M-M-RVAXPRO

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • M-M-RVAXPRO Lyophilisat und Lösungsmittel
  • Darreichungsform:
  • Lyophilisat und Lösungsmittel
  • Zusammensetzung:
  • Impfstoff attenuatum: virus der Masern-Fälle Wohn - (Stamm Edmonston-Enders) min. 1000 U., virus parotitis Wohn - (Stamm Jeryl Lynn) min. 12500 U., virus Röteln-lebend (Stamm Wistar RA 27/3) min. 1000 U., Zucker, Gelatine hydrolysata, sorbitolum, medium199, natrii hydrogenoglutamas monohydricus, minimal essential medium (MEM), natrii hydrogenocarbonas, kalii dihydrogenophosphas, dikalii phosphas anhydricus, dinatrii phosphas dihydricus, natrii dihydrogenophosphas dihydricus, neomycinum, phenolsulfonphthaleinum, albuminum Menschen, für Glas. Loslassen: Wasser iniectabilia 0,5 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • M-M-RVAXPRO Lyophilisat und Lösungsmittel
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Impfstoffe
  • Therapiebereich:
  • aktive Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln, ab dem vollendeten 12. Lebensmonat

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 703
  • Berechtigungsdatum:
  • 13-02-2007
  • Letzte Änderung:
  • 23-01-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

M-M-RVAXPRO®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Zusammensetzung

Eine Dosis (0.5 ml) des rekonstituierten Impfstoffes enthält:

Wirkstoff

Masern-Virus, Stamm Enders' Edmonston (lebend, attenuiert)1 mind. 1'000 TCID50*

Mumps-Virus, Stamm Jeryl-Lynn™ (Level B) (lebend, attenuiert)1 mind. 12'500 TCID50*

Röteln-Virus, Stamm Wistar RA 27/3 (lebend, attenuiert)2 mind. 1'000 TCID50*

* Zellkulturinfektiöse Dosis 50%

1 Gezüchtet auf embryonalen Hühnerfibroblasten-Zellkulturen

2 Gezüchtet in humanen, diploiden Lungenfibroblasten (WI-38)

Hilfsstoffe

Lyophilisat/Pulver:

Sorbitol, Natriumphosphat, Kaliumphosphat, Saccharose, Hydrolisierte Gelatine, Medium 199 mit

Hanks' Salzen, Minimum Essential Medium, Eagle (MEM), Natriumglutamat, Neomycin, Phenolrot,

Natriumhydrogencarbonat, rekombinantes Humanalbumin (in Spuren).

Lösungsmittel:

Wasser für Injektionszwecke.

M-M-RVAXPRO enthält Spuren von rekombinantem Humanalbumin (rHA), welches nicht als

Hilfsstoff verwendet wird, jedoch als Rückstand aus der Herstellung stammt.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Stechampulle mit Lyophilisat und Fertigspritze mit 0.5 ml Lösungsmittel.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

M-M-RVAXPRO ist indiziert zur gleichzeitigen aktiven Immunisierung gegen Masern, Mumps und

Röteln ab dem Alter von 12 Monaten (siehe Abschnitt Dosierung/Anwendung).

M-M-RVAXPRO kann unter besonderen Umständen bei Kindern ab einem Alter von 9 Monaten

angewendet werden (siehe Rubriken Dosierung/Anwendung, Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen und Abschnitt Pharmakodynamik).

Der Impferfolg kann bei Kindern unter 12 Monaten durch die Anwesenheit maternaler Antikörper

oder bei durchgemachter Masern-Wildvirus-Infektion ausbleiben. Je jünger das geimpfte Kind, umso

geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer adäquaten Serokonversion. Der Vorteil eines frühzeitigen

Impfschutzes muss gegen die Möglichkeit einer fehlenden Immunantwort nach vorgezogener

Impfung abgewogen werden.

Zur Anwendung bei Masern-Ausbrüchen, zur postexpositionellen Prophylaxe oder zur Impfung

bisher ungeimpfter Personen, die älter als 9 Monate sind und Kontakt zu empfänglichen

schwangeren Frauen haben, und bei Personen, die wahrscheinlich empfänglich für Mumps- oder

Röteln-Viren sind, siehe Abschnitt Pharmakodynamik.

M-M-RVAXPRO sollte gemäss den offiziellen Impfempfehlungen angewendet werden.

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Gemäss dem Schweizerischen Impfplan, Richtlinien und Empfehlungen des Bundesamtes für

Gesundheit und der Schweizerischen Kommission für Impffragen ist M-M-RVAXPRO zur

gleichzeitigen aktiven Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln von Personen im Alter ab

12 Monaten angezeigt.

Personen ab einem Alter von 12 Monaten

Personen ab 12 Monaten sollten eine Dosis zu einem ausgewählten Zeitpunkt erhalten. Eine zweite

Dosis mit M-M-RVAXPRO wird im Alter von 15 bis 24 Monaten empfohlen und kann frühestens

einen Monat nach der ersten Dosis verabreicht werden. Mit der zweiten Dosis sollen Personen

geschützt werden, die aus welchem Grund auch immer nach der ersten Dosis keinen Immunschutz

entwickelt haben.

Kinder von 9 bis 12 Monaten

Immunogenitäts- und Sicherheitsdaten zeigen, dass M-M-RVAXPRO Kindern im Alter von 9 bis 12

Monaten gemäss offiziellen Empfehlungen verabreicht werden kann oder wenn ein früher

Impfschutz für notwendig erachtet wird (z.B. für Kinder in Tagesstätten, in Ausbruchssituationen

oder bei Reisen in Regionen mit hoher Prävalenz von Masern). Solche Kinder sollten im Alter von

12 bis 15 Monaten erneut geimpft werden. Es kann eine weitere Dosis eines Impfstoffs mit einer

Masern-Komponente gegeben werden, falls die offiziellen Impfempfehlungen dies vorsehen (siehe

Rubrik Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen und Abschnitt Pharmakodynamik).

Kinder unterhalb eines Alters von 9 Monaten

Über die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von M-M-RVAXPRO bei Kindern unter 9 Monaten

liegen derzeit keine Daten vor.

Eine obere Altersbegrenzung für die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln besteht nicht.

Das Impfschema für die routinemässige Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln sieht

folgendermassen aus:

Alter

1. Dosis

2. Dosis

12 Monate

15-24 Monate

4-7 Jahre

und/oder X

11-15 Jahre

und/oder X

Erwachsene

und/oder X

Heranwachsende und erwachsene nicht schwangere Frauen

Die Immunisierung mit Röteln-Lebendvirus von Frauen im gebärfähigen Alter, welche nicht

schwanger sind, ist indiziert, wenn bestimmte Vorsichtsmassnahmen beachtet werden (siehe

Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen). Die Impfung von Mädchen nach der Pubertät

vermittelt individuellen Schutz gegen eine mögliche Röteln-Infektion während einer

Schwangerschaft und verhindert damit eine Röteln-Infektion des Fetus und als Folge davon

kongenitale Schäden.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden innerhalb von 3 Monaten nach der Impfung

nicht schwanger zu werden (siehe Abschnitt Schwangerschaft/Stillzeit)

Es wird empfohlen, die Immunität gegenüber Röteln-Virus vor der Impfung durch Bestimmung der

Antikörper zu untersuchen.

Anwendung

Der rekonstituierte Impfstoff wird intramuskulär oder subkutan in den anterolateralen Oberschenkel

(jüngere Kinder) oder im Bereich des M. deltoideus (ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene)

injiziert. Nicht intravenös oder intradermal injizieren.

Patienten mit Thrombozytopenien oder Gerinnungsstörungen wird der Impfstoff subkutan

verabreicht.

Zur Rekonstitution des Impfstoffes muss das beigepackte Lösungsmittel verwendet werden. Das

Lösungsmittel ist eine klare, farblose Flüssigkeit. Vor dem Mischen mit dem Lösungsmittel liegt das

Lyophilisat als hellgelber, kompakter kristalliner Kuchen vor.

Zur Resuspendierung injiziert man die gesamte Menge des Lösungsmittels von der Spritze in die

Stechampulle mit dem lyophilisierten Impfstoff und schüttelt vorsichtig bis zur völligen

Durchmischung. Dann wird das gesamte Volumen des rehydrierten Impfstoffes zur Injektion wieder

in die Spritze aufgezogen. Der gebrauchsfertige Impfstoff ist eine klare, gelbe Flüssigkeit.

Es befinden sich zwei separate Nadeln in der Verpackung: Eine Nadel dient zur Resuspendierung

und die andere zur Verabreichung an die zu impfende Person.

Der rekonstituierte Impfstoff darf nicht verwendet werden, wenn er Partikel enthält oder das

Aussehen des Lösungsmittels, des Pulvers oder des rekonstituierten Impfstoffes von dem oben

beschriebenen abweicht.

Nach gründlicher Reinigung der Einstichstelle wird die gesamte Menge (0.5 ml) des rehydrierten

Impfstoffs injiziert.

Ein Kontakt von Impfstoff oder Lösungsmittel mit Desinfektionsmitteln kann die Wirksamkeit

beeinträchtigen. Deshalb ist darauf zu achten, dass vor der Resus-pendierung der Flaschenstopfen

und vor Durchführung der Impfung die Injektionsstelle wieder trocken ist.

Kontraindikationen

M-M-RVAXPRO ist kontraindiziert bei

·Früheren Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber einem Masern-, Mumps- oder Rötelnimpfstoff

oder auf einen der enthaltenen Hilfsstoffe dieser Impfstoffe, einschliesslich Neomycin (siehe

Abschnitte Hilfsstoffe und Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen)

·Schwangerschaft (siehe auch Abschnitte Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen sowie

Schwangerschaft/Stillzeit)

·Aktiver, unbehandelter Tuberkulose

·Pathologischen Blutbildveränderungen, Leukämie, Lymphomen oder anderen Malignomen mit

Auswirkung auf das hämatopoetische oder lymphatische System.

·Humoraler oder zellulärer Immundefizienz (angeboren, erworben oder therapiebedingt),

einschliesslich Hypo- und Dysgammaglobulinämie, AIDS, symptomatischer HIV-Infektion, bzw.

einem altersspezifischen CD4+-T-Lymphozyten-Anteil von <25% (siehe Abschnitt Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen). Bei stark immungeschwächten Patienten, die versehentlich einen

Impfstoff mit einer Masern-Komponente erhielten, wurden Masern-Einschlusskörperchen-

Enzephalitis, Pneumonitis und Todesfälle als direkte Folge einer durch das Impfvirus ausgelösten

disseminierten Masern-Infektion berichtet.

·Immunsuppressiver Behandlung (einschliesslich hoher Dosen von Kortikosteroiden). M-M-

RVAXPRO ist nicht kontraindiziert bei Personen mit topischer oder niedrig dosierter parenteraler

Kortikosteroidtherapie (z.B. als Substitutionstherapie).

·Personen mit einer familiären Anamnese von kongenitalem oder hereditärem Immunmangel, bis

dass die Immunkompetenz des potentiellen Impflings erwiesen ist.

·Personen mit akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen (mit oder ohne Fieber). Diese sollten

frühestens 2 Wochen nach Genesung geimpft werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Für den Fall einer seltenen anaphylaktischen Reaktion nach Verabreichung des Impfstoffes sollten

stets geeignete medizinische Behandlungs- und Überwachungsmöglichkeiten unmittelbar zur

Verfügung stehen (Adrenalin, Kortikosteroide, Antihistaminika, Volumenauffüllung, Sauerstoff).

Bei Erwachsenen und Jugendlichen mit allergischer Diathese besteht möglicherweise ein erhöhtes

Risiko für anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen. Es wird empfohlen, solche Personen

nach der Impfung sorgfältig auf erste Anzeichen einer anaphylaktischen oder anaphylaktoiden

Reaktion zu beobachten.

Die Masern- und die Mumpskomponente des Lebendimpfstoffes werden in Hühnerembryozellen

gezüchtet. Bei Personen mit bekannten anaphylaktischen, anaphylaktoiden oder anderen

Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (wie Nesselsucht, Schwellungen im Mund- und

Rachenraum, Atembeschwerden, Blutdruckabfall oder Schock) nach Verzehr von Hühnereiern

besteht daher möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen vom

Soforttyp. Bei diesen Personen sollte eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Entsprechende Vorsicht ist geboten bei der Verwendung von M-M-RVAXPRO bei Personen mit

einer individuellen oder familiären Anamnese von Fieberkrämpfen, einer Anamnese von zerebralen

Schäden oder irgendwelchen anderen Zuständen, bei denen eine zusätzliche Belastung durch Fieber

vermieden werden sollte. Der Arzt soll Temperaturerhöhungen sorgfältig überwachen, welche nach

der Impfung auftreten können (siehe Abschnitt Unerwünschte Wirkungen).

Bei Kindern im Alter von 9 bis 12 Monaten, die während eines Masern-Ausbruchs einen Impfstoff

mit einer Masern-Komponente erhielten oder aus einem anderen Grund geimpft wurden, kann der

Impferfolg aufgrund zirkulierender maternaler Antikörper und/oder der Unreife des Immunsystems

unzureichend sein (siehe Rubrik Dosierung/Anwendung und Abschnitt Pharmakodynamik).

Personen von denen bekannt ist, dass sie mit humanen Immundefizienz-Viren (HIV) infiziert, jedoch

nicht immunsupprimiert sind, können geimpft werden. Weil die Immunisierung im Vergleich zu

nicht infizierten Personen weniger wirksam sein kann, sollten die Geimpften hinsichtlich Masern,

Mumps und Röteln streng überwacht werden (siehe Abschnitt Kontraindikationen). In ausgewählten

Fällen kann die Bestimmung der Antikörpertiter helfen, geeignete Schutzmassnahmen einzuleiten;

dazu gehört auch die passive Immunprophylaxe.

Im Falle eines angeborenen oder erworbenen Immundefekts sollte vor der Impfung mit einem

Lebendimpfstoff der den Immundefekt behandelnde Arzt konsultiert werden. Die serologische

Kontrolle des Impferfolges ist bei Patienten mit Immundefizienz angezeigt.

Nach Bluttransfusion oder Applikation eines menschlichen Immunglobulin-Präparates ist ein

Abstand von mindestens 3 Monaten bis zur Impfung einzuhalten, da sonst die notwendige

Impfvirusvermehrung durch die antikörpervermittelte Virusneutralisation in Frage gestellt ist. Sollte

die Gabe eines solchen Präparates innerhalb von 4 Wochen nach der Impfung erforderlich sein, soll

die Impfung wiederholt werden.

Eine bestehende Thrombozytopenie kann sich durch die Impfung möglicherweise verschlechtern.

Personen, die nach der ersten Dosis von M-M-RVAXPRO oder dessen monovalenten

Einzelimpfstoffen eine Thrombozytopenie entwickelten, können bei erneuter Gabe wieder eine

Thrombozytopenie entwickeln. Eine erneute Impfung mit M-M-RVAXPRO wird in diesen Fällen

nicht empfohlen.

7 bis 28 Tage nach Verabreichung des Impfstoffes kommt es bei der Mehrzahl empfänglicher

Geimpfter zur Ausscheidung von geringen Mengen des attenuierten Röteln-Impfvirus aus dem

Nasen- oder Rachenraum. Es gibt keinen gesicherten Nachweis, dass auf diesem Weg

ausgeschiedene Viren auf empfängliche Personen, die Kontakt mit geimpften Personen haben,

übertragen werden. Daher wird eine Übertragung durch engen persönlichen Kontakt zwar als

theoretische Möglichkeit, jedoch nicht als signifikantes Risiko betrachtet. Die Übertragung des

Röteln-Impfvirus auf Säuglinge über die Muttermilch,ist jedoch dokumentiert, allerdings ohne

Anzeichen einer Erkrankung (siehe Abschnitt Schwangerschaft/Stillzeit).

Es gibt keine Berichte über eine Übertragung des Enders' Edmonston Masern-Virus-Stamms oder

des Jeryl-Lynn® Mumps-Virus-Stamms von Geimpften auf empfängliche Personen.

Bei Kindern, die gegen Tuberkulose behandelt werden, führte die Impfung mit Masern-

Lebendimpfstoff nicht zu einer Exazerbation der Tuberkulose. Es gibt jedoch keine Studien über die

Auswirkungen von Masern-Impfstoffen auf Kinder mit unbehandelter Tuberkulose (siehe Abschnitt

Kontraindikationen).

Der Impfstoff enthält 1.9 mg Saccharose als sonstigen Bestandteil. Diese Menge ist nicht

ausreichend, um Nebenwirkungen bei Patienten mit seltenen erblichen Erkrankungen wie Fruktose-

Intoleranz, Glukose-Galaktose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Insuffizienz

hervorzurufen.

Der Impfstoff enthält in Spuren rekombinantes Humanalbumin (rHA) aus dem Produktionsprozess.

In einer Studie mit Kindern, die eine zweite Dosis M-M-RVAXPRO erhielten, wurde keine

Sensibilisierung gegen rHA beobachtet. Ein theoretisches Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion

gegen rHA in seltenen Fällen kann nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte jedes rHA-haltige

Produkt nur mit Vorsicht bei Personen angewendet werden, die bereits einmal Anzeichen einer

Überempfindlichkeit gegen rHA gezeigt haben.

Schwangerschaft

Schwangere dürfen nicht mit M-M-RVAXPRO geimpft werden. Des Weiteren muss nach der

Impfung eine Schwangerschaft 3 Monate lang verhindert werden (siehe Abschnitte

Kontraindikationen und Schwangerschaft/Stillzeit).

Wie bei anderen Impfstoffen auch sind nach Impfung mit M-M-RVAXPRO möglicherweise nicht

alle Personen geschützt.

Interaktionen

Immunglobulin (Ig) darf nicht gleichzeitig mit M-M-RVAXPRO verabreicht werden.

Nach Bluttransfusion oder Applikation eines menschlichen Immunglobulin-Präparates ist ein

Abstand von mindestens 3 Monaten bis zur Impfung einzuhalten, da sonst die notwendige

Impfvirusvermehrung durch die antikörpervermittelte Virusneutralisation in Frage gestellt ist. Sollte

die Gabe eines solchen Präparates innerhalb von 4 Wochen nach der Impfung erforderlich sein, soll

die Impfung wiederholt werden.

Nach einer Masern-Mumps-Röteln-Impfung kann die Empfindlichkeit gegenüber Tuberkulin und

anderen Recall-Antigenen für 4 Wochen oder länger herabgesetzt sein oder fehlen. Entsprechende

Tests sollten deshalb zur Vermeidung falsch-negativer Reaktionen vor oder frühestens 6 Wochen

nach der Impfung durchgeführt werden.

Gleichzeitige Gabe mit anderen Impfstoffen

Publizierte klinische Daten belegen, dass eine frühere Formulierung des Masern-, Mumps- und

Röteln-Impfstoffes von Merck & Co., Inc (M-M-R II®) gleichzeitig mit anderen pädiatrischen

Impfstoffen, einschliesslich DTaP (oder DTwP), IPV (oder OPV), Hib (Haemophilus influenzae Typ

b), Hib-HBV (Haemophilus influenzae Typ b, kombiniert mit Hepatitis B) und VAR (Varizellen)

verabreicht werden kann.

Lebendimpfstoffe können simultan an verschiedenen Injektionsstellen verabreicht werden. Kann M-

M-RVAXPRO nicht gleichzeitig mit anderen attenuierten Lebendimpfstoffen verabreicht werden,

sollte ein Zeitabstand von mindestens einem Monat zwischen den Impfungen eingehalten werden.

Basierend auf klinischen Studien mit dem quadrivalenten Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-

Impfstoff und der vorhergehenden Formulierung des kombinierten Masern-Mumps-Röteln-

Impfstoffs hergestellt von Merck & Co., Inc., kann M-M-RVAXPRO simultan (aber an

verschiedenen Injektionsstellen) mit einem der folgenden Vakzine verabreicht werden: Prevenar

und/oder Hepatitis A-Impfstoff. Der dabei verwendete Hepatitis A-Impfstoff VAQTA® ist in der

Schweiz nicht zugelassen. Mit diesen klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass die

Immunantwort nicht beeinflusst wird. Gesamthaft waren die Sicherheitsprofile der verabreichten

Impfstoffe vergleichbar.

Es wurden bisher keine speziellen Studien zur gleichzeitigen Gabe von M-M-RVAXPRO mit

anderen Impfstoffen durchgeführt. Es wurde jedoch gezeigt, dass das Nebenwirkungs- und

Immunogenitäts-Profil von M-M-RVAXPRO mit dem bisherigen Masern-, Mumps- und Röteln-

Kombinationsimpfstoff von Merck & Co., Inc. vergleichbar ist. Deshalb kann die Erfahrung mit

diesem Impfstoff zu Grunde gelegt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

M-M-RVAXPRO darf schwangeren Frauen nicht verabreicht werden (siehe Abschnitt

Kontraindikationen). Es wurden keine Studien über die Anwendung von M-M-RVAXPRO bei

Schwangeren durchgeführt.

Es ist daher nicht bekannt, ob M-M-RVAXPRO schädliche Auswirkungen auf den Fetus haben kann

oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Daher dürfen Schwangere nicht mit M-M-

RVAXPRO geimpft werden. Des Weiteren muss nach der Impfung eine Schwangerschaft 3 Monate

lang verhindert werden (siehe Abschnitte Kontraindikationen und Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen).

Bei der Beratung von Frauen, die versehentlich während der Schwangerschaft geimpft wurden oder

die in den ersten 3 Monaten nach der Impfung schwanger wurden, sollte der Arzt folgendes

beachten:

1.In einem Zeitraum von 10 Jahren wurden mehr als 700 schwangere Frauen beobachtet, denen bis

zu drei Monate vor oder nach Konzeption ein Röteln-Impfstoff verabreicht worden war (189 dieser

Frauen erhielten den Röteln-Impfstamm Wistar RA 27/3). Bei keinem der Neugeborenen wurden die

für eine Röteln-Embryopathie typischen Schädigungen festgestellt.

2.Die Infektion mit Mumps-Wildvirus im ersten Trimenon kann zu einer erhöhten Rate von

Spontanaborten führen. Obwohl Infektionen von Plazenta und Fetus mit Mumps-Impfvirus

nachgewiesen wurden, gibt es keinen Nachweis kongenitaler Fehlbildungen beim Menschen durch

diese Infektion.

3.Es gibt Belege dafür, dass eine Infektion mit Masern-Wildvirus in der Schwangerschaft zu einem

erhöhten Risiko einer fetalen Schädigung führt. Nach Masern-Wildinfektion in der Schwangerschaft

wurde eine erhöhte Rate von Spontanaborten, Totgeburten, angeborenen Missbildungen und

Frühgeburten beobachtet. Es gibt keine geeigneten Studien darüber, wie sich ein Kontakt mit

attenuierten Masern-Impfvirus-Stämmen während der Schwangerschaft auswirkt. Vorsichtshalber

sollte jedoch davon ausgegangen werden, dass auch der Impfvirus-Stamm zu fetalen Schädigungen

führen könnte.

Stillzeit

Studien haben gezeigt, dass stillende Mütter, die postpartal mit einem attenuierten Röteln-

Lebendimpfstoff geimpft wurden, das Virus mit der Muttermilch ausscheiden und so auf ihre

Säuglinge übertragen können. Keiner der Säuglinge, bei denen eine Röteln-Infektion serologisch

nachgewiesen wurde, zeigte Symptome einer Röteln-Erkrankung. Es ist nicht bekannt, ob Masern-

oder Mumps-Impfviren mit der Muttermilch ausgeschieden werden. Daher sollte sorgfältig

abgewogen werden, ob M-M-RVAXPRO an stillende Mütter verabreicht wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

In einer klinischen Studie wurden 1'965 Kinder (siehe Abschnitt Pharmakodynamik) mit M-M-

RVAXPRO geimpft. Das allgemeine Nebenwirkungsprofil war vergleichbar mit dem

Nebenwirkungsprofil von früheren Formulierungen des Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoffes

von Merck & Co., Inc. (M-M-R II®).

In einer klinischen Studie wurden 752 Kinder entweder intramuskulär oder subkutan mit M-M-

RVAXPRO geimpft. Das Nebenwirkungsprofil war bei beiden Anwendungsarten vergleichbar.

Allerdings traten Reaktionen an der Injektionsstelle in der i.m.-Gruppe (15.8%) weniger häufig auf

als in der s.c.-Gruppe (25.8%).

Im Vergleich zur ersten Dosis treten nach Verabreichung einer zweiten Dosis M-M-RVAXPRO

klinische Symptome, einschliesslich solcher, die auf allergische Reaktionen hinweisen, weder

häufiger noch stärker ausgeprägt auf.

Ergebnisse aus 3 klinischen Studien mit dem quadrivalenten Masern-, Mumps-, Röteln- und

Varizellen-Impfstoff von Merck & Co., Inc. (ProQuad®) belegen, dass

M-M-RVAXPRO zeitgleich (jedoch an unterschiedlichen Injektionsstellen) mit Prevenar und/oder

Hepatitis A-Impfstoff verabreicht werden kann. Der dabei verwendete Hepatitis A-Impfstoff

VAQTA® ist in der Schweiz nicht zugelassen. In einer dieser Studien wurde die Häufigkeit von

Fieber nach gleichzeitiger Verabreichung von ProQuad und Prevenar mit der alleinigen

Verabreichung von ProQuad im direkten Vergleich untersucht. Bei der gleichzeitigen Verabreichung

von Prevenar und ProQuad lag die Häufigkeit von Fieber bei 15,5% gegenüber 13,5% nach alleiniger

Verabreichung von ProQuad. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant.

In den anderen beiden Studien wurde ausschliesslich die gleichzeitige Verabreichung von ProQuad

mit Prevenar und / oder Hepatitis A-Impfstoff untersucht. Der dabei verwendete Hepatitis A-

Impfstoff VAQTA® ist in der Schweiz nicht zugelassen. Die Häufigkeit von Fieber lag bei diesen

Studienteilnehmern zwischen 15,2 und 27,2%.

Von den 1'965 Kindern welche M-M-RVAXPRO im Rahmen der durchgeführten klinischen Studien

erhalten hatten, wurden alle bei 1'940 Kindern beobachteten Nebenwirkungen ausgewertet. Bei

diesen Kindern wurden folgende impfstoffbezogene Nebenwirkungen nach Gabe von M-M-

RVAXPRO beobachtet (nicht berücksichtigt sind Einzelfälle mit einer Häufigkeit von <0.2%):

[Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100)]

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege oder virale Infekte.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Gelegentlich: Rhinorrhoe.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Durchfall oder Erbrechen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: morbilliformes Exanthem oder anderes Exanthem.

Gelegentlich: Urtikaria bei Impflingen mit und ohne allergische Vorerkrankungen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Fieber (38,5 °C oder höher (17.6%)), Erythem an der Injektionsstelle, Schmerz an der

Injektionsstelle, Schwellung an der Injektionsstelle, grippeähnliche Symptome, Schweissausbrüche,

Schüttelfrost.

Häufig: Hämatom an der Injektionsstelle.

Gelegentlich: Exanthem an der Injektionsstelle.

Mögliche Nebenwirkungen

Weitere Nebenwirkungen wurden im Rahmen der Post-Marketing-Beobachtung von M-M-

RVAXPRO und/oder in klinischen Studien und nach Zulassung von früheren Formulierungen der

monovalenten Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoffe und des MMR-Kombinationsimpfstoffes

von Merck & Co., Inc. (M-M-R II®) berichtet, deren Häufigkeit nicht bekannt ist. Diese

Nebenwirkungen sind ohne Berücksichtigung einer möglichen Kausalität oder der Häufigkeit ihres

Auftretens im Folgenden aufgeführt. Mögliche Nebenwirkungen, über die in vorhergehenden

Abschnitten bereits berichtet wurde (und die sich auf klinische Studien mit M-M-RVAXPRO

beziehen), sind nicht mehr aufgeführt. Die Angaben basieren auf weltweit mehr als 400 Millionen

verkauften Dosen.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Aseptische Meningitis, atypische Masern, Otitis media, Parotitis, Rhinitis, subakute sklerosierende

Panenzephalitis (siehe unten).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Regionale Lymphadenopathie, Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktoide Reaktionen, Anaphylaxie und verwandte Symptome wie angioneurotisches Ödem,

Gesichtsödem und periphere Ödeme bei Impflingen mit und ohne allergische Vorerkrankungen.

Psychiatrische Erkrankungen

Reizbarkeit.

Erkrankungen des Nervensystems

Akute disseminierte Enzephalomyelitis (ADEM) Afebrile Krämpfe oder Anfälle, Ataxie,

Benommenheit, Enzephalitis (siehe unten), Enzephalopathie (siehe unten), Fieberkrämpfe (bei

Kindern), Guillain-Barré-Syndrom, Kopfschmerzen, Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis

(MIBE) (siehe Abschnitt Kontraindikationen), Augenmuskellähmungen, Optikusneuritis,

Parästhesien, Polyneuritis, Polyneuropathie, Retrobulbärneuritis, Synkopen. transverse Myelitis

Pro 3 Millionen Dosen des Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffs von Merck & Co., Inc., wurde etwa

ein Fall von Enzephalitis/Enzephalopathie, ausgenommen subakute sklerosierende Panenzephalitis

(SSPE), berichtet. Postmarketing-Beobachtungen seit 1978 weisen darauf hin, dass schwerwiegende

Nebenwirkungen wie Enzephalitis und Enzephalopathie auch weiterhin selten beschrieben werden.

Das Risiko für solche schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen ist nach einer Lebendimpfung

mit Masernviren immer noch weitaus geringer als das Enzephalitis- und Enzephalopathie-Risiko

durch den Masern-Wildtyp, das in der Literatur mit bis zu 1 Fall je 1000 angegeben wird.

Bei immungeschwächten Patienten, die versehentlich einen Impfstoff mit einer Masern-Komponente

erhielten, wurden Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis, Pneumonitis und Todesfälle als

direkte Folge einer durch das Impfvirus ausgelösten disseminierten Masern-Infektion berichtet (siehe

Abschnitt Kontraindikationen); durch das Impfvirus ausgelöste disseminierte Mumps- und Rötteln-

Infektion mit Nachweis der Impfviren in der Hirnbiopsie wurde ebenfalls berichtet.

Es gab Berichte über SSPE bei Kindern, die sich laut Anamnese nicht mit dem Masern-Wildvirus

infiziert, jedoch einen Masern-Impfstoff erhalten hatten. Einigedieser Fälle könnten auf eine

unerkannte Masern-Infektion während des ersten Lebensjahres oder auch auf die Masern-Impfung

zurückzuführen sein. Eine retrospektive Fall-Kontrollstudie, die von den US-amerikanischen Centers

for Disease Control and Prevention durchgeführt wurde, schätzt die Inzidenz der Masern-Impfstoff

bedingten subakuten sklerosierenden Panencephalitis (SSPE) auf 1: 1'000'000. Die natürliche

Inzidenz der SSPE wird auf 6-22 Fälle auf 1'000'000 Masern-Wildtyp-Infektionen geschätzt. Somit

ist anzunehmen, dass die Masernimpfung insgesamt das Risiko einer SSPE durch Reduktion der

Wildtyp-Maserninfektion vermindert.

Augenerkrankungen

Konjunktivitis, Retinitis.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Retrokochleäre Taubheit.

Gefässerkrankungen

Vaskulitis.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Bronchospasmus, Husten, Pneumonie, Pneumonitis (siehe Abschnitt Kontraindikationen),

Halsschmerzen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Akutes haemorrhagisches Ödem im Kindesalter, Purpura Schönlein-Henoch, Panniculitis, Purpura,

Verhärtung der Haut, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, Bläschenbildung an der

Injektionsstelle, Pruritus.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Arthritis und/oder Arthralgien (in der Regel vorübergehend und selten chronisch [siehe unten]),

Myalgien.

Arthralgie und/oder Arthritis (in der Regel vorübergehend und selten chronisch) sowie Polyneuritis

sind charakteristisch für eine Infektion mit Röteln-Wildvirus; Häufigkeit und Schweregrad variieren

in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht und sind am ausgeprägtesten bei erwachsenen Frauen, am

wenigsten ausgeprägt bei Kindern vor der Pubertät. Bei Kindern sind Gelenkbeschwerden nach einer

Impfung in der Regel weniger häufig (0–3%) und von kurzer Dauer. Bei Frauen ist die Inzidenz von

Arthritis und Arthralgien in der Regel höher als bei Kindern (12–20%); die Symptome sind

tendenziell ausgeprägter und länger anhaltend und können über mehrere Monate persistieren, in

seltenen Fällen sogar über Jahre. Die Häufigkeit bei weiblichen Jugendlichen scheint zwischen der

bei Kindern und erwachsenen Frauen beobachteten Häufigkeit zu liegen. Diese Nebenwirkungen

werden in der Regel auch von Frauen zwischen 35 und 45 Jahren gut toleriert und beeinträchtigen

den normalen Tagesablauf kaum.

Chronische Arthritis wurde mit Röteln-Wildvirus-Infektionen in Verbindung gebracht und auf

persistierende Viren und/oder virale Antigene zurückgeführt, die aus Körpergewebe isoliert wurden.

Bei geimpften Personen kam es nur selten zu chronischen Gelenkbeschwerden.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Orchitis, Epididymitis

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Brennen und/oder Stechen von kurzer Dauer an der Injektionsstelle, Fieber (38,5 °C oder höher),

Unwohlsein, Papillitis, periphere Ödeme, Schwellung, Schmerzhaftigkeit, Bläschen an der

Injektionsstelle, Quaddeln und Entzündungen an der Injektionsstelle.

Überdosierung

Fälle von Überdosierung wurden selten berichtet und hatten keine schweren Nebenwirkungen zur

Folge.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J07BD52

Pharmakodynamik

Beurteilung der Immunogenität und klinischen Wirksamkeit

Eine vergleichende klinische Studie mit 1'279 Personen, die entweder mit M-M-RVAXPRO oder der

früheren Formulierung des Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoffes von Merck & Co., Inc.

(hergestellt mit humanem Serumalbumin), geimpft worden waren, zeigte eine vergleichbare

Immunogenität und ein vergleichbares Nebenwirkungsprofil der beiden Produkte.

Klinische Studien an 284 (dreifach) seronegativen Kindern im Alter von 11 Monaten bis 7 Jahren

belegen, dass die frühere Formulierung des Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoffes von Merck &

Co., Inc. hoch immunogen und generell gut verträglich ist. In diesen Studien konnten nach Gabe

einer Einzeldosis bei 95% der empfänglichen Probanden Hämagglutinations-hemmende (HI)

Antikörper gegen Masern, bei 96% neutralisierende Antikörper gegen Mumps und bei 99% HI-

Antikörper gegen Röteln nachgewiesen werden.

Untersuchungen der Immunogenität bei Kindern im Alter von 9 bis 12 Monaten zum Zeitpunkt der

ersten Impfung

Eine klinische Studie wurde mit dem von Merck & Co., Inc. hergestellten tetravalenten Masern-

Mumps-Röteln- und Varizellen-Impfstoffs durchgeführt. 1'620 gesunden Personen im Alter von 9 bis

12 Monaten zum Zeitpunkt der ersten Impfung wurde der Impfstoff in einem 2-Dosen-Impfschema

verabreicht. Die Impfdosen wurden in einem Abstand von 3 Monaten gegeben. Das Sicherheitsprofil

war nach der ersten und nach der zweiten Dosis im Allgemeinen vergleichbar für alle Altersgruppen.

Die Analyse des Full Analysis Set (geimpfte Personen, unabhängig von deren Antikörpertiter zum

Zeitpunkt der ersten Impfung) zeigte, dass hohe Seroprotektionsraten von >99% für Mumps und

Röteln nach der zweiten Dosis unabhängig vom Alter der Geimpften bei der ersten Impfung erzielt

wurden. Nach zwei Impfungen betrug die Seroprotektionsrate gegen Masern 98,1%, bei einer

Verabreichung der ersten Dosis im Alter von 11 Monaten, verglichen mit 98,9% bei einer

Verabreichung der ersten Dosis im Alter von 12 Monaten (das Studienziel für Non-inferiority wurde

erreicht). Nach zwei Impfungen betrug die Seroprotektionsrate gegen Masern 94,6% bei einer

Verabreichung der ersten Dosis im Alter von 9 Monaten, verglichen mit 98,9% bei einer

Verabreichung der ersten Dosis im Alter von 12 Monaten (das Studienziel für Noninferiority wurde

nicht erreicht).

Die Seroprotektionsraten von Masern, Mumps und Röteln für das Full Analysis Set sind in Tabelle 1

dargestellt.

Valenz(Seroprotektionsl

evel)

Dosis 1 im Alter von 9

Monaten/Dosis 2 im

Alter von 12 Monaten

N = 527

Dosis 1 im Alter von 11

Monaten/Dosis 2 im

Alter von 14 Monaten

N = 480

Dosis 1 im Alter von 12

Monaten/Dosis 2 im

Alter von 15 Monaten

N = 466

Seroprotektionsrate

[95% KI]

Seroprotektionsrate

[95% KI]

Seroprotektionsrate

[95% KI]

Masern

(Titer

≥255 mI.E./ml)

Nach

Dosis

72,3%

[68,2; 76,1]

87,6%

[84,2; 90,4]

90,6%

[87,6; 93,1]

Nach

Dosis

94,6%

[92,3; 96,4]

98,1%

[96,4; 99,1]

98,9%

[97,5; 99,6]

Mumps

(Titer ≥10

ELISA AK-

Einheiten/ml)

Nach

Dosis

96,4%

[94,4; 97,8]

98,7%

[97,3; 99,5]

98,5%

[96,9; 99,4]

Nach

Dosis

99,2%

[98,0; 99,8]

99,6%

[98,5; 99,9]

99,3%

[98,1; 99,9]

Röteln

(Titer ≥10

I.E./ml)

Nach

Dosis

97,3%

[95,5; 98,5]

98,7%

[97,3; 99,5]

97,8%

[96,0; 98,9]

Nach

Dosis

99,4%

[98,3; 99,9]

99,4%

[98,1; 99,9]

99,6%

[98,4; 99,9]

Die geometrischen Mittel der Antikörperkonzentrationen (GMTs) gegen Mumps und Röteln waren

nach der zweiten Dosis in allen Altersgruppen vergleichbar. Die GMTs gegen Masern waren bei

Personen, die die erste Dosis im Alter von 9 Monaten erhalten hatten, niedriger, im Vergleich zu

Personen, die die erste Dosis im Alter von 11 oder 12 Monaten erhalten hatten.

In einer vergleichenden klinischen Studie mit 752 Personen, die entweder intramuskulär oder

subkutan mit M-M-RVAXPRO geimpft worden waren, wurde gezeigt, dass das

Immunogenitätsprofil bei beiden Anwendungsarten ähnlich ist.

Die Wirksamkeit der Komponenten der früheren Formulierung des Masern-, Mumps- und Röteln-

Impfstoffes von Merck & Co., Inc. wurde durch eine Reihe von kontrollierten Doppel-Blind-

Feldstudien belegt; in diesen Studien wurde eine hohe Schutzwirkung der einzelnen

Impfstoffkomponenten nachgewiesen. Diese Studien belegen ausserdem, dass eine postvakzinale

Serokonversion gegen Masern, Mumps und Röteln mit dem Schutz vor diesen Krankheiten

korreliert.

Postexpositionelle Impfung

Die Impfung nach Masern-Wildvirus-Exposition kann einen gewissen Schutz bieten, wenn der

Impfstoff innerhalb von 72 Stunden nach Exposition verabreicht wird. Wenn der Impfstoff einige

Tage vor einer Exposition verabreicht wird, kann jedoch ein guter Schutz aufgebaut werden. Es gibt

keine Daten darüber, ob eine postexpositionelle Impfung nach Mumps- oder Röteln-Wildvirus-

Exposition Schutz bietet.

Wirksamkeit

Weltweit wurden mehr als 400 Millionen Dosen der früheren Formulierung des Masern-, Mumps-

und Röteln-Impfstoffes von Merck & Co., Inc. vertrieben (1978 bis 2003). Die weit verbreitete

Anwendung eines 2-Dosen-Impfschemas in den Vereinigten Staaten und in Ländern wie Finnland

und Schweden führte zu einem Rückgang der Häufigkeit aller drei Erkrankungen um mehr als 99%.

Nicht schwangere Jugendliche und Erwachsene

Die Impfung empfänglicher, nicht schwangerer Jugendlicher und Erwachsener im gebärfähigen Alter

mit Röteln-Lebendimpfstoff ist angezeigt, wenn bestimmte Vorsichtsmassnahmen beachtet werden

(siehe Abschnitte Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen und Schwangerschaft/Stillzeit). Die

Impfung von empfänglichen Frauen nach der Pubertät schützt gegen eine Infektion mit Röteln

während der Schwangerschaft und damit vor einer Infektion des Ungeborenen mit nachfolgender

Röteln-Embryopathie.

Ungeimpfte Kinder über 9 Monate mit Kontakt zu empfänglichen Schwangeren sollten mit Röteln-

Lebendimpfstoff geimpft werden (wie beispielsweise M-M-RVAXPRO oder monovalentem Röteln-

Impfstoff), um das Expositionsrisiko für die Schwangere zu reduzieren.

Möglicherweise für Mumps und Röteln empfängliche Personen

M-M-RVAXPRO ist vorzugsweise auch bei Personen mit Masern-Immunität, jedoch unklarem

Immunstatus gegen Mumps und Röteln, anzuwenden. Personen ohne Masern-Immunität können

unabhängig von ihrem Immunstatus mit M-M-RVAXPRO gegen Mumps oder Röteln geimpft

werden, wenn kein monovalenter Masern-Impfstoff zur Verfügung steht.

Pharmakokinetik

Nicht zutreffend.

Präklinische Daten

Es wurden keine präklinischen Studien durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Der Impfstoff darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden. Der Impfstoff sollte

unmittelbar nach Rekonstitution verabreicht werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimitel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

M-M-RVAXPRO untersteht der Kühlkettenpflicht und ist im Kühlschrank bei +2 °C bis +8 °C

aufzubewahren. Eine Aufbewahrung über der empfohlenen Temperatur reduziert die Wirksamkeit

des Impfstoffes.

Impfstoff nicht einfrieren und vor Licht geschützt aufbewahren. Versehentlich eingefrorener

Impfstoff muss vernichtet werden.

Zulassungsnummer

00703 (Swissmedic).

Packungen

Packung mit 1 Stechampulle mit Lyophilisat und 1 Fertigspritze mit Lösungsmittel mit 2 separat

beigelegten Nadeln.

Packung mit 10 Stechampullen mit Lyophilisat und 10 Fertigspritzen mit Lösungsmittel mit je 2

separat beigelegten Nadeln.

Abgabekategorie B (rezeptpflichtig)

Zulassungsinhaberin

MSD Merck Sharp & Dohme AG, Luzern.

Herstellerin

Merck Sharp & Dohme Corp., Sumneytown Pike, PO BOX 4, West Point, Pennsylvania (USA).

Stand der Information

Dezember 2016.

S-IPC-V205C-I-092016

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