Micro - Kalium retard - Kapseln

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Micro - Kalium retard - Kapseln
  • INN (Internationale Bezeichnung):
  • POTASH
  • Einheiten im Paket:
  • 50 Stück, Laufzeit: 60 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Micro - Kalium retard - Kapseln
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Kaliumchlorid
  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 1-18711
  • Berechtigungsdatum:
  • 09-06-1989
  • Letzte Änderung:
  • 08-03-2018

Packungsbeilage

GI – Micro-Kalium retard-Kapseln

zugelassen:

09.06.1989

Seite 1 (7)

geändert:

14.03.2016

erstellt:

bearbeitet: JD

kontrolliert: BN

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Micro-Kalium retard-Kapseln

Wirkstoff: Kaliumchlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Micro-Kalium und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Micro-Kalium beachten?

Wie ist Micro-Kalium einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Micro-Kalium aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Micro-Kalium und wofür wird es angewendet?

Zusätzliche Kaliumzufuhr kann bei Patienten notwendig werden, die entweder mit ihrer

üblichen Nahrung nicht genügend Kalium aufnehmen oder infolge einer Erkrankung bzw.

einer Behandlung mit bestimmten Arzneimitteln zu viel Kalium verloren haben.

Eine zu große Kaliumzufuhr kann ebenfalls zu Gesundheitsstörungen führen. Deshalb ist es

Bedeutung,

dass

Arzneimittel

anwenden,

Ihnen

Arzt

verschrieben hat.

Micro-Kalium wird zur Behandlung bzw. Verhütung von Kaliumverlusten bei jenen Patienten

angewendet, die Kalium in Form einer Lösung oder als Brausetablette nicht vertragen oder

aus Geschmacksgründen ablehnen, insbesondere bei folgenden Erkrankungen:

Kaliumverluste

schweren

Durchfällen,

Erbrechen,

Magen-,

Darm-

Gallenfisteln, Leberzirrhose, Nebennieren-Überfunktion.

Kaliumverluste

hochdosierter

Behandlung

Digitalis

(Arzneimittel

Behandlung von Herzschwäche) bzw. bei Überdosierung mit Digitalis, bei Behandlung

harntreibenden

Arzneimitteln

(mit

Ausnahme

Kalium-sparenden

harntreibenden

Arzneimitteln)

oder

infolge

kaliumfreier

Infusion,

ausgiebiger

Verabreichung von Natriumbikarbonat, bei Behandlung mit bestimmten Hormonen

(Kortikosteroide, ACTH) und bei Abführmittelmissbrauch.

Hypokaliämie

(Kaliummangel)

Verbindung

hypochlorämischer

Azidose

(Blutübersäuerung mit Chloridmangel).

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Micro-Kalium beachten?

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Micro-Kalium darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Kalium oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie überempfindlich gegenüber einer Kaliumgabe sind, z.B. wenn Sie an Adynamia

episodica

hereditaria

(eine

angeborene

Erkrankung,

anfallsartig

schlaffe

Lähmungserscheinungen auftreten sowie ein erhöhter Blutkaliumspiegel während solch

eines Anfalls) oder am Eulenburg-Syndrom (kongenitale Paramyotonie, eine angeborene

Erkrankung, bei welcher es besonders bei körperlicher Anstrengung oder in der Kälte zu

einer Muskelstarre und nachfolgend zu einer schlaffen Lähmung der Muskulatur kommt)

leiden.

wenn zu viel Kalium im Blut vorhanden ist (z.B. bei schweren Verbrennungen oder starker

Austrocknung), da eine weitere Kaliumzufuhr zu Herzrhythmusstörungen und sogar zu

Herzstillstand führen kann.

wenn Sie an einer der folgenden Krankheiten leiden:

Unterfunktion der Nebennieren (Morbus Addison), die nicht behandelt wird

Erkrankung der Nebennierenrinde (hyporeninämischer Hypoaldosteronismus)

stoffwechselbedingter

Säureüberschuss

Blut

(dekompensierte

metabolische

Azidose)

Behinderungen der Magen- oder Darmpassage beziehungsweise Verengungen im

Magen-Darm-Bereich

Verengung oder Verlegung der Speiseröhre (auch durch Tumore umgebender Organe,

Erweiterung

Hauptschlagader

Nähe

Speiseröhre,

Herzkammer-

vergrößerung oder nach Operationen in diesem Gebiet)

ausgeprägte Nierenleistungsschwäche (auch ohne erhöhten Kaliumspiegel im Blut).

wenn

gleichzeitig

bestimmte

andere,

allem

harntreibende

Kalium-sparende

Arzneimittel (Spironolacton, Triamteren, Amilorid) eingenommen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Micro-Kalium einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Micro-Kalium ist erforderlich,

wenn Sie an einer Magen- oder Darm-Erkrankung leiden, da die Einnahme von Micro-

Kalium die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes reizen kann. Bitte sprechen Sie in so

einem Fall mit dem Arzt.

wenn

während

Behandlung

Micro-Kalium

ausgeprägte

Übelkeit

oder

Erbrechen,

starke

Bauchschmerzen,

übermäßige

Blähungen

oder

Durchfälle

schwarzen bzw. blutig gefärbten Stuhlgängen bemerken. Unterbrechen Sie die Einnahme

und suchen Sie sofort einen Arzt auf.

wenn die Funktion Ihrer Nieren beeinträchtigt ist, Sie eine Erkrankung des Herzens haben

oder Micro-Kalium über einen längeren Zeitraum einnehmen. In diesen Fällen wird der

Arzt regelmäßige Blutuntersuchungen zur Kontrolle der Salzkonzentrationen im Blut

anordnen.

wenn Sie einen Säureüberschuss im Blut haben (metabolische Azidose). In so einem Fall

wird der Kaliummangel nicht mit Kaliumchlorid, sondern mit alkalisierenden Kaliumsalzen

(z.B. mit Kaliumbikarbonat) behandelt.

wenn Sie eine kochsalzarme oder zuckerarme Diät einhalten oder wenn Sie regelmäßig

Lakritze zu sich nehmen. In diesen Fällen wird der Arzt regelmäßige Blutuntersuchungen

zur Kontrolle der Salzkonzentrationen im Blut anordnen. Außerdem sollten Sie eine

abrupte Änderung der Diätgewohnheiten vermeiden.

Kinder und Jugendliche

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Eine Anwendung von Micro-Kalium bei Kindern und Jugendlichen darf nicht erfolgen, da

Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen sind.

Einnahme von Micro-Kalium zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

andere

Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Bestimmte Arzneimittel können einen Kaliumüberschuss verstärken:

ACE-Hemmer und Betablocker (bestimmte blutdrucksenkende Arzneimittel),

Digoxin (Arzneimittel zur Behandlung von Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen),

Entzündungshemmende / schmerzstillende Arzneimittel (z.B. Indometacin),

Heparin (blutverdünnendes Arzneimittel).

Harntreibende

Kalium-sparende

Arzneimittel

(Kalium-sparende

Diuretika:

Spironolacton,

Triamteren, Amilorid) dürfen nicht zusammen mit Micro-Kalium eingenommen werden.

Vorsicht

geboten

gleichzeitiger

Einnahme

Anticholinergika

(Arzneimittel

Wirkung auf das vegetative Nervensystem), da diese die Tätigkeit von Magen und Darm

herabsetzen können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Da während der Schwangerschaft die Tätigkeit von Magen und Darm etwas herabgesetzt ist,

darf Micro-Kalium während der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche ärztliche Anordnung

eingenommen werden.

Stillzeit

Eine Anwendung während der Stillzeit ist möglich, wenn es der Arzt anordnet.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine Auswirkungen bekannt.

Micro-Kalium enthält Lactose (Milchzucker)

Bitte nehmen Sie Micro-Kalium erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie an einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3. Wie ist Micro-Kalium einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt

bei Erwachsenen

zur Vorbeugung eines Kaliummangels

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2 bis 3 Kapseln täglich.

Die Vorbeugung eines Kaliummangels kann bei der Behandlung mit bestimmten

Arzneimitteln, die die Kaliumausscheidung steigern, erforderlich werden.

bei bestehendem Kaliummangel

5 bis 6 Kapseln täglich für die Dauer von ca. 8 bis 10 Tagen.

Wenn Sie gleichzeitig mit Diuretika (harntreibende Arzneimittel) behandelt werden, diese aber

nur jeden zweiten Tag einnehmen müssen, wird Ihnen der Arzt raten, Micro-Kalium an jenen

Tagen einzunehmen, an denen Sie das Diuretikum nicht einnehmen.

Art der Anwendung

Die Kapseln sollen zu oder nach den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit eingenommen

werden. Dabei dürfen die Kapseln nicht zerkaut oder gelutscht werden.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Behandlung entscheidet der Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Micro-Kalium eingenommen haben, als Sie sollten

Anzeichen einer Überdosierung betreffen vor allem Herz und Kreislauf (z.B. Schwindel,

Schock, Herzrhythmusstörungen) bzw. Muskulatur und Nerven (z.B. Empfindungsstörungen,

Krämpfe, Atembeschwerden). Ein gefährlicher Kaliumanstieg im Blut kann jedoch auch ohne

Anzeichen verlaufen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollten Sie daher in jedem Fall

sofort einen Arzt verständigen.

Hinweis für den Arzt:

Informationen

zur

Behandlung

einer

Überdosierung

finden

Sie

am

Ende

dieser

Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Micro-Kalium vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis vergessen haben, nehmen Sie einfach die nächste Dosis

wieder zum gewohnten Zeitpunkt ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die

vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Micro-Kalium abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von Micro-Kalium nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt ab.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, das

Arzneimittel wirke zu stark oder zu schwach.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Selten (kann 1 bis 10 Behandelte von 10.000 betreffen)

Übelkeit, Blähungen, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Ursache dafür sind

Schleimhautreizungen des Magen-Darm-Trakts. Diese Beschwerden gehen meist durch

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Einnahme

Micro-Kalium

viel

Flüssigkeit

bzw.

während

oder

nach

Mahlzeiten oder durch eine Verringerung der Dosis wieder zurück.

Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht

Sehr selten (kann weniger als 1 Behandelten von 10.000 betreffen)

Darmverschluss

oder

Blutungen

Geschwüre

Magen-Darm-Trakt.

Wenn

während der Behandlung mit Micro-Kalium ausgeprägte Übelkeit oder Erbrechen, starke

Bauchschmerzen, übermäßige Blähungen oder Durchfälle mit schwarzen bzw. blutig

gefärbten Stuhlgängen bemerken, unterbrechen Sie die Einnahme und suchen Sie sofort

einen Arzt auf (siehe auch Abschnitt 2 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Häufigkeit

nicht

bekannt

(Häufigkeit

Grundlage

verfügbaren

Daten

nicht

abschätzbar)

Bei Ausscheidungsproblemen der Nieren kann der Kaliumspiegel im Blut zu hoch werden

(Hyperkaliämie). Die Anzeichen dafür sind ähnlich wie bei einer Überdosierung (siehe

dazu im Abschnitt 3 „Wenn Sie eine größere Menge von Micro-Kalium eingenommen

haben, als Sie sollten“)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt anzeigen (siehe Angaben weiter unten). Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5. Wie ist Micro-Kalium aufzubewahren?

Nicht über 25° C lagern.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Blisterpackung

Umkarton

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen

Arzneimittel

nicht

Abwasser

oder

Haushaltsabfall.

Fragen

Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Micro-Kalium enthält

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Der Wirkstoff ist: Kaliumchlorid. 1 Kapsel enthält 600 mg Kaliumchlorid entsprechend

8 mval (315 mg) Kalium-Ionen.

sonstigen

Bestandteile

sind:

Lactose-Monohydrat,

Ethylcellulose,

Maisstärke,

Erythrosin (E 127), Titandioxid (E 171), Eisenoxid schwarz, Gelatine.

Wie Micro-Kalium aussieht und Inhalt der Packung

Micro-Kalium retard-Kapseln sind rote retardierte Hartkapseln.

Micro-Kalium ist in Blisterpackungen zu 50 Stück erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

Z.Nr.: 1-18711

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2016.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Überdosierung

Klinische Symptome

klinischen

Erscheinungen

einer

akuten

Kalium-Überdosierung

(Vergiftung)

sind

hauptsächlich

geprägt

durch

Hyperkaliämie

kardiovaskulären

neuromuskulären

Störungen. Dazu kann es bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz bereits nach relativ niedrigen

Dosen des Arzneimittels kommen.

Herz-Kreislauf-System

Ventrikuläre

Arrhythmien,

Schenkelblock

ventrikulärem

Flimmern,

begleitet

Blutdruckabfall und Schockzuständen bis hin zum Herzstillstand können auftreten.

Neben der Erhöhung der K

-Serumkonzentration sind in zunehmendem Maße typische EKG-

Veränderungen: vergrößerte Amplitude und Zuspitzung der T-Zacke, Verschwinden der P-

Welle, Verbreiterung des QRS-Komplexes und Senkung der ST-Strecke.

Zentralnervensystem

Parästhesien, Krampfanfälle, Reflexausfall, Atonie der gestreiften Muskulatur, die bis zu

respiratorischen Lähmungserscheinungen gehen kann.

Behandlung

Im akuten Vergiftungsfall muss das übermäßige Kalium aus dem Körper entfernt bzw.

inaktiviert werden durch:

künstlich herbeigeführtes Erbrechen

Magenspülung

Gabe von Kationenaustauscher-Harzen, oral oder durch Mageninstillation verabreicht, z.B.

20 g Polystyrolnatriumsulfonat mit 20 ml einer 70%igen Sorbitol-Lösung, 3- bis 4-mal

täglich.

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Bei mäßiger Hyperkaliämie (Plasma-K

-Konzentrationen zwischen 6,5 und 8 mmol/l und

Zuspitzung der T-Zacke als einzige EKG-Veränderung):

Stimulation des transzellulären Kaliumtransportes durch intravenöse Gabe von 300 bis 500

ml/Stunde einer 10%igen Dextranlösung mit einem Insulingehalt von 10 bis 20 Einheiten/l

Korrektur einer eventuellen Azidose durch intravenöse Natriumbikarbonatgaben (44 bis

132 mmol/l in einer Glucoselösung)

Korrektur einer eventuellen Hyponatriämie und Hypovolämie.

In schweren Fällen von Hyperkaliämie (Plasma-K

-Konzentrationen > 8 mmol/l oder bei

erheblichen EKG-Veränderungen inklusive Fehlen der P-Welle, Verbreiterung des QRS-

Komplexes, Verschwinden der T-Zacke oder Auftreten von ventrikulären Arrhythmien):

Glucoselösung (mit Insulin) und/oder Bikarbonatinfusionen, wie oben beschrieben (führt zu

einer Verschiebung des Kaliums von extra- nach intrazellulär, Wirkeintritt nach 30 min.)

Korrektur einer eventuellen Azidose durch intravenöse Natriumbikarbonatgaben (44 bis

132 mmol/l in einer Glucoselösung)

Verabreichung von 10 bis 30 ml einer 10%igen Kalziumglukonat-Lösung i.v. während 1 bis

5 Minuten unter laufender EKG-Kontrolle (führt zu einer Aufhebung des Kalium-Effektes an

den Zellmembranen)

Verabreichung von Kationenaustauscher-Harzen durch hohe Retentionseinläufe, und zwar

folgendermaßen:

30 bis 50 g Polystyrolnatriumsulfonat in 100 ml einer warmen wässrigen Sorbitol-Lösung

sollten, wenn möglich, einige Stunden im Sigmoid gehalten werden. Das Kolon wird dann

mit einer natriumfreien Lösung gespült, um das Harz zu entfernen. Die Einläufe können

wiederholt werden oder die Ionenaustauscher oral mehrmals gegeben werden, damit die

normalisierende K

-Konzentration erhalten bleibt.

Hämodialyse oder Peritonealdialyse können speziell bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Nutzen bringen.

Bei der Behandlung einer Hyperkaliämie sollte in Betracht gezogen werden, dass bei gut

eingestellten digitalisierten Patienten eine zu rasche Senkung des Serum-K

-Spiegels zu

Digitalisintoxikationen führen kann.