Metvix

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Metvix Creme
  • Darreichungsform:
  • Creme
  • Zusammensetzung:
  • methylis aminolevulinas 160 mg bis methylis aminolevulinatis hydrochloridum, conserv.: E 216, E 218, excipiens ad-Salbe für 1 g.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Metvix Creme
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Aktinische Keratose und oberflächliches Basaliom

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 56134
  • Berechtigungsdatum:
  • 05-11-2003
  • Letzte Änderung:
  • 25-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen; Unerwünschte Wirkungen

Metvix®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Methyl-Aminolevulinat (als Hydrochlorid).

Hilfsstoffe: Conserv.: Methylparahydroxybenzoat (E218), Propylparahydroxybenzoat (E216);

Glycerol-mono/di/tripalmitat/stearat, Cethylstearylalkohol, Macrogol 2000-stearat, Dinatriumedetat,

Glycerol, weisses Vaselin, Cholesterol, Isopropylmyristat, Erdnussöl, Mandelöl, Oleylalkohol,

Wasser.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Crème: 160 mg Methyl-Aminolevulinat pro 1 g.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von dünnen oder nicht-hyperkeratotischen aktinischen Keratosen auf Gesicht oder

Kopfhaut, wenn andere Therapien als weniger geeignet angesehen werden.

Behandlung von oberflächlichen Basaliomen, wenn Operation oder andere Behandlungen versagt

haben oder nicht in Frage kommen.

Behandlung von M. Bowen.

Metvix wird nicht für die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren empfohlen.

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Erwachsene (einschliesslich ältere Personen)

Aktinische Keratose, oberflächliche Basaliome und M. Bowen unter Verwendung roter Strahlung

Bei der aktinischen Keratose sollte die Behandlung in einer Sitzung durchgeführt werden.

Für die Behandlung der oberflächlichen Basaliome und bei M. Bowen sollten zwei aufeinander

folgende Sitzungen im Abstand von einer Woche durchgeführt werden.

Während einer Behandlungssitzung können mehrere Läsionen zugleich behandelt werden. Die

Läsionsreaktion sollte normalerweise nach drei Monaten beurteilt werden. Läsionen, die

unvollständige Ansprechreaktionen zeigen, können gegebenenfalls erneut behandelt werden.

Anschließend wird eine nahezu lückenlose klinische Langzeitüberwachung der Basaliome und

M.Bowen empfohlen, gegebenenfalls mit einer histologischen Untersuchung.

Vor der Anwendung von Metvix Crème muss die Oberfläche der Läsionen vorbereitet werden,

indem Schuppen und Krusten entfernt werden und die Oberfläche der Läsionen angeraut wird.

Noduläre Basalzellkarzinomläsionen werden oft von einer intakten epidermalen Keratinschicht

bedeckt, welche vor der Behandlung entfernt werden sollte.

Aktinische Keratose unter Verwendung von Tageslicht

Die Behandlung sollte in einer Sitzung erfolgen. Die Läsionsreaktion sollte normalerweise nach drei

Monaten beurteilt werden. Läsionen, die unvollständige Ansprechreaktionen zeigen, können

gegebenenfalls erneut behandelt werden.

Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Wirksamkeit von Metvix bei der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren sind bis

jetzt noch nicht nachgewiesen worden.

Anwendung

Aktinische Keratose, oberflächliche Basaliome und M. Bowen unter Verwendung roter Strahlung

Eine etwa 1 mm dicke Schicht Metvix wird mit Hilfe eines Spatels auf die Läsion und 5–10 mm

darüber hinaus auf die umgebende normale Haut aufgebracht. Dann wird der behandelte Bereich für

3 Stunden mit einem fest schliessenden Verband bedeckt.

Anschliessend wird der Verband entfernt und der Bereich mit physiologischer Kochsalzlösung

gereinigt. Die Läsion wird dann sofort einer Rotlichtbestrahlung (Spektrum zwischen 570–670 nm)

ausgesetzt. Die verwendete Gesamtlichtdosis hängt vom eingesetzten Lichtspektrum ab; für

Breitbandspektrum von 570–670 nm sollte eine Gesamtdosis von 75 J/cm² eingesetzt werden.

Rotlicht mit einem engeren Spektrum von etwa 630 nm (und einer Gesamtlichtdosis von 37 J/cm2),

das die gleiche Aktivierung akkumulierter Porphyrine ergibt, kann ebenfalls verwendet werden. Die

Lichtintensität an der Läsionsoberfläche darf 200 mW/cm² nicht übersteigen.

Nur CE-markierte Lampen sollten verwendet werden, die mit notwendigen Filtern und/oder

reflektierenden Spiegeln ausgestattet sind, damit möglichst verhindert wird, dass der Patient der

Hitze, blauem Licht und UV-Strahlung ausgesetzt ist. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die korrekte

Lichtdosis eingesetzt wird. Die Lichtdosis wird bestimmt durch Faktoren wie die Grösse des

Lichtfeldes, die Distanz zwischen Lichtquelle und Hautoberfläche und Lichteinwirkungszeit. Diese

Faktoren variieren innerhalb der Lampentypen. Die Lampe sollte gemäss der Gebrauchsanleitung

verwendet und gewartet werden. Die abgegebene Lichtdosis sollte mittels eines geeigneten, auf

Photodiode-Technik basierenden Dosimeters aufgezeichnet werden.

Aktilite® Lampen (Modell CL 16 und CL 128) wurden speziell für die Anwendung mit Metvix

entwickelt und erfordern keine Aufzeichnung der Lichtdosis mit einem Dosimeter. Kalibrierung und

Aufzeichnung der Lichtdosis erfolgen über Mikroprozessor-gestützte Kontroll- und

Aufzeichnungsfunktionen der Lampe. Diese Lampen sollten bevorzugt verwendet werden.

Patient wie medizinisches Personal müssen die Sicherheitsvorschriften im Zusammenhang mit der

Lichtquelle einhalten. Während der Lichtbehandlung sind Schutzbrillen zu tragen.

Es ist nicht notwendig, gesunde Haut, die die Läsion umgibt, während der Illumination zu schützen.

Beim Auftragen von Metvix Crème sollten Schutzhandschuhe getragen werden.

Aktinische Keratose unter Verwendung von Tageslicht

Die Behandlung mit Metvix unter Tageslicht kann durchgeführt werden, wenn die Aussentemperatur

(mindestens 10°C) einen angenehmen zweistündigen Aufenthalt im Freien gestattet. Bei Regen oder

Regenaussichten ist von einer Behandlung mit Metvix unter Tageslicht abzusehen.

Alle exponierten Flächen, einschliesslich der zu behandelnden Stellen, sollten vor der

Läsionsvorbereitung mit Sonnenschutz eingestrichen werden. Der Sonnenschutz sollte ausreichenden

Schutz bieten (Sonnenschutzfaktor 30 oder höher) und darf keine physikalischen Filter, wie z.B.

Titandioxid, Zinkoxid oder Eisenoxid, enthalten, da diese sichtbares Licht teilweise blockieren und

daher die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen können. Bei der Behandlung unter Tageslicht

sollte ausschliesslich Sonnenschutz mit chemischen Filtern verwendet werden.

Nach Eintrocknen des Sonnenschutzes sollten vor dem Aufbringen einer dünnen Schicht Metvix auf

die zu behandelnden Stellen Schuppen und Krusten entfernt und die Oberfläche der Läsionen

angeraut werden. Eine Abdeckung ist nicht notwendig. Zur Verhinderung einer übermässigen

Akkumulation von Protoporphyrin IX, die grössere Schmerzen bei Lichtexposition verursachen

würde, sollten Patienten nach dem Aufbringen von Metvix oder spätestens 30 Minuten danach ins

Freie gehen. Um Schmerzen zu minimieren und eine maximale Wirksamkeit sicherzustellen, sollte

der Patient/die Patientin sich dann während 2 Stunden ununterbrochen bei vollem Tageslicht im

Freien aufhalten und nicht in Innenräume begeben. Sollte sich der Patient/die Patientin an sonnigen

Tagen im direkten Sonnenlicht unwohl fühlen, kann er/sie einen schattigen Ort aufsuchen. Nach der

zweistündigen Expositionsdauer sollte Metvix abgewaschen werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Methyl-Aminolevulinat oder einem der Hilfsstoffe.

Morphaeaformes Basaliom.

Porphyrie

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung von Metvix erfordert spezielle Kenntnisse in der photodynamischen Therapie, da sie

den Einsatz einer Rotlichtlampe notwendig machen kann. Demzufolge sollte Metvix nur in

Anwesenheit eines Arztes oder anderen medizinischen Fachpersonals angewendet werden, welche in

der Anwendung von photodynamischer Therapie mit Metvix geschult sind.

Es liegen keine Erfahrungen über die Behandlung von pigmentierten oder stark infiltrierenden

Läsionen oder Gorlin-Syndrom mit Metvix Crème vor. Dicke (hyperkeratotische) aktinische

Keratosen dürfen nicht mit Metvix behandelt werden.

UV-Therapien sind vor der Behandlung einzustellen. Als generelle Vorsichtsmassnahme sollten die

behandelten Läsionen einige Tage nach der Behandlung möglichst nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt

werden.

Direkter Augenkontakt mit Metvix ist zu vermeiden. Metvix-Creme sollte nicht auf die Augenlider

und Schleimhäute aufgetragen werden.

Methyl-Aminolevulinat kann bei Hautkontakt an der Applikationsstelle eine Sensibilisierung

verursachen, die sich als Angioödem, Ekzem oder allergische Kontaktdermatitis manifestiert.

Der Hilfsstoff Cetylstearylalkohol kann lokal begrenzt Hautreizungen (z.B. Kontaktdermatitis)

hervorrufen, Methylparahydroxybenzoat (E218) und Propylparahydroxybenzoat (E216) können

allergische Reaktionen verursachen, die möglicherweise später auftreten.

Schmerzen während der Beleuchtung mit Rotlicht können erhöhten Blutdruck induzieren. Deshalb

wird empfohlen, vor der Behandlung mit Rotlicht bei allen Patienten den Blutdruck zu messen.

Wenn während der Behandlung mit Rotlicht starke Schmerzen auftreten, sollte der Blutdruck

überprüft werden. Bei schwerer Hypertonie sollten die Beleuchtung mit Rotlicht unterbrochen und

geeignete symptomatische Massnahmen ergriffen werden.

Die konventionelle photodynamische Therapie (PDT) mit einer Lampe kann in sehr seltenen Fällen

ein auslösender Faktor für transiente globale Amnesie sein. Obwohl der genaue Mechanismus nicht

bekannt ist, können Stress und Schmerzen, die mit der Behandlung mit der Lampe im

Zusammenhang stehen, das Risiko für die Entwicklung einer transienten Amnesie erhöhen. Wenn

Anzeichen von Verwirrung oder Orientierungslosigkeit beobachtet werden, muss die

photodynamische Therapie (PDT) sofort abgebrochen werden.

Interaktionen

Es wurden keine spezifischen Studien hinsichtlich der Wechselwirkungen durchgeführt.

Schwangerschaft, Stillzeit

Die Anwendung von Metvix in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht

verhüten, wird nicht empfohlen.

Für Methyl-Aminolevulinat sind klinische Daten über exponierte Schwangere nicht oder nur

begrenzt verfügbar. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

Abschnitt „Präklinische Daten“). Methyl-Aminolevulinat soll während der Schwangerschaft nicht

angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.

Es ist nicht bekannt, ob Methyl-Aminolevulinat und Metabolite nach topischer Anwendung von

Metvix Crème in die Muttermilch übergehen. Für Neugeborene und Säuglinge kann ein Risiko nicht

ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu

unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Metvix verzichtet werden soll / die Behandlung mit

Metvix zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der

Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Metvix unter roter Strahlung bei aktinischer Keratose, oberflächlichen Basaliomen und M. Bowen

a) Zusammenfassendes Sicherheitsprofil: Etwa 60% der Patienten zeigen lokale Reaktionen am

Behandlungsort, die auf toxische Effekte der photodynamischen Therapie selbst (Phototoxizität) oder

auf die Vorbereitung zur Behandlung der Läsion zurückgeführt werden.

Die häufigsten Symptome sind schmerzhafte und brennende Hautempfindungen. Typischerweise

beginnen sie während der Rotlichtbestrahlung oder kurz danach und dauern wenige Stunden an, im

Allgemeinen klingen sie noch am Tag der Behandlung ab. Die Symptome sind üblicherweise mild

oder mässig stark und erfordern selten einen vorzeitigen Abbruch der Rotlichtbestrahlung. Die

häufigsten Phototoxizitätssymptome sind Erytheme und Krustenbildung. Die meisten dieser

Symptome sind von leichter oder mässiger Intensität und persistieren für 1 bis 2 Wochen,

gelegentlich auch länger.

Bei wiederholter Behandlung mit Metvix nimmt die Häufigkeit und Ausprägung der lokalen

phototoxischen Reaktionen ab.

b) Liste unerwünschter Wirkungen: Die nachfolgend aufgeführten unerwünschten Wirkungen

stammen aus klinischen Studien mit 932 Patienten, die mit dem Standardregime unter roter Strahlung

behandelt wurden.

Die Angaben sind geordnet nach Organklassen (MedDRA) und mit Angabe der Häufigkeit

aufgeführt. Die Häufigkeiten sind definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 <1/10), gelegentlich

(≥1/1’000 <1/100), selten (≥1/10‘000 <1/1‘000), sehr selten (<1/10‘000), nicht bekannt (kann

anhand der verfügbaren Daten nicht eingeschätzt werden).

Erkrankungen des Nervensystem

Häufig: Parästhesie, Kopfschmerzen

Unbekannt: Transiente globale Amnesie (einschließlich Verwirrtheit und Desorientierung)

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Schwellung des Auges, Augenschmerzen, Augenlidödem

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Blutungen im Bereich der Wunden

Einzelfälle: Hypertonie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Übelkeit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Hautschmerzen (22%), Gefühl von Hautbrennen (29%), Krustenbildung (11%),

Erythem (21%)

Häufig: Hautinfektion, Hautulzeration, Hautödem, Hautschwellung, Blasen, Hautblutungen, Pruritus,

Hautabschälung, Hauterwärmung

Gelegentlich: Urtikaria, Exanthem, Hautreizung, Photosensibilisierung, Hypo-/Hyperpigmentierung,

Hitzeausschlag, störendes Hautgefühl, Angioödem, Gesichtsödem (geschwollenes Gesicht), Ekzem

an der Applikationsstelle, allergische Kontaktdermatitis, pustulöser Ausschlag (Eiterbläschen an der

Applikationsstelle)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Nässen an der Behandlungsstelle, Hautüberwärmung

Gelegentlich: Müdigkeit

In einer Studie an immunsupprimierten Empfängern von Organtransplantaten (Studie PCT 313/03;

n= 81) wurden keine erhöhten Sicherheitsbedenken in dieser Population festgestellt; die

unerwünschten Wirkungen waren ähnlich denjenigen, die aus Studien mit immunkompetenten

Patienten berichtet wurden.

Metvix unter Tageslicht bei aktinischer Keratose

Es liegen keine neuen Berichte über lokale unerwünschte Wirkungen aus den zwei Phase III

Tageslichtstudien mit Metvix im Vergleich zu den bereits bekannten lokalen unerwünschten

Wirkungen mit Metvix unter roter Strahlung. In der europäischen und in der Australischen klinischen

Studie wurde der Schmerz anhand einer 11-Punkte Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (extremer

Schmerz) evaluiert. Resultate der beiden Studien zeigten einen Wert von 0.8 respektive 0.7 mit

Metvix unter Tageslicht im Vergleich zu einem Wert von 5.7 respektive 4.4 mit Metvix c-PDT.

Überdosierung

Der Schweregrad von lokalen Phototoxizitätsreaktionen wie Erythem, Schmerz und brennendes

Gefühl kann im Falle von verlängerter Anwendungszeit und/oder sehr hoher roter

Strahlungsintensität zunehmen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01XD03

Wirkungsmechanismus

Metvix unter roter Strahlung bei aktinischer Keratose, oberflächlichen Basaliomen und M. Bowen

Nach topischer Anwendung von Methyl-Aminolevulinat akkumulieren photoaktive Porphyrine

intrazellulär in den behandelten Hautläsionen. Methyl-Aminolevulinat ist ein Ester der

Aminolevulinsäure (ALA), einem endogenen frühen Vorläufer in der Biosynthese von Häm. Bei

exogener Zufuhr von ALA oder Methyl-Aminolevulinat wird die Häm-kontrollierte Synthese von

ALA aus Succinyl-CoA und Glycin, katalysiert durch die ALA-Synthetase, umgangen. Dies führt

zur intrazellulären Akkumulation von Porphyrin-Zwischenprodukten, einschliesslich Protoporphyrin

Diese Porphyrin-Zwischenprodukte sind Photosensitizer, welche nach Lichtaktivierung in Gegenwart

von Sauerstoff zur Bildung von reaktivem Sauerstoff führen und dadurch zur Phototoxizität für die

lichtexponierten Zielzellen. Die Behandlung von Krankheiten mit Photosensitizern und

Lichtaktivierung wird als photodynamische Therapie (PDT) bezeichnet.

Metvix unter Tageslicht bei aktinischer Keratose

Nach topischer Anwendung von Methyl-Aminolevulinat werden Porphyrine, einschliesslich

Protoporphyrin IX, intrazellulär in den behandelten Hautläsionen erzeugt. Die intrazellulären

Porphyrine sind photoaktive, fluoreszierende Substanzen, die bei Tageslichtaktivierung in Gegenwart

von Sauerstoff zur Bildung von reaktivem Sauerstoff führen, der Zellkammern beschädigt,

insbesondere die Mitochondrien.

Bei Anwendung von Metvix unter Tageslicht wird Protoporphyrin IX fortlaufend erzeugt und

innerhalb der Zielzellen während der zweistündigen Tageslichtexposition aktiviert, wodurch ein

gleichbleibender Mikro-phototoxischer Effekt entsteht.

Klinische Wirksamkeit

Aktinische Keratose (photodynamische Therapie)

Die photodynamische Therapie (PDT) mit Metvix zur Behandlung von aktinischer Keratose wurde

in 2 klinischen Studien mit der Kryotherapie verglichen. An einer kontrollierten Studie nahmen 193

Patienten mit dünner, mässig dicker oder dicker aktinischer Keratose teil. In der Gesamtpopulation

betrug die «response rate» 55% bei Patienten mit Metvix und 72% bei Patienten mit Kryotherapie.

Eine einmalige Behandlung einer oder mehrerer dünner aktinischer Keratosen an Gesicht oder

Kopfhaut ergab eine «excellent response rate» bei 72% der Patienten mit Metvix und bei 72% der

Patienten mit Kryotherapie («excellent response rate» ist der Anteil der Patienten, die bei mindestens

75% der Läsionen eine «complete response» 3 Monate nach der Behandlung aufweisen).

In einer weiteren kontrollierten Studie, in der 204 Patienten mit nur dünner oder mässig dicker

aktinischer Keratose an Gesicht oder Kopfhaut in eventuell zwei Sitzungen im Abstand von einer

Woche mit Metvix behandelt wurden, ergab die entsprechende Analyse eine Wirksamkeit bei 88%

der mit Metvix behandelten Patienten gegenüber 67% der mit Kryotherapie behandelten Patienten.

Die Wirksamkeit und Sicherheit bei der Behandlung von aktinischen Keratosen konnte für bis zu 3–6

Monate gezeigt werden; überwiegend wurde 1× behandelt.

Die Erfahrungen mit einer längerfristigen Wirksamkeit sind begrenzt.

Oberflächliches Basaliom (photodynamische Therapie)

Im Vergleich zu Kryotherapie (Studie T304/99 n= 110) zeigte sich eine äquivalente Wirkung nach 3

Monaten mit einer Ansprechrate von 95% vs. 91% (Obergrenze des 95%-Konfidenzintervalls 5,7%).

Bei beiden Behandlungen war eine Zweitbehandlung bei etwa 30% der Patienten notwendig.

Die bisher verfügbaren Langzeitdaten bis zu 12 Monaten zeigen eine Rezidivrate von 15% bzw. 16%

bei den jeweiligen Behandlungsmodalitäten. Die Grösse der Studie mit je 50 Patienten pro Arm

erlaubt nur beschränkt eine Subgruppenanalyse nach Grösse und Lokalisation. Allerdings scheinen

die Rezidivraten bei Lokalisation an Hals und Rumpf geringer zu sein als an Gesicht und

Extremitäten. Die Behandlung mit Metvix im ersten Zyklus bestand im Unterschied zu den anderen

Studien zunächst nur in einer Behandlung im ersten Zyklus, erst beim zweiten Zyklus wurden (falls

dieser erforderlich war) zwei Behandlungen durchgeführt. Es sind relativ wenige Patienten mit

Basaliomen im Gesichtsbereich in die Studie aufgenommen worden. Die lokalen Nebenwirkungen

waren bei Kryotherapie deutlich höher, allerdings auch hier bei maximal mässiggradigen

Symptomen nicht sehr problematisch. Das kosmetische Ergebnis war bei Metvix deutlich besser. Die

Rezidivrate ist bei einem Verlauf von 24 Monaten noch nicht beurteilbar.

Plattenepithelkarzinom (M. Bowen) (photodynamische Therapie)

Die photodynamische Therapie (PDT) mit Metvix zur Behandlung des Plattenepithelkarzinoms (M.

Bowen) wurde bei 225 Patienten vergleichend gegen Placebo, Kryotherapie und 5-Fluorouracil (5-

FU) geprüft. Nach 3 Monaten waren die Patienten-Ansprechraten, die mit Metvix-PDT behandelt

wurden, höher als diejenigen unter Placebo, womit seine Wirksamkeit gezeigt ist. Die Ansprechraten

für Metvix-PDT (91%), Kryotherapie (88%) und 5-FU (81%) waren nach 3 Monaten vergleichbar.

Die zurzeit verfügbaren Langzeitdaten bis zu 24 Monaten zeigen Patienten-Rückfallraten von 23%

für Metvix-PDT, 25% für Kryotherapie bzw. 24% für 5-FU. Die entsprechenden Läsionen-

Rückfallraten betragen 18%, 23% bzw. 21%.

Metvix unter Tageslicht bei aktinischer Keratose

Die photodynamische Therapie mit Metvix unter Tageslicht (DL-PDT) wurde bezüglich

Wirksamkeit und Sicherheit mit der konventionellen photodynamischen Therapie mit Metvix (c-

PDT) in zwei randomisierten, Prüfer verblindeten, vergleichenden, intraindividuellen klinischen

Studien, die in Australien und Europa mit insgesamt 231 Patienten durchgeführt wurden, verglichen.

Dabei wurden die Patienten auf der einen Seite des Gesichts oder der Kopfhaut mit Metvix DL-PDT

und auf der Gegenseite mit Metvix c-PDT behandelt.

Die Ergebnisse der beiden Phase III Studien zeigten anhand der prozentuellen Änderung vom

Ausgangszustand der Anzahl behandelter Läsionen pro Seite nach 12 Wochen aufgrund einer

einzigen Behandlung auf, dass Mevitx DL-PDT in der Behandlung von aktinischer Keratose mit

Metvix c-PDT vergleichbar (nicht unterlegen) und deutlich weniger schmerzhaft ist.

In den beiden Phase III Studien mit insgesamt 231 Patienten traten in Zusammenhang mit der

Behandlung lokale unerwünschte Wirkungen weniger häufig an Stellen auf, die mit Metvix DL-PDT

behandelt wurden, als an solchen, die mit Metvix c-PDT behandelt wurden (bei 45,0% bzw. bei

60,1% der Patienten).

In der australischen Studie betrug die prozentuelle Änderung vom Ausgangszustand der Anzahl

schonend behandelter Läsionen 89,2% bzw. 92,8% für DL-PDT bzw. c-PDT (bei einem

Vertrauensintervall von 95% für die mittlere Differenz nach Behandlung: [-6,8;-0,3], PP (per

protocol) Population gemäss Protokoll; [-6.6;-0.4], ITT (intent to treat) Population). In der

europäischen Studie betrug die prozentuelle Änderung vom Ausgangszustand der Anzahl schonend

und moderat behandelter Läsion 70,1% bzw. 73,6% für DL-PDT bzw. c-PDT (bei einem

Vertrauensintervall von 95% für die mittlere Differenz nach Behandlung: [-9,5; 2,4], PP Population

gemäss Protokoll, [-8.6;2.4], ITT Population).

Der Schmerz wurde anhand einer 11-Punkte-Skala, von 0 bis 10 gemessen, wobei der Schmerzscore

in der australischen Studie bei 0,8 mit Metvix DL-PDT bzw. 5,7 mit Metvix c-PDT und in der

europäischen Studie bei 0,7 bzw. 4,4 lag.

Mit beiden Studien konnte witterungsunabhängig, bei Sonne und bei Bewölkung, Wirksamkeit

nachgewiesen werden.

Die aus der australischen Studie ermittelte Ansprechrate (response rate) der bestehenden Läsionen

war bei Patienten, die in der 24. Woche kontrolliert wurden, mit beiden Behandlungsmethoden hoch

(96% für DL-PDT und 96,6% für c-PDT).

Pharmakokinetik

Absorption/Metabolismus

Methyl-Aminolevulinat ist lipophiler als Aminolevulinsäure und penetriert daher besser in die

Hautzellen. In den Läsionen fand sich 1,5–2-mal mehr Penetration als im Normalgewebe. Die

Penetration durch die Haut hindurch ist gering.

In vitro wurde die dermale Penetration von markiertem, auf die menschliche Haut aufgebrachtem

Methyl-Aminolevulinat untersucht. Über den Zeitraum von 24 Stunden betrug die mittlere

kumulative Penetration durch die menschliche Haut 0,26% der Dosis. Aus der Haut konnten 4,9%

der Dosis extrahiert werden.

Ohne Rotlichtexposition bleibt die Fluoreszenz von Protoporphyrin IX und anderen photoaktiven

Porphyrinen über 28 Stunden konstant. Die Ausbleichung nach Rotlichtexposition beträgt 1 Stunde.

Systemisch verfügbares Methyl-Aminolevulinat wird schnell zu Aminolevulinsäure hydrolysiert.

Bei Exposition mit Dosen, die im Rahmen der Behandlung eingesetzt werden, wurden die

physiologischen Werte von Aminolevulinsäure nicht überschritten.

Präklinische Daten

Präklinische Studien mit wiederholter lokaler Applikation von Metvix weisen nicht auf eine

systemische Toxizität hin.

Studien mit grossflächigen, wiederholten Applikationen von Metvix wurden nicht durchgeführt. In

Standard-Genotoxizitätsstudien mit und ohne Photoaktivierung wurde kein mutagenes Potential von

Metvix beobachtet.

Methyl-Aminolevulinat hat nach intravenöser Verabreichung von Dosen bis 500 mg/kg/Tag an

männlichen und an weiblichen Ratten keine Auswirkungen auf die Fertilität. In einer Studie zur

embryofetalen Entwicklung an Kaninchen mit intravenösen Dosen bis zu 200 mg/kg/Tag wurde eine

fötale inkomplette Ossifikation beobachtet. In einer Studie zur peri/postnatalen Entwicklung an

Ratten war bei einer intravenösen Dosis von 250 mg/kg/Tag die Gestationsdauer verlängert. Studien

zur Karzinogenität wurden nicht durchgeführt.

In einem Hauttest verursachte Metvix keine Hautreaktionen, die auf eine

Kontaktüberempfindlichkeit oder Photoallergie hinweisen.

In einem Standard-Sensibilisierungstest zeigte Metvix ein kontaktallergenes Potenzial.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Metvix darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» angegebenen Verfalldatum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2 °C bis 8 °C) aufbewahren. Nach Anbruch ist die Crème innerhalb einer Woche

aufzubrauchen.

Zulassungsnummer

56134 (Swissmedic)

Packungen

Tube zu 2 g Crème. [B]

Zulassungsinhaberin

Galderma SA, CH-6330 Cham

Stand der Information

April 2018

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