Kytril

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Kytril Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 1 mg
  • Darreichungsform:
  • Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 1 mg
  • Zusammensetzung:
  • granisetronum 1 mg bis granisetroni hydrochloridum, natrii chloridum, acid citricum monohydricum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Kytril Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 1 mg
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Antiemetikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 51198
  • Berechtigungsdatum:
  • 09-10-1991
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Kytril®

Future Health Pharma GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Granisetronum ut granisetroni hydrochloridum.

Hilfsstoffe:

Filmtabletten: Excipiens pro compresso obducto. Die Fimtabletten enthalten Laktose.

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: Natrii chloridum, acidum citricum monohydricum,

aqua ad iniectabilia q.s. pro 1 ml/3 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 1 mg bzw. 2 mg Granisetron.

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung zu 1 mg Granisetron pro 1 ml bzw. 3 mg

Granisetron pro 3 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zytostatische Chemotherapie

Bei Erwachsenen zur Prophylaxe (oral, intravenös) und Therapie (intravenös) von Nausea und

Erbrechen, hervorgerufen durch eine zytostatische Chemotherapie.

Bei Kindern ab 2 Jahren zur Prophylaxe (intravenös) und Therapie (intravenös) von Nausea und

Erbrechen, hervorgerufen durch eine zytostatische Chemotherapie.

Radiotherapie

Bei Erwachsenen zur Prophylaxe (oral, intravenös) und Therapie (intravenös) von Nausea und

Erbrechen, hervorgerufen durch Strahlentherapie.

Postoperative Nausea und Erbrechen

Bei Erwachsenen zur Therapie (intravenös) von postoperativer Nausea und Erbrechen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung bei Erwachsenen

Zytostatische Chemotherapie (Prophylaxe)

Oral:

2-mal täglich 1 Filmtablette zu 1 mg oder 1-mal täglich 1 Filmtablette zu 2 mg Kytril während und

bis zu einer Woche nach Ende der zytostatischen Therapie. Die erste Dosis Kytril sollte innerhalb 1

Stunde vor Beginn der zytostatischen Therapie eingenommen werden.

Intravenös:

Patienten über 50 kg Körpergewicht: 1 Ampulle (3 mg Granisetron pro 3 ml) verdünnt in 20-50 ml

Infusionslösung, verabreicht über 5 Minuten, vor der zytostatischen Therapie. Diese 3 mg-Dosis

Ampulle kann auch als Bolusinjektion über 30 Sekunden verabreicht werden.

Patienten unter 50 kg Körpergewicht: 20-40 µg/kg Körpergewicht; vorzugsweise soll das

entsprechende Volumen der Kytril-Lösung verdünnt in 20-50 ml Infusionslösung über 5 Minuten,

vor der zytostatischen Therapie, verabreicht werden. Alternativ kann das entsprechende Volumen der

Kytril-Lösung auch als Bolusinjektion über 30 Sekunden verabreicht werden. Es stehen dafür

Ampullen zu 3 mg/3 ml und 1 mg/1 ml zur Verfügung.

Die Infusion sollte abgeschlossen sein, bevor mit der zytostatischen Therapie begonnen wird.

In klinischen Studien war bei der Mehrzahl der Patienten nur eine einzige Dosis nötig, um Nausea

und Erbrechen während 24 Stunden zu unterbinden.

Zytostatische Chemotherapie (Therapie)

Intravenös:

Bei einer kleinen Anzahl von Patienten kann ein Durchbruch von Nausea und Erbrechen

vorkommen. Wenn nötig, können innerhalb von 24 Stunden bis zu 2 zusätzliche Infusionen zu

maximal 3 mg über je 5 Minuten (im Abstand von mindestens 10 Minuten) verabreicht werden.

Die innerhalb von 24 Stunden verabreichte Dosis sollte 9 mg nicht überschreiten.

Radiotherapie (Prophylaxe)

Oral:

1-mal täglich 1 Filmtablette zu 2 mg. Die erste Dosis sollte innerhalb 1 Stunde vor Beginn der

Radiotherapie verabreicht werden.

Intravenös:

Es gelten dieselben Dosierungsempfehlungen wie für die Indikation «Zytostatische Chemotherapie

(Prophylaxe)».

Radiotherapie (Therapie)

Intravenös:

Bei einer kleinen Anzahl von Patienten kann ein Durchbruch von Nausea und Erbrechen

vorkommen. Wenn nötig, können innerhalb von 24 Stunden bis zu 2 zusätzliche Infusionen zu

maximal 3 mg über je 5 Minuten (im Abstand von mindestens 10 Minuten) verabreicht werden.

Die innerhalb von 24 Stunden verabreichte Dosis sollte 9 mg nicht überschreiten.

Postoperative Nausea und Erbrechen (Therapie)

Intravenös:

Zur Therapie von postoperativer Nausea und Erbrechen sollte eine Einzeldosis von 1 mg Kytril i.v.

langsam verabreicht werden (über 30 Sekunden).

Es bestehen Erfahrungen mit Dosen bis zu 3 mg Kytril i.v. bei Patienten, die einen geplanten

chirurgischen Eingriff unter Anästhesie erhielten.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder:

Zytostatische Therapie (Prophylaxe)

Intravenös:

Eine Einzeldosis von 20 µg/kg Körpergewicht soll als intravenöse Infusion, verdünnt in 10-30 ml

Infusionslösung, 5 Minuten vor der zytostatischen Therapie verabreicht werden.

Zytostatische Therapie (Therapie)

Intravenös:

Bis zu zwei zusätzliche Infusionen von 20 µg/kg Körpergewicht über je 5 Minuten (im Abstand von

mindestens 10 Minuten) können verabreicht werden.

Die innerhalb von 24 Stunden verabreichte Dosis sollte 3-mal 20 µg/kg Körpergewicht nicht

überschreiten.

Postoperative Nausea und Erbrechen

Bei Kindern bestehen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Kytril i.v. oder oral zur Prävention

und Therapie von postoperativer Nausea und Erbrechen.

Geriatrie, Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassungen notwendig (siehe «Übliche Dosierung bei Erwachsenen»).

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Granisetron oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

Es gibt Hinweise auf eine mögliche Überempfindlichkeitsreaktion bei Patienten, welche eine

Überempfindlichkeitsreaktion auf andere selektive 5-HT3-Rezeptorantagonisten gezeigt haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten mit Anzeichen von subakuter intestinaler Obstruktion sollten nach der Behandlung mit

Kytril gut überwacht werden, da Kytril die Motilität des unteren Darmtraktes vermindern kann.

Für ältere Patienten oder für Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sind keine

speziellen Vorsichtsmassnahmen zu treffen.

Bei gesunden Probanden wurden keine klinisch relevanten Wirkungen auf das Ruhe-EEG oder auf

die Leistung in psychometrischen Tests nach intravenöser Verabreichung bei getesteten Dosen (bis

zu 200 µg/kg) beobachtet.

Unter Behandlung mit Kytril sind Fälle von EKG-Veränderungen einschliesslich einer QT-

Verlängerung aufgetreten. Diese EKG-Auffälligkeiten bei Anwendung von Kytril waren geringfügig

und im Allgemeinen klinisch nicht relevant, da sich insbesondere kein Hinweis auf Proarrhythmie

ergab. Bei Patienten mit vorbestehenden Arrhythmien oder kardialen Erregungsleitungsstörungen

jedoch könnten sich klinische Komplikationen einstellen. Daher ist bei Patienten mit

Begleiterkrankungen des Herzens, bei Patienten, die eine kardiotoxische Chemotherapie erhalten

und/oder gleichzeitig Elektrolytanomalien aufweisen, Vorsicht geboten. Bei Patienten unter Kytril

Behandlung, denen gleichzeitig Arzneimittel verabreicht werden, die bekanntermassen das QT-

Intervall verlängern und/oder arrhythmogen sind, könnten sich klinische Komplikationen einstellen.

Es trat Kreuzreaktivität zwischen 5-HT3-Antagonisten auf.

Die Kytril Filmtabletten enthalten Laktose und daher wird die Einnahme von Kytril-Filmtabletten bei

Patienten mit seltenen erblichen Problemen einer Galaktoseunverträglichkeit, eines Laktasemangels

oder einer Glukose-Galaktose-Malabsorption nicht empfohlen.

Wie bei anderen 5-HT3-Antagonisten wurden auch nach gleichzeitiger Anwendung von Kytril und

anderen serotonergen Wirkstoffen über Fälle eines Serotonin-Syndroms (mit Veränderung des

Geisteszustands, autonomer Dysfunktion und neuromuskulären Anomalien) berichtet. Falls die

gleichzeitige Behandlung mit Granisetron und anderen serotonergen Wirkstoffen klinisch

erforderlich ist, wird zu einer angemessenen Überwachung des betreffenden Patienten geraten.

Interaktionen

Die Wirkung von Kytril kann durch eine Einmaldosis Dexamethason i.v. (8-20 mg), verabreicht vor

der Chemotherapie, gesteigert werden. In In-vitro-Studien wurde der Metabolismus von Kytril durch

Ketoconazol gehemmt. Dies lässt auf eine Beteiligung eines Isoenzyms aus der Familie Cytochrom

P450 3A schliessen. Weitere In-vitro-Studien schliessen eine Beteiligung der Untergruppe

Cytochrom P450 3A4 mit Bestimmtheit aus.

Es wurden keine spezifischen Interaktions-Studien bei anästhesierten Patienten durchgeführt, doch

ist Kytril bei Personen, welche die üblichen Anästhetika und Analgetika erhielten, ohne besondere

Probleme angewendet worden.

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass das Cytochrom P450 3A4, welches am Metabolismus der

gebräuchlichsten Narkotika beteiligt ist, von Kytril nicht beeinflusst wird.

Eine Induktion der Leberenzyme mit Phenobarbital führte bei Probanden zu einer Erhöhung der

totalen Plasmaclearance von Kytril i.v. um ungefähr einen Viertel.

Kytril ist ohne besondere Probleme angewendet worden bei Personen, die Benzodiazepine,

Neuroleptika oder Anti-Ulcus-Präparate erhielten, welche oft in Verbindung mit Antiemetika

verschrieben werden.

Auch wurden keine Interaktionen mit emetogenen Zytostatika beobachtet.

Wie bei anderen 5-HT3-Antagonisten traten auch nach gleichzeitiger Anwendung von Kytril und

anderen serotonergen Wirkstoffen Fälle eines Serotonin-Syndroms auf. Falls die gleichzeitige

Behandlung mit Granisetron und anderen serotonergen Wirkstoffen klinisch berechtigt ist, wird zu

einer angemessenen Überwachung des betreffenden Patienten geraten (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierstudien haben keine teratogenen Effekte gezeigt, doch verfügt man über keine Studien bei

schwangeren und stillenden Frauen.

Kytril darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies sei eindeutig

erforderlich.

Stillzeit

Es liegen keine Daten zum Übergang von Granisetron in die Muttermilch vor. Während einer

Behandlung mit Kytril sollte daher nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten über die Auswirkung von Kytril auf die Fahrtüchtigkeit vor. In klinischen

Studien gab es gelegentlich Berichte von Schläfrigkeit und dies sollte berücksichtigt werden. Ein

Zusammenhang mit Kytril ist nicht erwiesen.

Unerwünschte Wirkungen

Die im Zusammenhang mit Kytril beobachteten unerwünschten Wirkungen waren in den meisten

Fällen nicht schwerer Natur und wurden von den Patienten vertragen, so dass die Behandlung nicht

abgebrochen werden musste.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen welche mit Kytril beobachtet wurden waren

Kopfschmerzen und Obstipation. Diese können vorübergehend sein. EKG-Veränderungen

einschliesslich einer QT Verlängerung wurden ebenfalls mit Kytril beobachtet.

Folgende Nebenwirkungen, welche auf klinischen Studien und Erfahrungen nach der

Markteinführung beruhen, wurden in Verbindung mit Kytril beobachtet:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100, selten (>1/10'000,

<1/1'000) und sehr selten (<1/10'000).

Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (von denen einzelne schwer waren, z.B. Anaphylaxie,

Urtikaria).

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (14%).

Gelegentlich: Serotonin-Syndrom.

Herz

Gelegentlich: QT-Verlängerung.

Über einzelne ernste unerwünschte Wirkungen (Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen) wurde

berichtet. Fälle von EKG-Veränderungen einschliesslich einer QT-Verlängerung sind aufgetreten

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Obstipation.

Leber und Galle

Häufig: Anstieg der Transaminasen (gleiche Häufigkeit wie unter Placebo).

Haut

Gelegentlich: Hautausschläge, Ödeme/gesichtsbetonte Ödeme.

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Grippeartige Symptome mit Fieber und Schüttelfrost.

Überdosierung

Es gibt kein spezifisches Antidot für Kytril.

Im Falle einer Überdosierung soll eine symptomatische Behandlung vorgenommen werden.

Es sind Überdosierungen mit Einzeldosen von mehr als 38 mg Granisetron i.v. vorgekommen. Dabei

traten keine Symptome oder nur leichte Kopfschmerzen auf.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A04AA02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Kytril ist ein selektiver 5-HT3-Rezeptorantagonist.

Bindungsstudien haben gezeigt, dass Kytril eine unbedeutende Affinität zu anderen Rezeptortypen,

einschliesslich 5-HT und Dopamin D2-Bindungsstellen, aufweist.

Kytril hat keine Auswirkung auf die Plasmaspiegel von Prolaktin oder Aldosteron.

Nausea und Erbrechen, hervorgerufen durch Chemotherapie (CINV)

Erwachsene: Intravenös oder oral verabreichtes Kytril erwies sich bei Erwachsenen als wirksam zur

Prävention und/oder Behandlung von Nausea und Erbrechen, die mit einer Krebschemotherapie

einhergehen.

Kinder ab 2 Jahren: Intravenös verabreichtes Kytril erwies sich bei Kindern ab 2 Jahren als wirksam

zur Prävention und Behandlung von akuter Nausea und Erbrechen, die durch eine Chemotherapie

hervorgerufen werden. Es liegen nicht genügend Daten vor, um die orale Anwendung von Kytril zur

Prävention und Behandlung von Nausea und Erbrechen, hervorgerufen durch eine Chemotherapie,

bei pädiatrischen Patienten zu empfehlen.

Nausea und Erbrechen, hervorgerufen durch Strahlentherapie (RINV)

Kytril erwies sich als wirksam zur Prävention und Behandlung von Nausea und Erbrechen, die mit

Ganzkörperbestrahlung oder fraktionierter Bestrahlung des Abdomens bei Erwachsenen in

Verbindung stehen. Die Wirksamkeit bei Kindern wurde nicht in kontrollierten klinischen Studien

untersucht.

Postoperative Nausea und Erbrechen (PONV)

Intravenös verabreichtes Kytril erwies sich als wirksam zur Behandlung von postoperativer Nausea

und Erbrechen bei Erwachsenen.

Eine prospektive, multizentrische, randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie untersuchte

eine Einzeldosis Granisetron (20 oder 40 µg/kg) bei 157 Kindern im Alter von 2 bis 16 Jahren, die

sich einer elektiven Operation unterzogen. Bei den meisten Patienten wurde eine vollständige

Kontrolle von postoperativer Nausea und Erbrechen in den ersten 2 Stunden nach der Operation

festgestellt.

Pharmakokinetik

Absorption

Granisetron wird nach oraler Einnahme rasch und vollständig resorbiert. Weil Kytril nach oraler

Gabe einem First-Pass-Metabolismus unterliegt, ist die absolute Bioverfügbarkeit auf etwa 60%

reduziert. Durch Nahrungsaufnahme wird die orale Bioverfügbarkeit im Allgemeinen nicht

beeinträchtigt.

Distribution

Granisetron wird im ganzen Körper mit einem mittleren Verteilungsvolumen von 3 l/kg verteilt.

Die Plasmaproteinbindung beträgt etwa 65%.

Metabolismus

Die Biotransformation erfolgt hauptsächlich über eine N-Demethylierung und Oxidation des

aromatischen Ringes mit anschliessender Konjugation.

In In-vitro-Studien wurde der Metabolismus von Kytril durch Ketoconazol gehemmt. Dies lässt auf

eine Beteiligung eines Isoenzyms aus der Familie Cytochrom P450 3A schliessen. Weitere In-vitro-

Studien schliessen eine Beteiligung der Untergruppe Cytochrom P450 3A4 mit Bestimmtheit aus.

Elimination

Die Ausscheidung geschieht hauptsächlich über eine Metabolisierung in der Leber. Granisetron wird

zu durchschnittlich 12% unverändert und zu 47% metabolisiert im Urin ausgeschieden. Die

restlichen 41% werden über die Faeces als Metaboliten eliminiert.

Oral und intravenös verabreicht, beträgt die Plasmaeliminationshalbwertszeit bei Patienten 9

Stunden, mit einer grossen interindividuellen Variabilität.

Es besteht keine deutliche Korrelation zwischen der Plasmakonzentration von Granisetron und seiner

antiemetischen Wirksamkeit. Die therapeutische Wirkung kann noch vorhanden sein, auch wenn

Granisetron nicht mehr im Plasma nachweisbar ist.

Die Pharmakokinetik von oral und intravenös verabreichtem Granisetron ist im Wesentlichen linear

bis zu einer Dosis, die oral dem 2,5fachen, parenteral dem 4fachen der empfohlenen klinischen Dosis

entspricht.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei älteren Patienten blieben die pharmakokinetischen Parameter nach einer intravenösen

Einzeldosis innerhalb des Bereiches jüngerer Patienten.

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz waren die pharmakokinetischen Parameter nach einer

intravenösen Einzeldosis im Allgemeinen ähnlich denjenigen gesunder Patienten.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen, verursacht durch neoplastische Veränderungen, wiesen eine

totale Plasmaclearance der intravenösen Dosis auf, die etwa halb so gross war wie diejenige von

Patienten mit intakter Leberfunktion. Trotz diesen Veränderungen ist keine Dosisanpassung

notwendig.

Kinetik bei Kindern: Es gibt keinen klinisch wesentlichen Unterschied in der Pharmakokinetik von

Granisetron zwischen Erwachsenen und Kindern, wenn Granisetron auf einer Basis von 20 µg/kg

Körpergewicht verabreicht wird.

Präklinische Daten

Präklinische Daten liessen auf der Grundlage konventioneller Studien zur sicherheitsrelevanten

Pharmakologie, der Toxizität bei mehrmaliger Dosisgabe, der Reproduktionstoxizität und der

Genotoxizität keine besondere Gefahr für den Menschen erkennen. Studien zur Karzinogenität

liessen bei Anwendung der für den Menschen empfohlenen Dosis keine besondere Gefährdung des

Menschen erkennen. Bei Anwendung in höheren Dosen und über längere Zeiträume hinweg kann

das Karzinogenitätsrisiko jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Eine Studie an geklonten menschlichen kardialen Ionenkanälen hat gezeigt, dass Granisetron das

Potenzial besitzt, die kardiale Repolarisation über die Blockade der HERG-Kaliumkanäle zu

beeinflussen. Es wurde nachgewiesen, dass Granisetron sowohl die Natrium- als auch die

Kaliumkanäle blockiert, was möglicherweise sowohl die Depolarisation als auch die Repolarisation

durch Verlängerung der PR-, QRS- und QT-Intervalle beeinflusst. Diese Daten tragen dazu bei, die

molekularen Mechanismen zu verstehen, durch die bestimmte EKG-Veränderungen (insbesondere

QT- und QRS-Verlängerung) auftreten, die in Zusammenhang mit dieser Substanzklasse stehen. Es

kommt jedoch zu keiner Veränderung der Herzfrequenz, des Blutdrucks oder der EKG-Linie. Wenn

Veränderungen auftreten, haben sie im Allgemeinen keine klinische Signifikanz.

Toxizität

Bei Ratten und Hunden, die einmal pro Tag über einen Zeitraum von 12 Monaten oral mit Kytril

behandelt worden waren, konnte bei Dosen von 5 mg/kg/Tag keine Toxizität beobachtet werden.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Kytril bei Dosen von 5 mg/kg/Tag, verabreicht während 12

Monaten, für Ratten und Hunde unschädlich war.

Mutagenität

Kytril erwies sich in in-vivo- und in-vitro-Testsystemen von Säugern und Nicht-Säugern als nicht-

mutagen; auch wurde keine aussergewöhnliche DNA-Synthese beobachtet: Diese Befunde zeigen,

dass Kytril nicht genotoxisch wirkt.

Kanzerogenität

In 2-Jahres-Kanzerogenitätsstudien wurde nach oraler Verabreichung von 50 mg Granisetron/kg/Tag

an Ratten (reduziert auf 25 mg Granisetron/kg/Tag ab der 59. Woche) und Mäusen bei beiderlei

Geschlecht eine signifikante Vermehrung hepatozellulärer Tumoren beobachtet. Bei männlichen

Ratten war die Zahl hepatozellulärer Tumoren auch nach 5 mg Granisetron/kg/Tag vermehrt. Nach

1 mg Granisetron/kg/Tag war weder bei Ratten noch bei Mäusen im Vergleich zu Kontrollen ein

tumorigener Effekt nachweisbar.

Reproduktionstoxizität

Bei Dosierungen mit toxischem Effekt auf trächtige Versuchstiere fand sich kein nachteiliger Effekt

auf Verlauf und Ergebnis der Schwangerschaften bei Ratten und Kaninchen. Ähnliche Ergebnisse

zeigten sich bei peri- und postnatalen und allgemeinen Fortpflanzungsstudien bei Ratten.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Als allgemeine Vorsichtsmassnahme soll die Kytril-Infusionslösung nur mit den unter «Hinweise für

die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden. Die prophylaktische Anwendung

von Kytril soll vor dem Beginn der zytostatischen Behandlung beendet sein.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das verdünnte Produkt sofort verwendet werden. Kytril

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist 24 Stunden (sofern die Verdünnung unter

kontrollierten und geprüften aseptischen Bedingungen durchgeführt worden ist) in folgenden

Lösungen bei Raumtemperatur (15-25 °C) und normaler Raumbeleuchtung (Tageslicht plus

Fluoreszenzlicht) haltbar: 0,9% NaCl; 0,18% NaCl und 4% Dextrose; 5% Dextrose; Ringer-Laktat-

Lösung nach Hartmann; Natriumlaktat; Mannitol.

Besondere Lagerungshinweise

Filmtabletten: Nicht über 30 °C lagern.

Ampullen: Bei 15-30°C lagern. Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung der Infusionslösung

Idealerweise sollte die Infusion von Kytril kurz vor der Anwendung zubereitet werden (maximale

Aufbewahrungszeiten siehe «Sonstige Hinweise, Haltbarkeit»).

Erwachsene

Zur Zubereitung einer Infusionslösung zu 1 mg resp. 3 mg Granisetron werden 1 resp. 3 ml Kytril-

Lösung aus der Ampulle entnommen und mit 20-50 ml einer der folgenden Infusionslösungen

verdünnt: 0,9% NaCl; 0,18% NaCl und 4% Dextrose; 5% Dextrose; Ringer-Laktat-Lösung nach

Hartmann; Natriumlaktat; Mannitol.

Kinder

Zur Zubereitung einer Dosis von 20 µg/kg Körpergewicht wird das entsprechende Volumen der

Kytril-Lösung der Ampulle (es stehen Ampullen zu 1 mg/1 ml zur Verfügung) entnommen und mit

einer Infusionslösung (wie für Erwachsene) bis zu einem Gesamtvolumen von 10 bis zu 30 ml

verdünnt.

Zulassungsnummer

52354, 51198 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 1 mg: 2; 10. [B]

Filmtabletten zu 2 mg: 1; 5. [B]

Ampullen 3 mg/3 ml: 5. [B]

Ampullen 1 mg/1 ml: 5. [B]

Zulassungsinhaberin

Future Health Pharma GmbH, 8620 Wetzikon

Stand der Information

Februar 2018

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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