Kyprolis

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Kyprolis
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Kyprolis
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antineoplastische Mittel
  • Therapiebereich:
  • Multiples Myelom
  • Anwendungsgebiete:
  • Kyprolis in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder Dexamethason allein ist angezeigt für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Autorisiert
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/003790
  • Berechtigungsdatum:
  • 19-11-2015
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/003790
  • Letzte Änderung:
  • 01-03-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

© European Medicines Agency, 2018. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

EMA/92057/2018

EMEA/H/C/003790

Kyprolis (Carfilzomib)

Übersicht über Kyprolis und warum es in der EU zugelassen ist

Was ist Kyprolis und wofür wird es angewendet?

Kyprolis ist ein Arzneimittel gegen Krebs, das in Kombination mit den Arzneimitteln Lenalidomid und

Dexamethason oder nur mit Dexamethason zur Behandlung des multiplen Myeloms (einer

Krebserkrankung des Knochenmarks) angewendet wird. Es wird bei Erwachsenen angewendet, die

zuvor mindestens eine Behandlung gegen Ihre Krebserkrankung erhalten haben.

Kyprolis enthält den Wirkstoff Carfilzomib. Multiples Myelom ist selten, und Kyprolis wurde am

3. Juni 2008 als Arzneimittel für seltene Leiden („Orphan-Arzneimittel“) ausgewiesen. Weitere

Informationen zur Ausweisung als Arzneimittel für seltene Leiden finden sich hier:

ema.europa.eu/Find

medicine/Human medicines/Rare disease designation

Wie wird Kyprolis angewendet?

Kyprolis ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich und die Behandlung muss von einem in der

Behandlung von Krebs erfahrenen Arzt überwacht werden.

Kyprolis ist als Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung (Tropfinfusion in eine Vene) erhältlich. Es

wird in vierwöchigen Behandlungszyklen an den Tagen 1, 2, 8, 9, 15 und 16 eines jeden Zyklus

angewendet. Ab dem Zyklus 13 werden die Dosen an den Tagen 8 und 9 ausgelassen, wenn Kyprolis in

Verbindung mit Lenalidomid und Dexamethason angewendet wird. Die Dosis wird anhand der

Körpergröße und des Gewichts des Patienten errechnet. Nach der ersten Woche wird die Dosis erhöht,

wenn die Nebenwirkungen kontrollierbar sind. Je nach Dosis dauert jede Infusion 10 oder 30 Minuten.

Wenn sich die Erkrankung verschlechtert oder beim Patienten schwere Nebenwirkungen auftreten,

muss die Behandlung unter Umständen abgesetzt oder die Dosis reduziert werden.

Weitere Informationen zur Anwendung von Kyprolis entnehmen Sie der Packungsbeilage, oder wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie wirkt Kyprolis?

Der Wirkstoff in Kyprolis, Carfilzomib, ist ein Proteasom-Hemmer. Das bedeutet, er blockiert das

Proteasom, ein System in den Zellen, das nicht mehr benötigte Proteine abbaut. Krebszellen müssen

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aufgrund ihrer schnellen Vermehrung in höherem Ausmaß Proteine herstellen und abbauen. Wenn

Carfilzomib verhindert, dass das Proteasom Proteine in den Krebszellen abbaut, häufen sich die

Proteine in den Zellen an, die daraufhin schließlich absterben; dadurch wird das Wachstum der

Krebserkrankung verlangsamt.

Welchen Nutzen hat Kyprolis in den Studien gezeigt?

Kyprolis in Verbindung mit Lenalidomid und Dexamethason wurde in einer Hauptstudie mit

792 Patienten mit multiplem Myelom, deren Erkrankung sich nach einer vorangegangenen Behandlung

verschlechtert hatte, mit Lenalidomid plus Dexamethason verglichen. In der Studie wurde gezeigt,

dass Kyprolis die Zeit bis zu einer Verschlechterung der Erkrankung des Patienten (progressionsfreies

Überleben) wirksam verlängerte: Patienten, die Kyprolis in Verbindung mit Lenalidomid und

Dexamethason erhielten, lebten im Durchschnitt 26,3 Monate ohne eine Verschlechterung ihrer

Erkrankung, verglichen mit 17,6 Monaten bei den Patienten, die lediglich Lenalidomid und

Dexamethason erhielten.

In einer weiteren Studie mit 929 Patienten mit multiplem Myelom, deren Erkrankung sich nach einer

vorangegangenen Behandlung verschlechtert hatte, wurde die Kombination von Kyprolis und

Dexamethason mit Bortezomib und Dexamethason verglichen. Die Studie zeigte, dass die Kombination

von Kyprolis und Dexamethason das progressionsfreie Überleben wirksamer verbessert als die

Kombination von Bortezomib und Dexamethason: Patienten, die Kyprolis plus Dexamethason erhielten,

lebten im Durchschnitt 18,7 Monate ohne eine Verschlechterung ihrer Erkrankung, verglichen mit

9,4 Monaten bei Patienten, die Bortezomib und Dexamethason erhielten.

Welche Risiken sind mit Kyprolis verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Kyprolis (die mehr als 1 von 5 Personen betreffen können) sind

Anämie (niedrige Anzahl roter Blutkörperchen), Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Thrombozytopenie

(niedrige Anzahl von Blutplättchen), Fieber, Dyspnoe (Atembeschwerden), Atemwegsinfektionen,

Husten und Neutropenie (niedrige Spiegel an Neutrophilen, einer Art von weißen Blutkörperchen).

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen sind unter anderem toxische Wirkungen auf das Herz, die

Lungen und die Leber sowie Hypertonie (hoher Blutdruck), die schwerwiegend sein kann. Weitere

schwerwiegende Nebenwirkungen sind Dyspnoe, akutes Nierenversagen, Tumorlyse-Syndrom (eine

Komplikation aufgrund der Zerstörung von Krebszellen), Infusionsreaktionen, Thrombozytopenie,

innere Blutungen, posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (eine Erkrankung des Gehirns, die

Kopfschmerz, Verwirrtheit, Anfälle und Verlust des Sehvermögens verursachen kann und die sich im

Zeitverlauf bessern kann) und sowie thrombotische Mikroangiopathie und thrombotisch-

thrombozytopenische Purpura (TTP)/hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) (Erkrankungen, die

durch Probleme mit der Blutgerinnung charakterisiert sind).

Kyprolis darf nicht bei stillenden Frauen angewendet werden. Die vollständige Auflistung der

Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Warum wurde Kyprolis in der EU zugelassen?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen von Kyprolis

gegenüber den Risiken überwiegt und dass es in der EU zugelassen werden kann. Die Agentur stellte

den ungedeckten medizinischen Bedarf bei Patienten mit multiplem Myelom fest, deren Zustand sich

mit den verfügbaren Therapien nicht mehr verbessert. Sie gelangte zu dem Schluss, dass die im

Zusammenhang mit Kyprolis beobachtete Verlängerung der Zeit ohne eine Verschlechterung der

Erkrankung von klinischer Bedeutung ist. In Bezug auf die Sicherheit wurden bei der Behandlung mit

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Kyprolis zwar Nebenwirkungen beobachtet, darunter auch schwerwiegende Nebenwirkungen, diese

wurden jedoch als hinnehmbar und kontrollierbar erachtet.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Kyprolis ergriffen?

Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Kyprolis, die

von Angehörigen der Heilberufe und Patienten befolgt werden müssen, wurden in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.

Wie bei allen Arzneimitteln werden Daten zur Anwendung von Kyprolis kontinuierlich überwacht.

Gemeldete Nebenwirkungen von Kyprolis werden sorgfältig ausgewertet und alle notwendigen

Maßnahmen zum Schutz der Patienten ergriffen.

Weitere Informationen über Kyprolis

Kyprolis erhielt am 19. November 2015 eine Genehmigung für das Inverkehrbringen in der gesamten

Weitere Informationen zu Kyprolis finden Sie auf den Internetseiten der Agentur:

ema.europa.eu/Find

medicine/Human medicines/European public assessment reportsDiese Übersicht wurde zuletzt im 03-

2018 aktualisiert.

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Kyprolis 10 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Kyprolis 30 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Kyprolis 60 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Carfilzomib

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende

Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Kyprolis und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Kyprolis beachten?

Wie ist Kyprolis anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Kyprolis aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Kyprolis und wofür wird es angewendet?

Kyprolis ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Carfilzomib enthält.

Carfilzomib wirkt, indem es das Proteasom blockiert. Das Proteasom ist ein System innerhalb von

Zellen, das Proteine abbaut, wenn diese beschädigt sind oder nicht länger benötigt werden. Durch

Verhinderung des Proteinabbaus in Krebszellen, bei denen eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht,

dass sie mehr abnorme Proteine enthalten, führt Kyprolis zum Absterben von Krebszellen.

Kyprolis wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom eingesetzt, die

mindestens eine vorangegangene Behandlung für diese Erkrankung erhalten haben. Das multiple

Myelom ist eine Krebserkrankung von Plasmazellen (ein Typ weißer Blutzellen).

Kyprolis wird bei Ihnen zusammen mit Lenalidomid und Dexamethason oder nur mit Dexamethason

angewendet. Lenalidomid und Dexamethason sind andere Arzneimittel, die für die Behandlung des

multiplen Myeloms angewendet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Kyprolis beachten?

Ihr Arzt wird Sie untersuchen und Ihre vollständige Krankengeschichte überprüfen. Sie werden

während der Behandlung sorgfältig überwacht. Bevor Sie mit der Anwendung von Kyprolis beginnen

und während der Behandlung wird Ihr Blut untersucht werden. Dies erfolgt, um sicherzustellen, dass

Sie eine ausreichende Anzahl von Blutzellen haben und dass Ihre Leber und Ihre Nieren richtig

funktionieren. Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal wird überprüfen, ob Sie ausreichend

Flüssigkeit erhalten.

Sie müssen die Packungsbeilage aller Arzneimittel lesen, die Sie in Kombination mit Kyprolis

anwenden, damit Sie die Informationen in Bezug auf diese Arzneimittel verstehen.

Kyprolis darf nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch

gegen Carfilzomib oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Kyprolis

anwenden, wenn Sie eine der untenstehenden Erkrankungen haben.

Es müssen bei Ihnen

möglicherweise zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden, um zu prüfen, ob Ihr Herz, Ihre

Nieren und Ihre Leber richtig funktionieren.

Herzprobleme, einschließlich einer Vorgeschichte von Schmerzen in der Brust (Angina),

Herzinfarkts, unregelmäßigen Herzschlags, hohen Blutdrucks, oder wenn Sie jemals

Arzneimittel für Ihr Herz eingenommen haben.

Lungenprobleme, einschließlich einer Vorgeschichte von Kurzatmigkeit im Ruhezustand oder

bei Aktivität (Dyspnoe).

Nierenprobleme, einschließlich Nierenversagen, oder wenn Sie jemals eine Dialyse hatten.

Leberprobleme, einschließlich einer Vorgeschichte von Hepatitis oder Fettleber, oder wenn

Ihnen jemals gesagt wurde, dass Ihre Leber nicht richtig funktioniert.

Ungewöhnliche Blutungen, einschließlich schnellen Auftretens von Blutergüssen, Blutungen

durch Verletzungen, wie z. B. einen Schnitt, bei denen es länger dauert als erwartet, bis die

Blutung zum Stillstand kommt; oder innere Blutungen, wie z. B. das Abhusten von Blut, das

Erbrechen von Blut, dunkler Teerstuhl oder hellrotes Blut in Ihrem Stuhl; oder Blutungen im

Gehirn, die zu einer plötzlichen Taubheit oder Lähmung auf einer Seite Ihres Gesichts, Ihrer

Beine oder Arme, plötzlichen schweren Kopfschmerzen oder Problemen beim Sehen oder

Schwierigkeiten beim Sprechen oder Schlucken führen. Dies könnte darauf hinweisen, dass Sie

eine geringe Anzahl von Blutplättchen (Zellen, die die Blutgerinnung fördern) haben.

Eine Vorgeschichte von Blutgerinnseln in Ihren Venen.

Schmerzen in oder Anschwellen von Beinen oder Armen (was Symptome von Blutgerinnseln in

den tiefen Venen von Beinen oder Armen sein können), Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit

(was ein Symptom von Blutgerinnseln in den Lungen sein kann).

Jegliche andere schwere Erkrankung, die einen Krankenhausaufenthalt erforderte oder für die

Sie ein beliebiges Arzneimittel erhalten haben.

Beschwerden, auf die Sie achten müssen

Während Sie Kyprolis anwenden, müssen Sie auf bestimmte Symptome achten, um das Risiko von

jeglichen Problemen zu vermindern. Kyprolis kann einige bestehende Beschwerden verschlechtern

oder schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, die tödlich enden können, wie z. B.

Herzprobleme, Lungenprobleme, Nierenprobleme, Tumorlyse-Syndrom (eine lebensbedrohende

Erkrankung, die auftritt, wenn Krebszellen zerfallen und ihren Inhalt in den Blutkreislauf abgeben),

Reaktionen auf die Kyprolis-Infusion, ungewöhnliche Blutergüsse oder Blutungen (einschließlich

innerer Blutungen), Blutgerinnsel in Ihren Venen, Leberprobleme, bestimmte Bluterkrankungen oder

eine als PRES bekannte neurologische Erkrankung. Siehe „Beschwerden, auf die Sie achten sollten“ in

Abschnitt 4.

Anwendung von Kyprolis zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel

angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden. Dies gilt auch für alle nicht

verschreibungspflichtigen Arzneimittel, wie z. B. Vitamine oder pflanzliche Arzneimittel.

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie Arzneimittel zur

Schwangerschaftsverhütung anwenden, wie Verhütungsmittel zum Einnehmen oder andere

hormonelle Verhütungsmittel, da diese möglicherweise nicht zur Anwendung zusammen mit Kyprolis

geeignet sind.

Schwangerschaft und Stillzeit

Für Frauen, die Kyprolis anwenden

Wenden Sie Kyprolis nicht an, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein,

oder beabsichtigen, schwanger zu werden. Die Behandlung mit Kyprolis wurde nicht bei schwangeren

Frauen untersucht. Während Sie Kyprolis anwenden und für 30 Tage nach Beendigung der

Behandlung sollten Sie eine geeignete Empfängnisverhütung anwenden, um sicherzustellen, dass Sie

nicht schwanger werden. Sie sollten mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal über

geeignete Methoden zur Empfängnisverhütung sprechen.

Wenn Sie während der Anwendung von Kyprolis schwanger werden, informieren Sie umgehend Ihren

Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Wenden Sie Kyprolis nicht an, wenn Sie stillen. Es ist nicht bekannt, ob Kyprolis beim Menschen in

die Muttermilch übertritt.

Es ist zu erwarten, dass Lenalidomid dem ungeborenen Kind schadet. Da Kyprolis in Kombination mit

Lenalidomid angewendet wird, müssen Sie am Schwangerschaftsverhütungsprogramm teilnehmen

(siehe Packungsbeilage von Lenalidomid für Informationen zur Empfängnisverhütung; bitte

besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal).

Für Männer, die Kyprolis anwenden

Während Sie Kyprolis anwenden und für 90 Tage nach Beendigung der Behandlung sollten Sie ein

Kondom verwenden, selbst wenn Ihre Partnerin schwanger ist.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, falls Ihre Partnerin,

während Sie Kyprolis anwenden, oder innerhalb von 90 Tagen nach Beendigung der Behandlung,

schwanger werden sollte.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Während Sie mit Kyprolis behandelt werden, können bei Ihnen Erschöpfung, Schwindel, Ohnmacht

und/oder ein Abfall des Blutdrucks auftreten. Dies könnte Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Sie dürfen nicht Auto fahren oder Maschinen

bedienen, wenn diese Symptome bei Ihnen auftreten.

Kyprolis enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 0,3 mmol Natrium (das entspricht 7 mg Natrium) pro ml rekonstituierter

(anwendungsbereiter) Lösung. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies

berücksichtigen.

3.

Wie ist Kyprolis anzuwenden?

Kyprolis wird Ihnen durch Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal gegeben. Die Dosis wird

anhand Ihrer Größe und Ihres Gewichts (Körperoberfläche) berechnet. Ihr Arzt oder das medizinische

Fachpersonal wird die Dosis Kyprolis bestimmen, die Sie erhalten.

Kyprolis wird Ihnen als Infusion in eine Vene gegeben. Die Infusion kann bis zu 30 Minuten dauern.

Kyprolis wird an 2 aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche über 3 Wochen gegeben, gefolgt von einer

Woche ohne Behandlung.

Jede Periode von 28 Tagen entspricht einem Behandlungszyklus. Das heißt, dass Kyprolis Ihnen an

den Tagen 1, 2, 8, 9, 15 und 16 jedes 28-Tage-Zyklus gegeben wird. Die Dosen an Tag 8 und 9 eines

jeden Zyklus entfallen ab dem 13. Zyklus, wenn Sie mit Kyprolis in Kombination mit Lenalidomid

und Dexamethason behandelt werden.

Die meisten Patienten erhalten die Behandlung so lange, wie ihre Krankheit sich verbessert oder stabil

bleibt. Die Behandlung mit Kyprolis kann jedoch auch beendet werden, wenn bei Ihnen

Nebenwirkungen auftreten, die nicht beherrschbar sind.

Zusammen mit Kyprolis werden bei Ihnen entweder Lenalidomid und Dexamethason oder nur

Dexamethason angewendet. Sie erhalten möglicherweise auch noch andere Arzneimittel.

Wenn Sie eine größere Menge von Kyprolis erhalten haben, als Sie sollten

Da dieses Arzneimittel durch einen Arzt oder das medizinische Fachpersonal angewendet wird, ist es

unwahrscheinlich, dass Sie zu viel davon erhalten. Wenn dennoch zu viel Kyprolis angewendet wurde,

wird Ihr Arzt Sie im Hinblick auf Nebenwirkungen überwachen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich bitte an Ihren

Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Beschwerden, auf die Sie achten sollten

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Bitte teilen Sie Ihrem Arzt sofort mit,

wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:

Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit oder Anschwellen Ihrer Füße, was Symptome für

Herzprobleme sein können.

Atembeschwerden, einschließlich Kurzatmigkeit im Ruhezustand oder bei Aktivität oder ein

Husten (Dyspnoe), schnelles Atmen, ein Gefühl, als ob Sie nicht genug Luft einatmen könnten,

Keuchen oder Husten, was Zeichen für eine Lungentoxizität sein können.

Sehr hoher Blutdruck, starke Brustschmerzen, starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit,

verschwommenes Sehen, Übelkeit und Erbrechen oder schwere Angstzustände, was Zeichen

einer Erkrankung sein können, die als hypertensive Krise bekannt ist.

Kurzatmigkeit bei täglichen Aktivitäten oder im Ruhezustand, unregelmäßiger Herzschlag,

rasender Puls, Müdigkeit, Schwindel und Ohnmachtsanfälle, was Zeichen einer Erkrankung sein

können, die als pulmonale Hypertonie bekannt ist.

Geschwollene Knöchel, Füße oder Hände, Appetitlosigkeit, Verringerung der Urinmenge oder

abnorme Blutwerte, was Symptome von Nierenproblemen oder Nierenversagen sein können.

Eine Nebenwirkung, die Tumorlyse-Syndrom genannt wird, was durch den schnellen Zerfall

von Tumorzellen verursacht werden kann und unregelmäßigen Herzschlag, Nierenversagen oder

abnorme Blutwerte zur Folge haben kann.

Fieber, Schüttelfrost oder Zittern, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Gesichtsrötung oder

-schwellung, Schwäche, Kurzatmigkeit, niedriger Blutdruck, Ohnmacht, Engegefühl in der

Brust oder Schmerzen in der Brust können als Reaktion auf die Infusion auftreten.

Ungewöhnliche Blutergüsse oder Blutungen, wie z. B. ein Schnitt, bei dem es länger dauert als

normal, bis es aufhört zu bluten; oder innere Blutungen, wie z. B. das Abhusten von Blut, das

Erbrechen von Blut, dunkler Teerstuhl oder hellrotes Blut in Ihrem Stuhl; oder Blutungen im

Gehirn, die zu einer plötzlichen Taubheit oder Lähmung auf einer Seite Ihres Gesichts, Ihrer

Beine oder Arme, plötzlichen schweren Kopfschmerzen oder Problemen beim Sehen oder

Schwierigkeiten beim Sprechen oder Schlucken führen.

Schmerzen in oder Anschwellen von Beinen oder Armen (was Symptome von Blutgerinnseln in

den tiefen Venen von Beinen oder Armen sein können), Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit

(was Symptome von Blutgerinnseln in den Lungen sein können).

Gelbe Verfärbung Ihrer Haut und Ihrer Augen (Gelbsucht), Bauchschmerzen oder -schwellung,

Übelkeit oder Erbrechen, was Symptome von Leberproblemen, einschließlich Leberversagen,

sein können.

Blutungen, Blutergüsse, Schwäche, Verwirrtheit, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall und

akutes Nierenversagen, was Zeichen einer Bluterkrankung sein können, die als thrombotische

Mikroangiopathie bekannt ist.

Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle (Anfälle), Sehverlust und hoher Blutdruck

(Hypertonie), was Symptome einer neurologischen Erkrankung sein können, die als posteriores

reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) bekannt ist.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Schwere Lungeninfektion (Pneumonie)

Infektion des Respirationstraktes (Infektion der Atemwege)

Niedrige Thrombozytenzahl, was zu erhöhter Bluterguss- oder Blutungsneigung

(Thrombozytopenie) führen kann

Niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen, was Ihre Fähigkeit, eine Infektion zu bekämpfen,

vermindern und mit Fieber einhergehen kann

Niedrige Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie), was Müdigkeit und Erschöpfung verursachen

kann

Änderungen der Blutwerte (Abnahme der Kaliumspiegel im Blut, Erhöhung der Zucker-

und/oder Kreatininspiegel im Blut)

Verminderter Appetit

Schlafstörungen (Insomnie)

Kopfschmerzen

Taubheit, Kribbeln oder verringerte Sinnesempfindung in Händen und/oder Füßen

Schwindel

Hoher Blutdruck (Hypertonie)

Kurzatmigkeit

Husten

Durchfall

Übelkeit

Verstopfung

Erbrechen

Bauchschmerzen

Rückenschmerzen

Gelenkschmerzen

Schmerzen in Gliedmaßen, Händen oder Füßen

Muskelzuckungen

Fieber

Schüttelfrost

Schwellung der Hände, Füße oder Knöchel

Schwächegefühl

Müdigkeit (Fatigue)

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Infusionsreaktionen

Herzversagen und Herzprobleme, einschließlich schnellen, starken oder unregelmäßigen

Herzschlags

Nierenprobleme, einschließlich Nierenversagen

Blutgerinnsel in den Venen (tiefe Venenthrombose)

Hitzegefühl

Blutgerinnsel in der Lunge

Flüssigkeit in der Lunge

Keuchen

Schwere Infektion, einschließlich Infektion im Blut (Sepsis)

Infektion der Lunge

Leberprobleme, einschließlich einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut

Grippeähnliche Symptome (Influenza)

Reaktivierung des Windpocken-Virus (Gürtelrose), was Hautausschlag und Schmerzen

verursachen kann (Herpes zoster)

Infektion der Harnwege (Infektion von Strukturen, die Urin leiten)

Husten, der Engegefühl oder Schmerzen in der Brust und verstopfte Nase einschließen kann

(Bronchitis)

Halsschmerzen

Entzündung der Nase und des Halses

Laufende Nase, verstopfte Nase oder Niesen

Virale Infektion

Infektion des Magens und des Darms (Gastroenteritis)

Perforation des Verdauungssystems

Änderungen der Blutwerte (Abnahme der Natrium-, Magnesium-, Protein-, Kalzium- oder

Phosphatspiegel im Blut, Erhöhung der Kalzium-, Harnsäure-, Kalium-, Bilirubin- oder C-

reaktiven Proteinspiegel im Blut)

Austrocknung

Angstgefühl

Verwirrtheit

Verschwommenes Sehen

Linsentrübung (grauer Star)

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Nasenbluten

Veränderung der Stimme oder Heiserkeit

Verdauungsstörung

Zahnschmerzen

Hautausschlag

Knochenschmerzen, Muskelschmerzen, Brustschmerzen

Muskelschwäche

Muskelkater

Juckende Haut

Rötung der Haut

Verstärktes Schwitzen

Schmerzen

Schmerzen, Schwellungen, Irritationen oder Beschwerden an der Stelle, an der Sie die Injektion

in Ihre Vene erhalten haben

Ohrgeräusche (Tinnitus)

Allgemeines Krankheitsgefühl oder Unwohlsein

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Allergische Reaktion auf Kyprolis

Multiorganversagen

Herzinfarkt

Verminderter Blutfluss zum Herzen

Blutungen im Gehirn

Schlaganfall

Anschwellen des das Herz umgebenden Gewebes (Perikarditis); Symptome schließen

Schmerzen hinter dem Brustbein ein, die sich manchmal bis zum Hals und zu den Schultern

ausbreiten können und manchmal mit Fieber einhergehen

Flüssigkeitsansammlung im das Herz umgebenden Gewebe (Perikarderguss); Symptome

schließen Brustschmerzen oder Druck in der Brust und Kurzatmigkeit ein

Eine Blockade im Gallenabfluss von der Leber (Cholestase), was juckende Haut, gelbe Haut,

sehr dunklen Urin und sehr hellen Stuhl verursachen kann

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Kyprolis aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Kyprolis wird in der Apotheke gelagert.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Durchstechflasche und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C).

Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Das rekonstituierte Arzneimittel sollte eine klare, farblose bis schwach gelbe Lösung sein und nicht

angewendet werden, wenn Verfärbungen oder Partikel sichtbar sind.

Kyprolis ist nur zum Einmalgebrauch bestimmt. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial

ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Kyprolis enthält

Der Wirkstoff ist Carfilzomib. Jede Durchstechflasche enthält 10 mg, 30 mg oder 60 mg

Carfilzomib. Nach Rekonstitution enthält 1 ml Lösung 2 mg Carfilzomib.

Die sonstigen Bestandteile sind Hexakis- und Heptakis-

O

-(4-sulfobutyl)cyclomaltoheptaose-

Natriumsalz (1:6,2-6,9), Citronensäure (E 330) und Natriumhydroxid (siehe Abschnitt 2

„Kyprolis enthält Natrium“).

Wie Kyprolis aussieht und Inhalt der Packung

Kyprolis wird in einer Durchstechflasche aus Glas als weißes bis gebrochen weißes Pulver zur

Herstellung einer Infusionslösung, welches vor der Anwendung rekonstituiert (aufgelöst) wird, zur

Verfügung gestellt. Die rekonstituierte Lösung ist eine klare, farblose bis schwach gelbe Lösung.

Jede Packung enthält 1 Durchstechflasche.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Amgen Europe B.V.

Minervum 7061,

NL-4817 ZK Breda,

Niederlande

Pharmazeutischer Unternehmer

Amgen Europe B.V.

Minervum 7061

NL-4817 ZK Breda

Niederlande

Hersteller

Amgen Technology (Ireland) Unlimited Company

Pottery Road

Dun Laoghaire

Co Dublin

Irland

Hersteller

Amgen NV

Arianelaan 5

1200 Brussel

Belgien

Falls Sie weitere Informationen über das Arzneimittel wünschen, setzen Sie sich bitte mit dem

örtlichen Vertreter des pharmazeutischen Unternehmers in Verbindung:

België/Belgique/Belgien

s.a. Amgen n.v.

Tel/Tél: +32 (0)2 7752711

Lietuva

Amgen Switzerland AG Vilniaus filialas

Tel: +370 5 219 7474

България

Амджен България ЕООД

Тел.: +359 (0)2 424 7440

Luxembourg/Luxemburg

s.a. Amgen

Belgique/Belgien

Tel/Tél: +32 (0)2 7752711

Česká republika

Amgen s.r.o.

Tel: +420 221 773 500

Magyarország

Amgen Kft.

Tel.: +36 1 35 44 700

Danmark

Amgen, filial af Amgen AB, Sverige

Tlf: +45 39617500

Malta

Amgen B.V.

The Netherlands

Tel: +31 (0)76 5732500

Deutschland

AMGEN GmbH

Tel.: +49 89 1490960

Nederland

Amgen B.V.

Tel: +31 (0)76 5732500

Eesti

Amgen Switzerland AG Vilniaus filialas

Tel: +372 586 09553

Norge

Amgen AB

Tel: +47 23308000

Ελλάδα

Amgen Ελλάς Φαρμακευτικά Ε.Π.Ε.

Τηλ.: +30 210 3447000

Österreich

Amgen GmbH

Tel: +43 (0)1 50 217

España

Amgen S.A.

Tel: +34 93 600 18 60

Polska

Amgen Biotechnologia Sp. z o.o.

Tel.: +48 22 581 3000

France

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Tél: +33 (0)9 69 363 363

Portugal

Amgen Biofarmacêutica, Lda.

Tel: +351 21 4220550

Hrvatska

Amgen d.o.o.

Tel: +385 (0)1 562 57 20

România

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Ireland

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Tel: +386 (0)1 585 1767

Ísland

Vistor hf.

Sími: +354 535 7000

Slovenská republika

Amgen Slovakia s.r.o.

Tel: +421 2 321 114 49

Italia

Amgen S.r.l.

Tel: +39 02 6241121

Suomi/Finland

Amgen AB, sivuliike Suomessa/Amgen AB, filial

i Finland

Puh/Tel: +358 (0)9 54900500

Kύπρος

C.A. Papaellinas Ltd

Τηλ.: +357 22741 741

Sverige

Amgen AB

Tel: +46 (0)8 6951100

Latvija

Amgen Switzerland AG Rīgas filiāle

Tel: +371 257 25888

Amgen Limited

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Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.

Diese Packungsbeilage ist auf den Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur in allen EU-

Amtssprachen verfügbar.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Anleitung zur Rekonstitution und Vorbereitung von Kyprolis Pulver zur Herstellung einer

Infusionslösung zur intravenösen Anwendung

Kyprolis-Durchstechflaschen enthalten keine antimikrobiellen Konservierungsmittel und sind nur zum

Einmalgebrauch bestimmt. Angemessene aseptische Methoden müssen befolgt werden.

Die rekonstitutierte Lösung enthält Carfilzomib mit einer Konzentration von 2 mg/ml. Lesen Sie vor

der Rekonstitution die vollständige Anweisung zur Handhabung.

Nehmen Sie die Durchstechflasche kurz vor der Verwendung aus dem Kühlschrank.

Berechnen Sie unter Berücksichtigung der Körperoberfläche (KOF) des Patienten zu

Therapiebeginn die benötigte Dosis (mg/m

) und die Anzahl der Durchstechflaschen mit

Kyprolis. Patienten mit einer KOF über 2,2 m

erhalten eine Dosis, die auf einer KOF von

2,2 m

beruht. Bei einer Änderung des Gewichts von ≤ 20 % müssen keine Dosisanpassungen

vorgenommen werden.

Verwenden Sie ausschließlich eine Injektionsnadel mit einem Gauge-Wert von mindestens 21

(Nadel mit einem Außendurchmesser von 0,8 mm oder kleiner), um jede Durchstechflasche

aseptisch zu rekonstituieren, indem Sie langsam 5 ml (für die 10 mg-Durchstechflasche), 15 ml

(für die 30 mg-Durchstechflasche) oder 29 ml (für die 60 mg-Durchstechflasche) steriles

Wasser für Injektionszwecke durch den Stopfen injizieren und die Lösung auf die

INNENWAND DER DURCHSTECHFLASCHE laufen lassen, um ein Schäumen zu

minimieren.

Schwenken und/oder wenden Sie die Durchstechflasche vorsichtig und langsam für etwa

1 Minute bzw. bis zur vollständigen Auflösung. NICHT SCHÜTTELN. Wenn eine

Schaumbildung auftritt, lassen Sie die Lösung so lange in der Durchstechflasche ruhen, bis die

Schaumbildung abklingt (ungefähr 5 Minuten) und bis die Lösung klar ist.

Kontrollieren Sie vor der Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbungen. Das rekonstituierte

Arzneimittel sollte eine klare, farblose bis schwach gelbe Lösung sein und sollte nicht

angewendet werden, wenn eine Verfärbung oder Partikel beobachtet werden.

Entsorgen Sie jegliche Reste, die in der Durchstechflasche verbleiben.

Kyprolis kann direkt als intravenöse Infusion oder optional mittels Infusionsbeutel angewendet

werden. Nicht als intravenöse Injektion oder Bolus anwenden.

Verwenden Sie bei Anwendung mittels Infusionsbeutel ausschließlich eine Injektionsnadel mit

einem Gauge-Wert von mindestens 21 (Nadel mit einem Außendurchmesser von 0,8 mm oder

kleiner), um die berechnete Dosis aus der Durchstechflasche aufzuziehen, und verdünnen Sie sie

in einem 50- oder 100 ml-Infusionsbeutel, der 5%ige Glucoselösung zur Injektion enthält.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Zubereitung sofort verwendet werden. Falls sie nicht sofort

verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung bis zur

Anwendung verantwortlich, die 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C nicht überschreiten sollten.

Entsorgung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

ANHANG IV

WISSENSCHAFTLICHE SCHLUSSFOLGERUNGEN UND GRÜNDE FÜR DIE ÄNDERUNG

DER BEDINGUNGEN DER GENEHMIGUNG(EN) FÜR DAS INVERKEHRBRINGEN

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Der CHMP ist unter Berücksichtigung des PRAC-Beurteilungsberichts zum PSUR/zu den PSURs für

Carfilzomib zu den folgenden wissenschaftlichen Schlussfolgerungen gelangt:

Die Analyse aller verfügbarer Daten zeigte 39 Ereignisse von Verwirrtheit (von denen eines tödlich

war), die in klinischen Studien (CT,

clinical trials

) berichtet wurden und 70 Ereignisse von

Verwirrtheit (wovon 19 schwerwiegend [eines davon tödlich] waren), die nach der Markteinführung

(PM,

post marketing

) berichtet wurden. Basierend auf den zur Verfügung stehenden Daten vergeht

eine beträchtliche Zeit bis zum Auftreten (TTO,

time to onset

), sowohl aus CT wie PM wurden Fälle

von De-Challenge und Re-Challenge wie auch von Dosisreduktionen berichtet. Daten, die darauf

hindeuten, dass sich Angehörige eines Gesundheitsberufes (HCP,

health care professionals

) aufgrund

des Auftretens dieser unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) für eine Unterbrechung/eine

Änderung/einen Abbruch der Behandlung mit Kyprolis in dieser lebensbedrohlichen Indikation

entschieden haben, sind ein zusätzlicher Beleg für einen begründeten möglichen kausalen

Zusammenhang mit Carfilzomib. Aus diesem Grund wird die unerwünschte Arzneimittelreaktion

„Verwirrtheit“ im Abschnitt 4.8. der Fachinformation hinzugefügt. Die Packungsbeilage wurde

entsprechend aktualisiert.

Kumulativ wurde nach der Markteinführung über 37 Fälle von Herpes-zoster-Infektionen berichtet,

wohingegen in klinischen Studien (CT) unter dem Begriff der hohen übergeordneten Ebene (HLT,

high level term

) Herpesviren-Infektionen bei 86/2944 Patienten berichtet wurde. Fälle von Herpes-

Infektionen traten sowohl in Monotherapie-Studien auf als auch in Studien, in denen Carfilzomib mit

Dexamethason und anderen Arzneimitteln (wie Lenalidomid-Dexamethason, Cyclophosphamid-

Dexamethason, Melphalan-Prednison oder Carboplatin-Etoposid) kombiniert wurde. Die am

häufigsten berichteten bevorzugten Begriffe (PTs,

preferred term

) waren Herpes zoster, oraler Herpes

und Herpes simplex. Der Großteil der Patienten erholte sich wieder. Unter Berücksichtigung der

klinischen Relevanz der Herpes-zoster-Erkrankung wie auch der Information aus den

Fachinformationen von anderen ähnlichen Wirkstoffen (Bortezomib, Ixazomib), das heisst eines

Klasseneffekts und eines plausiblen Mechanismus, schlägt der PRAC vor, Herpes zoster in den

Abschnitt 4.8 der Fachinformation mit der Klassifizierung „häufig“ basierend auf den Daten aus den

klinischen Studien aufzunehmen. Zudem sollte deutlich vermerkt werden, dass die Inzidenz auf Daten

aus klinischen Studien basiert, in welchen die meisten Patienten eine Prophylaxe erhielten. Der

Abschnitt 4.2 der Fachinformation wurde an diese in Abschnitt 4.8 enthaltene neue Information

angeglichen.

Der CHMP stimmt den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC zu.

Gründe für die Änderung der Bedingungen der Genehmigung(en) für das Inverkehrbringen

Der CHMP ist auf der Grundlage der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen für Carfilzomib der

Auffassung, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis des Arzneimittels/der Arzneimittel, das/die

Carfilzomib enthält/enthalten, vorbehaltlich der vorgeschlagenen Änderungen der Produktinformation,

unverändert ist.

Der CHMP empfiehlt, die Bedingungen der Genehmigung(en) für das Inverkehrbringen zu ändern.

Es gibt keine Neuigkeiten betreffend dieses Produktes.