Midazolam Actavis 50 mg / 10 ml

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Midazolam Actavis 50 mg / 10 ml Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • midazolamum 50 mg zu midazolami hydrochloridum, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle der 10 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Midazolam Actavis 50 mg / 10 ml Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Hypnoticum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 57551
  • Berechtigungsdatum:
  • 16-07-2008
  • Letzte Änderung:
  • 17-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Midazolam Actavis Injektionslösung

Mepha Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Midazolamum (ut Midazolamum hydrochloridum).

Hilfsstoffe: 8 mg Natrii chloridum pro ml (5 mg/1 ml; 15 mg/3 ml; 50 mg/10 ml); 9 mg Natrii

chloridum pro ml (5 mg/5 ml).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Ampullen zu 1 ml (5 mg Midazolam), 3 ml (15 mg Midazolam), 5 ml (5 mg Midazolam) und 10 ml

(50 mg Midazolam) mit klarer steriler Injektionslösung zur i.v., i.m. und rektalen Anwendung (frei

von organischen Lösungsmitteln, spritzfertig).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Erwachsene

Basissedation bei erhaltenem Bewusstsein vor diagnostischen oder chirurgischen Eingriffen mit oder

ohne Lokalanästhesie (i.v. Verabreichung).

Prämedikation vor der Narkoseeinleitung (i.m. Verabreichung).

Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose. Als Induktionsmittel bei Inhalationsnarkosen oder als

sedierende Komponente bei Kombinationsnarkosen, einschliesslich der totalen intravenösen

Anästhesie (i.v. Injektion, i.v. Infusion).

Langzeitsedation auf der Intensivpflegestation (i.v. Bolusinjektion oder Dauertropfinfusion).

Kinder

Basissedation bei erhaltenem Bewusstsein vor diagnostischen oder chirurgischen Eingriffen mit oder

ohne Lokalanästhesie (i.v., i.m. und rektale Verabreichung).

Prämedikation vor der Narkoseeinleitung (i.m. oder vor allem rektale Verabreichung).

Ataranalgesie in Kombination mit Ketamin bei Kindern (i.m. Verabreichung).

Langzeitsedation auf der Intensivpflegestation (i.v. Bolusinjektion oder Dauertropfinfusion).

(Dosierungsempfehlungen für spezifische Altersbereiche siehe «Dosierung/Anwendung»).

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Midazolam ist ein potentes Sedativum, welches eine langsame Verabreichung und eine

individualisierte Dosierung erfordert.

Die Dosis sollte individuell angepasst werden. Eine Dosistitration wird dringend empfohlen, damit

der gewünschte Sedierungsgrad sicher und unter Berücksichtigung der klinischen Erfordernisse, des

Allgemeinzustands, des Alters und der Begleitmedikation herbeigeführt werden kann.

Bei Patienten über 60 Jahren, Patienten die sich in kritischem Zustand befinden oder einer

Risikogruppe angehören, sowie bei pädiatrischen Patienten ist vorsichtig und unter besonderer

Berücksichtigung der speziellen Gegebenheiten des jeweiligen Patienten zu dosieren.

Bei der intravenösen Anwendung ist langsam (etwa 2.5 mg in zehn Sekunden zur Narkoseeinleitung

und 1 mg in 30 Sekunden zur Basissedation) zu injizieren. Die Wirkung tritt etwa zwei Minuten nach

Injektionsbeginn ein. Die maximale Wirkung wird nach ca. 5 bis 10 Minuten erreicht.

Die Standarddosierungen sind in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Zusätzliche Einzelheiten

sind im Text unter der Tabelle enthalten.

Tabelle 1. Standarddosierung

Indikation

Erwachsene <60 Jahre

Erwachsene ≥60

Jahre/in kritischem

Zustand oder

Risikopatienten

Kinder und Jugendliche

Sedation bei erhaltenem

Bewusstsein

i.v. Initialdosis: 2-2.5 mg

Titrationsdosis: 1 mg

Gesamtdosis: 3,5-7.5 mg

i.v.

Initialdosis: 0.5-1 mg

Titrationsdosis: 0.5-

1 mg

Gesamtdosis: ≤3.5 mg

i.v. 6 Monate – 5 Jahre:

Initialdosis:

0.05-0.1 mg/kg KG

Gesamtdosis: ≤6 mg

i.v. 6-12 Jahre:

Initialdosis:

0.025-0.05 mg/kg KG

Gesamtdosis: ≤10 mg

i.v. 13-16 Jahre:

wie Erwachsene

rektal >6 Monate:

0.3-0.5 mg/kg KG

i.m. 1-15 Jahre:

0.05-0.15 mg/kg KG

Prämedikation vor der

Narkoseeinleitung

i.v.

1-2 mg, wiederholt

i.v.

Initialdosis: 0.5 mg

langsame stufenweise

Erhöhung nach Bedarf

rektal >6 Monate:

0.3-0.5 mg/kg KG

i.m.

0.07-0.1 mg/kg KG

i.m.

0.025-0.05 mg/kg KG

i.m.

1-15 Jahre:

0.08-0.2 mg/kg KG

Narkoseeinleitung

i.v.

0.2 mg/kg KG

(0.2-0.35 mg/kg KG

ohne Prämedikation)

i.v.

0.05-0.15 mg/kg KG

(0.2 mg/kg KG ohne

Prämedikation)

in der Pädiatrie nicht

indiziert

Sedierende Komponente

Kombinationsnarkosen

i.v.

Intermittierende Dosen

von 0.03-0.1 mg/kg oder

Dauertropfinfusion

von 0.03-0.1 mg/kg

KG/h

i.v.

Geringere Dosen als

für

Erwachsene <60

Jahren

empfohlen

in der Pädiatrie nicht

indiziert

Sedation auf der

Intensivpflegestation

i.v.

Initialdosis:

0.03-0.3 mg/kg KG mit

stufenweiser Erhöhung

um 1-2.5 mg

Erhaltungsdosis:

0.03-0.2 mg/kg KG/h

i.v.

Schwangerschaftsalter

<32 Wochen:

0.03 mg/kg KG/h

i.v.

Schwangerschaftsalter

>32 Wochen bis 6

Monate:

0.06 mg/kg KG/h

i.v. Alter >6 Monate:

Initialdosis:

0.05-0.2 mg/kg KG

Erhaltungsdosis:

0.06-0.12 mg/kg KG/h

Sedation bei erhaltenem Bewusstsein

Für die Basissedation bei erhaltenem Bewusstsein vor diagnostischen oder chirurgischen Eingriffen

wird Midazolam Actavis i.v. verabreicht. Die Dosis muss individuell angepasst und durch Titration

eingestellt werden; das Präparat sollte nicht mittels rascher oder Einzelbolusinjektion verabreicht

werden. Der Beginn der Sedation kann in Abhängigkeit des Allgemeinzustands des Patienten und der

genauen Verabreichungsbedingungen (z.B. Verabreichungsgeschwindigkeit, Höhe der Dosis)

individuell variieren. Falls erforderlich, können weitere Dosen nach individuellem Bedarf

verabreicht werden.

Besondere Vorsicht ist bei der Indikation «Sedation bei erhaltenem Bewusstsein» bei Patienten mit

Atemwegsstörungen geboten; siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Erwachsene

Die i.v. Injektion von Midazolam Actavis sollte langsam – mit einer Geschwindigkeit von zirka 1 mg

über 30 Sekunden – erfolgen.

Für Erwachsene unter 60 Jahren beträgt die Initialdosis 2 bis 2.5 mg; diese wird 5–10 Minuten vor

Beginn des Eingriffs verabreicht. Weitere Dosen zu 1 mg können bei Bedarf verabreicht werden. Im

Allgemeinen werden durchschnittliche Gesamtdosen von 3.5 bis 7.5 mg verabreicht. Eine

Gesamtdosis von mehr als 5.0 mg ist in der Regel nicht erforderlich.

Bei Erwachsenen über 60 Jahren, Patienten in kritischem Zustand sowie Risikopatienten muss die

Initialdosis auf 0.5–1.0 mg reduziert und 5–10 Minuten vor Beginn des Eingriffs verabreicht werden.

Weitere Dosen zu 0.5–1 mg können bei Bedarf verabreicht werden. Da die maximale Wirkung bei

diesen Patienten unter Umständen weniger rasch erreicht wird, sollten zusätzliche Gaben von

Midazolam Actavis sehr langsam und sorgfältig titriert werden.

Eine Gesamtdosis von mehr als 3,5 mg ist in der Regel nicht erforderlich.

Kinder

I.v. Verabreichung

Midazolam Actavis sollte mittels langsamer Dosistitration verabreicht werden, bis die gewünschte

klinische Wirkung erreicht ist. Die Initialdosis von Midazolam Actavis sollte über 2 bis 3 Minuten

verabreicht werden. Es wird empfohlen, anschliessend weitere 2 bis 5 Minuten zuzuwarten, um die

sedierende Wirkung genau einschätzen zu können, bevor mit dem Eingriff begonnen oder eine

weitere Dosis verabreicht wird. Falls eine weitergehende Sedation erforderlich ist, die Dosistitration

in kleinen Schritten weiterführen, bis sich der gewünschte Sedierungsgrad einstellt. Säuglinge und

Kleinkinder unter 5 Jahren benötigen unter Umständen wesentlich höhere Dosen als ältere Kinder

oder Jugendliche.

·Kinder im Alter von unter 6 Monaten: Bei Kindern von weniger als 6 Monaten ist die Gefahr einer

Verlegung der Atemwege und einer Hypoventilation besonders gross. Aus diesem Grund wird die

Anwendung von Midazolam Actavis zur Sedation bei erhaltenem Bewusstsein bei Kindern unter 6

Monaten nicht empfohlen, sofern der Nutzen die Risiken nicht überwiegt. In solchen Fällen sind eine

Dosistitration in kleinen Schritten bis zum Erreichen der klinischen Wirkung sowie eine

engmaschige Überwachung unerlässlich.

·Kinder im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren: Initialdosis: 0.05 bis 0.1 mg/kg. Eine Gesamtdosis von

bis zu 0.6 mg/kg kann notwendig sein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen; die Gesamtdosis

sollte jedoch 6 mg nicht übersteigen. Bei Verabreichung höherer Dosen kann eine verlängerte

Sedation und die Gefahr einer Hypoventilation eintreten (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

·Kinder im Alter von 6–12 Jahren: Initialdosis: 0.025 bis 0.05 mg/kg. Eine Gesamtdosis von bis zu

0.4 mg/kg (Maximum: 10 mg) kann erforderlich sein. Bei Verabreichung höherer Dosen kann eine

verlängerte Sedation und die Gefahr einer Hypoventilation eintreten (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

·Jugendliche im Alter von 13–16 Jahren: Dosierung wie bei Erwachsenen.

Rektale Verabreichung (bei Kindern >6 Monaten)

Die Gesamtdosis von Midazolam Actavis bewegt sich zwischen 0.3 und 05 mg/kg.

Die Gesamtdosis sollte in einer einzigen Gabe verabreicht werden; wiederholte rektale

Verabreichungen sind zu vermeiden. Die Anwendung bei Kindern unter 6 Monaten wird nicht

empfohlen, da für diese Patientengruppe nur beschränkte Daten vorliegen.

Für die rektale Verabreichung von Midazolam Actavis siehe «Sonstige Hinweise», «Hinweise für die

Handhabung».

I.m. Verabreichung (Kinder von 1–15 Jahren)

Der empfohlene Dosierungsbereich liegt zwischen 0.05 und 0.15 mg/kg, und die Verabreichung

sollte 5–10 Minuten vor Beginn des Eingriffs erfolgen. Eine Gesamtdosis von mehr als 10.0 mg ist in

der Regel nicht erforderlich. Dieser Applikationsweg sollte nur in Ausnahmefällen benutzt werden.

Die rektale Verabreichung ist zu bevorzugen, da i.m. Injektionen schmerzhaft sein können.

Es wird nicht empfohlen, Lösungen von Midazolam mit einer Konzentration von mehr als 1 mg/ml

an Kinder mit einem Körpergewicht von weniger als 15 kg zu verabreichen. Höhere Konzentrationen

sind auf 1 mg/ml zu verdünnen.

Prämedikation vor der Narkoseeinleitung

Eine kurz vor dem Eingriff verabreichte Prämedikation mit Midazolam Actavis bewirkt eine

Sedation (mit Somnolenz und angstlösender Wirkung) und schränkt das präoperative

Erinnerungsvermögen ein. Midazolam Actavis kann auch in Kombination mit Anticholinergika

verabreicht werden. Für diese Indikation sollte Midazolam Actavis i.v. oder i.m. (tiefe Injektion in

eine grosse Muskelmasse 20–60 Minuten vor der Narkoseeinleitung) oder – bei Kindern

vorzugsweise – rektal verabreicht werden (siehe unten). Eine genaue Beobachtung des Patienten

nach der Verabreichung ist unerlässlich, da das Ansprechen interindividuell variiert und Symptome

einer Überdosierung auftreten können.

Erwachsene

Für die präoperative Sedierung und zur Verminderung des Erinnerungsvermögens an präoperative

Ereignisse beträgt die empfohlene Dosierung für Erwachsene unter 60 Jahren mit ASA-Status I und

II 1–2 mg i.v. (bei Bedarf wiederholte Verabreichung) oder 0.07–0.1 mg/kg i.m.

Die Dosis ist zu reduzieren und individuell anzupassen, wenn Midazolam Actavis an Erwachsene

über 60 Jahren sowie an Patienten in kritischem Zustand oder mit erhöhtem Risiko verabreicht wird.

Die empfohlene i.v. Initialdosis beträgt 0.5 mg und sollte nach Bedarf durch langsame Dosistitration

erhöht werden. Anschliessend 2–3 Minuten warten, um die Wirkung der jeweiligen Dosiserhöhung

genau abschätzen zu können. Eine i.m. Dosis von 0.025–0.05 mg/kg wird empfohlen, falls nicht

gleichzeitig Narkotika verabreicht werden. Die übliche Dosis beträgt 2–3 mg.

Kinder

Rektale Verabreichung (Kinder >6 Monaten)

Die Gesamtdosis von Midazolam Actavis beträgt im Allgemeinen 0.4 mg/kg (Bereich: 0.3–0.5

mg/kg) und sollte 20–30 Minuten vor der Narkoseeinleitung verabreicht werden.

Für die rektale Verabreichung von Midazolam Actavis siehe «Sonstige Hinweise», «Hinweise für die

Handhabung».

Die Anwendung bei Kindern unter 6 Monaten wird nicht empfohlen, da für diese Patientengruppe

nur beschränkte Daten vorliegen.

I.m. Verabreichung (Kinder von 1–15 Jahren)

Da i.m. Injektionen schmerzhaft sein können, sollte dieser Applikationsweg nur in Ausnahmefällen

benutzt werden. Die rektale Anwendung ist zu bevorzugen. Allerdings haben sich i.m. Dosen von

Midazolam Actavis im Bereich von 0.08–0.2 mg/kg als wirksam und sicher erwiesen.

Bei Kindern von 1–15 Jahren sind im Verhältnis zum Körpergewicht höhere Dosen erforderlich als

bei Erwachsenen. Es wird empfohlen, Midazolam Actavis 30–60 Minuten vor der Narkoseeinleitung

durch tiefe Injektion in eine grosse Muskelmasse zu verabreichen.

Es wird nicht empfohlen, Lösungen von Midazolam mit einer Konzentration von mehr als 1 mg/ml

an Kinder mit einem Körpergewicht von weniger als 15 kg zu verabreichen. Höhere Konzentrationen

sind auf 1 mg/ml zu verdünnen.

Narkoseeinleitung

Erwachsene

Wird Midazolam Actavis vor der Verabreichung anderer Anästhetika zur Narkoseeinleitung

verwendet, ist das individuelle Ansprechen unterschiedlich. Die Dosis sollte durch Titration

stufenweise erhöht werden, bis die gewünschte Wirkung in Abhängigkeit des Alters und klinischen

Zustands des Patienten erreicht ist. Wird Midazolam Actavis vor oder in Kombination mit anderen

i.v. oder Inhalationspräparaten für die Narkoseeinleitung verwendet, kann die Initialdosis der

einzelnen Präparate wesentlich tiefer angesetzt werden (manchmal reichen 25% ihrer üblichen

Initialdosis aus).

Der gewünschte Anästhesiegrad wird durch schrittweise Dosiserhöhung (Titration) erreicht. Die i.v.

Initialdosis von Midazolam Actavis sollte langsam und stufenweise ansteigend verabreicht werden.

Die einzelne Dosissteigerung von nicht mehr als 5 mg sollte über einen Zeitraum von 20–30

Sekunden injiziert werden. Zwischen den Injektionen zur Dosistitration sollte eine Pause von 2

Minuten eingelegt werden.

Erwachsene unter 60 Jahren

·Eine Dosis von 0.2 mg/kg, über 20–30 Sekunden i.v. verabreicht und gefolgt von einer Pause von 2

Minuten zur Beurteilung der Wirkung, reicht im Allgemeinen aus.

·Bei Patienten, die keine Prämedikation erhalten, können höhere Dosen erforderlich sein (0.3–0.35

mg/kg); diese werden über 20–30 Sekunden i.v. verabreicht, gefolgt von einer Pause von 2 Minuten

zur Beurteilung der Wirkung. Falls für den Abschluss der Narkoseeinleitung erforderlich, können

Dosissteigerungen von zirka 25% der Initialdosis für den betreffenden Patienten appliziert werden.

Zum Abschluss der Narkoseeinleitung können stattdessen auch flüchtige Inhalationsanästhetika in

flüssiger Form verwendet werden. Bei schlechtem Ansprechen des Patienten kann eine Gesamtdosis

von bis zu 0.6 mg/kg für die Narkoseeinleitung verwendet werden; allerdings können solche höheren

Dosen das Erwachen verzögern.

Erwachsene über 60 Jahren und/oder Patienten in kritischem Zustand oder mit erhöhtem Risiko

·Bei Patienten, die keine Prämedikation erhalten, wird die niedrigste Initialdosis von 0.15–0.2 mg/kg

empfohlen.

·Bei Patienten, die eine Prämedikation erhalten, ist eine Dosis von 0.05–0.15 mg/kg, über 20–30

Sekunden i.v. verabreicht und gefolgt von einer Pause von 2 Minuten zur Beurteilung der Wirkung,

im Allgemeinen ausreichend.

Kinder

Die Anwendung von Midazolam zur Narkoseeinleitung ist auf Erwachsene beschränkt, da die

Erfahrungen bei Kindern sehr beschränkt sind.

Sedierende Komponente bei Kombinationsnarkosen

Erwachsene

Als sedierende Komponente bei Kombinationsnarkosen kann Midazolam Actavis in Form weiterer

kleiner, intermittierender Dosen (im Bereich zwischen 0.03 und 0.1 mg/kg) oder als i.v.

Dauertropfinfusion (Bereich: 0.03–0.1 mg/kg/h) – in der Regel in Kombination mit Analgetika –

verabreicht werden. Die Dosis und das Dosierungsintervall hängen vom individuellen Ansprechen

des Patienten ab.

Bei Erwachsenen über 60 Jahren sowie bei Patienten in kritischem Zustand und/oder mit erhöhtem

Risiko sind geringere Erhaltungsdosen erforderlich.

Kinder

Die Anwendung von Midazolam als sedierende Komponente bei Kombinationsnarkosen ist auf

Erwachsene beschränkt, da die Erfahrungen bei Kindern sehr beschränkt sind.

Sedation auf der Intensivpflegestation

Der gewünschte Sedierungsgrad wird durch schrittweise Erhöhung der Dosis von Midazolam

Actavis (Dosistitration) erreicht. Je nach klinischem Bedarf, Allgemeinzustand, Alter und

Begleitmedikation folgt anschliessend eine Dauertropfinfusion oder die intermittierende

Verabreichung einer Bolusinjektion (siehe «Interaktionen»).

Erwachsene

Die i.v. Initialdosis (0.03–0.3 mg/kg) sollte langsam und stufenweise ansteigend verabreicht werden.

Die einzelne Dosissteigerung von 1–2.5 mg sollte über einen Zeitraum von 20–30 Sekunden injiziert

werden. Zwischen den Injektionen zur Dosistitration sollte eine Pause von 2 Minuten eingelegt

werden.

Patienten, bei denen eine Hypovolämie, Vasokonstriktion oder Hypothermie vorliegt, sollte eine

reduzierte bzw. keine Initialdosis verabreicht werden.

Wird Midazolam Actavis mit hoch wirksamen Analgetika kombiniert, sollten diese zuerst

verabreicht werden, damit ersichtlich wird, in welchem Masse diese selber sedierend wirken. Der

Sedierungsgrad des Patienten kann anschliessend durch Dosistitration von Midazolam Actavis

risikolos erhöht werden.

I.v. Erhaltungsdosis: Die i.v. Erhaltungsdosis kann im Bereich zwischen 0.03 und 0.2 mg/kg/h

liegen. Patienten, bei denen eine Hypovolämie, Vasokonstriktion oder Hypothermie vorliegt, sollte

eine reduzierte Erhaltungsdosis verabreicht werden. Falls der Zustand des Patienten es zulässt, sollte

der Sedierungsgrad regelmässig überprüft werden. Bei der Langzeitsedation kann ein

Wirkungsverlust eintreten, der eine Erhöhung der Dosis erforderlich machen kann.

Kinder

Bei neugeborenen Kindern (Früh- oder Termingeborene) sowie bei Kindern mit einem

Körpergewicht von weniger als 15 kg wird nicht empfohlen, Lösungen von Midazolam mit einer

Konzentration von mehr als 1 mg/ml zu verabreichen. Höhere Konzentrationen sind auf 1 mg/ml zu

verdünnen.

Kinder bis zum Alter von 6 Monaten

Midazolam Actavis sollte als i.v. Dauertropfinfusion verabreicht werden.

·Frühgeborene mit einem Schwangerschaftsalter <32 Wochen: Anfangsdosis: 0.03 mg/kg/h

(0.5 µg/kg/min)

·Kinder zwischen einem Schwangerschaftsalter >32 Wochen bis 6 Monate: Anfangsdosis: 0.06

mg/kg/h (1 µg/kg/min)

Es sollten keine intravenösen Initialdosen verabreicht werden. Stattdessen kann die

Infusionsgeschwindigkeit während der ersten Stunden erhöht werden, bis sich therapeutische

Plasmaspiegel einstellen. Die Infusionsgeschwindigkeit sollte engmaschig überwacht werden –

insbesondere nach den ersten 24 Stunden –, um sicherzustellen, dass die niedrigstmögliche wirksame

Dosis verabreicht und das Risiko einer Kumulation so gering wie möglich gehalten wird.

Die Atemfrequenz und die Sauerstoffsättigung müssen sorgfältig überwacht werden.

Kinder ab dem Alter von 6 Monaten

Bei intubierten und beatmeten Patienten sollte eine Initialdosis von 0.05–0.2 mg/kg über mindestens

2–3 Minuten langsam i.v. verabreicht werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Midazolam

Actavis darf nicht rasch i.v. verabreicht werden. Auf die Initialdosis folgt eine i.v.

Dauertropfinfusion von 0.06–0.12 mg/kg/h (1–2 µg/kg/min) Midazolam Actavis. Die

Infusionsgeschwindigkeit kann bei Bedarf erhöht oder verringert werden (im Allgemeinen um 25%

der anfänglichen oder im Anschluss daran gewählten Infusionsgeschwindigkeit); zur Verstärkung

oder Aufrechterhaltung der Wirkung können auch zusätzliche Dosen Midazolam Actavis i.v.

verabreicht werden.

Wird bei Patienten mit hämodynamischen Störungen eine Infusionsbehandlung mit Midazolam

Actavis eingeleitet, sollte die übliche Initialdosis mittels Dosistitration in kleinen Schritten aufgebaut

und der Patient auf hämodynamische Schwankungen hin überwacht werden (z.B. Auftreten von

Hypotonie). Diese Patienten sind auch bezüglich einer durch Midazolam Actavis hervorgerufenen

Atemdepression gefährdet; aus diesem Grund muss bei ihnen die Atemfrequenz und

Sauerstoffsättigung engmaschig überwacht werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist die Pharmakokinetik von ungebundenem Midazolam

ähnlich wie bei gesunden Probanden.

Bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen wurde jedoch eine Kumulation von α-

Hydroxymidazolam beobachtet. Dadurch kann die klinische Wirkung von Midazolam verstärkt

werden, was eine verlängerte Sedation zur Folge hat.

Tabelle 2. Dauer bis zum Erwachen (min) nach Beendigung der Infusion von Midazolam*

Dauer bis zum Erwachen (min)

Anzahl

Patienten

Mittelwert ±

Standardabweichung

Bereich

Alle Patienten

27.8 ± 37.2

0–140

Patienten ohne Nieren- oder

Leberfunktionsstörungen

13.6 ± 16.4

0-58

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, aber

ohne Leberfunktionsstörungen

44.6 ± 42.5

2–120

Patienten mit Niereninsuffizienz und

Lebererkrankung

124-140

* Ref.: M.P. Shelly, M.A. Sultan, A. Bodenham and G.R. Park., the intensive care unit,

Addenbrooke's Hospital, Cambridge CB2 2QQ, United Kingdom.

Leberfunktionsstörungen

Bei Leberfunktionsstörungen ist die Elimination von i.v. verabreichtem Midazolam verlangsamt,

wodurch es zu einer Erhöhung der terminalen Halbwertszeit kommt. Die klinische Wirkung kann

dadurch verstärkt und verlängert werden. Die zur Erreichung der gewünschten Wirkung erforderliche

Dosis von Midazolam kann geringer sein, und die Vitalfunktionen sollten sorgfältig überwacht

werden. (Siehe «Dosierung/Anwendung» sowie «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

Midazolam Actavis darf Patienten, die gegen Benzodiazepine oder einen der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung überempfindlich reagieren, nicht verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Midazolam Actavis Ampullen dürfen nur verabreicht werden, wenn dem Alter und der Grösse des

Patienten entsprechende Reanimationsmöglichkeiten vorhanden sind, da die intravenöse

Verabreichung von Midazolam Actavis die Myokardkontraktilität beeinträchtigen und eine Apnoe

verursachen kann. In seltenen Fällen kam es zu schwerwiegenden kardiorespiratorischen Ereignissen

wie Atemdepression, Apnoe, Atemstillstand und/oder Herzstillstand. Die Wahrscheinlichkeit, dass

solche lebensbedrohenden Ereignisse auftreten, ist erhöht, wenn die Injektion zu rasch gegeben oder

eine zu grosse Dosis verabreicht wird.

Falls eine Sedation bei erhaltenem Bewusstsein von einem Nicht-Anästhesisten vorgenommen

werden soll, wird dringend empfohlen, die aktuellen Praxisrichtlinien zu konsultieren.

Prämedikation

Bei der Anwendung von Midazolam zur Prämedikation ist eine genaue Beobachtung des Patienten

nach der Verabreichung unerlässlich, da das Ansprechen interindividuell variiert und Symptome

einer Überdosierung auftreten können.

Risikopatienten

Besondere Vorsicht ist bei der Verabreichung von Midazolam Actavis an Patienten geboten, die

einer Gruppe mit erhöhtem Risiko angehören:

·Über 60-jährige Patienten.

·Patienten in kritischem Zustand.

·Patienten mit Organfunktionsstörungen:

·Atemwegsstörungen.

·Nierenfunktionsstörungen.

·Leberfunktionsstörungen.

·Herzfunktionsstörungen.

Bei diesen Patienten mit höherem Risiko ist eine niedrigere Dosierung (siehe

«Dosierung/Anwendung») sowie laufende Überwachung notwendig, um allfällige Veränderungen

ihrer Vitalfunktionen frühzeitig zu erfassen.

Kriterien für die Entlassung von Patienten

Patienten, denen Midazolam Actavis parenteral verabreicht wird, sollten frühestens drei Stunden

nach der letzten Injektion und in Begleitung einer Aufsichtsperson entlassen werden. Sie sind darauf

aufmerksam zu machen, dass sie während mindestens zwölf Stunden kein Fahrzeug lenken und keine

Maschine bedienen dürfen.

Toleranz

Bei der Verwendung von Midazolam Actavis als Langzeitsedativum auf Intensivpflegeabteilungen

(IPS) wurde ein gewisser Wirkungsverlust beobachtet.

Entzugssymptome

Da das Risiko von Entzugssymptomen bei abruptem Absetzen der Behandlung – insbesondere nach

einer Langzeitsedation von ≥2–3 Tagen – erhöht ist, wird eine allmähliche Dosisreduktion

empfohlen. Folgende Entzugssymptome können auftreten: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen,

Angst, Spannung, Unruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Rebound-Insomnie, Stimmungsschwankungen,

Halluzinationen und Krämpfe.

Amnesie

Midazolam bewirkt eine anterograde Amnesie. Eine länger dauernde Amnesie kann bei ambulanten

Patienten, die nach dem Eingriff nach Hause entlassen werden sollen, Probleme verursachen.

Paradoxe Reaktionen

Paradoxe Reaktionen wie Agitiertheit, unwillkürliche Bewegungen (zum Beispiel tonisch-klonische

Krämpfe und Muskelzittern), Hyperaktivität, Feindseligkeit, Wutreaktion, Aggressivität,

paroxysmale Erregtheit und Tätlichkeiten sind im Zusammenhang mit Midazolam gemeldet worden.

Diese Reaktionen können bei Verabreichung höherer Dosen und/oder nach rascher Injektion

auftreten. Eine geringe Anfälligkeit für solche Reaktionen ist bei Kindern und nach höheren i.v.

Dosen bei betagten Personen gemeldet worden.

Veränderte Elimination von Midazolam

Die Elimination von Midazolam kann bei Patienten, die Arzneimittel erhalten, welche als Hemmer

oder Induktoren von CYP3A4 wirken, verändert sein. Die Dosis von Midazolam muss eventuell

entsprechend angepasst werden (siehe «Interaktionen»).

Die Elimination von Midazolam kann ferner bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen, niedrigem

Herzminutenvolumen sowie bei Neugeborenen verzögert sein (siehe «Pharmakokinetik», «Kinetik

spezieller Patientengruppen»).

Frühgeborene Kinder

Aufgrund der erhöhten Apnoegefahr ist bei der Sedierung frühgeborener Kinder, deren

Schwangerschaftsalter weniger als 36 Wochen beträgt und die nicht endotracheal intubiert sind,

äusserste Vorsicht geboten. Rasche Injektionen sind bei frühgeborenen Kindern, deren

Schwangerschaftsalter unter 36 Wochen liegt, zu vermeiden. Die Atemfrequenz und die

Sauerstoffsättigung müssen sorgfältig überwacht werden.

Pädiatrische Patienten im Alter von unter 6 Monaten

Bei pädiatrischen Patienten von weniger als 6 Monaten ist die Gefahr einer Verlegung der Atemwege

und einer Hypoventilation besonders gross. Deshalb ist bei ihnen eine Dosistitration in kleinen

Schritten bis zum Erreichen der klinischen Wirkung sowie eine engmaschige Überwachung der

Atemfrequenz und der Sauerstoffsättigung unerlässlich (siehe auch oben stehenden Abschnitt

«Frühgeborene Kinder»).

Gleichzeitige Verwendung mit Alkohol/ZNS-dämpfende Substanzen

Die gleichzeitige Verwendung von Midazolam Actavis mit Alkohol und/oder ZNS-dämpfende

Substanzen ist zu vermeiden, da es zu einer Verstärkung der klinischen Wirkung von Midazolam

Actavis wie möglicher schwerer Sedation sowie klinisch bedeutender respirativer und/oder

kardiovaskulärer Depression kommen könnte (siehe «Interaktionen»).

Anamnese eines Alkohol-, Drogen- oder Arzneimittelmissbrauchs

Midazolam Actavis sollte bei Patienten, deren Anamnese auf Alkohol- oder Arzneimittelmissbrauch

hinweist, nicht eingesetzt werden.

Andere

Wie bei allen Substanzen mit zentral dämpfender und/oder muskelrelaxierender Wirkung, ist

besondere Vorsicht geboten, wenn Midazolam Actavis Patienten mit Myasthenia gravis verabreicht

wird.

Abhängigkeit

Bei der Anwendung von Midazolam Actavis zur Langzeitsedation kann es zu einer körperlichen

Abhängigkeit von Midazolam kommen. Das Abhängigkeitsrisiko nimmt mit der Dosis und der

Behandlungsdauer zu und ist ebenfalls erhöht bei Patienten mit bestehendem Alkohol- oder

Arzneimittelmissbrauch in der Anamnese.

Interaktionen

Pharmakokinetische Arzneimittelinteraktionen

Midazolam wird fast ausschliesslich durch das Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) metabolisiert.

CYP3A-Hemmer und -Induktoren können die Plasmakonzentrationen und folglich die

pharmakodynamischen Effekte von Midazolam erhöhen oder verringern. Ausser der Modulation der

CYP3A-Aktivität ist kein anderer Mechanismus nachgewiesen worden, der klinisch relevante

pharmakokinetische Arzneimittelinteraktionen mit Midazolam verursachen kann. Eine akute

Verdrängung von Plasmaproteinen (Albumin) kann jedoch zumindest theoretisch

Arzneimittelinteraktionen mit Arzneimitteln, die hohe Serumkonzentrationen erreichen, verursachen,

wie dies beispielsweise für Valproinsäure vermutet worden ist (siehe unten). Eine Veränderung der

Pharmakokinetik anderer Arzneimittel durch Midazolam ist nicht bekannt.

Es wird empfohlen, die klinische Wirkung und die Vitalfunktionen während der Anwendung von

Midazolam engmaschig zu überwachen und zu berücksichtigen, dass die klinische Wirkung von

Midazolam stärker ausfallen und länger dauern kann, wenn gleichzeitig ein CYP3A-Hemmer

verabreicht wird. Je nach Ausmass der CYP3A-hemmenden Wirkung kann die Dosis von Midazolam

mitunter stark reduziert werden. Umgekehrt kann es bei Verabreichung eines CYP3A-Induktors

nötig sein, die Dosis von Midazolam zu erhöhen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Im Falle einer CYP3A-Induktion und irreversiblen Hemmung (so genannte «mechanism-based

inhibition») kann die Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Midazolam nach Verabreichung des

CYP3A-Hemmers mehrere Tage bis einige Wochen lang bestehen bleiben. Zu den Arzneimitteln, die

eine «mechanism-based inhibition» von CYP3A bewirken können, gehören antibakterielle Präparate

(z.B. Clarithromycin, Erythromycin, Isoniazid), Anti-HIV-Medikamente (z.B. HIV-

Proteasehemmer), Antihypertensiva (z.B. Verapamil, Diltiazem), steroidale Sexualhormone und ihre

Rezeptor-Modulatoren (z.B. Gestoden, Raloxifen) sowie verschiedene pflanzliche Bestandteile (z.B.

das in Grapefruit enthaltene Bergamottin). Im Gegensatz zu den anderen Substanzen, die eine

«mechanism-based inhibition» bewirken (siehe unten stehende Aufzählung), bewirkte die

Anwendung von Ethinylestradiol/Norgestrel zur oralen Kontrazeption und von Grapefruitsaft (200

ml) keine nennenswerte Veränderung der Plasmakonzentration von Midazolam nach i.v.

Verabreichung.

Die Intensität der CYP3A-Hemmung bzw. -Induktion durch Arzneimittel variiert stark. Das

Antimykotikum Ketoconazol – ein sehr starker CYP3A-Hemmer – bewirkte eine Erhöhung der

Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem Midazolam um zirka das Fünffache. Das

Tuberkulostatikum Rifampicin gehört zu den stärksten CYP3A-Induktoren, und bei gleichzeitiger

Verabreichung mit Midazolam nahm die Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem Midazolam um

zirka 60% ab.

Die Anwendungsart von Midazolam hat ebenfalls einen Einfluss darauf, wie stark sich seine

Pharmakokinetik aufgrund der CYP3A-Modulation verändert:

a.Die Veränderung der Plasmakonzentration sollte bei intravenöser Verabreichung von Midazolam

geringer sein als bei oraler Gabe, da die CYP3A-Modulation nicht nur die systemische Clearance,

sondern auch die Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Midazolam beeinflusst.

b.Es liegen keine Studien über die Auswirkungen der CYP3A-Modulation auf die Pharmakokinetik

von rektal bzw. intramuskulär verabreichtem Midazolam vor. Da das Arzneimittel bei rektaler

Anwendung die Leber teilweise umgeht und die CYP3A-Expression im Kolon geringer ist als im

oberen Gastrointestinaltrakt, ist zu erwarten, dass die Veränderung der Plasmakonzentration von

Midazolam infolge CYP3A-Modulation bei rektaler Applikation geringer ausfällt als bei oraler

Verabreichung. Da das Arzneimittel nach intramuskulärer Injektion direkt in den Körperkreislauf

gelangt, wird erwartet, dass sich die CYP3A-Modulation ähnlich auswirkt wie nach intravenöser

Verabreichung von Midazolam.

c.In Übereinstimmung mit pharmakokinetischen Grundsätzen haben klinische Studien ergeben, dass

nach Verabreichung einer i.v. Einzeldosis von Midazolam die Veränderung der maximalen

klinischen Wirkung infolge CYP3A-Modulation geringer ausfällt, während die Wirkungsdauer

verlängert sein kann. Nach länger dauernder Verabreichung von Midazolam sind jedoch bei

Vorliegen einer CYP3A-Hemmung sowohl das Ausmass als auch die Dauer der Wirkung erhöht.

Die nachfolgende Aufzählung gibt klinische Beispiele pharmakokinetischer

Arzneimittelinteraktionen mit Midazolam nach intravenöser Verabreichung. Es ist wichtig zu

beachten, dass jedes Arzneimittel, das eine CYP3A-modulierende Wirkung in vitro oder in vivo

besitzt, grundsätzlich die Plasmakonzentration und damit die Wirkung von Midazolam verändern

kann. Die Aufzählung enthält Angaben aus klinischen Arzneimittelinteraktions-Studien für oral

verabreichtes Midazolam, falls für ein gleichzeitig verabreichtes Arzneimittel keine Information über

i.v. gegebenes Midazolam verfügbar ist. Wie oben erwähnt, sollte die Veränderung der

Plasmakonzentration bei i.v. verabreichtem Midazolam geringer ausfallen als bei oraler Gabe.

Arzneimittel, die eine CYP3A-Hemmung bewirken

Azol-Antimykotika

·Ketoconazol bewirkte eine Erhöhung der Plasmakonzentration von intravenös verabreichtem

Midazolam um das Fünffache, während die terminale Halbwertszeit um etwa das Dreifache zunahm.

·Parenterales Midazolam sollte zusammen mit dem starken CYP3A-Inhibitor Ketoconazol nur in

einer Intensivpflegeabteilung (IPS) oder ähnlichen Umgebung verabreicht werden, damit die

engmaschige klinische Überwachung im Falle einer Atemdepression und/oder verlängerten Sedation

sichergestellt ist. Besonders wenn mehr als eine intravenöse Dosis Midazolam verabreicht wird, ist

eine stufenweise Dosierung und Dosisanpassung in Betracht zu ziehen.

·Fluconazol und Itraconazol bewirkten beide eine Zunahme der Plasmakonzentration von i.v.

verabreichtem Midazolam um das Zwei- bis Dreifache und verlängerten die terminale Halbwertszeit

um das 2.4-fache (Itraconazol) bzw. um das 1.5-fache (Fluconazol).

·Posaconazol bewirkte eine Erhöhung der Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem Midazolam

um etwa das Doppelte.

Makrolidantibiotika

·Erythromycin bewirkte eine Zunahme der Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem Midazolam

um etwa das 1.6–2-fache bei gleichzeitiger Verlängerung der terminalen Halbwertszeit von

Midazolam um das 1.5–1.8-fache.

·Clarithromycin bewirkte eine Zunahme der Plasmakonzentration von Midazolam um bis zum 2.5-

fachen, während sich die terminale Halbwertszeit um das 1.5–2-fache verlängerte.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

·Roxithromycin: Roxithromycin beeinflusst die Pharmakokinetik von Midazolam weniger stark als

Erythromycin und Clarithromycin. Nach oraler Verabreichung stieg die Plasmakonzentration von

Midazolam um zirka 50% an, während Erythromycin und Clarithromycin eine Zunahme um das 4.4-

bzw. 2.6-fache bewirkten. Die relativ geringfügige Verlängerung der terminalen Halbwertszeit von

Midazolam um zirka 30% deutet darauf hin, dass Roxithromycin möglicherweise nur wenig Einfluss

auf i.v. verabreichtes Midazolam hat.

HIV-Proteasehemmer

Saquinavir und andere HIV-Proteasehemmer: Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Ritonavir

verstärktem Lopinavir nahm die Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem Midazolam um das 5.4-

fache zu, die terminale Halbwertszeit verlängerte sich in ähnlicher Weise.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Midazolam mit HIV-Proteaseinhibitoren sollte die Behandlung

gemäss der Beschreibung im oberen Abschnitt für Ketokonazol unter «Azol-Antimykotika» erfolgen.

Es sind keine In-vivo-Interaktionsstudien über intravenös verabreichtes Midazolam und andere

Proteasehemmer verfügbar. Allerdings ist Saquinavir im Allgemeinen ein schwächerer CYP3A4-

Hemmer als andere HIV-Proteasehemmer, und HIV-Proteasehemmer erhöhen nachweislich die

Exposition von oral verabreichtem Midazolam und anderen CYP3A-Substraten.

Histaminrezeptorenblocker (H2-Blocker)

·Cimetidin erhöht die Plasmakonzentration von Midazolam im Fliessgleichgewicht um 26%.

Calciumantagonisten

·Diltiazem: Eine Einzeldosis Diltiazem erhöht die Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem

Midazolam um zirka 25% und die terminale Halbwertszeit um zirka 43%.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

·Verapamil und Diltiazem bewirkten eine Erhöhung der Plasmakonzentration von oral verabreichtem

Midazolam um das 3- bzw. 4-fache. Die terminale Halbwertszeit von Midazolam erhöhte sich um

41% bzw. 49%.

Verschiedene Arzneimittel/Phytopharmaka

·Atorvastatin bewirkte eine Erhöhung der Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem Midazolam

um zirka das 1.4-fache gegenüber der Kontrollgruppe.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

·Fluvoxamin führte zu einer leichten Erhöhung der Plasmakonzentration von oral verabreichtem

Midazolam (28%) sowie zu einer Verdoppelung der terminalen Halbwertszeit.

·Nefazodone bewirkte eine Erhöhung der Plasmakonzentration von oral verabreichtem Midazolam

um das 4.6-fache und eine Verlängerung der terminalen Halbwertszeit um das 1.6-fache.

·Aprepitant bewirkte eine dosisabhängige Zunahme der Plasmakonzentration von oral verabreichtem

Midazolam, die nach einer Dosis von 80 mg pro Tag etwa das 3.3-fache betrug; damit verbunden

war eine Verlängerung der terminalen Halbwertszeit um zirka das Doppelte.

·Chlorzoxazon verringerte das Verhältnis zwischen dem CYP3A-generierten Metaboliten α-

Hydroxymidazolam und Midazolam, was auf einen CYP3A-hemmenden Effekt von Chlorzoxazon

hinweist.

·Bicalutamid hatte nur einen geringen Einfluss auf oral verabreichtes Midazolam (Erhöhung der

Plasmakonzentration um 27%).

·Gelbwurzel verringerte das Verhältnis zwischen dem CYP3A-generierten Metaboliten α-

Hydroxymidazolam und Midazolam um zirka 40%, was auf einen CYP3A-hemmenden Effekt

hinweist.

Arzneimittel, die eine CYP3A-Induktion bewirken

·Rifampicin verringerte nach Verabreichung von 600 mg/Tag während 7 Tagen die

Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem Midazolam um zirka 60%. Die terminale Halbwertszeit

nahm um 50–60% ab.

Zusätzliche Information für oral verabreichtes Midazolam

·Carbamazepin/Phenytoin: Wiederholte Dosen von Carbamazepin oder Phenytoin bewirkten eine

Abnahme der Plasmakonzentration von oral verabreichtem Midazolam um bis zu 90%; gleichzeitig

verkürzte sich die terminale Halbwertszeit um zirka 60%.

·Efavirenz: Die Zunahme des Verhältnisses des CYP3A-generierten Metaboliten α-

Hydroxymidazolam und Midazolam um das Fünffache bestätigt den CYP3A-induzierenden Effekt.

Kräuter und Nahrung

·Echinacea-purpurea-Wurzelextrakt verringerte die Plasmakonzentration von i.v. verabreichtem

Midazolam um 20% und die Halbwertszeit um zirka 42%.

·Johanniskraut verminderte die Plasmakonzentration von Midazolam um 20–40%; damit verbunden

war eine Verkürzung der terminalen Halbwertszeit um 15–17%.

Akute Verdrängung von Plasmaproteinen

·Valproinsäure: In einer Publikation wurde die Verdrängung von Midazolam von Plasmaproteinen

durch Valproinsäure als möglicher Mechanismus für Arzneimittelinteraktionen diskutiert. Die

klinische Bedeutung dieser Studie wird jedoch aus methodischen Erwägungen als sehr beschränkt

eingestuft. Aufgrund der hohen therapeutischen Plasmakonzentration von Valproinsäure kann die

Verdrängung von Midazolam von Plasmaproteinen bei Verabreichung von Akutdosen, die eine

deutlichere klinische Wirkung von Midazolam zur Folge haben, jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Pharmakodynamische Arzneimittelinteraktionen

Von der gleichzeitigen Anwendung von Midazolam mit anderen Sedativa oder Hypnotika –

einschliesslich Alkohol – ist eine verstärkte sedierende bzw. schlafanstossende Wirkung zu erwarten.

Beispiele von Substanzen: Opiate/Opioide (Anwendung als Analgetika, Antitussiva oder zur

Substitutionstherapie), Neuroleptika, andere Benzodiazepine, die als Anxiolytika oder Hypnotika

verwendet werden, Barbiturate, Propofol, Ketamin, Etomidat, sedierende Antidepressiva,

Antihistaminika sowie zentral wirksame Antihypertensiva. Midazolam verringert die minimale

alveoläre Konzentration von Inhalationsnarkotika.

Ein verstärkter Einfluss auf die Sedation, die Atmung und die Hämodynamik ist bei gleichzeitiger

Verabreichung von Midazolam mit zentral wirksamen Depressiva einschliesslich Alkohol möglich.

Deshalb sollte eine adäquate Überwachung der Vitalfunktionen vorgenommen werden. Nach der

Verabreichung von Midazolam sollte auf Alkohol verzichtet werden (siehe «Überdosierung»).

Es ist aufgezeigt worden, dass eine Spinalanästhesie die sedierende Wirkung von i.v. verabreichtem

Midazolam verstärken kann. Die Dosis von Midazolam kann in solchen Fällen reduziert werden.

Auch bei der intramuskulären Verabreichung von Lidocain bzw. Bupivacain verringert sich die zur

Sedierung erforderliche Dosis von i.v. verabreichtem Midazolam.

Arzneimittel, welche die Aufmerksamkeit und die Gedächtnisfunktion verstärken, wie der

Acetylcholinesterase(AchE)-Hemmer Physostigmin, hoben die schlafanstossende Wirkung von

Midazolam auf. Analog bewirkten auch 250 mg Koffein eine partielle Aufhebung der sedierenden

Wirkung von Midazolam.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Fetus in Verbindung mit Benzodiazepin-

Verabreichung während der Schwangerschaft.

Midazolam Actavis sollte deshalb in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es

ist klar notwendig.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn gegen Ende der Schwangerschaft und unter der Geburt

Benzodiazepine verwendet werden, da es beim Fetus zu unregelmässiger Herzfrequenz und

Hypotonie und beim Neugeborenen unter Umständen zu mangelhaftem Saugen, Atemdepression,

verminderter Aktivität, herabgesetztem Muskeltonus («floppy-infant» Syndrom) sowie

Entzugssymptomen und Hypothermie kommen kann.

Stillzeit

Midazolam tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Stillenden Müttern ist zu raten, nach

der Verabreichung von Midazolam 24 Stunden lang nicht zu stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Sedation, Amnesie, Konzentrationsschwäche sowie beeinträchtige Muskelfunktion wirken sich

nachteilig auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen aus. Vor der Verabreichung von

Midazolam Actavis muss der Patient darauf hingewiesen werden, dass er bis zum vollständigen

Abklingen der Wirkung des Arzneimittels, mindestens jedoch während 12 Stunden nach der letzten

Injektion, weder Fahrzeuge lenken noch Maschinen bedienen darf. Der Arzt sollte entscheiden, wann

der Patient diese Tätigkeiten wieder aufnehmen darf.

Unerwünschte Wirkungen

Nach Injektion von Midazolam wurde sehr selten über das Auftreten der folgenden Nebenwirkungen

berichtet.

Immunsystem

Allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautreaktionen, kardiovaskuläre Reaktionen,

Bronchospasmen), Angioödem, anaphylaktischer Schock.

Psychiatrische Störungen

Verwirrtheit, Halluzinationen, Nervosität, Euphorie, verminderte Aufmerksamkeit, Müdigkeit.

Paradoxe Reaktionen wie Agitiertheit, unwillkürliche Bewegungen (wie tonische/klonische

Bewegungen und Muskelzucken), Hyperaktivität, Feindseligkeit, Wutausbrüche, Aggression,

paroxysmale Erregung und Angriffe wurden besonders bei Kindern und älteren Personen berichtet.

Abhängigkeit

Die Verwendung von Midazolam Actavis - auch in therapeutischen Dosierungen - kann zu

körperlicher Abhängigkeit führen. Nach längerer intravenöser Verabreichung können nach dem

Absetzen, besonders nach abruptem Absetzen des Präparates, Entzugserscheinungen einschliesslich

Entzugskrämpfe auftreten.

Nervensystem

Länger dauernde Sedierung, verminderte Aufmerksamkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Ataxie,

postoperative Sedation, anterograde Amnesie, deren Dauer direkt von der verabreichten Dosis

abhängt. Die anterograde Amnesie kann nach Beendigung des Eingriffes noch immer vorliegen und

in einzelnen Fällen wurde über lange anhaltende Amnesie berichtet.

Bei Frühgeborenen und Neugeborenen wurde über Krämpfe berichtet.

Herz

Herzstillstand, Bradykardie.

In seltenen Fällen traten schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen auf. Diese umfassten

Herzstillstand, Hypotonie, Bradykardie, und vasodilatatorische Wirkungen. Die Wahrscheinlichkeit

für lebensbedrohliche Ereignisse ist bei Erwachsenen über 60 Jahren und Personen mit vorher

bestehender Ateminsuffizienz oder eingeschränkter Herzfunktion erhöht, besonders, wenn die

Injektion zu rasch erfolgt oder eine hohe Dosis verabreicht wird (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Atmungsorgane

Schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen traten in seltenen Fällen auf. Diese umfassten

Atemdepression, Apnoe, Atemstillstand, Dyspnoe und Laryngospasmus. Lebensbedrohliche

Ereignisse treten eher bei Erwachsenen über 60 Jahren und respiratorisch vorgeschädigten Patienten

sowie Patienten mit Herzinsuffizienz auf, besonders, wenn die Injektion zu rasch erfolgt oder eine

hohe Dosis verabreicht wird (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Schluckauf.

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit.

Haut

Hautausschlag, Urtikaria, Pruritus.

Reaktionen an der Applikationsstelle

Erythem und Schmerzen an der Injektionsstelle, Thrombophlebitis, Thrombosen.

Verletzungen, Vergiftungen und Komplikationen während der Verabreichung

Bei Patienten, die Benzodiazepine erhalten, wurden vermehrt Stürze und Frakturen berichtet. Das

Risiko ist bei gleichzeitiger Anwendung bzw. Einnahme von Sedativa (einschliesslich alkoholischer

Getränke) sowie bei älteren Patienten erhöht.

Überdosierung

Symptome

Benzodiazepine verursachen im Allgemeinen Benommenheit, Ataxie, Dysarthrie und Nystagmus.

Eine Midazolam Actavis-Überdosis ist selten lebensbedrohlich, wenn das Arzneimittel alleine

eingenommen wird, kann aber möglicherweise zu Areflexie, Apnoe, Hypotonie,

kardiorespiratorischer Depression und in seltenen Fällen zum Koma führen. Falls ein Koma eintritt,

dauert es in der Regel wenige Stunden, kann jedoch bei älteren Patienten verlängert und zyklisch

sein. Die atemdepressiven Wirkungen von Benzodiazepinen sind bei Patienten mit

Atemwegserkrankungen schwerwiegender.

Benzodiazepine verstärken die Wirkung anderer ZNS-dämpfender Substanzen einschliesslich

Alkohol.

Behandlung

Die Vitalfunktionen des Patienten überwachen und unterstützende Massnahmen einleiten, falls durch

den klinischen Zustand des Patienten angezeigt. Im Besonderen benötigen die Patienten

möglicherweise eine symptomatische Behandlung der kardiorespiratorischen oder der

zentralnervösen Wirkungen.

Bei oraler Einnahme sollte die weitere Resorption mittels geeigneter Methoden z.B. Behandlung mit

Aktivkohle innerhalb von 1-2 Stunden vermieden werden. Bei Verwendung von Aktivkohle müssen

die Atemwege von schläfrigen Patienten geschützt werden. Bei Mischintoxikationen ist eine

Magenspülung in Betracht zu ziehen, jedoch nicht als Routinemassnahme.

Bei einer schwerwiegenden ZNS-Depression ist die Verwendung von Anexate® (Wirkstoff

Flumazenil), einem Benzodiazepinantagonist, in Betracht zu ziehen. Dieser sollte nur unter

engmaschiger Überwachung verabreicht werden. Da es eine kurze Halbwertszeit (ca. 1 Stunde)

besitzt, müssen Patienten, die Flumazenil erhalten, überwacht werden, wenn die Wirkung nachlässt.

Flumazenil ist zusammen mit Arzneimitteln (z.B. trizyklischen Antidepressiva), die die

Anfallsschwelle senken, mit äusserster Vorsicht zu verwenden. Für weitere Informationen zum

korrekten Gebrauch dieses Arzneimittels, siehe Fachinformation für Anexate® (Flumazenil).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05CD08

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Midazolam, der Wirkstoff von Midazolam Actavis, ist ein Derivat aus der Reihe der

Imidazobenzodiazepine. Die freie Base ist eine lipophile Substanz mit geringer Wasserlöslichkeit.

Dank dem basischen Stickstoff in Stellung 2 des Imidazobenzodiazepin-Ringsystems vermag der

Wirkstoff von Midazolam Actavis mit Säuren wasserlösliche Salze zu bilden.

Pharmakologisch zeichnet sich Midazolam durch einen raschen Wirkungseintritt und wegen

schneller metabolischer Umwandlung durch eine kurze Wirkungsdauer aus. Midazolam weist eine

geringe Toxizität und dadurch eine grosse therapeutische Breite auf.

Midazolam hat eine sehr schnelle sedierende und schlafanstossende Wirkung. Ebenfalls vorhanden

sind ein anxiolytischer, ein antikonvulsiver und ein muskelrelaxierender Effekt.

Nach intramuskulärer oder intravenöser Verabreichung tritt eine anterograde Amnesie von kurzer

Dauer ein (der Patient erinnert sich nicht an Ereignisse, die während der intensivsten Wirkung des

Mittels eintreten).

Klinische Wirksamkeit

Klinische Studien an Patienten belegen die unter «Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten»

aufgeführten Indikationen nach intravenöser und rektaler Verabreichung von Midazolam.

Pharmakokinetik

Absorption

Absorption nach intramuskulärer Injektion

Die Absorption von Midazolam aus dem Muskelgewebe ist rasch und vollständig. Die maximale

Plasmakonzentration wird innerhalb von 30 Minuten erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt

über 90%.

Absorption nach rektaler Verabreichung

Nach rektaler Verabreichung wird Midazolam rasch absorbiert. Die maximale Plasmakonzentration

wird nach ungefähr 30 Minuten erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt zirka 50%.

Distribution

Wird Midazolam intravenös injiziert, so zeigt die Plasmakonzentration-Zeit-Kurve eine oder zwei

ausgeprägte Verteilungsphasen. Das Verteilungsvolumen im Fliessgleichgewicht (steady state)

beträgt 0.7-1.2 l/kg. Midazolam wird zu 96-98% an Plasmaproteine gebunden. Für die

Plasmaproteinbindung ist hauptsächlich Albumin verantwortlich. Es erfolgt auch ein langsamer,

unbedeutender Übertritt in den Liquor.

Beim Menschen wurde nachgewiesen, dass Midazolam die Plazentarschranke langsam passiert und

in den fetalen Kreislauf übertritt. Eine halbe bis eine Stunde nach Applikation einer oralen Dosis von

15 mg war das Verhältnis der fetalen (Nabelschnurblut) zur maternalen Serumkonzentration 0.6-1.0.

Die Eliminationshalbwertszeit von Midazolam und seiner Hauptmetaboliten im Neugeborenen

beträgt ca. 6.3 Stunden. Geringe Mengen Midazolam wurden beim Menschen auch in der

Muttermilch nachgewiesen.

Metabolismus

Midazolam wird praktisch vollständig durch Biotransformation eliminiert. Weniger als 1% der Dosis

erscheint im Urin als unveränderte Substanz. Midazolam wird durch das Isozym Cytochrom P450

3A4 hydroxyliert. Der Hauptmetabolit in Urin und Plasma ist α-Hydroxymidazolam. Die

Plasmakonzentration von α-Hydroxymidazolam beträgt 12% derjenigen der Muttersubstanz. Der

Extraktionsanteil durch die Leber wurde auf 30-60% geschätzt. α-Hydroxymidazolam ist

pharmakologisch aktiv, trägt jedoch nur minimal (ungefähr 10%) zur Wirkung von intravenös

verabreichtem Midazolam bei. Es gibt keine Hinweise auf einen genetischen Polymorphismus

bezüglich des oxidativen Metabolismus von Midazolam (siehe «Interaktionen»).

Elimination

Bei gesunden Probanden liegt die Eliminationshalbwertszeit zwischen 1.5 und 2.5 Stunden. Die

Plasmaclearance liegt im Bereich von 300-500 ml/min. 60-80% der Dosis werden im Urin in Form

von glucuronsäurekonjugiertem α-Hydroxymidazolam ausgeschieden. Weniger als 1% der

verabreichten Dosis wird als unverändertes Arzneimittel im Urin wiedergefunden. Die

Eliminationshalbwertszeit des Metaboliten beträgt weniger als 1 Stunde. Wird Midazolam mittels i.v.

Infusion verabreicht, so unterscheidet sich seine Eliminationskinetik nicht von derjenigen nach

Bolusinjektion.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei über 60-jährigen Personen kann die Eliminationshalbwertszeit bis auf das Vierfache verlängert

sein.

Kinder

Die rektale Absorptionsrate ist bei Kindern ähnlich wie bei Erwachsenen aber die Bioverfügbarkeit

ist kleiner (5-18%). Die Eliminationshalbwertszeit (t½) nach i.v. und rektaler Verabreichung dagegen

ist bei Kindern im Alter von 3-10 Jahren kürzer als bei Erwachsenen (1–1.5 Std.). Dieser

Unterschied entspricht einer erhöhten metabolischen Clearance bei Kindern.

Neugeborene

Bei Frühgeburten und Neugeborenen beträgt die Eliminationshalbwertszeit im Durchschnitt 6-12

Stunden, vermutlich bedingt durch eine Unreife der Leber; die Clearance ist vermindert (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Übergewichtige Patienten

Die durchschnittliche Halbwertszeit ist bei übergewichtigen Patienten höher als bei nicht

übergewichtigen (8.4 gegenüber 2.7 Stunden). Dies rührt – auf das gesamte Körpergewicht bezogen

– von einem um zirka 50% höheren Verteilungsvolumen her. Die Elimination ist bei

übergewichtigen gegenüber nicht übergewichtigen Patienten nicht signifikant verändert.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die Eliminationshalbwertszeit kann bei Patienten mit Zirrhose länger und die Clearance geringer

sein als bei gesunden Freiwilligen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit Niereninsuffizienz

Die Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz entspricht derjenigen

bei gesunden Freiwilligen. Es ist jedoch aufgezeigt worden, dass α-Hydroxymidazolam kumuliert

und die klinische Wirkung von Midazolam verstärken könnte, was zu einer verlängerten Sedation

führen würde (siehe «Dosierung/Anwendung», «Spezielle Dosierungsanweisungen» sowie

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwer kranke Patienten

Bei schwer kranken Patienten ist die Eliminationshalbwertszeit von Midazolam verlängert.

Patienten mit Herzinsuffizienz

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz ist die Eliminationshalbwertszeit länger als bei gesunden

Freiwilligen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Mutagenes und kanzerogenes Potenzial

In Langzeituntersuchungen an Mäusen und Ratten traten Leber- bzw. Schilddrüsentumore auf. Nach

vorherrschender Meinung ist eine Übertragbarkeit der Befunde auf den Menschen nicht gegeben.

Die Ergebnisse der In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen zur Genotoxizität zeigen, dass mutagene,

klastogene oder aneugene Effekte bei der Anwendung von Midazolam nicht zu erwarten sind.

Reproduktionstoxikologie

Midazolam passiert wie alle Benzodiazepine die Plazenta.

Teratogenität

Midazolam zeigte bei Untersuchungen an Ratte und Maus keine Hinweise auf teratogene

Eigenschaften.

Es gibt Hinweise auf Verhaltensstörungen der Nachkommen von benzodiazepinexponierten

Muttertieren.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Midazolam fällt aus in Natriumbicarbonat.

Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln

gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Die Infusionslösungen (siehe «Hinweise für die Handhabung») bleiben während 24 Stunden bei

Raumtemperatur physikalisch und chemisch stabil.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern. Die Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Hinweise für die Handhabung

Kompatibilität mit Infusionslösungen: Die Ampullenlösung von Midazolam Actavis kann mit

Natriumchlorid 0,9%, Glukose 5% und 10%, Lävulose 5%, Ringer-Lösung und Hartmann-Lösung

verdünnt werden, und zwar in einem Mischverhältnis von 15 mg Midazolam pro 100-1000 ml

Infusionslösung. Diese Lösungen bleiben während 24 Stunden bei Raumtemperatur physikalisch und

chemisch stabil.

Die Ampullenlösung von Midazolam Actavis darf nicht mit Macrodex 6% in Glucose verdünnt oder

mit alkalischen Injektionslösungen gemischt werden.

Midazolam Actavis Ampullen sind für den Einmalgebrauch bestimmt. Nicht verwendete Überreste

sind zu verwerfen.

Die Lösung muss vor der Anwendung visuell kontrolliert werden. Es darf nur eine klare Lösung

ohne jegliche Partikel verwendet werden.

Rektale Verabreichung

Zur rektalen Verabreichung der Ampullenlösung wird ein Kunststoffapplikator (Rektalapplikator)

auf das Spritzenende aufgesetzt. Falls das zu verabreichende Volumen zu gering ist, kann mit Wasser

auf ein Gesamtvolumen von 10 ml aufgefüllt werden.

Zulassungsnummer

57551 (Swissmedic).

Packungen

Midazolam Actavis 5 mg/1 ml: 5 Ampullen. [B]

Midazolam Actavis 5 mg/5 ml: 5 Ampullen. [B]

Midazolam Actavis 15 mg/3 ml: 5 Ampullen. [B]

Midazolam Actavis 50 mg/10 ml: 5 Ampullen. [B]

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Februar 2015.

Interne Versionsnummer: 2.1

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9-11-2018

Safety assessment of the substance Ln 1,4‐benzene dicarboxylic acid (with Ln = La, Eu, Gd, Tb) for use in food contact materials

Safety assessment of the substance Ln 1,4‐benzene dicarboxylic acid (with Ln = La, Eu, Gd, Tb) for use in food contact materials

Published on: Wed, 07 Nov 2018 00:00:00 +0100 The EFSA Panel on Food Contact Materials, Enzymes and Processing Aids (CEP Panel) assessed the safety of the additive Ln 1,4‐benzene dicarboxylic acid (with Ln = La, Eu, Gd, Tb) for use in food contact materials. It is a family of mixtures combining the four lanthanides lanthanum (La), europium (Eu), gadolinium (Gd) and/or terbium (Tb) in different proportions as their 1,4‐benzene dicarboxylate complexes, used as a taggant in plastics for authentication and ...

Europe - EFSA - European Food Safety Authority Publications

8-11-2018

Marbonor 10% ad us. vet., Injektionsloesung

Marbonor 10% ad us. vet., Injektionsloesung

● Die Neuzulassung erfolgte am 08.11.2018.

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

31-10-2018

Safety and efficacy of a super critical carbon dioxide extract of Humulus lupulus L. flos when used as a feed flavouring for all animal species

Safety and efficacy of a super critical carbon dioxide extract of Humulus lupulus L. flos when used as a feed flavouring for all animal species

Published on: Tue, 30 Oct 2018 00:00:00 +0100 Following a request from the European Commission, the EFSA Panel on Additives and Products or Substances used in Animal Feed (FEEDAP) was asked to deliver a scientific opinion on the safety and efficacy of a super critical carbon dioxide extract of Humulus lupulus L. flos (hop strobiles) when used as a sensory feed additive for all animal species. The additive is specified to containing 40% beta acids and less than 0.2% alpha acids. Known substances of conce...

Europe - EFSA - European Food Safety Authority Publications

30-10-2018

Onsior 10 mg ad us. vet., schmackhafte Tabletten fuer Hunde

Onsior 10 mg ad us. vet., schmackhafte Tabletten fuer Hunde

● Änderung Text "Anwendungseinschränkungen"

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

27-10-2018

Umsetzung des einstimmigen Beschlusses der Koordinierungsgruppe EMA/CMDh/418713/2018 vom 27.06.2018 (korrigierte Version vom 01.10.2018) betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Morphin und der Wirkstoffkombination Morphin/Cycliz

Umsetzung des einstimmigen Beschlusses der Koordinierungsgruppe EMA/CMDh/418713/2018 vom 27.06.2018 (korrigierte Version vom 01.10.2018) betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Morphin und der Wirkstoffkombination Morphin/Cycliz

Das BfArM veröffentlicht den Umsetzungsbescheid für den Wirkstoff Morphin und der Wirkstoffkombination Morphin/Cyclizin infolge des Europäischen PSUR Single Assessment Verfahrens nach Artikel 107d) bis g) der Richtlinie 2001/83/EG.

Deutschland - BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

26-10-2018

Vorläufige Tagesordnung der 83. Routinesitzung am 15. November 2018

Vorläufige Tagesordnung der 83. Routinesitzung am 15. November 2018

83. Routinesitzung nach § 63 AMG am 15. November 2018 um 10:00 Uhr im BfArM, Hörsaal 1

Deutschland - BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

24-10-2018

Inflacam 0,5 mg/ml ad us. vet., orale Suspension

Inflacam 0,5 mg/ml ad us. vet., orale Suspension

● Die Neuzulassung erfolgte am 24.10.2018.

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

23-10-2018

Bravecto Plus spot-on Katze L ad us. vet., Loesung zum Auftragen auf die Haut

Bravecto Plus spot-on Katze L ad us. vet., Loesung zum Auftragen auf die Haut

● Die Neuzulassung erfolgte am 23.10.2018.

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

23-10-2018

Bravecto Plus spot-on Katze M ad us. vet., Loesung zum Auftragen auf die Haut

Bravecto Plus spot-on Katze M ad us. vet., Loesung zum Auftragen auf die Haut

● Die Neuzulassung erfolgte am 23.10.2018.

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

23-10-2018

Bravecto Plus spot-on Katze S ad us. vet., Loesung zum Auftragen auf die Haut

Bravecto Plus spot-on Katze S ad us. vet., Loesung zum Auftragen auf die Haut

● Die Neuzulassung erfolgte am 23.10.2018.

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

18-10-2018

Mom Life Market recalls 10" & 16" Personalized Stuffed Plush Bunnies

Mom Life Market recalls 10" & 16" Personalized Stuffed Plush Bunnies

The recalled products may contain phthalate levels that exceed the allowable levels.

Health Canada

18-10-2018

Scientific Opinion on Flavouring Group Evaluation 201 Revision 2 (FGE.201Rev2): 2‐alkylated, aliphatic, acyclic alpha,beta‐unsaturated aldehydes and precursors, with or without additional double‐bonds, from chemical subgroup 1.1.2 of FGE.19

Scientific Opinion on Flavouring Group Evaluation 201 Revision 2 (FGE.201Rev2): 2‐alkylated, aliphatic, acyclic alpha,beta‐unsaturated aldehydes and precursors, with or without additional double‐bonds, from chemical subgroup 1.1.2 of FGE.19

Published on: Wed, 17 Oct 2018 00:00:00 +0200 The Panel on Food Additives and Flavourings of the European Food Safety Authority was requested to consider in this revision 2 of Flavouring Group Evaluation 201, the additional data on genotoxicity submitted by the Industry on two substances, 2‐methylpent‐2‐enal [FL‐no: 05.090] and 2 methylcrotonaldehyde [FL‐no: 05.095], from subgroup 1.1.2 of FGE.19. In FGE.201Rev1, the Panel concluded that further data were required in order to clarify the genotoxic poten...

Europe - EFSA - European Food Safety Authority Publications

17-10-2018

Applicability of in silico tools for the prediction of dermal absorption for pesticides

Applicability of in silico tools for the prediction of dermal absorption for pesticides

Published on: Tue, 16 Oct 2018 00:00:00 +0200 Based on the “Human in vitro dermal absorption datasets” published as supporting information to the revised EFSA Guidance on Dermal Absorption, in silico models for prediction of absorption across the skin have been evaluated. For this evaluation, a systematic literature search and review was performed, identifying 288 publications describing mathematical models for prediction of dermal absorption. Eleven models potentially relevant to the regulatory assessm...

Europe - EFSA - European Food Safety Authority Publications

17-10-2018

Lumpy skin disease: scientific and technical assistance on control and surveillance activities

Lumpy skin disease: scientific and technical assistance on control and surveillance activities

Published on: Tue, 16 Oct 2018 00:00:00 +0200 The duration of the vaccination campaign sufficient to eliminate lumpy skin disease (LSD) mainly depends on the vaccination effectiveness and coverage achieved. By using a spread epidemiological model, assuming a vaccination effectiveness of 65%, with 50% and 90% coverage, 3 and 4 years campaigns, respectively, are needed to eliminate LSD. When vaccination effectiveness is 80% to 95%, 2 years of vaccination at coverage of 90% is sufficient to eliminate LSD vir...

Europe - EFSA - European Food Safety Authority Publications

11-10-2018

Re‐evaluation of oxidised soya bean oil interacted with mono‐ and diglycerides of fatty acids (E 479b) as a food additive

Re‐evaluation of oxidised soya bean oil interacted with mono‐ and diglycerides of fatty acids (E 479b) as a food additive

Published on: Wed, 10 Oct 2018 00:00:00 +0200 The EFSA Panel on Food Additives and Flavourings (FAF) provides a scientific opinion re‐evaluating the safety of thermally oxidised soya bean oil interacted with mono‐ and diglycerides of fatty acids (TOSOM) (E 479b) when used as a food additive. The Scientific Committee on Food (SCF) and the Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) derived an acceptable daily intake (ADI) of 25 and 30 mg/kg body weight (bw) per day, respectively. There was n...

Europe - EFSA - European Food Safety Authority Publications

11-10-2018

Wild boar in focus: Review of existing models on spatial distribution and density of wild boar and proposal for next steps

Wild boar in focus: Review of existing models on spatial distribution and density of wild boar and proposal for next steps

Published on: Wed, 10 Oct 2018 00:00:00 +0200 This report provides a review of existing models for predicting the spatial distribution and abundance of wild boar at various scales (global, continental, national and regional) in order to inform the development of a new model to produce estimates of wild boar abundance at European level. The review identifies and discusses a range of models based on a wide variety of data types, corresponding to those targeted by the data collection model set by ENETwild,...

Europe - EFSA - European Food Safety Authority Publications

10-10-2018

Sprayology Issues Voluntary Nationwide Recall of Homeopathic Aqueous-Based Medicines Due to Microbial Contamination

Sprayology Issues Voluntary Nationwide Recall of Homeopathic Aqueous-Based Medicines Due to Microbial Contamination

Eight and Company LLC, d/b/a Sprayology is voluntarily recalling all lots within expiry from 10/18-7/22 of its aqueous-based homeopathic product line for human use. All products manufactured by the contract manufacturer, King Bio, have been recalled due to possible microbial contamination.

FDA - U.S. Food and Drug Administration

10-10-2018

Enforcement Report for the Week of October 10, 2018

Enforcement Report for the Week of October 10, 2018

Recently Updated Records for the Week of October 10, 2018 Last Modified Date: Tuesday, October 09, 2018

FDA - U.S. Food and Drug Administration

10-10-2018

Credelio 56 mg ad us. vet., Kautabletten fuer Hunde

Credelio 56 mg ad us. vet., Kautabletten fuer Hunde

● Die Neuzulassung erfolgte am 10.10.2018.

Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie

12-11-2018

Tetraspan® 10 % Infusionslösung

Rote - Liste

9-11-2018

Toctino 10 mg/30 mg Weichkapseln

Rote - Liste

8-11-2018

Palladon® injekt 2 mg/10 mg/100 mg

Rote - Liste

8-11-2018

Voluven 10 % Infusionslösung

Rote - Liste

5-11-2018

Hydrocortison acis® 10 mg, Tabletten

Rote - Liste

2-11-2018

Tramundin® 50 mg Filmtabletten

Rote - Liste

31-10-2018

Fluorescein Alcon 10%

Rote - Liste

30-10-2018

Bicalutamid Heumann 50 mg Filmtabletten

Rote - Liste

30-10-2018

SUTENT® 12,5/25/37,5/50 mg Hartkapseln

Rote - Liste

24-10-2018

Loratadin-ratiopharm® 10 mg Tabletten

Rote - Liste

23-10-2018

EU/3/16/1804 (Eli Lilly Nederland B.V.)

EU/3/16/1804 (Eli Lilly Nederland B.V.)

EU/3/16/1804 (Active substance: Pegylated recombinant human interleukin-10) - Transfer of orphan designation - Commission Decision (2018)6994 of Tue, 23 Oct 2018

Europe -DG Health and Food Safety

23-10-2018

Jalra® 50 mg Tabletten

Rote - Liste

23-10-2018

Benzaknen® 5 %/10 % Gel

Rote - Liste

23-10-2018

Nubral® Creme 10%

Rote - Liste

22-10-2018

EU/3/10/815 (Pfizer Europe MA EEIG)

EU/3/10/815 (Pfizer Europe MA EEIG)

EU/3/10/815 (Active substance: Sildenafil citrate) - Transfer of orphan designation - Commission Decision (2018)6993 of Mon, 22 Oct 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMA/OD/068/10/T/01

Europe -DG Health and Food Safety

19-10-2018

Recocam (Bimeda Animal Health Limited)

Recocam (Bimeda Animal Health Limited)

Recocam (Active substance: Meloxicam) - Centralised - Transfer Marketing Authorisation Holder - Commission Decision (2018)6954 of Fri, 19 Oct 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/V/C/2247/T/10

Europe -DG Health and Food Safety

16-10-2018

Hygroton® 25 mg/Hygroton® 50 mg

Rote - Liste

15-10-2018

Diazepam-ratiopharm 10 mg Zäpfchen

Rote - Liste

15-10-2018

BENDAFOLIN 10 mg/ml Injektionslösung

Rote - Liste

11-10-2018

Vimpat® 10 mg/ml Sirup

Rote - Liste

11-10-2018

Vimpat® 10 mg/ml Infusionslösung

Rote - Liste