Kemadrin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Kemadrin Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • procyclidini hydrochloridum 5 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Kemadrin Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Morbus Parkinson

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 22562
  • Berechtigungsdatum:
  • 13-07-1956
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Transferiert von Recordati AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Kemadrin®

Was ist Kemadrin und wann wird es angewendet?

Kemadrin ist ein künstlich hergestelltes, krampflösendes Arzneimittel zur Behandlung aller Formen

der parkinsonschen Krankheit (Schüttellähmung), einschliesslich des medikamentös bedingten

Parkinsonismus.

Kemadrin löst die Muskelsteife und dämpft das Zittern. Seine Einnahme führt im Weiteren zu

erhöhter Aktivität, Verbesserung der Muskelkoordination, Leistungszuwachs, Steigerung der

Aufmerksamkeit, besserer Stimmung, allgemeinem Wohlbefinden und übt einen günstigen Einfluss

auf Ermüdungs- und damit verbundene Depressionszustände aus.

Kemadrin wird auch zur Unterdrückung Parkinson-ähnlicher Nebenwirkungen anderer Arzneimittel

eingesetzt.

Kemadrin darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin

eingenommen werden.

Wann darf Kemadrin nicht eingenommen werden?

Kemadrin darf im Falle einer bekannten oder vermuteten Überempfindlichkeit gegenüber

Procyclidin oder einem anderen Bestandteil des Präparates nicht eingenommen werden. Patienten,

die an der Krankheit Myasthenia gravis leiden, dürfen Kemadrin nicht einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Kemadrin Vorsicht geboten?

Kemadrin soll mit besonderer Vorsicht bei grünem Star, bei Erkrankungen des Magendarmtraktes

mit Passagebehinderung und bei Prostatavergrösserung mit Störungen beim Wasserlassen verwendet

werden, ebenso bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden. Dies gilt ganz besonders für Arzneimittel zur Behandlung von psychischen

Erkrankungen (z.B. MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva, Phenothiazine), Pilzinfektionen

(z.B. Ketokonazol), Herzrhythmusstörungen (z.B. Chinidin, Disopyramid) und Alzheimer (z.B.

Tacrin), Beruhigungsmittel, Antihistaminika, Arzneimittel gegen Magenübersäuerung und andere

Parkinson-Präparate (z.B. Amantadin, Levodopa).

Die tägliche Einnahme von Paroxetin, ein Wirkstoff, der bei Depressionen und anderen psychischen

Erkrankungen angewendet wird, erhöht die Konzentration von Kemadrin im Blutplasma. Wenn

Nebenwirkungen beobachtet werden, sollte Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Kemadrin-Dosis

herabsetzen.

Arzneimittel, die die Motilität des Magens und Dünndarms erhöhen, wie z.B. Metoclopramid und

Domperidon, können in ihrer Wirkung durch Kemadrin abgeschwächt werden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigen.

Die Anwendung und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen wurde nicht untersucht.

Kemadrin Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit Galactose-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel

oder Glucose-Galactose-Malabsorption (seltene Stoffwechselerkrankungen) sollten Kemadrin nicht

einnehmen.

Darf Kemadrin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Die Unschädlichkeit von Kemadrin während der Schwangerschaft ist nicht bewiesen. Wie bei jeder

Arzneimitteleinnahme sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin den Nutzen gegenüber

dem möglichen Risiko abwägen.

Es bestehen keine Daten über die Ausscheidung von Kemadrin in die Muttermilch. Wenn Sie stillen,

sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat fragen.

Wie verwenden Sie Kemadrin?

Ihr Arzt bzw. die Ärztin setzt die für Sie geeignete Dosierung entsprechend der Art und dem

Schweregrad Ihrer Erkrankung individuell fest. Die Dosierung erfolgt immer einschleichend.

Die Anfangsdosis beträgt 3x täglich ½ Tablette. Diese Dosierung kann bei Bedarf alle 1 bis 3 Tage

um ½ bis 1 Tablette gesteigert werden, bis die optimale Wirkung erreicht ist. Die üblichen

Erhaltungsdosen betragen je nach Art und Schweregrad der Erkrankung 10 bis 30 mg pro Tag, in

einzelnen Fällen können bis zu 60 mg pro Tag erforderlich sein.

Ältere Patientinnen und Patienten benötigen in der Regel geringere Dosierungen, da sie

empfindlicher gegenüber Kemadrin reagieren.

Bei Patientinnen und Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen wird der Arzt bzw. die

Ärztin die Dosis speziell anpassen. Die Anwendung und Sicherheit von Kemadrin bei Kindern und

Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden. Die oben aufgeführten Dosierungsempfehlungen sind

für Erwachsene.

Die Tabletten sollten der besseren Verträglichkeit wegen mit den Mahlzeiten eingenommen werden.

Ausser in Notfällen soll die Therapie nicht abrupt abgesetzt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Kemadrin haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Kemadrin auftreten:

Als wichtigste unerwünschte Wirkungen können Mundtrockenheit, Sehstörungen, Verstopfung und

Schwierigkeiten beim Wasserlassen vorkommen. Gelegentlich wurden auch Übelkeit, Erbrechen,

Zahnfleischentzündung, Nervosität und Hautausschlag beobachtet.

Unter hohen Dosen können zudem Schwindel, Verwirrtheit, Gedächtnis-, Wahrnehmungs- und

Orientierungsstörungen, Angstzustände, Unruhe und Halluzinationen auftreten. Bei älteren

Patientinnen und Patienten können diese psychischen Nebenwirkungen bereits in niedrigeren

Dosierungen auftreten.

Bei Auftreten von unerwünschten Wirkungen ist der Arzt bzw. die Ärztin zu informieren, damit

gegebenenfalls eine Dosisreduktion vorgenommen werden kann.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Kemadrin Tabletten sind bei Raumtemperatur (15-25°C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern

aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Kemadrin enthalten?

1 Tablette Kemadrin enthält als Wirkstoff 5 mg Procyclidin-Hydrochlorid und Hilfsstoffe (unter

anderem Laktose).

Zulassungsnummer

22‘562 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Kemadrin? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Kemadrin: Packungen zu 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Aspen Pharma Schweiz GmbH, Baar

Diese Packungsbeilage wurde im August 2012 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.