Mephaquin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Mephaquin Lactab
  • Darreichungsform:
  • Lactab
  • Zusammensetzung:
  • mefloquinum 250 mg mefloquini hydrochloridum, excipiens pro compresso Dunst.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Mephaquin Lactab
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Malaria

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 47385
  • Berechtigungsdatum:
  • 09-12-1985
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Mephaquin Lactab®

Mepha Pharma AG

Was ist Mephaquin und wann wird es angewendet?

Mephaquin darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen werden.

Mephaquin Lactab ist ein Arzneimittel zur Vorbeugung (Prophylaxe) sowie zur Behandlung von

Malaria.

Diese Infektionskrankheit ist in tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Lateinamerikas und

Asiens sowie in Ländern des Pazifikraums weit verbreitet.

Es gibt verschiedene Formen von Malaria mit entsprechend unterschiedlichen Erregern. Die

gefährlichste Form ist die Malaria tropica.

Die Ansteckung erfolgt bei jeder Malariaform, wenn Anopheles-Mücken durch ihren Stich

Malariaerreger (Plasmodien) auf den Menschen übertragen. Frühestens 1 Woche nach dem

Mückenstich treten Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal auch Durchfall

oder Erbrechen auf. Dieses Erscheinungsbild kann leicht mit dem einer Grippe verwechselt werden.

Falls es sich aber um die gefährliche Malaria tropica handelt und diese nicht rechtzeitig behandelt

wird, können innert Stunden bis Tagen nach Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen schwere

Organschäden, Bewusstlosigkeit und der Tod eintreten. Die weniger gefährlichen, nicht

lebensbedrohenden Malariaerreger können noch Monate bis Jahre nach dem Aufenthalt in einem

Malariagebiet zum Ausbruch der Krankheit führen.

Es gibt noch keine Impfung gegen Malaria, jedoch mit verschiedenen Malariamitteln (unter anderen

Mephaquin) einen vorbeugenden Schutz und Behandlungsmöglichkeiten.

Durch den Wirkstoff von Mephaquin werden im Blut vorhandene Erreger abgetötet.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Ziel und Dauer Ihrer Reise mit; er bzw. sie wird Ihnen

gegebenenfalls Mephaquin als Prophylaxe oder zur Notfallbehandlung für den Fall einer

Malariaerkrankung verschreiben.

Was sollte dazu beachtet werden?

Der beste Schutz gegen Malaria ist das Vermeiden von Mückenstichen. Anopheles-Mücken stechen

vor allem vom Einbruch der Dämmerung an bis zum Tagesanfang.

Beachten Sie daher sorgfältig folgende Empfehlungen:

Tragen Sie während dieser Zeit möglichst den ganzen Körper bedeckende Kleider;

benützen Sie Mückenschutzmittel auf Kleidern und auf der unbedeckten Haut;

verwenden Sie in Schlafräumen, die nicht vor Mücken geschützt sind, ein intaktes Moskitonetz, das

Sie gut unter die Matratze einschlagen. Insektensprays, Räucherspiralen, elektrische und

elektronische Mückenabwehrmittel können zusätzlich nützlich sein.

Denken Sie daran, dass Mephaquin nicht wahllos gegen alle Malariaerreger und in jedem

Malariagebiet anwendbar ist. Um Komplikationen zu vermeiden, die durch Einnahme eines falsch

gewählten oder nicht richtig dosierten Malariamittels hervorgerufen werden können, dürfen Sie

Mephaquin (auch bei späteren Reisen in ein Malariagebiet) nicht ohne Konsultation Ihres Arztes

oder Apothekers bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin einnehmen.

Wann darf Mephaquin nicht angewendet werden?

Falls Sie an Anfallskrankheiten (Epilepsie, Krämpfen), an Gemütsstörungen (Depressionen,

Angstzuständen), Schizophrenie oder an anderen psychiatrischen Erkrankungen leiden oder gelitten

haben, sollten Sie Mephaquin zur Vorbeugung gegen die Malaria nicht verwenden.

Mephaquin darf nicht angewendet werden, wenn Sie wissen, dass Sie auf den darin enthaltenen

Wirkstoff (Mefloquin), einen der anderen Inhaltsstoffe oder die ähnlichen Stoffe Chinin respektive

Chinidin überempfindlich reagieren.

Wegen der Gefahr eines Herzstillstandes dürfen Sie kein Halofantrin (ein anderes Malariamittel)

einnehmen, falls Sie bereits Mephaquin (Mefloquin) einnehmen oder innerhalb der letzten 15

Wochen eingenommen haben.

Johanniskraut-Extrakt (Hypericum Extrakt) kann die Wirksamkeit von Mephaquin vermindern.

Deshalb darf Mephaquin nicht gleichzeitig mit Präparaten, die Hypericum-Extrakt (Johanniskraut-

Extrakte) enthalten, eingenommen werden.

Ebenso kann Rifampicin (ein Antibiotikum) bei gleichzeitiger Anwendung die Wirksamkeit von

Mephaquin beeinträchtigen. Die gleichzeitige Anwendung von Mephaquin und Rifampicin sollte auf

Notfälle beschränkt bleiben.

Zudem dürfen Sie Mephaquin nicht anwenden, wenn Sie unter einer schweren Einschränkung der

Leberfunktion leiden oder Sie jemals an Schwarzwasser-Fieber (Malaria mit Hämoglobin im Urin)

gelitten haben.

Kleinkindern mit einem Körpergewicht unter 5 kg sollten Sie Mephaquin nicht verabreichen.

Dennoch ist die Malariavorbeugung auch für Kinder ausserordentlich wichtig und muss vom

frühesten Säuglingsalter an durchgeführt werden. Fragen Sie gegebenenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin um geeignete Massnahmen.

Wann ist bei der Einnahme von Mephaquin Vorsicht geboten?

Der Arzt bzw. die Ärztin muss entscheiden, ob Sie Mephaquin zur Vorbeugung gegen Malaria

einnehmen dürfen, wenn Sie an Lebererkrankungen oder Herzrhythmusstörungen leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an diesen oder anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Dies gilt insbesondere für Ketoconazol (bei Pilzinfektionen) und Rifampicin (Antibiotikum).

Mephaquin darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen Malaria wie Chinin, Chinidin,

Chloroquin oder Halofantrin eingenommen werden.

Vorsicht ist auch bei Einnahme von Herz- oder Kreislaufmitteln, blutzuckersenkenden

Arzneimitteln, Arzneimitteln zur «Blutverdünnung» (Antikoagulantien) sowie Arzneimitteln gegen

Allergien oder Heuschnupfen, geboten.

Eine Typhusimpfung sollte nicht gleichzeitig mit der Einnahme von Mephaquin vorgenommen

werden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Besondere Vorsicht ist geboten in Bezug auf Aktivitäten,

welche volle Aufmerksamkeit und präzise Bewegungsabläufe erfordern, oder beim Tauchen, da

während der Anwendungsdauer und bis zu mehreren Wochen oder Monaten nach der letzten

Einnahme unerwünschte Reaktionen auf Mephaquin auftreten können. Bei einer kleinen Anzahl von

Patienten wurde berichtet, dass Benommenheit, Schwindelgefühl oder Gleichgewichtsstörungen

noch Monate nach dem Absetzen von Mefloquin anhalten können.

Es gibt Berichte über eine Beeinträchtigung des Sehvermögens und Auftreten von

Augenerkrankungen während oder nach einer Behandlung mit Mephaquin. Sollten Sie Sehstörungen

bemerken, teilen Sie dies Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit.

Dieses Arzneimittel kann milde bis schwerwiegende, möglicherweise lebensbedrohliche

Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen: leichte bis schwere Hautausschläge, mitunter mit Blasen

und Knötchenbildung, allergische Reaktionen bis hin zu schwerem Schock mit Symptomen wie

Atembeschwerden, geschwollene Zunge (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann Mephaquin

haben?»). Es ist daher wichtig, dass Sie beim Auftreten eines Hautausschlages oder anderen

Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion die Behandlung absetzen und unverzüglich Ihren Arzt

bzw. Ärztin aufsuchen.

Falls Sie unter der Behandlung brennende Schmerzen, Gefühlsstörungen, eine Verminderung der

Berührungs- und Druckempfindlichkeit der Haut und/oder eine Muskelschwäche bemerken, sollten

Sie um spätere Beeinträchtigungen vorzubeugen die Behandlung absetzen und unbedingt Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin informieren.

Bei der vorbeugenden Einnahme von Mephaquin treten vor allem psychiatrische Nebenwirkungen

auf.

Sollten während der vorbeugenden Einnahme von Mephaquin Anzeichen von psychiatrischen

Symptomen wie Schlaflosigkeit, ungewöhnliche Träume oder Albträume, plötzliche Angstzustände,

Depression, Unruhe oder Verwirrtheit auftreten, muss Mephaquin abgesetzt und ein Arzt bzw. Ärztin

aufgesucht werden, denn diese Anzeichen können die Vorstufe eines ernsteren Symptoms sein.

Es treten geographische Arzneimittelresistenz-Muster von P. falciparum, dem häufigsten Erreger der

Malaria tropica, auf. Das Mittel der Wahl zur vorbeugenden Einnahme gegen Malaria kann sich

deshalb von einem Gebiet zum anderen unterscheiden.

Eine Resistenz von P. falciparum gegenüber Mefloquin, dem Wirkstoff von Mephaquin, ist

beobachtet worden; dies betrifft hauptsächlich Teile Südostasiens mit Mehrfachresistenzen. In

einzelnen Regionen wurde eine Kreuzresistenz zwischen Mefloquin und Halofantrin sowie zwischen

Mefloquin und Chinin festgestellt. Aktuelle Auskünfte über geographische Resistenzmuster sollten

durch Ihren Arzt bzw. Ärztin, bei fachkundigen, nationalen Expertenzentren eingeholt werden.

Darf Mephaquin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Während der Schwangerschaft ist Malaria für die werdende Mutter und das ungeborene Kind

besonders gefährlich. Falls Sie schwanger sind, sollten Sie deshalb Reisen in malariaverseuchte

Gebiete unterlassen. Ist dies nicht möglich, müssen Sie sich unbedingt gegen Malaria schützen.

Besprechen Sie deshalb alle Ihre Reisepläne mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Er bzw. sie wird

Ihnen sagen, welcher Schutz gegen Malaria für Sie geeignet ist. Während der Schwangerschaft darf

Mephaquin nur auf ausdrückliche Anweisung eines Arztes bzw. einer Ärztin eingenommen werden.

Sind Sie im gebärfähigen Alter, so sollten Sie während der Einnahme von Mephaquin und bis zu 3

Monaten danach Massnahmen zur Schwangerschaftsverhütung treffen.

Der Wirkstoff von Mephaquin tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Diese Mengen

reichen jedoch nicht aus, um Ihr Baby gegen Malaria zu schützen.

Mephaquin sollte während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Ist die Einnahme absolut

erforderlich, sollte abgestillt werden.

Wie verwenden Sie Mephaquin?

Mephaquin wird der Situation entsprechend entweder zur Vorbeugung (Prophylaxe), zur Behandlung

(Therapie) oder als Notfallbehandlung, wenn unverzügliche ärztliche Betreuung nicht verfügbar ist,

angewendet. Nehmen Sie Mephaquin genau nach Vorschrift Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin ein.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Mefloquin, der Wirkstoff von Mephaquin, hat einen bitteren und leicht brennenden Geschmack.

Mephaquin Lactab sollten deshalb unzerkaut und vorzugsweise nach einer Mahlzeit - nicht auf

nüchternen Magen – mit mindestens einem Glas Wasser oder einem sonstigen nichtalkoholischen

Getränk eingenommen werden.

Damit sie sich Kleinkindern oder Personen mit Schluckschwierigkeiten verabreichen lassen, können

die Lactab zerkleinert und z.B. in etwas Wasser oder Milch aufgelöst werden.

Wenn Sie in einem Zeitraum von weniger als 30 Minuten nach der Einnahme von Mephaquin

erbrechen, sollten Sie eine zweite volle Dosis einnehmen.

Tritt das Erbrechen 30-60 Minuten nach der Verabreichung ein, sollte zusätzlich eine halbe Dosis

eingenommen werden.

Vorbeugung der Malaria mit Mephaquin

Für die Vorbeugung der Malaria wird Mephaquin einmal wöchentlich eingenommen. In der Regel

sollten Sie eine Woche vor Ankunft im Malariagebiet mit der Einnahme beginnen.

Wenn dies nicht möglich ist, kann der Arzt eine sogenannte Initialbehandlung («Sättigungsdosis»)

verschreiben. Die nächste Dosis nehmen Sie am Ankunftstag im Malariagebiet ein, und hierauf jede

Woche einmal die vorgeschriebene Dosis, z.B. 1 Lactab, jeweils am selben Wochentag.

Wenn Sie Mephaquin zum ersten Mal einnehmen, oder wenn Sie noch andere Arzneimittel zu sich

nehmen, sollten Sie bereits 3 Wochen vor Antritt der Reise mit der Einnahme beginnen. Auf diese

Weise können Sie sich vergewissern, dass Sie Mephaquin bzw. die Arzneimittelkombination gut

vertragen.

Um das Risiko einer Malariaerkrankung nach dem Verlassen eines Malariagebiets herabzusetzen,

muss die wöchentliche Einnahme von Mephaquin über 4 weitere Wochen fortgesetzt werden.

Die empfohlene Dosierung von Mephaquin für die Vorbeugung der Malaria beträgt einmal

wöchentlich:

Körpergewicht

Dosis pro Woche

5-10 kg

1/8 Lactab

10-20 kg

1/4 Lactab

20-30 kg

1/2 Lactab

30-45 kg

3/4 Lactab

>45 kg

1 Lactab

Für Kinder mit einem Körpergewicht unter 5 kg wird die Anwendung von Mephaquin zur

Vorbeugung der Malaria einstweilen nicht empfohlen.

Die Anzahl der Einnahmen (Dosen), die Zeitabstände zwischen den Dosen und die Dauer der

vorbeugenden Einnahme sind für Kinder und Erwachsene dieselben. Wenn Sie die Einnahme

vergessen, nehmen Sie die entsprechende Dosis, sobald Sie sich daran erinnern, und fahren Sie dann

wie vorher fort.

Falls Sie trotz korrekter vorbeugender Einnahme von Mephaquin an Malaria erkranken sollten, muss

ein Arzt bzw. eine Ärztin entscheiden, welche Behandlung angewendet werden muss.

Behandlung der Malaria mit Mephaquin

Wenn Sie während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet an Malaria erkranken, wird Ihnen Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin Mephaquin z.B. wie folgt verordnen:

Erwachsene und Kinder mit mehr als 45 kg Körpergewicht nehmen zuerst 3 Lactab auf einmal ein,

und nach 6-8 Stunden 2 weitere Lactab. Wenn Sie mehr als 60 kg schwer sind, nehmen Sie 6-8

Stunden nach der zweiten Einnahme nochmals 1 Lactab ein.

Auch bei den niedrigeren Gesamtdosen, wie sie einem geringeren Körpergewicht entsprechen,

empfiehlt sich eine Aufteilung auf 2-3 Einzeldosen, die im Abstand von jeweils 6-8 Stunden

eingenommen werden.

Die empfohlene Dosierung von Mephaquin für die Behandlung der Malaria beträgt:

Körpergewicht

Gesamtdosis Aufteilung der Dosis(*)

5-10 kg

1/2-1 Lactab

10-20 kg

1-2 Lactab

20-30 kg

2-3 Lactab

2 oder 2+1

30-45 kg

3-4 Lactab

2+1 oder 2+2

45-60 kg

5 Lactab

>60 kg

6 Lactab

3+2+1

* «+» bedeutet 6-8 Stunden nach der vorangehenden Einnahme.

Falls die Behandlung mit Mephaquin innerhalb von 48-72 Stunden zu keiner Besserung führt, muss

unter Anweisung eines Arztes bzw. einer Ärztin eine andere Behandlung in Betracht gezogen

werden.

Notfallbehandlung («Stand by»)

Anstelle einer medikamentösen Vorbeugung der Malaria kann Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

Mephaquin auch als Notfallbehandlung verschreiben. Dies kann der Fall sein, wenn z.B. wegen

verhältnismässig geringem Malariarisiko im betreffenden Gebiet kein oder ein anderes Arzneimittel

zur Vorbeugung eingenommen wurde, und es trotzdem zu einer Malariaerkrankung kommt. Wenn

bei Ihnen frühestens eine Woche nach einem festgestellten oder vermuteten Moskitostich Anzeichen

eines akuten Malariaanfalls wie plötzliches Fieber und Schüttelfrost sowie eventuell Kopf- und

Gliederschmerzen auftreten und innerhalb der nächsten 24 Stunden kein Arzt bzw. keine Ärztin

erreichbar ist, sollten Sie z.B. folgendermassen vorgehen: Falls Sie mehr als 45 kg wiegen, nehmen

Sie 3 Lactab Mephaquin auf einmal ein. Sollte es nicht möglich sein, innerhalb von weiteren 24

Stunden ärztliche Hilfe zu bekommen, so sollten Sie 6-8 Stunden nach der ersten Einnahme 2

weitere Lactab einnehmen. Wenn Sie über 60 kg wiegen, sollten Sie nach weiteren 6-8 Stunden

nochmals 1 Lactab einnehmen. Wiegen Sie weniger als 45 kg, wird Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

eine niedrigere Dosierung verschrieben haben.

Nach der Selbstbehandlung einer vermuteten Malaria müssen Sie bei nächster Gelegenheit einen

Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen, selbst wenn Sie sich völlig wiederhergestellt fühlen.

Welche Nebenwirkungen kann Mephaquin haben?

Wenn Mephaquin zur Behandlung von Malaria eingenommen wird, können unerwünschte

Wirkungen häufiger oder stärker auftreten, als wenn es zur Vorbeugung eingenommen wird. Bei der

vorbeugenden Einnahme von Mephaquin treten vor allem psychiatrische Nebenwirkungen wie

Schlaflosigkeit, ungewöhnliche Träume oder Albträume, plötzliche Angstzustände, Depression,

Unruhe oder Verwirrtheit auf.

Bei der Behandlung einer akuten Malariaerkrankung kann es unter Umständen schwierig sein zu

unterscheiden, ob es sich um Symptome von Malaria oder um unerwünschte Wirkungen von

Mephaquin handelt.

In folgenden Fällen müssen Sie die Einnahme von Mephaquin abbrechen und unverzüglich einen

Arzt bzw. eine Ärztin konsultieren:

·wenn sich psychiatrische Symptome wie Schlaflosigkeit, ungewöhnliche Träume oder Albträume,

plötzliche Angstzustände, schwere Verstimmungen (Depressionen), Ruhelosigkeit, epileptische

Anfälle oder geistige Verwirrung einstellen;

·wenn Hautausschläge, in schwerwiegenden Fällen mit Blasenbildung und möglichem Ablösen der

Haut (Stevens-Johnson-Syndrom), oder Anzeichen einer schwerwiegenden lebensbedrohenden

allergischen Reaktion mit Symptomen wie Atembeschwerden, geschwollene Zunge, Juckreiz und

schweren Hautausschlägen auftreten.

Falls während der Prophylaxe mit Mephaquin Hautausschläge auftreten, sollen vor der nächsten

Mephaquin-Einnahme von einem Arzt bzw. einer Ärztin die Hautausschläge beurteilt und die

Weiterführung der Prophylaxe mit Mephaquin bestätigt werden.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Mephaquin auftreten: Übelkeit, Erbrechen,

Appetitverlust, Essstörungen, weicher Stuhl oder Durchfall, Bauchschmerzen, Schwindel,

Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, schwere Träume und

Benommenheit. In selteneren Fällen können Kreislaufstörungen (zu hoher bzw. zu tiefer Blutdruck),

Hautrötungen, Ohnmacht, Herzklopfen, unregelmässiger oder langsamer Puls, Brustschmerz,

Juckreiz oder Hautausschläge, Haarausfall, Wasseransammlung im Gewebe, Muskelschmerzen,

Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen, Atemnot, Schwitzen, Verdauungsstörungen,

Aphten, Verschwommensehen, Störungen am Auge (z.B. Sehnerven-, Netzhautstörungen),

Hörstörungen, Ohrensausen, Schwäche, Unwohlsein, Müdigkeit, Fieber, Frösteln,

Koordinationsstörungen, Empfindungsstörungen der Nerven, Zittern, Krampfanfälle, körperliche

Unruhe und psychiatrische Störungen wie Niedergeschlagenheit, Depression, Vergesslichkeit,

Halluzinationen, Aggression, Panikattacken, Verwirrung, Unruhe, Stimmungsschwankungen und

Angstzustände auftreten. Es wurde über seltene Fälle von Selbstmordgedanken und Selbstmord

berichtet, eine Beziehung zur Verabreichung des Arzneimittels konnte jedoch nicht nachgewiesen

werden. Es wurde über arzneimittelbedingte Leberfunktionsstörungen bis hin zu Leberversagen

berichtet. Es liegen Berichte über Agranulozytose, einer starken Verminderung der Granulozyten im

Blut (Untergruppe der weissen Blutkörperchen), und aplastischer Anämie, einer Sonderform der

Blutarmut, vor.

Beim Auftreten von Symptomen wie Unwohlsein, Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit,

Gewichtsabnahme und Müdigkeit sollten Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Bedenken Sie, dass unerwünschte Wirkungen bis zu mehreren Wochen nach der letzten Einnahme

von Mephaquin auftreten oder andauern können.

Bei einer kleinen Anzahl von Patienten wurde berichtet, dass Benommenheit oder Schwindel sowie

Gleichgewichtsstörungen noch Monate nach dem Absetzen des Arzneimittels anhalten können.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen eine der Reisedauer entsprechende Menge Malariamittel

verschreiben, die Sie von zu Hause mitnehmen müssen, denn es kann Schwierigkeiten bereiten, die

Arzneimittel im Bestimmungsland zu erhalten.

Mephaquin in der verschlossenen Originalpackung, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb

der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Bringen Sie nach beendeter Behandlung allfällige restliche Lactab in ihrer Packung zum Entsorgen

der Apotheke oder Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Mephaquin enthalten?

1 Lactab enthält: Wirkstoff 250 mg Mefloquin in Form von Mefloquinhydrochlorid sowie Hilfsstoffe

zur Herstellung von Lacktabletten.

Zulassungsnummer

47385 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Mephaquin? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen zu 8 Lactab (mit Kreuzbruchrille).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Interne Versionsnummer: 5.3