Heparin-Na 25'000 I.E./5 mL B. Braun

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Heparin-Na 25'000 I.E./5 mL B. Braun Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • heparinum natricum 5000 U.I., natrii chloridum, conserv.: alcohol benzylicus 10 mg, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Heparin-Na 25'000 I.E./5 mL B. Braun Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Biotechnologika
  • Therapiebereich:
  • Thromboembolische Erkrankungen

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 46613
  • Berechtigungsdatum:
  • 01-04-1987
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Heparin-Na B. Braun

B. Braun Medical AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Heparin-Natrium.

Hilfsstoffe: Benzylalkohol (Konservierungsmittel) 10 mg/ml, Natriumchlorid, Wasser für

Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung, Stechampulle (5 ml) zu 25'000 I.E. Heparin-Na

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

·Prophylaxe von thromboembolischen Erkrankungen.

·im Rahmen der Behandlung von venösen und arteriellen thromboembolischen Erkrankungen

(einschliesslich der Frühbehandlung des Herzinfarkts und der instabilen Angina pectoris).

·Zur Antikoagulation bei Behandlung oder Operation mit extrakorporalem Kreislauf (Herz-Lungen-

Maschine, Hämodialyse).

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Die Heparindosis muss für jeden Patienten individuell festgelegt werden.

Die Dosierung ist abhängig von den aktuellen Gerinnungswerten (siehe Abschnitt «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»), Art und Verlauf der Erkrankung, Ansprechen des Patienten auf die

Behandlung, Art und Schweregrad der Nebenwirkungen sowie Alter und Körpergewicht des

Patienten. Zu berücksichtigen sind die unterschiedliche Heparinempfindlichkeit und eine mögliche

Änderung der Heparintoleranz im Therapieverlauf.

Dosierungsrichtlinien

1. Thromboembolieprophylaxe

Zur Thromboembolieprophylaxe empfiehlt sich die subkutane Injektion. Die allgemeinen

Dosierungsempfehlungen lauten:

Prä- und postoperative Thromboembolieprophylaxe

Präoperativ: 5'000 I.E. bis 7'500 I.E. subkutan 2 Stunden vor der Operation.

Postoperativ: In Abhängigkeit vom Thromboserisiko in der Regel 5'000 I. E. subkutan alle 8 bis

12 Stunden oder 7'500 I.E. subkutan alle 12 Stunden bis zur Mobilisierung des Patienten oder bis zur

ausreichenden Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten. Zur Dosisanpassung können Bestimmungen

des Gerinnungsstatus erforderlich sein.

Thromboembolieprophylaxe in der nicht operativen Medizin

(z.B. bei längerer Bettlägerigkeit, besondere Thromboseneigung der Patienten, Erkrankungen mit

erhöhtem Thromboserisiko):

In Abhängigkeit vom Thromboserisiko in der Regel 5'000 I.E. subkutan alle 8 bis 12 Stunden oder

7'500 I.E. subkutan alle 12 Stunden.

Die Dosierung muss dem individuellen Thromboserisiko und dem Aktivitätsgrad des

Gerinnungssystems des Patienten angepasst werden; sie sollte anhand der Werte des

Gerinnungsstatus des Patienten festgelegt werden.

2. Im Rahmen der Therapie von akuten venösen und arteriellen thromboembolischen Erkrankungen

Bei bestehenden Gerinnseln in Blutgefässen empfiehlt sich die kontinuierliche intravenöse

Verabreichung.

Dosierung für Erwachsene

Initial im Allgemeinen 5'000 I.E. Heparin-Natrium als Bolus intravenös, gefolgt von einer

kontinuierlichen Infusion von 1'000 I.E. Heparin-Natrium/Stunde mittels Perfusor.

Dosierung im Kindesalter

Initial 50 I.E. pro kg Körpergewicht, anschliessend 20 I.E. pro kg Körpergewicht pro Stunde.

Ist eine intravenöse Dauerinfusion nicht möglich, kann Heparin-Natrium unter engmaschiger

Kontrolle der therapeutischen Wirkung als subkutane Injektion verabreicht werden, wobei die

Tagesdosis auf 2-3 Injektionen aufgeteilt wird (z.B. 10'000-12'500 I. E. alle 12 Stunden).

Therapieüberwachung und Dosisanpassung erfolgen im Allgemeinen anhand der aktivierten

partiellen Thromboplastinzeit (aPTT), die um das 1,5- bis 2,5-Fache des Referenzwertes erhöht sein

soll. Während der kontinuierlichen Infusion wird empfohlen, die aPTT 1-2 Stunden, 6 Stunden,

12 Stunden und 24 Stunden nach Therapiebeginn zu bestimmen. Bei subkutaner Applikation sollten

die Bestimmungen 6 Stunden nach Verabreichung der zweiten Dosis erfolgen. Im Folgenden werden

spezifische Dosierungsempfehlungen gegeben:

Behandlung von venösen Thromboembolien:

Initial werden 5'000 I.E. intravenös als Bolus injiziert, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion

von 1'000 I.E. pro Stunde mittels Perfusor.

Die Dosis sollte entsprechend den aPTT-Werten angepasst werden, die das 1,5- bis 2,5-Fache des

Referenzwertes betragen sollen. Diese Werte sollten innerhalb der ersten 24 Stunden der Therapie

erreicht werden.

Die Behandlung sollte über mindestens 4 Tage erfolgen bzw. so lange fortgesetzt werden, bis eine

orale Antikoagulation ausreichend wirksam ist.

Anwendung im Rahmen der Behandlung einer instabilen Angina pectoris oder eines Non-Q-wave-

Myokardinfarkts:

Im Allgemeinen werden initial 5'000 I.E. intravenös als Bolus injiziert, gefolgt von einer

kontinuierlichen Infusion von 1'000 I.E. pro Stunde.

Die Dosis wird entsprechend den aPTT-Werten angepasst, die das 1,5- bis 2,5-Fache des

Referenzwertes betragen sollen. Heparin-Natrium sollte über mindestens 48 Stunden verabreicht

werden.

Als Begleittherapie bei Thrombolyse mit fibrinspezifischen Thrombolytika (z.B. r-tPA) zur

Behandlung des akuten Myokardinfarkts:

Initial werden 5'000 I.E. intravenös als Bolus injiziert, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion

von 1'000 I. E. pro Stunde.

Die Dosis wird entsprechend den aPTT-Werten angepasst, die das 1,5- bis 2,5-Fache des

Referenzwertes betragen sollen. Heparin-Natrium sollte über mindestens 48 Stunden verabreicht

werden.

Als Begleittherapie bei Thrombolyse mit nicht fibrinspezifischen Thrombolytika (z.B.

Streptokinase):

Bei Anwendung nicht fibrinspezifischer Thrombolytika können alternativ subkutan 12'500 I.E.

Heparin-Natrium alle 12 Stunden gegeben werden, beginnend 4 Stunden nach Start der

Thrombolyse.

Die genaue Heparindosis richtet sich nach dem angewendeten Thrombolytikum, wobei die

Anweisungen für das jeweilige Thrombolytikum zu beachten sind.

3. Antikoagulation während der Behandlung oder Operation mit extrakorporalem Kreislauf

Hämodialyse:

Die Dosis muss individuell je nach Gerinnungsstatus des Patienten und Art des verwendeten Gerätes

festgelegt werden.

Herz-Lungen-Maschine:

Die Dosis muss individuell je nach Art der Herz-Lungen-Maschine und der Dauer der Operation

festgelegt werden.

Art der Anwendung

Subkutane oder intravenöse Anwendung.

Heparin wird als subkutane oder intravenöse Injektion oder durch intravenöse Infusion nach

Verdünnung mit einer geeigneten Infusionslösung verabreicht.

Subkutane Injektion

Nach einer milden Hautdesinfektion wird das Heparin-Natrium streng subkutan mit einer feinen

Injektionsnadel senkrecht zur Körperachse in eine abgehobene Bauchfalte oder an der Vorderseite

des Oberschenkels injiziert. Ein an der Injektionsnadel haftender Tropfen ist vor der Injektion zu

entfernen, da ein Einbringen von Heparin-Natrium in den Stichkanal zu einem oberflächlichen

Bluterguss oder, in seltenen Fällen, zu einer lokalen allergischen Reizung führen kann.

Um bei Patienten mit Lymphknotenresektion im Abdominal- oder Urogenitalbereich

Lymphabflussstörungen zu vermeiden, sollte die subkutane Injektion bei diesen Patienten am

Oberarm erfolgen.

Infusion

Anweisungen zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe «Hinweise für die

Handhabung».

Kontraindikationen

Heparin-Natrium Injektion 25'000 I. E./ml darf nicht angewendet werden bei:

·Überempfindlichkeit gegen Heparin oder einen der sonstigen Bestandteile von Heparin-Natrium

Injektion 25'000 I. E./ml

·anamnesisch bekannter heparininduzierter Thrombozytopenie Typ II oder Verdacht auf

heparininduzierte Thrombozytopenie Typ II aufgrund klinischer Beobachtungen, wie die

Entwicklung einer Thrombozytopenie und/oder das Auftreten neuer arterieller und/oder venöser

thromboembolischer Komplikationen unter Heparinbehandlung

·Erkrankungen, die mit einer hämorrhagischen Diathese einhergehen, wie:

·Koagulopathien

·Thrombozytopenie

·schwere Leber-, Nieren- und Pankreaserkrankungen

·Erkrankungen, bei denen der Verdacht einer Läsion des Gefässsystems besteht, z.B.

·Ulzera im Magen-Darm-Trakt

·Hypertonie mit einem diastolischen Blutdruck über 105 mm Hg

·intrakranielle Blutung

·Traumata oder chirurgische Eingriffe am Zentralnervensystem

·Hirnarterienaneurysma

·Retinopathien, Einblutungen in den Glaskörper

·Augenoperationen

·infektiöse Endokarditis

·Abortus imminens

·Spinal- oder Periduralanästhesie, Lumbalpunktion

·Organläsionen, die mit Blutungsneigung einhergehen

Da Heparin-Natrium Injektion 25'000 I. E./ml Benzylalkohol enthält, darf es nicht bei Neugeborenen

und insbesondere nicht bei Frühgeborenen angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Relative Kontraindikationen

Die Gabe von Heparin-Natrium Injektion 25'000 I.E./ml sollte normalerweise in folgenden

Situationen vermieden werden, es sei denn, ihr erwarteter Nutzen überwiegt eindeutig die möglichen

Risiken:

·Verdacht auf malignen Tumor mit Blutungsrisiko

·Nieren- und Harnleitersteine

·Chronischer Alkoholmissbrauch.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich:

·während der Schwangerschaft, insbesondere bei längerer Anwendung,

·bei älteren Patienten, insbesondere älteren Frauen,

·bei gleichzeitiger Behandlung mit Fibrinolytika, oralen Antikoagulanzien,

Thrombozytenaggregationshemmern, wie z.B. Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel und/oder

Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten,

·bei Patienten, die Arzneimittel erhalten, die den Serum-Kaliumspiegel erhöhen. Generell sollten die

Serum-Kaliumspiegel bei Patienten mit Hyperkaliämierisiko (z.B. aufgrund von Diabetes mellitus,

Einschränkung der Nierenfunktion oder Einnahme von Arzneimitteln, die den Serum-Kaliumspiegel

erhöhen) kontrolliert werden.

Während der Behandlung mit Heparin sind i.m.-Injektionen wegen der Gefahr von Hämatomen zu

vermeiden.

Treten während der Behandlung mit Heparin thromboembolische Komplikationen auf, muss eine

heparininduzierte Thrombozytopenie Typ II erwägt und die Thrombozytenzahl kontrolliert werden.

Wird Heparin Säuglingen, Kindern und Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz verabreicht, ist

eine engmaschige Überwachung, einschliesslich Kontrollen des Gerinnungsstatus, zwingend

erforderlich. Dies gilt auch für die Anwendung von Heparin zur Thromboembolieprophylaxe (Low-

Dose-Therapie).

Patienten unter Heparintherapie (über 22'500 I.E./Tag) sollten keiner Verletzungsgefahr ausgesetzt

werden.

Heparin kann die Menstruationsblutung verstärken und verlängern. Bei ungewöhnlich starken oder

azyklischen Blutungen sollte eine organische Ursache, die eine spezifische Behandlung erfordert,

durch eine ergänzende gynäkologische Untersuchung ausgeschlossen werden.

Besondere Warnhinweise/Vorsichtsmassnahmen hinsichtlich sonstiger Bestandteile

Benzylalkohol kann bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu 3 Jahren toxische und anaphylaktoide

Reaktionen hervorrufen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Heparintherapie muss stets von regelmässigen Kontrollen der aPTT sowie der

Thrombozytenzahlen begleitet werden.

Vor der Heparingabe müssen die partielle Thromboplastinzeit und die Thrombinzeit bestimmt

werden. Ihre Werte sollten innerhalb des Normbereichs liegen.

Um das Auftreten einer heparininduzierten Thrombozytopenie Typ II so früh wie möglich zu

erkennen, sollten Bestimmungen der Thrombozytenzahlen zu folgenden Zeiten erfolgen:

·vor Beginn der Therapie mit Heparin,

·am 1. Tag der Therapie,

·anschliessend während der ersten 3 Wochen der Therapie regelmässig alle 3-4 Tage und

·am Ende der Therapie.

Heparin kann die Prothrombinzeit beeinflussen; dies ist bei der Festlegung der Dosierung von

Cumarinderivaten zu beachten.

Einfluss von Heparin auf Laboruntersuchungen:

Heparin kann die Ergebnisse zahlreicher Laboruntersuchungen verfälschen, z.B. die

Blutsenkungsgeschwindigkeit sowie Erythrozytenresistenz- und Komplementbindungstests.

Unter Heparintherapie können die Ergebnisse von Schilddrüsenfunktionstests verfälscht werden (z.B.

falsch hohe Werte der T3- und T4-Spiegel).

Interaktionen

Andere Arzneimittel

Wirkungsverstärkung

·Durch Thrombozytenaggregationshemmer (wie Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel und

Dipyridamol in hohen Dosen kann es zu einer klinisch signifikanten Verstärkung der

Heparinwirkung und einer Zunahme der Blutungsneigung kommen.

·Fibrinolytika

·andere Antikoagulanzien (Cumarinderivate)

·nicht-steroidale Antiphlogistika (Phenylbutazon, Indometacin, Sulfinpyrazon)

·Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten

·Penicillin in hohen Dosen

·Zytostatika mit Ausnahme von Doxorubicin

·Dextrane

Die gleichzeitige Anwendung von Heparin und Thrombolytika (wie z.B. Alteplase, Streptokinase)

kann zu einer Erhöhung des Blutungsrisikos führen. Siehe auch «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen».

Wirkungsabschwächung

Die Wirkung von Heparin kann abgeschwächt werden durch:

·Doxorubicin

·intravenös verabreichtes Nitroglycerin

Nach Absetzen von Nitroglycerin kann es zu einem sprunghaften Anstieg der aPTT kommen. Bei

Verabreichung von Heparin während einer Nitroglycerininfusion sind eine engmaschige

Überwachung der aPTT und eine Anpassung der Heparindosis erforderlich.

Hemmung der Heparinwirkung

Die Wirkung von Heparin kann gehemmt werden durch:

·Ascorbinsäure

·Antihistaminika

·Digitalis (Herzglykoside), Tetrazykline

Einfluss von Heparin auf die Wirkung anderer Arzneimittel

·Ebenfalls an Plasmaproteine gebundene Arzneimittel (z.B. Propranolol)

Heparin kann diese von der Proteinbindung verdrängen, was zur Verstärkung ihrer Wirkung führt.

·Arzneimittel, die den Serum-Kaliumspiegel erhöhen

Diese dürfen nur unter sorgfältiger Überwachung gleichzeitig mit Heparin angewendet werden.

·Basische Arzneimittel (trizyklische Psychopharmaka, Antihistaminika oder Chinin)

Heparin bildet mit diesen Salze, was zu einer gegenseitigen Wirkungsabschwächung führt.

Sonstige Wechselwirkungen

·Nikotinmissbrauch:

Eine Hemmung der Heparinwirkung ist möglich.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Heparin ist, wenn überhaupt, nur minimal plazentagängig. Bisher liegen keine Berichte, vor, die

darauf hinweisen, dass die Anwendung von Heparin in der Schwangerschaft zur Entwicklung fetaler

Missbildungen führt. Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben ebenfalls keine Hinweise auf

embryotoxische oder fetotoxische Wirkungen von Heparin. Es wurde jedoch über ein erhöhtes

Risiko von Aborten und Totgeburten berichtet.

In der Schwangerschaft sind behandlungs- und/oder krankheitsbedingte Komplikationen nicht

auszuschliessen,

Tägliche hochdosierte Heparingaben über mehr als 3 Monate können bei Schwangeren das

Osteoporoserisiko erhöhen. Die kontinuierliche Verabreichung hoher Heparindosen sollte daher

nicht länger als 3 Monate erfolgen.

Eine Epiduralanästhesie unter der Geburt darf bei Schwangeren, die mit Antikoagulanzien behandelt

werden, nicht durchgeführt werden.

Eine gerinnungshemmende Therapie ist in Situationen, die durch eine erhöhte Blutungsneigung

charakterisiert sind, wie z.B. Abortus imminens, kontraindiziert (siehe auch Abschnitt

«Kontraindikationen»).

Stillzeit

Heparin geht wahrscheinlich nicht in die Muttermilch über. Wegen der fehlenden oralen

Bioverfügbarkeit von Heparin stellt das Stillen kein Risiko für den Säugling dar. Tägliche

hochdosierte Heparingaben über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten können bei stillenden

Frauen das Osteoporoserisiko erhöhen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Allgemein

Die häufigsten, aber in den meisten Fällen nicht schwerwiegenden, Nebenwirkungen sind lokale

Reaktionen am Verabreichungsort.

Ausserdem können Blutungskomplikationen auftreten.

Eine heparininduzierte Thrombozytopenie Typ II tritt selten auf (<1/1'000), kann aber

schwerwiegend sein. Man nimmt an, dass es sich um eine durch spezifische Antikörper vermittelte

Überempfindlichkeitsreaktion handelt. Einzelheiten siehe weiter unten.

Zu weiteren Nebenwirkungen können lokale oder systemische allergische Reaktionen zählen.

Auflistung der Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100)

Selten (≥1/10'000 bis <1/1'000)

Sehr selten (<1/10'000)

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Sehr häufig: In Abhängigkeit von der Heparindosis vermehrtes Auftreten von Blutungen, z.B. aus

Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt.

Blutungskomplikationen können auch Organe, z.B. Gehirn und Lungen, betreffen.

Häufig: Transitorische geringgradige Verminderungen der Thrombozytenzahl ohne Auswirkungen

auf die Hämostase werden häufig beobachtet.

Nach 1–3 Wochen können klinisch relevante Thrombopenien mit einer paradoxen Neigung zu

folgenschweren arteriellen Thrombosen auftreten. Bei einem solchen Zwischenfall muss die

Heparintherapie sofort abgebrochen werden. Gegebenenfalls ist eine Thrombolyse in Betracht zu

ziehen. Bei Verdacht auf Überempfindlichkeit gegen Heparin kann probeweise eine kleine Menge

Heparin unmittelbar vor der ersten Dosis langsam verabreicht werden.

Unter der Behandlung mit Heparin müssen die Thrombozytenzahlen regelmässig kontrolliert werden.

Siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Störungen des Immunsystems

Selten: Das Konservierungsmittel Benzylalkohol kann in seltenen Fällen toxische oder allergische

Reaktionen verursachen.

Funktionstörungen der Gefässe

Gelegentlich treten im Verlauf der Heparinbehandlung Blutungen auf, z.B. Hämaturie, Hämatome in

der Unterhaut an Druck- oder Injektionsstellen, meist infolge Überdosierung (siehe

«Überdosierung»).

Je nach Ausdehnung können in Einzelfällen Schäden zurückbleiben. Vor jeder Verabreichung von

Heparin-Na B. Braun ist deshalb der Patient sorgfältig auf Blutungen im Operationsgebiet, im

Nierenlager, aus Stichkanälen von Injektionen sowie auf Hämatome an Druckstellen (Gesäss,

Rücken) zu untersuchen.

Kleine Hämatome sind ohne Bedeutung, bei grösseren Blutungen sind die Applikationsintervalle zu

verlängern, evtl. muss die Gabe von Heparin-Na unterbrochen werden. Bei schweren Blutungen lässt

sich Heparin-Na mit Protaminhydrochlorid bzw. Protaminsulfat rasch neutralisieren (50 mg

Protamin/5000 I.E. Heparin-Na).

Funktionsstörungen des endokrinen Systems

In sehr seltenen Fällen kann Heparin-Na einen Hypoaldosteronismus, verbunden mit Hyperkaliämie

und metabolischer Azidose, besonders bei Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion und

Diabetus mellitus induzieren.

Funktionstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Haarausfall, reversibel.

Über das Auftreten von Gewebsreaktionen an der Einstichstelle wie Rötungen, Verhärtungen,

lokalen Überemfindlichkeitsreaktionen, kutanen und subkutanen Nekrosen wurde berichtet.

Muskelskelettsystem (Funktionstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der

Knochen)

Eine Langzeitbehandlung kann Osteoporose begünstigen, vor allem, wenn gleichzeitig

Kortikosteroide verabreicht werden.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Selten: Unverträglichkeitsreaktionen (Kopfschmerzen, Übelkeit, Juckreiz, Temperatursteigerungen).

Im Zusammenhang mit Benzylalkohol können lokale Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Unerwünschte Wirkungen wie Fieberreaktionen, Infektionen an der Injektionsstelle, lokale

Schmerzen oder Reaktionen, Venenreizung, von der Injektionsstelle ausgehende venöse Thrombosen

oder Entzündungen oder Extravasation können durch die Art der Anwendung verursacht werden.

Unerwünschte Wirkungen können auch durch der Lösung zugesetzte Arzneimittel ausgelöst werden.

Deren Wahrscheinlichkeit hängt von der Art des zugesetzten Arzneimittels ab.

Überdosierung

Symptome

Blutungen zumeist aus Haut, Schleimhäuten und Wunden sowie im Gastrointestinal- und

Urogenitaltrakt (z.B. Epistaxis, Hämaturie, Melaena, Hämatome, Petechien). Blutdruckabfall, Abfall

des Hämatokrits oder andere Symptome können Zeichen einer okkulten Blutung sein.

Therapie

Leichte Blutungen

Können durch Reduktion der Dosis gestoppt werden.

Mässige, nicht lebensbedrohliche Blutungen

Absetzen der Heparintherapie.

Schwere, lebensbedrohliche Blutungen

Nach Ausschluss anderer Blutungsursachen, wie Mangel an Gerinnungsfaktoren oder

Verbrauchskoagulopathie, Gabe von Protamin zur Aufhebung der Heparinwirkung.

Protamin soll mit grosser Vorsicht und nur bei lebensbedrohlichen Blutungen verabreicht werden, da

bei vollständiger Neutralisation des Heparins ein erhöhtes Risiko für ein erhöhtes Thromboserisiko

besteht. Die weitere Behandlung sollte unter intensivmedizinischen Bedingungen und unter

engmaschiger Überwachung des Patienten erfolgen.

Protamin ist ein argininreiches Protein, das üblicherweise als Chlorid oder Sulfat verwendet wird.

Als Regel gilt, dass 1 mg Protamin 100 I.E. Heparin neutralisiert. Die Halbwertszeit im Serum und

die Art der Anwendung von Heparin müssen berücksichtigt werden, d.h.

·90 Min. nach intravenöser Heparin-Applikation sollen nur 50% der errechneten Protamin-Menge

gegeben werden

·3 Std nach intravenöser Anwendung von Heparin nur 25% der berechneten Protamindosis.

Bei einer Überdosierung kann Protamin die Fibrinolyse aktivieren und so selbst eine erhöhte

Blutungsneigung verursachen.

Bei zu rascher i.v.-Injektion von Protamin kann es zu Blutdruckabfall, Bradykardie, Dyspnoe und

Beklemmungsgefühl kommen. Protamin wird rascher aus dem Blut eliminiert als Heparin. Die

Wirksamkeit der Neutralisation muss daher durch regelmässige Bestimmungen der Thrombinzeit

und der aPTT kontrolliert werden.

Heparin ist nicht dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B01AB01

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel, Heparingruppe

Wirkmechanismus, therapeutische Wirkung

Heparin ist ein Mukopolysaccharid-Polyschwefelsäure-Ester und besteht aus Glukosamin-N-

Schwefelsäure und Schwefelsäure-Estern der Glukuronsäure, die glykosidisch miteinander verknüpft

sind. Aufgrund seiner starken negativen Ladung bildet es mit bestimmten Proteinen Komplexe und

verändert so deren biologische Aktivität. Vor allem erfährt Antithrombin III (AT III) durch seine

Komplexbildung mit Heparin eine Aktivitätssteigerung um etwa das 700-Fache.

Aktiviertes Antithrombin hemmt zahlreiche Serinproteasen, zu denen auch die Gerinnungsfaktoren

XIIa, XIa, Xa, VIIa und IIa gehören. Faktor VIIa ist nur mässig empfindlich, Faktor IIa (Thrombin)

hingegen stark empfindlich gegen die Wirkung des AT-III-Heparin-Komplexes. Selbst niedrige

Heparindosen beschleunigen die Inaktivierung der Faktoren IIa (Thrombin) und Xa. Dies erklärt die

Wirksamkeit von niedrig dosiertem Heparin bei der Prophylaxe von thromboembolischen

Erkrankungen. Die gerinnungshemmende Wirkung von Heparin hängt von der Antithrombin- und

Fibrinogenkonzentration ab. Hohe Heparindosen inaktivieren zusätzlich im Überschuss gebildetes

Thrombin und verhindern so die Bildung von Fibrin aus Fibrinogen. Heparin beeinflusst auch die

Thrombozytenfunktion.

Bestimmte Substanzen in den Thrombozyten (Plättchenfaktor 4) neutralisieren Heparin.

Pharmakokinetik

Resorption

Heparin kann subkutan injiziert und intravenös als Injektion oder Infusion verabreicht werden. Bei

Verabreichung durch Injektion oder Infusion beträgt die Bioverfügbarkeit 100%.

Wegen seiner hohen relativen Molekülmasse und seiner negativen Oberflächenladung wird Heparin

vom Darm nicht resorbiert, eine inhalative Aufnahme ist jedoch möglich.

Nach intravenöser Gabe setzt die Wirkung von Heparin sofort ein, nach subkutaner Injektion

innerhalb von 20 bis 30 Minuten.

Die interindividuelle Halbwertszeit wird mit 90 bis 120 Minuten angegeben. Sie ist abhängig von der

verabreichten Dosis, von der Leber- und Nierenfunktion sowie von Begleiterkrankungen.

Verteilung

Heparin ist in hohem Masse an Plasmaproteine gebunden (LDL, Globuline, insbesondere

Antithrombin und Fibrinogen). Das Verteilungsvolumen bei Erwachsenen wird mit ca. 0,07 l/kg

angegeben.

Metabolismus und Ausscheidung

Nach parenteraler Gabe wird Heparin aus dem Blut durch Aufnahme in das retikuloendotheliale

System, Abbau in der Leber (Heparinasen) und Ausscheidung über den Urin überwiegend als

depolymerisiertes, inaktiviertes Heparin eliminiert. Die Heparinausscheidung erfolgt sowohl durch

glomeruläre Filtration als auch durch tubuläre Sekretion.

Kinder und Jugendliche

Keine speziellen Eigenschaften.

Präklinische Daten

In tierexperimentellen Untersuchungen wurden vornehmlich Wirkungen einer übersteigerten

Pharmakologie beobachtet, wie zum Beispiel Blutungen.

In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen auf genotoxische Wirkungen von Heparin ergaben keine

Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Studien zum kanzerogenen Potenzial wurden nicht durchgeführt.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf embryo-/fetotoxische Wirkungen oder

Beeinträchtigung der Fertilität (siehe Abschnitt «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Wegen möglicher physikalisch-chemischer Inkompatibilitäten darf Heparin nicht mit anderen

Arzneimitteln in einer Spritze oder in einer Infusionslösung gemischt werden.

Heparin-Na B. Braun ist mit Rapilysin inkompatibel.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Heparin-Na B. Braun kann niedrige Cholesterinwerte im Serum vortäuschen.

Die Serum-Transaminasen (SGOT, SGPT, γ-GT) wie auch die Lipase im Serum können unter

Heparin-Na-Gaben pathologisch verändert sein.

Bei heparinisierten Patienten können zu hohe T3- und T4-Werte beobachtet werden.

Unter Heparin-Na-Gaben können die Blutzuckerwerte bis um 30 mg/100 ml überhöht sein.

Der Bromsulphthalein-Test sollte nicht unmittelbar nach Verabreichung von Heparin-Na

durchgeführt werden, da die Ergebnisse falsche Rückschlüsse auf die Leberfunktion zulassen

könnten.

Haltbarkeit

Originalverpacktes Behältnis. Nicht über das mit «Exp» aufgedruckte Datum verwenden.

Nach Anbruch des Behältnisses

Eine Durchstechflasche kann nach der ersten Entnahme bis zu 14 Tage aufbewahrt werden,

vorausgesetzt, die Entnahme erfolgte unter strengen aseptischen Bedingungen. Der Zeitpunkt der

Erstentnahme ist auf dem Etikett zu vermerken.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Hinweise für die Handhabung

Die Entnahme von Lösung aus dem Behältnis hat unter sterilen Bedingungen zu erfolgen.

Nicht anwenden, wenn die Lösung Zeichen von Verderblichkeit zeigt, d.h. Trübung, Präzipitat oder

Verfärbung, oder wenn das Behältnis beschädigt ist.

Zulassungsnummer

46613 (Swissmedic).

Packungen

Stechampulle 10 × 5 ml (B)

Zulassungsinhaberin

B. Braun Medical AG, Sempach.

Stand der Information

Juli 2013.

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