Glibesifar

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Glibesifar compresse
  • Darreichungsform:
  • compresse
  • Zusammensetzung:
  • glibenclamidum 5 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Glibesifar compresse
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • antidiabetico orale

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 52269
  • Berechtigungsdatum:
  • 12-08-1993
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Glibesifar

Was ist Glibesifar und wann wird es angewendet?

Glibesifar enthält als Wirkstoff Glibenclamid. Es wirkt blutzuckersenkend (über die Steuerung der

Insulinausschüttung) und dient deshalb zur Behandlung der Zuckerkrankheit (lateinisch: Diabetes

mellitus) bei Personen, die noch eine eigene, aber ungenügende Insulinbildung in ihrer

Bauchspeicheldrüse haben (sogenannter Typ 2-Diabetes) und deren Blutzucker mit Diät, körperlicher

Aktivität und Gewichtsreduktion allein unbefriedigend eingestellt werden kann. Glibesifar darf nur

auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin verwendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Eine Zuckerkrankheit kann nur richtig behandelt werden, wenn Sie sich genau an den mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin oder Ihrer Diabetesberatungsstelle besprochenen Diätplan halten. Diät ist die

wichtigste Massnahme gegen Zuckerkrankheit. Es ist falsch zu glauben, durch die Einnahme

blutzuckersenkender Tabletten müssten Sie weniger auf Ihre Diät achten. Wenn Sie Übergewicht

haben, ist es unerlässlich, dass Sie die Kalorienzufuhr senken und abnehmen.

Wann darf Glibesifar nicht angewendet werden?

Glibesifar darf nicht eingenommen werden von zuckerkranken Patienten oder Patientinnen deren

Bauchspeicheldrüse gar kein Insulin mehr bilden kann, was insbesondere bei Entwicklung der

Zuckerkrankheit im Kindes- oder Jugendlichen-Alter zutrifft (sogenannter Typ 1-Diabetes),

·bei instabilem Diabetes mit häufigen, schweren Stoffwechselentgleisungen (insbesondere bei

Überzuckerungen, die begleitet sind von Azetongeruch in der Atemluft, Nachweis von Ketokörpern

im Urin oder Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit),

·mit schweren Funktionsstörungen der Leber, Nieren oder Nebennierenrinde,

·mit Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff Glibenclamid oder andere Bestandteile der Tablette,

·mit Schwangerschaft oder während der Stillzeit,

·die mit Tracleer behandelt werden (ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Bosentan) zur Behandlung

von pulmonaler Hypertonie (Lungenbluthochdruck).

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin weiss, was in solchen Fällen zu tun ist.

Wann ist bei der Anwendung von Glibesifar Vorsicht geboten?

Die Verabreichung von Glibenclamid ist mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Morbidität

assoziiert, insbesondere bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten.

Bis zur optimalen Einstellung (zu Behandlungsbeginn, bei Präparatewechsel), bei unregelmässiger

Anwendung oder unregelmässiger Nahrungsaufnahme besteht ein erhöhtes Risiko für

Unterzuckerungen. Dadurch kann dieses Arzneimittel die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und

Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Durch Stress-Situationen (Infektionen, Operationen) ausgelöster zu hoher Blutzucker kann eine

vorübergehende Umstellung auf Insulin erfordern.

Personen welche allergisch auf andere Sulfonamide reagieren, können auch auf Glibesifar eine

allergische Reaktion entwickeln.

Bei Patienten mit G6PD-Mangel (Anämie-Form) kann das Risiko einer hämolytischen Anämie nach

der Einnahme von Glibesifar erhöht sein. Der Arzt bzw. die Ärztin wird dann eine alternative

Therapie in Erwägung ziehen.

Die blutzuckersenkende Wirkung von Glibesifar kann durch die gleichzeitige Einnahme

verschiedener anderer Arzneimittel verstärkt oder vermindert werden.

Zu den Arzneimittel, welche die Glibesifar-Wirkung verstärken können, gehören neben anderen

Antidiabetika u.a. gewisse Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks, von

Infektionskrankheiten, von Depressionen und von Fieber/Schmerzen. Zu den Arzneimitteln, welche

die Glibesifar-Wirkung vermindern können, gehören u.a. gewisse Hormone (z.B. orale

Kontrazeptiva), Kortikosteroide, gewisse AIDS-, Asthma- oder Allergiebehandlungen, gewisse

Neuroleptika und Diuretika.

Gewisse blutdrucksenkende Arzneimittel (z.B. β-Blocker) können die Wahrnehmung der

Warnzeichen einer Unterzuckerung beeinträchtigen.

Mit einigen Arzneimitteln, aber auch nach Einnahme von Alkohol, kann der Blutzucker sowohl

ansteigen als auch abfallen.

Glibesifar kann die Plasmakonzentration von Cyclosporin erhöhen und zu einer erhöhten

Cyclosporin-Toxizität führen. Eine medizinische Überwachung wird empfohlen. Es ist dem Arzt

bzw. der Ärztin vorbehalten, die Cyclosporin-Dosis anzupassen.

Fragen Sie immer nach möglichen Wechselwirkungen, wenn Ihnen ein Arzneimittel neu

verschrieben wird oder Sie in einer Apotheke ein Arzneimittel kaufen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Glibesifar während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Glibesifar darf während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden, da nicht ausgeschlossen

werden kann, dass es unerwünschte Wirkungen auf das ungeborene Kind haben könnte. Wirkstoffe

vom Typ des Glibenclamids können in die Muttermilch übergehen, deshalb darf Glibesifar auch

nicht eingenommen werden, wenn Sie stillen.

Bei Kinderwunsch ist frühzeitig ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin

aufzunehmen, um die weitere Behandlung Ihrer Zuckerkrankheit festzulegen.

Wenn Sie während der Behandlung mit Glibesifar schwanger werden sollten, müssen Sie sofort

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin verständigen.

Wie verwenden Sie Glibesifar?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird aufgrund regelmässiger Stoffwechseluntersuchungen (Blut- und

Harnzuckerbestimmungen) die für Sie zutreffende Dosierung individuell festlegen, wobei er bzw. sie

üblicherweise mit einer niedrigen Dosierung von ½ Tablette Glibesifar beginnen wird. Tagesdosen

bis zu 2 Tabletten Glibesifar werden üblicherweise morgens, vor dem Frühstück, eingenommen.

Falls erforderlich, kann die Tagesdosis unter ärztlicher Kontrolle auf 3 (in Ausnahmefällen 4)

Tabletten Glibesifar gesteigert werden. Die 3. Tablette wäre vor dem Abendessen (resp. die 3. vor

dem Mittagessen und die 4. vor dem Abendessen) einzunehmen. Die Tabletten nehmen Sie

unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (½–1 Glas Wasser) ein. Die zeitgerechte Einnahme von

Glibesifar, wie sie vom Arzt bzw. der Ärztin verordnet wurde, ist unerlässlich. Wenn Sie vergessen

haben, eine Tablette einzunehmen, so dürfen Sie diesen Einnahmefehler nicht durch Einnahme einer

erhöhten Tablettenzahl ausgleichen. Nehmen Sie die nächste Tablette erst wieder zur gewohnten

Zeit.

Falls Sie eine zu hohe Dosis oder eine zusätzliche Dosis von Glibesifar eingenommen haben, so

benachrichtigen Sie sofort einen Arzt bzw. eine Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Glibesifar haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Glibesifar auftreten:

häufig und in schweren Fällen gefährlich ist das Auftreten einer Unterzuckerung (Hypoglykämie).

Sie kann entstehen durch Einnahme einer zu hohen Dosis des Arzneimittels, Auslassen von

Mahlzeiten, ungewohnte körperliche Anstrengung oder Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln.

Eine Unterzuckerung äussert sich in der Regel mit folgenden Warnzeichen: Schwitzen,

Hungergefühl, Zittern, Herzklopfen, Kopfschmerzen sowie Verhaltensauffälligkeiten, Reizbarkeit,

Aggressivität, Verwirrtheit, Benommenheit, Schlafstörungen. Wird die Behandlung unterlassen,

kann es infolge extremer Blutzuckersenkungen zu Sprech- und Sehstörungen,

Lähmungserscheinungen oder Empfindungsstörungen und Bewusstlosigkeit kommen.

Nehmen Sie bei ersten Anzeichen Trauben- oder Würfelzucker (2-4 Stück) ein. Wenn die Zeichen

nicht sofort verschwinden, so informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Mit

künstlichen Süssstoffen kann eine Hypoglykämie nicht beherrscht werden.

Sehstörungen können vorübergehend zu Beginn der Behandlung auftreten. Störungen im Magen-

Darm-Bereich (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall) sowie allergische

Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautausschläge, Juckreiz, in Einzelfällen auch schwerwiegend

mit Atemnot und schockartigen Reaktionen, Lichtüberempfindlichkeit) treten gelegentlich auf.

Veränderungen des Blutbildes (z.B. Verminderung der Zahl der Blutplättchen, der weissen und der

roten Blutkörperchen) und der Leberfunktion (z.B. Gelbsucht, Leberentzündung, Gallenstauung) sind

selten, können jedoch schwerwiegend sein. Eine Entzündung der Blutgefässe ist sehr selten.

Wenn Sie solche Symptome beobachten oder Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben

sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Zur Erzielung einer guten Stoffwechsellage sind der vom Arzt bzw. von der Ärztin vorgeschriebene

Behandlungsplan, die Diätvorschrift und die abgestimmte körperliche Betätigung strikt einzuhalten.

Alkohol soll während der Therapie mit Glibesifar gemieden werden. Sie sollten regelmässig zu den

vom Arzt bzw. von der Ärztin verordneten Stoffwechselkontrollen erscheinen.

Kommt es während der Behandlung mit Glibesifar zu anderen Erkrankungen, insbesondere wenn

diese zu Erbrechen oder verminderter Nahrungsaufnahme führen, so ist unverzüglich der

behandelnde Arzt bzw. die Ärztin zu Rate zu ziehen.

Bei einem Krankenhausaufenthalt oder Erkrankung im Urlaub müssen Sie den behandelnden Arzt

bzw. die Ärztin über Ihre Zuckerkrankheit informieren.

Das Arzneimittel ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) in der Originalpackung ausserhalb der

Reichweite von Kindern aufzubewahren. Es darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp»

bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Glibesifar enthalten?

1 Tablette Glibesifar enthält 5 mg Glibenclamid und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

52269 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Glibesifar? Welche Packungen sind erhältlich?

Glibesifar erhalten Sie in Apotheken nur gegen ärztliches Rezept.

Glibesifar ist in Packungen zu 30 und 100 Tabletten mit Bruchrille erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Siphar SA

6900 Lugano

Diese Packungsbeilage wurde im März 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.