Leuprorelin Sandoz 1 Monat

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Leuprorelin Sandoz 1 Monat Implantat
  • Darreichungsform:
  • Implantat
  • Zusammensetzung:
  • leuprorelinum 3.6 mg bis leuprorelini acetas, copoly(dl-lactidum-glycolidum) für die Vorbereitung.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Leuprorelin Sandoz 1 Monat Implantat
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Biotechnologika
  • Therapiebereich:
  • Onkologikum / LHRH-Analogon

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 57449
  • Berechtigungsdatum:
  • 04-06-2008
  • Letzte Änderung:
  • 17-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Leuprorelin Sandoz® 1 Monat, Implantat

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Leuprorelinum ut leuprorelini acetas.

Hilfsstoffe: Copoly(dl-lactidum-glycolidum) pro praeparatione.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Eine Fertigspritze mit einem Implantat enthält 3,6 mg Leuprorelinum ut leuprorelini acetas.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Symptomatische Behandlung des fortgeschrittenen hormonabhängigen Prostatakarzinoms; als

alternative Behandlung, wenn Orchiektomie oder Östrogengaben entweder für den Patienten nicht

indiziert oder nicht zumutbar sind.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Die empfohlene Dosierung beträgt 3,6 mg Leuprorelin als Einzeldosis alle 4 Wochen.

Art der Anwendung

Das Implantat wird subkutan in die Bauchhaut eingeschoben. Die Injektionsstelle an der Bauchhaut

ist jeden Monat zu wechseln.

Die Anwendung von Leuprorelin Sandoz sollte nur unter Überwachung eines in der Tumortherapie

erfahrenen Arztes bzw. einer Ärztin erfolgen.

Für die Initialphase der Behandlung sollte die zusätzliche Gabe eines geeigneten Antiandrogens

erwogen werden, um so die möglichen Folgeerscheinungen des anfänglichen Testosteronanstiegs

und die Verschlechterung der klinischen Symptomatik abzuschwächen.

Die Antwort auf Leuprorelinacetat soll mittels Messung der Serum-Testosteronspiegel und des

prostataspezifischen Antigens verfolgt werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder/Jugendliche: Die Anwendung und Sicherheit von Leuprorelin Sandoz bei Kindern und

Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden.

Ältere Patienten: Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Leber- und Niereninsuffizienz: eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (vgl. «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, ähnliche Nona- oder Dekapeptide oder dem

Hilfsstoff gemäss Zusammensetzung.

Bei nachgewiesener Hormonunabhängigkeit des Karzinoms ist Leuprorelin Sandoz nicht indiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Hypersensibilitätsreaktionen

Über vereinzelte Fälle von Anaphylaxie wurde berichtet. Allergische Reaktionen in Form von

Überempfindlichkeitsreaktionen an der Injektionsstelle sowie systemische Reaktionen wurden

beobachtet.

Bei ausgeprägten lokalen Reaktionen kann die Resorption von Leuprorelin aus dem Depot

beeinträchtigt sein. In einem solchen Fall sollte der Testosteronspiegel bestimmt werden.

Verlauf der Testosteronspiegel und Komplikationen zu Therapiebeginn

Während der ersten Wochen der Behandlung mit Leuprorelin Sandoz 1 Monat können

vorübergehend eine Verschlechterung der Symptome oder zusätzliche Zeichen und Symptome von

Prostatakrebs auftreten. Einige wenige Patienten können an einer Zunahme an Knochenschmerzen

(können symptomatisch behandelt werden), Muskelschwäche in den Beinen oder Lymphödemen

leiden.

Wie mit anderen GnRH-Analoga, wurden Einzelfälle von Harnwegsobstruktionen und

Kompressionen der Wirbelsäule, die zur Paralyse mit oder ohne fatale Komplikationen führen

können, berichtet.

Patienten mit drohenden neurologischen Komplikationen, Wirbelsäulenmetastasen sowie

Harnwegsobstruktionen sollten während den ersten Behandlungswochen unter ständiger, möglichst

stationärer Überwachung stehen. Die zusätzliche Gabe eines geeigneten Antiandrogens kann in der

Initalphase der Behandlung in Betracht gezogen werden, um mögliche Folgeerscheinungen des

initialen Testosteronspiegelanstiegs und eine Verschlechterung der klinischen Symptomatik

abzuschwächen.

Die anfängliche Zunahme der Beschwerden bildet sich üblicherweise spontan zurück, ohne dass

Leuprorelin Sandoz 1 Monat abgesetzt werden muss. Nachfolgend kommt es zu Symptomen des

Testosteronentzuges (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Im Fall eines klinischen Versagens der Therapie oder eines zunehmenden PSA-Spiegels soll der

Serumtestosteronspiegel bestimmt werden. Falls die Bestimmung auf eine ungenügende Suppression

des Testosterons hinweist, muss eine andere Therapie (z.B. mit direkt wirkenden Antiandrogenen) in

Betracht gezogen werden.

Die Überwachung der Serumtestosteronspiegel ist abhängig von der Methode der

Gehaltsbestimmung. Die Art und Genauigkeit der Gehaltsbestimmung muss bedacht werden, wenn

klinische und therapeutische Entscheidungen getroffen werden. Nach chirurgischer Kastration

bewirkt Leuprorelin Sandoz keine weitere Absenkung des Testosteronspiegels.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren/Erkrankungen

Bei Patienten, welche mit GnRH-Agonisten behandelt wurden, wurde über ein erhöhtes Risiko für

Diabetes mellitus und/oder kardiovaskuläre Ereignisse berichtet. Insbesondere wurde in mehreren

grossen epidemiologischen Studien bei Prostatakarzionom-Patienten ein erhöhtes Risiko für

Myokardinfarkt und Schlaganfall beobachtet.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von GnRH-Agonisten wurde über ein erhöhtes Risiko für

einen plötzlichen Herztod berichtet.

Es wird daher empfohlen, die Patienten mit Hypertonie, Hyperlipidämie oder kardiovaskulären

Erkrankungen während der Behandlung mit Leuprorelin diesbezüglich zu überwachen.

Unter der Behandlung mit GnRH-Agonisten sollten Blutdruck, Blutzucker und Serumlipide

regelmässig kontrolliert und der Patient auf mögliche Symptome einer kardiovaskulären Erkrankung

überwacht werden. Bereits bestehende Risikofaktoren sollten gemäss der entsprechende Guidelines

behandelt werden.

Effekte auf das QT-Intervall

Eine Androgendeprivation kann das QT-Intervall verlängern. Bei Patienten mit einer Vorgeschichte

einer QT-Verlängerung oder Patienten mit Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung sowie bei

Patienten, welche gleichzeitig Arzneimittel erhalten, welche eine QT-Verlängerung bewirken können

(siehe «Interaktionen»), sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis, inklusive der Möglichkeit eines

Auftreten von Torsade de pointes sorgfältig abgewogen werden, bevor eine Behandlung mit

Leuprorelinacetat begonnen wird.

Knochendichte/Frakturrisiko

GnRH-Agonisten können zu einer Reduktion der Knochenmineralisation führen.

Durch den Mangel an Androgenen, welcher aus der Behandlung des Prostatakarzinoms resultiert,

kann das Frakturrisiko erhöht sein.

Die Abnahme der Knochendichte kann nach Absetzen von Leuprorelin Sandoz 1 Monat reversibel

sein.

Hypophysenapoplexie

Während der Marktüberwachung («Post-Marketing-Surveillance») traten seltene Fälle von

Hypophysenapoplexie (ein klinisches Syndrom, infolge eines Hypophyseninfarktes) nach

Verabreichung von GnRH-Agonisten auf. Bei der Mehrheit dieser Fälle war ein Hypophysenadenom

diagnostiziert worden. Die meisten Fälle traten innerhalb von 2 Wochen nach der ersten

Verabreichung auf, einige Fälle innerhalb der ersten Stunde. In diesen Fällen präsentierte sich die

Hypophysenapoplexie mit plötzlichen Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehveränderungen,

Ophthalmoplegie, veränderter mentaler Status und manchmal kardiovaskulärer Kollaps.

Unverzügliche medizinische Intervention ist notwendig.

Bei bekanntem Hypophysenadenom sollte aus diesem Grund ein GnRH-Agonist nicht gegeben

werden.

Depression und Suizidrisiko

Bei Patienten, welche mit GnRH-Agonisten behandelt werden, besteht ein erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Depressionen (welche schwerwiegend verlaufen können).

Patienten mit vorbestehenden Depressionen können suizidgefährdet sein.

Interaktionen

Interaktionen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt.

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Leuprorelin Sandoz durchgeführt. Interaktionen sind jedoch

kaum zu erwarten, da Leuprorelin Sandoz überwiegend durch Peptidasen und nicht über das

Cytochrom P450 abgebaut wird und nur eine geringe Plasmaproteinbindung von ca. 46% besteht.

Da eine Androgen-Deprivation eine QT-Verlängerung verursachen kann, sollte die gleichzeitige

Verabreichung von Leuprorelin Sandoz mit Arzneimitteln, welche eine QT-Intervallverlängerung

oder Torsade de pointes hervorrufen können, wie Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Chinidin,

Disopyramid) oder der Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Methadon,

Moxifloxacin, Antipsychotika, etc., sorgfältig abgewogen werden. Siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen», Effekte auf das QT-Intervall.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt keine Indikation von Leuprorelin Sandoz bei Frauen.

Leuprorelin ist kontraindiziert während der Schwangerschaft.

Es ist nicht bekannt, ob Leuprorelin in der Muttermilch ausgeschieden wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Leuprorelin Sandoz 1 Monat kann das Reaktionsvermögen herabsetzen, so dass die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden

könnte. Dies gilt in verstärktem Mass im Zusammenhang mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Anfangs kommt es regelmässig zu einem kurzfristigen Anstieg des Serumtestosteronspiegels, was zu

einer vorübergehenden Verstärkung bestimmter Krankheitssymptome führen kann (Auftreten oder

Zunahme von Knochenschmerzen, Harnwegsobstruktion und deren Folgen,

Rückenmarkskompressionen, Muskelschwäche in den Beinen, Lymphödeme). Diese Zunahme der

Beschwerden geht üblicherweise spontan zurück, ohne dass Leuprorelin Sandoz 1 Monat abgesetzt

werden muss.

Nachfolgend werden die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem angegeben, welche in

klinischen Studien und während der Marktüberwachung unter Behandlung mit Leuprorelinacetat-

Depotpräperaten beobachtet wurden. Die Häufigkeit sind dabei wie folgt definiert: sehr häufig

(≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100); selten (≥1/10'000 bis

<1/1000); sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen unter der Behandlung mit Leuprorelinacetat sind

Vasodilatation (57%) und Hitzewallungen (52%), vermehrtes Schwitzen (42%), verringerte Libido

(47%) sowie Potenzstörungen (45%) und Gewichtszunahme (22%).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Häufig: Infektionen der Atemwege, Pharyngitis, Harnwegsinfektionen, Bronchitis.

Gelegentlich: Candidose, Pilzinfektion auf der Haut, Rhinitis.

Nicht bekannt: Pneumonie.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Nicht bekannt: Karzinome der Haut/Ohren.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Häufig: Anämie.

Gelegentlich: erhöhte Retikulozyten.

Nicht bekannt: Erhöhung oder Erniedrigung der Leukozytenwerte, erniedrigte Thrombozytenzahl,

verlängerte Prothrombin- und partielle Thromboplastinzeit.

Erkrankungen des Immunsystems:

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. mit Fieber, Pruritus, Eosinophilie,

Hautauschlag).

Nicht bekannt: anaphylaktische Reaktionen.

Endokrine Erkrankungen:

Nicht bekannt: Hypophysenapoplexie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

Schilddrüsenvergrösserung.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Sehr häufig: Gewichtszunahme (22%).

Häufig: gesteigerter Appetit, verminderter Appetit, Gewichtsabnahme, Hyperglykämie, vermehrtes

Durstgefühl, Hypercalciämie.

Gelegentlich: Hypoglykämie, Dehydration.

Nicht bekannt: Diabetes mellitus, Harnstofferhöhung, Hyperurikämie, Hyperlipidämie

(Gesamtcholesterol, LDL-Cholesterol, Triglyceride), Hyperphosphatämie, Hypoproteinämie,

erhöhtes Kreatinin, Hypokaliämie, erhöhtes BUN.

Psychiatrische Erkrankungen:

Sehr häufig: verringerte Libido (47%).

Häufig: Schlafstörungen, Angst, Schläfrigkeit, Stimmungsschwankungen, Depression, Nervosität,

emotionale Labilität.

Gelegentlich: Wahnvorstellungen.

Nicht bekannt: gesteigerte Libido, Suizidalität.

Erkrankungen des Nervensystems:

Häufig: Parästhesien, Hypästhesie, Tremor, Kopfschmerzen, Schwindel.

Gelegentlich: Geschmacksstörungen, Gedächtnisstörungen, Gangstörung.

Nicht bekannt: Lethargie, periphere Neuropathie, neuromuskuläre Störungen, Benommenheit,

Neuromyopathie, Bewusstseinverlusst, transitorische ischämische Attacke, Apoplexie.

Sehr selten wurde das Auftreten von Krampfanfällen berichtet. Eine Kausalität zur Leuprorelin-

Behandlung konnte nicht nachgewiesen werden.

Augenerkrankungen:

Häufig: Sehstörungen (z.B verschwommenes Sehen), Amblyopie.

Nicht bekannt: trockene Augen, sonstige ophtalmologische Störungen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Häufig: Tinnitus, Ohrenschmerzen.

Nicht bekannt: Hörstörungen.

Herzerkrankungen:

Häufig: Angina pectoris, Tachykardie, Arrhythmien, ventrikuläre Extrasystolen.

Gelegentlich: Herzinsuffizienz, Bradykardie.

Nicht bekannt: QT-Verlängerungen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Interaktionen»), EKG-Veränderungen/Ischämien, Herzgeräusche, Palpitationen, Myokardinfarkt,

AV-Block, plötzlicher Herztod (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gefässerkrankungen:

Sehr häufig: Hitzewallungen (52%), Vasodilatation(57%).

Häufig: Thrombophlebitis, Lymphödem, Hypertonie, Synkope.

Gelegentlich: periphere Zirkulationsstörung.

Nicht bekannt: Thrombose, Lungenembolie, Hypotonie, Varikosenschmerz, Schlaganfall.

Ausserdem existiert ein Einzelfallbericht über einen Patienten mit einer Thrombose der zentralen

Netzhautarterie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Häufig: Husten, Dyspnoe, Epistaxis, Hämoptisis, Asthma bronchiale, akutes Lungenödem,

Lungenemphysem.

Gelegentlich: chronisch-obstruktive Lungenerkrankung.

Nicht bekannt: Pleuralreiben, Lungeninfiltrat, Lungenfibrose, Nasennebenhöhlenverstopfung,

pleurale Effusion, interstitielle Lungenerkrankung.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig: Mundtrockenheit, Flatulenz, Obstipation, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen,

Abdominalschmerzen, Gastritis.

Nicht bekannt: duodenale Ulcera, Dysphagie, gastrointestinale Blutungen, rektale Polypen, peptische

Ulcera, harte Knötchen im Rachen.

Affektionen der Leber und Gallenblase:

Sehr häufig: Erhöhung der AST (20%), Erhöhung der LDH im Serum (29%).

Häufig: Leberfunktionsstörungen (z.B. Erhöhung der ALT, Erhöhung der Gamma-GT).

Gelegentlich: hepatozelluläre Schädigung, cholestatische Hepatitis.

Nicht bekannt: schwere Leberschädigung, Hyperbilirubinämie, Ikterus.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: trockene Haut, Hautauschlag (einschliesslich makulopapulösem Exanthem), Pruritus,

Urtikaria, Haarausfall, Haarwachstum, Ekchymose, Pigmentstörungen.

Gelegentlich: Photosensitivitätsreaktionen, trockene Schleimhäute.

Nicht bekannt: Dermatitis, Hautläsionen, Knötchen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Sehr häufig: Knochenschmerzen (14%).

Häufig: Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelschwäche, Schmerzen in den Extremitäten,

Myalgie, Muskelkrämpfe.

Nicht bekannt: Reduktion der Knochendichte, Beckenfibrose, Gelenkstörungen, Paralyse,

Spinalfraktur, ankylosierende Spondylopathie, Tendosynovitis-ähnliche Symptome,

Knochenschwellung, Gliederschmerzen

Bei einer Langzeitanwendung wurde darüber hinaus über eine Osteoporose berichtet (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Sehr häufig: Nykturie (17%).

Häufig: Dysurie, Pollakisurie, Hämaturie.

Gelegentlich: Harninkontinenz, Polyurie, Miktionsstörungen, Harnretention, Proteinurie.

Nicht bekannt: Blasenspasmus, Harnwegsobstruktion.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Sehr häufig: Potenzstörungen (45%).

Häufig: Gynäkomastie, Hodenatrophie, PSA-Erhöhung.

Sehr selten: Brustschmerzen/-spannung/-überempfindlichkeit, Penisschwellung.

Nicht bekannt: Prostataschmerzen, Hodenschmerz.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Sehr häufig: vermehrtes Schwitzen (42%), Reaktionen an der Injektionsstelle (13%), z.B. Rötungen,

Schmerzen, Ödeme, Juckreiz, Infektionen, die sich in der Regel auch bei fortgesetzter Behandlung

zurückbilden, Müdigkeit/Asthenie (13%), periphere Ödeme (12%)

Häufig: Entzündungen an der Injektionsstelle (inkl. Abszesse), Frösteln, generelle Schmerzen,

Schwellung (Schläfenknochen), Hypersensitivitätsreaktionen, Fieber, Unwohlsein,

Schweissausbrüche, Nachtschweiss, Schüttelfrost.

In einer Phase I Studie mit 15 Probanden, welche Leuprorelin Sandoz erhielten, wurden folgende

Nebenwirkungen (Häufigkeit >1) festgestellt (siehe Tabelle 1):

Tabelle 1: Häufigste Nebenwirkungen der Phase I Studie

Symptome

Anzahl Fälle (N = 15)

Abnahme der Libido 13

Hitzewallungen

Kopfschmerzen

Schwitzen

In den Phase II und III Studien mit 52 Patienten, welche Leuprorelin Sandoz erhielten, wurden

folgende Nebenwirkungen festgestellt (siehe Tabelle 2):

Tabelle 2: Häufigste Nebenwirkungen der Phase II und III Studien

Nach Organklassen

Anzahl Patienten (N = 52)

Allgemeine Störungen

(Hitzewallungen)

Kardiovaskuläre Störungen

Störungen der Harnwege

Reaktionen an der Applikationsstelle

Überdosierung

Intoxikationssymptome wurden bisher nicht beobachtet.

Selbst bei Verabreichung von Dosen bis zu 20 mg Leuprorelinacetat pro Tag über zwei Jahre, die bei

ersten klinischen Studien an Erwachsenen Anwendung fanden, konnten keine anderen bzw. neuen

Nebenwirkungen, die sich von denen nach täglicher Applikation von 1 mg unterschieden, gefunden

werden.

Im Falle einer Überdosierung sollte der Patient überwacht werden und symptomatische bzw.

supportive Massnahmen unter ärztlicher Kontrolle eingeleitet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L02AE02

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik

Der Wirkstoff Leuprorelinacetat ist ein synthetisches Analogon des natürlich vorkommenden

Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH), das die Freisetzung der gonadotropen Hormone LH und

FSH aus dem Hypophysenvorderlappen kontrolliert. Diese Hormone stimulieren ihrerseits die

testikuläre Steroidsynthese.

Im Gegensatz zum physiologischen GnRH, das pulsatil vom Hypothalamus freigesetzt wird,

blockiert Leuprorelinacetat bei therapeutischer Daueranwendung die GnRH-Rezeptoren der

Hypophyse kontinuierlich und verursacht nach einer initialen kurzfristigen Stimulation deren Down-

Regulation. Bei Erwachsenen kommt es als Folge nach drei bis vier Wochen zu einer reversiblen

hypophysären Suppression der Freisetzung der gonadotropen Hormone LH und FSH mit

gleichzeitigem Abfall des Testosterons auf Kastrationsniveau.

Dieser Zustand mit tiefen Testosteron- bzw. Östrogenspiegeln bleibt während der gesamten

Therapiedauer erhalten. Dies führt zu einer Wachstumshemmung von hormonabhängigen Tumoren

wie des Prostatakarzinoms. Im Verlauf der Behandlung tritt dadurch eine Besserung der

Symptomatik ein.

Mit Leuprorelin Sandoz wurden 2 Studien durchgeführt. Bei der ersten Studie handelt es sich um

eine randomisierte Phase III Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit von Leuprorelin Sandoz

bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs mit Lucrin Depot verglichen wurde. Die zweite

Studie ist eine offene Phase II Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit von Leuprorelin Sandoz

an Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs untersucht wurde. Insgesamt wurden 52 Patienten

mit Leuprorelin Sandoz behandelt.

Pharmakokinetik

Absorption

Leuprorelinacetat wird nach Injektionen des Implantats kontinuierlich aus dem Copolymer,

bestehend aus Glykolsäure und Milchsäure im Verhältnis 1:1, über den Zeitraum von einem Monat

freigesetzt. Das Copolymer wird dabei wie chirurgisches Nahtmaterial resorbiert.

Innerhalb von 1 Stunde wurden Serumspiegel von 707 pg/ml gemessen. Nachweisbare Serumspiegel

liegen für mehr als 4 Wochen vor.

In der Phase l Studie bei 15 gesunden Probanden waren nach zwei Injektionen von Leuprorelin

Sandoz im Abstand von 28 Tagen Leuprorelinspiegel bis zu 39 Tage nach der zweiten Applikation

nachweisbar. Zwischen Tag 42 und 49 nach der Zweitapplikation wurde ein Anstieg des

Testosteronspiegels ausserhalb des Kastrationsbereichs beobachtet.

Distribution/Metabolismus/Elimination

Distribution, Metabolismus und Elimination von Leuprorelinacetat wurden im Menschen nicht

vollständig abgeklärt.

Das Verteilungsvolumen beträgt 36 Liter, die totale Clearance liegt bei 139,6 ml/min. Die

Halbwertszeit für die nicht retardierte Substanz beträgt 2,9 Stunden.

Bei wiederholter Gabe kommt es zu einer anhaltenden Senkung des Testosteronspiegels in den

Kastrationsbereich, ohne dass der Testosteronspiegel wie nach erstmaliger Injektion einen

vorübergehenden Anstieg zeigt.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Kinder/Jugendliche: Es liegen keine Daten zur Pharmakokinetik von Leuprorelin Sandoz bei Kindern

und Jugendlichen vor.

Ältere Patienten: Die Pharmakokokinetik bei älteren Patienten unterscheidet sich nicht in relevanter

Weise von jener bei jüngeren Erwachsenen.

Leber- und Niereninsuffizienz:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurden teilweise höhere Serumspiegel an

Leuprorelinacetat gemessen, bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion dagegen verminderte

Werte. Die klinische Signifikanz dieser Beobachtung ist unbekannt.

Präklinische Daten

Mutagenität

Untersuchungen zur Mutagenität (in vitro und in vivo) haben keine Zeichen eines mutagenen

Potentials von Leuprorelin erkennen lassen.

Karzinogenität

In Karzinogenitätsstudien wurden Mäuse und Ratten während 2 Jahren mit Leuprorelin behandelt.

Nach 24 Monaten konnte bei Ratten nach subkutaner Verabreichung von 0,6 bis 4 mg/kg eine

dosisabhängige Zunahme von gutartigen hypophysären Hyperplasien und Adenomen beobachtet

werden. Weiterhin wurde eine dosisunabhängige Zunahme von Adenomen der Hodenzwischenzellen

bei männlichen Tieren festgestellt. Bei Mäusen verursachten Dosierungen bis zu 60 mg/kg, welche

ebenfalls während 2 Jahren verabreicht wurden, keine durch Leuprorelin induzierte Tumore oder

Anomalien der Hypophyse.

Reproduktionstoxizität

Untersuchungen mit subkutaner Verabreichung von Leuprorelin an Ratten bei Dosen bis 10 µg/kg

und an Kaninchen bei Dosen bis 1 µg/kg haben keine Hinweise auf ein teratogenes Potential

ergeben. Embryotoxische/embryoletale Wirkungen wurden bei der Ratte bei einer Dosis von 10

µg/kg und beim Kaninchen bei Dosen über 0,1 µg/kg beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Bis jetzt keine bekannt.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Bis jetzt keine bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Das verschlossene Behältnis

(Sterilbeutel) ist bei Raumtemperatur (15−25 °C) zu lagern.

Hinweise für die Handhabung

1.Die Injektionsstelle (Bauch) desinfizieren.

2.Entnahme der Fertigspritze aus dem Sterilbeutel. Danach Prüfung, ob das Implantat im Depot

sichtbar ist. Fertigspritze gegebenenfalls gegen das Licht halten oder leicht schütteln.

3.Den Kolben der Fertigspritze vollständig bis zum Anschlag zurückziehen bis es mehrmals (5×)

klickt, um die Fertigspritze für die Anwendung vorzubereiten. Die Schutzkappe von der Nadel

entfernen.

Bitte beachten: Der Kolben lässt sich zur Injektion des Implantats nur dann nach vorne schieben,

wenn er zuvor vollständig zurückgezogen wurde!

4.Den Spritzenkörper mit einer Hand festhalten. Mit der anderen Hand die Haut des Patienten

zusammen drücken. Die gesamte Nadel leicht schräg, fast parallel zur Haut mit der Nadelöffnung

nach oben in das subkutane Gewebe der vorderen Bauchwand unterhalb der Nabellinie einführen.

5.Die Fertigspritze ca. 1 cm wieder vorsichtig zurückziehen (Stichkanal für das Implantat). Danach

den Kolben vollständig nach vorne schieben, bis dieser hörbar («click») einrastet, um das Implantat

in den Stichkanal zu injizieren.

6.Nadel herausziehen. Um sicherzustellen, dass das Implantat injiziert wurde, prüfen, ob die weisse

Kolbenspitze an der Spitze der Nadel sichtbar ist.

Zulassungsnummer

57449 (Swissmedic).

Packungen

1× 1 Fertigspritze mit Implantat. [A]

3× 1 Fertigspritze mit Implantat. [A]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

Oktober 2016.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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