Lanitop

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Lanitop 0,2 mg - Ampullen
  • Einheiten im Paket:
  • 5 x 2 ml, Laufzeit: 60 Monate,25 x 2 ml, Laufzeit: 60 Monate,100 x 2 ml, Laufzeit: 60 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Lanitop 0,2 mg - Ampullen
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Metildigoxin
  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 14952
  • Berechtigungsdatum:
  • 22-11-1971
  • Letzte Änderung:
  • 01-12-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

- 1 -

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

LANITOP

®

0,2 mg - Ampullen

Metildigoxin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist LANITOP und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von LANITOP beachten?

Wie ist LANITOP anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist LANITOP aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist LANITOP und wofür wird es angewendet?

Metildigoxin, der Wirkstoff von LANITOP, gehört in die Gruppe der Digitalisglykoside und ist eine

aus der Fingerhutpflanze (lateinisch: Digitalis) gewonnene Substanz, die die Pumpfunktion des

Herzens verbessert und den Herzrhythmus beeinflusst.

Anwendungsgebiete

Herzleistungsminderung

(manifeste

chronische

Herzinsuffizienz

aufgrund

systolischer

Dysfunktion)

bestimmte Herzrhythmusstörungen

zu schnelle Herzschlagfolge bei Vorhofflimmern/Vorhofflattern

anfallsweise auftretendes Vorhofflimmern/Vorhofflattern (in Kombination mit anderen

frequenzregulierenden Medikamenten)

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von LANITOP beachten?

LANITOP - Ampullen dürfen nicht angewendet werden bei bzw. wenn

Sie allergisch gegen Metildigoxin, andere Digitalisglykoside oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile von LANITOP sind

Digitalisvergiftung

erhöhtem Kalziumgehalt im Blut

Kalium- oder Magnesiummangel

deutlich verlangsamtem Puls

von den Herzkammern ausgehend deutlich beschleunigtem Puls

bestimmten

Herzrhythmusstörungen

(AV-Block

oder

Grades;

pathologische

Sinusknotenfunktion,

ausgenommen

Schrittmacher-Therapie;

Wolff-Parkinson-White-

Syndrom)

- 2 -

Herzmuskelverdickung

Behinderung

Blutstroms

(hypertrophe,

obstruktive

Kardiomyopathie)

krankhafter,

örtlich

begrenzter

Erweiterung

bzw.

Ausbuchtung

Hauptschlagader

Brustraumbereich (thorakales Aortenaneurysma)

durch

Halsschlagadern

reflektorisch

ausgelöstem

langsamen

Herzschlag

Ohnmachtsanfällen (Karotis-Sinus-Syndrom)

vorgesehener Stromstoßtherapie des Herzens (Kardioversion)

gleichzeitiger Behandlung mit Kalziumpräparaten, v.a. die intravenöse Anwendung

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor LANITOP bei Ihnen angewendet wird.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von LANITOP ist erforderlich bei erhöhtem Kaliumgehalt im

Blut, schweren Lungenerkrankungen, Lungenüberblähung (Emphysem) und Sauerstoffmangel sowie

bei folgenden Herzerkrankungen: durch Erkrankungen der Lunge ausgelöste Herzerkrankung (Cor

pulmonale), akutem Herzinfarkt, Erkrankungen des Herzmuskels, bestimmten Herzrhythmusstörungen,

Herzbeutelentzündung, bestimmte Herzklappenverengung mit Ansammlung von Gewebsflüssigkeit in

der Lunge (Mitralstenose mit Lungenödem).

Bereits

Herzglykosiden

vorbehandelte

Patienten

sollten

Umstellung

Metildigoxin

besonders engmaschig kontrolliert werden.

Wenn Sie an einer Störung der Nierenfunktion leiden oder einen Kaliummangel aufweisen, können

Zeichen

einer

Überdosierung

auftreten.

Arzt

wird

daher

regelmäßig

untersuchen

Kontrollen der Nierenfunktion und der Konzentrationen bestimmter Mineralstoffe im Blut anordnen.

Bei Störungen im Mineralstoffhaushalt (z.B. bei zuviel Kalium im Blut) sowie bei Störungen im

Säure/Basen-Haushalt

wird

Arzt

LANITOP

unter

besonderer

Vorsicht

verordnen

Störungen im Mineralstoff-Haushalt langsam korrigieren.

erhöhter

Gehalt

Kalzium

Blut

(Hyperkalzämie)

Risiko

für

ernsthafte

Nebenwirkungen erhöht, muss die Einnahme von Kalzium vermieden werden.

Bei älteren Patienten, bei eingeschränkter Nierenfunktion oder einer Störung der Schilddrüsenfunktion

wird der Arzt eine Anpassung der Dosis vornehmen.

Um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten und Schäden zu vermeiden, müssen Sie weiters

folgendes beachten:

Erste Anzeichen von Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4 "Welche Nebenwirkungen sind möglich")

sind einem Arzt unverzüglich zu melden.

Sie müssen Ihrem Arzt - soweit Ihnen bekannt - über bestehende Krankheiten oder Leiden berichten,

vor allem wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist.

Eine Schwangerschaft oder das Stillen ist dem Arzt zu melden.

Die vom Arzt angeordneten Laborkontrollen sind einzuhalten.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Lanitop-Ampullen kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Die Anwendung von Lanitop-Ampullen als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit

führen.

Anwendung von LANITOP - Ampullen zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von LANITOP mit anderen Arzneimitteln kann die Wirkung von

LANITOP abgeschwächt oder verstärkt werden, das Auftreten von Nebenwirkungen am Herzen kann

häufiger vorkommen oder auch die Empfindlichkeit für LANITOP kann erhöht sein.

- 3 -

Ihr Arzt wird Sie beraten, wobei es mit folgenden Arzneimitteln zu einer gegenseitigen Beeinflussung

kommt:

Abführmittel;

harntreibende bzw. entwässernde Arzneimittel;

Chininhaltige Arzneimittel und Lebensmittel;

bestimmte Antibiotika und Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose, sowie bestimmte

Medikamente gegen Pilzerkrankungen;

bestimmte Hormone (ACTH, Cortison);

bestimmte Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente;

Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (auch pflanzliche Präparate mit Johanniskraut),

sowie bestimmte Beruhigungs- und Schlafmittel;

längere Anwendung von Zuckerlösungen als Infusionen;

Kreislauf-stärkende

Arzneimittel

(Ephedrin,

Adrenalin),

Arzneimittel

Behandlung

Herzrhythmusstörungen und zur Behandlung von Bluthochdruck;

muskelerschlaffende Arzneimittel;

Kalzium- oder Kalium-haltige Präparate (Kalzium darf nicht in Form einer Infusion verabreicht

werden);

möglicherweise Cumarin-Präparate (blutverdünnende Arzneimittel);

Arzneimittel zur Behandlung einer Schilddrüsenunter- oder -überfunktion;

Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen und AIDS (Ritonavir)

Arzneimittel zur Behandlung von zu hohem Cholesterinspiegel (Atorvastatin)

Arzneimittel zur Hemmung der Immunabwehr (Ciclosporin)

Arzneimittel zur Behandlung von Tumorerkrankungen;

Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen;

Arzneimittel zur Behandlung von bestimmten Lungenerkrankungen (Salbutamol, Theophyllin);

Arzneimittel mit dem Wirkstoff Penicillamin.

Anwendung von LANITOP zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Wirkung von Lanitop kann durch übermäßigen Verzehr von Lakritze reduziert werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

bisher

keine

fruchtschädigende

Wirkung

bekannt,

dennoch

muss

eine

Anwendung

LANITOP in der Schwangerschaft kritisch abgewogen werden und darf nur dann erfolgen, wenn der

potentielle Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für den Fötus rechtfertigt, worüber Ihr Arzt

entscheiden wird. Während der Schwangerschaft wird Ihr Arzt die LANITOP-Behandlung besonders

sorgfältig

überwachen

Dosis

entsprechend

anpassen.

Nach

Überdosierung

Schwangerschaft wurde auch über Symptome einer Überdosierung beim Fötus berichtet.

Über eine Einnahme von LANITOP während der Stillzeit entscheidet der Arzt. Der Wirkstoff von

LANITOP tritt in die Muttermilch über; nachteilige Wirkungen auf den Säugling wurden nicht

beobachtet. Dennoch muss die Herzfrequenz des Säuglings überwacht werden, sodass die Anwendung

von LANITOP während der Stillzeit nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen darf.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

LANITOP hat geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durch das Auftreten möglicher Nebenwirkungen wie Schwindel und Müdigkeit.

LANITOP 0,2 mg - Ampullen enthalten

5 Vol.-% Alkohol

Dieses Arzneimittel enthält geringe Mengen an Ethanol (Alkohol), weniger als 100 mg pro Ampulle.

- 4 -

3.

Wie ist LANITOP anzuwenden?

Dieses Arzneimittel wird Ihnen von Ihrem Arzt verabreicht.

Die Empfindlichkeit gegenüber Digitalisglykosiden ist unterschiedlich. Der Arzt berücksichtigt bei der

Dosierung Alter, Gewicht, Nieren- und Leberfunktion sowie die geringe therapeutische Breite von

LANITOP. Eine regelmäßige Kontrolle des klinischen Bildes bei gleichzeitiger Überwachung der

Wirkstoff-Serumkonzentrationen ist zu empfehlen.

Der Arzt wird LANITOP 0,2 mg - Ampullen in Form einer langsamen intravenösen Injektion (zur

intravenösen Anwendung, Einspritzung in eine Vene) verabreichen.

Er wird für Sie die geeignete Dosierung festlegen und täglich ¼ Ampulle bis maximal 3 x täglich

1 Ampulle LANITOP verabreichen.

Der Patient soll dabei liegen und ist nach erfolgter Injektion noch ca. ½ Stunde unter Beobachtung zu

halten.

LANITOP wird als intravenöse Injektion eingesetzt, wenn ein schneller Wirkungseintritt erwünscht ist

oder eine Einnahme in Form von Tabletten nicht möglich ist.

Über die Dauer der Anwendung von LANITOP - Ampullen entscheidet Ihr Arzt.

Dosierungshinweise für den Arzt sind am Ende dieser Gebrauchsinformation angeführt.

Wenn LANITOP in zu großen Mengen angewendet wurde

Bei Überdosierung (verstärktes Auftreten von Nebenwirkungen) ist sofort ein Arzt zu verständigen,

der weitere therapeutische Schritte einleiten wird.

Überdosierungshinweise für den Arzt sind am Ende dieser Gebrauchsinformation angeführt.

Wenn eine Anwendung von LANITOP vergessen wurde oder die Behandlung mit LANITOP

abgebrochen wurde

Eine unterlassene Anwendung kann zu einer Verschlechterung der bestehenden Erkrankung führen,

deshalb sollte diesbezüglich der behandelnde Arzt informiert werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig: 1 bis10 Behandelte von 100

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Für LANITOP besteht eine individuell stark unterschiedliche Empfindlichkeit, die Dosierung muss

sehr exakt erfolgen. Besonders bei Störungen im Mineralstoffhaushalt oder bei höherer Dosierung

kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen, die meist schon Zeichen einer Überdosierung

darstellen:

Herzerkrankungen

Sehr häufig:

stark

verlangsamter

oder

beschleunigter

Puls,

verschiedene

Arten

- 5 -

Herzrhythmusstörungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten:

Verminderung der Anzahl der Blutplättchen

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit

Selten:

zeitweiliger

Gedächtnisverlust,

Bewegungsstörungen,

Störungen

Sprechvermögens, Empfindungsstörungen (z.B. Kribbeln, Einschlafen der Glieder)

Augenerkrankungen

Selten:

Sehstörungen (z.B. Farbsehen, Gesichtsfeldausfall, Lichtempfindlichkeit)

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Sehr häufig:

Appetitlosigkeit, Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Übelkeit, Erbrechen

Selten:

Durchfälle, Bauchschmerzen

Sehr selten:

Schwerste

Durchblutungsstörungen

Darmschleimhaut,

Gefäßverschluss

Bauchraum (Mesenterialinfarkt)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten:

Muskelschwäche

Störungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Selten:

besonders bei Langzeitgebrauch Brustvergrößerung bei Frauen sowie Brustentwicklung

besonders bei älteren Männern aber auch bei Kindern

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht

bekannt:

Schwäche, übermäßiges Schwitzen, Schwindel

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

allergische

Reaktionen

nesselsuchtartige

oder

scharlachartige

Hautausschläge,

Juckreiz,

Blutbildveränderungen

(erkennbar:

starke

Müdigkeit,

Blässe),

Hautschwellung,

Fieber

Gelenksentzündung,

Hautrötung,

Hautveränderungen

(Lupus erythematodes-ähnliche Erscheinungen)

Psychiatrische Erkrankungen

Selten:

Depressionen,

Verwirrtheitszustände

oder

ohne

Bewusstseinstrübung,

Krampfanfälle,

Verwirrtheit,

psychische

Veränderungen,

Wahnvorstellungen,

Reizbarkeit, Desorientiertheit, Unruhe, Albträume, Teilnahmslosigkeit

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist LANITOP aufzubewahren?

- 6 -

Für

dieses

Arzneimittel

sind

bezüglich

Temperatur

keine

besonderen

Lagerungsbedingungen

erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton/Behältnis

nach

verwendbar

bis:

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nur zur einmaligen Entnahme. Restmengen sind zu verwerfen

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was LANITOP enthält

Der Wirkstoff ist: Metildigoxin; eine Ampulle enthält 0,2 mg Metildigoxin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Ethanol 96 %, Propylenglykol, Wasser für Injektionszwecke.

Wie LANITOP aussieht und Inhalt der Packung

LANITOP - Ampullen enthalten 2 ml einer klaren, farblosen Injektionslösung.

Sie erhalten Packungen zu 5, 25 oder 100 x 2 ml.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH

Ziegelhof 24

17489 Greifswald

Deutschland

Z. Nr.:

14.952

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2018.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweis für den Arzt betreffend Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Glykosidempfindlichkeit

individuell

verschieden.

Daher

können

folgenden

Dosierungsangaben nur grobe Richtlinien bilden. Bei der Dosierung von Herzglykosiden sind Alter,

Gewicht, Nieren- und Leberfunktion sowie die geringe therapeutische Breite von Metildigoxin zu

berücksichtigen. Eine regelmäßige Kontrolle des klinischen Bildes bei gleichzeitigem Monitoring der

Metildigoxin-Serumkonzentrationen ist zu empfehlen. Wegen der geringen therapeutischen Breite von

herzwirksamen Glykosiden

wie Metildigoxin

ist eine

sorgfältig überwachte Einstellung

auf die

individuelle therapeutische Dosis erforderlich.

Langsame Sättigung für nicht akute Formen = Erhaltungsdosis

Im Falle eines niedrigeren Glykosidbedarfs (z.B. geringes Körpergewicht, Hypothyreose):

0,05 - 0,1 mg Metildigoxin täglich (1 x ¼ - ½ Ampulle täglich = ½ - 1 ml).

Bei erhöhtem Glykosidbedarf, wie z.B. bei Patienten mit Vorhofflimmern oder Hyperthyreose und

Fieber, ist fallweise eine Erhaltungsdosis von 0,2 - 0,3 mg Metildigoxin täglich (1 - 1 ½ Ampullen

täglich = 2 - 3 ml) erforderlich.

Die durchschnittliche Erhaltungsdosis beträgt 0,15 mg Metildigoxin täglich.

Mittelschnelle Sättigung

0,4 mg Metildigoxin Tagesdosis (2 x 1 Ampulle täglich = 4 ml) über 3 (- 5) Tage

Schnelle Sättigung (z.B. bei akuten Formen der Herzinsuffizienz)

0,6 mg Metildigoxin Tagesdosis (3 x 1 Ampulle täglich = 6 ml) über 2 (- 4) Tage

Spezielle Dosierungsvorschriften

Ältere Patienten

Gerade bei älteren Patienten (älter als 65 Jahre) muss die Dosis entsprechend der Nierenfunktion

angepasst werden. Es muss bedacht werden, dass sich bei älteren Patienten eine eingeschränkte

Nierenfunktion

nicht

durch

einen

höheren

Serumkreatininspiegel

ausdrückt,

dieser

Patientengruppe eine verminderte Kreatinin-Produktion vorliegen kann. Aus diesem Grund ist es

wichtig zur Dosisfindung eine Ermittlung der Kreatinin-Clearance durchzuführen, da diese als ein

zuverlässiger Parameter für die Einschätzung der Nierenfunktion gilt.

Kinder (einschließlich Säuglinge)

Die Dosierung bei Kindern und Säuglingen richtet sich nach dem Körpergewicht.

Therapeutische Dosis, sowie Toleranz-Dosis können von Kind zu Kind stark schwanken. Eine

sorgfältige Überwachung auf Zeichen einer Überdosierung ist erforderlich. Vor allem bei Früh- und

Neugeborenen sind Metildigoxinspiegel-Bestimmungen zu empfehlen.

Eine Schnelldigitalisierung ist besonders bei Säuglingen mit der Gefahr von

Intoxikationserscheinungen verbunden und sollte daher nur in Notfällen durchgeführt werden.

Zur Anwendung bei Kindern empfiehlt sich folgendes Dosierungsschema:

Die Dosierungsangaben sind nur als Anhaltswerte anzusehen. Es sollte stets berücksichtigt werden,

dass der Glykosidbedarf, die Vollwirkdosis, die Glykosidempfindlichkeit und die therapeutische

Breite individuelle und krankheits- bzw. stoffwechselbedingte Unterschiede aufweisen.

Eine Vollsättigung stellt sich in ca. 3 Tagen ein, dann soll mit der Erhaltungsdosis (siehe Tabelle)

fortgesetzt werden.

Die in der Tabelle angegebenen Tagesdosen sind in 2 - 3 Einzelgaben pro Tag zu verabreichen.

Tabelle: Tagesdosen für Lanitop 0,2 mg - Ampullen bei Kindern

- 8 -

(Aus den Kardiologischen Abteilungen der Universitäts-Kinderkliniken Erlangen, Hamburg und Würzburg.)

Vollsättigung

Alter

Gewicht

Vollsättigungs-

dosis

Tag:

50 %

3. Tag: 30 %

Erhaltung

Tag 20%

Jahre

mg Metildigoxin

ml Lanitop/ Tag

ml Lanitop / Tag

ml Lanitop / Tag

Früh-

Neugeborene

1. - 4. Woche

0,03

0,06

0,09

0,12

10,5

0,20

0,23

0,26

0,30

0,34

0,37

0,40

0,43

0,45

0,48

0,50

0,55

0,58

0,60

0,65

0,70

0,73

0,75

0,80

0,83

0,85

0,88

0,90

0,95

0,98

1,00

1,05

1,10

1,13

1,15

1,18

1,20

1,25

1,30

1,35

1,40

- 9 -

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis reduziert werden. Die Dosis muss entsprechend

der verminderten Kreatinin-Clearance nach folgendem Schema angepasst werden:

Kreatinin-Clearance

Dosisreduktion

> 70 ml/min

Erhaltungsdosis

> 45 ml/min

½ der Erhaltungsdosis

> 30 ml/min

⅓ der Erhaltungsdosis

< 30 ml/min

¼ der Erhaltungsdosis

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

vorgeschlagenen

Dosierungsrichtlinien

können

angewendet

werden,

doch

sollte

diesen

Patienten besonders sorgfältig auf Zeichen einer Digitalisintoxikation geachtet werden.

Patienten mit Störungen der Schilddrüsenfunktion

Bei Patienten mit Hypothyreose sollte die Dosis reduziert werden; bei einer Hyperthyreose kann

abhängig vom Hormonspiegel eine Dosiserhöhung erforderlich sein.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft muss die Dosis individuell den Bedürfnissen angepasst werden. In den letzten

präpartalen Wochen besteht häufig ein erhöhter Glykosidbedarf, der nach der Geburt wieder absinkt.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung.

Langsame intravenöse Injektion am liegenden Patienten. Der Patient ist nach erfolgter Injektion noch

einige Zeit (etwa ½ Stunde) unter Beobachtung zu halten.

Fällungsreaktionen

vermeiden,

sollten

Lanitop 0,2 ml - Ampullen

nicht

anderen

Injektionen gemischt werden.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Digitalisglykosiden ist üblicherweise eine Langzeitbehandlung. Die intravenöse

Anwendung von Metildigoxin sollte eingesetzt werden, wenn ein schneller Wirkungseintritt erwünscht

ist oder eine orale Applikation nicht möglich ist. Sobald es der Zustand des Patienten erlaubt, sollte

auf eine orale Therapie übergegangen werden.

Hinweis für den Arzt bei Überdosierung

Therapie von Intoxikationen

Alle therapeutischen Maßnahmen sollten unter EKG-Kontrolle erfolgen.

a) Symptomatische Therapie

Die Reihenfolge und Art der therapeutischen Maßnahmen richten sich nach dem Schweregrad der

Intoxikation.

Kontrolle der Elektrolyte und Blutgase. Eventuell Senkung der Serumkalzium-Spiegel durch Infusion

von Dinatrium-EDTA unter EKG-Kontrolle.

Bei nur leichter Metildigoxinintoxikation reichen Absetzen von Lanitop und sorgfältige Überwachung

des Patienten aus. Bedingungen, die zu einer Verminderung der Digitalistoleranz führen, sind zu

vermeiden bzw. zu korrigieren (z.B. Störungen im Elektrolyt- und/oder Säure/Basen-Haushalt).

- 10 -

Hypokaliämie

(häufig

chronischer

Überdosierung),

aber

auch

schweren

ektopen

ventrikulären und supraventrikulären Herzrhythmusstörungen mit normalem Kaliumspiegel ist die

Kaliumgabe indiziert, sofern keine Niereninsuffizienz vorliegt (1 - 2 g Kalium 4 x pro Tag oral oder

maximal 20 mval/Stunde p.inf. unter EKG-Kontrolle und Prüfung der Nierenfunktion). Bei deutlichen

Überleitungsstörungen ist die Kaliumgabe kontraindiziert. Es ist zu beachten, dass es bei akuten

Glykosidintoxikationen zu Hyperkaliämien kommen kann; diese sollten durch intravenöse Infusion

von hypertoner Glukose-Lösung und Insulin korrigiert werden.

Ein eventuell vorhandenes Magnesiumdefizit ist auszugleichen.

Antiarrhythmische Behandlung: Phenytoin (initial 125 - 250 mg langsam i.v., dann Therapie per os

fortsetzen) oder Lidocain (initial 50 - 100 mg als langsame i.v. Injektion, dann Infusion von 2 mg/min).

Bei bradykarden Rhythmusstörungen und Überleitungsstörungen: Atropin 0,5 bis 1,0 mg i.v. oder s.c.

evtl. 2 - 3mal täglich.

Bleiben diese Maßnahmen erfolglos, Kardioversion oder Einsatz eines (temporären) Schrittmachers.

b) Kausale Therapie

Für lebensbedrohliche Digitalisvergiftungen steht das digitalisbindende Antikörperfragment Digitalis-

Antidot

Verfügung,

dessen

Anwendung

nach

Möglichkeit

eine

Verträglichkeitstestung

durchgeführt werden sollte.

Das Digitalis-Antitoxin bindet Digoxin, Digoxin-Derivate und Digitoxin zu inaktiven Antikörper-

Glykosid-Komplexen und hebt so die Wirkung der Digitalisglykoside auf.

Die Serum- bzw. Plasmaspiegelmessung kann durch Antidotgabe - je nach Bestimmungsmethode -

vorübergehend sehr hohe Werte anzeigen.

Vor allem durch die selektive Hämoperfusion mit trägergebundenen Digoxinantikörpern, aber in

geringerem Umfang auch durch die Hämoperfusion mit beschichteter Aktivkohle oder Plasmapherese

kann der Körperbestand von Metildigoxin vermindert werden.

Forcierte Diurese, Hämodialyse und Peritonealdialyse sollten nicht durchgeführt werden, da sich diese

Maßnahmen zur Elimination von Digitalisglykosiden als unwirksam erwiesen haben.