Lumark

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Lumark
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Lumark
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Diagnostische Radiopharmaka
  • Therapiebereich:
  • Radionuklid-Bildgebung
  • Anwendungsgebiete:
  • Lumark ist ein radiopharmazeutischer Vorläufer. Es ist nicht für den direkten Einsatz bei Patienten bestimmt. Dieses Arzneimittel darf nur zur radioaktiven Markierung von Trägermolekülen verwendet werden, die speziell für die radioaktive Markierung mit diesem Radionuklid entwickelt und zugelassen wurden.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Autorisiert
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/002749
  • Berechtigungsdatum:
  • 19-06-2015
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/002749
  • Letzte Änderung:
  • 01-03-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

EMA/524793/2017

EMEA/H/C/002749

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Lumark

Lutetium(

Lu)chlorid

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für

Lumark. Hierin wird erläutert, wie die Agentur das Arzneimittel beurteilt hat, um zu ihren

Empfehlungen für die Zulassung des Arzneimittels in der EU und die Anwendungsbedingungen zu

gelangen. Diese Zusammenfassung ist nicht als praktischer Rat zur Anwendung von Lumark zu

verstehen.

Wenn Sie als Patient praktische Informationen über Lumark benötigen, lesen Sie bitte die

Packungsbeilage oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Lumark und wofür wird es angewendet?

Lumark enthält die radioaktive Substanz Lutetium(

Lu)chlorid und wird zur radioaktiven Markierung

anderer Arzneimittel angewendet. Bei der radioaktiven Markierung werden Arzneimittel mit

radioaktiven Substanzen markiert (bzw. gekennzeichnet), damit sie Radioaktivität an die Stellen im

Körper transportieren können, an denen sie benötigt wird (z. B. zu einem Tumor).

Lumark darf nur zur radioaktiven Markierung von Arzneimitteln verwendet werden, die speziell für die

Anwendung mit Lutetium(

Lu)chlorid entwickelt wurden.

Wie wird Lumark angewendet?

Lumark darf nur von Fachleuten mit Erfahrung in der radioaktiven Markierung angewendet werden.

Lumark wird Patienten niemals alleine verabreicht. Die radioaktive Markierung mit Lumark erfolgt in

einem Labor. Im Anschluss daran wird das radioaktiv markierte Arzneimittel dem Patienten gemäß den

Anweisungen in den Produktinformationen des jeweiligen Arzneimittels verabreicht.

Lumark

EMA/524793/2017

Seite 2/3

Wie wirkt Lumark?

Der Wirkstoff in Lumark, Lutetium(

Lu)chlorid, ist eine radioaktive Substanz, die vorwiegend eine als

„Betastrahlung“ bezeichnete Art von Strahlung mit einem kleinen Anteil an Gammastrahlung abgibt.

Wenn ein Arzneimittel mit Lumark radioaktiv markiert wird, transportiert das Arzneimittel die

Strahlung an Stellen im Körper, an denen sie benötigt wird – entweder, um Krebszellen abzutöten (bei

Anwendung zur Behandlung), oder um Bilder auf einem Bildschirm zu erhalten (bei Anwendung zur

Diagnose).

Welchen Nutzen hat Lumark in den Studien gezeigt?

Da die Anwendung von Lutetium (

Lu) zur radioaktiven Markierung von Arzneimitteln eine allgemeine

medizinische Verwendung darstellt (d. h. fest etabliert ist), hat das Unternehmen Daten aus der

wissenschaftlichen Literatur vorgelegt. Der Nutzen von Lutetium (

Lu) bei der radioaktiven

Markierung von Arzneimitteln zur Diagnose und Behandlung von neuroendokrinen Tumoren wurde in

mehreren veröffentlichten Studien nachgewiesen. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von

Tumoren, die die Hormon sezernierenden Zellen an vielen Stellen im Körper, einschließlich der

Bauchspeicheldrüse, des Darms, des Magens und der Lunge, beeinträchtigten.

Der Nutzen von Lumark hängt stark von dem Arzneimittel ab, zu dessen radioaktiver Markierung es

angewendet wird.

Welche Risiken sind mit Lumark verbunden?

Die Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Lumark hängen stark von dem Arzneimittel ab, mit dem

es angewendet wird, und werden in der Packungsbeilage des jeweiligen Arzneimittels beschrieben.

Lumark selbst ist radioaktiv; wie bei allen anderen radioaktiven Produkten stellt seine Anwendung ein

gewisses Risiko für die Entwicklung von Krebs und Erbschäden dar. Da jedoch nur eine sehr kleine

Menge Lumark verwendet wird, sind diese Risiken als gering einzustufen. Der Arzt wird sicherstellen,

dass der von der Anwendung von Lumark für den Patienten zu erwartende Nutzen gegenüber den

Risiken im Zusammenhang mit der Radioaktivität überwiegt.

Sehr häufige Nebenwirkungen von Lumark (die mehr als 1 von 10 Personen betreffen können) sind

Anämie (niedrige Anzahl roter Blutkörperchen), Thrombozytopenie (niedrige Anzahl Blutplättchen),

Leukopenie (niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen) und Lymphopenie (niedrige Anzahl Lymphozyten,

einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen).

Mit Lumark radioaktiv markierte Arzneimittel dürfen nicht bei schwangeren oder möglicherweise

schwangeren Frauen angewendet werden. Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit

Lumark berichteten Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Informationen zu den Einschränkungen, die speziell für mit Lumark radioaktiv markierte Arzneimittel

gelten, sind der Packungsbeilage der jeweiligen Arzneimittel zu entnehmen.

Warum wurde Lumark zugelassen?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur gelangte zu dem Schluss, dass die Anwendung von Lutetium

Lu) zur radioaktiven Markierung von Arzneimitteln fest etabliert und in der wissenschaftlichen

Literatur gut dokumentiert ist. Wie bei allen Substanzen zur radioaktiven Markierung von Arzneimitteln

ist die Exposition gegenüber Radioaktivität durch Lumark mit Risiken verbunden. Informationen zur

Minimierung der Risiken sind in der Produktinformation zu Lumark enthalten.

Die Agentur gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen von Lumark gegenüber den Risiken überwiegt,

und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen zu erteilen.

Lumark

EMA/524793/2017

Seite 3/3

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Lumark ergriffen?

Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Lumark, die von

Angehörigen der Heilberufe und Patienten befolgt werden müssen, wurden in die Zusammenfassung

der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.

Weitere Informationen über Lumark

Am 19. Juni 2015 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen

von Lumark in der gesamten Europäischen Union.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Lumark finden Sie auf der Website der

Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European public assessment reports. Wenn

Sie weitere Informationen zur Behandlung mit Lumark benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage

(ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 08-2017 aktualisiert.

Packungsbeilage

B.

PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Lumark 80 GBq/ml Markerzubereitung, Lösung

Lutetium(

Lu)chlorid

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede auftretende

Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Ihnen dieses mit Lumark kombinierte

Arzneimittel gegeben wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt für Nuklearmedizin, der das Verfahren

überwachen wird.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt für Nuklearmedizin. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Lumark und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung des mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittels beachten?

Wie ist das mit Lumark radioaktiv markierte Arzneimittel anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Lumark aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Lumark und wofür wird es angewendet?

Lumark ist kein Arzneimittel und nicht zur alleinigen Anwendung vorgesehen.

Es handelt sich bei Lumark um eine sogenannte Markerzubereitung. Lumark enthält den Wirkstoff

Lutetium(

Lu)chlorid.

Lumark wird zur radioaktiven Markierung von Arzneimitteln verwendet, einer Technik, bei der Arzneimittel

mit der radioaktiven Form des Elements Lutetium, dem Isotop Lutetium (

Lu), markiert werden. Diese

Arzneimittel können dann in medizinischen Verfahren dazu eingesetzt werden, die Radioaktivität zu Stellen

im Körper zu transportieren, wo sie benötigt wird, z. B. zu Tumorzellen.

Lumark wird ausschließlich zur radioaktiven Markierung von Arzneimitteln verwendet, die speziell für die

Anwendung mit dem Wirkstoff Lutetium(

Lu)chlorid entwickelt wurden.

Bei der Anwendung von mit Lutetium (

Lu) markierten Arzneimitteln werden Sie einer geringen Menge

Radioaktivität ausgesetzt. Ihr Arzt und der Arzt für Nuklearmedizin sind der Ansicht, dass der klinische

Nutzen, den Sie durch die Behandlung mit dem radioaktiven Arzneimittel erfahren, das mit der Strahlung

verbundene Risiko überwiegt.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage des mit Lumark radioaktiv zu markierenden

Arzneimittels.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung dieses mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittels

beachten?

Das mit Lumark radioaktiv markierte Arzneimittel darf nicht angewendet werden:

wenn Sie allergisch gegen Lutetium oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Achten Sie besonders sorgfältig auf den Umgang mit dem mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittel:

Wenn Sie stillen

Bei der Lutetium (

Lu)-Radioliganden-Therapie können die folgenden Nebenwirkungen auftreten

eine verringerte Anzahl an roten Blutkörperchen (Anämie)

eine verringerte Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie), die wichtig sind, um Blutungen zu

stoppen

eine verringerte Anzahl an weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Lymphopenie oder Neutropenie),

die wichtig sind für den Schutz des Körpers gegen Infektionen

Die meisten dieser Nebenwirkungen sind von milder Ausprägung und vorübergehender Natur. Da Lutetium

Lu) manchmal einen Einfluss auf Ihre Blutzellen haben kann, wird Ihr Arzt vor Behandlungsbeginn und

in regelmäßigen Abständen während der Behandlung Bluttests durchführen.

Bei einer geringe Anzahl von Patienten entwickelte sich nach der Behandlung von neuroendokrinen

Tumoren mit Lutetium (

Lu) eine Krebserkrankung des Knochenmarks (myelodysplastisches Syndrom)

und des Blutes (Leukämie). Es ist nicht bekannt, ob diese Krebserkrankungen durch Lutetium (

verursacht wurden.

Während der Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie von neuroendokrinen Tumoren werden radioaktiv

markierte Somatostatin-Analoga über die Nieren ausgeschieden. Ihr Arzt wird daher vor Behandlungsbeginn

und während der Behandlung einen Bluttest zur Kontrolle Ihrer Nierenfunktion durchführen.

Vor der Anwendung von Lumark sollten Sie Folgendes beachten:

Trinken Sie möglichst viel Wasser, bevor Ihnen das radioaktive Arzneimittel gegeben wird, damit Sie in

den ersten Stunden nach der Anwendung so oft wie möglich Ihre Harnblase entleeren.

Kinder und Jugendliche

Arzneimittel, die radioaktiv mit Lumark markiert sind, sollten bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

nicht angewendet werden.

Anwendung von mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimitteln zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt für Nuklearmedizin, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden, da diese das

Verfahren beeinträchtigen können.

Es ist nicht bekannt, ob Lutetium(

Lu)chlorid mit anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung tritt, da

diesbezüglich keine spezifischen Untersuchungen durchgeführt wurden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittels

Ihren Arzt für Nuklearmedizin um Rat.

Sie müssen den Arzt für Nuklearmedizin vor der Anwendung von Arzneimitteln, die mit Lumark radioaktiv

markiert sind, informieren, wenn die Möglichkeit besteht, dass Sie schwanger sind, wenn Ihre Periode

ausgeblieben ist oder wenn Sie stillen.

Im Zweifelsfall wenden Sie sich unbedingt an Ihren Arzt für Nuklearmedizin.

Wenn Sie schwanger sind

Wenn Sie schwanger sind, dürfen keine mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittel angewendet werden.

Wenn Sie stillen

Wenn Sie mit Arzneimitteln behandelt werden sollen, die mit Lumark radioaktiv markiert wurden, werden

Sie gebeten, vorher abzustillen.

Fragen Sie Ihren Arzt für Nuklearmedizin, wann Sie wieder mit dem Stillen beginnen können.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Arzneimittel, die in Kombination mit Lumark angewendet werden, können Ihre Verkehrstüchtigkeit und

Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Lesen Sie bitte sorgfältig die Packungsbeilage des

betreffenden Arzneimittels.

3.

Wie ist das mit Lumark radioaktiv markierte Arzneimittel anzuwenden?

Es gibt strenge Bestimmungen zur Anwendung, Handhabung und Entsorgung von radioaktiven

Arzneimitteln. Mit Lumark radioaktiv markierte Arzneimittel dürfen nur in speziell dafür bestimmten,

kontrollierten Bereichen angewendet werden. Dieses Arzneimittel darf nur von Personen verwendet und

Ihnen gegeben werden, die entsprechend geschult und qualifiziert sind, um sicher damit umgehen zu können.

Diese Personen werden besonders sorgsam auf die sichere Anwendung dieses Arzneimittels achten und Sie

über ihre Vorgehensweise bei der Untersuchung informieren.

Der Facharzt für Nuklearmedizin, der das Verfahren überwacht, entscheidet, welche Menge an mit Lumark

radioaktiv markiertem Arzneimittel in Ihrem Fall verwendet wird. Abhängig von dem gemeinsam

angewendeten Arzneimittel und der beabsichtigten Verwendung wird die geringstmögliche Menge gewählt,

die für eine erfolgreiche Behandlung erforderlich ist.

Anwendung des mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittels und Durchführung des Verfahrens

Lumark darf nur in Kombination mit einem anderen Arzneimittel verwendet werden, das speziell für die

Kombination mit Lumark entwickelt und zugelassen wurde. Es wird nur in Kombination angewendet.

Dauer des Verfahrens

Ihr Arzt für Nuklearmedizin wird Sie über die übliche Dauer des Verfahrens nach Anwendung des mit

Lumark radioaktiv markierten Arzneimittels informieren.

Nach erfolgter Anwendung des mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittels

Der Arzt für Nuklearmedizin informiert Sie, wenn Sie nach dem Erhalt dieses Arzneimittels besondere

Vorsichtsmaßnahmen beachten sollten. Wenden Sie sich an Ihren Arzt für Nuklearmedizin, wenn Sie Fragen

haben.

Wenn Ihnen eine größere Menge des mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittels gegeben

wurde, als Sie erhalten sollten

Da Sie das mit Lumark radioaktiv markierte Arzneimittel durch einen Arzt für Nuklearmedizin erhalten, ist

eine mögliche Überdosierung sehr unwahrscheinlich. Sollte es dennoch zu einer Überdosierung kommen,

erhalten Sie die geeignete Behandlung.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung von Lumark haben, wenden Sie sich bitte an den Arzt für

Nuklearmedizin, der das Verfahren überwacht.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch das mit Lumark radioaktiv markierte Arzneimittel Nebenwirkungen haben,

die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei Patienten mit Prostatakarzinom, die mit Lutetium (

Lu) behandelt wurden, wurde über eine

vorübergehende Mundtrockenheit berichtet.

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Personen betreffen):

Verringerung der Anzahl von Blutzellen (Blutplättchen, rote oder weiße Blutkörperchen)

Nach Anwendung des mit Lumark radioaktiv markierten Arzneimittels wird eine bestimmte Menge

ionisierender Strahlung (Radioaktivität) abgegeben, die ein geringes Risiko birgt, an Krebs zu erkranken

oder Erbgutveränderungen zu entwickeln. In jedem Fall wird das mit der Strahlung verbundene Risiko durch

den möglichen Nutzen, den Sie durch die Behandlung mit dem radioaktiven Arzneimittel erfahren,

aufgewogen.

Nähere Angaben sind der Packungsbeilage des jeweiligen radioaktiv zu markierenden Arzneimittels zu

entnehmen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt für Nuklearmedizin. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt für Nuklearmedizin. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen

melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Lumark aufzubewahren?

Sie werden dieses Arzneimittel nicht selbst aufbewahren müssen. Die Lagerung von Lumark unterliegt der

Verantwortung des Fachpersonals und erfolgt unter geeigneten Bedingungen. Die Lagerung von radioaktiven

Arzneimitteln erfolgt in Übereinstimmung mit den nationalen Vorschriften für radioaktive Stoffe.

Die folgenden Informationen sind nur für Fachpersonal bestimmt.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Bewahren Sie es in der Originalverpackung auf, um es vor Strahlung zu schützen. Es sind keine besonderen

Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lumark enthält

Der Wirkstoff ist Lutetium(

Lu)chlorid. Ein Milliliter (1 ml) der Lösung enthält 80 GBq

Lutetium(

Lu)chlorid zum Zeitpunkt der Kalibrierung der Aktivität (AKZ); dies entspricht einer

maximalen Menge von 160 Mikrogramm Lutetium. Der AKZ ist als das Produktionsende definiert.

(GBq: Gigabecquerel ist die Einheit, in der die Radioaktivität gemessen wird).

Die sonstigen Bestandteile sind Salzsäure und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Lumark aussieht und Inhalt der Packung

Lumark ist eine sterile, klare und farblose Lösung in einer 10-ml-Durchstechflasche aus farblosem Typ-I-

Glas, das mit einem Brombutyl-Gummistopfen mit Aluminiumversiegelung verschlossen ist.

Jede Durchstechflasche enthält ein zwischen 0,1 und 5 ml variierendes Volumen, das einer Aktivität

zwischen 8 und 400 GBq (zum AKZ) entspricht. Das Volumen ist von der Menge des mit Lumark

kombinierten Arzneimittels abhängig, das für die Anwendung durch den Arzt für Nuklearmedizin benötigt

wird.

Jede Packung enthält 1 Durchstechflasche aus Glas in einem Bleibehältnis, der sich in einem Kunststoffgefäß

befindet.

Nur zur einmaligen Anwendung.

Pharmazeutischer Unternehmer

I.D.B. Holland B.V.

Weverstraat 17

5111 PV Baarle-Nassau

Niederlande

Tel.: +31(0)13 5079 558

Fax: +31(0)13 5079 912

E-Mail: quality@idb-radiopharmacy.com

Hersteller

I.D.B. Holland B.V.

Weverstraat 17

5111 PV Baarle-Nassau

Niederlande

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur verfügbar: http://www.ema.europa.eu.

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Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Die vollständige Fachinformation von Lumark wird als separates Dokument in der Packung des

Arzneimittels zur Verfügung gestellt, um medizinischem Fachpersonal zusätzliche wissenschaftliche und

praktische Informationen zur Anwendung dieses Arzneimittels zu bieten.

Siehe Fachinformation

ANHANG IV

WISSENSCHAFTLICHE SCHLUSSFOLGERUNGEN UND GRÜNDE FÜR DIE ÄNDERUNG DER

BEDINGUNGEN DER GENEHMIGUNGEN FÜR DAS INVERKEHRBRINGEN

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Der CHMP ist unter Berücksichtigung des PRAC-Beurteilungsberichts zum PSUR für das Lutetium-Isotop

mit der Massenzahl 177 zu den folgenden wissenschaftlichen Schlussfolgerungen gelangt:

Hämatologische Erkrankungen

In einer Reihe von Studien, die vor der Zulassungsphase stattfanden und in denen die Anwendung der

Lutetium 177-Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie (Lu177-PRRT) bei neuroendokrinen Tumoren (NET)

beschrieben wird, wurden mit deutlicher Übereinstimmung hämatologische Erkrankungen berichtet, darunter

Anämie, Thrombozytopenie und Leukopenie. Ebenso waren in der erst kürzlich durchgeführten

randomisierten klinischen Studie NETTER-1 die Inzidenzen von Thrombozytopenie, Lymphopenie und

Leukopenie aller Grade im Lu177-DOTATATE-Behandlungsarm signifikant höher als im Kontrollarm. Es

lagen auch geringe Hinweise für eine höhere Inzidenz von Anämie im Behandlungsarm vor sowie ein nicht

signifikantes zahlenmäßiges Ungleichgewicht beim Anteil der Patienten mit Neutropenie. In mehreren

europäischen Leitlinien zur Anwendung der Lu177-PRRT werden hämatologische Erkrankungen als

Nebenwirkung aufgeführt. Drei Fälle hämatotoxischer Wirkungen bei einer Lu177-PRRT für NET wurden

über Eudravigilance empfangen. In allen Fällen wird ein zeitlicher Zusammenhang beschrieben, und in

einem Fall wird auf eine positive Reexposition hingewiesen.

Nach Lu177-PSMA-Therapien beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC)

wurden ebenfalls hämatologische Erkrankungen beobachtet. Zudem ist der Zusammenhang aufgrund des

bekannten Wirkmechanismus biologisch plausibel.

Auf Grundlage der verfügbaren Belege empfiehlt der PRAC, die Produktinformation von Lu177 zu

aktualisieren, um Verschreiber und Patienten auf diese Problematik aufmerksam zu machen.

Therapie-assoziiertes myelodysplastisches Syndrom (MDS)/akute myeloische Leukämie (AML)

In einer Reihe von Studien, die vor der Zulassung von Lu177 stattfanden, wurden therapie-assoziierte

myeloide Neoplasien (t-MN) bei 1-2 % der Patienten berichtet, die eine Lu177-PRRT zur Behandlung von

neuroendokrinen Tumoren erhalten hatten. Darüber hinaus berichtete eine erst kürzlich veröffentlichte

Analyse von Lu177-DOTATATE bei Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (Brabander

et al

2017) von

Fällen des myelodysplastischen Syndroms und akuter Leukämie. Laut der Zwischenanalyse der NETTER-1-

Studie, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, gab es einen Fall eines MDS im Lu177-DOTATATE-

Arm.

Der Inhaber der Genehmigung für das Inverkehrbringen hat drei

Post-Marketing

-Berichte über MDS und

einen

Post-Marketing

-Bericht über AML erhalten. Ein zusätzlicher, durch eine Knochenmarkuntersuchung

bestätigter Fall wurde in Eudravigilance bei einem Patienten ohne vorherige Chemo- oder Strahlentherapie

nach 4 Zyklen einer Lu177-PRRT zur Behandlung eines metastasierten Ileumkarzinoids identifiziert.

Der mögliche Zusammenhang mit therapie-assoziierten myeloiden Neoplasien wird als biologisch plausibel

angesehen. Darüber hinaus scheint die Wirkung recht spezifisch zu sein, da keine andere Form maligner

Erkrankungen beschrieben wird. Es gibt auch eine Übereinstimmung mit dem bekannten Sicherheitsprofil

zur Langzeitanwendung anderer Radiopharmazeutika wie etwa radioaktivem Jod. Bislang scheinen bei

Radioliganden-Therapien des mCRPC (auch solchen, die Lu177 verwenden), die gegen das

Prostataspezifische Membranantigen (PSMA) gerichtet sind, MDS/AML noch nicht beobachtet worden zu

sein. Es ist jedoch möglich, dass die Toxizität aufgrund einer abweichenden Prognose des

Krankheitsverlaufs nicht erkannt wurde.

Folglich ist der PRAC der Auffassung, dass Angehörige der Heilberufe und Patienten darüber zu informieren

sind, dass nach der Lu177-PRRT zur Behandlung von NET Fälle von MDS/AML berichtet wurden, und

daher eine Aktualisierung der Produktinformation erforderlich ist.

Nierenfunktionsstörung

Radioaktiv markierte Somatostatin-Analoga werden über die Nieren ausgeschieden. Eine mittels Biopsie

bestätigte, durch Radioaktivität verursachte Nephropathie mit thrombotischer Mikroangiopathie wurde im

Zusammenhang mit einem anderen Radioliganden, 90Y-DOTATATE, beobachtet und kann zu einer

chronischen Nierenerkrankung führen. Lu177 hat jedoch eine geringere Eindringtiefe als 90Y. Daten der

NETTER-1-Studie haben bisher keine Hinweise für eine renale Toxizität in Verbindung mit Lu177

aufgezeigt. Darüber hinaus liegt eine geringe Anzahl an relevanten

Post-Marketing

-Berichten vor, deren

Aussagekraft durch die früheren Krankengeschichte relativiert wird. Allerdings haben die Patienten in den

bislang durchgeführten Studien, darunter auch NETTER-1, und in den nach der Markteinführung

aufgetretenen Fällen Aminosäure-Infusionen erhalten. Dies ist in Übereinstimmung mit den europäischen

klinischen Leitlinien, die eine durch Radioaktivität verursachte Nephropathie als eine mögliche

Nebenwirkung der Radioliganden-Therapie von neuroendokrinen Tumoren aufführen und die Anwendung

von Aminosäure-Infusionen als Schutzmaßnahme für die Nieren empfehlen.

Eine durch Radioaktivität verursachte Nephropathie scheint bis jetzt noch nicht im Zusammenhang mit einer

gegen PSMA gerichteten Radioliganden-Therapie des mCRPC beobachtet worden zu sein.

Unter Berücksichtigung aller Informationen ist der PRAC der Auffassung, dass die Produktinformation zu

aktualisieren ist, um die verfügbaren Belege und derzeitigen Richtlinien abzubilden.

Xerostomie

Ein Zusammenhang zwischen Xerostomie und Lu177 ist im Kontext der Lu177-PSMA-Radioliganden-

Therapie des mCRPC biologisch plausibel, da die Speicheldrüsen PSMA exprimieren und

strahlenempfindliche Organe sind. Eine Reihe von Dosimetrie-Analysen hat ergeben, dass die

Speicheldrüsen zu den Organen gehören, die während der Radioliganden-Therapie des mCRPC die höchste

Dosis erhalten. Darüber hinaus wurde eine Wirkung auf die Speicheldrüsen beobachtet, wenn im Rahmen

der Radioliganden-Therapie des mCRPC andere Radioisotope als Lu177 verwendet wurden. Laut der

tabellarischen Zusammenfassung liegen dem Inhaber der Genehmigung für das Inverkehrbringen bislang

keine Berichte über Xerostomie vor. Da diese Wirkung nur von leichter Ausprägung und vorübergehender

Natur ist, ist jedoch davon auszugehen, dass wahrscheinlich nicht alle Fälle gemeldet werden.

Auf Grundlage der biologischen Plausibilität und der verfügbaren Hinweise empfiehlt der PRAC, die

Produktinformation hinsichtlich der aktuellen Belege zu aktualisieren.

Der CHMP stimmt den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC zu.

Gründe für die Änderung der Bedingungen der Genehmigungen für das Inverkehrbringen

Der CHMP ist auf der Grundlage der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen für das Lutetium-Isotop mit der

Massenzahl 177 der Auffassung, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Arzneimittel, die das Lutetium-

Isotop mit der Massenzahl 177 enthalten, vorbehaltlich der vorgeschlagenen Änderungen der

Produktinformationen, unverändert ist.

Der CHMP empfiehlt, die Bedingungen der Genehmigungen für das Inverkehrbringen zu ändern.

Es gibt keine Sicherheitswarnungen betreffend dieses Produktes.

24-9-2018

EndolucinBeta (ITG Isotope Technologies Garching GmbH)

EndolucinBeta (ITG Isotope Technologies Garching GmbH)

EndolucinBeta (Active substance: Lutetium (177 Lu) chloride) - PSUSA - Modification - Commission Decision (2018)6236 of Mon, 24 Sep 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/3999/PSUSA/10391/201712

Europe -DG Health and Food Safety

24-9-2018

Lumark (IDB Holland B.V.)

Lumark (IDB Holland B.V.)

Lumark (Active substance: lutetium, isotope of mass 177) - PSUSA - Modification - Commission Decision (2018)6212 of Mon, 24 Sep 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/PSUSA/00010391/201712

Europe -DG Health and Food Safety

28-3-2018

EU/3/13/1177 (Astellas Pharma Europe B.V.)

EU/3/13/1177 (Astellas Pharma Europe B.V.)

EU/3/13/1177 (Active substance: Chimeric monoclonal antibody against claudin-18 splice variant 2) - Transfer of orphan designation - Commission Decision (2018)2010 of Wed, 28 Mar 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMA/OD/071/13/T/01

Europe -DG Health and Food Safety

22-3-2018

Lutetium (<sup>177</sup> Lu) chloride

Lutetium (<sup>177</sup> Lu) chloride

Lutetium (177 Lu) chloride (Active substance: Lutetium (177Lu) chloride) - Centralised - Art 28 - (PSUR - Commission Decision (2018)1902 of Thu, 22 Mar 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/PSUSA/10391/201706

Europe -DG Health and Food Safety