Glutril

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Glutril Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • glibornuridum 25 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Glutril Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Insulinunabhängiger Diabetes mellitus (Typ-II-Diabetes) bei Versagen der alleinigen Diät

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 36466
  • Berechtigungsdatum:
  • 07-10-1971
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Glutril®

MEDA PHARMA

Was ist Glutril und wann wird es angewendet?

Glutril dient der Behandlung der Zuckerkrankheit bei Patienten/innen, die noch über eine eigene,

jedoch ungenügende Insulinproduktion verfügen und deren Blutzucker mit Diät allein nicht

beherrscht werden kann (Typ-II-Diabetes). Glutril senkt den Zuckergehalt des Blutes durch

Förderung der noch möglichen Insulinausschüttung. Seine Wirkung tritt rasch ein und kann bis 24

Stunden lang anhalten.

Glutril darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle des Arztes/der Ärztin verwendet

werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Halten Sie die Dosierungsanweisungen Ihres Arztes/Ihrer Ärztin und seine/ihre Diätvorschriften

genau ein und suchen Sie regelmässig Ihren Arzt/Ihre Ärztin auf. Wenn Sie auch Übergewicht

haben, ist es unerlässlich, dass Sie Ihre Kalorienzufuhr einschränken und abnehmen. Es ist falsch zu

glauben, dass Sie durch Einnahme eines blutzuckersenkenden Arzneimittel weniger auf diese

Massnahmen achten müssen.

Sollten Sie aus irgendwelchen Gründen vergessen haben, eine Dosis einzunehmen, setzen Sie sich

mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin in Verbindung; auf keinen Fall dürfen Sie die nächste einzunehmende

Dosis verdoppeln.

Wann darf Glutril nicht angewendet werden?

Glutril darf nicht angewendet werden

– bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff von Glutril (Glibornurid), verwandte Substanzen

(Sulfonylharnstoffe) oder einen der Hilfsstoffe von Glutril,

– bei Diabetes, bei dem die Bauchspeicheldrüse gar kein Insulin mehr bilden kann (sogenannter

«Typ-I-Diabetes»),

– bei schwerem und unstabilem Diabetes,

– bei Diabetes mit akuter schwerer Stoffwechselentgleisung («Ketose» oder «Azidose» oder

«Koma»),

– bei Kindern und Jugendlichen,

– bei schweren Störungen der Funktion von Leber, Nieren, Nebennieren, Schilddrüse und

Hirnanhangdrüse,

– bei zu hohem Blutzucker, der durch ungewöhnlichen Stress, wie z.B. schwere Infektionen oder

Operationen, ausgelöst wird,

– während Schwangerschaft und Stillzeit.

Ihr Arzt/Ihre Ärztin weiss, was in diesen Situationen zu tun ist.

Wann ist bei der Einnahme von Glutril Vorsicht geboten?

Eine Behandlung mit Glutril verlangt eine regelmässige Kontrolle des Zuckers im Urin und im Blut.

Falls bei Ihnen plötzliche (vorübergehende) abnorme Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auftritt

oder falls Sie ohne Anstrengung schwitzen, könnten dies Zeichen einer übermässig starken Wirkung

von Glutril sein, das heisst eines zu starken Absinkens des Blutzuckerspiegels. Nehmen Sie in diesen

Fällen zwei Stück in Wasser aufgelösten Würfelzucker oder ein Glas Obstsaft ein. Die durch

Unterzuckerung ausgelösten Zeichen verschwinden sodann innerhalb von einer halben Stunde. Falls

dies nicht zutrifft, setzen Sie sich unbedingt so rasch wie möglich mit dem behandelnden Arzt/der

behandelnden Ärztin in Verbindung.

Beachten Sie, dass eine stärkere und länger dauernde körperliche Anstrengung zu einer

Unterzuckerung führen kann. Beachten Sie ebenfalls, dass eine Unterzuckerung die Aufmerksamkeit

und demzufolge die Sicherheit beim Autofahren und Bedienen von Maschinen beeinträchtigen kann.

Gewisse Arzneimittel können die Wirkung von Glutril verstärken oder abschwächen. Zu diesen

Arzneimitteln gehören z.B. gewisse Antibiotika und Präparate gegen Pilzerkrankungen (Miconazol,

Fluconazol), verschiedene Schmerz- und Rheumamittel, Kortikosteroide (z.B. Cortison) gewisse

Hormone (Anabolika, männliche Geschlechtshormone, Danazol, Arzneimittel zur

Schwangerschaftsverhütung oder gegen Beschwerden in den Wechseljahren, Schilddrüsenhormone,

Glucagon), harntreibende Mittel, Mittel zur Hemmung einer Übersäuerung des Magens, bestimmte

Asthmamittel, gewisse Arzneimittel zur Behandlung von Herz- und Kreislaufbeschwerden, erhöhten

Blutfetten, bestimmte blutgerinnungshemmende Arzneimitte, bestimmte Arzneimittel gegen

Depressionen und andere psychische Erkrankungen, MAO-Hemmer zur Behandlung der

Parkinsonkrankheit und von Depressionen, bestimmte Arzneimittel gegen Epilepsie, Probenecid

gegen Gicht, gewisse Krebsmittel (z.B. Cyclophosphamid).

Während der Behandlung mit Glutril sollten Sie keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Glutril während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff von Glutril die Plazenta durchquert und unerwünschte

Wirkungen auf die Bauchspeicheldrüse des ungeborenen Kindes haben kann. Bei gewissen

blutzuckersenkenden Mitteln vom gleichen Typ ist das der Fall. Deshalb dürfen Sie Glutril während

der Schwangerschaft nicht einnehmen.

Da Wirkstoffe vom Typ, wie sie in Glutril enthalten sind, in die Muttermilch übertreten können,

dürfen Sie unter einer Therapie mit Glutril auch nicht stillen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger werden möchten, schwanger sind

oder Ihr Kind stillen möchten. Er/Sie weiss, was in solchen Fällen zu tun ist.

Wie verwenden Sie Glutril?

Ihr Arzt/Ihre Ärztin legt die für Sie geeignete Dosis von Glutril fest; im allgemeinen wird er Ihnen zu

Beginn der Behandlung ½ Tablette pro Tag verordnen, die Sie am besten zum Frühstück einnehmen.

Im Allgemeinen sollten Sie nicht mehr als 3 Tabletten pro Tag einnehmen. Die vom Arzt/von der

Ärztin festgesetzte Höchstdosis dürfen Sie unter keinen Umständen überschreiten. Die Einnahme

sollte stets zu einer Mahlzeit erfolgen.

Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird Ihnen erklären, dass oft die Einhaltung der von ihm/ihr verschriebenen

Diabetes-Diät genügt, um Ihre Zuckerkrankheit unter Kontrolle zu halten: Wenn Sie nur

vorübergehend zu hohe Blutzuckerwerte oder Zucker im Urin aufweisen, ist in vielen Fällen eine

kurzfristige Behandlung mit Glutril ausreichend. Der Entscheid über das Absetzen der Behandlung

muss aber immer vom Arzt /von der Ärztin getroffen werden.

Die Umstellung von anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln auf Glutril ist möglich. Die

Dosisanpassung erfolgt durch den Arzt/die Ärztin.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Glutril bei Kindern und Jugendlichen sind nicht untersucht

worden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Glutril haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einname von Glutril auftreten: Bei nicht geeigneter

Dosierung von Glutril kann Unterzuckerung auftreten (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Glutril

Vorsicht geboten?»). Es empfiehlt sich, eine Person Ihrer näheren Umgebung über die ersten

Hilfsmassnahmen bei Unterzuckerung in Kenntnis zu setzen. Bei Ohnmacht ist der Würfelzucker

zwischen Zähne und Wangen zu legen. Nichts zu Trinken geben!

Gelegentlich treten Schwindelzustände, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen auf.

In seltenen Fällen können Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung, allergische Hautreaktionen,

(wie Hautausschläge, Juckreiz, Nesselsucht), Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht oder

Blutbildveränderungen (Abnahme der weissen und der roten Blutkörperchen und der Blutplättchen)

auftreten.

Setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung, wenn sich eine oder

mehrere der folgenden Nebenwirkungen einstellen: Übelkeit, Unwohlsein oder Bauchschmerzen,

Erbrechen, beschleunigter Atem, Gelbsucht, dunkler Urin, heller Stuhlgang, Durchfall, Erhöhung der

Körpertemperatur (Fieber), Drüsenschwellungen, Halsschmerzen und Anzeichen schwerer

Hautreaktionen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Sollten Sie während einer Behandlung mit Glutril erkranken, und sollten Sie dabei insbesondere

erbrechen oder weniger essen, so informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt/Ihre Ärztin. Auch wenn

Sie in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen oder im Urlaub erkranken, müssen Sie den

behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin auf Ihre Zuckerkrankheit hinweisen.

Das Präparat ist nicht über 25 °C und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren und

darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Glutril enthalten?

Tablette (mit Bruchrille) enthält 25 mg Glibornurid sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

36466 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Glutril? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken, nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 30 und 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2006 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.