Muphoran

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Muphoran 200 mg/4ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung
  • Einheiten im Paket:
  • 1 Stechampulle mit Trockensubstanz + 1 Lösungsmittelampulle, Laufzeit: 24 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Muphoran 200 mg/4ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Fotemustin
  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 1-20502
  • Berechtigungsdatum:
  • 06-06-1994
  • Letzte Änderung:
  • 08-03-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Muphoran

200mg/4ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Fotemustin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in diese Packungsbeilage steht

Was ist Muphoran und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Muphoran beachten?

Wie ist Muphoran anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Muphoran aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Muphoran und wofür wird es angewendet?

Muphoran gehört zur Gruppe der sogenannten „Zytostatika“, dies sind Arzneimittel, die auch unter

dem Begriff „Chemotherapie“ bekannt sind.

Anwendungsgebiete

Muphoran

wird

Einfach(Mono)-

oder

Teil

einer

Mehrfach(Poly)chemotherapie

Behandlung

einer

Krebserkrankung

Haut

(dem

disseminierten

malignem

Melanom),

insbesondere bei gleichzeitiger Metastasierung (Bildung von Tochtergeschwulsten) im Gehirn,

angewendet.

Muphoran

darf

Ärzten

spezieller

Erfahrung

Gebiet

Chemotherapie

angewendet werden. Die für den Umgang mit Zytostatika erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen sind

streng zu beachten.

Wie wirkt Muphoran?

Muphoran enthält den Wirkstoff Fotemustin.

Fotemustin kann aus dem Blut in das Hirngewebe eindringen und ermöglicht so die Behandlung von

Hirnmetastasen.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Muphoran beachten?

Muphoran darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Fotemustin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn eine Überempfindlichkeit gegen andere Nitrosoharnstoffe vorliegt.

bei schwerer Knochenmarkschädigung.

bei gleichzeitigem Gebrauch von Gelbfieber-Impfstoffen.

während Schwangerschaft und Stillzeit.

von Frauen im gebärfähigen Alter, welche kein Kontrazeptivum (Verhütungsmittel)anwenden

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor bei Ihnen Muphoran angewendet wird.

Muphoran

eine

Zubereitung

Herstellung

einer

Infusionslösung.

Jeglicher

Kontakt

aufbereiteten

Lösung

Haut

Schleimhäuten

sowie

jede

andere

unbeabsichtigte

Aufnahme der aufbereiteten Lösung in den Körper sind zu vermeiden.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung von Muphoran bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen.

Ältere Patienten (ab 60 Jahren)

Bei Patienten über 60 Jahren treten Magen-Darm Beschwerden, sowie eine verminderte Anzahl an

Blutplättchen oder weißen Blutkörperchen häufiger auf als bei jüngeren Patienten.

Anwendung von Muphoran zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Dies ist erforderlich, weil Muphoran die Wirkung mancher anderer Arzneimittel beeinflussen kann. Es

ist auch möglich, dass umgekehrt andere Arzneimittel die Wirkung von Muphoran beeinflussen.

Kombinationen, die nicht verabreicht werden dürfen:

Gelbfieber-Impfstoff

Kombinationen, die nicht empfohlen werden:

Phenytoin und Fosphenytoin (Arzneistoffe zur Behandlung der Epilepsie (Krampfanfälle)).

Lebendimpfstoffe (ausgenommen Gelbfieber).

Kombinationen, die eine sorgfältige Prüfung erfordern:

Arzneimittel, welche die Funktion des Immunsystems vermindern (Immunsuppressiva).

Kombinationen, die besondere Vorsicht erfordern:

Dacarbazin (Arzneistoff zur Behandlung von Krebserkrankungen): Muphoran sollte nicht

früher als eine Woche nach der Verabreichung von Dacarbazin angewendet werden, um eine

Schädigung der Lunge zu vermeiden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Chemotherapeutika oder bei Strahlenbehandlung kann die

schädigende Wirkung auf das Knochenmark, die sich in einer verminderten Bildung aller Blutzellen

zeigt, verstärkt werden.

Erhalten Sie gleichzeitig eine gerinnungshemmende Behandlung (Behandlung, die die Bildung von

Blutpfropfen

verhindern)

wird

Arzt

sorgfältig

überwachen

regelmäßig

Kontrollen

durchführen.

Anwendung von Muphoran zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Essen und trinken Sie kurz vor der Verabreichung von Muphoran nichts. Damit helfen Sie, Übelkeit

und Erbrechen vorzubeugen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung diese Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Sie dürfen Muphoran nicht erhalten, wenn Sie schwanger sind oder werden möchten. Das

Arzneimittel könnte Ihrem ungeborenen Kind schaden. Falls sich während der Behandlung

mit Muphoran herausstellt, dass Sie schwanger sind, müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt

benachrichtigen.

Frauen im gebärfähigen Alter, welche kein Kontrazeptivum anwenden dürfen Muphoran nicht

erhalten.

Männer und Frauen müssen während der Behandlung und

bis zu 6 Monate danach

eine

zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Sollte trotzdem eine Schwangerschaft eintreten,

müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt benachrichtigen.

Wenn nach Abschluss der Therapie Kinderwunsch besteht, soll unbedingt eine genetische

Beratung erfolgen.

Sie dürfen während der Behandlung mit Muphoran nicht stillen. Ein Risiko für das

Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen!

Muphoran kann auch bei bestimmungsmäßigem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verändern,

dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen

beeinträchtigt werden kann. Dies gilt in verstärktem Maß im Zusammenwirken mit Alkohol.

Muphoran enthält Ethanol

Muphoran enthält 80% (v/v) Ethanol (Alkohol), d.h. 1,3g Alkohol pro 100 mg Fotemustin, das

entspricht 32 ml Bier oder 13,3 ml Wein. Es besteht ein gesundheitliches Risiko für Patienten, die

unter Alkoholismus leiden und ist bei Patienten mit erhöhtem Risiko auf Grund einer Lebererkrankung

oder Epilepsie zu berücksichtigen.

3.

Wie ist Muphoran anzuwenden ?

Muphoran

darf

Ärzten

spezieller

Erfahrung

Gebiet

Chemotherapie

angewendet werden. Die für den Umgang mit Zytostatika erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen sind

streng zu beachten.

Muphoran ist Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung.

Zur intravenösen Anwendung (Infusion) nach Auflösung und Verdünnung.

Als Einzel(Mono)therapie:

Die Behandlung wird mit einer intravenösen Infusion (Verabreichung in eine Vene) pro Woche an

drei aufeinanderfolgenden Wochen begonnen.

Nach einer 4 – 5-wöchigen Therapiepause wird zur Dauerbehandlung jeweils eine intravenöse

Infusion der genannten Dosierung in 3-wöchigen Intervallen verabreicht.

Mehrfach(Poly)chemotherapie:

Die Anwendung von Muphoran zugleich mit anderen zytostatischen Arzneimitteln wird jeweils

individuell vom behandelnden Arzt festgelegt.

Die Dosierung von Muphoran soll sich immer nach dem aktuellen Blutbild richten, ebenso die

Behandlungsintervalle. Die Anwendungsdauer ist abhängig vom Erfolg der Behandlung.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Anwendung von Muphoran bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen.

Wenn Sie eine größere Menge von Muphoran erhalten haben, als Sie sollten

Da Ihnen Muphoran von einem Arzt mit spezieller Erfahrung auf dem Gebiet der Chemotherapie

verabreicht wird, ist eine Überdosierung unwahrscheinlich. Sollten Sie glauben, zu viel verabreicht

bekommen zu haben, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

In diesem Fall ist eine engmaschige Kontrolle der Knochenmarkfunktion erforderlich.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Hinweis

für

Arzt:

Nähere

Informationen

Anwendung

finden

Ende

dieser

Gebrauchsinformation.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Übelkeit, Erbrechen innerhalb von 2 Stunden nach Injektion.

Wenn

Ihnen

jemand

Beseitigung

Erbrochenem

behilflich

ist,

muss

diese

Person

Handschuhe tragen, um eine Aufnahme des Arzneimittels über die Haut zu vermeiden.

Veränderungen des Blutbildes:

Thrombozytopenie (Starke Verminderung der Blutplättchen, wodurch erhöhtes Risiko einer

Blutung und Neigung zu Blutergüssen besteht)

Leukopenie (Verminderte Anzahl an weißen Blutkörperchen)

Anämie

(Verminderte

Anzahl

roter

Blutkörperchen,

kann

Blässe,

Schwäche

Kurzatmigkeit führen)

Mäßige, vorübergehende und reversible Erhöhung der Transaminasen, der alkalischen Phosphatasen

und des Bilirubins (Laborparameter für die Leberfunktion).

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Unterbauchschmerzen, Durchfall, Fieber, Reizung (Schwellung, Schmerzen, Rötung) der Vene an der

Injektionsstelle.

Wenn

Ihnen

jemand

Beseitigung

Durchfallkot

behilflich

ist,

muss

diese

Person

Handschuhe tragen, um eine Aufnahme des Arzneimittels über die Haut zu vermeiden.

Veränderungen des Blutbildes:

Panzytopenie (Stark verminderte Zahl aller Blutzellen, die zu Schwäche, erhöhter Anfälligkeit

für Infektionen und vermehrten Blutergüssen führt)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Vorübergehende Bewusstseinsstörungen, Missempfindung (Kribbeln oder „Taubheit“) der Haut,

Verlust des Geschmacksinns, Juckreiz, Hitzegefühl, Rötung der Haut, Pigmentierung der Haut an der

Injektionsstelle.

Vorübergehender Anstieg von Harnstoff.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Infektionen und Blutvergiftung, Schwäche/Kraftlosigkeit, Überempfindlichkeit für Berührungsreize,

Geschmacksstörung, Orientierungslosigkeit beschleunigter Herzschlag / Herzrasen, Blutdruckabfall

beim

Aufstehen,

Schwindel,

Ohrensausen

oder

Ohnmacht

führt,

niedriger

Blutdruck,

Haarausfall, Gewebeschwellungen (Ödeme), erhöhter Stickstoffgehalt im Blut (Azotämie).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Entzündung der Leber (Hepatitis).

Bei einigen Patienten entwickelte sich bei wiederholter Behandlung eine Leukämie (Blutkrebs) oder

myelodysplastische Syndrome (Erkrankungen, bei denen die Zellen des Knochenmarks ihre Fähigkeit

verlieren, reife Blutzellen zu bilden).

Bei einer Kombination mit Dacarbazin wurde in seltenen Fällen eine Schädigung der Lunge (akute

respiratorische Insuffizienz bei Erwachsenen (ARDS)) beobachtet. Auch wurde über Schädigungen

des Lungengewebes (interstitielle Lungenerkrankung) mit Muphoran berichtet.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Muphoran aufzubewahren?

Im Kühlschrank lagern (bei 2°C bis 8°C). In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. Etikett als "Verwendbar bis" bzw.

„Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Die fertig zubereitete Lösung innerhalb von 4 Stunden bei Raumtemperatur, vor Licht geschützt,

verbrauchen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Beachten

Sie,

dass

Arzneimittel

Muphoran

(Zytostatika)

überwachungsbedürftige

Sonderabfälle aus dem medizinischen Bereich einer gesonderten Entsorgung bedürfen (ÖNORM S

2101 sowie S 2104).

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Muphoran enthält

Der Wirkstoff ist: Fotemustin

Eine Durchstechflasche enthält 208 mg Fotemustin.

Die gebrauchsfertige Lösung entspricht 200 mg Fotemustin in 4 ml Lösungsmittel.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Eine Lösungsmittelampulle enthält Ethanol (96 Vol. %), Wasser für Injektionszwecke

Wie Muphoran aussieht und Inhalt der Packung

1 Ampulle aus Braunglas mit hellgelbem Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung und 1 Ampulle

aus farblosem Glas mit farblosem Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung.

Packungsgrößen

Packung mit 1 Durchstechflasche und 1 Lösungsmittelampulle mit 4 ml Lösung

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

SERVIER AUSTRIA GmbH

Mariahilferstraße 20

A-1070 Wien

Tel.: +43 1 524 39 99

Fax.: +43 1 524 39 99 9

office@at.netgrs.com

Hersteller

CENEXI-LABORATOIRES THISSEN SA

Rue de la papyrée 2-6

1420 Braine-l‘Alleud, Belgien

Z.-Nr.: 1 – 20502

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2017.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Die Therapie mit Muphoran soll frühestens 4 Wochen nach chemotherapeutischer Vorbehandlung

bzw. 6 Wochen nach Vorbehandlung mit den Nitrosoharnstoffen begonnen werden. Es soll folgender

hämatologischer Befund vorliegen:

Leukozyten > 2.000/µl

Thrombozyten > 100.000/µl

Die Muphoran-Dosis soll sich sowohl bei Mono- als auch bei Polychemotherapie immer nach dem

aktuellen Blutbild richten. Ausgehend von der empfohlenen Anfangsdosis muss die weitere Dosierung

von Muphoran deshalb nach folgendem Schema angepasst werden:

Blutbild

Zellen pro µl

Dosis in Prozent bezogen auf die

empfohlene Anfangsdosis

Leukozyten

> 2.000

und/oder

100 %

Thrombozyten

> 100.000

Leukozyten

1.500 – 2.000

und/oder

75 %

Thrombozyten

80.000 – 100.000

Leukozyten

1.000 – 1.500

50 %

Leukozyten

< 1.000

und/oder

Aufschub der Therapie

Thrombozyten

< 80.000

Die Therapie mit Muphoran ist eine Intervallbehandlung. Die Dauer der Intervalle zwischen den

Infusionen

vorgeschrieben,

muss

aber

gegebenenfalls

Blutbild

angepasst

werden.

Anwendungsdauer ist abhängig vom Erfolg der Behandlung. Bei Nichtansprechen der Therapie

und/oder zu starken Nebenwirkungen soll Muphoran abgesetzt werden.

Art der Anwendung:

Zur i.v. Anwendung (Infusion) nach Auflösung und Verdünnung.

Anwendungshinweise:

Muphoran stellt eine Parenteralzubereitung zur einmaligen Entnahme dar.

Zur Herstellung der gebrauchsfertigen Infusionslösung wird zunächst die Trockensubstanz in der

Injektionsflasche mit 4 ml des Lösungsmittels aus der Ampulle aufgelöst. Um die Löslichkeit von

Fotemustin im Lösungsmittel zu verbessern, wird empfohlen, die Injektionsflasche und Ampulle auf

Raumtemperatur zu erwärmen. In 1 ml dieser hergestellten Lösung sind 50 mg Fotemustin enthalten.

Die berechnete Dosis wird entnommen und in 500 ml 5%-iger Glucoselösung verdünnt.

hergestellte

gebrauchsfertige

Infusionslösung

soll

sofort,

längstens

jedoch

innerhalb

Stunden

verbraucht

werden.

Infusion

erfolgt

über

Stunde.

Dabei

einen

strikten

Lichtschutz der Infusionsflasche zu achten (z.B. durch Folienabdeckung). Eine kürzere Infusionsdauer

führt zu einer schlechteren Verträglichkeit, insbesondere zu einer Intimareizung an der Einstichstelle,

soll

daher

vermieden

werden.

Eine

verlängerte

Infusionsdauer

schlechteren

Therapieergebnissen geführt.

Die für den Umgang mit Zytostatika erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen sind streng zu beachten.

Jeglicher Kontakt mit der Haut und den Schleimhäuten und jede mögliche Absorption der

rekonstituierten Lösung sind zu vermeiden. Das Tragen einer Maske und Handschuhen wird während

der Vorbereitung der Lösung empfohlen. Im Falle von Spritzern ist reichlich mit Wasser zu spülen.

Die kontaminierten Materialien sollten unter sicheren Bedingungen entsorgt werden.

Ältere Patienten (ab 60 Jahren): Die Toxizität von Fotemustin wurde bei Patienten im Alter von über

60 und unter 60 Jahren verglichen. Das Auftreten von Thrombopenie (Grad 3), Leukopenie (Grad 3)

und gastrointestinaler Toxizität (Grad 3) war signifikant höher bei Patienten über 60 Jahre.

Die gleichzeitige Anwendung dieses Arzneimittels mit Lebendimpfstoffen (ausgenommen Gelbfieber-

Impfstoff, siehe Abschnitt 4.3), Phenytoin oder Fosphenytoin wird nicht empfohlen.

Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren Anwendung:

Übelkeit und Erbrechen können durch die prophylaktische Gabe von Antiemetika reduziert werden.

Eine engmaschige Kontrolle des Blutbildes sowie der Leber- und Nierenfunktion ist erforderlich.

Bei versehentlicher i.a. -Gabe sind schwere Gewebeschäden zu erwarten.

Fotemustin darf nur von Ärzten mit spezieller Erfahrung auf dem Gebiet der Chemotherapie

angewendet werden.

Es wird empfohlen, das Produkt nicht an Patienten zu verabreichen, die eine Chemotherapie innerhalb

der letzten 4 Wochen (oder 6 Wochen im Falle der vorherigen Behandlung mit einem

Nitrosoharnstoff) erhalten haben.

Die Verabreichung von Fotemustin kann nur in Betracht gezogen werden, wenn die

Thrombozytenzahl und / oder Granulozytenzahl ausreichend hoch ist, d.h. Werte von mind. 100.000 /

mm³ bzw. 2.000 / mm³.

Ein Blutbild sollte vor jeder neuen Therapie durchgeführt werden und die Dosis sollte an den

hämatologischen Befund angepasst werden.

Die folgende Tabelle kann unterstützend herangezogen werden:

Thrombozyten (/mm

3

)

Granulozyten (/mm

3

)

Prozent der zu

verabreichenden Dosis

> 100 000

> 2000

100 %

100 000

N > 80 000

2000

N > 1500

75 %

1500

N > 1000

50 %

80 000

1000

Aufschub der Therapie

Eine Pause von 8 Wochen zwischen dem Beginn der Ersttherapie und dem Beginn der

Dauerbehandlung wird empfohlen. Während der Dauertherapie wird ein 3-wöchiges Intervall

zwischen zwei Zyklen empfohlen.

Eine Dauertherapie kann nur in Betracht gezogen werden, wenn die Thrombozytenzahl und / oder

Granulozytenzahl ausreichend hoch ist, d.h. Werte von mind. 100.000 / mm³ bzw. 2.000 / mm³.

Die Durchführung von Leberfunktionstests während und nach der Ersttherapie wird empfohlen.

Kontrazeptive Maßnahmen für männliche und weibliche Patienten im geschlechtsreifen Alter sind

während der Behandlung mit Fotemustin und bis zu 6 Monate danach angezeigt.

Bevor Sie die Infusion mit Muphoran beginnen versichern Sie sich, dass der i.v. Zugang am Patienten

korrekt gelegt ist, um einen Austritt der Infusionslösung ins Gewebe zu vermeiden. Im Falle einer

Extravasation stoppen Sie die Infusion, saugen Sie die extravasierte Menge so gut als möglich ab und

stellen Sie den Arm in erhöhter Position ruhig.