Meronem i.v. 1 g

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Meronem i.v. 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung
  • Darreichungsform:
  • Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung
  • Zusammensetzung:
  • Vorbereitung trocknen: meropenemum 1 g meropenemum trihydricum, natrii carbonas, pro Glas.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.


    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Meronem i.v. 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Infektionskrankheiten

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 53105
  • Berechtigungsdatum:
  • 28-12-1995
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels: dosierung, wechselwirkungen, nebenwirkungen

Fachinformation

Transferiert von AstraZeneca AG

Meronem® i.v.

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Meropenemum ut Meropenemum trihydricum.

Hilfsstoff: Natrii carbonas anhydricus.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Durchstechflasche enthält 500 mg oder 1 g Meropenemum Pulver zur Herstellung einer Injektions-

oder Infusionslösung.

Natrii carbonas anhydricus: 104 mg oder 208 mg, entsprechend 45.1 mg (1.96 mval) oder 90,2 mg

(3.92 mval) Natrium pro vitro.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Meronem i.v. ist indiziert bei Erwachsenen und Kindern zur Behandlung von schweren Infektionen,

die durch ein oder mehrere auf Meropenem empfindliche Bakterien verursacht wurden und als

empirische Therapie, bevor der Erreger identifiziert werden konnte, bei:

·Infektionen des unteren Respirationstraktes;

·Harnwegsinfektionen, inklusive komplizierte Infektionen;

·Intraabdominelle Infektionen;

·Gynäkologische Infektionen, inklusive postpartum;

·Haut- und Weichteilinfektionen;

·Meningitis bei Kindern (Erfahrung bei Erwachsenen sehr beschränkt);

·Sepsis;

·Empirische Behandlung, inklusive Monotherapie, für vermutete bakterielle Infektionen bei

immunsupprimierten, neutropenischen Patienten;

·Meronem i.v. ist indiziert für die Behandlung von Mischinfektionen, die durch empfindliche

Stämme aerober und anaerober Bakterien hervorgerufen werden;

·Monotherapie oder Kombinationstherapie der akuten Infektexazerbationen (Bronchitis, Pneumonie)

bei Patienten mit cystischer Fibrose.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Normaldosierung Erwachsene

Die Dosierung für Erwachsene beträgt zwischen 1,5 g bis 6 g täglich, aufgeteilt in 3 Dosen.

Normalerweise werden alle 8 Stunden 500 mg oder 1 g Meronem i.v. intravenös gegeben, abhängig

von der Art und dem Schweregrad der Infektion, der bekannten oder erwarteten Empfindlichkeit der

Erreger und dem Allgemeinzustand des Patienten.

Ausnahmen: Bei febrilen Episoden von neutropenischen Patienten sollte die Dosis 1 g Meronem i.v.

alle 8 Stunden betragen. Bei Meningitis beträgt die empfohlene Dosis 2 g Meronem i.v. alle

8 Stunden (Erfahrung bei Erwachsenen sehr beschränkt und nicht Mittel der Wahl bei Meningitis).

Bei cystischer Fibrose beträgt die empfohlene Dosis 2 g Meronem i.v. alle 8 Stunden, für Patienten

<50 kg: 40 mg/kg KG.

Bei der Behandlung von Infektionen, die durch Pseudomonas aeruginosa verursacht wurden, wird

eine Dosis von mindestens 1 g alle 8 Stunden bei Erwachsenen (tägliche zugelassene Höchstdosis ist

6 g, gegeben in 3 Dosen) und von bis zu 40 mg/kg KG 3 mal täglich bei Kindern empfohlen.

Während der Behandlung einer solchen Infektion soll eine regelmässige Empfindlichkeitsprüfung

durchgeführt werden (s. auch «Eigenschaften/Wirkungen: Resistenzbildung»).

Meronem i.v. wird als intravenöse Bolusinjektion über 5 Minuten oder als i.v. Kurzinfusion über 15-

30 Minuten gegeben (s. auch «Zubereitung der intravenösen Lösung»). Es gibt nur beschränkt

Sicherheitsdaten, welche die Anwendung einer 2 g Bolusinjektion belegen.

Dosierung von Meronem i.v. bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei einer Kreatinin-Clearance <51 ml/min sollte eine Dosisreduktion gemäss folgender Tabelle

erfolgen:

Kreatinin-Clearance

(ml/min.)

Dosis (basierend auf einer

Einheitsdosis

von 500 mg bis 2 g alle 8 Stunden)

Zeitintervall

(Stunden)

26-50

1 Einheit

alle 12 Stunden

10-25

0.5 Einheiten

alle 12 Stunden

<10

0.5 Einheiten

alle 24 Stunden

Meropenem wird durch Hämodialyse und Hämofiltration geklärt. Für eine wirksame Therapie bei

fortlaufender Behandlung sollte die gemäss Schweregrad und Infektionstyp benötigte Einheitsdosis

nach Beendigung der Dialyse zugeführt werden. Es gibt keine Daten zur Peritonealdialyse.

Dosierung von Meronem i.v. bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Es ist keine Dosisreduktion notwendig.

Dosierung von Meronem i.v. im Alter

Bei älteren Patienten mit einer Kreatinin-Clearance >50 ml/min ist keine Dosisanpassung notwendig.

Dosierung von Meronem i.v. bei Kindern

Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern unter 3 Monaten wurden nicht geprüft.

Für Kleinkinder >3 Monate und Kinder bis 12 Jahre beträgt die i.v. Dosierung 10-40 mg/kg KG alle

8 Stunden abhängig vom Schweregrad und Infektionstyp, von den bekannten oder vermuteten

pathogenen Keimen und dem Allgemeinzustand. Bei Kindern mit einem KG >50 kg wird die

Erwachsenendosis gewählt. Meronem i.v. wird als intravenöse Bolusinjektion über 5 Minuten oder

als i.v. Kurzinfusion über 15-30 Minuten gegeben. Es gibt nur beschränkt Sicherheitsdaten, welche

die Anwendung einer 40 mg/kg KG Bolusinjektion belegen.

Ausnahmen: Bei febrilen Episoden von Kindern mit Neutropenie sollte die Dosis 20 mg/kg alle

8 Stunden betragen. Bei Meningitis beträgt die empfohlene Dosis 40 mg/kg alle 8 Stunden. Bei

cystischer Fibrose beträgt die empfohlene Dosis 40 mg/kg Meronem i.v. alle 8 Stunden (maximale

Dosis: 2 g alle 8 h).

Es liegen keine klinischen Daten vor für die Dosierung von Meronem i.v. bei Kindern mit

Niereninsuffizienz.

Kontraindikationen

Meronem i.v. ist kontraindiziert bei Patienten, die eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen das

Medikament zeigen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten mit bekannter Überempfindlichkeitsreaktion auf Carbapeneme, Penicilline oder andere β-

Laktam-Antibiotika könnten auch auf Meropenem überreagieren. Wie bei allen β-Laktam-

Antibiotika wurde selten über schwerwiegende, gelegentlich auch tödliche

Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Wie bei allen Antibiotika kann es zu einem übermässigen Wachstum von nicht-sensitiven Keimen

kommen, deshalb soll jeder Patient regelmässig überwacht werden. Wenn während der Therapie

Durchfall auftritt, muss bei der Diagnose die Möglichkeit einer durch Antibiotika verursachten

pseudomembranösen Colitis berücksichtigt werden.

Angaben zum Konvulsionspotential siehe «Unerwünschte Wirkungen».

Bei Patienten mit vorbestehender Leberinsuffizienz sollte die Leberfunktion während der

Behandlung mit Meronem i.v. regelmässig überprüft werden.

Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern unter 3 Monaten wurden nicht geprüft.

Die gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure/Natriumvalproat und Meronem i.v. wird nicht

empfohlen. Meronem i.v. kann möglicherweise die Serumspiegel von Valproinsäure senken, und es

können bei gewissen Patienten subtherapeutische Serumspiegel erreicht werden (siehe

«Interaktionen»).

Interaktionen

Probenecid wird wie Meropenem aktiv tubulär sezerniert. Dies führt zu einer Hemmung der renalen

Exkretion von Meropenem und dadurch zu einer Erhöhung der Plasma-Halbwertszeit und der

Plasmakonzentration. Da die Wirksamkeit und Wirkungsdauer von Meropenem allein adäquat ist,

wird die gleichzeitige Probenecid-Gabe nicht empfohlen.

Der Einfluss von Meropenem auf die Proteinbindung anderer Medikamente oder Metaboliten wurde

nicht untersucht. Die Proteinbindung von Meropenem ist jedoch klein (2%), so dass keine

Interaktionen mit anderen Substanzen erwartet werden.

Wurde Valproinsäure gleichzeitig mit Carbapenem-Antibiotika verabreicht, konnte innerhalb von

etwa 2 Tagen eine Abnahme des Serumspiegels von Valproinsäure um 60-100% beobachtet werden.

Aufgrund dieser schnellen und starken Abnahme, die kaum kontrollierbar ist, wird die

Verabreichung von Meronem i.v. bei stabilen Valproinsäure-Patienten nicht empfohlen und sollte

vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Meropenem wurde gleichzeitig mit verschiedenen Medikamenten verabreicht; Interaktionen wurden

nicht systematisch untersucht mit Ausnahme von Probenecid.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Feten gezeigt, aber es wurden keine

kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen durchgeführt.

Es liegen Berichte vor, dass Meropenem in die Muttermilch übertritt. Meropenem sollte während der

Schwangerschaft und Stillzeit nur verabreicht werden, wenn es eindeutig erforderlich ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Falls Auto gefahren wird oder Maschinen

bedient werden, sollte aber beachtet werden, dass bei Meronem i.v. über Kopfschmerzen,

Parästhesien und Konvulsionen berichtet wurde.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeitsangaben sind wie folgt definiert:

Sehr häufig (≥10%), häufig (≥1%-<10%), gelegentlich (≥0.1%-<1%), selten (≥0.01%-<0.1%), sehr

selten (<0.01%), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die nachfolgend aufgelisteten unerwünschten Wirkungen stammen aus klinischen Studien mit

Meronem i.v.

Infektionen

Gelegentlich: orale oder vaginale Candidiasis.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Häufig: Thrombozytämie.

Gelegentlich: Eosinophilie, Thrombozytopenie, Leukopenie, Neutropenie.

Der direkte oder indirekte Coombs-Test kann ein positives Resultat ergeben (siehe auch «Sonstige

Hinweise: Beeinflussung diagnostischer Methoden»).

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Parästhesie.

In klinischen Studien wurden Krampfanfälle bei 0.5% (20 Fälle von 3911) der Patienten beobachtet;

2 davon wurden als möglicherweise medikamentenbedingt eingestuft (0.05%). Ein kausaler

Zusammenhang mit Meropenem konnte nicht nachgewiesen werden.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö.

Funktionsstörungen der Leber und Galle

Häufig: Anstieg der Serumtransaminasen (6.4%), bei Patienten mit cystischer Fibrose (13.0%), bei

Patienten mit Meningitis (12.5%), und/oder alkalischer Phosphatase (0.5%) und/oder Laktat-

Dehydrogenase und/oder Gamma-Glutamyltransferase (s. auch «Sonstige Hinweise: Beeinflussung

diagnostischer Methoden»).

Gelegentlich: erhöhtes Bilirubin.

Funktionsstörungen der Haut

Häufig: Rötungen, Juckreiz.

Gelegentlich: Urtikaria.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Entzündungen, Schmerzen.

Gelegentlich: Thrombophlebitis.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen stammen aus Meldungen von Post-Marketing Studien

sowie von Spontanmeldungen.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Selten: Agranulocytose.

Sehr selten: Hämolytische Anämie.

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Angioödem, Zeichen einer Anaphylaxie.

Gastrointestinale Störungen

Sehr selten: Pseudomembranöse Colitis.

Funktionsstörungen der Haut

Sehr selten: Toxische-epidermale Nekrolyse, Stevens Johnson Syndrom, Erythema multiforme.

Nicht bekannt: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS

Syndrome).

Eine Betalaktamase-Induktion ist möglich (s. auch «Eigenschaften/Wirkungen:

Synergien/Antagonismus»).

Wie bei allen Antibiotika kann es während einer Langzeitbehandlung zum Überwuchern nicht-

empfindlicher Keime und Pilze kommen. Beim Auftreten solcher Superinfektionen muss sofort eine

adäquate Therapie eingeleitet werden.

Überdosierung

Eine beabsichtigte Meronem i.v.-Überdosierung ist unwahrscheinlich, obwohl eine Überdosierung

im Rahmen einer Therapie eintreten kann, insbesondere bei Patienten mit einer Nierenschädigung.

Begrenzte Erfahrungen nach der Markteinführung des Medikamentes deuten darauf hin, dass die

nach einer Überdosierung auftretenden unerwünschten Wirkungen den beschriebenen unerwünschten

Wirkungen entsprechen (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Falls solche Symptome

auftreten, können sie normalerweise durch Absetzen oder Reduzierung der Dosis behoben werden.

Eine symptomatische Behandlung ist in Betracht zu ziehen. Bei Gesunden tritt die renale

Ausscheidung gewöhnlich schnell ein.

Meronem i.v. und seine Metaboliten können durch Hämodialyse entfernt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01DH02

Wirkungsmechanismus

Meropenem ist ein Carbapenem-Antibiotikum zur parenteralen Anwendung; es ist stabil gegenüber

der humanen Dehydropeptidase-I (DHP-I).

Meropenem hemmt die bakterielle Zellwandsynthese. Seine gute Penetration durch die Zellwand,

seine Stabilität gegenüber den meisten Serin-β-Lactamasen und seine starke Affinität zu den

penicillin-bindenden Proteinen (PBPs) führen zu einer potenten bakteriziden Wirkung gegenüber

einem breiten Spektrum grampositiver und gramnegativer aerober und anaerober pathogener

Mikroorganismen. Die bakteriziden Wirkstoffkonzentrationen (MBKs) liegen in der Regel nicht

mehr als 1 MHK-Stufe höher als die minimalen Hemmkonzentrationen.

Das antibakterielle Spektrum von Meropenem umfasst, basierend auf klinischer Erfahrung und

Therapierichtlinien, folgende Spezies:

Im Allgemeinen empfindliche Erreger

Gram-positive Aerobier

·Enterococcus faecalis (Achtung: E. faecalis kann natürlicherweise eine intermediäre

Empfindlichkeit aufweisen)

·Staphylococcus aureus (nur Methicillin-empfindliche Stämme: Methicillin-resistente

Staphylokokken inkl. MRSA sind resistent gegenüber Meropenem)

·Staphylococcus species inkl. Staphylococcus epidermidis (nur Methicillin-empfindliche Stämme:

Methicillin-resistente Staphylokokken inkl. MRSE sind resistent gegenüber Meropenem)

·Streptococcus agalactiae (Gruppe-B-Streptokokken)

·Streptococcus milleri Gruppe (S. anginosus, S. constellatus, und S. intermedius)

·Streptococcus pneumoniae

·Streptococcus pyogenes (Gruppe-A-Streptokokken)

Gram-negative Aerobier

·Citrobacter freundii

·Citrobacter koseri

·Enterobacter aerogenes

·Enterobacter cloacae

·Escherichia coli

·Haemophilus influenzae

·Klebsiella oxytoca

·Klebsiella pneumoniae

·Morganella morganii

·Neisseria meningitidis

·Proteus mirabilis, Proteus vulgaris

·Serratia marcescens

Gram-negative Anaerobier

·Bacteroides caccae

·Bacteroides fragilis

·Prevotella bivia

·Prevotella disiens

Gram-positive Anaerobier

·Clostridium perfringens

·Peptoniphilus asaccharolyticus

·Peptostreptococcus species (einschliesslich P. micros, P anaerobius, P. magnus)

Keime, bei denen eine erworbene Resistenz problematisch sein könnte

Gram-positive Aerobier

·Enterococcus faecium (Spezies, die natürlicherweise eine intermediäre Empfindlichkeit aufweisen.

Zu beachten ist, dass in einigen europäischen Ländern die Häufigkeit einer Resistenz bei mehr als

50% der E. faecium Isolate vorkommt).

Gram-negative Aerobier

·Acinetobacter species

·Burkholderia cepacia

·Pseudomonas aeruginosa

Gram-negative Aerobier mit natürlicher Resistenz

·Stenotrophomonas maltophilia, Legionella species.

Weitere Keime mit natürlicher Resistenz

·Chlamydophila pneumoniae

·Chlamydophila psittaci

·Coxiella burnetii

·Mycoplasma pneumoniae

Publikationen beschreiben in-vitro Empfindlichkeiten von vielen andern bakteriellen Keimen. Der

klinische Stellenwert solcher in-vitro Resultate ist jedoch unklar. Empfehlungen zur klinischen

Bedeutung solcher in-vitro Befunde sollten bei lokalen Infektiologen und klinischen Mikrobiologen

sowie offiziellen Empfehlungen eingeholt werden.

Synergien/Antagonismus

Kombinationen von Meropenem mit Glycopeptiden, Aminoglycosiden, Ciprofloxacin, Ceftriaxon,

Ampicillin, Chloramphenicol, Clindamycin oder Metronidazol waren in vitro indifferent/additiv oder

synergistisch. Die gleichzeitige Verabreichung eines betalaktamase-instabilen Antibiotikums wird

nicht empfohlen, da seine Wirksamkeit durch eine Betalaktamase-Induktion abgeschwächt werden

könnte.

Postantibiotischer Effekt (PAE)

Der PAE ist für jede Antibiotika/Organismus Kombination verschieden und abhängig von der

Arzneimittelkonzentration und der Zeitdauer der Exposition. Zur PAE Bestimmung in vitro werden

unterschiedliche Methoden verwendet, deshalb sind die Resultate nicht immer vergleichbar.

Trotzdem kann man aus den verfügbaren Daten schliessen, dass Meropenem auf die meisten Keime

eine postantibiotische Wirkung von bis zu 6 Stunden ausübt. In vivo wurde bei immunsupprimierten

Mäusen ein PAE von Meropenem gegen P. aeruginosa nachgewiesen.

Resistenzbildung

Eine Resistenzbildung kann durch einen oder mehrere Faktoren entstehen durch (1) verminderte

Permeabilität der äusseren Membrane von Gram-negativen Bakterien aufgrund einer verminderten

Bildung von Porinen, (2) verminderte Affinität der Bindungsstellen (PBPs), (3) erhöhter Induktion

von Effluxpumpen und (4) Bildung von β-Laktamasen, welche Carbapeneme hydrolysieren können.

In einigen Regionen wurde über lokale Infektions-Cluster wegen Carbapenem-resistenten Bakterien

berichtet.

Die Prävalenz erworbener Resistenzen kann bei einzelnen Spezies örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Wenn die lokale Prävalenz von Resistenzen

den Nutzen der Substanz bei zumindest einigen Infektionsarten infrage stellt, sollte, wenn nötig,

Expertenrat eingeholt werden.

Pharmakokinetik

Bei gesunden Probanden beträgt die mittlere Halbwertzeit von Meropenem etwa 1 Stunde; das

mittlere Verteilungsvolumen liegt bei etwa 0,25 l/kg. Die mittlere Plasma-Clearance beträgt

239 ml/min bei 500 mg und fällt bei einer Dosis von 2 g auf 205 ml/min. Intravenös über 30 Minuten

verabreichte Dosierungen von 500, 1000 und 2000 mg ergeben mittlere Spitzenplasmaspiegel

(Cmax) von etwa 23, 49 bzw. 115 µg/ml; die entsprechenden AUC-Werte betragen 39,3; 62,3 sowie

153 µg·h/ml. Nach einer intravenös über 5 Minuten verabreichten Dosierung von 500 mg bzw.

1000 mg wurden Cmax-Werte von etwa 52 µg/ml bzw. 112 µg/ml erreicht. Bei Patienten mit

normaler Nierenfunktion führte die Gabe wiederholter Dosen im Abstand von 8 Stunden zu keiner

Akkumulation von Meropenem.

Eine Studie mit 12 an einer intraabdominellen Infektion erkrankten Patienten, die nach einer

Operation alle 8 Stunden 1000 mg Meropenem erhielten, zeigte vergleichbare Cmax und

Halbwertszeiten wie bei gesunden Probanden, aber ein grösseres Verteilungsvolumen von 27 l.

Distribution

Die durchschnittliche Plasmaproteinbindung von Meropenem beträgt etwa 2% und ist unabhängig

von der Konzentration. Es wurde nachgewiesen, dass Meropenem gut in verschiedene

Körperflüssigkeiten und Gewebe eindringt: zum Beispiel in Lunge, Bronchialsekret, Galle, Liquor

cerebrospinalis, gynäkologische Gewebe, Haut, Faszie, Muskeln und peritoneale Exsudate.

Metabolismus

Meropenem wird durch Hydrolyse des Beta-Laktam-Rings verstoffwechselt, wobei ein

mikrobiologisch inaktiver Metabolit gebildet wird. In-vitro zeigt Meropenem im Vergleich zu

Imipenem eine geringe Empfindlichkeit gegenüber einer Hydrolyse durch humane

Dehydropeptidase-I (DHP-I). Die zusätzliche Gabe eines DHP-Hemmers ist nicht erforderlich.

Elimination

Meropenem wird hauptsächlich in unveränderter Form über die Nieren ausgeschieden; ungefähr 70%

(50-75%) einer Dosis werden innerhalb von 12 Stunden als unveränderte Substanz ausgeschieden.

Weitere 28% werden als mikrobiologisch inaktiver Metabolit wiedergefunden. Nur etwa 2% der

Dosis werden über die Faeces eliminiert. Die gemessene renale Clearance und die Wirkung von

Probenecid zeigen, dass Meropenem sowohl der Filtration als auch der tubulären Sekretion

unterliegt.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei renaler Insuffizienz ergaben sich höhere AUC-Werte und eine längere Halbwertszeit von

Meropenem. Die AUC erhöhte sich im Vergleich zu gesunden Probanden (CrCL >80 ml/min)

2,4fach bei Patienten mit mässigen Funktionsstörungen (CrCL 33-74 ml/min), 5fach bei schweren

Funktionsstörungen (CrCL 4-23 ml/min) und 10fach bei dialysepflichtigen Patienten

(CrCL <2 ml/min). Die AUC des mikrobiologisch inaktiven Metaboliten mit offenem Beta-

Laktamring war bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ebenfalls beträchtlich erhöht. Eine

Dosierungsanpassung ist bei Patienten mit mässigen und schweren Störungen der Nierenfunktion zu

empfehlen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Meropenem wird durch Hämodialyse eliminiert, wobei die Clearance während der Dialyse etwa 4

mal höher ist als bei Patienten mit Anurie.

Leberinsuffizienz

Eine Studie mit Patienten, die an einer alkoholinduzierten Zirrhose litten, zeigte nach wiederholter

Gabe keinen Einfluss der Lebererkrankung auf die Pharmakokinetik von Meropenem.

Erwachsene Patienten

Pharmakokinetische Studien mit Patienten haben keine signifikanten Unterschiede zur

Pharmakokinetik bei gesunden Probanden mit vergleichbarer Nierenfunktion gezeigt. Ein

Populationsmodell mit Daten von 79 Patienten mit einer intraabdominellen Infektion oder

Lungenentzündung zeigte eine Abhängigkeit des zentralen Verteilungsvolumens vom Körpergewicht

und der Clearance von der Kreatinin-Clearance und vom Alter.

Kinder

Die Pharmakokinetik bei Kleinkindern und Kindern mit Infektionen, die Dosierungen von 10, 20 und

40 mg/kg erhielten, zeigte Cmax-Werte, die in etwa denen von Erwachsenen nach Gabe von

500 mg-, 1000 mg- und 2000 mg-Dosierungen entsprachen. Vergleiche zeigten weiterhin eine

konsistente Pharmakokinetik zwischen den Dosierungen sowie Halbwertzeiten, die denen bei

Erwachsenen glichen, mit Ausnahme der jüngsten Kinder (<6 Monate t½ 1,6 Stunden). Die mittlere

Meropenem-Clearance betrug 5,8 ml/min/kg (6-12 Jahre), 6,2 ml/min/kg (2-5 Jahre), 5,3 ml/min/kg

(6-23 Monate) und 4,3 ml/min/kg (2-5 Monate). Etwa 60% der Dosis werden innerhalb von

12 Stunden unverändert als Meropenem über den Urin ausgeschieden, weitere 12% als dessen

Metabolit. Meropenem-Konzentrationen im Liquor cerebrospinalis von Kindern die an Meningitis

erkrankt sind liegen bei etwa 20% der entsprechenden Plasmaspiegel, wobei es eine signifikante

interindividuelle Variabilität gibt.

Die Pharmakokinetik von Meropenem bei Neugeborenen die eine antiinfektive Behandlung

benötigten zeigte bei einer mittleren Halbwertszeit von 2,9 Stunden eine grössere Clearance bei

Neugeborenen mit einem höheren chronologischen Alter oder Gestationsalter. Eine Monte-Carlo-

Simulation, die auf einem Populations-PK-Modell beruhte, zeigte, dass ein Dosierungsschema von

20 mg/kg alle 8 Stunden bei 95% der Frühgeborenen und 91% der zum Termin Geborenen zu

60% T > MHK für P. aeruginosa führte.

Ältere Patienten

Pharmakokinetische Studien bei gesunden älteren Probanden (65-80 Jahre) zeigten eine Abnahme

der Meropenem-Plasma-Clearance, die mit der altersbedingten Reduktion der Kreatinin-Clearance

korreliert sowie eine geringere Reduktion der nicht-renalen Clearance. Eine Dosierungsanpassung ist

bei älteren Patienten nicht notwendig, ausser bei Fällen mässiger bis schwerer Störungen der

Nierenfunktion (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

In 5 durchgeführten Mutagenitätstests gab es keinen Hinweis auf ein mutagenes Potenzial von

Meropenem.

In reproduktionstoxikologischen Untersuchungen an Ratten und Affen in höchst-möglichen

Dosierungen (bis zu 750 mg/kg in Ratten und 360 mg/kg in Affen) wurde kein teratogenes Potenzial

beobachtet (bis zu einer Dosierung von 120 mg/kg KG kam es bei Ratten in der 1. Generation zu

keiner Reduktion des Körpergewichtes).

Meropenem, intravenös verabreicht, wurde in tierexperimentellen Studien gut vertragen. Es gab

keinen Hinweis auf eine erhöhte Empfindlichkeit bei juvenilen im Vergleich zu erwachsenen Tieren.

Der Metabolit von Meropenem zeigte bei Toxizitätsuntersuchungen an Tieren ein vergleichbar

niedriges Toxizitätspotenzial.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Meronem i.v. darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Lösungen

gemischt werden. Meronem i.v. soll nicht mit Lösungen, welche andere Arzneimittel enthalten,

gemischt bzw. zu solchen hinzugefügt werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Der direkte oder indirekte Coombs-Test kann ein positives Resultat ergeben. Ein Anstieg der

Serumtransaminasen und/oder alkalischer Phosphatase und/oder Laktat-Dehydrogenase wurde

gelegentlich beobachtet.

Weitere Interferenzen sind bis jetzt nicht bekannt.

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Stabilität der aufbereiteten Lösungen: siehe «Hinweise für die Handhabung, Zubereitung der

intravenösen Lösung».

Besondere Lagerungshinweise:

Meronem i.v. Ampullen zur Rekonstitution sollen nicht über 30 °C aufbewahrt werden, und dürfen

nicht gefrieren.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung der intravenösen Lösung

Bolusinjektion: Für die Bolusinjektion wird pro 500 mg Meropenem 10 ml Aqua ad iniectabilia

zugegeben, dies entspricht einer Endkonzentration von 50 mg/ml. Zubereitete Bolus-

Injektionslösungen sind für 3 Stunden bei Lagerung bis zu 25 °C und für 16 Stunden bei

Kühllagerung (2-8 °C) chemisch und physikalisch stabil.

Intravenöse Infusion: Für eine i.v. Infusion wird Meronem i.v. in 0.9% Natriumchlorid

Infusionslösung oder 5%iger Glucose (Dextrose) Infusionslösung zu einer Endkonzentration von 1-

20 mg/ml gelöst. Die mit 0.9% Natriumchlorid zubereitete Infusionslösung ist chemisch und

physikalisch für 3 Stunden bis zu 25 °C und für 24 Stunden bei Kühllagerung (2-8 °C) stabil. Mit

5%iger Glucose (Dextrose) hergestellte Lösungen sollen sofort verwendet werden.

Die Lösungen sollen nicht tiefgefroren werden.

Die zubereiteten Lösungen sind klar oder blass gelb gefärbt.

Die rekonstituierte Injektions- oder Infusionslösung ist nicht konserviert. Aus mikrobiologischen

Gründen soll die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach Rekonstitution verwendet werden.

Nur für die einmalige Anwendung bestimmt. Verbleibende Lösung nach Anwendung verwerfen.

Falls nicht sofort verwendet, liegen Aufbrauchsfrist und -bedingung in der Verantwortung des

Anwenders.

Zulassungsnummer

53105 (Swissmedic).

Packungen

Stechampullen zu 500 mg: 10 (A)

Stechampullen zu 1 g: 10 (A)

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

August 2017.

LLD V001

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier

Es gibt keine Sicherheitswarnungen betreffend dieses Produktes.

14-11-2018

Meronem®

Rote - Liste