Minalgin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Minalgin Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • metamizolum natricum monohydricum 500 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Minalgin Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Analgeticum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 14747
  • Berechtigungsdatum:
  • 10-05-1949
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Minalgin® Tabletten/Tropfen

Streuli Pharma AG

Was ist Minalgin und wann wird es angewendet?

Minalgin enthält als Wirkstoff Metamizol (auch unter dem Namen Novaminsulfon bekannt), ein

schmerzlinderndes, krampflösendes und fiebersenkendes Arzneimittel aus der Gruppe der

sogenannten Pyrazolone.

Es wird auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin für folgende Anwendungen eingesetzt: starke

Schmerzen und hohes Fieber, welche nicht auf andere Massnahmen reagieren.

Wann darf Minalgin nicht eingenommen werden?

Sie dürfen Minalgin nicht einnehmen:

·wenn Sie überempfindlich sind auf Metamizol oder auf verwandte Schmerzmittel (sogenannte

Pyrazolone/Pyrazolidine), wie Propyphenazon, Phenylbutazon u.a. sowie auf die enthaltenen

Hilfsstoffe;

·bei Störungen der Blutbildung und eingeschränkter Knochenmarksfunktion (z.B. Chemotherapie);

·wenn Sie überempfindlich auf Schmerz- oder Rheumamittel (z.B. Salicylate, Paracetamol,

Diclofenac, Ibuprofen, Indomethacin, Naproxen) sind und mit Asthma, Nesselsucht oder

Schwellungen im Gesicht reagiert haben;

·bei bestimmten Lebererkrankungen (sogenannte hepatische Porphyrie);

·bei Säuglingen unter 3 Monaten oder mit einem Körpergewicht unter 5 kg.

Wann ist bei der Einnahme von Minalgin Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Metamizol kann gelegentlich zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Wenn sich unter der

Behandlung Juckreiz, Hautrötung, Nesselfieber, Schwellungen z.B. des Gesichtes, Atemnot oder

Benommenheit einstellen, ist sofort der Arzt bzw. die Ärztin zu benachrichtigen und das

Arzneimittel abzusetzen.

Wenn Sie früher auf andere Schmerz- oder Fiebermittel, Farb- oder Konservierungsmittel oder

Alkohol Überempfindlichkeitsreaktionen durchgemacht haben, oder wenn Sie an Asthma leiden, an

chronischem Nesselfieber, oder an chronischem Schnupfen, müssen Sie dies Ihrem Arzt oder

Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin unbedingt mitteilen (siehe auch «Wann darf Minalgin

nicht eingenommen werden?»).

In diesen Situationen ist das Risiko von Überempfindlichkeits-reaktionen erhöht. Der Arzt bzw. die

Ärztin wird dann Minalgin nur aus zwingenden Gründen und unter besonders sorgfältiger

medizinischer Überwachung anwenden.

Minalgin kann vereinzelt zu Blutdruckabfall führen. Diese Gefahr ist erhöht bei vorhandenem

erniedrigtem Blutdruck mit Blutvolumenmangel, vermindertem Körperwasser, instabilem Kreislauf

und erhöhtem Fieber.

Wenn sich unter der Behandlung Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden («Angina»), eine

Entzündung im Mund, allgemeines Unwohlsein, Blutergüsse oder Blutungen einstellen, müssen Sie

Minalgin sofort absetzen und sofort den Arzt bzw. die Ärztin aufsuchen.

Solche Zeichen können Folge einer Verminderung der weissen Blutkörperchen (Agranulozytose oder

Panzytopenie) sein; diese lebensgefährliche Schädigung des Blutes kann manchmal durch Metamizol

verursacht werden und muss unverzüglich behandelt werden.

Wenn während der Behandlung schwere Hautreaktionen wie zunehmender Hautausschlag mit

Hautbläschen und Schleimhautläsionen auftreten, müssen Sie Minalgin sofort und definitiv absetzen

und einen Arzt konsultieren.

Wenn Sie an schweren Störungen der Nieren- oder Leberfunktion leiden, wird der Arzt bzw. die

Ärztin Minalgin nur aus zwingenden Gründen anwenden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

gleichzeitig Ciclosporin (ein Arzneimittel gegen Abstossungsreaktionen nach

Organtransplantationen) einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

gleichzeitig Methotrexat einnehmen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie gleichzeitig Aspirin einnehmen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie gleichzeitig Bupropion

(Antidepressivum, das auch bei Tabakmissbrauch hilft) einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an andern

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Minalgin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie schwanger sind oder während der Behandlung

schwanger werden möchten.

Der Arzt bzw. die Ärztin wird Ihnen Minalgin in der Schwangerschaft nur verordnen, wenn Sie es

eindeutig benötigen. Im ersten und letzten Trimester darf Minalgin nicht angewendet werden.

Stoffwechselprodukte des Metamizols gehen in die Muttermilch über. Bis 48 Stunden nach

Verabreichung von Minalgin darf nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Minalgin?

Tabletten

Bei Erwachsenen wird als Einzeldosis üblicherweise 1–2 Tabletten à 500 mg verordnet, wenn nötig

bis 4× innerhalb von 24 Stunden. Eine Menge von 6–8 Tabletten à 500 mg/Tag wird in der Regel

nicht überschritten.

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut im Sitzen (nicht liegend) mit einem halben Glas Wasser oder

Flüssigkeit, so sind sie am besten zu schlucken.

Tropfen

Die folgenden Dosierungsangaben beruhen auf dem Verhältnis 1 ml Lösung = 20 Tropfen (bei

senkrechter Haltung der Flasche). Soweit nicht anders verordnet, gelten die Angaben der folgenden

Tabelle. Die angegebene Einzeldosis kann bis zu viermal täglich verabreicht werden.

Einzeldosis

Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahre: 20–40 Tropfen.

Kinder 46–53 kg (ca. 13–14 Jahre): 15–35 Tropfen.

Kinder 31–45 kg (ca. 10–12 Jahre): 10–30 Tropfen.

Kinder 24–30 kg (ca. 7–9 Jahre): 8–20 Tropfen.

Kinder 16–23 kg (ca. 4–6 Jahre): 5–15 Tropfen.

Kinder 9–15 kg (ca. 1–3 Jahre): 3–10 Tropfen.

Säuglinge 5–8 kg (ca. 3–11 Monate): 2–5 Tropfen.

Injektionslösung

Zur Behandlung von akuten schweren Schmerzzuständen steht dem Arzt bzw. der Ärztin auch

Minalgin Injektionslösung in Ampullen zur Verfügung. Die Dosierung und Anwendung erfolgt

durch den Arzt bzw. die Ärztin.

Hinweis

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Minalgin haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Minalgin auftreten:

Bezüglich Verminderung der weissen Blutkörperchen und in Zusammenhang mit dieser ernsten

Störung auftretenden Warnzeichen, siehe unter «Wann ist bei der Einnahme von Minalgin Vorsicht

geboten?».

Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und Schleimhäute treten gelegentlich auf. Dazu zählen

Hautausschläge, Juckreiz, Hautrötungen, Nesselfieber, Schwellungen (z.B. des Gesichtes), Atemnot,

Magen-Darm-Beschwerden, in sehr seltenen Fällen bis hin zu schweren, zum Teil

lebensbedrohlichen blasenbildenden Haut- resp. Schleimhautreaktionen.

Selten kann Minalgin einen Asthmaanfall oder sogar schwere Herz- und Kreislaufreaktionen

auslösen.

Ein Teil der Personen mit solchen Erscheinungen reagiert auch überempfindlich auf andere

Entzündungshemmer und Schmerzmittel (sogenannte Schmerzmittelunverträglichkeit). Bei anderen

besteht eine eigentliche Allergie auf Metamizol und verwandte Substanzen (sogenannte Pyrazolone

oder Pyrazolidine).

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen können zum Tod führen. Treten obengenannte

Erscheinungen unter der Behandlung mit Minalgin auf, müssen Sie das Arzneimittel sofort absetzen

und sofort den Arzt bzw. der Ärztin aufsuchen.

Minalgin kann unabhängig von den Überempfindlichkeitsreaktionen vereinzelt zu Blutdruckabfall

führen.

In einzelnen Fällen, vor allem bei vorbestehenden Nierenerkrankun-gen oder bei Überdosierungen,

kann die ausgeschiedene Harnmenge stark vermindert sein. Nach Injektion von Minalgin können

Schmerzen und/oder lokale Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten.

Sehr selten treten eine verstärkte Blutungsneigung und/oder punktförmige Blutungen an der Haut

und den Schleimhäuten auf, die Anzeichen für eine Verminderung der Anzahl von Blutplättchen sein

können.

Informieren Sie in diesen Fällen sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Eine gelegentliche Rotfärbung des Harns ist harmlos. Sie beruht auf der Ausscheidung eines

unschädlichen Stoffwechselproduktes und verschwindet wieder, wenn Minalgin nicht mehr

eingenommen wird.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Das Arzneimittel soll bei Raumtemperatur (15-25 °C), vor Licht geschützt und ausser Reichweite

von Kindern aufbewahrt werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Minalgin enthalten?

Metamizol ist ein Pyrazolon-Derivat.

1 Tablette enthält 500 mg Metamizol-Natrium sowie Hilfsstoffe.

1 ml Tropflösung (1 ml = 20 Tropfen) enthält 500 mg Metamizol-Natrium sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

14747, 34496 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Minalgin? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Tabletten: Packungen zu 20 und 100 Tabletten.

Tropflösung: Flaschen zu 20 und 100 ml.

Zulassungsinhaberin

Streuli Pharma AG, 8730 Uznach

Diese Packungsbeilage wurde im November 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.