Ivacorlan

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Ivacorlan 5 mg-Filmtabletten
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Ivacorlan 5 mg-Filmtabletten
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 137596
  • Berechtigungsdatum:
  • 27-04-2017
  • Letzte Änderung:
  • 10-08-2017

Öffentlichen Beurteilungsberichts

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Traisengasse 5 l 1200 Wien l ÖSTERREICH l www.ages.at

DVR: 0014541 l Registergericht: Handelsgericht Wien l Firmenbuch: FN 223056z l UID: ATU 54088605

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National Public Assessment Report

Öffentlicher Beurteilungsbericht

Bezeichnung der Arzneispezialität:

Ivacorlan 5 mg-Filmtabletten

Teil I:

Informationen über das Verfahren........................................................................................2

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation.......................................................................3

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens ...........................................................4

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung...............................................................................14

Dieser öffentliche Beurteilungsbericht wurde am 02.05.2017 erstellt.

Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5 | 1200 Wien | ÖSTERREICH

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

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Teil I:Informationen über das Verfahren

1.

Bezeichnung der Arzneispezialität bei Zulassung

Ivacorlan 5 mg-Filmtabletten

2.

Antragstyp

Arzneispezialität - human (z.B. bezugnehmende Zulassung

gemäß § 10 Abs. 1 und 15 des

Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983 idgF)

3.

Wirkstoff

Ivabradin

4.

Darreichungsform

Filmtablette

5.

Stärke

5 mg

6.

Zulassungsinhaber

G.L. Pharma GmbH

Schlossplatz 1

8502 Lannach

Österreich

7.

Verfahrensnummer

8408238

8.

Zulassungsnummer

137596

9.

Zulassungsdatum

27.04.2017

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Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation

Die aktuelle Fachinformation (SPC) finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=137596&type=DOTC_FACH_INFO

Die aktuelle Gebrauchsinformation finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=137596&type=DOTC_GEBR_INFO

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Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens

1.

Einleitung

2.

Qualitätsaspekte

2.1.

Einleitung

Bei Ivacorlan 5 mg-Filmtabletten handelt es sich um lachsfarbene, längliche, bikonvexe Filmtabletten mit

Bruchkerbe auf einer Seite und glatt auf der anderen Seite, welche in PVC-Blisterpackungen mit PCTFE-

und Aluminium-Folie verpackt sind. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

2.2.

Wirkstoff

2.2.a.

Beschreibung

Der Wirkstoff im vorliegenden Arzneimittel ist IVABRADIN OXALAT.

Der Wirkstoff ist ein weißes bis weissgraues, hygroskopisches Pulver.

2.2.b.

Spezifikation und Kontrolle

Die Spezifikation des Wirkstoffes entspricht den Anforderungen des aktuellen wissenschaftlichen Standes.

Durch die Vorlage entsprechender Daten der Wirkstoffkontrolle wurde die ausreichende Qualität des

Wirkstoffes belegt.

2.2.c.

Stabilität

Die Stabilität des Wirkstoffes wurde unter ICH Bedingungen getestet. Die übermittelten Ergebnisse der

Stabilitätsuntersuchungen belegen die festgesetzte Retest-Periode.

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2.3

Fertigprodukt

2.3.a.

Zusammensetzung

Wirkstoff:

1 Filmtablette enthält 5 mg Ivabradin (entsprechend 5,96 mg Ivabradin-Oxalat).

Hilfsstoffe:

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose

Crospovidon Typ A

Hochdisperses, wasserfreies Siliciumdioxid

Hydriertes Rizinusöl

Filmüberzug:

Opadry Orange (bestehend aus Hypromellose (E 464), mikrokristalliner Cellulose

(E 460i), Titandioxid (E 171), Stearinsäure (E 570), Eisenoxid gelb (E 172) und

Eisenoxid rot (E 172))

Gereinigtes Wasser

Carnaubawachs

2.3.b.

Hersteller

Die für die Chargenfreigabe verantwortlichen Hersteller sind:

Chanelle Medical, Dublin Road, Loughrea, Co. Galway, Irland

JSC Grindeks, 53 Krustpils Street, Riga, LV-1057, Lettland

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach

2.3.c.

Pharmazeutische Entwicklung

Die Entwicklung des Produktes wurde hinreichend durchgeführt und für ausreichend befunden. Der

Einsatz aller vorhandenen Hilfsstoffe wurde beschrieben.

2.3.d.

Freigabespezifikation und Kontrolle

Die Freigabespezifikation beinhaltet die Kontrolle aller für diese Darreichungsform relevanten Parameter.

Es liegen ausreichend Daten von der Fertigproduktkontrolle des Arzneimittels vor, welche die Einhaltung

der Vorgaben der Freigabespezifikation belegen.

2.3.e.

Abpackung

Die Verpackung des Arzneimittels PVC-Blisterpackungen mit PCTFE- und Aluminium-Folie entspricht den

aktuellen, gesetzlichen Anforderungen.

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2.3.f

Stabilität

Die Stabilität des Arzneimittels wurde unter ICH Bedingungen getestet.

Aufgrund dieser Datenlage wurde eine Laufzeit für das Arzneimittel von 3 Jahren festgelegt. Für dieses

Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

2.4.

Zusammenfassung

Die pharmazeutische Qualität von Ivacorlan 5 mg-Filmtabletten wurde adäquat belegt.

3.

Nichtklinische Aspekte

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt und der Wirkstoff international seit vielen Jahren

hinlänglich bekannt ist, sind präklinische Studien nicht erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe,

Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren

für den Menschen erkennen.

Reproduktionstoxizitätsstudien zeigten keine Effekte von Ivabradin auf die Fertilität von männlichen und

weiblichen

Ratten.

Behandlung

trächtigen

Tieren

während

Organogenese

Expositionswerten, die der therapeutischen Dosis weitgehend entsprachen, gab es ein erhöhtes Auftreten

von Föten mit Herzfehlern bei der Ratte und eine geringe Anzahl von Föten mit Ektrodaktylie beim

Kaninchen.

Bei Hunden, die ein Jahr lang Ivabradin erhielten (Dosierungen von 2, 7 oder 24 mg/kg/Tag), wurden

reversible Veränderungen der Netzhautfunktion beobachtet, die aber nicht zu einer Schädigung der

okulären Strukturen führten. Diese Daten entsprechen der pharmakologischen Wirkung von Ivabradin,

welches mit Hyperpolarisations-aktivierten

-Strömen in der Netzhaut interagiert, die weitgehende

Homologie zum Herzschrittmacherstrom

zeigen.

Sonstige Langzeitstudien mit wiederholter Gabe und zur Karzinogenität zeigten keine klinisch relevanten

Veränderungen.

Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental Risk Assessment [ERA])

Beurteilung

Risiken

für

Umwelt

Ivabradin

wurde

Übereinstimmung

europäischen ERA-Richtlinie durchgeführt.

Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist die Abwesenheit eines Risikos für die Umwelt durch Ivabradin

und Ivabradin stellt keine Gefahr für die Umwelt dar.

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4.

Klinische Aspekte

Basierend auf den vorgelegten und bekannten klinischen Daten wurden die klinisch-pharmakologischen

Abschnitte der Fach- und Gebrauchsinformation unter Einhaltung der aktuellen gesetzlichen

Anforderungen und der Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien genehmigt.

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt, sind keine weiteren klinischen Studien

erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Herztherapie, Andere Herzmittel

ATC-Code: C01EB17

Wirkmechanismus

Ivabradin ist ein rein herzfrequenzsenkender Wirkstoff, der eine selektive und spezifische Hemmung des

-Stromes bewirkt, welcher als Schrittmacher im Herzen die spontane diastolische Depolarisation im

Sinusknoten kontrolliert und die Herzfrequenz reguliert. Die kardialen Wirkungen sind spezifisch für den

Sinus-Knoten

haben

weder

Einfluss

intraatriale,

atrioventrikuläre

oder

intraventrikuläre

Überleitungszeiten noch auf die myokardiale Kontraktilität oder ventrikuläre Repolarisation.

Ivabradin kann auch Effekte auf den Netzhautstrom

haben, welcher stark dem

-Strom des Herzens

ähnelt. Er ist beteiligt an der temporären Auflösung des visuellen Systems, indem er die Antwort der

Netzhaut auf helle Lichtreize verkürzt. Unter Trigger-Bedingungen (z.B. schnelle Lichtstärkenänderungen)

ist die partielle Hemmung des

-Kanals durch Ivabradin Ursache der lichtbedingten Symptome, die

gelegentlich

Patienten

beobachtet

werden.

Lichtbedingte

Symptome

(Phosphene)

werden

vorübergehende verstärkte Helligkeit in einem begrenzten Bereich des Gesichtsfeldes beschrieben.

Pharmakodynamische Wirkungen

Die hauptsächliche pharmakodynamische Eigenschaft von Ivabradin beim Menschen ist eine spezifische

dosisabhängige Herzfrequenzsenkung. Die Analyse der Herzfrequenzsenkung mit Dosierungen bis zu 20

mg zweimal täglich zeigt eine Tendenz zum Plateaueffekt, der zu einem reduzierten Risiko einer

schweren Bradykardie unter 40 bpm führt.

Bei den üblichen empfohlenen Dosen wird die Herzfrequenz um ungefähr 10 bpm in Ruhe und unter

Belastung

gesenkt.

Dies

führt

einer

Verringerung

Herzarbeit

myokardialen

Sauerstoffverbrauchs.

Ivabradin hat keinen Einfluss auf die intrakardiale Erregungsleitung, die Kontraktilität (keine negativ

inotrope Wirkung) oder ventrikuläre Repolarisation:

In klinischen elektrophysiologischen Studien hatte Ivabradin keine Effekte auf atrioventrikuläre oder

intraventrikuläre Erregungsleitungszeiten oder korrigierte QT-Intervalle;

Bei Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion (linksventrikuläre Ejektions-Fraktion (LVEF) zwischen

30 und 45%) hatte Ivabradin keinen schädlichen Einfluss auf die LVEF.

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Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

antianginöse

antiischämische

Wirksamkeit

Ivabradin

wurde

fünf

doppelblinden,

randomisierten Studien (drei Studien im Vergleich zu Placebo und eine jeweils im Vergleich zu Atenolol

und Amlodipin) untersucht. An diesen Studien nahmen insgesamt 4.111 Patienten mit chronischer stabiler

Angina pectoris teil, davon erhielten 2.617 Ivabradin.

Die Wirksamkeit von Ivabradin 5 mg zweimal täglich wurde bei allen Belastungstest-Parametern

innerhalb von 3 bis 4 Wochen Behandlungszeit gezeigt. Diese Wirksamkeit wurde mit 7,5 mg zweimal

täglich bestätigt. Insbesondere wurde der zusätzliche Effekt von mehr als 5 mg zweimal täglich in einer

referenzkontrollierten Studie im Vergleich zu Atenolol festgestellt: Die Gesamtbelastungsdauer gemessen

vor der nächsten Tabletteneinnahme wurde nach einem Monat Behandlung mit 5 mg zweimal täglich um

ungefähr 1 Minute erhöht und weiters, nach einem zusätzlichen 3-Monats-Zeitraum mit Dosiserhöhung

auf 7,5 mg zweimal täglich, um nahezu 25 Sekunden verbessert. In dieser Studie wurde der antianginöse

und antiischämische Nutzen von Ivabradin bei Patienten mit 65 Jahren und älter bestätigt. Die

Wirksamkeit von 5 und 7,5 mg zweimal täglich war konsistent in allen Studien bei allen Belastungstest-

Parametern (gesamte Belastungsdauer, Zeit bis zu limitierender Angina, Zeit bis zum Beginn der Angina

und Zeit bis zur 1 mm ST-Streckensenkung) und wurde von einer Verminderung der Angina-pectoris-

Anfälle um ungefähr 70% begleitet. Die zweimal tägliche Gabe von Ivabradin ergab eine durchgängige

Wirksamkeit über 24 Stunden.

In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 889 Patienten zeigte Ivabradin bei zusätzlicher

Gabe zu einmal täglich Atenolol 50 mg zusätzliche Wirksamkeit bei allen Belastungstestparametern zum

Zeitpunkt der Talspiegelkonzentration (12 Stunden nach der Einnahme).

In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 725 Patienten zeigte Ivabradin keine zusätzliche

Wirksamkeit in Kombination mit Amlodipin 10 mg einmal täglich zum Zeitpunkt des Wirkminimums

(trough, 12 Stunden nach der Einnahme), jedoch wurde zum Zeitpunkt des Wirkmaximums (peak, 3 bis 4

Stunden nach der Einnahme) eine zusätzliche Wirksamkeit belegt.

In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 1.277 Patienten zeigte Ivabradin in Kombination

mit Amlodipin 5 mg einmal täglich oder Nifedipin GITS 30 mg einmal täglich eine statistisch signifikante

zusätzliche Wirksamkeit bezüglich des Ansprechens auf die Behandlung zum Zeitpunkt des Wirkminimums

(trough, 12 Stunden nach der Ivabradin-Einnahme) über einen 6-wöchigen Behandlungszeitraum (Odds

ratio = 1,3, 95% CI [1,0-1,7], p = 0,012). Ein Ansprechen auf die Behandlung war definiert als eine

Reduktion um mindestens 3 Angina pectoris-Anfälle pro Woche und/oder eine Verlängerung der Zeit bis

zur 1 mm ST-Streckensenkung um mindestens 60 Sekunden während eines Laufband-Belastungstests.

Ivabradin zeigte keine zusätzliche Wirksamkeit auf sekundäre Endpunkte von Belastungstestparametern

zum Zeitpunkt des Wirkminimums. Jedoch wurde zum Zeitpunkt des Wirkmaximums (peak, 3 bis 4

Stunden nach der Ivabradin-Einnahme) eine zusätzliche Wirksamkeit gezeigt.

Die Wirksamkeit von Ivabradin hielt durchwegs während der 3- oder 4-monatigen Behandlungsperioden

in den Wirksamkeitsstudien an. Es gab keinen Hinweis auf eine pharmakologische Toleranzentwicklung

(Wirkverlust) während der Behandlung oder auf ein sogenanntes Rebound-Phänomen bei abruptem

Absetzen der Therapie. Die antianginösen und antiischämischen Wirkungen von Ivabradin standen in

Zusammenhang mit den dosisabhängigen Herzfrequenzsenkungen und einer signifikanten Senkung des

„rate pressure product“ (Herzfrequenz x systolischer Blutdruck) in Ruhe und unter Belastung. Die

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Auswirkungen auf den Blutdruck und den peripheren Gefäßwiderstand waren gering und klinisch nicht

signifikant.

Eine dauerhafte Reduktion der Herzfrequenz wurde bei Ivabradin-Patienten bestätigt, die mindestens ein

Jahr

lang

behandelt

wurden

713).

wurde

keine

Auswirkung

Glucose-

oder

Lipidmetabolismus beobachtet.

Die antianginöse und antiischämische Wirksamkeit von Ivabradin wurde bei Diabetikern (n = 457) mit

einem ähnlichen Sicherheitsprofil beibehalten wie im Vergleich zur Gesamtpopulation.

Eine

große

Morbiditäts-Mortalitäts-Studie,

BEAUTIFUL,

wurde

10.917

Patienten

koronarer

Herzkrankheit

linksventrikulärer

Dysfunktion

(LVEF

<

40%)

zusätzlich

einer

optimalen

Basistherapie durchgeführt, wobei 86,9% der Patienten Betablocker erhielten. Primäres Studienziel war

kombinierte

Endpunkt

kardiovaskulärem

Tod,

Hospitalisierung

aufgrund

eines

akuten

Myokardinfarktes

oder

Hospitalisierung

aufgrund

auftretender

oder

sich

verschlechternder

Herzinsuffizienz.

Die Studie zeigte im primären kombinierten Endpunkt (Relatives Risiko Ivabradin: Placebo 1,00, p =

0,945) keinen Unterschied in der Ivabradin-Gruppe gegenüber Placebo.

In einer

post hoc

definierten Subgruppe von Patienten mit symptomatischer Angina pectoris zum

Zeitpunkt der Randomisierung (n = 1.507) wurde kein Sicherheitssignal hinsichtlich kardiovaskulärem

Tod,

Hospitalisierung

aufgrund

eines

akuten

Myokardinfarktes

oder

Herzinsuffizienz

identifiziert

(Ivabradin 12,0% versus Placebo 15,5%, p = 0,05).

Eine

große

Morbiditäts-Mortalitäts-Studie,

SIGNIFY,

wurde

19.102

Patienten

koronarer

Herzerkrankung und ohne klinische Herzinsuffizienz (LVEF > 40%) zusätzlich zu einer optimalen

Basistherapie durchgeführt. Es wurde ein Therapieschema, das höher als die zugelassene Dosierung war,

gewählt: Startdosis 7,5 mg zweimal täglich (5 mg zweimal täglich bei einem Alter ≥ 75 Jahre) und

Auftitration auf 10 mg zweimal täglich. Das Hauptwirksamkeitskriterium war die Kombination aus

kardiovaskulärem Tod oder nicht-tödlichem Herzinfarkt. Die Studie zeigte keinen Unterschied in der

Häufigkeit des primären zusammengesetzten Endpunktes (PCE) in der Ivabradin-Gruppe im Vergleich zur

Placebo-Gruppe (relatives Risiko Ivabradin/Placebo 1,08, p = 0,197). Bradykardie wurde bei 17,9% der

Patienten in der Ivabradin-Gruppe (2,1% in der Placebo-Gruppe) berichtet. 7,1% der Patienten erhielten

während der Studie Verapamil, Diltiazem oder starke CYP3A4-Inhibitoren.

Es wurde ein kleiner, statistisch signifikanter Anstieg des PCE in einer vorab festgelegten Subgruppe von

Patienten mit Angina pectoris beobachtet, die zu Behandlungsbeginn in CCS-Grad II oder höher waren (n

= 12.049) (jährliche Inzidenzrate 3,4% versus 2,9%, relatives Risiko Ivabradin/Placebo 1,18, p = 0,018),

jedoch nicht in der Subgruppe der Gesamtpopulation von Angina-Patienten mit CCS-Grad ≥ I (n =

14.286) (relatives Risiko Ivabradin/Placebo 1,11, p = 0,110).

Diese

Ergebnisse

sind

nicht

vollständig

Studie

verwendete

höhere

Dosierung

zurückzuführen, die über der zugelassenen Dosierung liegt.

SHIFT-Studie

eine

große

multi-zentrische,

internationale,

randomisierte,

doppelblinde,

placebokontrollierte

Studie

6.505

Erwachsenen

stabiler

chronischer

Herzinsuffizienz

(≥ 4

Wochen), NYHA-Klasse II bis IV, mit reduzierter linksventrikulärer Auswurfleistung (LVEF ≤ 35%) und

einer Ruhe-Herzfrequenz von ≥ 70 bpm.

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Die Patienten erhielten eine Standardtherapie, einschließlich Betablocker (89%), ACE-Hemmer und/oder

Angiotensin-II-Antagonisten

(91%),

Diuretika

(83%)

Aldosteron-Antagonisten

(60%).

Ivabradin-Gruppe wurden 67% der Patienten mit 7,5 mg zweimal täglich behandelt. Die mediane Follow-

up-Zeit betrug 22,9 Monate. Die durchschnittliche Herzfrequenzreduktion unter Ivabradin betrug 15 bpm

bei einem Ausgangswert von 80 bpm. Der Unterschied der Herzfrequenz zwischen der Ivabradin- und der

Placebo-Gruppe betrug 10,8 bpm nach 28 Tagen, 9,1 bpm nach 12 Monaten und 8,3 bpm nach 24

Monaten.

Die Studie zeigte eine klinisch und statistisch signifikante relative Risikoreduktion um 18% im primären

kombinierten Endpunkt bestehend aus kardiovaskulärer Mortalität und Hospitalisierung aufgrund einer

Verschlechterung der Herzinsuffizienz (Hazard ratio: 0,82, 95% CI [0,75; 0,90], p

<

0,0001), bereits

ersichtlich innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Behandlung. Die absolute Risikoreduktion betrug

4,2%.

Ergebnisse

primären

Endpunkts

sind

hauptsächlich

Endpunkte

bezüglich

Herzinsuffizienz,

Hospitalisierung

aufgrund

einer

Verschlechterung

Herzinsuffizienz

(absolute

Risikoreduktion von 4,7%) und Tod aufgrund einer Herzinsuffizienz (absolute Risikoreduktion von 1,1%)

zurückzuführen.

Behandlungseffekt auf den primären kombinierten Endpunkt, seine Komponenten und die sekundären

Endpunkte:

Ivabradin

(n = 3.241)

n (%)

Placebo

(n = 3.264)

n (%)

Hazard ratio

[95% CI]

p-Wert

Primärer, kombinierter Endpunkt

bestehend aus:

- kardiovaskulärer Tod

- Hospitalisierung aufgrund einer

Verschlechterung der Herzinsuffizienz

793 (24,47)

449 (13,85)

514 (15,86)

937 (28,71)

491 (15,04)

672 (20,59)

0,82 [0,75;

0,90]

0,91 [0,80;

1,03]

0,74 [0,66;

0,83]

< 0,0001

0,128

< 0,0001

Andere sekundäre Endpunkte:

- Gesamtmortalität

- Tod aufgrund von Herzinsuffizienz

Hospitalisierung aus jeglichen Gründen

- Hospitalisierung aus kardiovaskulären

Gründen

503 (15,52)

113 (3,49)

1.231

(37,98)

977 (30,15)

552 (16,91)

151 (4,63)

1.356

(41,54)

1.122

(34,38)

0,90 [0,80;

1,02]

0,74 [0,58;

0,94]

0,89 [0,82;

0,96]

0,85 [0,78;

0,92]

0,092

0,014

0,003

0,0002

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Reduktion

primären

Endpunktes

wurde

unabhängig

Geschlecht,

NYHA-Klasse,

ischämischer

oder

nicht-ischämischer

Herzinsuffizienz,

Ätiologie

unabhängig

einer

Vorgeschichte von Diabetes oder Bluthochdruck beobachtet.

In der Subgruppe der Patienten mit einer Herzfrequenz ≥ 75 bpm (n = 4.150) wurde eine höhere

Risikoreduktion für den primären kombinierten Endpunkt von 24% (Hazard ratio: 0,76, 95% CI [0,68;

0,85], p

<

0,0001) und für andere sekundäre Endpunkte, einschließlich Gesamtmortalität (Hazard ratio:

0,83, 95% CI [0,72; 0,96], p

0,0109) und kardiovaskulärer Tod (Hazard ratio: 0,83, 95% CI [0,71;

0,97], p

0,0166), beobachtet. In dieser Subgruppe von Patienten war das Sicherheitsprofil von

Ivabradin mit dem der Gesamtpopulation vergleichbar.

Ein signifikanter Effekt auf den primären kombinierten Endpunkt wurde in der Gesamtgruppe der

Patienten mit Betablocker-Therapie beobachtet (Hazard ratio: 0,85, 95% CI [0,76; 0,94]).

Bei der Subgruppe der Patienten mit einer Herzfrequenz ≥ 75 bpm und der empfohlenen Betablocker-

Zieldosis wurde kein statistisch signifikanter Nutzen bezüglich des primären kombinierten Endpunkts

(Hazard ratio: 0,97, 95% CI [0,74; 1,28]) und der anderen sekundären Endpunkte, einschließlich

Hospitalisierung aufgrund einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz (Hazard ratio: 0,79, 95% CI [0,56;

1,10]) oder Tod aufgrund einer Herzinsuffizienz (Hazard ratio: 0,69, 95% CI [0,31; 1,53]), beobachtet.

Bei Studienende war die NYHA-Klasse bei 887 (28%) der Ivabradin-Patienten versus 776 (24%) der

Placebo-Patienten (p = 0,001) signifikant verbessert.

In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 97 Patienten mit chronischer stabiler Angina

pectoris,

Jahre

Ivabradin

behandelt

wurden,

zeigten

spezifische

ophthalmologische

Untersuchungen, mit dem Ziel die Funktion des Zapfen- und Stäbchensystems und des aufsteigenden

visuellen Signalwegs zu dokumentieren (u.a. Elektroretinogramm, statische und kinetische Perimetrie,

Farbsehvermögen, Sehschärfe), keine retinale Toxizität.

Kinder und Jugendliche

Eine randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie wurde bei 116 Kindern und Jugendlichen (17

von ihnen waren 6 bis < 12 Monate alt, 36 waren 1 bis < 3 Jahre alt und 63 waren 3 bis < 18 Jahre alt)

mit chronischer Herzinsuffizienz und dilatativer Kardiomyopathie (DCM) zusätzlich zu einer optimalen

Basistherapie durchgeführt. 74 Patienten erhielten Ivabradin (Verhältnis 2:1).

Die Startdosis war 0,02 mg/kg zweimal täglich in der Alterssubgruppe der Patienten von 6 bis < 12

Monaten, 0,05 mg/kg zweimal täglich bei den 1- bis < 3-Jährigen und 3- bis < 18-Jährigen < 40 kg,

sowie 2,5 mg/kg zweimal täglich bei den 3- bis < 18-Jährigen ≥ 40 kg. Die Dosis wurde in Abhängigkeit

vom therapeutischen Ansprechen unter Berücksichtigung der Maximaldosen von 0,2 mg/kg zweimal

täglich, 0,3 mg/kg zweimal täglich bzw. 15 mg zweimal täglich angepasst. In dieser Studie wurde

Ivabradin als flüssige orale Formulierung oder als Tablette zweimal täglich gegeben. Es besteht kein

Unterschied

Pharmakokinetik

zwischen

beiden

Formulierungen,

einer

offenen

randomisierten, 2-periodischen Cross-Over-Studie an 24 erwachsenen und gesunden Freiwilligen gezeigt

wurde.

Bei 69,9% der Patienten in der Ivabradin-Gruppe wurde während der Titrationsperiode von 2 bis 8

Wochen eine Herzfrequenzreduktion von 20%, ohne Auftreten einer Bradykardie, erreicht im Vergleich zu

12,2% in der Placebo-Gruppe (odds ratio: E = 17,24, 95% Cl [5,91; 50,30]). Die mittleren Ivabradin-

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Dosen, die zu einer 20%igen Herzfrequenzreduktion führten, waren 0,13 ± 0,04 mg/kg zweimal täglich,

0,10 ± 0,04 mg/kg zweimal täglich und 4,1 ± 2,2 mg zweimal täglich in der Alterssubgruppe der 1- bis <

3-Jährigen, 3- bis < 18-Jährigen < 40 kg bzw. der 3- bis < 18-Jährigen ≥ 40 kg.

Die mittlere LVEF stieg von 31,8% auf 45,3% im 12. Monat in der Ivabradin-Gruppe versus 35,4% auf

42,3% in der Placebo-Gruppe an. Die NYHA-Klasse wurde bei 37,7% der Ivabradin-Patienten versus

25,0% der Patienten in der Placebo-Gruppe verbessert. Diese Verbesserungen waren statistisch nicht

signifikant.

Das Sicherheitsprofil über ein Jahr war ähnlich dem, welches bei erwachsenen Patienten mit chronischer

Herzinsuffizienz beschrieben wurde.

Die Langzeiteffekte von Ivabradin auf Wachstum, Pubertät und allgemeine Entwicklung sowie die

Langzeitwirksamkeit

der Therapie mit Ivabradin in der Kindheit zur Reduzierung

kardiovaskulärer

Morbidität und Mortalität wurden nicht untersucht.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Ivabradin enthält, eine

Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen

Altersklassen für die Behandlung der Angina pectoris gewährt

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Ivabradin enthält, eine

Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien bei Kindern im Alter von 0 bis

< 6 Monaten für die Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz gewährt.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Unter physiologischen Bedingungen wird Ivabradin schnell aus den Filmtabletten freigesetzt und ist hoch

wasserlöslich (> 10 mg/ml). Ivabradin ist das S-Enantiomer ohne Biokonversion, wie

in vivo

gezeigt

wurde. Das N-demethylierte Derivat von Ivabradin wurde als aktiver Hauptmetabolit beim Menschen

identifiziert.

Resorption und Bioverfügbarkeit

Ivabradin wird schnell und fast vollständig nach der Einnahme resorbiert. Der maximale Plasmaspiegel ist

bei nüchternem Zustand nach ca. 1 Stunde erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit der Filmtabletten liegt

aufgrund des First-Pass-Effekts im Darm und in der Leber bei ca. 40%. Durch Nahrung wurde die

Resorption um ca. 1 Stunde verzögert und die Plasmaexposition um 20 bis 30% erhöht. Es wird

empfohlen, die Filmtabletten während des Essens einzunehmen, um intraindividuelle Unterschiede in der

Exposition zu verringern.

Verteilung

Ivabradin wird zu ca. 70% an Plasmaprotein gebunden und hat ein Verteilungsvolumen bei Patienten im

Steady State von ca. 100 l. Die maximale Plasmakonzentration nach einer chronischen Einnahme der

empfohlenen

Dosis

zweimal

täglich

ng/ml

(CV = 29%).

durchschnittliche

Plasmakonzentration beträgt im Steady State 10 ng/ml (CV = 38%).

Biotransformation

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Ivabradin wird weitgehend in der Leber und im Darm durch ausschließliche Oxidation über das

Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) metabolisiert. Der aktive Hauptmetabolit ist das N-demethylierte Derivat

(S 18982) mit einer Exposition von ca. 40% bezogen auf die Ausgangssubstanz. Der Metabolismus dieses

aktiven Metaboliten erfolgt ebenso über CYP3A4. Ivabradin hat eine geringe Affinität zu CYP3A4 und zeigt

keine klinisch relevante CYP3A4-Induktion oder -Hemmung. Daher ist eine Veränderung des CYP3A4-

Substrat-Metabolismus oder der Plasmakonzentrationen unwahrscheinlich. Umgekehrt können starke

Hemmer und Induktoren die Ivabradin-Plasmakonzentrationen erheblich beeinflussen.

Elimination

Ivabradin wird mit einer Haupt-Halbwertszeit von 2 Stunden (70 bis 75% der AUC) im Plasma und einer

effektiven Halbwertszeit von 11 Stunden eliminiert. Die gesamte Clearance beträgt ca. 400 ml/min und

die renale Clearance ca. 70 ml/min. Die Ausscheidung von Metaboliten erfolgt in gleichem Maße über

Faeces und Urin. Ca. 4% einer oralen Dosis werden unverändert über den Urin ausgeschieden.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Kinetik von Ivabradin ist innerhalb eines oralen Dosisbereiches von 0,5 bis 24 mg linear.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten: Es sind zwischen älteren (≥ 65 Jahre) oder sehr alten Patienten (≥ 75 Jahre) und

der Gesamtpopulation keine pharmakokinetischen Unterschiede (AUC und C

) beobachtet worden.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung: Die Auswirkung einer Nierenschädigung (Kreatinin-Clearance

zwischen 15 und 60 ml/min) auf die Pharmakokinetik von Ivabradin ist minimal, in Bezug auf den

geringen Beitrag der renalen Clearance (ca. 20%) zur kompletten Elimination sowohl von Ivabradin

als auch dessen Hauptmetaboliten S 18982.

Patienten mit Leberfunktionsstörung: Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-

Klassifikation bis zu 7) war die ungebundene AUC von Ivabradin und des aktiven Hauptmetaboliten

um etwa 20% höher als bei Patienten mit normaler Leberfunktion. Es stehen nicht ausreichend

Daten zur Verfügung, um Rückschlüsse bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung zu ziehen.

Es stehen keine Daten zur Verfügung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung.

Kinder und Jugendliche: Das pharmakokinetische Profil von Ivabradin bei Kindern und Jugendlichen

chronischer

Herzinsuffizienz

Alter

zwischen

Monaten

< 18 Jahren

ähnelt

Pharmakokinetik, welche bei Erwachsenen beschrieben wird, wenn ein Titrationsschema ausgehend

von Alter und Gewicht angewendet wird.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische (PK/PD) Zusammenhänge

Analysen des Zusammenhanges zwischen PK/PD haben gezeigt, dass die Herzfrequenzsenkung nahezu

linear zur steigenden Ivabradin- und S 18982-Plasmakonzentration bei Dosen von bis zu 15 bis 20 mg

zweimal täglich ist. Bei höheren Dosen ist die Herzfrequenzsenkung nicht mehr proportional zu den

Ivabradin-Plasmakonzentrationen und scheint ein Plateau zu erreichen. Hohe Expositionen von Ivabradin,

die im Zusammenhang mit einer Ivabradin-Gabe in Kombination mit starken CYP3A4-Hemmern auftreten

können, können zu einer übermäßigen Herzfrequenzsenkung führen, wohingegen dieses Risiko mit

mäßigen CYP3A4-Hemmern geringer ist.

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Die PK/PD-Beziehung von Ivabradin bei Kindern und Jugendlichen mit chronischer Herzinsuffizienz im

Alter zwischen 6 Monaten und < 18 Jahren ist ähnlich jener PK/PD-Beziehung, die bei Erwachsenen

beschrieben wird.

5.

Pharmakovigilanz

Der Antragsteller erbrachte den Nachweis, dass ihm eine adäquat qualifizierte für die Pharmakovigilanz

verantwortliche Person sowie ein System zur Erfassung und Meldung sowohl von innerhalb als auch

außerhalb der Europäischen Gemeinschaft aufgetretenen Nebenwirkungen zur Verfügung steht. Die vom

Antragsteller

vorgelegte

detaillierte

Beschreibung

seines

Pharmakovigilanz-Systems

entspricht

Anforderungen des von der Europäischen Kommission erstellten und veröffentlichten Leitfadens über die

Erfassung, Überprüfung und Vorlage von Berichten über Nebenwirkungen, einschließlich der technischen

Anforderungen

elektronischen

Austausch

Pharmakovigilanzdaten

gemäß

international

vereinbarten

Formaten.

Eine

Beschreibung

Risikomanagementsystems,

Antragsteller

einführen wird, wurde vorgelegt.

6.

Overall conclusion, Nutzen-Risiko-Beurteilung und Empfehlung

Lesbarkeitstest

Die Gebrauchsinformation wurde gemäß den Anforderungen des Artikels 59 (3) und 61 (1) der Direktive

2001/83/EC durch die Ergebnisse eines Lesbarkeitstests (Readabilitytest) bewertet und erstellt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gebrauchsinformation die Kriterien der Lesbarkeit gemäß der „Guideline

on the Readability of the Labelling and Package Leaflet of Medicinal Products for human Use“ erfüllt.

Die vorliegenden Gutachten haben eine positive Nutzen-Risiko-Bewertung für die gegenständliche

Arzneispezialität ergeben.

Dem Antrag der Firma G.L. Pharma GmbH auf Zulassung gemäß § 10 Abs. 1 und 15 in Verbindung mit §

20 des Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983 idgF wurde mit Bescheid des Bundesamtes für

Sicherheit im Gesundheitswesen vom 27.04.2017 stattgegeben.

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung

Alle Änderungen, die Fach- und Gebrauchsinformationen betreffen, werden in den BASG-Verlautbarungen

unter https://verlautbarung.basg.gv.at/ publiziert.

Aktuelle Versionen der Fach- und Gebrauchsinformationen der in Österreich zugelassenen

Arzneispezialitäten können unter https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/ abgerufen werden.

Packungsbeilage

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Ivacorlan 5 mg-Filmtabletten

Wirkstoff: Ivabradin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter.

kann

anderen

Menschen

schaden,

auch

wenn

diese

gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Ivacorlan und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Ivacorlan beachten?

Wie ist Ivacorlan einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Ivacorlan aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Ivacorlan und wofür wird es angewendet?

Ivacorlan (Ivabradin) ist ein Herzmittel zur Behandlung von:

Symptomatischer

stabiler

Angina

pectoris

(die

Brustschmerzen

verursacht)

erwachsenen Patienten mit einer Herzfrequenz von 70 Schlägen pro Minute oder mehr.

wird

erwachsenen

Patienten

angewendet,

sogenannte

Betablocker

Herzmittel

nicht

vertragen

oder

nicht

einnehmen

können.

wird

ebenfalls

Kombination mit Betablockern bei erwachsenen Patienten angewendet, deren Zustand

mit Betablockern nicht vollständig kontrolliert ist.

Chronischer

Herzinsuffizienz

(Herzleistungsschwäche)

erwachsenen

Patienten

deren Herzfrequenz 75 Schläge pro Minute oder mehr beträgt. Es wird angewendet in

Kombination mit einer Standardbehandlung, einschließlich Betablockern, oder wenn

Betablocker nicht gegeben werden können oder nicht vertragen werden.

Stabile Angina pectoris (auch als „Herzenge“ bekannt):

Stabile Angina pectoris ist eine Herzkrankheit, die auftritt, wenn das Herz nicht genug

Sauerstoff erhält. Die Krankheit tritt normalerweise im Alter von etwa 40 bis 50 Jahren auf.

Die häufigsten Beschwerden von Angina pectoris sind Brustschmerzen und Unwohlsein.

Angina pectoris tritt eher auf, wenn sich der Herzschlag beschleunigt, d.h. in Situationen wie

körperlicher oder emotionaler Belastung, bei Kälte oder nach einer Mahlzeit. Diese Erhöhung

des Herzschlages kann den Brustschmerz bei Patienten, die an Angina pectoris leiden,

verursachen.

Chronische Herzinsuffizienz (Herzleistungsschwäche):

Die chronische Herzinsuffizienz ist eine Herzerkrankung, welche auftritt, wenn Ihr Herz nicht

genügend Blut in Ihren restlichen Körper transportieren kann. Die häufigsten Beschwerden

einer

Herzinsuffizienz

sind

Atemlosigkeit,

Erschöpfung,

Müdigkeit

Schwellung

Knöchel.

Wie wirkt Ivacorlan?

Ivacorlan wirkt hauptsächlich über die Senkung der Herzfrequenz um wenige Herzschläge in

der Minute. Dies reduziert den Sauerstoffbedarf des Herzens, vor allem in Situationen in

denen das Auftreten von Angina pectoris-Anfällen wahrscheinlich ist. Auf diese Weise hilft

Ivacorlan die Anzahl der Angina pectoris-Anfälle zu kontrollieren und zu reduzieren.

Ein erhöhter Herzschlag beeinträchtigt die Herzfunktion und Lebenserwartung bei Patienten

mit chronischer Herzinsuffizienz. Die gezielte herzfrequenzsenkende Wirkung von Ivabradin

hilft die Funktion des Herzens und die Lebenserwartung dieser Patienten zu verbessern.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Ivacorlan beachten?

Ivacorlan darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Ivabradin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Ihre Herzfrequenz im Ruhezustand vor der Behandlung zu niedrig ist (unter

70 Schläge pro Minute).

wenn

einem

kardiogenen

Schock

leiden

Krankenhaus

behandeltes

Herzleiden).

wenn Sie eine Herzrhythmusstörung haben.

wenn Sie einen Herzanfall erleiden.

wenn Sie an sehr niedrigem Blutdruck leiden.

wenn Sie an instabiler Angina pectoris leiden (eine schwere Form der Angina pectoris,

Brustschmerzen

sehr

häufig

sind

entweder

oder

ohne

Belastung

auftreten).

wenn Sie an einer Herzleistungsschwäche leiden, welche sich vor Kurzem verschlechtert

hat.

wenn Ihr Herzschlag ausschließlich von einem Herzschrittmacher erzeugt wird.

wenn Sie an einer schweren Leberfunktionsstörung leiden.

wenn Sie bereits Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (wie Ketoconazol,

Itraconazol),

Makrolidantibiotika

(wie

Josamycin,

Clarithromycin,

Telithromycin

oder

Erythromycin zum Einnehmen), Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen (wie

Nelfinavir, Ritonavir), Nefazodon (ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen),

Diltiazem oder Verapamil (wird bei hohem Blutdruck oder Angina pectoris angewendet)

einnehmen.

wenn

eine

Frau

gebärfähigen

Alter

sind

keine

zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden.

wenn Sie schwanger sind oder beabsichtigen schwanger zu werden.

wenn Sie stillen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Ivacorlan einnehmen,

wenn

Herzrhythmusstörungen

(wie

einem

unregelmäßigen

Herzschlag,

Herzrasen, Verstärkung des Brustschmerzes) oder anhaltendem Vorhofflimmern (eine

unregelmäßigem

Herzschlag,

oder

einer

Abweichung

EKG,

einem

sogenannten „langen QT-Syndrom‟, leiden.

wenn Sie an Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindel oder Kurzatmigkeit leiden (das

könnte darauf schließen lassen, dass Ihre Herzfrequenz zu niedrig ist)

wenn Sie Anzeichen von Vorhofflimmern haben (Ruhepuls ungewöhnlich hoch – über

110 Schläge pro Minute – oder unregelmäßig, ohne ersichtlichen Grund, sodass er

schwer messbar ist).

wenn Sie vor kurzem einen Schlaganfall hatten (Durchblutungsstörung im Gehirn).

wenn Ihr Blutdruck leicht bis mäßig erniedrigt ist.

wenn Sie an unkontrolliertem Blutdruck leiden, vor allem nach einer Veränderung ihrer

blutdrucksenkenden Behandlung.

wenn Sie an schwerer Herzleistungsschwäche oder an einer Herzleistungsschwäche mit

Abweichung im EKG, einem sogenannten „Schenkelblock‟, leiden.

wenn Sie eine chronische Netzhauterkrankung des Auges haben.

wenn Sie an einer mäßigen Leberfunktionsstörung leiden.

wenn Sie an einer schweren Nierenfunktionsstörung leiden.

Wenn eine oder mehrere der oben genannten Erscheinungen auf Sie zutreffen, dann

sprechen Sie bitte umgehend mit Ihrem Arzt vor oder während der Behandlung mit Ivacorlan.

Kinder und Jugendliche

Ivacorlan ist nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

bestimmt.

Einnahme von Ivacorlan zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

andere

Arzneimittel

einnehmen/

anwenden,

kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen/angewendet

haben

oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Informieren Sie gewissenhaft Ihren Arzt über die Einnahme von folgenden Arzneimitteln, da

dies eine Dosisanpassung von Ivacorlan oder eine besondere Überwachung erforderlich

machen könnte:

Fluconazol (ein Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen)

Rifampicin (ein Antibiotikum)

Barbiturate (bei Schlafstörungen oder Epilepsie)

Phenytoin (bei Epilepsie)

Johanniskraut (Hypericum perforatum, ein pflanzliches Arzneimittel bei Depression)

QT-verlängernde Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder anderen

Zuständen:

Chinidin,

Disopyramid,

Ibutilid,

Sotalol,

Amiodaron

(zur

Behandlung

Herzrhythmusstörungen)

Bepridil (zur Behandlung von Angina pectoris)

bestimmte

Arten

Arzneimitteln

Behandlung

Angstzuständen,

Schizophrenie oder anderen Psychosen (wie Pimozid, Ziprasidon, Sertindol)

Arzneimittel gegen Malaria (wie Mefloquin oder Halofantrin)

Erythromycin (ein Antibiotikum) in eine Vene verabreicht

Pentamidin (ein Arzneimittel gegen Parasiten)

Cisaprid (gegen Sodbrennen)

bestimmte Diuretika, die einen Abfall des Kaliumblutspiegels verursachen können, wie

Furosemid, Hydrochlorothiazid, Indapamid (zur Behandlung von Ödemen und hohem

Blutdruck)

Einnahme von Ivacorlan zusammen mit Getränken

Vermeiden Sie während der Behandlung mit Ivacorlan den Konsum von Grapefruitsaft.

Schwangerschaft und Stillzeit

Nehmen Sie Ivacorlan nicht ein, wenn Sie schwanger sind oder beabsichtigen, schwanger zu

werden (siehe „Ivacorlan darf nicht eingenommen werden“).

Wenn Sie schwanger sind und Ivacorlan eingenommen haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem

Arzt. Nehmen Sie Ivacorlan nicht ein, wenn Sie schwanger werden können, es sei denn, Sie

wenden zuverlässige Verhütungsmethoden an.

Nehmen Sie Ivacorlan nicht ein, wenn Sie stillen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie

stillen oder beabsichtigen zu stillen, da Sie abstillen müssen, wenn Sie Ivacorlan einnehmen.

!

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung:

Dieses

Arzneimittel

kann

Reaktionsfähigkeit

Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Ivacorlan kann zeitweise lichtbedingte Beschwerden am Auge verursachen (eine zeitweilige

Helligkeit im Gesichtsfeld, siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich“). Falls

Sie betroffen sind, müssen Sie im Verkehr und beim Bedienen von Maschinen besonders

dann vorsichtig sein, wenn plötzliche Veränderungen der Lichtstärke auftreten können

(besonders wenn Sie während der Nacht Auto fahren).

3. Wie ist Ivacorlan einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wenn Sie wegen stabiler Angina pectoris behandelt werden:

Die Anfangsdosis darf eine Filmtablette Ivacorlan 5 mg zweimal täglich nicht überschreiten.

Wenn Sie nach wie vor Angina pectoris-Beschwerden haben und Sie die Dosis von 5 mg

zweimal täglich gut vertragen haben, kann der Arzt die Dosis erhöhen.

Die Erhaltungsdosis von 7,5 mg zweimal täglich darf nicht überschritten werden.

Ihr Arzt wird die für Sie passende Dosis verschreiben.

Die übliche Dosis beträgt eine Filmtablette am Morgen und eine Filmtablette am Abend. In

einigen Fällen (z.B. wenn Sie älter sind) kann Ihnen Ihr Arzt die halbe Dosis verschreiben,

d.h. eine halbe Filmtablette Ivacorlan 5 mg (das entspricht 2,5 mg Ivabradin) am Morgen und

eine halbe 5 mg-Filmtablette am Abend.

Wenn

Sie

wegen

chronischer

Herzinsuffizienz

(Herzleistungsschwäche)

behandelt

werden:

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt eine Filmtablette Ivacorlan 5 mg zweimal täglich. Falls

notwendig, kann der Arzt die Dosis auf eine Filmtablette Ivacorlan 7,5 mg zweimal täglich

erhöhen.

Ihr Arzt wird die für Sie passende Dosis verschreiben.

Die übliche Dosis beträgt eine Filmtablette am Morgen und eine Filmtablette am Abend. In

einigen Fällen (z.B. wenn Sie älter sind) kann Ihr Arzt die halbe Dosis verschreiben, d.h. eine

halbe Filmtablette Ivacorlan 5 mg (das entspricht 2,5 mg Ivabradin) am Morgen und eine

halbe 5 mg-Filmtablette am Abend.

Art der Anwendung

Ivacorlan ist während den Mahlzeiten einzunehmen.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Ivacorlan eingenommen haben als Sie sollten

Eine zu große Menge an Ivacorlan könnte Sie atemlos oder müde machen, da sich Ihr

Herzschlag zu sehr verlangsamt. Wenn dies passiert, dann kontaktieren Sie bitte sofort

einen Arzt.

Hinweis für den Arzt: Informationen zur Behandlung einer Überdosierung sind am Ende

dieser Gebrauchsinformation zu finden.

Wenn Sie die Einnahme von Ivacorlan vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme von Ivacorlan vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis zur

üblichen Zeit ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige

Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Ivacorlan abbrechen

Da die Behandlung der Angina pectoris oder der chronischen Herzinsuffizienz normalerweise

lebenslang durchgeführt wird, wenden Sie sich an Ihren Arzt bevor Sie die Behandlung mit

diesem Arzneimittel abbrechen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Ivacorlan zu stark oder zu schwach ist,

sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

häufigsten

Nebenwirkungen

dieses

Arzneimittels

sind

dosisabhängig

Wirkmechanismus zurückzuführen:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Visuelle Lichtphänomene (kurze Momente erhöhter Helligkeit, meistens verursacht durch

plötzlichen

Wechsel

Lichtstärke).

Diese

können

auch

Lichtkranz

eine

Lichtquelle, farbige Blitze, Bildauflösung oder Mehrfachbilder beschrieben werden. Sie

treten im Allgemeinen innerhalb der ersten zwei Monate der Behandlung auf. Danach

können sie wiederholt auftreten und verschwinden während oder nach der Behandlung.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Veränderungen der Herzfunktion (wie etwa eine Verlangsamung der Herzfrequenz).

Diese

treten

insbesondere

innerhalb

ersten

zwei

drei

Monate

nach

Behandlungsbeginn auf.

Auch folgende Nebenwirkungen wurden berichtet:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Unregelmäßige

schnelle

Kontraktion

Herzens,

abnorme

Wahrnehmung

Herzschlags

Unkontrollierter Blutdruck

Kopfschmerzen

im Allgemeinen während des ersten Behandlungsmonats), Schwindel

verschwommene Sicht (undeutliches Sehen)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Herzklopfen und zusätzliche Herzschläge

Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen

Atemnot

Muskelkrämpfe

Änderungen der Laborwerte (Blutuntersuchungen): erhöhte Harnsäurewerte, ein Anstieg

von eosinophilen Blutzellen (eine Untergruppe von weißen Blutzellen) und erhöhte

Werte des Kreatinins (einem Abbauprodukt von Muskeln) im Blut

Hautausschlag

Angioödem (Beschwerden wie Anschwellen von Gesicht, Zunge oder Hals, Atem- oder

Schluckschwierigkeiten)

Niedriger Blutdruck, Ohnmacht, Schwächegefühl

ungewöhnliche EKG-Aufzeichnungen

Doppeltsehen, Sehstörungen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Nesselsucht, Juckreiz, Hautrötung

Unwohlsein

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Unregelmäßiger Herzschlag

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem (Details siehe

unten) anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5. Wie ist Ivacorlan aufzubewahren?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton

Blisterpackung

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen

Arzneimittel

nicht

Abwasser

oder

Haushaltsabfall.

Fragen

Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Ivacorlan enthält

Der Wirkstoff ist: Ivabradin. 1 Filmtablette enthält 5 mg Ivabradin (entsprechend 5,96 mg

Ivabradin-Oxalat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern:

mikrokristalline

Cellulose,

Crospovidon

hochdisperses,

wasserfreies Siliciumdioxid, hydriertes Rizinusöl;

Filmüberzug: Opadry Orange (bestehend aus Hypromellose (E 464), mikrokristalliner

Cellulose (E 460i), Titandioxid (E 171), Stearinsäure (E 570), Eisenoxid gelb (E 172) und

Eisenoxid rot (E 172)), gereinigtes Wasser, Carnaubawachs.

Wie Ivacorlan aussieht und Inhalt der Packung

Ivacorlan 5 mg-Filmtabletten sind lachsfarbene, längliche, beidseitig nach außen gewölbte

Filmtabletten mit einer Bruchkerbe auf einer Seite und glatt auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Ivacorlan ist in Blisterpackungen mit 14, 28, 30, 56, 60, 84, 98, 100 oder 112 Filmtabletten

erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach

Hersteller

Chanelle Medical, Dublin Road, Loughrea, Co. Galway, Irland

JSC Grindeks, 53 Krustpils Street, Riga, LV-1057, Lettland

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach

Z.Nr.:

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2017.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Überdosierung

Symptome

Eine Überdosierung kann zu einer schweren und protrahierten Bradykardie führen (siehe

Abschnitt 4.).

Therapie

Eine schwere Bradykardie ist symptomatisch in einer spezialisierten Einheit zu behandeln.

Falle

einer

Bradykardie

unzureichender

hämodynamischer

Toleranz

eine

symptomatische Behandlung einschließlich intravenöser betastimulierender Arzneimittel wie

Isoprenalin

Betracht

ziehen.

Vorübergehend

kann

kardialer

elektrischer

Schrittmacher bei Bedarf verwendet werden.