Lantus

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Lantus injizierbare Lösung
  • Darreichungsform:
  • injizierbare Lösung
  • Zusammensetzung:
  • insulinum glarginum 3.64 mg Endwerte. insulinum glarginum 100 U., Zink, glycerolum (85 per hundert), conserv.: metacresolum 2,7 mg, Wasser iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Lantus injizierbare Lösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Biotechnologika
  • Therapiebereich:
  • Diabetes mellitus

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 55346
  • Berechtigungsdatum:
  • 16-05-2002
  • Letzte Änderung:
  • 11-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Lantus®

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Was ist Lantus und wann wird es angewendet?

Lantus ist eine klare, farblose Injektionslösung, die Insulin Glargin enthält. Insulin Glargin ist ein

verändertes Insulin, das dem Humaninsulin sehr ähnlich ist. Es wird mittels gentechnisch veränderter

Mikroorganismen hergestellt. Insulin Glargin zeigt eine lang anhaltende und gleichmässige

blutzuckersenkende Wirkung.

Lantus wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Senkung eines zu hohen

Blutzuckerspiegels (= Glykämie) bei Patienten (Erwachsene, Jugendliche oder Kinder ab 2 Jahren)

mit Diabetes mellitus eingesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der der Körper

nicht ausreichend Insulin produziert, um den Blutzucker zu kontrollieren (Zuckerkrankheit).

Was sollte dazu beachtet werden?

Bitte halten Sie sich hinsichtlich der Dosierung, Überwachung (Blut- und Urintests), Diät und

körperlichen Aktivität (körperliche Arbeit und sportliche Betätigung) genau an die mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin besprochenen Anweisungen. Wenn Ihr Arzt Ihnen Lantus als Ersatz für Toujeo®

verschrieben hat (Insulin Glargin 300 Einheiten/ml), müssen Sie seine Anweisungen sorgfältig

befolgen, denn selbst wenn der Wirkstoff identisch ist, kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Informieren Sie immer alle Personen, die Sie behandeln und betreuen, darüber, dass Sie Insulin

brauchen.

Klären Sie vor Reisen alle Fragen, die Ihre Behandlung betreffen, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Informieren Sie sich z.B. über die Verfügbarkeit Ihres Insulins im besuchten Land, denken Sie an

einen ausreichenden Vorrat an Insulin, Injektionszubehör usw., die richtige Aufbewahrung des

Insulins während der Reise, Essens- und Insulinzeiten während der Reise, die Umstellung auf andere

Zeitzonen und mögliche neue Gesundheitsrisiken in den besuchten Ländern.

Wann darf Lantus nicht angewendet werden?

Lantus darf nicht angewendet werden, wenn Sie auf Insulin Glargin oder einen der sonstigen

Bestandteile des Arzneimittels allergisch reagieren.

Wann ist bei der Anwendung von Lantus Vorsicht geboten?

Beim mit Insulin behandelten Zuckerkranken besteht grundsätzlich das Risiko der Unterzuckerung

(Hypoglykämie), besonders bei unregelmässigen Injektionen, unregelmässiger Nahrungsaufnahme,

bei stark schwankenden oder bei durchschnittlich tiefen Blutzuckerwerten sowie zu

Behandlungsbeginn. Dies kann ihre Sicherheit z.B. beim Führen eines Autos oder beim Bedienen

von Maschinen beeinträchtigen. Alkoholkonsum erhöht die Gefährdung zusätzlich, indem er in der

Leber den Abbau von Stärke zu Zucker hemmt.

Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie früher schwere Hypoglykämien durchgemacht haben, oder wenn

Sie, z.B. mit Mehrfachinjektionen nach dem Basis-Bolussystem, eine besonders tiefe

Blutzuckereinstellung zu erreichen versuchen.

Abgeschwächte Warnsymptome der Unterzuckerung (Hypoglykämie)

In gewissen Situationen können die Warnsymptome der Hypoglykämie abgeschwächt sein, so dass

diese überraschend auftreten kann: siehe unter «Nebenwirkungen».

Um der Hypoglykämie vorbeugen zu können, sollten Sie Trauben- oder Würfelzucker o. ä. mit sich

tragen und bei ersten Anzeichen einnehmen. Sie sollten Ihren Diabetikerausweis immer mit sich

führen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie gleichzeitig

andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa).

Dies ist wichtig, weil diese Arzneimittel die Wirkung von Insulin und/oder den Blutzuckerspiegel

beeinflussen können. In diesem Fall kann es notwendig sein, die verabreichte Insulinmenge

entsprechend anzupassen, um zu niedrige oder zu hohe Blutzuckerspiegel zu vermeiden.

Berücksichtigen Sie dies nicht nur dann, wenn Sie ein neues Arzneimittel einnehmen, sondern auch,

wenn Sie es wieder absetzen.

Die nachfolgende Liste erwähnt Beispiele von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln; Ihr

Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin ist im Besitz einer ausführlichen Liste!

Zu den Arzneimitteln, die Ihren Blutzucker senken können, zählen andere Antidiabetika und gewisse

andere Arzneimittel z.B. zur Behandlung des Bluthochdrucks, von Infektionskrankheiten, von

Depressionen und von Fieber/Schmerzen (Aspirin). Alkohol kann eine Hypoglykämie

(Unterzuckerung) gefährlich verstärken. β-Blocker können die Anzeichen einer Hypoglykämie

abschwächen oder maskieren.

Zu den Arzneimitteln, die den Blutzucker erhöhen können, zählen u.a. orale Kontrazeptiva,

Kortikosteroide, gewisse AIDS-, Asthma- oder Allergiebehandlungen, sowie gewisse Neuroleptika

und Diuretika.

Marihuana-Konsum kann ebenfalls einen erhöhten Blutzucker verursachen (andere illegale

Substanzen wurden nicht getestet).

Mit einigen Arzneimitteln kann der Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen.

Fragen Sie immer nach möglichen Wechselwirkungen, wenn Ihnen ein Arzneimittel neu

verschrieben wird oder Sie in einer Apotheke ein Heilmittel kaufen. Denken Sie daran, dass

Interaktionen mit anderen Heilmitteln nicht immer voraussagbar sind und dass Blutzuckermessungen

häufig stattfinden sollten.

Nehmen Sie andere Arzneimittel grundsätzlich nur nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

ein. Alkohol wird weniger vertragen. Die erlaubte Menge ist mit dem Arzt oder der Ärztin

abzustimmen.

Ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit kann eingeschränkt sein, wenn Sie einen zu niedrigen

(Hypoglykämie) oder einen zu hohen (Hyperglykämie) Blutzucker haben, oder an Sehstörungen

leiden. Dadurch können die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die

Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt werden.

Die Insulinverabreichung darf im Krankheitsfall nicht unterbrochen werden, es kann jedoch sein,

dass Ihr Insulinbedarf in diesem Fall verändert ist. Bei Infektionen, bei Fieber oder einer Operation

kann es sein, dass Sie mehr Insulin als üblich benötigen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann die

Insulindosierung möglicherweise reduzieren, wenn Sie an einer Nieren- oder Leberfunktionsstörung

leiden.

Falls Sie an Durchfall oder Erbrechen leiden oder wenn Sie weniger als üblich essen, kann es sein,

dass Sie weniger Insulin als üblich benötigen. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Arzt bzw. eine

Ärztin. Wenn Sie an einem Typ 1-Diabetes leiden (Insulin-abhängiger Diabetes mellitus),

unterbrechen Sie Ihre Insulinbehandlung nicht und stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend

Kohlenhydrate einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden oder Allergien haben.

Da nur begrenzte Erfahrungen vorliegen, konnten die Wirksamkeit und Sicherheit von Lantus bei

Kindern unter 2 Jahren nicht beurteilt werden.

Darf Lantus während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Man verfügt noch über keine systematischen wissenschaftlichen Untersuchungen betreffend die

Verwendung von Lantus während der Schwangerschaft. Lantus kann während der Schwangerschaft

und Stillzeit wenn es von Ihrem Arzt oder Ärztin verschrieben worden ist angewendet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger

geworden sind. Der Insulinbedarf ändert sich während der Schwangerschaft und nach der Geburt.

Für die Gesundheit Ihres Babys ist es wichtig, dass Ihre Blutzuckerwerte besonders sorgfältig

überwacht und Unterzuckerungen (Hypoglykämien) vermieden werden.

Wenn Sie stillen, kann eine Anpassung Ihrer Insulindosierung und Diät erforderlich werden.

Wie verwenden Sie Lantus?

Entsprechend Ihrer Lebensweise und der Ergebnisse der Blutzuckerbestimmungen wird Ihr Arzt oder

Ihre Äerztin:

·bestimmen, wie viel Lantus Sie pro Tag benötigen,

·Ihnen sagen, wann Sie Ihren Blutzucker kontrollieren und ob Sie Urintests durchführen müssen,

·Ihnen mitteilen, wann Sie möglicherweise eine höhere oder niedrigere Dosis Lantus spritzen

müssen,

·Ihnen zeigen, in welchen Hautbereich Sie Lantus spritzen müssen.

Lantus ist ein lang wirkendes Insulin. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verordnet es Ihnen möglicherweise in

Kombination mit einem kurz wirkenden Insulin oder zusammen mit Tabletten gegen hohen

Blutzucker.

Ihr Blutzuckerspiegel (Glykämie) kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Sie sollten diese

Faktoren kennen, um auf Veränderungen Ihres Blutzuckerspiegels richtig reagieren zu können und

um Über- bzw. Unterzuckerungen zu vermeiden (siehe auch unter «Nebenwirkungen»).

Lantus wird einmal täglich, jeden Tag zur gleichen Zeit, verabreicht. Es wird unter die Haut injiziert.

Spritzen Sie Lantus nicht in eine Vene, da dies seine Wirkungsweise verändert und zu einer

Unterzuckerung führen kann.

Wechseln Sie bei jeder Injektion die Einstichstelle innerhalb des gewünschten Hautbereiches.

Bitte kontrollieren Sie vor jeder Anwendung das Etikett, damit Sie verschiedene Insuline auf keinen

Fall verwechseln. Schauen Sie sich die Kartusche vor Gebrauch genau an. Verwenden Sie diese nur,

wenn die Lösung klar, farblos und wässerig ist und keine sichtbaren Teilchen enthält. Lantus ist eine

injektionsfertige Lösung und muss vor der Anwendung nicht geschüttelt oder gemischt werden.

Wenn Sie mit einem anderen wiederverwendbaren Insulinpen zwei verschiedene Insulintypen

spritzen, verwenden Sie unbedingt für jeden Typ einen andersfarbigen Pen.

Achten Sie darauf, dass weder Alkohol noch andere Desinfektionsmittel oder sonstige Substanzen

das Insulin verunreinigen. Mischen Sie Lantus nicht mit anderen Insulinen oder Arzneimitteln. Nicht

verdünnen. Mischen oder Verdünnen kann die Wirkung von Lantus verändern.

Lantus in Kartuschen wurde für den Einsatz im ClikSTAR, AllStar PRO oder im JuniorSTAR

entwickelt. Die dem Pen beigefügte Bedienungsanleitung enthält Angaben zur richtigen Anwendung

(einlegen der Kartusche, befestigen der Nadel und verabreichen der Insulindosis). Bewahren Sie die

Kartusche vor dem Einsetzen in den Pen 1–2 Stunden bei Raumtemperatur auf. Entfernen Sie vor

dem Spritzen alle Luftblasen. Wenn der Insulinpen beschädigt ist oder nicht einwandfrei funktioniert

(infolge mechanischem Defekt), muss er entsorgt und ein neuer Pen verwendet werden. Leere

Kartuschen dürfen nicht wieder aufgefüllt werden. Wenn der Insulinpen ausfällt, können Sie das

Insulin auch aus der Kartusche in eine Spritze aufziehen und injizieren. Halten Sie für diesen Fall

Spritzen und Nadeln vorrätig. Beachten Sie aber, dass Sie nur Spritzen verwenden, die für eine

Insulinstärke von 100 Einheiten. pro Milliliter vorgesehen sind.

Bitte besprechen Sie im voraus mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, was zu tun ist, wenn Sie sich zuviel

Lantus gespritzt haben, eine Dosis ausgelassen oder eine zu niedrige Dosis injiziert haben. Die vom

Arzt bzw. von der Ärztin festgelegte Einstellung (tägliche Insulindosis, Diät und gewohnte

körperliche Betätigung) ist gewissenhaft einzuhalten und darf nicht eigenmächtig geändert werden.

Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt

oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Lantus haben?

Bei der Verabreichung wurde über versehentliches Vertauschen des Insulins Glargin mit anderen

Insulinen, insbesondere schnell wirksamen Insulinen, berichtet. Um Medikationsfehler bei den

verschiedenen Insulinformen zu vermeiden, sollten Sie stets vor der Injektion das Etikett des Insulins

überprüfen.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Lantus auftreten:

1. Die wichtigste, plötzlich auftretende und gesundheitsgefährdende unerwünschte Wirkung einer

Insulinbehandlung ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). Sie ist im allgemeinen gekennzeichnet

durch einen Blutzuckerabfall unter 2-3 mmol/l.

a) Folgende Anzeichen weisen auf eine Hypoglykämie hin

Schwitzen, Hungergefühl, Zittern (sogenannte vegetative Warnsymptome, die durch die

Gegenreaktion des Körpers auf die Unterzuckerung entstehen), Herzklopfen, Kopfschmerzen, sowie

Konzentrationsstörungen, auffälliges Verhalten und Bewusstseinsstörungen (Reizbarkeit,

Aggressivität, Verwirrtheit, Benommenheit) und Koordinations-, Seh- oder Sprachstörungen. Wird

die Behandlung unterlassen, kann es zur Bewusstlosigkeit kommen. Diese Zeichen entstehen, weil

das Gehirn zuwenig Zucker erhält.

b) Abgeschwächte veränderte Warnzeichen der Hypoglykämie

Besonders bei Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte, aber auch bei lange bestehender

Zuckerkrankheit, bei Präparatewechsel u.a. können die vegetativen Warnsymptome der

Hypoglykämie abgeschwächt sein (siehe oben). Dies wurde von einigen Patienten nach Umstellung

von tierischem auf humanes Insulin, aber auch sonst gelegentlich bei Präparatewechsel, beobachtet.

Eine Hypoglykämie kann sich dann auch primär und überraschend durch Konzentrationsstörungen,

auffälliges Verhalten und Bewusstseinsstörungen anzeigen, die dazu führen können, dass Sie u.U.

nicht früh genug mit Einnahme von Zucker reagieren. Achten Sie selbst auf diese veränderten

Symptome und weisen Sie auch ihre Umgebung darauf hin.

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat soll nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und

nach entsprechender Instruktion erfolgen. Auch Dosis und Zeitpunkt der Injektion sollen nur nach

Absprache mit dem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder auf seine/ihre Anweisung geändert werden.

c) Behandlung der Hypoglykämie

Nehmen Sie bei ersten Anzeichen Trauben- oder Würfelzucker (mindestens 2–4 Stück) ein. Bei noch

erhaltenem Bewusstsein kann Würfelzucker auch durch eine Fremdperson zwischen Wange und

Zahnreihe gelegt werden. Bei schweren Fällen eventuell Glucagon 0,5–1 mg durch eine Hilfsperson

oder den Arzt bzw. die Ärztin injizieren lassen, wonach Sie sobald als möglich

Zucker/kohlenhydratreiche Nahrung (Brot, Obst) einnehmen.

d) Ursachen der Hypoglykämie

Insbesondere das Auslassen einer Mahlzeit, aussergewöhnliche körperliche Anstrengung, Erbrechen,

allenfalls Durchfall oder eine Insulinüberdosierung kommen in Frage, ebenso Erkrankungen, die den

Insulinbedarf vermindern, oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Nach jeder schweren

Hypoglykämie ist der Arzt oder die Ärztin zu informieren, und die Blutzuckereinstellung ist zu

überprüfen.

2. Ein Ansteigen des Blutzuckers auf überhöhte Werte kann innert Stunden oder einem Tag zum

diabetischen Coma mit Bewusstlosigkeit führen. Als Ursache kommen Diätfehler, Auslassen oder

Verringern der Insulininjektionen oder Missachten eines erhöhten Insulinbedarfs (Infektionen mit

oder ohne Fieber) in Frage. Nehmen Sie bei folgenden Anzeichen sofort mit Ihrem Arzt oder Ihrer

Ärztin Kontakt auf: zunehmender Durst, grosse Urinmengen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, schnelle

und tiefe Atmung, hohe Glukosewerte im Blut, hohe Glukose- und Acetonwerte im Urin.

3. Weitere Nebenwirkungen: Ausgeprägte Schwankungen (Verbesserung oder Verschlechterung)

Ihrer Blutzuckereinstellung können zu einer vorübergehenden Einschränkung des Sehvermögens

führen. Wenn Sie an einer proliferativen Retinopathie leiden (eine durch die Zuckerkrankheit

verursachte Augenerkrankung), können schwere Unterzuckerungen zu einer vorübergehenden

Erblindung führen.

Wenn Sie Insulin zu häufig an dieselbe Hautstelle spritzen, kann das Fettgewebe unter der Haut

schrumpfen oder auch wachsen (sog. Lipodystrophie). Insulin, das an dieser Stelle gespritzt wird,

wirkt möglicherweise schlechter. Ein Wechsel der Einstichstelle bei jeder Injektion kann helfen,

diese Fettgewebsveränderungen zu vermeiden.

Bei 3–4% der Patienten kann es zu Reaktionen an der Einstichstelle kommen (z.B. Rötung,

ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddelbildung, Schwellung oder

Entzündung). Sie können sich auch auf die Umgebung der Einstichstelle ausbreiten. Die meisten

leichteren Reaktionen bilden sich gewöhnlich innerhalb von wenigen Tagen bzw. Wochen zurück.

Wenn diese Erscheinungen wenige Minuten bis eine halbe Stunde nach Injektion auftreten und nicht

auf die Injektionsstelle beschränkt bleiben, ist sofort der Arzt oder die Ärztin zu verständigen.

Schwere allergische Reaktionen auf Insulin sind selten. Derartige Reaktionen auf Insulin oder einen

der Hilfsstoffe können zu grossflächigen Hautreaktionen, starken Haut- und

Schleimhautschwellungen (Angioödem), Atemnot, Blutdruckabfall sowie in Ausnahmenfällen zu

Kreislaufversagen führen.

Eine Behandlung mit Insulin kann die Bildung von Antikörpern (Abwehrstoffen des Körpers) gegen

das körperfremde Insulin auslösen. In seltenen Fällen kann dies eine Anpassung der Insulindosierung

erfordern.

Selten bis gelegentlich kann die Insulinbehandlung auch zu einer vorübergehenden

Wassereinlagerung führen, die sich als Schwellungen in den Unterschenkeln und Knöcheln äussern

kann.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren. Um ernste Folgen zu vermeiden,

informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn eine Nebenwirkung schwer ist,

plötzlich auftritt oder sich schnell verschlechtert.

Was ist ferner zu beachten?

Vor der ersten Anwendung

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Umkarton mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Lantus muss bei +2 °C bis +8 °C im Kühlschrank aufbewahrt werden. Nicht einfrieren!

Kontakt des Behälters mit dem Gefrierfach oder Kühlelementen vermeiden. Einmal gefrorene

Lösungen dürfen nicht mehr verwendet werden. In der Originalverpackung und lichtgeschützt

aufbewahren.

Nach der ersten Anwendung

Im Gebrauch befindliche (d.h. im Insulinpen oder als Reserve mitgeführte) Patronen können bei

Raumtemperatur von nicht über 30 °C maximal 4 Wochen aufbewahrt werden und dürfen während

dieser Zeit nicht mehr im Kühlschrank gelagert werden. Nach Ablauf dieser Frist muss das

Medikament entsorgt werden, auch wenn es noch nicht angebrochen wurde. Aus diesem Grund

empfiehlt es sich, das Entnahmedatum auf dem Etikett des Behälters zu notieren.

Vor Licht schützen.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sollte sich das Aussehen des Lantus verändern (siehe unter «Wie verwenden Sie Lantus?»), oder

wenn Sie vermuten, dass das Insulin nicht mehr in Ordnung ist, zeigen Sie es Ihrem Arzt oder

Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Lantus enthalten?

1 ml der Lösung enthält 100 Einheiten des Wirkstoffs Insulin Glargin.

Hilfsstoffe: Zink, Glycerol, Natriumchlorid; Konservierungsmittel: Metacresol; Wasser für

Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

55346 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Lantus? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Lantus ist in folgenden Packungen erhältlich:

5 Kartuschen zu 3 ml (300 Einheiten) für den ClikSTAR, AllStar PRO oder den Junior Star.

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

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