Furodrix

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Furodrix Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • furosemidum 40 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Furodrix Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Diureticum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 54091
  • Berechtigungsdatum:
  • 24-07-1997
  • Letzte Änderung:
  • 08-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Furodrix, Tabletten

Streuli Pharma AG

Was ist Furodrix und wann wird es angewendet?

Furodrix mit dem Wirkstoff Furosemid ist ein harntreibendes Medikament, das

Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) infolge Erkrankungen des Herzens, der Leber, der Nieren oder

nach Verbrennungen aus den Geweben ausschwemmt. Die vermehrte Harnausscheidung beginnt

etwa 1 Stunde nach Einnahme von Furodrix und hält 6-8 Stunden an.

Furodrix senkt auch den erhöhten, nicht aber den normalen Blutdruck, dies wenn nötig zusammen

mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln.

Furodrix darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die Behandlung mit Furodrix bedarf der regelmässigen ärztlichen Kontrolle.

Da die Anwendung von Furodrix zu einem Absinken des Kaliumspiegels im Blut führen kann, ist

eine kaliumreiche Kost (mageres Fleisch, Kartoffeln, Bananen, Tomaten, Blumenkohl, Spinat,

getrocknete Früchte usw.) empfehlenswert.

Gelegentlich kann eine medikamentöse Substitution von Kalium angezeigt sein.

Wann darf Furodrix nicht angewendet werden?

Furodrix darf nicht angewendet werden bei Nierenversagen mit fehlender Harnproduktion, bei

Leberversagen mit Bewusstseinsstörungen, bei schwerem Kaliummangel (z.B. infolge

längerdauerndem Erbrechen, schweren oder chronischen Durchfällen, Leberfunktionsstörungen,

übermässigem Gebrauch von Abführmitteln), schwerem Natriummangel, reduziertem Blutvolumen

oder Körperwasser, niedrigem Blutdruck, bei Überempfindlichkeit gegen Furosemid, Sulfonamide

und in der Stillzeit.

Wann ist bei der Anwendung von Furodrix Vorsicht geboten?

Eine besonders sorgfältige Überwachung ist erforderlich bei:

·erniedrigtem Blutdruck, besonders bei Patienten, die durch einen bedeutenden Blutdruckabfall

besonders gefährdet wären (z.B. bei Patienten mit verengten Herzkranzarterien oder Hirngefässen);

·einer Blutzuckerkrankheit (regelmässige Blutzuckerkontrolle);

·Gicht (regelmässige Harnsäurekontrolle);

·Behinderung des Harnabflusses (z.B. bei Prostatavergrösserung, Harnleiterverengung,

Harnstauungsniere) [Harnabfluss muss gewährleistet sein];

·Eiweissmangel (vorsichtige Dosisanpassung);

·gleichzeitigem Vorliegen von Leberzirrhose und Nierenfunktionseinschränkung;

·Frühgeborenen.

Während einer langdauernden Therapie sollten bestimmte Blutlaborwerte regelmässig kontrolliert

werden. Ein reduziertes Blutvolumen, ein Mangel an Körperwasser, bedeutende Elektrolytstörung

und Störungen des Säure-Base-Haushalts müssen ausgeglichen werden. Besondere Überwachung ist

bei Patienten mit hohem Risiko von Elektrolytstörungen notwendig sowie im Fall von zusätzlichem

Flüssigkeitsverlust durch z.B. Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu

bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen!

Wechselwirkungen

Nicht empfohlene Kombinationen

Kombination mit gewissen Antibiotika oder allgemein hörschädlichen Substanzen, welche das

Risiko von Hör- und Nierenstörungen mit sich bringt.

In Einzelfällen kann es nach intravenöser Gabe von Furosemid innerhalb von 24 Stunden nach

Einnahme von Chloralhydrat zu Hitzegefühl, Schweissausbruch, Unruhe, Übelkeit, Blutdruckanstieg

und Herzjagen kommen. Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung von Furosemid und

Chloralhydrat nicht empfohlen.

Kombination unter Vorsichtsmassnahmen oder besonderer Aufmerksamkeit

Wechselwirkungen können mit Genussmitteln wie Lakritze und mit Präparaten, die den Salzhaushalt

beeinflussen, z.B. Abführmittel (besonders bei längerem Gebrauch), andere wasserausschwemmende

Präparate, bestimmte Hormone, ein bestimmtes Mittel gegen Magengeschwüre (Carbenoxolon)

eintreten und zu Kaliummangel führen.

Liegt Kalium- oder Magnesiummangel vor, können die Wirkungen und Nebenwirkungen von

bestimmten Herzpräparaten (sog. Herzglykoside, z.B. Digoxin) verstärkt werden.

Die Wirkung anderer blutdrucksenkender Mittel kann durch Furodrix verstärkt werden. Insbesondere

in Kombination mit sog. ACE-Hemmern wurden starke Blutdruckabfälle bis hin zum Schock

beobachtet.

Die Gabe von ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (auch eine

Dosiserhöhung) kann bei mit Furodrix vorbehandelten Patienten zu einer Verschlechterung der

Nierenfunktion und in Einzelfällen zum akuten Nierenversagen führen. Die Furodrix-Verabreichung

soll vorübergehend unterbrochen oder in seiner Dosierung für 3 Tage reduziert werden, bevor ein

ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist gegeben oder deren Dosis gesteigert wird.

Furodrix kann die unerwünschten Wirkungen nierenschädlicher Arzneimittel verstärken. Bei

gleichzeitiger Behandlung mit Furodrix und bestimmten Antibiotika (bestimmte Cephalosporine in

hoher Dosierung, z.B. Cephaloridine, Cephalotin) kann die Nierenfunktion beeinträchtigt werden.

Bestimmte Schmerzmittel (z.B. Acetylsalicylsäure, Indometacin) können die Wirkung von Furodrix

abschwächen und bei bestehendem Mangel an Blutvolumen oder Körperwasser zu Nierenversagen

führen. Die Toxizität hochdosierter Salicylate kann bei gleichzeitiger Anwendung von Furodrix

verstärkt werden (verstärkte Nebenwirkungen der Acetylsalicylsäure). Ein bestimmtes Gichtmittel

(Probenecid), ein Antiepileptikum (Phenytoin) sowie Methotrexat können die Wirkung von

Furosemid ebenfalls abschwächen.

Anderseits verstärkt Furodrix die Wirkung bestimmter Präparate (z.B. Schmerzmittel, Theophyllin -

ein bestimmtes Mittel gegen Asthma - und bestimmte Muskelrelaxanzien) oder bewirkt eine

Abschwächung (z.B. von Mitteln gegen die Zuckerkrankheit oder von gefässverengenden

Substanzen wie Epinephrin und Norepinephrin).

Da der Wirkstoff Furosemid den Blutharnsäurespiegel erhöhen kann und Ciclosporin (ein

Transplantationsarzneimittel und ein das Immunsystem beeinflussendes Arzneimittel) die

Ausscheidung von Harnsäure durch die Niere vermindert, ist das Risiko einer Gichtarthritis bei

gleichzeitiger Behandlung von Furosemid und Ciclosporin A erhöht.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Furodrix und Cisplatin (ein Mittel zur Krebsbehandlung) ist mit

der Möglichkeit eines Hörschadens zu rechnen.

Die gleichzeitige Gabe von Furodrix und Lithium führt zu einer Verstärkung der herz- und

nervenschädigenden Wirkung des Lithiums. Der Lithiumspiegel muss in Kombination mit

Furosemid sorgfältig überwacht werden.

Die Resorption von Furosemid kann durch Sucralfat, ein Präparat gegen Magengeschwüre,

beeinträchtigt werden. Die Einnahme muss 2 Stunden voneinander getrennt erfolgen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Risperidon Vorsicht walten lassen sowie Risiken und Nutzen

einer Kombination oder gleichzeitigen Behandlung mit Furosemid oder anderen potenten Diuretika

vor Therapieentscheidung sorgfältig abwägen. Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen

Anwendung von Furodrix und Levothyroxin (Medikament zur Behandlung einer

Schilddrüsenunterfunktion), da dies zu einer Absenkung des Schilddrüsenhormonspiegels führen

kann. Aus diesem Grund ist der Schilddrüsenhormonspiegel bei dieser Arzneimittelkombination zu

überwachen.

Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin sind über Wechselwirkungen von

Arzneimitteln informiert.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Furodrix während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist bei bestimmungsgemässer Anwendung kein Risiko für das

Kind bekannt. Systematische wissenschaftliche Untersuchungen wurden aber nie durchgeführt.

Vorsichtshalber sollten Sie während der Schwangerschaft möglichst auf Arzneimittel verzichten oder

den Arzt oder Apotheker bzw. die Ärztin oder Apothekerin um Rat fragen.

Eine Behandlung während der Schwangerschaft erfordert die Überwachung des Fötuswachstums.

Der Wirkstoff von Furodrix, Furosemid, gelangt in die Muttermilch und hemmt die Milchproduktion.

Furodrix sollte während der Stillzeit nicht eingenommen oder angewendet werden. Ist eine Einnahme

unumgänglich, wird empfohlen abzustillen.

Wie verwenden Sie Furodrix?

Soweit vom Arzt bzw. von der Ärztin nichts anderes verordnet , gelten folgende

Dosierungsrichtlinien:

Erwachsene erhalten im Allgemeinen zu Beginn ½ bis 2 teilbare Tabletten. Als Erhaltungsdosis

genügt meist ½ bis 1 teilbare Tablette.

Furodrix nüchtern einnehmen. Die teilbaren Tabletten sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit

einzunehmen.

Säuglingen und Kindern wird Furosemid vornehmlich oral verabreicht. Dosierungsempfehlung: 2 mg

Furosemid/kg KG bis höchstens 40 mg/Tag.

Über die Dauer der Behandlung entscheidet der Arzt bzw. die Ärztin. Sie richtet sich nach Art und

Schwere der Erkrankung.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Furodrix haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Furodrix auftreten:

Als Folge der vermehrten Harn- und Elektrolytausscheidung werden häufig Störungen im

Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt beobachtet.

Harnausscheidung kann insbesondere bei älteren Patienten und Kindern zu reduziertem Blutvolumen

und Körperwasser mit Kreislaufbeschwerden hervorrufen, die sich vor allem als Kopfschmerz,

Schwindel, Schwäche, Schläfrigkeit, Sehstörungen, Mundtrockenheit, erniedrigtem Blutdruck und

Kreislaufstörungen beim Aufstehen äussern. Zudem kann es infolge einer verminderten

zirkulierenden Blutmenge zur Bluteindickung mit - besonders bei älteren Patienten -

Thromboseneigung kommen.

Infolge erhöhter Natriumverluste über die Niere kann es - insbesondere bei eingeschränkter Zufuhr

von Kochsalz - zu einem Natriummangel kommen. Dieser äussert sich häufig in folgenden

Symptomen: Wadenkrämpfe, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit,

Verwirrtheit und Erbrechen.

Kaliumverluste können sich vornehmlich nach kaliumarmer Kost sowie nach Erbrechen oder

chronischem Durchfall einstellen. Ein Kaliummangel kann sich in Muskelschwäche sowie

unvollständigen oder vollständigen Lähmungen, Erbrechen, Verstopfung und übermässiger

Gasansammlung in Magen und Darm, übermässiger Harnausscheidung, gesteigertem Durstgefühl

und übermässigem Trinken, Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen des Herzens äussern. Schwere

Kaliumverluste können zur Darmlähmung oder zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma führen.

Magnesiummangelzustände nach Magnesiumverlust mit Auftreten von Krampfzuständen oder

Herzrhythmusstörungen wurden beobachtet.

Furosemid kann den Kalziumspiegel im Blut erniedrigen (in sehr seltenen Fällen sind

Krampfzustände beobachtet worden).

Bei Frühgeborenen können sich kalziumhaltige Nierensteine bilden und Kalziumsalze im

Nierengewebe einlagern.

Symptome einer Harnabflussbehinderung können durch harntreibende Medikamente manifestiert

oder verschlechtert werden. Akute Harnretention mit Sekundärkomplikationen kann die Folge sein.

Magen-Darm-Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) kommen selten vor. In Einzelfällen

können Gelbsucht durch Gallenstauung, akute Bauchspeicheldrüsenentzündung und erhöhte

Leberwerte auftreten.

Gelegentlich können allergische Reaktionen (Haut- und Schleimhautreaktionen, Juckreiz,

Nesselsucht, blasige Hauterscheinungen, Hautrötungen, Ekzeme, Haut- und Schleimhautblutungen)

aber auch fieberhafte Zustände, Gefäss- oder Nierenentzündungen auftreten.

Sehr selten fleckenhafte und pappelnbildende Hautausschläge und andere Ausschläge.

Blutbildveränderungen kommen selten vor. Dabei kann es unter Umständen zu verstärkter

Infektions- und Blutungsneigung kommen. Blutbildveränderungen können lebensbedrohlich sein.

Selten kommt es zu Empfindungsstörungen oder Fieber.

Gelegentlich zu einer Lichtüberempfindlichkeit der Haut.

Es kann in seltenen Fällen zu meist reversiblen Hörstörungen und/oder zu Ohrgeräuschen kommen.

Unter Furosemid wurden Fälle von Schwerhörigkeit beschrieben, die gelegentlich nicht reversibel

waren.

Bei einer bestehenden Zuckerkrankheit kann sich die Stoffwechsellage verschlechtern; bei

entsprechender Veranlagung kann eine Zuckerkrankheit in Erscheinung treten.

Bestimmte Blutlaborwerte können sich verändern.

Bei Gichtpatienten kann es zu einer Auslösung von Gichtanfällen kommen.

Die Einnahme von Furodrix kann einen vorbestehenden Lupus verschlimmern oder diese

Autoimmunerkrankung aktivieren.

Bei Auftreten von genannten Nebenwirkungen oder wenn Sie Nebenwirkungen beobachten, die hier

nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin

informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Vor Licht geschützt, bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren.

Bei zu starker Lichteinwirkung kann es zu Verfärbungen kommen, wodurch die Wirksamkeit jedoch

nicht beeinträchtigt wird.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Furodrix enthalten?

1 teilbare Tablette enthält 40 mg Furosemid und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

54091 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Furodrix? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 10 und 50 teilbare Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Streuli Pharma AG, 8730 Uznach.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.