Lidor

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Lidor Injektionslösung 20 mg/ml
  • Dosierung:
  • 20 mg/ml
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Verwenden für:
  • Tiere
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Lidor Injektionslösung 20 mg/ml
    Belgien
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Lokalanästhetika, Amide Lidocain.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AFMPS - Agence Fédérale des Médicaments et des Produits de Santé - Belgium
  • Zulassungsnummer:
  • BE-V525386
  • Letzte Änderung:
  • 17-04-2018

Packungsbeilage

Notice – Version DE

LIDOR 20 MG/ML

GEBRAUCHSINFORMATION

Lidor 20 mg/ml Injektionslösung für Pferde, Hunde und Katzen

1.

NAME UND ANSCHRIFT DES ZULASSUNGSINHABERS UND, WENN

UNTERSCHIEDLICH, DES HERSTELLERS, DER FÜR DIE CHARGENFREIGABE

VERANTWORTLICH IST

Zulassungsinhaber:

Richter Pharma AG, Feldgasse 19, 4600 Wels, Österreich

Für die Chargenfreigabe verantwortlicher Hersteller:

Richter Pharma AG, Durisolstrasse 14, 4600 Wels, Österreich

2.

BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS

Lidor 20 mg/ml Injektionslösung für Pferde, Hunde und Katzen

Lidocain

3.

WIRKSTOFF UND SONSTIGE BESTANDTEILE

1 ml enthält:

Wirkstoff:

Lidocain

20 mg

(entsprechend 24,65 mg Lidocainhydrochlorid-Monohydrat)

Sonstige Bestandteile:

Methyl-4-hydroxybenzoat (E218)

1,3 mg

Propyl-4-hydroxybenzoat

0,2 mg

Klare, farblose bis leicht gelbliche Lösung

4.

ANWENDUNGSGEBIETE

Pferde:

Ophthalmologische

Oberflächenanästhesie,

Infiltrationsanästhesie,

intraartikuläre

Anästhesie,

Leitungsanästhesie und Epiduralanästhesie.

Hunde, Katzen:

Anästhesie

augenärztlichen

zahnärztlichen

Eingriffen,

Infiltrationsanästhesie

Epiduralanästhesie.

5.

GEGENANZEIGEN

Nicht anwenden bei:

- Vorliegen einer entzündlichen Gewebeveränderung an der Applikationsstelle

- Vorliegen einer Gewebeinfektion

- neugeborenen Tieren

Notice – Version DE

LIDOR 20 MG/ML

Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der

sonstigen Bestandteile.

6.

NEBENWIRKUNGEN

Es können Bewegungsstörungen oder mittelgradige vorübergehende Erregungszustände auftreten.

Kardiovaskuläre Effekte wie myokardiale Depression, Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, niedriger

Blutdruck und periphere Vasodilatation können ebenfalls beobachtet werden. Diese Nebenwirkungen

sind gewöhnlich vorübergehend. Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Lokalanästhetika,

insbesondere solche vom Amidtyp, sind selten. Eine Kreuzüberempfindlichkeit zwischen

Lokalanästhetika vom Amidtyp kann nicht ausgeschlossen werden.

Die Anwendung des Tierarzneimittels zur Infiltrationsanästhesie kann zu einer verzögerten

Wundheilung führen.

Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert:

- Sehr häufig (mehr als 1 von 10 behandelten Tieren zeigen Nebenwirkungen)

- Häufig (mehr als 1 aber weniger als 10 von 100 behandelten Tieren)

- Gelegentlich (mehr als 1 aber weniger als 10 von 1000 behandelten Tieren)

- Selten (mehr als 1 aber weniger als 10 von 10.000 behandelten Tieren)

- Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 behandelten Tieren, einschließlich Einzelfallberichte).

Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei

Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie

dies bitte Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.

7.

ZIELTIERARTEN

Pferde, Hunde und Katzen

8.

DOSIERUNG FÜR JEDE TIERART, ART UND DAUER DER ANWENDUNG

Zur subkutanen, intraartikulären, (intra-)okularen, perineuralen and epiduralen Anwendung.

Die verabreichte

Gesamtdosis (einschließlich

Fälle

mehreren Applikationsstellen

oder

wiederholter Gabe) sollte 10 mg Lidocain pro kg Körpergewicht (0,5 ml/kg) bei Hunden, 6 mg

Lidocain pro kg Körpergewicht (0,3 ml/kg) bei Katzen und 4 mg Lidocain pro kg Körpergewicht

(0,2 ml/kg) bei Pferden nicht überschreiten.

In jedem Fall sollte die geringstmögliche Dosis verabreicht werden, die für die gewünschte Wirkung

erforderlich ist.

Angaben zum Wirkungseintritt und zur Wirkdauer finden Sie im Abschnitt „Weitere Angaben“.

Pferde

Oberflächenanästhesie am Auge: 0,4 – 0,5 ml (8 – 10 mg Lidocain) in den Bindehautsack

Infiltrationsanästhesie: 2 – 10 ml (40 – 200 mg Lidocain) in mehreren Applikationen

Intraartikuläre Anwendung: 3 – 50 ml (60 – 1.000 mg Lidocain) je nach Größe des Gelenks

Leitungsanästhesie: 4 – 5 ml (80 – 100 mg Lidocain)

Sakral- oder kaudale Epiduralanästhesie: 10 ml (200 mg Lidocain) für Pferde mit einem

Körpergewicht von 600 kg

Hunde, Katzen

Augenheilkunde:

Oberflächenanästhesie: 0,1 – 0,15 ml (2 – 3 mg Lidocain) in den Bindehautsack

Notice – Version DE

LIDOR 20 MG/ML

Retrobulbäre Infiltration: maximal 2 ml (40 mg Lidocain)

Infiltration des Augenlides: maximal 2 ml (40 mg Lidocain)

Zahnheilkunde:

Zahnextraktion: maximal 2 ml (40 mg Lidocain) in das Foramen infraorbitale

Infiltrationsanästhesie: mehrere Injektionen von 0,3 – 0,5 ml (6 – 10 mg Lidocain)

Lumbosakrale Epiduralanästhesie: 1 – 5 ml (20 – 100 mg Lidocain) je nach Größe des Tieres.

Die Höchstdosis für Katzen beträgt 1 ml (20 mg Lidocain) pro Tier.

Der Gummistopfen kann maximal 25 Mal durchstochen werden.

9.

HINWEISE FÜR DIE RICHTIGE ANWENDUNG

Eine versehentliche intravenöse Injektion ist zu vermeiden.

Zum Ausschluss einer intravaskulären Injektion aspirieren, um die korrekte Position der Nadel zu

überprüfen.

10.

WARTEZEIT

Pferd

Essbare Gewebe:

3 Tage

Milch:

3 Tage

11.

BESONDERE LAGERUNGSHINWEISE

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.

Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Karton nach „EXP“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch des Behältnisses: 28 Tage

Nach erstmaligem Öffnen/Anbruch des Behältnisses nicht über 25 °C lagern.

12.

BESONDERE WARNHINWEISE

Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart

Die Anwendung dieses Tierarzneimittels kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren

Die Dosierung darf 0,5

ml pro kg Körpergewicht bei Hunden und 0,3

ml pro kg Körpergewicht bei

Katzen nicht überschreiten. Vor Verabreichung des Tierarzneimittels sollte das Körpergewicht des

jeweiligen Tieres ermittelt werden, um die korrekte Dosierung zu bestimmen. Die Anwendung bei

Katzen muss mit Vorsicht erfolgen, da sie sehr empfindlich auf Lidocain reagieren. Überdosierungen

und versehentliche intravenösen Injektionen sind mit einem hohen Risiko für zentrale und kardiale

Effekte

(Erbrechen,

Erregungszustände,

Muskelzittern

klonischen

Krämpfen,

Atemdepression oder Herzstillstand) verbunden. Deshalb ist auf genaue Dosierung und sorgfältige

Injektionstechnik zu achten.

Dieses Tierarzneimittel sollte bei Tieren mit Lebererkrankung, kongestiver Herzinsuffizienz,

Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, Hyperkaliämie, Diabetes mellitus, Azidose, neurologischen

Erkrankungen, Schock, Hypovolämie, schwerer Atemdepression oder ausgeprägter Hypoxie mit

Vorsicht angewendet werden.

Notice – Version DE

LIDOR 20 MG/ML

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender

Eine versehentliche Selbstinjektion kann zu kardiovaskulären und/oder zentralnervösen Wirkungen

führen. Sorgfalt ist geboten, um eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden. Bei

versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die

Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. KEIN FAHRZEUG STEUERN!

Lidocain

Metabolit

2,6-Xylidine

besitzt

nachweislich

mutagene

genotoxische

Eigenschaften. Eine kanzerogene Wirkung bei Ratten ist belegt.

Dieses Tierarzneimittel kann Haut, Augen und Mundschleimhaut reizen. Direkten Kontakt der

Injektionslösung mit der Haut, den Augen oder der Mundschleimhaut vermeiden. Kontaminierte

Kleidungsstücke, die direkt der Haut aufliegen, ausziehen. Sollte das Tierarzneimittel versehentlich

in die Augen, auf die Haut oder Mundschleimhaut gelangen, die betroffene Stelle mit reichlich

sauberem Wasser spülen. Bei Auftreten von Symptomen ist ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Es können Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Lidocain auftreten. Personen mit bekannter

Überempfindlichkeit gegenüber Lidocain oder anderen Lokalanästhetika sollten den Kontakt mit

dem Tierarzneimittel vermeiden. Wenn Symptome einer Überempfindlichkeit auftreten, ist ein Arzt

zu Rate zu ziehen.

Trächtigkeit und Laktation

Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit und Laktation ist nicht belegt.

Lidocain ist plazentagängig und kann bei Feten oder Neugeborenen zu zentralnervösen und

kardiopulmonalen Wirkungen führen. Daher sollte die Anwendung während der Trächtigkeit oder bei

geburtshilflichen Maßnahmen nur nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den

behandelnden Tierarzt erfolgen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen

Lidocain kann Wechselwirkungen hervorrufen mit:

Antibiotika: Aufgrund von Wechselwirkungen mit der Plasmaproteinbindung kann es bei

gleichzeitiger Anwendung von Ceftiofur zu einem Konzentrationsanstieg von freiem Lidocain

kommen.

Antiarrhythmika: Amiodaron kann die Plasmakonzentration von Lidocain erhöhen und dadurch

seine pharmakologischen Wirkungen verstärken. Dieser Effekt ist auch bei gleichzeitiger Gabe von

Metoprolol oder Propanolol zu beobachten.

Injektionsanästhetika und Inhalationsanästhetika: Die gleichzeitige Verabreichung von Anästhetika

verstärkt ihre Wirkung und eine Anpassung der Anästhetika-Dosis kann erforderlich sein.

Muskelrelaxantien: In höherer Dosierung kann Lidocain die Wirkung von Succinylcholin

verstärken und die Succinylcholin-induzierte Apnoe verlängern.

Die lokalanästhetische Wirkung wird durch die gleichzeitige Gabe gefäßverengender Arzneimittel

(z. B. Epinephrin) verlängert. Morphinähnliche Analgetika können die Metabolisierung von Lidocain

verringern und dadurch seine pharmakologischen Wirkungen verstärken.

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen, Gegenmittel)

Erste Zeichen einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Muskelzittern,

Erregungszustände, Ataxie und Angstgefühl. Bei höheren Dosierungen oder versehentlicher

intravenöser Injektion können bestimmte schwerwiegendere Effekte einer Lidocainvergiftung wie

kardiopulmonale Depression und Krampfanfälle auftreten.

Die Behandlung einer Lidocainvergiftung ist rein symptomatisch und beinhaltet die kardiopulmonale

Reanimation sowie die Gabe von Antikonvulsiva. Bei starkem Blutdruckabfall sollte eine

Volumensubstitution (Schockbehandlung) erfolgen und Vasopressoren sollten verabreicht werden.

Erste Zeichen einer Vergiftung bei Katzen sind myokardiale Depression und, seltener, zentralnervöse

Symptome.

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen

Tierarzneimitteln gemischt werden.

Notice – Version DE

LIDOR 20 MG/ML

13.

BESONDERE VORSICHTSMASSNAHMEN FÜR DIE ENTSORGUNG VON NICHT

VERWENDETEM ARZNEIMITTEL ODER VON ABFALLMATERIALIEN, SOFERN

ERFORDERLICH

Nicht verwendete Tierarzneimittel oder davon stammende Abfallmaterialien sind entsprechend den

nationalen Vorschriften zu entsorgen.

14.

GENEHMIGUNGSDATUM DER PACKUNGSBEILAGE

Februar 2018

15.

WEITERE ANGABEN

Wirkungseintritt und Wirkdauer hängen von der verwendeten Injektionstechnik, der Lokalisation des

zu anästhesierenden Nerven bei Leitungsanästhesie sowie von der verabreichten Dosis bei

Infiltrationsanästhesie ab. Allgemein beträgt die Zeit bis zum Einsetzen der Wirkung zwischen

weniger als 1 Minute (bei Oberflächenanästhesie) und 10 bis 15 Minuten bei einigen Nerven und die

Wirkung kann bis zu zwei Stunden anhalten.

Angesichts seiner Fettlöslichkeit weist Lidocain eine sehr ausgeprägte Gewebediffusion auf. Es

unterliegt einer komplexen, überwiegend hepatischen Metabolisierung, und die Elimination erfolgt

hauptsächlich renal in Form von Metaboliten. Eine verminderte hepatische Clearance von Lidocain

(durch Antagonisten der mikrosomalen Monooxygenasen, niedrigen Blutdruck oder verringerte

Leberdurchblutung) kann zu erhöhten (toxischen) Plasmakonzentrationen führen.

Packungsgrößen:

50 ml, 100 ml, 250 ml, 5 x 50 ml, 5 x 100 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

BE-V525386

Falls weitere Informationen über das Tierarzneimittel gewünscht werden, setzen Sie sich bitte mit dem

örtlichen Vertreter des Zulassungsinhabers in Verbindung.

Verschreibungspflichtig