Limbitrol

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Limbitrol Kapseln
  • Darreichungsform:
  • Kapseln
  • Zusammensetzung:
  • amitriptylinum 12.5 mg bestellen amitriptylini hydrochloridum, chlordiazepoxidum 5 mg, color.: E 127, E 132, excipiens pro Kapsel.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Limbitrol Kapseln
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Antidepressivum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 33354
  • Berechtigungsdatum:
  • 24-04-1967
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Limbitrol® Kapseln

MEDA Pharmaceuticals Switzerland GmbH

Was ist Limbitrol und wann wird es angewendet?

Limbitrol wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin verschreibt Ihnen Limbitrol zur Behandlung einer bedrückten, traurigen

Stimmungslage, besonders wenn diese von Angstzuständen begleitet ist.

Limbitrol enthält zwei Wirkstoffe, einen angstlösenden und einen stimmungsaufhellenden. Beide

wirken zudem beruhigend. Beruhigung und Angstlösung setzen bereits nach der ersten Einnahme

ein, die Stimmungsaufhellung folgt nach einigen Tagen. Als Folge davon fällt es Ihnen wieder

leichter, alltägliche Arbeiten zu erledigen und sich in Ihrer Umgebung zurechtzufinden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Wichtig ist, dass Sie und Ihre Familienangehörigen oder Betreuungspersonen während der Limbitrol-

Behandlung jede Veränderung der Gemütslage mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen.

Wann darf Limbitrol nicht eingenommen werden?

Limbitrol dürfen Sie nicht einnehmen,

·Wenn Sie auf Amitriptylin, Chlordiazepoxid oder einen anderen Inhaltsstoff von Limbitrol

allergisch sind oder an einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber gewissen Arzneimitteln

gegen Depressionen oder Arzneimitteln zur Beruhigung leiden;

·Bei Alkohol-, Schlafmittel- und Schmerzmittelvergiftungen;

·Wenn Sie an akutem Harnverhalten (Unvermögen die Harnblase zu entleeren), erhöhtem

Augeninnendruck (grüner Star), es sei denn, dieser wird behandelt und regelmässig kontrolliert,

bestimmten Magen- und Darmproblemen (Verengung des Magenausgangs, Verengung oder

Verschluss eines Darmabschnittes, Darmlähmung) sowie unter unzureichender Funktion des Herzens

(z.B. unregelmässiger Herzschlag) leiden oder kürzlich einen Herzinfarkt hatten;

·Wenn Sie an einer schweren Störung der Leberfunktion, an krankhafter Muskelschwäche

(Myasthenia gravis), Atembeschwerden oder nächtlichen Unterbrechungen der Atmung

(Schlafapnoe) leiden;

·Wenn Sie gleichzeitig den Wirkstoff Cisaprid (Arzneimittel gegen gewisse Verdauungsstörungen)

einnehmen;

·Wenn Sie gleichzeitig sogenannte Hemmer der Monoaminooxidase (MAO-Hemmer) einnehmen.

Die Kombination mit einem MAO-Hemmer kann lebensgefährlich sein.

Bei Patienten bzw. Patientinnen, welche vorher mit MAO-Hemmern behandelt wurden, muss vor der

Behandlung eine Pause von 14 Tagen eingeschaltet werden.

Wann ist bei der Einnahme von Limbitrol Vorsicht geboten?

Unter der Behandlung mit Limbitrol können sich die Symptome der Depression, insbesondere

suizidales Verhalten, verschlechtern. In diesem Fall sollten Sie umgehend Ihren Arzt, bzw. Ihre

Ärztin kontaktieren.

Ein Abbruch der Behandlung darf nicht plötzlich und nur in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin erfolgen, da es sonst zu Entzugssymptomen kommen kann.

Bei Kindern und Jugendlichen mit Depressionen oder anderen psychiatrischen Diagnosen wurde

unter der Behandlung mit Antidepressiva über ein vermehrtes Auftreten von Verhaltensstörungen

inkl. erhöhtem Risiko von Suizidgedanken, Selbstverletzungen und vollendetem Suizid berichtet.

Ergebnisse aus klinischen Studien haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidverhalten

bei jungen Erwachsenen im Alter bis 25 Jahre gezeigt, die unter einer psychiatrischen Erkrankung

litten und mit einem Antidepressivum behandelt wurden.

Limbitrol ist in der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren nicht geprüft und kann daher nicht

empfohlen werden.

Abhängigkeitsgefährdung

Die Einnahme von Limbitrol kann - wie bei allen benzodiazepinhaltigen Präparaten - zu einer

Abhängigkeit führen. Diese kann vor allem bei einer ununterbrochenen Einnahme über längere Zeit

(in gewissen Fällen bereits nach einigen Wochen) auftreten und hat nach abruptem Absetzen des

Arzneimittels Entzugssymptome zur Folge. Es können dann Unruhe, Angstzustände, Schlaflosigkeit,

Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und Schweissausbrüche auftreten. Diese Erscheinungen

klingen in der Regel nach 2-3 Wochen ab.

Um das Risiko der Entwicklung einer Abhängigkeit möglichst klein zu halten, beachten Sie bitte

folgende Hinweise:

·Nehmen Sie Limbitrol nur auf Anordnung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin ein.

·Erhöhen Sie auf keinen Fall die vom Arzt bzw. Ihrer Ärztin verschriebene Dosis.

·Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie das Arzneimittel absetzen wollen.

·Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird periodisch darüber entscheiden, ob die Behandlung weitergeführt

werden muss.

Wird eine langandauernde Therapie plötzlich abgesetzt, können Übelkeit und Kopfschmerzen

auftreten. Ein Absetzen oder eine Dosisminderung von Limbitrol darf nur nach Rücksprache und

gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin erfolgen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie unter folgenden Krankheiten leiden oder

gelitten haben: Herz-, Leber-, Nieren- und Harnwegs- oder Schilddrüsenprobleme, Zuckerkrankheit

(Diabetes), Krampfanfälle (epileptische Anfälle), Störungen der Bewegungskoordination,

Prostatavergrösserung und Glaukom (grüner Star). In diesen Fällen sowie bei älteren Patienten bzw.

Patientinnen wird der Arzt bzw. die Ärztin Limbitrol vorsichtig einsetzen.

Bei eventuellem Auftreten von Nebelsehen oder Augenschmerzen muss eine augenärztliche

Kontrolle durchgeführt werden, um eine nichterkannte Starerkrankung auszuschliessen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu

bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Alkoholische Getränke verstärken die Wirkung von Limbitrol. Das kann dazu führen, dass Sie

unsorgfältig, unbeholfen oder langsam reagieren. Besonders beim Autofahren oder beim Bedienen

einer Maschine ist dies gefährlich. Deshalb sollten Sie während der Behandlung mit Limbitrol auf

alkoholische Getränke ganz verzichten.

Limbitrol sollte in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin wenn möglich einige Tage vor

einer geplanten Operation abgesetzt werden.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie informieren, bestimmte Arzneimittel nicht einzunehmen oder die

Dosierungen von gewissen Arzneimitteln anzupassen, wie z.B. Arzneimittel zur Behandlung von

Allergien und Magengeschwüren, Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Beruhigungsmittel, Schlafmittel, starke Schmerzmittel und ähnliche auf Gehirn und Nerven

dämpfend wirkende Präparate können die Wirkung verstärken. Sie sollten deshalb neben Limbitrol

nur dann andere Arzneimittel einnehmen, wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin einverstanden ist. Bei der

gleichzeitigen Anwendung von anderen Arzneimitteln, wie gewisse Arzneimittel gegen Depression

oder die Parkinson-Krankheit Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Arzneimittel gegen übermässige

Magensäure-Sekretion, «Blutverdünner» (sog. Antikoagulantien), stimulierende Arzneimittel oder

Appetitzügler, Arzneimittel für die Behandlung der Schilddrüsen, hormonelle Verhütungsmittel (z.B.

Antibabypille) kann deren Wirkung oder die Wirkung von Limbitrol geändert (erhöht oder

abgeschwächt) werden, was gefährlich sein könnte.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Fentanyl-haltigen Arzneimitteln kann eine lebensbedrohliche

Situation, das sogenannte Serotonin-Syndrom auftreten. Das Serotonin-Syndrom kann sich durch

Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, schneller Puls, Verwirrung,

Bewusstseinstrübung, Muskelstarre, Muskelzittern, Zuckungen und Fieber äussern. Benachrichtigen

Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unverzüglich, falls solche Symptome auftreten.

Laktose

Limbitrol Kapseln enthalten Laktose. Sie sollten daher Limbitrol Kapseln nicht einnehmen, bevor

Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt Rücksprache genommen haben, wenn Sie unter Galaktose-

Intoleranz, Lapp-Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben,

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Limbitrol während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn Sie schwanger sind, schwanger werden wollen

oder stillen. Sollten Sie während der Behandlung mit Limbitrol schwanger werden, müssen Sie

umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Sie sollten Limbitrol während der Schwangerschaft, da Limbitrol dem ungeborenen Kind schaden

könnte, nicht einnehmen, es sei denn, Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin halte es für unumgänglich.

Falls Sie das Präparat während der Stillzeit einnehmen müssen, müssen Sie abstillen.

Wie verwenden Sie Limbitrol?

Der Arzt bzw. Ihre Ärztin bestimmt die für Sie richtige Dosierung. Halten Sie sich an seine

Anweisungen. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das

Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw.

Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Im Allgemeinen nehmen Erwachsene über den Tag verteilt 2-6 Kapseln Limbitrol ein. Die

Hauptdosis sollten Sie immer abends einnehmen: bei 3 Kapseln zum Beispiel 1 am Morgen und 2 am

Abend, bei 4 Kapseln 1 am Morgen, 1 am Mittag und 2 am Abend. Nehmen Sie die Kapseln mit

reichlich Flüssigkeit ein, ohne sie zu zerkauen.

Es dauert einige Tage, bis Limbitrol vollumfänglich wirkt. Wenn Sie danach keine Besserung Ihrer

Krankheit verspüren, scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber zu sprechen.

Welche Nebenwirkungen kann Limbitrol haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Limbitrol auftreten:

Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern, Müdigkeit, anormale Körperempfindung (Kribbeln, Einschlafen

der Glieder), Bewegungsstörungen, beschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen,

Herzklopfen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen, sexuelle Störungen

(Erektionsstörungen, verminderter sexueller Trieb), Mundtrockenheit, Ohrgeräusche (Tinnitus),

Fieber, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Albträume, erhöhter Blutdruck, Schwierigkeiten beim

Wasserlösen, Muskelschwäche, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Veränderungen des

Geschmacksempfindens, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, Sehstörungen, erhöhter

Augeninnendruck, verstärkte Schweissabsonderung, Erregbarkeit, Aggressivität, Appetitlosigkeit,

Halluzinationen, Krampfanfälle, verminderte Harnausscheidung, erweiterte Pupillen,

Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht, Haarausfall, Lichtempfindlichkeit der Haut, Vergrösserung der

männlichen Brust, milchige Absonderung aus der Brust, Menstruationsstörungen, verlangsamte

Atmung.

Bei fortgesetzter Einnahme verschwinden diese Nebenwirkungen oft wieder.

Es kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht und Schwellungen von

Gesicht und/oder Zunge kommen, welche Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken verursachen

können. In diesem Fall müssen Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren.

Zu Beginn der Behandlung häufig auftretende Müdigkeit, Mundtrockenheit, rascher Puls oder

Verstopfung nehmen meist nach einigen Tagen ab. Sollten sie länger andauern, oder fühlen Sie sich

dadurch zu stark beeinträchtigt, so benachrichtigen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Sehr selten kann Limbitrol ein Beschwerdebild hervorrufen, bei dem gleichzeitig Fieber, rasches

Atmen, Schwitzen, unregelmässiger Puls, Herzklopfen, Blutdruckveränderungen, Muskelsteifigkeit,

Benommenheit/Schläfrigkeit und Verwirrtheit auftreten (malignes neuroleptisches Syndrom). Wenn

dies eintritt, nehmen Sie bitte das Arzneimittel nicht weiter ein und benachrichtigen Sie sofort Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Es wurde ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen bei Patienten und Patientinnen im Alter über 50

Jahren, welche diese Art von Arzneimittel einnehmen, beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht über 25 °C lagern.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Limbitrol enthalten?

1 Kapsel Limbitrol enthält als Wirkstoffe 5 mg Chlordiazepoxid und 12,5 mg Amitriptylin, Laktose-

Monohydrat, die Farbstoffe Indigotin (E132) und Erythrosin (E127) und weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

33354 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Limbitrol? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken, nur gegen ärztliche Verschreibung.

Limbitrol Kapseln: 30 und 100.

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharmaceuticals Switzerland GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Diese Packungsbeilage wurde im August 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.