healthcare 500mg comprimé pelliculé

Deutschland

Mycophenolatmofetil Accord 500mg Filmtabletten

Griechenland

Myfetil® 500 mg επικαλυμμένα με λεπτό υμένιο δισκία

Irland

Mycophenolatmofetil 500mg film-coated Tablets

Italien

Mycophenolatmofetil Accord Healthcare 500mg compresse rivestite con

film

Lettland

Mycophenolatmofetil Accord 500mg apvalkotās tabletes

Litauen

Mycophenolatmofetil Accord 500 mg plėvele dengtos tabletės

Malta

Mycophenolatmofetil 500mg

Norwegen

Mycophenolatmofetil Accord 500mg Tablett, filmdrasjert

Polen

Mycofit , 500 mg, tabletki powlekane

Portugal

Micofanolato de Mofetil Accord 500 mg comprimidos revestidos por

pelicula

Spanien

Micofenolato de mofetilo STADA 500 mg comprimidos recubiertos con

película EFG

Schweden

Mycophenolate Accord 500mg Filmdragerade tabletter

Niederlande

Mycophenolaat Mofetil Accord 500mg filmomhulde tabletten

Vereinigtes Königreich

Mycophenolatmofetil 500mg Film–coated Tablets

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2019.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 500 mg Mycophenolatmofetil.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Violett gefärbte, kapselförmige, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung „AHI“ auf der einen Seite

und „500“ auf der anderen Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1.

Anwendungsgebiete

Mycophenolatmofetil Accord ist in Kombination mit Ciclosporin und Corticosteroiden zur Prophylaxe

akuter Transplantatabstoßung bei Patienten mit allogener Nieren-, Herz- oder Lebertransplantation

angezeigt.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Mycophenolatmofetil Accord sollte von entsprechend qualifizierten

Transplantations-Spezialisten eingeleitet und fortgeführt werden.

Dosierung

Anwendung bei Nierentransplantation

Erwachsene

Die orale Mycophenolatmofetil Accord -Therapie sollte innerhalb von 72 Stunden nach der

Transplantation eingeleitet werden. Für Nierentransplantationspatienten beträgt die empfohlene Dosis

1 g zweimal täglich (Tagesdosis: 2 g).

Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 18 Jahren

Die empfohlene Dosis Mycophenolatmofetil Accord beträgt 600 mg/m

zweimal täglich oral

verabreicht (bis zu einer maximalen Tagesdosis von 2 g). Mycophenolatmofetil Accord 500 mg

Tabletten in einer Dosierung von 1 g zweimal täglich (Tagesdosis: 2 g) sollten nur Patienten mit einer

Körperoberfläche von mehr als 1,5m

verordnet werden. Da im Vergleich zu Erwachsenen in dieser

Altersgruppe einige Nebenwirkungen häufiger auftreten (siehe Abschnitt 4.8), kann eine

vorübergehende Dosisreduzierung oder Unterbrechung der Behandlung erforderlich sein; dabei

müssen relevante klinische Faktoren einschließlich der Stärke der Reaktion berücksichtigt werden.

Kinder (< 2 Jahre)

Für Kinder unter 2 Jahren liegen begrenzte Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten vor. Diese sind

unzureichend, um Dosierungsempfehlungen zu machen und daher wird die Anwendung in dieser

Altersgruppe nicht empfohlen.

Anwendung bei Herztransplantation

Erwachsene

Die orale Mycophenolatmofetil Accord -Therapie sollte innerhalb von 5 Tagen nach der

Transplantation eingeleitet werden. Die empfohlene Dosis für Herztransplantationspatienten beträgt

1,5 g zweimal täglich (Tagesdosis: 3 g).

Kinder und Jugendliche

Für pädiatrische Herztransplantationspatienten liegen keine Daten vor.

Anwendung bei Lebertransplantation

Erwachsene

Mycophenolatmofetil Accord sollte nach einer Lebertransplantation für die ersten 4 Tage intravenös

verabreicht werden. Danach, sobald dies vertragen wird, sollte die orale Gabe von

Mycophenolatmofetil Accord eingeleitet werden. Bei Lebertransplantationspatienten beträgt die

empfohlene orale Dosis 1,5 g zweimal täglich (Tagesdosis: 3 g).

Kinder und Jugendliche

Für pädiatrische Lebertransplantationspatienten liegen keine Daten vor.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten erweist sich die empfohlene Dosis von zweimal täglich 1 g bei

Nierentransplantationen und zweimal täglich 1,5 g bei Herz- oder Lebertransplantationen als geeignet.

Niereninsuffizienz

Bei Nierentransplantationspatienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz (glomeruläre

Filtrationsrate < 25 ml/min/1,73 m

) sollten außerhalb der unmittelbaren postoperativen Periode

Dosierungen von mehr als 1 g zweimal täglich vermieden werden. Diese Patienten sollten zudem

sorgfältig überwacht werden. Bei Patienten mit verzögertem Funktionseintritt des Nierentransplantats

nach der Operation ist keine Anpassung der Dosis erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Für Herz- oder

Lebertransplantationspatienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz liegen keine Daten vor.

Schwere Leberinsuffizienz

Bei Nierentransplantationspatienten mit schwerer Leberparenchymerkrankung sind Dosisanpassungen

nicht erforderlich. Für Herztransplantationspatienten mit schwerer Leberparenchymerkrankung liegen

keine Daten vor.

Behandlung während Abstoßungsepisoden

Mycophenolsäure (MPA) ist der aktive Metabolit von Mycophenolatmofetil. Eine renale

Transplantatabstoßung führt nicht zu Änderungen der Pharmakokinetik von MPA; Dosisreduzierung

oder Unterbrechung der Behandlung mit Mycophenolatmofetil Accord ist nicht notwendig. Es besteht

kein Grund für eine Dosisanpassung von Mycophenolatmofetil nach Abstoßung eines

Herztransplantats. Pharmakokinetische Daten bei Abstoßung eines Lebertransplantats liegen nicht vor.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des Arzneimittels

Da Mycophenolatmofetil bei Ratten und Kaninchen eine teratogene Wirkung gezeigt hat, sollten die

Mycophenolatmofetil-Kapseln nicht geöffnet oder zerdrückt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Mycophenolatmofetil Accord darf bei Patienten, die überempfindlich gegen Mycophenolatmofetil,

Mycophenolsäure oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile sind, nicht

angewendet werden. Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Mycophenolatmofetil wurden beobachtet

(siehe Abschnitt 4.8).

Mycophenolatmofetil darf bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame

Verhütungsmethode verwenden, nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.6).

Eine Behandlung mit Mycophenolatmofetil darf bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne Vorlage eines

Schwangerschaftstestergebnisses nicht begonnen werden, um eine unbeabsichtigte Anwendung

während der Schwangerschaft auszuschließen (siehe Abschnitt 4.6).

Mycophenolatmofetil darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer wenn keine

geeignete alternative Behandlung zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung zur Verfügung steht

(siehe Abschnitt 4.6).

Mycophenolatmofetil Accord darf bei stillenden Frauen nicht angewendet werden (siehe Abschnitt

4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Neoplasien

Patienten, die unter der Behandlung mit Immunsuppressiva stehen, was eine Kombination von

Arzneimitteln einschließlich Mycophenolatmofetil Accord umfasst, sind einem erhöhten Risiko von

Lymphomen und anderen Malignitäten, insbesondere der Haut, ausgesetzt (siehe Abschnitt 4.8). Das

Risiko scheint eher von der Intensität und der Dauer der Immunsuppression als von der Verwendung

eines bestimmten Mittels abhängig zu sein. Um das Hautkrebsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren,

wird im Allgemeinen geraten, sich nur begrenzt und mit schützender Kleidung dem Sonnen- und UV-

Licht auszusetzen sowie ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor zu benutzen.

Infektionen

Patienten, die mit Immunsuppressiva, einschließlich Mycophenolatmofetil Accord behandelt werden,

haben ein erhöhtes Risiko für opportunistische (durch Bakterien, Pilze, Viren und Protozoen

verursachte) Infektionen, tödliche Infektionen und Sepsis (siehe Abschnitt 4.8). Derartige Infektionen

schließen latente virale Reaktivierung, wie z. B. Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Reaktivierung und

durch Polyomaviren hervorgerufene Infektionen (

-Virus-Nephropathie und die mit dem JC-Virus

verbundene progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)) ein. Fälle von Hepatitis durch

Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-reaktivierung sind bei Virusträgern unter Anwendung von

Immunsuppressiva berichtet worden.

Diese Infektionen sind häufig mit einer hohen immunsuppressiven Gesamtexposition verbunden und

können zu einer schwerwiegenden oder tödlichen Erkrankung führen, die Ärzte bei

immunsupprimierten Patienten mit sich verschlechternder Nierenfunktion oder neurologischen

Symptomen differentialdiagnostisch in Betracht ziehen müssen.

Bei Patienten, die Mycophenolatmofetil in Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhielten, ist

über Hypogammaglobulinämie in Verbindung mit wiederkehrenden Infektionen berichtet worden. In

einigen dieser Fälle führte die Umstellung von Mycophenolatmofetil auf ein alternatives

Immunsuppressivum zu einer Normalisierung der Serum-IgG-Werte. Bei Patienten mit

wiederkehrenden Infektionen, die mit Mycophenolatmofetil behandelt werden, sollten die Serum-

Immunglobuline gemessen werden. In Fällen von anhaltender, klinisch relevanter

Hypogammaglobulinämie sollten geeignete klinische Maßnahmen, unter Beachtung der starken

zytostatischen Wirkung, die Mycophenolsäure auf T- und B-Lymphozyten hat, in Betracht gezogen

werden. Bei Erwachsenen und Kindern, die Mycophenolatmofetil in Kombination mit anderen

Immunsuppressiva erhielten, sind Fälle von Bronchiektasie berichtet worden. In einigen dieser Fälle

führte die Umstellung von Mycophenolatmofetil auf ein anderes Immunsuppressivum zu einer

Verbesserung der Atemwegsbeschwerden. Das Risiko einer Bronchiektasie kann mit einer

Hypogammaglobulinämie assoziiert oder eine direkte Auswirkung auf die Lunge sein. In Einzelfällen

wurden auch interstitielle Lungenerkrankung und Lungenfibrose berichtet, von denen einige einen

tödlichen Ausgang hatten (siehe Abschnitt 4.8). Es wird empfohlen, Patienten, die anhaltende

pulmonale Symptome, wie Husten oder Dyspnoe entwickeln, umgehend ärztlich zu untersuchen.

Blut und Immunsystem

Patienten, die Mycophenolatmofetil Accord erhalten, sollten bezüglich Neutropenie überwacht

werden, die auf Mycophenolatmofetil selbst, Begleitmedikamente, Virusinfektionen oder eine

Kombination dieser Ursachen zurückzuführen sein kann. Bei Patienten, die Mycophenolatmofetil

Accord einnehmen, sollte ein komplettes Blutbild während des ersten Monats der Behandlung

wöchentlich, während des zweiten und dritten Monats zweimal pro Monat und dann monatlich für die

restlichen 9 Monate des ersten Jahres gemacht werden. Falls Neutropenie auftritt (absolute

Neutrophilenzahl < 1,3 x 10

/µl), kann es angebracht sein, die Behandlung mit Mycophenolatmofetil

Accord zu unterbrechen oder abzubrechen.

Fälle von Erythroblastopenien (pure red cell aplasia [PRCA]) wurden bei Patienten, die mit

Mycophenolatmofetil in Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelt wurden, berichtet.

Der Mechanismus einer durch Mycophenolatmofetil induzierten PRCA ist unbekannt. Eine PRCA

kann nach einer Dosisreduktion oder einem Abbruch der Therapie mit Mycophenolatmofetil reversibel

sein. Bei Transplantationspatienten sollte eine Änderung der Behandlung mit Mycophenolatmofetil

nur unter geeigneter Kontrolle vorgenommen werden, um das Risiko einer Abstoßungsreaktion so

gering wie möglich zu halten (siehe Abschnitt 4.8).

Patienten, die mit Mycophenolatmofetil behandelt werden, sollen angewiesen werden, sofort über

jedes Anzeichen einer Infektion, unerwartete Blutergüsse, Blutungen oder andere Manifestationen

einer Knochenmarksdepression zu berichten.

Patienten sollten informiert werden, dass Impfungen während der Mycophenolatmofetil Accord -

Behandlung weniger wirksam sein können und, dass die Anwendung attenuierter Lebendimpfstoffe

vermieden werden sollte (siehe Abschnitt 4.5). Eine Grippeimpfung könnte nützlich sein. Die

verschreibenden Ärzte sollten sich an die nationalen Richtlinien zur Grippeimpfung halten.

Verdauungstrakt

Mycophenolatmofetil ist mit einer erhöhten Inzidenz von Nebenwirkungen des Verdauungssystems,

einschließlich seltener Fälle gastrointestinaler Ulzeration, Hämorrhagie und Perforation, in

Zusammenhang gebracht worden. Mycophenolatmofetil Accord sollte bei Patienten mit aktiven

schweren Erkrankungen des Verdauungstrakts mit Vorsicht verabreicht werden.

Mycophenolatmofetil ist ein IMPDH- (Inosinmonophosphat-Dehydrogenase) Hemmer. Aus diesem

Grund darf das Präparat bei Patienten mit seltener genetisch bedingter Defizienz des Enzyms

Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase (HGPRT) wie Lesch-Nyhan und Kelley-

Seegmiller-Syndrom nicht angewendet werden.

Wechselwirkungen

Vorsicht ist geboten bei der Umstellung von Kombinationstherapien, die Immunsuppressiva enthalten,

die den enterohepatischen Kreislauf von MPA beeinflussen, z. B. Ciclosporin, auf andere

Kombinationstherapien, die keine solchen Auswirkungen haben, z. B. Tacrolimus, Sirolimus,

Belatacept, oder umgekehrt, da dies zu Veränderungen der MPA-Exposition führen kann.

Arzneimittel, die den enterohepatischen Kreislauf von MPA beeinflussen (z. B. Colestyramin,

Antibiotika) sollten mit Vorsicht angewendet werden, da hierdurch die Plasmaspiegel und die

Wirksamkeit von Mycophenolatmofetil verringert werden können (siehe auch Abschnitt 4.5). Ein

therapeutisches Arzneimittelmonitoring von MPA kann bei einer Umstellung von

Kombinationstherapien angebracht sein (z. B. Umstellung von Ciclosporin auf Tacrolimus oder

umgekehrt) oder zur Sicherstellung einer adäquaten Immunsuppression bei Patienten mit großem

immunologischem Risiko (z. B. Abstoßungsrisiko, Behandlung mit Antibiotika).

Es wird empfohlen, Mycophenolatmofetil nicht zusammen mit Azathioprin zu geben, da die

gleichzeitige Anwendung nicht untersucht worden ist.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Mycophenolatmofetil in Kombination mit Sirolimus wurde nicht

ermittelt (siehe Abschnitt 4.5).

Besondere Patientengruppen

Bei älteren Patienten kann das Risiko für Nebenwirkungen im Vergleich zu jüngeren erhöht sein; dazu

zählen bestimmte Infektionen (einschließlich invasiver Gewebebefall durch das Zytomegalie-Virus)

und möglicherweise gastrointestinale Blutungen und Lungenödem (siehe Abschnitt 4.8).

Teratogene Wirkungen

Mycophenolat wirkt beim Menschen stark teratogen. Fehlgeburten (Rate 45 % – 49 %) und

kongenitale Missbildungen (geschätzte Rate 23 % – 27 %) sind nach MMF-Exposition in der

Schwangerschaft berichtet worden. Daher ist Mycophenolatmofetil in der Schwangerschaft

kontraindiziert, außer wenn keine geeignete alternative Behandlung zur Verfügung steht, um eine

Transplantatabstoßung zu verhindern. Patientinnen im gebärfähigen Alter müssen über die Risiken

aufgeklärt werden und vor, während und nach Behandlung mit Mycophenolatmofetil die

Empfehlungen in Abschnitt 4.6 befolgen (z. B. Verhütungsmethoden, Schwangerschaftstests). Ärzte

müssen sicherstellen, dass Frauen, die Mycophenolat anwenden, die Risiken einer Schädigung des

Babys, die Notwendigkeit einer wirksamen Verhütung und die Notwendigkeit im Fall einer möglichen

Schwangerschaft ihren Arzt sofort zu benachrichtigen, verstehen.

Verhütung (siehe Abschnitt 4.6)

Belastbare klinische Daten zeigen ein hohes Risiko für Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen

bei Anwendung von Mycophenolatmofetil während der Schwangerschaft, sodass eine

Schwangerschaft während der Behandlung unbedingt zu vermeiden ist. Daher müssen Frauen im

gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung, während der Behandlung sowie noch für 6 Wochen

nach Beendigung der Behandlung mit Mycophenolat Mofetil mindestens eine zuverlässige Form der

Kontrazeption (siehe Abschnitt 4.3) anwenden, es sei denn, Abstinenz wird als Verhütungsmethode

gewählt. Vorzugsweise sind zwei ergänzende Formen der Kontrazeption gleichzeitig anzuwenden, um

das Risiko für ein Versagen der Verhütung und eine ungewollte Schwangerschaft zu minimieren.

Empfehlungen zur Verhütung für Männer, siehe Abschnitt 4.6.

Schulungsmaterialien

Der Inhaber der Genehmigung für das Inverkehrbringen stellt Angehörigen der Gesundheitsberufe

Schulungsmaterialien zur Verfügung, um Patienten zu unterstützen, eine Exposition des Fetus

gegenüber Mycophenolat zu vermeiden, und um weitere wichtige Sicherheitsinformationen

bereitzustellen. Die Schulungsmaterialien werden die Warnhinweise zur Teratogenität von

Mycophenolat stützen, Ratschläge zur Verhütung vor Beginn der Therapie und Anweisungen über die

Notwendigkeit von Schwangerschaftstests geben. Der Arzt muss Frauen im gebärfähigen Alter und,

soweit erforderlich, den männlichen Patienten vollumfängliche Patienteninformationen über das

teratogene Risiko und die Schwangerschaftverhütungsmaßnahmen geben.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen

Patienten dürfen während und für mindestens 6 Wochen nach Abbruch einer Behandlung mit

Mycophenolat kein Blut spenden. Männer dürfen während und für 90 Tage nach Abbruch einer

Behandlung von Mycophenolat keinen Samen spenden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Aciclovir

Im Vergleich zur alleinigen Gabe von Aciclovir, wurden höhere Plasmakonzentrationen von Aciclovir

beobachtet, wenn Mycophenolatmofetil zusammen mit Aciclovir verabreicht wurde. Die

Veränderungen der Pharmakokinetik von MPAG (dem phenolischen Glucuronid von MPA) waren

minimal (MPAG Anstieg um 8 %) und werden nicht als klinisch signifikant betrachtet. Da die

Plasmakonzentrationen von MPAG sowie Aciclovir bei Niereninsuffizienz erhöht sind, besteht die

Möglichkeit, dass Mycophenolatmofetil und Aciclovir, oder deren Prodrogen, z. B. Valaciclovir, um

die tubuläre Sekretion konkurrieren und es kann zu weiteren Konzentrationszunahmen beider

Substanzen kommen.

Antazida und Protonenpumpeninhibitoren (PPIs)

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten mit

Antazida, wie z. B. Magnesium- und Aluminiumhydroxid, und Protonenpumpeninhibitoren,

einschließlich Lansoprazol und Pantoprazol, wurde eine verringerte MPA-Exposition beobachtet. Ein

Vergleich der Häufigkeit des Auftretens von Transplantatabstoßungen oder Transplantatverlusten

zwischen Patienten, die mit Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten und

Protonenpumpeninhibitoren und Patienten, die mit Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten

ohne Protonenpumpeninhibitoren behandelt wurden, ergab keine signifikanten Unterschiede. Diese

Daten stützen die Extrapolation dieses Ergebnisses auf alle Antazida, da die Verringerung der

Exposition bei gleichzeitiger Anwendung von Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten mit

Magnesium- und Aluminiumhydroxid weitaus geringer war als bei gleichzeitiger Anwendung von

Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten mit Protonenpumpeninhibitoren.

Arzneimittel, die den enterohepatischen Kreislauf beeinträchtigen (z. B. Colestyramin, Ciclosporin A,

Antibiotika)

Bei Arzneimitteln, die den enterohepatischen Kreislauf beeinflussen, ist, aufgrund ihres Potenzials die

Wirksamkeit von Mycophenolatmofetil zu reduzieren, Vorsicht geboten.

Colestyramin

Nach Gabe einer Einzeldosis von 1,5 g Mycophenolatmofetil an gesunde Probanden, die vier Tage

lang mit dreimal täglich 4 g Colestyramin vorbehandelt worden waren, ging die AUC von MPA um

40 % zurück (siehe Abschnitt 4.4 und Abschnitt 5.2). Aufgrund des Potenzials, die Wirksamkeit von

Mycophenolatmofetil zu reduzieren, ist bei gleichzeitiger Anwendung Vorsicht geboten.

Ciclosporin A

Die Pharmakokinetik von Ciclosporin A (CsA) wird von Mycophenolatmofetil nicht beeinflusst.

Im Gegensatz dazu ist ein Anstieg der AUC von MPA um ca. 30 % zu erwarten, wenn die

Begleitbehandlung mit Ciclosporin abgebrochen wird. CsA beeinflusst den enterohepatischen

Kreislauf von MPA, was bei Nierentransplantationspatienten, die mit Mycophenolatmofetil und CsA

behandelt werden, im Vergleich zu Patienten, die Sirolimus oder Belatacept und vergleichbare Dosen

von Mycophenolatmofetil erhielten, zu einem Abfall der MPA-Exposition um 30 % – 50 % führte

(siehe auch Abschnitt 4.4). Umgekehrt sind Veränderungen in der MPA-Exposition zu erwarten, wenn

Patienten von CsA auf ein Immunsuppressivum umgestellt werden, das den enterohepatischen

Kreislauf von MPA nicht beeinflusst.

Antibiotika, die

-Glucuronidase-bildende Bakterien im Darm eliminieren (z. B. Antibiotika aus den

Klassen der Aminoglykoside, Cephalosporine, Fluorchinolone und Penicilline), können den

enterohepatischen Kreislauf von MPAG/MPA beeinflussen und dadurch die systemische MPA-

Exposition verringern. Zu folgenden Antibiotika liegen Informationen vor:

Ciprofloxacin und Amoxicillin plus Clavulansäure

In den ersten Tagen nach Beginn einer oralen Therapie mit Ciprofloxacin oder Amoxicillin plus

Clavulansäure wurde bei Nierentransplantationspatienten eine Reduktion der MPA-Talspiegel um ca.

50 % berichtet. Dieser Effekt tendierte während einer andauernden Antibiotikagabe dazu, sich

abzuschwächen und innerhalb weniger Tage nach dem antibiotischen Absetzen wegzufallen. Die

Veränderung der Talspiegel könnte möglicherweise die Veränderungen der Gesamt-MPA-Exposition

nicht korrekt widerspiegeln. Daher sollte normalerweise und solange keine klinische Evidenz einer

Dysfunktion des transplantierten Organs vorliegt, eine Änderung der Dosis von Mycophenolatmofetil

nicht notwendig sein. Während der Kombinationstherapie und für kurze Zeit nach der

Antibiotikabehandlung sollte jedoch eine intensive klinische Kontrolle erfolgen.

Norfloxacin und Metronidazol

Bei gesunden Freiwilligen wurde keine signifikante Interaktion beobachtet, wenn

Mycophenolatmofetil zusammen mit Norfloxacin oder Metronidazol zeitlich getrennt verabreicht

wurde. Die kombinierte Gabe von Norfloxacin und Metronidazol reduzierte jedoch die MPA-

Exposition nach einer Einzeldosis von Mycophenolatmofetil um ca. 30 %.

Trimethoprim/Sulfamethoxazol

Es wurde keine Auswirkung auf die Bioverfügbarkeit von MPA beobachtet.

Arzneimittel mit Einfluss auf die Glucuronidierung (z. B. Isavuconazol, Telmisartan)

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die die Glucuronidierung von MPA hemmen, kann

zu einem Anstieg der MPA-Exposition führen. Daher sollte die Anwendung solcher Arzneimittel

zusammen mit Mycophenolatmofetil vorsichtig erfolgen.

Isavuconazol

Bei gleichzeitiger Gabe von Isavuconazol wurde ein Anstieg der AUC0-∞ von MPA um 35 %

beobachtet.

Telmisartan

Die gleichzeitige Anwendung von Telmisartan und Mycophenolatmofetil führte zu einer Verringerung

der MPA-Konzentrationen von ungefähr 30 %. Telmisartan beeinflusst die Ausscheidung von MPA

durch eine Verstärkung der PPAR-Gamma-Expression (Peroxisom-Proliferator-aktivierte Rezeptoren

Gamma), was wiederum zu einer verstärkten UGT1A9-Expression und -Aktivität führt. Bei einem

Vergleich der Transplantatabstoßungsraten, Transplantatverlustraten oder Nebenwirkungsprofilen

zwischen Mycophenolatmofetil Patienten mit und ohne gleichzeitiger Anwendung von Telmisartan

wurden keine klinischen Konsequenzen der pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen

Arzneimitteln beobachtet.

Ganciclovir

Basierend auf den Ergebnissen einer Einzeldosisstudie der empfohlenen Dosis oral verabreichtem

Mycophenolatmofetil und intravenös verabreichtem Ganciclovir sowie den bekannten Auswirkungen

einer Niereninsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Mycophenolatmofetil (siehe Abschnitt 4.2) und

Ganciclovir, wird erwartet, dass die gleichzeitige Verabreichung dieser Mittel (die um die renale

tubuläre Sekretion konkurrieren) zu einer erhöhten Konzentration von MPAG und Ganciclovir führt.

Es wird keine wesentliche Änderung der Pharmakokinetik von MPA erwartet und eine

Dosisanpassung von Mycophenolatmofetil ist nicht erforderlich. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz,

denen Mycophenolatmofetil und Ganciclovir oder dessen Prodrugs, z. B. Valganciclovir, gleichzeitig

verabreicht werden, sind die Dosierungsempfehlungen für Ganciclovir zu beachten und die Patienten

sorgfältig zu überwachen.

Orale Kontrazeptiva

Die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik oraler Kontrazeptiva wurden durch die gleichzeitige

Verabreichung von Mycophenolatmofetil nicht beeinträchtigt (siehe Abschnitt 5.2).

Rifampicin

Bei Patienten, die nicht auch Ciclosporin einnehmen, führt die gleichzeitige Verabreichung von

Mycophenolatmofetil und Rifampicin zu einer Verringerung der MPA-Exposition (AUC

0-12h

) um 18 %

bis 70 %. Wenn Rifampicin gleichzeitig verabreicht wird, ist empfohlen, den Grad der MPA-

Exposition zu überwachen und die Mycophenolatmofetil Accord -Dosis entsprechend anzupassen, um

die klinische Wirksamkeit aufrechtzuerhalten.

Sevelamer

Eine Verringerung der C

und AUC

0-12

um 30 % bzw. 25 % wurde beobachtet, wenn

Mycophenolatmofetil zusammen mit Sevelamer verabreicht wurde, ohne jegliche klinischen

Konsequenzen (z. B. Transplantatabstoßung). Es wird jedoch empfohlen, Mycophenolatmofetil

mindestens eine Stunde vor oder drei Stunden nach der Einnahme von Sevelamer zu verabreichen, um

die Auswirkungen auf die Absorption von MPA so gering wie möglich zu halten. Zur Kombination

von Mycophenolatmofetil mit anderen Phosphatbindern als Sevelamer liegen keine Daten vor.

Tacrolimus

Bei Lebertransplantationspatienten, bei denen die Therapie mit Mycophenolatmofetil und Tacrolimus

eingeleitet wurde, waren die AUC und C

von MPA, dem aktiven Metaboliten von

Mycophenolatmofetil, durch die gleichzeitige Verabreichung von Tacrolimus nicht wesentlich

beeinträchtigt. Im Gegensatz, wenn Mehrfachdosen von Mycophenolatmofetil (1,5 g zweimal täglich)

an Lebertransplantationspatienten, die Tacrolimus einnahmen, verabreicht wurden, kam es zu einem

Anstieg der Tacrolimus-AUC von ungefähr 20 %. Bei Nierentransplantationspatienten jedoch, schien

Mycophenolatmofetil die Tacrolimus-Konzentration nicht zu verändern (siehe auch Abschnitt 4.4).

Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe sollten nicht an Patienten mit einer geschwächten Immunantwort verabreicht

werden. Die Antikörperreaktion auf andere Impfstoffe kann vermindert sein (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Potenzielle Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung von Probenecid und Mycophenolatmofetil an Affen bewirkt einen

dreifachen Anstieg der AUC von MPAG. Daher können andere Substanzen, die bekanntermaßen in

den Nierentubuli sezerniert werden, mit MPAG in Konkurrenz treten, wodurch es zu einer

Erhöhung der Plasmakonzentration von MPAG oder der anderen Substanz, die der tubulären

Sekretion unterworfen ist, kommen kann.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Eine Schwangerschaft während der Anwendung von Mycophenolat ist unbedingt zu vermeiden. Daher

müssen Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Behandlung, während der Behandlung sowie

noch für 6 Wochen nach Beendigung der Behandlung mit Mycophenolat Mofetil mindestens eine

zuverlässige Form der Kontrazeption (siehe Abschnitt 4.3) anwenden, es sei denn, Abstinenz wird als

Verhütungsmethode gewählt. Vorzugsweise sind zwei ergänzende Formen der Kontrazeption

gleichzeitig anzuwenden.

Schwangerschaft

Mycophenolatmofetil ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, außer wenn es keine geeignete

alternative Behandlung zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung gibt. Eine Behandlung darf

ohne Vorlage eines negativen Schwangerschaftstestergebnisses nicht begonnen werden, um eine

unbeabsichtigte Anwendung während der Schwangerschaft auszuschließen.

Patientinnen im fortpflanzungsfähigen Alter müssen zu Beginn der Behandlung über das erhöhte

Risiko

für

Fehlgeburten

kongenitale

Missbildungen

informiert

werden

Schwangerschaftsverhütung und -planung beraten werden.

Vor Beginn einer Mycophenolatmofetil-Behandlung müssen Frauen im gebärfähigen Alter zwei

negative Serum- oder Urin-Schwangerschaftstests mit einer Sensitivität von mindestens 25 mIE/ml

vorweisen, um eine unbeabsichtigte Exposition des Embryos gegenüber Mycophenolat

auszuschließen. Es wird empfohlen, 8–10 Tage nach dem ersten Test den zweiten Test durchzuführen.

Wenn es bei Transplantaten verstorbener Spender nicht möglich ist, zwei Tests im Abstand von 8–10

Tagen vor Behandlungsbeginn durchzuführen (aufgrund der zeitlich nicht planbaren Verfügbarkeit

eines Transplantats), muss ein Schwangerschaftstest unmittelbar vor Behandlungsbeginn und ein

weiterer Test 8–10 Tage danach durchgeführt werden. Schwangerschaftstests sollen wiederholt

werden, falls klinisch indiziert (z. B. nachdem eine Verhütungslücke berichtet wurde). Die Ergebnisse

aller Schwangerschaftstests sollten mit den Patientinnen besprochen werden. Patientinnen sollten

darauf hingewiesen werden, dass Sie ihren Arzt sofort benachrichtigen, falls sie schwanger geworden

sind.

Mycophenolat ist ein beim Menschen stark wirksames Teratogen, bei dem bei Exposition in der

Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen besteht.

Fehlgeburten wurden bei 45 % bis 49 % der schwangeren Frauen berichtet, die

Mycophenolatmofetil angewendet haben, verglichen mit einer berichteten Rate von 12 % bis

33 % bei Patienten mit solider Organtransplantation, die mit anderen Immunsuppressiva als

Mycophenolatmofetil behandelt wurden.

Nach Berichten in der Literatur traten Missbildungen bei 23 % bis 27 % der Lebendgeburten

bei Frauen auf, die Mycophenolatmofetil während der Schwangerschaft angewendet hatten

(verglichen mit 2 % bis 3 % bei Lebendgeburten in der Allgemeinpopulation und ungefähr

4 % bis 5 % bei Lebendgeburten bei soliden Organtransplantationsempfängern, die mit

anderen Immunsuppressiva als Mycophenolatmofetil behandelt wurden).

Nach der Markteinführung wurde bei Kindern von mit Mycophenolatmofetil in Kombination mit

anderen Immunsuppressiva während der Schwangerschaft behandelten Patienten, über angeborene

Missbildungen,

einschließlich

multipler

Missbildungen,

berichtet.

folgenden

Missbildungen

wurden am häufigsten berichtet:

Missbildungen der Ohren (z. B. anormal geformtes oder fehlendes Außenohr), Atresie des

äußeren Gehörgangs (Mittelohr);

Missbildungen im Gesicht, wie z. B. Lippenspalte, Gaumenspalte, Mikrognathie und

Hypertelorismus der Augenhöhlen;

Anomalien der Augen (z. B. Kolobom);

Kongenitale Herzerkrankungen, wie z. B. atriale und ventrikuläre Septumdefekte;

Missbildungen der Finger (z. B. Polydaktylie, Syndaktylie);

Tracheoösophageale Missbildungen (z. B. ösophageale Atresie);

Missbildungen des Nervensystems, wie z. B. Spina bifida;

Anomalien der Niere.

Zusätzlich gab es einzelne Berichte über folgende Missbildungen:

Mikrophthalmie;

Kongenitale Plexus choroideus-Zysten;

Agenesie des Septum pellucidum;

Agenesie des olfaktorischen Nervs.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Es wurde gezeigt, dass Mycophenolatmofetil in der Muttermilch laktierender Ratten ausgeschieden

wird. Es ist nicht bekannt, ob diese Substanz auch beim Menschen in der Muttermilch ausgeschieden

wird. Aufgrund des Potenzials schwerer unerwünschter Reaktionen von Mycophenolatmofetil bei

gestillten Säuglingen, ist Mycophenolatmofetil Accord bei stillenden Müttern kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Männer

Begrenzte klinische Daten deuten nicht darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Missbildungen oder

Fehlgeburten infolge einer Mycophenolatmofetil-Exposition des Vaters besteht.

MPA ist ein stark wirksames Teratogen. Es ist nicht bekannt, ob MPA in den Samen gelangt.

Berechnungen anhand von tierexperimentellen Daten zeigen, dass die Höchstmenge MPA, die

möglicherweise auf Frauen übertragen werden könnte, so gering ist, dass sie wahrscheinlich keine

Auswirkung haben würde. In Tierversuchen war Mycophenolat in Konzentrationen genotoxisch, die

nur geringfügig über der therapeutischen Exposition beim Menschen liegen, sodass das Risiko

genotoxischer Effekte auf Spermazellen nicht völlig ausgeschlossen werden kann.

Deswegen werden folgende Vorsichtsmaßnahmen empfohlen: Sexuell aktive männliche Patienten

oder ihre Partnerinnen sollen während der Behandlung des Patienten und für mindestens 90 Tage nach

Beendigung der Behandlung mit Mycophenolatmofetil eine hochwirksame Verhütungsmethode

anwenden. Fortpflanzungsfähige männliche Patienten sollen von qualifiziertem medizinischem

Fachpersonal über die möglichen Risiken ein Kind zu zeugen informiert und entsprechend beraten

werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Das pharmakodynamische Profil und die beobachten

unerwünschten Reaktionen weisen daraufhin, dass ein Einfluss unwahrscheinlich ist.

4.8

Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen sind während klinischer Studien aufgetreten

Die häufigsten Nebenwirkungen assoziiert mit der Verabreichung von Mycophenolatmofetil in

Kombination mit Ciclosporin und Corticosteroiden umfassen Diarrhö, Leukopenie, Sepsis sowie

Erbrechen; es gibt auch Hinweise auf eine größere Häufigkeit bestimmter Infektionsarten (siehe

Abschnitt 4.4).

Malignitäten

Patienten, die eine immunsuppressive Therapie mit einer Kombination von Arzneimitteln

einschließlich Mycophenolatmofetil erhalten, sind einem erhöhten Risiko von Lymphomen und

anderen Malignitäten, insbesondere der Haut, ausgesetzt (siehe Abschnitt 4.4). 0,6 % der Patienten,

die Mycophenolatmofetil (2 g oder 3 g täglich) in Kombination mit anderen immunsuppressiven

Mitteln in kontrollierten klinischen Studien mit Nieren- (2 g Daten), Herz- und

Lebertransplantationspatienten erhielten und mindestens ein Jahr nachbeobachtet wurden,

entwickelten lymphoproliferative Erkrankungen oder Lymphome. Nicht-Melanom-Hautkarzinome

traten bei 3,6 % der Patienten auf; andere Arten von Malignität entstanden bei 1,1 % Patienten.

Sicherheitsdaten über drei Jahre bei Nieren- und Herztransplantationspatienten erwiesen im Vergleich

zu den 1-Jahresdaten keine unerwarteten Veränderungen der Inzidenz von Malignität.

Lebertransplantationspatienten wurden mindestens ein Jahr aber weniger als 3 Jahre nachbeobachtet.

Opportunistische Infektionen

Alle Transplantationspatienten sind einem erhöhten Risiko opportunistischer Infektionen ausgesetzt;

das Risiko steigt mit der Gesamtbelastung durch immunsuppressive Mittel (siehe Abschnitt 4.4). Die

häufigsten opportunistischen Infektionen bei Patienten, die Mycophenolatmofetil (2 g oder 3 g täglich)

zusammen mit anderen Immunsuppressiva in kontrollierten klinischen Studien mit Nieren- (2 g

Daten), Herz- und Lebertransplantationspatienten erhielten und mindestens ein Jahr nachbeobachtet

wurden, waren mukokutane Candidose, Cytomegalovirus (CMV)-Virämie/Syndrom und Herpes

simplex. Der Anteil der Patienten mit CMV-Virämie/Syndrom betrug 13,5 %.

Kinder und Jugendliche

Die Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen in einer klinischen Studie, die 92 pädiatrische Patienten

im Alter von 2 bis 18 Jahren umfasste, denen zweimal täglich oral 600mg/m

verabreicht wurde,

ähnelten im Allgemeinen denen, die bei erwachsenen Patienten, die zweimal täglich

1 g Mycophenolatmofetil erhielten, beobachtet wurden. Allerdings traten die folgenden

therapiebedingten Nebenwirkungen im Vergleich zu Erwachsenen in der pädiatrischen

Patientengruppe, vor allem bei Kindern unter 6 Jahren, häufiger auf: Diarrhö, Sepsis, Leukopenie,

Anämie und Infektionen.

Ältere Patienten

Ältere Patienten (≥ 65 Jahre) können infolge der Immunsuppression generell einem erhöhten Risiko

unerwünschter Reaktionen ausgesetzt sein. Bei älteren Patienten, die Mycophenolatmofetil im

Rahmen einer immunosuppressiven Kombinationstherapie erhalten, kann im Vergleich zu jüngeren

Patienten ein erhöhtes Risiko für bestimmte Infektionen (einschließlich eines invasiven Gewebebefalls

durch das Cytomegalovirus) sowie mögliche gastrointestinale Blutungen und Lungenödeme bestehen.

Andere Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die wahrscheinlich oder möglicherweise mit Mycophenolatmofetil im

Zusammenhang stehen und in kontrollierten klinischen Studien bei

1/10 und bei

1/100 bis <1/10 der

mit Mycophenolatmofetil behandelten Nieren- (2 g Daten), Herz- und Lebertransplantationspatienten

gemeldet wurden, sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet.

Wahrscheinlich oder möglicherweise mit Mycophenolatmofetil verbundene Nebenwirkungen, die bei

Patienten beschrieben wurden, die in klinischen Nieren-, Herz- und Lebertransplantationsstudien mit

Mycophenolatmofetil in Kombination mit Ciclosporin und Corticosteroiden behandelt wurden.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100)

Selten (≥1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000), unbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Sehr häufig:

Sepsis, gastrointestinale Candidose, Harnwegsinfektion, Herpes simplex, Herpes

zoster

Häufig:

Pneumonie, Influenza, Atemwegsinfektion, Moniliose der Atemwege,

Gastrointestinalinfektion, Candidose, Gastroenteritis, Infektion, Bronchitis,

Pharyngitis, Sinusitis, Hautmykose, Candidose der Haut, Vaginalcandidose, Rhinitis

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen):

Häufig:

Hautkrebs, benignes Neoplasma der Haut

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Sehr häufig:

Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie

Häufig:

Panzytopenie, Leukozytose

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig:

Azidose, Hyperkaliämie, Hypokaliämie, Hyperglykämie, Hypomagnesiämie,

Hypokalzämie, Hypercholesterinämie, Hyperlipidämie, Hypophosphatämie,

Hyperurikämie, Gicht, Anorexie

Psychiatrische Erkrankungen:

Häufig:

Unruhe, Verwirrung, Depression, Angst, abnormes Denken, Insomnie

Erkrankungen des Nervensystems:

Häufig:

Konvulsion, Hypertonie, Tremor, Somnolenz, myasthenisches Syndrom,

Schwindelanfälle, Kopfschmerzen, Parästhesie, Dysgeusie

Herzerkrankungen:

Häufig:

Tachykardie

Gefäßerkrankungen:

Häufig:

Hypotonie, Hypertonie, Vasodilatation

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums:

Häufig:

Pleuraerguss, Dyspnoe, Husten

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Sehr häufig:

Erbrechen, Bauchschmerzen, Diarrhö, Übelkeit

Häufig:

Magen-Darm-Blutungen, Peritonitis, Ileus, Colitis, Magengeschwür,

Duodenalgeschwür, Gastritis, Ösophagitis, Stomatitis, Konstipation, Dyspepsie,

Flatulenz, Aufstoßen

Leber- und Gallenerkrankungen:

Häufig:

Hepatitis, Ikterus, Hyperbilirubinämie

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig:

Hypertrophie der Haut, Exanthem, Akne, Alopezie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Häufig:

Arthralgie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Häufig:

Niereninsuffizienz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Häufig:

Ödeme, Pyrexie, Schüttelfrost, Schmerzen, Malaise, Asthenie

Untersuchungen:

Häufig:

Erhöhte Leberenzymwerte, erhöhte Kreatininwerte im Blut, erhöhte Laktat-

Dehydrogenase im Blut, erhöhter Blut-Harnstoff-Spiegel, erhöhte alkalische Phosphatase im Blut,

Gewichtsabnahme

Anmerkung: 501 (2 g Mycophenolatmofetil täglich), 289 (3 g Mycophenolatmofetil täglich) und 277

(2 g intravenös / 3 g oral Mycophenolatmofetil täglich) Patienten wurden in Phase III-Studien zur

Prävention einer Abstoßung nach Nieren-, Herz- bzw. Lebertransplantation behandelt.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden nach der Markteinführung festgestellt

Die Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung von Mycophenolatmofetil berichtet wurden, sind

vergleichbar mit denen, die in den kontrollierten Nieren-, Herz- und Lebertransplantationsstudien

beobachtet wurden. Weitere Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung beschrieben wurden,

sind nachfolgend beschrieben, mit Angabe der Häufigkeit in Klammern, falls bekannt.

Gastrointestinale Erkrankungen

Colitis einschließlich Cytomegalovirus-Colitis, (

1/100, <1/10), Pankreatitis (

1/100, <1/10) und

Atrophie der Villi intestinales.

Infektionen

Ernsthafte lebensbedrohliche Infektionen einschließlich Meningitis, Endocarditis, Tuberkulose und

atypische Mykobakterieninfektion. Bei Patienten wurden unter Behandlung mit Immunsuppressiva

einschließlich Mycophenolatmofetil Fälle von BK-Virus-Nephropathie sowie Fälle einer progressiven

multifokalen Leukoenzephalopathie (PML) in Verbindung mit einer JC-Virus-Infektion berichtet.

Agranulozytose (

1/1000, <1/100) und Neutropenie wurden berichtet, weswegen die regelmäßige

Überwachung der Patienten, die Mycophenolatmofetil einnehmen, angeraten wird (siehe Abschnitt

4.4). Bei Patienten, die mit Mycophenolatmofetil behandelt wurden, gab es Berichte von Fällen

aplastischer Anämie und Knochenmarkdepression, von denen einige tödlich waren.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Fälle von Erythroblastopenien (pure red cell aplasia [PRCA]) wurden bei Patienten, die mit

Mycophenolatmofetil behandelt wurden, berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Einzelfälle abnormaler Morphologie neutrophiler Granulozyten, wie die erworbene Pelger-Huët-

Anomalie, wurden bei Patienten, die mit Mycophenolatmofetil behandelt wurden, beobachtet. Diese

Veränderungen sind nicht mit einer ungenügenden Funktion der neutrophilen Granulozyten

verbunden. Diese Veränderungen können bei Blutuntersuchungen eine „Linksverschiebung“ in der

Reifung der neutrophilen Granulozyten vermuten lassen, die bei immunsupprimierten Patienten, wie

Patienten, die Mycophenolatmofetil erhalten, versehentlich als Infektion interpretiert werden kann.

Hypersensibilität

Hypersensibilitätsreaktionen, einschließlich angioneurotischer Ödeme und anaphylaktischer

Reaktionen wurden berichtet.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Bei Patienten, die Mycophenolatmofetil angewendet haben, wurden Fälle von Fehlgeburten berichtet,

die hauptsächlich im ersten Trimenon auftraten, siehe Abschnitt 4.6.

Kongenitale Erkrankungen:

Nach der Markteinführung wurden bei Kindern von mit Mycophenolatmofetil in Kombination mit

anderen Immunsuppressiva behandelten Patienten kongenitale Missbildungen beobachtet, siehe

Abschnitt 4.6.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Bei Patienten, die eine Kombinationsbehandlung von Mycophenolatmofetil mit anderen

Immunsuppressiva erhielten, gab es Einzelfallberichte über interstitielle Lungenerkrankungen und

Lungenfibrosen, von denen einige einen tödlichen Ausgang hatten. Bei Kindern und Erwachsenen ist

auch Bronchiektasie berichtet worden (Häufigkeit nicht bekannt).

Erkrankungen des Immunsystems

Bei Patienten, die Mycophenolatmofetil in Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhielten, ist

Hypogammaglobulinämie berichtet worden (Häufigkeit nicht bekannt).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen,

Traisengasse 5,

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207,

Website: http://www.basg.gv.at/

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Berichte zu Überdosierungen mit Mycophenolatmofetil wurden von klinischen Studien und nach

Markteinführung erhalten. In vielen dieser Fälle wurden keine unerwünschten Ereignisse gemeldet. In

den Überdosierungsfällen, von denen unerwünschte Ereignisse berichtet wurden, fallen diese

Ereignisse innerhalb des bekannten Sicherheitsprofils des Arzneimittels.

Es wird erwartet, dass eine Überdosierung von Mycophenolatmofetil möglicherweise zu der

übermäßigen Suppression des Immunsystems führt und die Infektionsanfälligkeit sowie

Knochenmarksuppression erhöht (siehe Abschnitt 4.4). Falls eine Neutropenie auftritt, sollte die

Behandlung mit Mycophenolatmofetil unterbrochen oder die Dosis reduziert werden (siehe Abschnitt

4.4).

Es ist nicht zu erwarten, dass Hämodialyse klinisch signifikante Mengen von MPA oder MPAG

eliminiert. Gallensäure-Austauscherharze wie Cholestyramin, können MPA durch Verminderung der

enterohepatischen Rezirkulation des Arzneimittels eliminieren (siehe Abschnitt 5.2).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva

ATC-Code: L04AA06

Wirkmechanismus

Mycophenolatmofetil ist ein 2-Morpholinoethylester von Mycophenolsäure (MPA). MPA ist ein

wirksamer, selektiver, nicht-kompetitiver und reversibler Hemmer der Inosinmonophosphat-

Dehydrogenase und hemmt daher den De-novo-Weg der Guanosine-Nucleotidsynthese ohne in die

DNA eingegliedert zu werden. Da die Proliferation der T- und B-Lymphozyten stark von der De-

novo-Synthese von Purinen abhängig ist, während andere Zellarten Salvage-Pathways benutzen

können, hat MPA stärkere zytostatische Wirkungen auf Lymphozyten als auf andere Zellen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach der oralen Verabreichung ist Mycophenolatmofetil einer raschen und extensiven Absorption

ausgesetzt sowie der vollständigen präsystemischen Metabolisierung in den aktiven Metaboliten,

MPA. Wie durch die Suppression der akuten Abstoßung nach Nierentransplantation gezeigt wurde,

korreliert die immunsuppressive Aktivität von Mycophenolatmofetil mit der MPA-Konzentration. Die

mittlere Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Mycophenolatmofetil, basierend auf der AUC von

MPA, beträgt 94 % im Vergleich zu intravenös verabreichtem Mycophenolatmofetil. Nahrungsmittel

haben keine Auswirkung auf das Ausmaß der Absorption (MPA AUC) von Mycophenolatmofetil,

wenn es in Dosierungen von 1,5 g zweimal täglich an Nierentransplantationspatienten verabreicht

wurde. Allerdings war die C

von MPA in der Gegenwart von Nahrungsmitteln um 40 % reduziert.

Mycophenolatmofetil ist nach oraler Verabreichung im Plasma nicht systemisch messbar.

Verteilung

Infolge des enterohepatischen Kreislaufs werden normalerweise ungefähr 6-12 Stunden nach der

Verabreichung sekundäre Zunahmen der Plasmakonzentrationen von MPA beobachtet. Eine

Reduzierung der AUC von MPA um ca. 40 % wird mit der gleichzeitigen Verabreichung von

Cholestyramin (4g dreimal täglich) assoziiert, was auf einen bedeutenden Umfang des

enterohepatischen Kreislaufs hinweist. In klinisch relevanten Konzentrationen ist MPA zu 97 % an

Plasmaalbumin gebunden.

Biotransformation

MPA wird hauptsächlich durch Glucuronyltransferase (Isoform UGT1A9) in inaktives phenolisches

MPA-Glucuronid (MPAG) umgewandelt. In vivo wird MPAG über den enterohepatischen Kreislauf

wieder in freies MPA umgewandelt. Acylglucuronid (AcMPAG) wird ebenfalls geringfügig gebildet.

AcMPAG ist pharmakologisch wirksam und steht im Verdacht, für einige der Nebenwirkungen von

MMF verantwortlich zu sein (Diarrhö, Leukopenie).

Elimination

Eine vernachlässigbare Menge der Substanz wird als MPA (< 1 % der Dosis) im Urin ausgeschieden.

Nach oraler Verabreichung von radioaktiv markiertem Mycophenolatmofetil wurde die verabreichte

Dosis vollständig ausgeschieden, wobei 93 % der verabreichten Dosis im Urin und 6 % mit den Fäzes

eliminiert wurden. Der größte Teil (ca. 87 %) der verabreichten Dosis wird im Urin als MPAG

ausgeschieden.

Bei den üblichen klinischen Konzentrationen werden MPA und MPAG nicht durch Hämodialyse

entfernt. Bei hohen MPAG-Plasmakonzentrationen (> 100µg/ml) jedoch, werden geringe Mengen von

MPAG entfernt. Durch die Beeinflussung des enterohepatischen Kreislaufs des Wirkstoffes verringern

gallensäurebindende Substanzen wie Cholestyramin die MPA-AUC (siehe Abschnitt 4.9).

Die Verteilung von MPA ist von verschiedenen Transportern abhängig. Organo-Anion-Transporter-

Polypeptide (OATPs) und das multidrug resistance associated protein 2 (MRP2) sind an der MPA-

Verteilung beteiligt; OATP-Isoformen, MRP2 und breast cancer resistance protein (BCRP) sind

Transporter, die mit der Gallenausscheidung der Glucuronide in Verbindung gebracht werden. Das

multidrug resistance protein 1 (MDR1) kann auch MPA transportieren, aber dessen Einfluss scheint

auf den Absorptionsprozess beschränkt zu sein. In der Niere interagieren MPA und deren Metabolite

wirksam mit den Organo-Anion-Transportern der Niere.

In der frühen Posttransplantationsphase (< 40 Tage nach Transplantation) waren die mittleren MPA-

AUCs der Nieren-, Herz- und Lebertransplantationspatienten im Vergleich zu der späten

Posttransplantationsphase (3-6 Monate nach der Transplantation) um ca. 30 % und die C

um ca.

40 % niedriger.

Besondere Patientengruppen

Niereninsuffizienz

In einer Einzeldosisstudie (6 Probanden/Gruppe) war die mittlere MPA-AUC bei Probanden mit

schwerer chronischer Niereninsuffizienz (glomeruläre Filtrationsrate < 25 ml/min/1,73 m

) um 28–

75 % höher als die mittlere AUC normaler gesunder Personen oder Patienten mit Niereninsuffizienz

geringeren Schweregrades. Allerdings war die mittlere MPAG-AUC einer Einzeldosis bei Patienten

mit schwerer Niereninsuffizienz 3- bis 6-mal größer als bei Patienten mit leichter Niereninsuffizienz

oder normalen gesunden Probanden, was mit der bekannten Nierenausscheidung von MPAG

übereinstimmend ist. Die Mehrfachdosierung von Mycophenolatmofetil an Patienten mit schwerer

chronischer Niereninsuffizienz wurden nicht untersucht. Für Herz- oder

Lebertransplantationspatienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz liegen keine Daten vor.

Verzögerte Funktion des Nierentransplantats

Bei Patienten mit verzögerter Funktion des Nierentransplantats nach der Verpflanzung war die mittlere

MPA-AUC (0-12h) vergleichbar mit derjenigen von Patienten nach der Transplantation ohne

verzögerte Transplantatfunktion. Die durchschnittliche Plasma-MPAG-AUC (0-12h) war 2- bis 3-mal

größer als bei Patienten nach der Transplantation ohne verzögerte Transplantatfunktion. Bei Patienten

mit verzögerter Funktion des Nierentransplantats kann eine vorübergehende Zunahme der freien

Fraktion und der Plasmakonzentration von MPA auftreten. Eine Dosisanpassung von

Mycophenolatmofetil scheint nicht erforderlich zu sein.

Leberfunktionsstörung

Bei Versuchspersonen mit Alkoholzirrhose waren die Glucuronidierungsprozesse von MPA in der

Leber durch die Leberparenchymerkrankung relativ unbeeinflusst. Der Einfluss der Lebererkrankung

auf diesen Prozess hängt wahrscheinlich von der jeweiligen Krankheit ab. Lebererkrankungen mit

überwiegender Schädigung der Galle, wie primäre biliäre Zirrhose, können jedoch eine andere

Auswirkung haben.

Kinder und Jugendliche

Die pharmakokinetischen Parameter wurden bei 49 pädiatrischen Nierentransplantationspatienten

bewertet, denen 600 mg/m

Mycophenolatmofetil zweimal täglich oral verabreicht wurde. Mit dieser

Dosis wurden ähnliche MPA-AUC-Werte erzielt, wie bei erwachsenen

Nierentransplantationspatienten, die Mycophenolatmofetil in einer Dosis von 1 g zweimal täglich in

der frühen und späten Posttransplantationsphase erhielten. Die MPA-AUC-Werte waren in der frühen

und späten Posttransplantationsphase in allen Altergruppen vergleichbar.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten wurde das pharmakokinetische Verhalten von Mycophenolatmofetil nicht

ausdrücklich untersucht.

Orale Kontrazeptiva

Eine Studie, in der gleichzeitig Mycophenolatmofetil (1 g zweimal täglich) und kombinierte orale

Kontrazeptiva, die Ethinylestradiol (0,02mg bis 0,04mg) und Levonorgestrel (0,05mg bis 0,15mg),

Desogestrel (0,15 mg) oder Gestoden (0,05mg bis 0,10mg) enthalten, verabreicht wurden, und welche

bei 18 Frauen ohne Transplantat (die keine anderen Immunsuppressiva einnahmen) während 3

aufeinander folgenden Menstruationszyklen durchgeführt wurde, zeigte keinen klinisch relevanten

Einfluss von Mycophenolatmofetil auf die ovulationshemmende Wirkung oraler Kontrazeptiva. Die

Serumspiegel von Luteinisierungshormon (LH), folikelstimulierendem Hormon (FSH) und

Progesteron waren nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Pharmakokinetik oraler Kontrazeptiva wurde

durch gleichzeitige Verabreichung von Mycophenolatmofetil nicht beeinflusst (siehe Abschnitt 4.5).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In experimentellen Modellen war Mycophenolatmofetil nicht tumorbildend. Die höchste Dosis, die in

Karzinogenitätsstudien an Tieren geprüft wurde, ergab ungefähr die 2-bis 3-fache systemische

Belastung (AUC oder C

) dessen, was bei Nierentransplantationspatienten mit der empfohlenen

klinischen Dosis von 2 g/Tag beobachtet wurde und die 1,3- bis 2-fache systemische Belastung (AUC

oder C

) dessen, was bei Herztransplantationspatienten mit der empfohlenen klinischen Dosis von

3 g/Tag beobachtet wurde.

Zwei Genotoxizitätsuntersuchungen (der In- vitro- Maus-Lymphom-Test und der In-vivo-Maus-

Knochenmark-Micronucleustest) wiesen daraufhin, dass bei Mycophenolatmofetil ein Potenzial

besteht, chromosomale Aberrationen zu verursachen. Diese Auswirkungen können mit der

pharmakodynamischen Wirkungsweise in Verbindung gebracht werden, das heißt die Inhibition der

Nucleotidsynthese in sensitiven Zellen. Weitere In-vitro-Untersuchungen zur Ermittlung von

Genmutation ermittelten keine genotoxische Aktivität.

Bei oralen Dosierungen bis zu 20mg/kg/Tag hatte Mycophenolatmofetil keine Auswirkung auf die

Fertilität männlicher Ratten. Die systemische Belastung dieser Dosis entspricht dem 2- bis 3-fachen

der klinischen Belastung der empfohlenen klinischen Dosis von 2 g/Tag bei

Nierentransplantationspatienten und dem 1,3- bis 2-fachen der klinischen Belastung der empfohlenen

klinischen Dosis von 3 g/Tag bei Herztransplantationspatienten.

In einer Studie zur weiblichen Fertilität und Reproduktion bei Ratten, verursachten orale Dosen von

4,5mg/kg/Tag bei den Nachkommen der ersten Generation Missbildungen (einschließlich

Anophthalmie, Agnathie und Hydrocephalus), ohne Toxizität beim Muttertier. Die systemische

Belastung dieser Dosis entspricht ungefähr dem 0,5-fachen der klinischen Belastung der empfohlenen

klinischen Dosis von 2 g/Tag für Nierentransplantationspatienten und ungefähr dem 0,3-fachen der

klinischen Belastung der empfohlenen klinischen Dosis von 3 g/Tag für Herztransplantationspatienten.

Bei den weiblichen Tieren oder den nachfolgenden Generationen wurden keine Auswirkung auf

Fertilitäts- oder Reproduktionsparameter festgestellt.

In Teratologiestudien an Ratten und Kaninchen kam es mit 6mg/kg/Tag bei Ratten zu fetalen

Resorptionen und Missbildungen (einschließlich Anophthalmie, Agnathie und Hydrocephalus) sowie

bei Kaninchen mit 90mg/kg/Tag (einschließlich kardiovaskulären und renalen Anomalien, wie

Ektopie des Herzens und der Nieren, sowie Hernia diaphragmatica und Hernia umbilicalis), ohne

mütterliche Toxizität. Die systemische Belastung dieser Dosierungen entspricht ungefähr dem 0,5-

fachen oder weniger der klinischen Belastung der empfohlenen klinischen Dosis von 2 g/Tag für

Nierentransplantationspatienten und ungefähr dem 0,3-fachen der klinischen Belastung der

empfohlenen klinischen Dosis von 3 g/Tag für Herztransplantationspatienten.

Siehe Abschnitt 4.6.

Die hämatopoetischen und lymphoiden Systeme waren die Organe, die in den Toxikologiestudien mit

Mycophenolatmofetil bei Ratten, Mäusen, Hunden und Affen in erster Linie betroffen waren. Diese

Auswirkungen ereigneten sich bei einer systemischen Belastung, die der klinischen Belastung der

empfohlenen Dosis von 2 g/Tag für Nierentransplantationspatienten entsprach oder niedriger war.

Gastrointestinale Auswirkungen wurden bei Hunden bei einer systemischen Belastung, die der

klinischen Belastung der empfohlenen Dosis entsprach oder niedriger war, beobachtet.

Gastrointestinale und renale Auswirkungen in Verbindung mit Dehydratisierung wurden auch bei

Affen bei der höchsten Dosis beobachtet (systemische Belastung entsprach der klinischen Belastung

bzw. war größer). Das präklinische Toxizitätsprofil von Mycophenolatmofetil scheint mit den

Nebenwirkungen übereinzustimmen, die in klinischen Studien bei Menschen beobachtet wurden. Dies

stellt nun die für die Patientengruppen relevanten Sicherheitsdaten zur Verfügung (siehe Abschnitt

4.8).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten:

Mikrokristalline Cellulose

Povidon (K-90)

Hydroxypropylcellulose

Talkum

Croscarmellose-Natrium

Magnesiumstearat

Tablettenüberzug:

Hypromellose

Titandioxid (E 171)

Macrogol 400

Indigocarmin Aluminiumlack (E 132)

Eisenoxid rot (E 172)

Eisenoxid schwarz (E 172)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern. Die Blisterpackung im Umkarton aufbewahren um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Mycophenolatmofetil Accord Tabletten sind in Blisterpackungen mit 50, 150 und 250 Tabletten

erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Mycophenolatmofetil Accord 500 mg Filmtabletten sind in opak weißen PVC/PVdC-Aluminum

Blisterstreifen in einem Umkarton zusammen mit einer Packungsbeilage verpackt.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Accord Healthcare B.V.

Winthontlaan 200

3526KV Utrecht

Niederlande

8.

ZULASSUNGSNUMMER

1-28355

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 17.06.2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22.10.2013

10.

STAND DER INFORMATION

03/2019

VERSCHREIBUNGSPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig. Wiederholte Abgabe verboten.

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