Minitran 5

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Minitran 5 transdermales Pflaster
  • Darreichungsform:
  • transdermales Pflaster
  • Zusammensetzung:
  • glyceroli trinitras 18 mg, excipiens ad praeparationem pro 6.7 cm² cum liberatione 5 mg/24h.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Minitran 5 transdermales Pflaster
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Koronartherapeutikum aus der Klasse der organischen Nitrate

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 51920
  • Berechtigungsdatum:
  • 22-01-1993
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Minitran™

Was ist das transdermale Minitran-System und wann wird es angewendet?

Minitran ist ein durchsichtiges, nitroglyzerinhaltiges Pflaster, das auf die Haut geklebt wird. Minitran

wird nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet, um Angina-pectoris-Anfälle

(plötzlich einsetzende Herzschmerzen) zu verhindern und um den Bedarf an zerbeissbaren

Nitroglyzerin-Kapseln zu senken.

Wann dürfen Minitran-Pflaster nicht angewendet werden?

Minitranpflaster dürfen nicht angewendet werden bei

-Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, anderen Nitratverbindungen oder einem der

Hilfsstoffe,

-akutem Herzinfarkt, akuter Herzschwäche (Linksherzinsuffizienz) oder anderen Herzerkrankungen.

Minitran ist nicht geeignet zur Behandlung von akuten Angina pectoris-Anfällen.

-Akutem Kreislaufversagen (Schock, Gefässkollaps),

-sehr niedrigem Blutdruck (systolischer Blutdruck unter 90 mm Hg),

-schwerer Blutarmut (Anämie),

-ausgeprägtem Blutverlust (Hypovolämie),

-erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom),

-erhöhtem Hirndruck.

Wichtiger Hinweis

Wenn Sie als Patient mit einer Herzerkrankung (z.B. Angina pectoris) unter Behandlung mit

Minitran stehen, dürfen Sie keinesfalls Phosphodiesterasehemmer wie Sildenafil (Viagra®),

Vardenafil (Levitra®) oder Tadalafil (Cialis®) (Arzneimittel zur Behandlung der Impotenz des

Mannes respektive Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck im Kreislauf) einnehmen. Die

gleichzeitige Anwendung solcher Arzneimittel kann eine schwerwiegende, gefährliche Verstärkung

der Wirkung von Minitran in Form von Blutdruckabfall und Kreislaufzusammenbruch verursachen.

Sollten Sie aber dennoch Phosphodiesterasehemmer eingenommen haben, ist die Anwendung von

Minitran innerhalb von 24 Stunden nach der Einnahme dieses Arzneimittels strikt verboten. Dies gilt

auch im Falle von plötzlich auftretenden Herzbeschwerden. Wenden Sie sich in dieser

Notfallsituation an einen Arzt oder eine Ärztin und informieren Sie ihn oder sie über die Einnahme

der Phosphodiesterasehemmer. Ebenfalls dürfen Sie keine Arzneimittel mit dem Wirkstoff Riociguat

(Adempas®, Arzneimittel zur Senkung des Lungenhochdrucks) einnehmen, wenn Sie mit Minitran

behandelt werden.

Wann ist bei der Anwendung von Minitran-Pflastern Vorsicht geboten?

Bei Neigung zu Kreislaufstörungen durch niedrigen Blutdruck (orthostatische

Kreislaufregulationsstörungen) sollte Minitran mit Vorsicht angewendet werden.

Bei einem verminderten Sauerstoffgehalt des Blutes (Hypoxämie) aufgrund einer Blutarmut

(Anämie) ist bei der Anwendung von Minitran Vorsicht geboten.

Bei Gabe von Minitran kann, bedingt durch eine relative Umverteilung des Blutflusses in

minderbelüftete Lungenabschnitte, eine vorübergehende Verminderung des Sauerstoffgehaltes im

Schlagaderblut auftreten, wodurch bei Patienten mit Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefässe

eine Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff aufgelöst werden kann.

Die gleichzeitige Einnahme von blutdrucksenkenden Präparaten (Antihypertensiva z.B.

Kalziumantagonisten, ACE-Hemmern), anderen gefässerweiternden Mitteln (Vasodilatatoren),

Neuroleptika, trizyklischen Antidepressiva, Beruhigungsmittel und Alkohol kann die

blutdrucksenkende Wirkung von Minitran verstärken.

Bei gleichzeitiger Behandlung von Minitran und Dihydroergotamin (DHE) wird der systolische

Blutdruck im Stehen stärker erhöht als unter alleiniger DHE-Verabreichung.

Die Wirkung von Minitran kann durch die Einnahme von nichtsteroidalen Entzündungshemmern

(Antirheumatika) abgeschwächt werden. Sie dürfen keine Arzneimittel mit dem Wirkstoff Riociguat

(Adempas®, Arzneimittel zur Senkung des Lungenhochdrucks) einnehmen, wenn Sie mit Minitran

behandelt werden. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie ein Arzneimittel mit dem

Wirkstoff Riociguat einnehmen.

Die gleichzeitige Anwendung von Minitran und Acetylsalizylsäure (z.B. Aspirin) kann den

blutdrucksenkenden Effekt von Minitran verstärken.

Eine Langzeitbehandlung sollte nicht abrupt beendet werden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu

bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch. Dies

gilt besonders bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit von Minitran ist bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht geprüft

worden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen

oder äusserlich anwenden!

Dürfen Minitran-Pflaster während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Normalerweise sollte Minitran während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit nicht angewendet

werden. Sie sollten sich jedoch nach den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin richten.

Wie verwenden Sie Minitran-Pflaster?

Erwachsene

Der Arzt oder die Ärztin wird die Dosierung festlegen. Im Allgemeinen wird mit einem Pflaster

‚Minitran 5‘ pro Tag begonnen. Bei Bedarf kann der Arzt die Dosis erhöhen. Die maximale tägliche

Dosierung für Minitran sollte 15 mg Nitroglyzerin nicht überschreiten.

Ältere Patienten

Die Anwendung bei älteren Patienten sollte im Allgemeinen mit Vorsicht erfolgen, da diese

empfindlicher auf eine Behandlung mit Nitroglyzerin reagieren können.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit von Minitran ist bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht geprüft

worden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Gebrauchsanleitung

Wichtige Punkte, die vor der Anwendung von Minitran beachtet werden müssen

Die Minitran-Pflaster werden entsprechend der ärztlichen Anweisung auf einen sauberen, haarlosen,

gesunden Hautbereich von Brust, Schulter, Oberarm oder Rücken geklebt. Minitran-Pflaster sollten

nicht auf verletzte Hautbereiche wie Schnitte oder Abschürfungen geklebt werden.

Vor dem Aufkleben eines Minitran-Pflasters sollte die Haut gereinigt und getrocknet werden.

Dadurch wird ein fester Sitz des Pflasters gewährleistet. Keinen Puder verwenden. Vor dem

Aufkleben des Pflasters keine fetthaltigen Substanzen wie Salben oder Cremen auf die Haut

auftragen. Minitran-Pflaster halten auch beim Duschen, Baden oder Schwimmen gut auf der Haut.

Minitran-Pflaster nicht wieder verwenden, nachdem es von der Haut abgezogen wurde. Jedes neue

Pflaster auf einen anderen Hautbereich kleben. Es ist am besten, einen benutzten Hautbereich erst

nach einigen Tagen wieder mit einem Pflaster zu bekleben.

Falls ein Pflaster unerwarteterweise nicht klebt oder abfällt, sollte ein neues Pflaster auf einen

anderen Hautbereich geklebt werden; dabei sicherstellen, dass die Haut sauber und trocken ist.

Bei der Beseitigung ist darauf zu achten, dass das Pflaster nicht in die Hände eines Kindes geraten

kann.

Wann wird Minitran gewechselt?

Das Pflaster sollte jeden Tag zur gleichen Zeit gewechselt werden. Bei Nitroglyzerinpräparaten wie

Minitran kann es zu einer Wirkungsabschwächung kommen. Es wird daher empfohlen, ein

nitratfreies Intervall von mindestens 8 Stunden pro Tag einzuhalten. Belassen Sie das Pflaster jeden

Tag ungefähr 16 Stunden auf der Haut. Das Pflaster sollte morgens aufgeklebt und über Nacht

entfernt werden, es sei denn, Ihr Arzt oder Ihre Ärztin habe Ihnen andere Anweisungen gegeben.

Wie wird Minitran angewendet?

1.Beginnen Sie bei der Einkerbung und reissen Sie die Tasche an der gestrichelten Linie entlang auf.

Nehmen Sie das Pflaster aus der Tasche heraus.

2.Halten Sie das Pflaster so, dass der Hinweis zum Abziehen der Folie in Ihre Richtung weist.

3.Den kleineren Teil der Plastikfolie abziehen und wegwerfen. Das Berühren der klebrigen

Oberfläche des Pflasters ist zu vermeiden.

4.Legen Sie das Pflaster mit der Klebeseite auf einen sauberen, haarlosen, gesunden Hautbereich von

Brust, Schulter, Oberarm oder Rücken.

5.Nun vorsichtig das andere Stück der Plastikfolie entfernen und wegwerfen. Drücken Sie das

Pflaster fest auf die Haut.

Welche Nebenwirkungen können Minitran-Pflaster haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Minitran-Pflaster auftreten:

Sehr häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen.

Zu Beginn der Behandlung mit Minitran-Pflaster kann es zu Kopfschmerzen kommen. Dies ist eine

häufige Nebenwirkung, die aber abklingen sollte, wenn Sie das Arzneimittel eine Zeit lang

angewendet haben. Falls die Kopfschmerzen nicht verschwinden oder bei schweren Kopfschmerzen

suchen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Gelegentliche Nebenwirkungen: allergische Hautreaktionen, Hautentzündungen, die durch Kontakt

mit Minitran-Pflaster ausgelöst werden, Hautrötung, Juckreiz, Brennen und Hautreizung an der

Applikationsstelle. Die Nebenwirkungen verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Stunden nach

Entfernung des Pflasters. Zur Verminderung von lokalen Reizungen sollte die Applikationsstelle

regelmässig gewechselt werden.

Seltene Nebenwirkungen: Herzrasen, beschleunigter Puls, Blutdruckabfall beim Aufrichten,

Hitzegefühl, flüchtige Hautrötungen, Kollapszustände (häufig mit Herzrhythmusstörungen,

Verlangsamung der Pulsfrequenz und plötzlicher Bewusstseinsverlust).

Sehr seltene Nebenwirkungen: Schwindel.

Ausserdem können in Einzelfällen auftreten: Ohnmacht, Herzklopfen, Ausschlag am ganzen Körper,

Schälen der Haut über grossflächige Körperbereiche.

Schwerwiegende Reaktionen bei Abfall des Blutdrucks mit Übelkeit, Erbrechen, Ruhelosigkeit,

Blässe und übermässigem Schwitzen können auftreten. Sollten derartige Nebenwirkungen auftreten,

entfernen Sie bitte das Minitran-Pflaster und konsultieren Sie sofort einen Arzt oder eine Ärztin.

Wenn Sie oben beschriebene Nebenwirkungen bemerken oder Nebenwirkungen feststellen, die hier

nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin

informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbewahrung/Lagerung

Nicht über 25 C, lichtgeschützt und trocken lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Bei der Beseitigung des Pflasters ist darauf zu achten, dass es nicht in die Hände eines Kindes

geraten kann.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Minitran-Pflastern enthalten?

1 Pflaster Minitran 5 enthält als Wirkstoff 18 mg Nitroglyzerin sowie Hilfsstoffe. Minitran 5 gibt

innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 5 mg Wirkstoff ab (entspricht 0,2 mg/Std.). Das Pflaster

Minitran 5 hat eine Oberfläche von 6,7 cm².

1 Pflaster Minitran 10 enthält als Wirkstoff 36 mg Nitroglyzerin sowie Hilfsstoffe. Minitran 10 gibt

innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 10 mg Wirkstoff ab (entspricht 0,4 mg/Std.). Das Pflaster

Minitran 10 hat eine Oberfläche von 13,2 cm².

Zulassungsnummer

51 920 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Minitran-Pflaster? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Minitran 5 ist in Packungen zu 30 und 100 Pflastern erhältlich.

Minitran 10 ist in Packungen zu 30 Pflastern erhältlich.

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.