Gichtex Retard

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Gichtex Retard 250 mg - Kapseln
  • Einheiten im Paket:
  • 28 Stück, Laufzeit: 60 Monate,84 Stück, Laufzeit: 60 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Gichtex Retard 250 mg - Kapseln
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Allopurinol
  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 16146
  • Berechtigungsdatum:
  • 22-09-1977
  • Letzte Änderung:
  • 10-08-2017

Packungsbeilage

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Gichtex retard 250 mg-Kapseln

Wirkstoff: Allopurinol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter.

kann

anderen

Menschen

schaden,

auch

wenn

diese

gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Gichtex und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Gichtex beachten?

Wie ist Gichtex einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Gichtex aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Gichtex und wofür wird es angewendet?

Gichtex wird eingenommen, um den Harnsäurespiegel im Blut zu senken.

Bei Erwachsenen mit einem zu hohen Harnsäurespiegel, welcher durch eine Diät nicht

kontrollierbar ist, oder mit Beschwerden, besonders

bei Gicht

bei Nierenschäden, verursacht durch Harnsäure

zur Auflösung und Vermeidung von Harnsäuresteinen

zur Vermeidung von Kalziumoxalatsteinen bei erhöhtem Harnsäurespiegel

Bei Erwachsenen mit zu hohem Harnsäurespiegel und einem erhöhtem Harnsäuregehalt im

Urin, verursacht z.B. durch

Radiotherapie

Tumorbehandlung mit Arzneimitteln

andere schwere Zellzerfallserscheinungen

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Gichtex beachten?

Gichtex darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Allopurinol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie eine schwere Nierenfunktionsstörung haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Gichtex einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Allopurinol ist erforderlich, wenn Sie

eine eingeschränkte Nierenfunktion haben.

Eine eingeschränkte Nierenfunktion ist wahrscheinlicher,

wenn Sie Arzneimittel gegen Bluthochdruck (ACE-Hemmer) einnehmen.

wenn Sie Entwässerungsmittel (Thiazid-Diuretika) einnehmen, um einen hohen

Blutdruck oder Herzstörungen zu behandeln.

eine eingeschränkte Leberfunktion aufweisen

eine Störung der Blutbildung aufweisen.

In diesen 3 Fällen wird Ihr Arzt Ihr Blutbild beobachten.

Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen seitens der Haut muss die Behandlung

sofort abgesetzt werden.

Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass die Behandlung mit Arzneimitteln nicht notwendig ist,

wenn:

Ihre Harnsäureblutwerte unter 9 mg/100 ml liegen

Ihre Nierenfunktion normal ist

Sie folgende Diätempfehlungen befolgen:

Die Voraussetzung für einen Behandlungserfolg bildet eine vernünftige Ernährung,

wobei

bestehendes

Übergewicht

abgebaut

werden

sollte.

Nahrungsmittel

besonders

hohem

Harnsäuregehalt,

Innereien,

Fleischbrühwürfel,

Sardinen,

Sardellen und größere Alkoholmengen, sind zu meiden.

Trinken Sie genügend Flüssigkeit, damit Ihre Harnmenge täglich mindestens 2 Liter

beträgt. Das ist besonders wichtig, wenn Sie Allopurinol zur Behandlung von Gichtniere

oder von Harnsäuresteinen einnehmen.

Eine Erhöhung des pH-Wertes Ihres Harns kann überlegt werden, um die Ausscheidung von

Harnsäure

durch

Urinieren

steigern,

wenn

Gichtex

folgenden

Gründen

einnehmen:

während einer Bestrahlung oder einer medikamentösen Behandlung von Krebs,

um die angeborene Enzymmangelerscheinung Lesch-Nyhan-Syndrom zu behandeln.

Bei großen Harnsteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschließen, dass sich Teile der

infolge einer Gichtex-Behandlung aufgelösten Steine im Harnleiter festsetzen können.

Wenn Sie Beschwerden beim Harnlassen oder Schmerzen haben, verständigen Sie bitte

sofort Ihren Arzt.

Zu Beginn der Behandlung können Gichtanfälle auftreten. Aus diesem Grund wird Ihnen Ihr

Arzt Schmerzmittel oder Colchicin während der ersten Behandlungswochen mit Gichtex

verschreiben.

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfällen ist die Behandlung mit Gichtex erst nach deren

vollständigem Abklingen zu beginnen, weil weitere Anfälle ausgelöst werden können.

Einnahme

Allopurinol

wurde

schweren

Hautausschlägen

(Überempfindlichkeitssyndrom

z.B.

„DRESS“,

Stevens-Johnson-Syndrom,

Toxische

Epidermale Nekrolyse) berichtet,

die zunächst als rötliche Flecken mit dunklerem Zentrum

oder als kreisförmige Flecken mit zentraler Blasenbildung am Rumpf erscheinen. Häufig geht

Ausschlag

Geschwüren

Mund,

Nase,

Rachen,

Genitalbereich

Konjunktivitis (rote und geschwollene Augen) einher. Diesen schweren Hautausschlägen

gehen häufig grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen oder Schmerzen am

ganzen Körper voraus. Der Ausschlag kann zu großflächiger Blasenbildung und Schälung

der Haut führen. Diese schweren Hautreaktionen können bei Personen Han-chinesischer,

koreanischer

oder

thailändischer

Abstammung

häufiger

auftreten.

Eine

chronische

Nierenkrankheit kann das Risiko bei diesen Patienten möglicherweise noch weiter erhöhen.

Wenn Sie einen Ausschlag bekommen oder wenn bei Ihnen diese Hautreaktionen auftreten,

beenden Sie die Einnahme von Allopurinol und kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt. Das

höchste Risiko für das Auftreten von schweren Hautreaktionen besteht während der ersten

Wochen der Behandlung. Wenn sich bei Ihnen das Stevens-Johnson-Syndrom oder eine

toxische epidermale Nekrolyse während der Einnahme von Gichtex entwickelt hat, darf die

Behandlung mit Allopurinol zu keinem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.

Kinder und Jugendliche

Für

Kinder

Jugendliche

sind

für

retardierte

Form

Allopurinols

keine

ausreichenden klinischen Daten vorhanden. Es wird daher empfohlen, auf nicht retardierte

Formen, wie Allopurinol G.L. 300 mg-Tabletten, zurückzugreifen.

Einnahme von Gichtex zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen/angewendet

haben

oder

beabsichtigen,

andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Gichtex

folgende

andere

Arzneimittel

können

sich

ihrer

Wirkung

gegenseitig

beeinflussen:

6-Mercaptopurin, Azathioprin

Wird

neben

Allopurinol

gleichzeitig

6-Mercaptopurin

(Arzneimittel

Behandlung

Blutkrebs)

oder

Azathioprin

(Arzneimittel,

Immunsystem

unterdrücken)

eingenommen, muss deren Dosis auf ¼ der üblichen Dosis gesenkt werden, da ihr Abbau

durch

Allopurinol

gehemmt

wird.

Gefahr

Blutbildschäden

während

einer

Krebsbehandlung kann durch gleichzeitige Gabe von Allopurinol erhöht werden.

Adeninarabinosid (Vidarabin) (Arzneimittel zur Behandlung von Virusinfektionen)

Bitte beachten Sie, dass unter Vidarabin Nebenwirkungen häufiger auftreten können.

Warfarin, Phenprocoumon, Acenocoumarol (Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung)

Ihr Arzt wird Ihre Blutgerinnungswerte öfter kontrollieren und, wenn notwendig, die Dosis

dieser Arzneimittel herabsetzen.

Chlorpropamid (Arzneimittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes))

Ausscheidung

Chlorpropamid

kann

durch

Allopurinol

verzögert

werden,

insbesondere wenn eine Schädigung der Niere vorliegt.

Ampicillin oder Amoxicillin (Antibiotika = Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen)

Risiko

Hautreaktionen

gleichzeitiger

Behandlung

Ampicillin

oder

Amoxicillin erhöht. Wenn möglich, sollten Sie andere Antibiotika erhalten.

Salicylate (Arzneimittel zur Verminderung von Schmerz, Fieber oder Entzündungen, z.B.

Aspirin)

und

Probenecid,

Benzbromaron

(Arzneimittel

zur

Erhöhung

der

Harnsäureausscheidung beim Urinieren)

Sie können die therapeutische Wirkung von Allopurinol vermindern.

Phenytoin (Wirkstoff zur Behandlung der Epilepsie oder bestimmter Schmerzbeschwerden)

Allopurinol kann den Abbau von Phenytoin in der Leber beeinträchtigen.

Thiaziddiuretika und Ethacrynsäure (Arzneimittel zur Entwässerung)

Die Allopurinolwirkung kann vermindert werden.

Theophyllin

(Arzneimittel

zur

Behandlung

von

Bronchialasthma

und

anderen

Atembeschwerden)

Allopurinol verlangsamt die Ausscheidung von Theophyllin. Möglicherweise können bei

gleichzeitiger

Behandlung

Theophyllin

Allopurinol

verstärkte

Wirkungen

!

Theophyllin wie Herzklopfen, Erhöhung der Pulsfrequenz, Übelkeit, Schwindel und Unruhe

auftreten.

Ciclosporin (Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems)

Die Häufigkeit und die Stärke der durch Ciclosporin hervorgerufenen Nebenwirkungen kann

durch die gleichzeitige Einnahme mit Allopurinol erhöht werden.

Didanosin (Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems)

Allopurinol kann die Wirkung von Didanosin verstärken.

ACE-Hemmer (Herz- und Blutdruckmittel)

Insbesondere bei chronischem Nierenversagen können unter gleichzeitiger Behandlung mit

ACE-Hemmern vermehrt Hautreaktionen und Blutbildveränderungen auftreten.

Antazida (Arzneimittel zur Reduktion der Magensäure)

Die Einnahme von Antazida hat in einem Mindestabstand von 3 Stunden zu erfolgen, da die

Aufnahme

Allopurinol

über

Magen-

Darmschleimhaut

gleichzeitiger

Einnahme verringert ist.

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Einnahme mit Aluminiumhydroxid eine eingeschränkte

Wirkung haben. Zwischen der Einnahme beider Arzneimittel sollen mindestens 3 Stunden

liegen.

Zytostatika

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Zytostatika (z.B. Cyclophosphamid, Doxorubicin,

Bleomycin, Procarbazin, Alkylhalogenide) treten Blutbildveränderungen häufiger auf als bei

Einzelgabe der Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in regelmäßigen Zeitabständen

durchzuführen.

Einnahme von Gichtex zusammen mit Nahrungsmitteln und Alkohol

Nahrungsmittel mit besonders hohem Harnsäuregehalt, wie Innereien (Bries, Niere, Hirn,

Herz,

Zunge),

Fleischbrühwürfel,

Sardinen,

Sardellen,

größere

Alkoholmengen

(insbesondere Bier) sind zu meiden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Nehmen Sie Gichtex während der Schwangerschaft nur dann ein, wenn Ihr Arzt es für

absolut notwendig hält.

Stillzeit

Allopurinol

geht

Muttermilch

über.

Während

Stillzeit

wird

Allopurinol

nicht

empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung:

Dieses

Arzneimittel

kann

Reaktionsfähigkeit

Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Lenken Sie nur dann ein Fahrzeug oder bedienen Sie nur dann eine Maschine bzw. nehmen

Sie nur dann an gefährlichen Aktivitäten teil, wenn Sie sich sicher sind, dass Gichtex Ihre

Handlungsfähigkeit nicht beeinträchtigt.

Schwindel,

Schläfrigkeit

unkoordinierte

Bewegungen

können

Nebenwirkungen

auftreten.

Gichtex enthält Saccharose

Bitte nehmen Sie Gichtex erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Gichtex enthält einen Azofarbstoff (Gelborange S)

Dieser kann allergische Reaktionen hervorrufen.

3. Wie ist Gichtex einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Anwendung bei Erwachsenen

Die mittlere Tagesdosis liegt bei 1 Kapsel pro Tag.

Bei schwerem Krankheitsbild kann von Ihrem Arzt die Dosis bis auf 900 mg erhöht werden.

Art der Anwendung

unzerkaut,

mit reichlich Flüssigkeit,

nach einer Mahlzeit,

immer zur gleichen Tageszeit,

bei mehr als einer Kapsel pro Tag oder wenn Magen- und Darmbeschwerden als

Nebenwirkung auftreten, über den Tag verteilt einnehmen.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Gichtex ist im Allgemeinen über einen längeren Zeitraum notwendig.

Bitte nehmen Sie Gichtex regelmäßig und so lange ein, wie es Ihr Arzt verschrieben hat.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen.

Wenn Sie eine größere Menge von Gichtex eingenommen haben als Sie sollten

Bei massiver Überdosierung wurden Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und

Benommenheit beobachtet.

Wenn Sie, oder Ihr Kind, durch ein Versehen zu viele Kapseln eingenommen haben, wenden

Sie sich unverzüglich an einen Arzt. Halten Sie eine Packung des Arzneimittels bereit, damit

sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Hinweis für den Arzt:

Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende der Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Gichtex vergessen haben

Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie daran denken. Sollte es jedoch bereits

Zeit für die nächste Dosis sein, nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, sondern setzen

Sie die Einnahme wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Gichtex abbrechen

Brechen

Behandlung

nicht

ohne

Zustimmung

Ihres

Arztes

Behandlungserfolg herabgesetzt werden kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Folgende Nebenwirkungen wurden berichtet

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Zu Beginn der Behandlung können gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Er-

brechen, Leibschmerzen oder Durchfälle auftreten. Diese sind meist vorübergehend und

lassen sich oft durch Einnahme von Gichtex nach den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit

bzw. durch eine Verringerung der Dosis und anschließende langsame Dosissteigerung

vermeiden. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Weiters können am Anfang der Behandlung bei einzelnen Patienten Gichtanfälle auftreten.

Gelegentlich kommen Hautreaktionen wie eine entzündliche Rötung der Haut, Nesselsucht

oder Hautjucken vor. Sie können zu jedem Zeitpunkt der Allopurinol-Behandlung auftreten.

Blut und Lymphsystem

Sehr selten:

Veränderte Zahl spezifischer weißer Blutzellen und der unspezifischen Vorstufe der roten

Blutzellen.

Verminderung der Zahl der Blutplättchen, dadurch wird das Risiko für Blutungen und

Blutergüsse erhöht.

Schwerwiegende

Verringerung

Zahl

weißen

Blutzellen,

dadurch

werden

Infektionen wahrscheinlicher.

Verringerte

Zahl

roten

Blutzellen

aufgrund

einer

erniedrigten

Produktion,

folgendes verursachen kann:

Schwäche

Blutergüsse

höhere Wahrscheinlichkeit für Infektionsanfälligkeit.

Es kann mitunter vorkommen, dass Allopurinol Einfluss auf Ihr Blut hat, was sich darin

äußern kann, dass Sie leichter blaue Flecken bekommen oder dass Halsschmerzen

oder anderen Anzeichen einer Infektion bei Ihnen auftreten. Diese Auswirkungen treten

in der Regel bei Patienten mit Leber- oder Nierenproblemen auf. Wenden Sie sich in

einem solchen Fall so bald wie möglich an Ihren Arzt.

Immunsystem

Wenn bei Ihnen eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt, beenden Sie die Einnahme von

Gichtex und informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt:

Selten:

Schwere allgemeine Überempfindlichkeitserscheinungen, insbesondere bei Patienten mit

Nieren- und/oder Lebererkrankungen

Nervenentzündung in den Gliedmaßen (periphere Neuritis), Schwäche, Schwindel

Fieber

Schüttelfrost,

Kopfschmerzen,

Muskelschmerzen

(grippeähnliche

Beschwerden) und allgemeines Unwohlsein

Alle Veränderungen Ihrer Haut, z.B. Geschwüre im Mund, im Rachen, in der Nase, dem

Genitalbereich,

Konjunktivitis

(rote

geschwollene

Augen),

großflächige

Blasenbildung oder Schälung der Haut

Schwere

Überempfindlichkeitsreaktionen

einschließlich

Fieber,

Hautausschlag,

Gelenksschmerzen und veränderte Blut- bzw. Leberfunktionstests (das können Zeichen

einer Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktion sein).

Überempfindlichkeitsreaktionen können sich äußern durch ausgedehnte Hautausschläge,

die mit Juckreiz, Fieber, Schüttelfrost, Erkrankung der Lymphknoten, Gelenksschmerzen,

Hautabschälung und mit Veränderungen im Blutbild (Stevens-Johnson-Syndrom und/oder

Lyell-Syndrom) einhergehen können.

Verlaufe

dieser

Überempfindlichkeitserscheinungen

kann

aber

auch

Gefäßentzündungen und Gewebsreaktionen kommen, verbunden z.B. mit Leber- und oder

Nierenentzündungen

(Anzeichen:

Gelbfärbung

Augen

und/oder

Haut,

Fieber,

Verfärbung des Harns), und sehr seltenmit Krampfanfällen.

Wenn sich solche Erscheinungen, die jederzeit während der Behandlung auftreten können,

zeigen, muss die Einnahme von Gichtex sofort und für immer abgebrochen und der Arzt

unverzüglich aufgesucht werden.

Fälle von Überempfindlichkeitsreaktionen mit tödlichem Ausgang unter einer Behandlung

mit Allopurinol sind berichtet worden, diese standen üblicherweise mit Nieren- und/oder

Leberfunktionsstörungen im Zusammenhang.

Sehr selten:

Allergische Reaktionen unterschiedlicher Formen:

Entzündungen der Gallenwege

Xanthinsteine in den Harnwegen

Lebensbedrohliche allergische Schockreaktion (anaphylaktischer Schock)

Bestimmte

Erkrankung

Lymphknoten

(angioimmunoblastische

Lymphadeno-

pathie), die nach Absetzen von Allopurinol wieder verschwindet.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten:

Zuckerkrankheit, Erhöhung der Blutfettwerte, Gichtanfall

Psychische/seelische Störungen

Sehr selten:

Depression

Nervensystem:

Sehr selten:

Nervenentzündung, Störung der Bewegungskoordination, Veränderung der

Geschmacksempfindung, Bewusstseinsstörungen, Kopfschmerzen,

Lähmungen, Schwindel, Müdigkeit, Fehlempfindungen wie Kribbeln

Augen

Sehr selten:

Linsentrübung, Netzhautveränderung, Sehstörung

Herz

Sehr selten:

Langsamer Herzschlag

Gefäße

Sehr selten:

Erhöhter Blutdruck

Atemwege

Sehr selten:

Engegefühl im Brustraum

Magen-Darm-Trakt

Gelegentlich:

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Sehr selten:

Erbrechen

Blut,

vermehrte

Fettausscheidung

Stuhl,

Entzündungen der Mundschleimhaut

Leber und Galle

Selten:

Erhöhung der Leberwerte ohne Beschwerden

Von Leberentzündung einschließlich der Zerstörung der Leberzellen und in extremen

Fällen bis zu entzündetem, knotigem Lebergewebe, die sich nach Beendigung der

Behandlung

Gichtex

wieder

zurückbildet,

tödlich

verlaufenden

Leberschäden.

Haut

Häufig:

Juckreiz, gefleckte Haut mit kleinen Knoten, Schuppung der Haut, Flecken,

Hautblutungen

solchen

Fällen

Behandlung

Gichtex

sofort

abzubrechen

Arzt

aufzusuchen.

Sehr selten:

Haarausfall, schmerzhafte, tiefe, knotige Entzündung der Haarfollikel, die von

Bakterien verursacht wird, Flüssigkeitsansammlung im Unterhautbindegewebe,

Verfärbung der Haare.

Es wurde von lebensbedrohlichen Hautausschlägen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische

epidermale Nekrolyse) berichtet (siehe „Immunsystem“ und Abschnitt 2).

Muskulatur

Sehr selten:

Muskelschmerzen

Nieren

Sehr selten:

Ausscheidung von roten Blutkörperchen im Harn, Harnvergiftung (Urämie) =

Ansammlung von über den Harn auszuscheidenden Substanzen im Blut,

verursacht durch eine fortgeschrittene Nierenschwäche.

Geschlechtsorgane und Brustdrüse

Sehr selten:

Vergrößerung

Brustdrüse

Mannes,

Impotenz

(sexuelle

Störung),

Unfruchtbarkeit

Allgemein

Sehr selten: Schwäche, Wasseransammlungen im Gewebe

Untersuchungen

Häufig:

Erhöhter Thyreotropinspiegel im Blut

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt anzeigen (siehe Angaben weiter unten). Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5. Wie ist Gichtex aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „verw. bis“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Entsorgen

Arzneimittel

nicht

Abwasser

oder

Haushaltsabfall.

Fragen

Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Gichtex enthält

Der Wirkstoff ist: Allopurinol. 1 Kapsel enthält 250 mg Allopurinol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt: Talkum, Povidon , Saccharose, Stearinsäure, Maisstärke

Kapselhülle: Schellack, Gelatine, Erythrosin, Gelborange S (E 110)

Wie Gichtex aussieht und Inhalt der Packung

Orangerote Hartgelatinekapseln.

Packungsgrößen: 28 und 84 Stück

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

Z.Nr.: 16.146

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Jänner 2018.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweise für den Arzt zur Behandlung einer Überdosierung:

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt.

Bei Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung, besonders in Fällen von Komedikation mit

Azathioprin oder 6-Mercaptopurin, kann beim Patienten, zusätzlich zur Verabreichung von

Aktivkohle und Natriumphosphat (nur wenn die Einnahme nicht länger als eine Stunde

zurück liegt), Erbrechen ausgelöst oder eine Magenspülung durchgeführt werden.

Extensive

Resorption

Allopurinol

kann

Xanthinoxidasereaktivität

beträchtlich

hemmen,

erster

Linie

keinen

Nebenwirkungen

führt,

außer

beeinflusst

gleichzeitig verabreichte Arzneimittel, insbesondere Azathioprin oder 6-Mercaptopurin. In

solchen Fällen sollte das Risiko einer verstärkten Wirkung erkannt werden.

Maximale Diurese stimuliert die Ausscheidung von Allopurinol und seinen Metaboliten. Falls

notwendig kann eine Hämodialyse durchgeführt werden.

Es gibt keine Sicherheitswarnungen betreffend dieses Produktes.

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