Marcoumar

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Marcoumar Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • phenprocoumonum 3 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Marcoumar Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Anticoagulans

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 19395
  • Berechtigungsdatum:
  • 13-08-1953
  • Letzte Änderung:
  • 07-09-2017

Packungsbeilage

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Marcoumar®

Was ist Marcoumar und wann wird es angewendet?

Marcoumar setzt die Gerinnungsneigung des Blutes herab und verhindert so die Bildung von

Blutgerinnseln (Thromben), welche die Blutbahn verstopfen können.

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel nennt man auch «Blutverdünnung», welche meist über

längere Zeit durchgeführt werden muss. Dabei ist eine genaue Kontrolle der Arzneimitteleinwirkung

erforderlich, weil eine zu starke oder zu schwache «Blutverdünnung» gefährlich sein kann.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird mit speziellen Blutuntersuchungen (Bestimmung des INR-Wertes) die

Gerinnungsneigung Ihres Blutes messen und danach die erforderliche Einnahmemenge von

Marcoumar festlegen. Seine resp. ihre Anweisungen müssen Sie genau befolgen.

Marcoumar darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Sie erhalten von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin einen Antikoagulantienausweis. Tragen Sie diesen

während der ganzen Behandlungsdauer sorgfältig bei sich. In gewissen Fällen (zum Beispiel bei

Reisen in Gegenden mit unsicherer ärztlicher Versorgung) gibt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ein

geeignetes Gegenmittel (zum Beispiel mit dem Wirkstoff Phytomenadion = Vitamin K1), das Sie auf

sich tragen sollen. Er oder sie wird Sie über die Verwendung instruieren.

Wann darf Marcoumar nicht eingenommen/angewendet werden?

Marcoumar darf nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeit gegenüber einem der

Inhaltsstoffe, bei Blutungsneigung, schweren Blutgerinnungsstörungen (z.B. Hämophilie), schweren

Leber- oder Nierenschäden, Magen-Darm-Geschwüren, starkem Bluthochdruck und

Schwangerschaft. Auch vor und nach gewissen operativen Eingriffen und therapeutischen Verfahren,

welche zu unkontrollierbaren Blutungen führen könnten, darf Marcoumar nicht eingenommen

werden.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Marcoumar Vorsicht geboten?

Marcoumar ist ein sehr wirksames Arzneimittel. Seine Wirkung muss aber genau kontrolliert

werden. Halten Sie sich daher an die mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin vereinbarten Blutkontrollen

und achten Sie darauf, dass Sie die vorgeschriebenen Mengen Marcoumar zur richtigen Zeit

einnehmen.

Es ist wichtig, dass Sie alle Sie behandelnden Ärzte über die Einnahme von Marcoumar sowie über

geplante Operationen, bestimmte therapeutische Eingriffe (z.B. Angiographien, Lumbalpunktion,

Zahnextraktionen), allfällige schwere Erkrankungen (insbesondere Herzerkrankungen und hoher

Blutdruck) und weitere Krankheiten (Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Tumoren,

Nierenerkrankungen, Infektionen und Entzündungen) informieren.

Zusätzliche Arzneimittel dürfen ohne Wissen des Arztes oder der Ärztin nicht eingenommen oder

abgesetzt werden, da sie die Wirkung von Marcoumar verändern können. Dies gilt auch für

pflanzliche Medikamente, insbesondere Präparate, die Johanniskraut-Extrakte (Hypericum

perforatum) enthalten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, bevor Sie Schmerzmittel,

Grippemittel, Rheumamittel, harntreibende Medikamente, Alkoholentwöhnungsmittel,

Antidepressiva, Antibiotika, Narkosemittel, Arzneimittel, welche die Blutgerinnung beeinflussen

(z.B. Heparin, Clopidogrel), Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenstörungen,

Krebs, Sodbrennen, Krämpfe (Epilepsie), Zuckerkrankheit, Gicht, Tuberkulose,

entzündungshemmende Arzneimittel, Cholesterinsenker, muskelbildende Substanzen, Vitamin K-

haltigen Präparaten, Glukosamin oder andere Arzneimittel einnehmen. Er oder sie kann beurteilen,

welche Arzneimittel am besten eingesetzt werden.

Alle diese Massnahmen sollen verhindern, dass Blutungen auftreten. Sollten Sie dennoch stärkeres

Zahnfleischbluten, Nasenbluten, Blut im Urin oder schwarzen Stuhl feststellen, so benachrichtigen

Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Auch bei leichteren Blutungen sollten Sie Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin darauf aufmerksam machen.

Wenn Sie einen Unfall erleiden, so teilen Sie dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin

mit, dass Sie Blutgerinnungshemmer (Antikoagulantien) einnehmen. Tragen Sie deshalb auch immer

Ihren Antikoagulantienausweis auf sich.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund einen anderen als Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin benötigen,

machen Sie ihn oder sie darauf aufmerksam, dass Sie Marcoumar einnehmen und daher keine

Spritzen in die Muskeln erhalten dürfen.

Auch Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin sollten Sie vor der Behandlung mitteilen, dass Sie

Marcoumar einnehmen.

Wenn Sie eine längere Reise planen, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Einnahme von Marcoumar mit Essen und Trinken

Während der Behandlung mit Marcoumar soll auf eine ausgeglichene Ernährung geachtet werden.

Auf unregelmässige Einnahme grösserer Mengen von Lebensmitteln mit hohem Vitamin-K-Gehalt

(z.B. Spinat, verschiedene Kohlsorten, insbesondere Broccoli) sollte verzichtet werden, da dies die

Wirkung von Marcoumar abschwächen kann. Grapefruits können das Blutungsrisiko verstärken. Die

gleichzeitige Einnahme von Goji-Beeren oder -Saft könnte die Wirkung von Marcoumar verstärken.

Ebenso sollten Sie den übermässigen Genuss von Alkohol vermeiden, da Alkohol die Wirkung von

Marcoumar verändern kann. Marcoumar Tabletten enthalten Laktose. Teilen Sie Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin vor der Einnahme von Marcoumar mit, wenn Sie an einer Laktose-Unverträglichkeit

leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie Blutungen

haben, schwanger sind, an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel

(auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Marcoumar während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet

werden?

Marcoumar darf nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden. Wenn Sie während der

Behandlung mit Marcoumar schwanger werden, stellt dies für Ihr werdendes Kind eine Gefahr dar.

Falls Sie also bemerken, dass eine Schwangerschaft eingetreten ist, informieren Sie sofort Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin. Sprechen Sie ebenfalls mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie die Absicht

haben, schwanger zu werden. Frauen im gebärfähigen Alter müssen wirksame

Verhütungsmassnahmen während der Behandlung und bis zu 3 Monate nach der Behandlung

anwenden.

Marcoumar darf während der Stillzeit nur auf Anweisungen des Arztes oder der Ärztin

eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Marcoumar?

Die tägliche Dosis ist von Patient zu Patient resp. von Patientin zu Patientin verschieden und wird

durch die Bluttests von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ermittelt.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Die Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einnehmen.

Die Anwendung und Wirksamkeit von Marcoumar bei Patienten unterhalb 14 Jahren sind bisher

nicht geprüft worden.

Wenn Sie einmal die Einnahme von Marcoumar vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme von Marcoumar zum vorgesehenen Zeitpunkt vergessen haben, nehmen Sie

die vorgesehene Dosis sobald wie möglich am geplanten Tag ein. Wenn Sie jedoch das Vergessen

erst am nächsten Tag bemerken, überspringen Sie die vergessene Dosis und nehmen Sie das

Arzneimittel zur gewohnten Zeit weiter ein und kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Nehmen Sie niemals zwei Tagesdosen am selben Tag ein.

Wenn Sie eine grössere Menge Marcoumar eingenommen haben, als Sie sollten

Bei Überdosierung von Marcoumar kann es zu Blutungen kommen. Informieren Sie sofort Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin. Bewusstlosigkeit kann ein Anzeichen für eine Gehirnblutung sein.

Welche Nebenwirkungen kann Marcoumar haben?

Unter Marcoumar sind Blutungen möglich, an denen verschiedene Organe beteiligt sein können und

die lebensbedrohlich sein können.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Marcoumar auftreten:

Sehr häufige Nebenwirkungen

Blutergüsse nach Verletzungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blut im Urin.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Innere Blutungen, Blutungen im Bereich des Rückenmarks und Gehirns, Blutungen im Auge,

Blutungen im Bereich von Gelenken oder Muskeln, brennende Schmerzen in den Grosszehen mit

gleichzeitiger Verfärbung (Purple toes).

Seltene Nebenwirkungen

Blutmangel infolge der Blutungen, Erkrankungen des Verdauungstraktes, Haarausfall, schmerzhafter

Hautausschlag, einschliesslich der sogenannten Kalziphylaxie, die mit einem schmerzhaften

Hautausschlag beginnt und zu schweren Komplikationen führen kann. Diese Nebenwirkung tritt

häufiger bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung auf. Im Falle eines schmerzhaften

Hautausschlages informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Sehr seltene Nebenwirkungen

Druckschädigung des Oberschenkelnervs infolge einer inneren Blutung, im Allgemeinen

vorübergehende Leberentzündung mit oder ohne Gelbsucht, Leberversagen, Hautnekrosen

(Absterben von Hautarealen). Im Falle einer Hautnekrose oder roten Flecken auf der Haut (Purpura

fulminans) informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit

Allergische, entzündliche Hautreaktionen, Erbrechen, Durchfall, Übelkeit, Appetitverlust,

Erkrankungen der Skelettmuskulatur, von Bindegewebe oder Knochen, Osteoporose

(Knochenschwund) nach Langzeitbehandlung.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nicht über 30°C lagern und für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Marcoumar enthalten?

1 Tablette (weiss) enthält als Wirkstoff 3 mg Phenprocoumon, Laktose und weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

19395 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Marcoumar? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken, gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Tabletten (Kreuzbruchrille) zu 3 mg: 25 und 100.

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Diese Packungsbeilage wurde im August 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.