Mestinon

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Mestinon Dragees
  • Darreichungsform:
  • Dragees
  • Zusammensetzung:
  • pyridostigmini bromidum 60 mg, excipiens pro compresso Dunst.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Mestinon Dragees
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Vagotonicum, Antimyasthenicum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 19943
  • Berechtigungsdatum:
  • 19-12-1953
  • Letzte Änderung:
  • 24-01-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Mestinon® Dragées/Tabletten

MEDA Pharmaceuticals Switzerland GmbH

Was ist Mestinon und wann wird es angewendet?

Dieses Präparat hemmt den Abbau von Acetylcholin, einem natürlichen Überträgerstoff, zum

Beispiel von Nervenimpulsen, auf die Muskulatur. Durch diese Abbauhemmung wird die Wirkung

von Acetylcholin verstärkt, was eine Aktivierung der Muskulatur bestimmter innerer Organe, wie

des Darms, sowie eine Leistungsverbesserung im Falle von krankhafter Muskelschwäche bewirkt.

Die Wirkung von Mestinon tritt schonend ein, verläuft gleichmässig, dauert verhältnismässig lange

an und klingt allmählich ab. Mestinon wird vom Arzt bzw. von der Ärztin bei gewissen

Regulationsstörungen des vegetativen Nervensystems verordnet, zum Beispiel bei Darmlähmung und

dadurch bedingter Verstopfung. Bei krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis

pseudoparalytica) behebt Mestinon die Funktionsstörungen und lindert die Beschwerden.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Mestinon nicht angewendet werden?

Mestinon darf nicht angewendet werden

·bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung,

·bei Verschluss der Verdauungs- oder Harnwege.

Wann ist bei der Einnahme von Mestinon Vorsicht geboten?

Bei folgenden Erkrankungen muss Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin das erhöhte Risiko für unerwünschte

Wirkungen gegen den Nutzen der Behandlung besonders sorgfältig abwägen:

·bei allen Zuständen, die von einer Verkrampfung der Bronchien in der Lunge begleitet sind, wie

z.B. bei Entzündungen der Bronchien oder Asthma,

·bei Herzrhythmusstörungen, wie z.B. einem verlangsamtem Puls (Bradykardie); ältere Menschen

neigen eher zu Rhythmusstörungen als Jüngere.

·bei Herzschwäche,

·bei vor Kurzem aufgetretenen Verschlüssen der Herzkranzgefässen (Herzinfarkt),

·bei zu tiefem Blutdruck,

·bei Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem, welches sich mit niedrigem Blutdruck,

langsamem Puls, engen Pupillen, kalten Händen und Füssen sowie Antriebslosigkeit äussern kann

(Vagotonie),

·Nierenerkrankungen,

·bei Magengeschwür,

·nach Magen-Darm-Operationen,

·bei Epilepsie und Parkinsonismus,

·bei Überfunktion der Schilddrüse,

·bei Zuckerkrankheit (Diabetes).

Es ist wichtig, dass Sie sich an die verschriebene Dosierung halten. Wenn bei Ihnen eine verstärkte

Muskelschwäche auftritt, sollten Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in

Verbindung setzen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen

oder mit solchen behandelt werden, wie

·bestimmte Arzneimittel, welche die körpereigenen Abwehrkräfte hemmen (wie sogenannte

Immunsuppressiva oder Kortison-Präparate),

·bestimmte Arzneimittel, welche die Muskulatur im Magen-Darmtrakt entspannen,

·bestimmte muskelentspannende Mittel,

·bestimmte Antibiotika, bestimmte Anästhesiemittel, bestimmte Arzneimittel gegen

Herzrhythmusstörungen, bestimmte Arzneimittel, welche die Übertragung von Nervenimpulsen auf

die Muskeln übertragen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Patienten mit seltenen vererbbaren Problemen wie Galactoseintoleranz, Lapp Lactasemangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten keine Mestinon Tabletten einnehmen.

Patienten mit seltenen vererbbaren Problemen wie Fructoseintoleranz, Glucose-Galactose-

Malabsorption oder Saccharose-Isomaltase-Insuffizienz sollten keine Mestinon Dragées einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Mestinon während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist bei bestimmungsgemässer Anwendung kein Risiko für das

Kind bekannt. Systematische wissenschaftliche Untersuchungen wurden aber nie durchgeführt.

Vorsichtshalber sollten Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit möglichst auf Arzneimittel

verzichten oder den Arzt oder den Apotheker bzw. die Ärztin oder die Apothekerin um Rat fragen.

Wie verwenden Sie Mestinon?

Halten Sie sich strikt an die Dosierungsanweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin. Schlucken Sie

die Dragées oder Tabletten unzerkaut und trinken Sie etwa ein halbes Glas Wasser nach. Bei

Schluckschwierigkeiten empfiehlt sich die Einnahme im Sitzen oder im Stehen. Nach der Einnahme

von Mestinon tritt die volle Wirkung in der Regel innerhalb 15–30 Minuten ein.

Zur Behandlung von Darmträgheit wird Ihnen der Arzt bzw. Ihre Ärztin empfehlen, zum Beispiel

tagsüber alle vier Stunden 1 Dragée einzunehmen.

Bei krankhafter Muskelschwäche müssen Dosierung und Einnahmehäufigkeit vom Arzt bzw. von

der Ärztin Ihren besonderen Verhältnissen angepasst werden. Bei Ruhe, zum Beispiel während des

Schlafes, hält die Wirkung von Mestinon länger an als bei körperlicher Betätigung. So werden

tagsüber etwa alle vier Stunden je 1–3 Dragées benötigt, während eine vor dem Schlafengehen

eingenommene Dosis in der Regel während der Nachtruhe ausreicht.

Wenn Mestinon zur Behandlung bei Kindern eingesetzt werden muss, muss die altersgerechte

Dosierung vom Arzt bzw. der Ärztin festgelegt und die entsprechende Dosisstärke individuell (z.B.

in einer Spitalapotheke) aus den Tabletten hergestellt werden. Bei Kindern müssen die

Dosierungsanweisungen des Arztes bzw. der Ärztin besonders strikt eingehalten werden.

Wenn Sie auf Mestinon nicht in der erwarteten Weise ansprechen, kann dies auf zu niedriger, unter

Umständen aber auch auf zu hoher Dosierung beruhen. Fragen Sie deshalb in solchen Fällen Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Mestinon haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Mestinon auftreten:

Allergien (Arzneimittel-Überempfindlichkeit), Übelkeit, Erbrechen, gesteigerte Darmtätigkeit bis zu

Bauchbeschwerden (z.B. Schmerzen, Krämpfe usw.) oder Durchfall, vermehrter Auswurf, Speichel-

und Tränenfluss, Sehstörungen, Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen und Muskelschwäche,

verminderte Muskelspannung, Herzrhythmusstörungen wie verlangsamter oder beschleunigter Puls,

tiefer Blutdruck, Verkrampfungen der Herzkranzgefässe (Prinzmetal-Angina), Ohnmacht,

Atembeschwerden bei vorbestehenden Lungenerkrankungen, Hautausschlag, vermehrtes Schwitzen,

Harndrang sowie psychiatrische Störungen bei vorbelasteten Patienten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin, wenn diese Nebenwirkungen bei Ihnen neu auftreten oder sich verstärken.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Präparat ist in der verschlossenen Originalpackung bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für

Kinder unzugänglich aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Mestinon enthalten?

1 Tablette (weiss) enthält als Wirkstoff 10 mg Pyridostigminbromid sowie Lactose und weitere

Hilfsstoffe.

1 Dragée (orange) enthält als Wirkstoff 60 mg Pyridostigminbromid sowie Saccharose und weitere

Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

Tabletten: 19945 (Swissmedic).

Dragées: 19943 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Mestinon? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Tabletten zu 10 mg: 250.

Dragées zu 60 mg: 150.

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharmaceuticals Switzerland GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.