Improvac

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Improvac
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Schweine (männlich)
  • Therapiebereich:
  • Immunologische Tests für Suidae
  • Anwendungsgebiete:
  • Induktion von Antikörpern gegen Gonadotropin-Releasing-Faktor (GnRF) zur temporären immunologischen Unterdrückung der Hodenfunktion. Zur Verwendung als Alternative zur physikalischen Kastration zur Reduktion von Ebergeruch durch die Schlüssel-Ebergeruch-Verbindung Androstenon bei ganzen männlichen Schweinen nach Beginn der Pubertät. Ein weiterer wichtiger Faktor für Ebergeruch, Skatol, kann ebenfalls als indirekter Effekt reduziert werden. Aggressives und sexuelles (Besteigungs-) Verhalten wird ebenfalls reduziert.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Autorisiert
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/V/C/000136
  • Berechtigungsdatum:
  • 11-05-2009
  • EMEA-Code:
  • EMEA/V/C/000136
  • Letzte Änderung:
  • 24-02-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

EMA/115881/2009

EMEA/V/C/000136

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Improvac

Analogon-Protein-Konjugat des Gonadotropin-Releasing-Faktors (GnRF)

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für

Improvac. Hierin wird erläutert, wie die Agentur dieses Tierarzneimittel beurteilt hat, um zu ihren

Empfehlungen für die Zulassung des Arzneimittels in der Europäischen Union (EU) und die

Anwendungsbedingungen zu gelangen. Diese Zusammenfassung ist nicht als praktischer Rat zur

Anwendung von Improvac zu verstehen.

Wenn Sie als Tierbesitzer oder -halter praktische Informationen über Improvac benötigen, lesen Sie

bitte die Packungsbeilage oder wenden Sie sich an Ihren Tierarzt oder Apotheker.

Was ist Improvac und wofür wird es angewendet?

Improvac ist ein Tierarzneimittel, das bei Ebern zur Verminderung des „Ebergeruchs“ im von ihnen

erhaltenen Fleisch nach der Schlachtung angewendet wird. Der Ebergeruch ist der strenge Geruch oder

Geschmack in Schweinefleisch oder Schweinefleischprodukten von nicht kastrierten geschlechtsreifen

Ebern. Der Ebergeruch wird durch die Produktion und die Anreicherung der natürlichen Verbindungen

des Androstenons und Skatols im Fleisch dieser Tiere verursacht. Improvac wird als Alternative zur

operativen Kastration (Entfernung der Hoden) angewendet, um das Vorhandensein dieser

Verbindungen zu vermindern. Improvac reduziert auch das aggressive und sexuelle (aufspringende)

Verhalten bei Schweinen.

Improvac enthält den Wirkstoff Analogon-Protein-Konjugat des Gonadotropin-Releasing-Faktors

(GnRF).

Wie wird Improvac angewendet?

Improvac ist als Injektionslösung und nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Improvac wird Ebern

in Form von zwei Injektionen in einem Abstand von mindestens 4 Wochen verabreicht. Die erste

Injektion wird ab einem Alter von 8 Wochen und die zweite 4 bis 6 Wochen vor der Schlachtung

verabreicht. Die Injektion wird unter die Haut im Nacken direkt hinter dem Ohr verabreicht. Improvac

ist innerhalb von einer 1 Woche nach der zweiten Injektion wirksam. Die Androstenon- und

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Skatolspiegel sinken 4 bis 6 Wochen nach der zweiten Injektion und 1 bis 2 Wochen nach der zweiten

Injektion ist ein Rückgang der Aggressivität und des Sexualverhaltens sichtbar.

Nähere Informationen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Wie wirkt Improvac?

Der Wirkstoff von Improvac ist ein Analogon (ein ähnlicher Stoff) des Gonadotropin-Releasing-Faktors

(GnRF), das mit einem Trägerprotein, das aus dem Bakterium Corynebacterium diphtheriae gewonnen

wird, verbunden ist. Improvac wirkt, indem es das Immunsystem des Schweins dahingehend

stimuliert, dass es Antikörper gegen das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) bildet. Dieses

Hormon ist Teil des Systems, das die sexuelle Entwicklung steuert. Dies hemmt vorübergehend die

Freisetzung von Steroiden aus den Hoden, einschließlich des Androstenons, das eine der zwei

Ursachen für den Geschlechtsgeruch ist. Skatol, die andere wichtige Ursache von Ebergeruch, wird im

Darm gebildet und ist in reduzierten Spiegeln vorhanden, da die gesenkten Spiegel des

Sexualhormons dazu führen, dass die Leber es effizienter metabolisiert (abbaut).

Improvac enthält als Adjuvans (Bestandteil, der die Immunantwort verstärkt) zudem eine Verbindung,

die aus dem Zucker Dextran gewonnen wird.

Welchen Nutzen hat Improvac in den Studien gezeigt?

In einer Reihe von Feldstudien wurden mit Improvac behandelte Schweine mit operativ kastrierten

Schweinen in Bezug auf die Androstenon- und Skatolspiegel verglichen. Darüber hinaus hatten mit

Improvac behandelte Schweine reduzierte Testosteronspiegel im Blut. Die erste Injektion hatte eine

begrenzte Wirkung. Nach der zweiten Injektion jedoch werden Antikörper gegen GnRF gebildet. Die

Antikörperspiegel sinken mit der Zeit, sind aber noch 4 bis 6 Wochen nach der zweiten Injektion hoch

genug, um zuverlässig wirksam zu sein.

Drei Feldstudien untersuchten die Wirksamkeit von Improvac bei der Senkung von Aggressivität und

Sexualverhalten bei Schweinen. Zwei Studien zeigten eine Senkung der Aggressivität und des

Aufspringens nach 1 bis 2 Wochen nach der zweiten Injektion von Improvac, während die dritte Studie

die Langzeitwirksamkeit im Hinblick auf Aggressivität und Aufspringen nach nur 4 Wochen

untersuchte.

Welche Risiken sind mit Improvac verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Improvac (die mehr als 1 von 10 Schweinen betreffen können) sind

Schwellungen an der Injektionsstelle, die sich schrittweise zurückbilden, was jedoch bei 20 % bis 30 %

der Tiere mehr als 6 Wochen dauern kann, und ein kurzzeitiger Anstieg der Körpertemperatur um

0,5 °C innerhalb von 24 Stunden nach der Impfung.

Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Improvac berichteten Einschränkungen und

Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Improvac darf nicht an Säue oder zur Zucht bestimmte Eber verabreicht werden.

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen von Personen, die das Arzneimittel

verabreichen oder mit dem Tier in Kontakt kommen, getroffen werden?

In die Zusammenfassung der Merkmale des Tierarzneimittels und die Packungsbeilage für Improvac

wurden Sicherheitsinformationen aufgenommen, einschließlich geeigneter Vorsichtsmaßnahmen für

Improvac

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Angehörige der Heilberufe und Tierbesitzer bzw. -halter.

Eine unbeabsichtigte Selbstinjektion von Improvac kann zu ähnlichen Wirkungen beim Menschen wie

bei Schweinen führen. Hierzu können eine vorübergehende Senkung der Sexualhormonspiegel und

eine verringerte Fähigkeit zur Fortpflanzung bei Männern und Frauen, einschließlich

Schwangerschaftsprobleme, zählen. Das Risiko, dass diese Wirkungen auftreten, ist nach einer

zweiten oder einer weiteren unbeabsichtigten Injektion größer als nach der ersten Injektion.

Besondere Vorsicht ist geboten, um eine unbeabsichtigte Selbstinjektion zu vermeiden. Improvac darf

nur mit einer Schutzvorrichtung angewendet werden, die einen Nadelschutz und einen Mechanismus

zur Vorbeugung einer unbeabsichtigten Betätigung des Auslösers umfasst. Im Falle einer

versehentlichen Selbstinjektion sollte sofort ärztlicher Rat eingeholt und dem Arzt die Packungsbeilage

oder das Etikett vorgezeigt werden.

Improvac darf Schweinen nicht von Frauen verabreicht werden, die schwanger sind oder sein könnten.

Bei versehentlichem Kontakt mit der Haut oder den Augen sollte der betroffene Bereich sofort mit

Wasser gespült werden.

Was ist die Wartezeit für Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen?

Die Wartezeit ist die Zeitdauer, die nach Verabreichung eines Arzneimittels abgewartet werden muss,

bevor das Tier geschlachtet und das Fleisch für den menschlichen Verzehr verwendet werden kann.

Die Wartezeit für Fleisch von Schweinen, die mit Improvac behandelt wurden, beträgt null Tage. Dies

bedeutet, dass es keine vorgeschriebene Wartezeit gibt.

Warum wurde Improvac zugelassen?

Der Ausschuss für Tierarzneimittel (CVMP) der Agentur gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen von

Improvac gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, es zur Anwendung in der EU zuzulassen.

Weitere Informationen über Improvac

Am 11. Mai 2009 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen

von Improvac in der gesamten Europäischen Union.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Improvac finden Sie auf der Website der Agentur:

ema.europa.eu/Find medicine/Veterinary medicines/European public assessment reports. Wenn Sie

als Tierbesitzer oder -halter weitere Informationen über die Behandlung mit Improvac benötigen, lesen

Sie bitte die Packungsbeilage oder wenden Sie sich an Ihren Tierarzt oder Apotheker.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert.

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

GEBRAUCHSINFORMATION

Improvac, Injektionslösung

1.

NAME UND ANSCHRIFT DES ZULASSUNGSINHABERS UND,

WENN

UNTERSCHIEDLICH, DES HERSTELLERS, DER FÜR DIE CHARGENFREIGABE

VERANTWORTLICH IST

Zulassungsinhaber und Hersteller, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist:

Zoetis Belgium SA

Rue Laid Burniat 1

1348 Louvain-la-Neuve

BELGIEN

2.

BEZEICHNUNG

DES TIERARZNEIMITTELS

Improvac Injektionslösung für Schweine

3.

WIRKSTOFF(E) UND SONSTIGE BESTANDTEILE

Eine Dosis (2 ml) enthält:

Wirkstoff:

Gonadotropin releasing factor (GnRF)-Analogon, mit Trägerprotein konjugiert

min. 300 µg

(ein synthetisches GnRF-Peptidanalogon, konjugiert mit Diphtherietoxoid)

Adjuvans:

Diethylaminoethyl (DEAE)-Dextran, ein wässriges, mineralölfreies Adjuvans

300 mg

Sonstiger Bestandteil:

Chlorocresol

2,0 mg

4.

ANWENDUNGSGEBIET(E)

Induktion von Antikörpern gegen GnRF zur Herbeiführung einer vorübergehenden immunologischen

Unterdrückung der Hodenfunktion. Für die Anwendung als Alternative zur chirurgischen Kastration

zur Reduktion von Androstenon, dem Hauptbestandteil von Ebergeruch, bei nicht kastrierten Ebern

nach Eintritt der Geschlechtsreife.

Skatol, eine weitere Substanz, die maβgeblich zu Ebergeruch beiträgt, kann indirekt ebenfalls

reduziert werden.

Weiterhin werden auch ebertypische Verhaltensweisen, wie Aufspringen und Rangkämpfe, reduziert.

Mit dem Einsetzen der Immunreaktion (Induktion von Anti-GnRF-Antikörpern) ist innerhalb von

1 Woche nach der zweiten Impfung zu rechnen. Eine Verringerung der Androstenon- und

Skatolkonzentrationen ist 4-6 Wochen nach der zweiten Impfung nachgewiesen. Dies reflektiert

sowohl die Zeitspanne, die für den Abbau der zum Zeitpunkt der Impfung bereits vorhandenen

Ebergeruchsstoffe notwendig ist, als auch die Variabilität der Immunantwort zwischen einzelnen

Tieren.

Mit der Abnahme ebertypischer Verhaltensweisen, wie Aufspringen und Rangkämpfe, kann innerhalb

von 1-2 Wochen nach der zweiten Impfung gerechnet werden.

5.

GEGENANZEIGEN

Nicht anwenden bei weiblichen Schweinen. Nicht anwenden bei für die Zucht bestimmten Ebern.

6.

NEBENWIRKUNGEN

Bei Verabreichung an Schweine im Mindestimpfalter (8 Wochen) sind sehr häufig etwa 4 x 8 cm

große Reaktionen an der Injektionsstelle zu beobachten. Diese lokalen Reaktionen klingen allmählich

ab, doch bei 20 bis 30% der Tiere können sie über mehr als 42 Tage andauern.

Innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden nach der Impfung wird sehr häufig ein vorübergehender

Anstieg der Rektaltemperatur (impfinduzierte Hyperthermie) um etwa 0,5 C beobachtet.

Bei Verabreichung an ältere Schweine (14 bis 23 Wochen) entstehen häufig Reaktionen von

2 bis 5 cm Durchmesser, und Reaktionen an der Injektionsstelle treten häufig auf, wenn die

Schlachtung bereits 4 Wochen nach der zweiten Impfung erfolgt ist. In sehr seltenen Fällen wurden

innerhalb weniger Minuten nach der ersten Impfung anaphylaktische Reaktionen (Dyspnoe, Kollaps,

Zyanose, Hypersalivation mit oder ohne Auftreten von Muskelzuckungen oder Erbrechen) beobachtet,

die bis zu 30 Minuten andauerten. Im Anschluss an diese Reaktionen trat bei wenigen Tieren der Tod

ein, während sich die meisten Tiere ohne Behandlung wieder erholten und diese Reaktionen bei

nachfolgenden Impfungen nicht mehr zeigten.

Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert:

- Sehr häufig (mehr als 1 von 10 behandelten Tieren zeigen Nebenwirkungen)

- Häufig (mehr als 1 aber weniger als 10 von 100 behandelten Tieren)

- Gelegentlich (mehr als 1 aber weniger als 10 von 1000 behandelten Tieren)

- Selten (mehr als 1 aber weniger als 10 von 10.000 behandelten Tieren)

- Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 behandelten Tieren, einschließlich Einzelfallberichte).

Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage

aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht

gewirkt hat, teilen Sie dies bitte Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.

7.

ZIELTIERART(EN)

Eber (ab einem Alter von 8 Wochen).

8.

DOSIERUNG FÜR JEDE TIERART, ART UND DAUER DER ANWENDUNG

2 ml, durch subkutane Injektion (Einspritzen unter die Haut).

9.

HINWEISE FÜR DIE RICHTIGE ANWENDUNG

Nicht kastrierte männliche Schweine ab einem Alter von 8 Wochen sollten zweimal im Abstand von

mindestens 4 Wochen mit jeweils 2 ml geimpft werden, wobei die zweite Dosis normalerweise

4 bis 6 Wochen vor der Schlachtung zu verabreichen ist. Falls die Schlachtung später als 10 Wochen

nach der zweiten Dosis beabsichtigt ist, sollte eine dritte Dosis 4 bis 6 Wochen vor dem geplanten

Schlachtzeitpunkt verabreicht werden. Im Fall einer vermuteten Fehldosierung sollte das Tier

unverzüglich nochmals geimpft werden.

Die Verabreichung erfolgt durch subkutane Injektion am Ohrgrund mit Hilfe einer

Sicherheitsimpfpistole. Es sollte eine kurze Nadel mit einer Einstichtiefe von 12 bis 15 mm verwendet

werden. Um intramuskuläre Depositionen und Läsionen zu vermeiden wird empfohlen, für

kleinwüchsige Tiere sowie für Tiere unter einem Alter von 16 Wochen kürzere Nadeln, die eine

Einstichtiefe von 5 bis 9 mm ermöglichen, zu verwenden. Es ist zu beachten, dass bei Benutzung einer

Sicherheitsimpfpistole ein Teil der Nadel durch die Schutzvorrichtung verdeckt wird und deshalb nicht

in das Tier eindringen kann. Abhängig von der Art des verwendeten Gerätes kommt es durch

vermehrten Druck auf die Haut zu einer einige Millimeter tieferen Eindringtiefe in das Gewebe, was

bei der Auswahl der geeigneten Nadellänge zu beachten ist.

Die Nadel ist senkrecht zur Hautoberfläche auszurichten. Verunreinigungen bei der Entnahme und

Anwendung des Impfstoffes sind zu vermeiden. Die Injektion von Schweinen, die nass oder

verschmutzt sind, ist zu vermeiden.

10.

WARTEZEIT(EN)

Null Tage.

11.

BESONDERE LAGERUNGSHINWEISE

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.

Kühl lagern und transportieren (2 °C – 8 °C).

Nicht einfrieren. Vor Licht schützen.

Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr

anwenden.

Nach dem erstmaligen Öffnen mit einer sterilen Nadel kann das Behältnis wieder in den Kühlschrank

gestellt werden, um ein weiteres Mal innerhalb von 28 Tagen nochmals geöffnet zu werden. Danach

ist das Produkt sofort zu verwerfen.

12.

BESONDERE WARNHINWEISE

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:

Nur gesunde Tiere immunisieren. Die Unschädlichkeit von Improvac wurde bei Ebern ab einem Alter

von 8 Wochen nachgewiesen. Eine versehentliche Impfung männlicher Zuchttiere kann die

Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Der empfohlene Schlachtzeitpunkt ist 4 bis 6 Wochen nach der letzten

Impfung. Sollte eine Schlachtung innerhalb des empfohlenen Zeitfensters nicht möglich sein, belegen

vorhandene Studienergebnisse, dass die Tiere noch bis zu 10 Wochen nach der zuletzt verabreichten

Dosis mit minimalem Risiko von Ebergeruch geschlachtet werden können. Danach steigt der Anteil

von Tieren an, die wieder zur Normalfunktion zurückkehren. Da die Skatolkonzentrationen nicht

allein vom Geschlechtsstatus abhängen, sind darüber hinaus auch fütterungs- und hygienetechnische

Maßnahmen zur Reduktion der Skatolkonzentration wichtig.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:

Eine versehentliche Selbstinjektion könnte beim Menschen ähnliche Wirkungen hervorrufen,

wie bei Schweinen. Diese könnten eine vorübergehende Verminderung der Sexualhormonspiegel

und der Fortpflanzungsfunktionen bei Männern und Frauen sowie unerwünschte Wirkungen

auf eine Schwangerschaft umfassen. Das Risiko, dass solche Wirkungen auftreten, ist nach einer

zweiten oder weiteren versehentlichen Injektion größer, als nach einer ersten Injektion.

Es ist mit besonderer Sorgsamkeit darauf zu achten, eine versehentliche Selbstinjektion und eine

Verletzung durch Nadelstiche bei der Verabreichung des Tierarzneimittels zu vermeiden. Das

Tierarzneimittel darf nur mit einer Sicherheitsimpfpistole verabreicht werden, die über ein

doppeltes Sicherungssystem mit Nadelschutz und einem Mechanismus zur Verhütung einer

versehentlichen Betätigung des Abzugs verfügt.

Das Tierarzneimittel darf nicht von Frauen verabreicht werden, die schwanger sind oder sein

könnten.

Im Fall eines Kontakts mit den Augen unverzüglich mit reichlich Wasser ausspülen. Bei

Kontakt mit der Haut sofort mit Wasser und Seife abwaschen.

Für den Anwender im Fall einer versehentlichen Selbstinjektion:

Versehentliche Injektion/Selbstinjektion kann zu starken Schmerzen und Schwellungen führen,

insbesondere wenn in ein Gelenk oder in einen Finger injiziert wurde. Dies kann in seltenen Fällen

zum Verlust des betroffenen Fingers führen, falls unverzügliche ärztliche Hilfe ausbleibt.

Im Fall einer versehentlichen Selbstinjektion die Einstichstelle gründlich mit sauberem, fließendem

Wasser waschen. Unverzüglich einen Arzt zu Rate ziehen, selbst dann, wenn nur eine sehr geringe

Menge injiziert wurde, und die Packungsbeilage vorzeigen. Falls die Schmerzen für mehr als 12

Stunden nach der ärztlichen Untersuchung anhalten, sollte erneut ein Arzt konsultiert werden. Die

betreffende Person darf das Tierarzneimittel zukünftig nicht mehr verabreichen.

Für den Arzt:

Eine versehentliche Selbstinjektion könnte vorübergehend die Reproduktionsfunktionen von Männern

und Frauen beeinträchtigen und unerwünschte Wirkungen auf eine Schwangerschaft ausüben. Bei

Verdacht auf eine Selbstinjektion von Improvac sollten die Fortpflanzungsfunktionen durch

Bestimmung der Testosteron- beziehungsweise Östrogenspiegel überwacht werden. Das Risiko eines

physiologischen Effekts ist nach einer zweiten oder weiteren versehentlichen Injektion größer als nach

der ersten. Eine klinisch signifikante Unterdrückung der Keimdrüsenfunktion sollte mit einer

unterstützenden Hormonersatztherapie bis zur Normalisierung behandelt werden. Der Patient ist

anzuweisen, zukünftig von einer Verabreichung von Improvac und/oder einem Präparat mit

vergleichbarer Wirkung abzusehen. Auch bei der versehentlichen Injektion geringer Mengen des

Produktes kann eine intensive Schwellung entstehen, welche beispielsweise zu ischämischer Nekrose

und sogar zum Verlust eines Fingers führen kann. Es sollte UNVERZÜGLICH eine fachärztliche

chirurgische Versorgung erfolgen, welche eine frühzeitige Inzision und Spülung des injizierten

Bereiches beinhalten könnte, insbesondere dann, wenn die Fingerbeere oder eine Sehne betroffen ist.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:

Es liegen keine Informationen zur Unschädlichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffes bei gleichzeitiger

Anwendung eines anderen Tierarzneimittels vor. Ob der Impfstoff vor oder nach Verabreichung eines

anderen Tierarzneimittels angewendet werden sollte, muss daher von Fall zu Fall entschieden werden.

13.

BESONDERE VORSICHTSMASSNAHMEN

FÜR DIE ENTSORGUNG VON NICHT

VERWENDETEM

ARZNEIMITTEL

ODER VON ABFALLMATERIALIEN, SOFERN

ERFORDERLICH

Nicht verwendete Tierarzneimittel oder davon stammende Abfallmaterialien sind entsprechend den

nationalen Vorschriften zu entsorgen.

14.

GENEHMIGUNGSDATUM DER PACKUNGSBEILAGE

Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel finden Sie auf der Website der Europäischen

Arzneimittel-Agentur unter (http://www.ema.europa.eu/).

15.

WEITERE ANGABEN

Die Immunisierung mit Improvac induziert eine Immunreaktion gegen den endogenen Gonadotropin-

Releasing-Faktor (GnRF), der die Hodenfunktion über die gonadotropen Hormone LH und FSH

steuert. Der wirksame Bestandteil dieses immunologischen Präparats ist ein synthetisch hergestelltes

GnRF-Analogon, das mit einem immunogenen Trägerprotein konjugiert ist. Das Konjugat wird mit

einem Adjuvans versetzt, um die Wirksamkeit und Dauer des Impfeffektes zu steigern.

Die Wirkungen der Immunisierung basieren auf einer Verminderung der Hodenfunktion durch

reduzierte GnRF-Aktivität. Dies führt zu einer verminderten Bildung und Konzentration von

Testosteron und anderen Hodensteroiden einschließlich Androstenon, das zu den hauptsächlich für

Ebergeruch verantwortlichen Substanzen gehört.

Darüberhinaus entwickeln vollständig immunisierte Eber Stoffwechseleigenschaften, die denen

chirurgisch kastrierten Tieren gleichen, dies schlieβt auch verringerte Konzentrationen von Skatol ein,

einem weiteren maβgeblichen Bestandteil von Ebergeruch.

Nach der zweiten Impfung ist eine Abnahme von ebertypischen Verhaltensweisen, wie Aufreiten und

aggressivem Verhalten zu erwarten, wenn diese Tiere mit anderen zusammengestellt werden.

Nach der ersten Impfung mit Improvac findet eine immunologische Erststimmulierung statt, wobei die

Hodenfunktion zunächst noch voll erhalten bleibt. Erst nach Verabreichung der Zweitdosis, die eine

starke Immunreaktion gegen GnRF hervorruft, kommt es zu einer vorübergehenden immunologischen

Unterdrückung der Hodenfunktion. Dies führt auf direktem Wege zu einer Kontrolle der Produktion

von Androstenon und indirekt, über das Entfallen der Hemmwirkung von Hodensteroiden auf den

Leberstoffwechsel, zu einer Verminderung der Skatolkonzentration.

Diese Wirkung tritt innerhalb von einer Woche nach der Behandlung ein. Es kann jedoch bis zu

3 Wochen dauern, bis eventuell vorhandene Konzentrationen von Ebergeruchsstoffen auf ein

vernachlässigbares Maβ reduziert sind.

Polyethylenflaschen mit 100 ml (50 Dosen) oder 250 ml (125 Dosen) mit Gummiverschluβ und

Aluminium-Bördelkappe.

Packungsgrößen:

Faltschachtel mit 1 Flasche à 100 ml.

Faltschachtel mit 10 Flaschen à 100 ml.

Faltschachtel mit 1 Flaschen à 250 ml.

Faltschachtel mit 4 Flaschen à 250 ml.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

Falls weitere Informationen über das Arzneimittel gewünscht werden, setzen Sie sich bitte mit dem

örtlichen Vertreter des Zulassungsinhabers in Verbindung.

België/Belgique/Belgien

Zoetis Belgium SA

Tél/Tel.: +32 (0) 800 99 189

Lietuva

Oriola Vilnius UAB

Tel: +370 610 05088

Република България

Zoetis Belgium SA

Teл: +359 2 4775791

Luxembourg

/ Luxemburg

Zoetis Belgium SA

Tél/Tel.: +352 8002 4026

Česká republika

Zoetis Česká republika, s.r.o.

Tel: +420 257 101 111

Magyarország

Zoetis Hungary Kft.

Tel: +361 224 5222

Danmark

Orion Pharma Animal Health

Tlf: +45 86 14 00 00

Malta

Agrimed Limited

Tel: +356 21 465 797

Deutschland

Zoetis Deutschland GmbH

Tel: +49 30 330063 0

Nederland

Zoetis B.V.

Tel: +31 (0)10 714 0900

Eesti

Oriola Vilnius UAB

Tel: +370 610 05088

Norge

Orion Pharma Animal Health

Tlf: +47 40 00 41 90

Ελλάδα

Zoetis Hellas S.A.

Τηλ.: +30 210 6791900

Österreich

Zoetis Österreich GmbH

Tel: +43 1 2701100 110

España

Zoetis Spain, S.L.

Tel: +34 91 4191900

Polska

Zoetis Polska Sp. z o.o.

Tel: +48 22 2234800

France

Zoetis France

Tél: +33 (0)810 734 937

Portugal

Zoetis Portugal, Lda.

Tel: +351 21 042 72 00

Hrvatska

Zoetis B.V., Podružnica Zagreb za promidžbu

Tel: +385 1 644 1460

România

Zoetis România S.R.L.

Tel: +4021 202 3083

Ireland

Zoetis Belgium SA

Tel: +353 (0) 1 256 9800

Slovenija

Zoetis B.V., Podružnica Zagreb za promidžbu

Tel: +385 1 644 1460

Ìsland

Icepharma hf.

Sími: +354 540 80 00

Slovenská republika

Zoetis Česká republika, s.r.o.

Tel: +420 257 101 111

Italia

Zoetis Italia S.r.l.

Tel: +39 06 3366 8133

Suomi/Finland

Zoetis Finland Oy

Puh/Tel: +358 (0)9 4300 40

Kύπρος

Zoetis Hellas S.A.

Τηλ.: +30 210 6791900

Sverige

Orion Pharma Animal Health

Tel: +46 (0)8 623 64 40

Latvija

Oriola Vilnius UAB

Tel: +370 610 05088

Zoetis UK Limited

Tel: +44 (0) 845 300 8034