Garamycin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Garamycin Schwamm 5 x 5 x 0,5 cm
  • Darreichungsform:
  • Schwamm 5 x 5 x 0,5 cm
  • Zusammensetzung:
  • gentamicinum 32.5 mg, gentamicini sulfas, collagenum das inhärente 70 mg, für die Vorbereitung.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Garamycin Schwamm 5 x 5 x 0,5 cm
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Implantat bei Knochen- oder Weichteilinfektionen

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 52918
  • Berechtigungsdatum:
  • 10-10-1996
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Garamycin® Schwamm

Zusammensetzung

Wirkstoff: Gentamicin ut Gentamicini sulfas.

Hilfsstoffe: Kollagen aus Rindersehne.

Garamycin Schwamm besteht aus hochgereinigten Rinder-Kollagenfasern, in dessen Poren die

Gentamicinmoleküle eingebettet sind. Stabilisatoren oder andere Fremdzusätze sind nicht enthalten.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 steriler Schwamm von 5 × 5 × 0,5 cm: 32,5 mg Gentamicin (entspricht 50 mg Gentamicini sulfas).

1 steriler Schwamm von 10 × 10 × 0,5 cm: 130 mg Gentamicin (entspricht 200 mg Gentamicini

sulfas).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Garamycin Schwamm wird zur unterstützenden Behandlung bei posttraumatischen und hämatogenen

eitrigen Entzündungen von Knochen und Knochenmark nach chirurgischer Sanierung der

Infektionsherde angewendet.

Garamycin Schwamm wird auch zur Lokalbehandlung von Defekt- und anderen Resthöhlen in der

Weichteilchirurgie eingesetzt, wie z.B. der Sakralhöhle nach Rektumamputation oder bei

Weichteilabszessen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Im Allgemeinen wird Garamycin Schwamm unter Vermeidung von starker Druckausübung

folgendermassen appliziert:

Nach Ausräumung des Entzündungsherdes werden je nach Grösse des Defektes eingeführt:

Patienten <50 kg Körpergewicht: 1–3 Schwämme (10 × 10 cm).

Patienten >50 kg Körpergewicht: höchstens 5 Schwämme (10 × 10 cm).

Bei kleineren Defekten wird der Schwamm entsprechend zugeschnitten oder das kleinere Format von

Garamycin Schwamm (5 × 5 cm) verwendet.

Bei Weichteilinfektionen: Nach chirurgischer Ausräumung des Entzündungsherdes werden je nach

Grösse des Defektes 1 bis höchstens 3 Schwämme (10 × 10 cm) eingesetzt. Bei kleineren Defekten

wird der Schwamm entsprechend zugeschnitten oder Garamycin Schwamm (5 × 5 cm) verwendet.

Korrekte Applikationsart

Bei der Verwendung von Garamycin Schwamm ist darauf zu achten, dass der Schwamm mit

trockenem Instrumentarium bzw. trockenen Handschuhen an den Implantationsort gebracht wird.

Der innere Beutel muss unter aseptischen Bedingungen dem äusseren Beutel entnommen werden;

der Schwamm muss dem inneren Beutel unter aseptischen Bedingungen entnommen werden und

trocken verwendet werden. Die Anfeuchtung des Garamycin Schwamms vor seiner Implantation

kann den Verlust seiner Wirksamkeit durch ein Ausschwemmen des wasserlöslichen

Gentamicinsulfats nach sich ziehen. Der Schwamm kann nicht resterilisiert werden. Bei der

Einbringung des Implantats in Defekthöhlen ist darauf zu achten, dass diese nur locker mit dem

Garamycin Schwamm ausgekleidet werden und – um Sekretverhaltungen zu vermeiden – mit

Überlaufdrainagen versorgt werden.

Da das Trägermaterial vollständig resorbiert wird, braucht es nach dem chirurgischen Eingriff nicht

mehr entfernt zu werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht untersucht, daher sollte

Garamycin Schwamm in dieser Altersgruppe nicht angewandt werden.

Kontraindikationen

Bei bekannter Kollagenallergie sowie Überempfindlichkeit gegenüber Gentamicin oder anderen

Aminoglykosiden darf Garamycin Schwamm nicht verabreicht werden.

Eine Anamnese einer Überempfindlichkeit oder schwere toxische Reaktionen auf Aminoglykoside

können ebenfalls eine Kontraindikation sein.

Bei Patienten mit Anamnese von einer Immun- oder Bindegewebserkrankung.

Bei Schwangerschaft und während der Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da sowohl das Ausmass der systemischen Gentamicin-Exposition als auch die Dauer mehr von den

lokalen Durchblutungsverhältnissen als von der verabreichten Dosis abhängen und somit individuell

nicht voraussagbar sind, muss grundsätzlich mit denselben Risiken und unerwünschten Wirkungen

gerechnet werden, wie bei systemischer Verabreichung.

Wie alle anderen Aminoglykoside ist auch Garamycin potentiell nephrotoxisch. Patienten mit einer

beeinträchtigten Nierenfunktion, welche höhere Dosen oder während längerer Zeit Garamycin

erhalten, sind einem grösseren Risiko der Nephrotoxizität ausgesetzt.

Ältere und jüngere Patienten sind besonders gefährdet, und eine engmaschige klinische

Überwachung ist ratsam. Basiserhebung und regelmässige Kontrolle der Nierenfunktion und der

Serumelektrolyte ist bei Patienten angezeigt, die eine verlängerte Therapie erhalten (z.B. mehr als 7–

10 Tage), oder wenn höhere Dosen als dem Gewicht, Alter oder geschätzter Nierenfunktion

entsprechend, eingesetzt werden.

Von einer erhöhten Nephrotoxizität wurden nach der gleichzeitigen Verabreichung von

Aminoglykosid-Antibiotika mit Cephalothin berichtet.

Zusätzlich kann es bei mit Garamycin behandelten Patienten zu einer Ototoxizität kommen – im

Vestibular- und Gehörbereich, namentlich bei solchen mit bereits bestehender Nierenschädigung und

bei Patienten mit normaler Nierenfunktion, die mit höheren Dosen oder länger als empfohlen,

behandelt werden.

Die Serumkonzentrationen der Aminoglykoside sollten, wenn immer möglich, überwacht werden,

damit adäquate Spiegel gewährleistet sind und potentiell toxische Spiegel vermieden werden.

Werden die Gentamicin-Serumspitzenkonzentrationen überwacht, sollten länger dauernde

Spitzenspiegel über 10–12 µg/ml und länger dauernde Talspiegel über 2 µg/ml vermieden werden.

Andere Faktoren, die das Toxizitäts-Risiko erhöhen können, sind fortgeschrittenes Alter und

Wasserverlust.

Aminoglykoside sollten Patienten mit Erkrankungen der Muskulatur wie Myasthenia gravis oder M.

Parkinson mit Vorsicht gegeben werden, da sie aufgrund ihrer möglichen curareähnlichen Wirkung

auf die neuromuskuläre Funktion eine Muskelschwäche verschlimmern können.

Eine Kreuz-Allergie unter den Aminoglykosiden wurde festgestellt. Patienten sind während der

Behandlung ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen.

Die Behandlung mit Gentamicin kann ein starkes Wachstum von nicht empfindlichen Keimen zur

Folge haben. In diesem Fall ist eine geeignete Therapie angezeigt.

Über die Anwendung von Gentamicin Implantaten in Patienten mit Immun- oder

Bindegewebserkrankung liegen keine Daten vor. Obwohl nicht nachgewiesen ist, dass die

Anwendung von tierischem Kollagen zu einer Verschlechterung von Erkrankungen wie Lupus

erythematodes, Sklerodermie und chronischer Polyarthrithis führt, sollten Gentamicin Implantate in

diesen Patienten nur unter strikter Aufsicht verwendet werden (siehe «Kontraindikationen»).

Interaktionen

Zurzeit sind bei der Anwendung von Garamycin Schwamm keine lokalen Wechselwirkungen

bekannt. Gentamicin wird jedoch aus Garamycin Schwamm resorbiert und führt zu individuell stark

unterschiedlichen Plasmaspiegeln. Grundsätzlich sind deshalb dieselben Interaktionen möglich wie

bei systemischer Gentamicin-Exposition.

Der gleichzeitige Gebrauch von Gentamicin und stark wirkenden Diuretika, wie Etacrynsäure oder

Furosemid, sollte vermieden werden, da gewisse Diuretika selbst eine Ototoxizität verursachen

können. Bei der intravenösen Verabreichung können die Diuretika die Toxizität der Aminoglykoside

erhöhen durch Veränderung der Antibiotika-Konzentration im Serum und Gewebe.

Die Möglichkeit des Auftretens einer neuromuskulären Blockade und Atmungslähmung sollte dann

in Betracht gezogen werden, wenn Gentamicin Patienten in hohen Dosen verabreicht wird, die

neuromuskuläre Blockierungssubstanzen (wie Succinylcholin, Tubocurarin, oder Decamethonium),

Anästhetika oder grössere Transfusionen mit antikoaguliertem Blut (Citratgehalt) erhalten.

Kommt es zu einer Blockade, können Kalzium-Salze diese Erscheinungen aufheben.

Der gleichzeitige und/oder nachfolgende systemische oder lokale Gebrauch von anderen potentiell

neurotoxischen und/oder nephrotoxischen Medikamenten, wie Cisplatin, Cyclosporin,

Cephalosporine, Kanamycin, Amikacin, Neomycin, Polymyxin B, Colistin, Paromomycin,

Streptomycin, Tobramycin, Netilmicin, Vancomycin und Viomycin, sollte vermieden werden.

Eine in-vitro Mischung von Aminoglykosiden mit Betalaktam-Antibiotika (Penicilline oder

Cephalosporine) kann zu einer signifikanten gegenseitigen Inaktivierung führen. Selbst wenn ein

Aminoglykosid und ein Penicillin getrennt voneinander auf unterschiedlichem Weg verabreicht

werden, wurde bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und auch bei einigen Patienten mit

normaler Nierenfunktion eine Reduktion der Aminoglykosid-Serumhalbwertzeit oder –Serumspiegel

beobachtet. Eine Reduktion der Gentamicin-Serumhalbwertszeit wurde bei Patienten mit schwer

eingeschränkter Nierenfunktion berichtet, die zeitgleich mit Gentamicin Carbenicillin erhielten.

Normalerweise ist eine solche Aminoglykosid-Inaktivierung nur bei Patienten mit schwerer

Einschränkung der Nierenfunktion klinisch signifikant.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Aminoglykoside sind placentagängig und können den Fötus schädigen, wenn sie schwangeren

Frauen verabreicht werden. Es gab Berichte über vollständige, irreversible, beidseitige angeborene

Taubheit bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft Aminoglykoside, einschliesslich

Gentamicin erhielten. Aus diesen Gründen sollte Garamycin Schwamm nur angewendet werden,

wenn dies absolut erforderlich ist. Wenn Gentamicin Schwamm während der Schwangerschaft

verwendet werden muss, oder wenn die Patientin während der Verabreichung von Gentamicin

schwanger wird, sollte sie über die potentielle Gefahr für den Fötus informiert werden.

Stillzeit

Untersuchungen bei stillenden Müttern zeigen, dass geringe Mengen an Gentamicinsulfat in die

Muttermilch ausgeschieden werden. Aufgrund der potentiell schwer wiegenden Nebenwirkungen

sollte das Arzneimittel während des Stillens nicht angewendet werden, oder es soll nicht gestillt

werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Treten mögliche unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Benommenheit, Hörverlust, Lethargie,

Konfusion, Konvulsion oder Sehstörungen auf, kann Garamycin die Fahrtüchtigkeit und die

Fähigkeit Maschinen zu bedienen beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

In den durchgeführten Studien wurden keine Nephrotoxizität und Ototoxizität im Zusammenhang

mit der Anwendung von Garamycin Schwamm festgestellt. Aus den pharmakokinetischen Daten ist

ersichtlich, dass stets Serumspitzenkonzentrationen von <5 µg/ml gemessen wurden. Grundsätzlich

können jedoch dieselben unerwünschten Wirkungen auftreten wie bei parenteraler Gabe (siehe auch

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwartete Ereignisse

Sehr häufig (>1/10); häufig (>1/100, <1/10); gelegentlich (>1/1’000, <1/100); selten (>1/10’000,

<1/1’000); sehr selten (<1/10’000).

Störungen des Blut und Lymphsystems

Gelegentlich: Splenomegalie: Zu- oder Abnahme der Retikulozyten-Zahl, Anämie, Leukopenie,

Granulozytopenie, Eosinophilie, Thrombozytopenie.

Selten: Vorübergehende Agranulozytose, Abnahme der Calcium-, Magnesium-, Natrium- und

Kaliumspiegel.

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich: Anaphylaktoide Reaktionen.

Sehr selten: Steven-Johnson Syndrom, Epidermolysis acuta toxica (Lyell-Syndrom).

Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung

Selten: Larynxödem, Appetitverlust, Gewichtsabnahme.

Psychiatrische Störungen

Selten: Depression, Lethargie, Verwirrtheit.

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: Empfindungslosigkeit, Konvulsionen.

Selten: Pseudotumor Cerebri, akutes hirnorganisches Syndrom, Kopfschmerzen.

Störungen der Augen

Gelegentlich: Sehstörungen.

Störungen des Ohrs und des Innenohrs

Häufig bis sehr häufig: Schwindel, Vertigo, Dröhnen, Hörverlust, Tinnitus.

Selten: Taubheit.

Herzkreislaufstörungen

Gelegentlich: Hypotonie, Hypertonie.

Störungen der Atmung, des Thorax und des Mediastinums

Gelegentlich: Atemdepression.

Selten: Lungenfibrose.

Störungen des Magendarmtrakts

Gelegentlich: Nausea, Erbrechen, Stomatitis.

Selten: Erhöhter Speichelfluss.

Störungen der Leber und Galle

Gelegentlich: Vorübergehende Hepatomegalie. Erhöhung der SGOT, SGPT und LDH sowie

alkalischen Phosphatase, Bilirubin.

Störungen der Haut und des subkutanen Gewebes

Gelegentlich: Hautkribbeln, Rash, Juckreiz, Urticaria, generalisiertes Brennen.

Selten: Alopezie, Purpura.

Störungen des Bewegungsapparates

Gelegentlich: Muskelzuckungen, Arthralgie, Gelenkschmerzen, Myasthenie-ähnliches Syndrom.

Störungen der Nieren und der Harnwege

Häufig bis sehr häufig (Risikopatienten): Nephrotoxische Reaktionen (Zylindrurie, Proteinurie,

Erhöhung von BUN, NPN, Serum-Kreatinin).

Selten: Oligurie.

Störungen des Allgemeinbefindens und des Orts der Anwendung

Gelegentlich: Fieber, subkutane Atrophie, Nekrose des Fettgewebes am Ort der Injektion.

Neurotoxizität

Es wurden Nebenwirkungen beim 8. Cranialnerv berichtet, betroffen waren sowohl der Vestibulär-

als auch der Hörnerv. Dies trat hauptsächlich bei Patienten mit Niereninsuffizienz auf und bei

Patienten, die hohe Dosen erhielten und/oder eine verlängerte Therapie.

Die Symptome beinhalten Vertigo, Schwindel, Tinnitus, Ohrendröhnen und Hörverlust.

Hörverlust manifestiert sich zuerst durch das Abnehmen der Hochfrequenzwahrnehmung und kann

irreversibel sein. Ebenso wie bei anderen Aminoglycosiden können die Vestibularveränderungen

irreversibel sein. Andere Faktoren, die das Risiko der Toxizität erhöhen, können Dehydration,

gleichzeitige Verabreichung von Ethacrynsäure oder Furosemid oder eine frühere Exposition mit

anderen ototoxischen Substanzen sein.

Reaktionen an der Applikationsstelle

Lokale geringe reversible Nebenwirkungen wie Erythem, Wundsekretion und Juckreiz wurden

festgestellt.

Zu Beginn der geweblichen Resorption von Garamycin Schwamm kann unter Umständen eine

vermehrte Sekretion und Wundrötung auftreten. Sind bei ausgedehnten Infekthöhlen

Überlaufdrainagen möglich, sollte darauf nicht verzichtet werden.

Überdosierung

Bei Überdosierung oder toxischen Reaktionen aufgrund von Garamycin Schwamm kann eine

Peritoneal- oder Hämodialyse durchgeführt werden.

Bei der Anwendung von bis zu 7 Schwämmen (10 × 10 cm) wurden bis heute keine signifikanten

Nebenwirkungen beobachtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01GB03

Wirkungsmechanismus

Nach dem Einbringen des Garamycin Schwammes in infizierte Knochen oder Weichteile wird

Gentamicin protrahiert freigesetzt und erreicht bakterizid wirksame lokale Konzentrationen.

Gentamicin wirkt keimtötend auf empfindliche gramnegative und grampositive Erreger, indem es die

ribosomale Proteinsynthese hemmt.

Pharmakodynamik

Obwohl es sich bei Garamycin Schwamm um ein Fremdeiweiss handelt, gilt Kollagen allgemein als

ein sehr schwaches Antigen, was die gute immunologische Verträglichkeit erklärt. Kollagen als

Trägermatrix wird innerhalb von 3 Monaten vollständig resorbiert.

Kollagen besitzt eine hämostatische Wirkung, wobei sich die Möglichkeit der Ausbildung eines

Wundhämatoms reduziert. Durch Kontakt des Blutes mit der Kollagenmatrix von Garamycin

Schwamm wird die Hämostase aktiviert. Kollagen hat auch einen positiven Effekt auf die

Geweberegeneration und Revaskularisation. Nach Einbringen des Implantates ist die Hauptwirkung

lokal.

In untenstehender Tabelle sind die Keime, geordnet nach ihrer Empfindlichkeit gegenüber

Gentamicin, aufgeführt.

(µg/ml)

(µg/ml)

Empfindlich

Keime

MHK50 MHK90 %

Staphylococcus (koagulase-

negativ)

Enterobacter sp.

Serratia

3,12

Klebsiella sp.

3,12

Proteus mirabilis

3,12

6,25

Escherichia coli

3,12

Pseudomonas aeruginosa

12,5

Staphylococcus

Proteus (indol-pos.)

1,56

Die folgenden Bakterien sind gewöhnlich gegen Aminoglykoside, inkl. Gentamicin, resistent:

Meningokokken, Streptococcus pneumoniae, die meisten Streptokokken-Arten, insbesondere der

Gruppe D, Mykoplasmen, Chlamydien und Anaerobier wie Bacteroides sp. oder Clostridium sp.

Pharmakokinetik

Das pharmakokinetische Verhalten von Garamycin Schwamm kann mit Hilfe der Beziehung

zwischen Trägermatrix und Wirksubstanz erklärt werden. Lichtmikroskopisch weist der

Kollagenschwamm Poren mit einer durchschnittlichen Grösse von 100 bis 200 nm auf, in welche die

Gentamicinmoleküle mit einer Grösse von 3 bis 4 nm eingebettet sind.

Exsudatspiegel

Die Freisetzung von Gentamicin aus der Trägermatrix ist abhängig von den lokalen

Durchblutungsverhältnissen. Insgesamt zeigten die Patienten individuell stark unterschiedliche

maximale Exsudatspiegel. Bei 28 Patienten mit Osteitiden (130 mg bis maximal 520 mg Gentamicin

appliziert) wurden maximale Konzentrationen von 170 bis 900 µg/ml bestimmt. Schon am 2.

postoperativen Tag fielen die Konzentrationen stark ab und näherten sich am 3. postoperativen Tag

dem Nullwert. Hingegen bleibt der Exsudatspiegel über mehrere Tage hinweg relativ hoch, wenn die

Durchblutungsverhältnisse schlechter sind.

Somit können unterschiedliche Anwendungen von Garamycin Schwamm im Weichteil- oder

Knochengewebe stark voneinander abweichende Gentamicin-Freisetzung und Gentamicin-

Konzentrationen bedingen, was die grosse Streubreite der gemessenen Exsudatspiegel bei den

einzelnen Patienten erklärt.

Serumspiegel

Der Zusammenhang zwischen applizierter Gentamicin-Dosis und maximaler Serumkonzentration

wurde in mehreren Studien untersucht. Die in diesen Studien maximale applizierte Gentamicin-Dosis

betrug 650 mg (entsprechend 5 Schwämmen 10 × 10 cm).

Die maximalen Serumkonzentrationen lagen stets unter 5 µg/ml. Zum Teil konnte nur sehr wenig

Gentamicin im Serum nachgewiesen werden, das heisst, die maximalen Serumkonzentrationen lagen

während der ganzen Beobachtungsperiode an der Nachweisgrenze von 0,25 µg/ml. Die maximalen

Serumkonzentrationen wurden 2–12 Stunden nach Implantation erreicht. Es konnte keine Korrelation

zwischen applizierter Gentamicin-Dosis und maximaler Serumkonzentration gefunden werden.

Die gemessenen maximalen Serumkonzentrationen lagen stets unterhalb der in der Literatur

berichteten toxischen Grenzkonzentrationen für Gentamicin von 10 µg/ml. Die maximalen

Serumkonzentrationen bei Applikation von Garamycin Schwamm sind bedeutend niedriger als bei

der intramuskulären oder intravenösen Anwendung von Gentamicin.

Elimination

Die Ausscheidung von Gentamicin erfolgt unverändert über den Urin, wobei Urin- und Serumspiegel

ein synchrones Verhalten zeigen. Toxische Konzentrationen wurden im Urin nicht erreicht. 50% der

applizierten Dosis ist bereits nach 3–5 Tagen wieder über die Nieren ausgeschieden. So wurden nach

einer Dosis von 130 mg Gentamicin am 1. Tag im Durchschnitt 35 mg, am 2. Tag 9,2 mg und am 3.

Tag 6,3 mg Gentamicin über den Urin ausgeschieden.

Resorption des Kollagens

Die Resorptionszeit des Kollagens ist abhängig von den jeweiligen Perfusionsverhältnissen am

Implantationsort. Wurde der Garamycin Schwamm im Zusammenhang mit Hüftgelenkoperationen

eingesetzt, so fand sich bereits nach 9 Tagen kein kollagenes Material mehr. War das Kollagen dem

direkten Zugriff der Phagozyten entzogen, so fanden sich auch nach 9 Wochen noch kollagene

Fasern. Ähnlich wie bei der Pharmakokinetik konnte auch histologisch eine direkte Korrelation

zwischen Durchblutung, d.h. dem Antransport von Phagozyten, und der Resorptionsgeschwindigkeit

des Kollagens hergestellt werden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Gentamicin Implantate sind für die Behandlung von Kindern nicht indiziert.

Bei Patienten mit Anamnese von Niereninsuffizienz kommt es häufiger zu renalen Effekten (siehe

„Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Präklinische Daten

In Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Gentamicin wurden an verschiedenen Spezies

nephrotoxische und ototoxische Effekte beobachtet. Bisherige Mutagenitätsprüfungen weisen auf

kein mutagenes Potential des Arzneimittels hin, doch erlaubt die gegenwärtige Datenlage keine

abschliessende Risikoabschätzung. Langzeituntersuchungen am Tier zum karzinogenen Potential der

Substanz liegen nicht vor.

Bei der Trägersubstanz des Gentamicins, dem Kollagen handelt es sich um eine biologische,

physiologische Substanz. Als solche sind toxische Folgen sehr unwahrscheinlich. Es liegt kein

Erkenntnismaterial zur Mutagenität, Embryotoxizität und Kanzerogenität von Kollagen vor, das

durch gezielte Untersuchungen gewonnen wurde.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern.

Hinweise für die Handhabung

Eine Resterilisation nicht verbrauchter Schwammreste ist nicht möglich, so dass diese verworfen

werden sollten.

Das Implantat in Garamycin Schwamm ist in einem Doppelsachet mit sterilem Innenbeutel verpackt.

Zulassungsnummer

52918 (Swissmedic).

Packungen

Schwämme 5x5x0,5 cm: 1 und 5x1

Schwämme 10x10x0,5 cm: 1 und 5x1

Zulassungsinhaberin

Curatis AG, 4410 Liestal.

Stand der Information

Oktober 2012

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